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Bezirksregierung Arnsberg
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                                   Genehmigung von Einrichtungen

 

                                               - Bremsensteuerung -

 

 

 

Auf den Antrag der Olko - Maschinentechnik GmbH, Olfen vom 08.06.2009 unter
Hinzuziehung des Prüfberichte des Sachverständigen der DMT GmbH & Co. KG
- Fachstelle für Sicherheit – Seilprüfstelle - vom 13.05.2010 und 17.07.2011 erteilt
die Bezirksregierung Arnsberg gemäß § 5 Abs. 1 der Bergverordnung  für Schacht-
und Schrägförderanlagen (BVOS) vom 04.12.2003 hiermit die Genehmigung für die
elektrohydraulische Bremsensteuerung und –regelung vom Typ COBRA 01 der
Firma Olko – Maschinentechnik GmbH:

 

Genehmigungs-Nr.:

B-32/10/1 + 1.Erg. bis 3.Erg+Verl.

Genehmigungs-Datum:

29.07.2011

Gültigkeitsdauer: 

5 Jahre  (bis zum 01.08.2016)

Hersteller:

Olko - Maschinentechnik GmbH, Olfen

Bezeichnung:

COBRA 01

Elektrohydraulische Bremsensteuerung und -
regelung mit regelbarer Bremskraft bei Sicherheits-
bremsung für von Hand bediente oder automatisch be-
triebene Fördermaschinen, Förderhäspel oder andere
Antriebsmaschinen von übertägigen Schachtförderan-
lagen.

Unterlagen:

 

 

Inhalt Ordner 1 – Fa. Olko:

Olko Bremsensteuerung mit regelbarer Sicherheitsbremse
Typ COBRA 01 – Hydraulikunterlagen

 

Bezeichnung

 

Seitenzahl

1

Technische Beschreibung zur OLKO-
Bremsensteuerung mit regelbarer Sicherheitsbremse (Mehrfach Regelkreissystem) ; Revisionsstand 02

15

2

Hydraulikplan COBRA 01
Zeichnungsnr. 2933.106-01 Rev. 02

1

3

Stückliste COBRA 01
Zeichnungsnr. 29.33.106-1 Rev. 02

11

 

Inhalt Ordner 1/2 - Fa. Siemens:

Zulassungsunterlagen Geregelte Sicherheitsbremse COBRA 01 A / 6439520

                                                                                    

Register

 

Seitenzahl

 

 Deckblatt mit Inhaltsverzeichnis

1

1

 Beschreibung elektrische Bremsensteuerung

9

2

Beschreibung Visualisierung (HMI)

19

3

Übersichtspläne G22002-W4089

19

4

Programmaufbau

8

5

Sicherheitskonzept

30

6

Prüfanweisungen

26

7

Sicherheitsmatrix

6

8

Hardware : Anlagenteile +G11, +G12, +G13,+K11, +T01, G22002-W4089

140

 

 

Inhalt Ordner 2/2 Fa. Siemens
Zulassungsunterlage Geregelte Sicherheitsbremse COBRA 01 A / 6439520

 

Register

 

Seitenzahl

9

Software
Regelschemata Bremsregler
- Hand / Auto Sollwerte
- Geschwindigkeitsregler
- Sollwert Bremsdruck-Regler
- Bremsdruck-Regler
- Ventilsteuerung
Softwaredokumentation M
Mastersteuerung
- Funktionsbausteine
- Funktionen
- Datenbausteine
Bremsregler
- Funktionsbausteine
- Funktionen
- Datenbausteine

453

 

Prüfbericht:     DMT-Prüfbericht Nr. P 10-00295 vom 13.05.2010
                      DMT-Prüfbericht Nr. P 11-00547 vom 17.07.2011

                        Die Prüfberichte sind Bestandteil dieser Genehmigung.

 

Kennzeichen:

Das wesentliche Merkmal der elektrohydraulischen Bremsensteuerung und -regelung
mit der Typenbezeichnung COBRA 01 ist die geregelte Bremskraft im Fall einer
Sicherheitsbremsung entsprechend TAS 3.9.5.10. Damit soll sichergestellt werden,
dass sich im Sicherheitsbremsfall unabhängig von den Überlastverhältnissen und der
Fahrtrichtung der Fördermaschine und unabhängig von reibwertbedingten
Schwankungen der Bremskraft immer eine konstante Verzögerungswirkung einstellt.

Die Bremskrafterzeuger sind nicht Gegenstand dieser Genehmigung. Die elektro-
hydraulische Bremsensteuerung und –regelung kann mit verschiedenen Bremskraft-
erzeugern kombiniert werden, deren Bauart im Sonderbetriebsplanverfahren zugelassen
oder im Genehmigungsverfahren genehmigt worden sind, und nach § 5 Abs. 1, Ziffer 2
der Bergverordnung für Schacht- und Schrägförderanlagen (BVOS) der Bezirks-
regierung Arnsberg vom 04.12.2003 einen Bremsapparat bilden.

Der hydraulische Teil der Bremseinrichtung (Ordner 1) wurde von der Fa. Olko
Maschinentechnik GmbH in Olfen entwickelt, die elektrische Bremsensteuerung
von der Fa. Siemens AG, Abteilung GER I IS WEST OC in Essen (Ordner 1/2 und 2/2).
Die geprüften Dokumente sind entsprechend im Layout beider Firmen verfasst.

 

Hydraulikaggregat:

Der hydraulische Teil der Bremsensteuerung und –regelung vom Typ COBRA 01 ist in
wesentlichen Teilen mehrkanalig aufgebaut. Die hydraulischen Schaltungen zur Regelung
der Bremskraft sind mehrfach vorhanden und weitgehend identisch ausgeführt. Das
Konzept wird als „n+1“-Konzept bezeichnet. Nur die als „Kanäle“ bezeichneten
Teilschaltungen „Kanal 2“ bis „Kanal n+1“ sind im ungestörten Fall aktiv. Die Brems-
krafterzeuger der Bremseinrichtung sind schaltungstechnisch in „n“ Gruppen zusammen-
gefasst. Jeder hydraulischen Teilsteuerung („Kanal“) ist eine Bremskrafterzeugergruppe
zugeordnet. Im Fehlerfall kann über stellungsüberwachte Absperrhähne im hydraulischen
System der fehlerbehaftete Kanal unwirksam geschaltet werden. An seiner Stelle wird
dann der als „Reservekanal“ bezeichnete „Kanal 1“ zugeschaltet. Dieser Reservekreis
ist eine Option zur Erhöhung der Verfügbarkeit, er ist kein not-wendiger Bestandteil des
Sicherheitskonzepts. Wenn im Fall eines Defekts auf den Reservekreis umgeschaltet wird,
ist ein uneingeschränkter weiterer Betrieb möglich.

Anforderungen aus dem mehrkanaligen Aufbau

Der mehrkanalige Aufbau der elektrohydraulischen Steuerung ist eine Maßnahme zur
Fehlerbeherrschung und damit das wesentliche Merkmal des Sicherheitskonzepts.
Bei jeder beliebigen Fehlfunktion in einem Regelkanal müssen die anderen Kanäle im
Stande sein, die Anlage ordnungsgemäß durch eine Sicherheitsbremsung stillzusetzen.
Deshalb muss anlagenspezifisch die Anzahl der erforderlichen Bremskrafterzeuger und
die Anzahl der Regelkanäle sowie die Zuordnung der Bremskrafterzeuger zu den Kanälen
festgelegt werden. Es muss rechnerisch der Nachweis erbracht werden, dass sich sowohl
für leere Fördermittel als auch für die betriebsübliche Überlast in beiden Fahrtrichtungen
auch bei Fehlern in einem Kanal keine unzulässigen Verzögerungswerte einstellen können.
Dabei sind die Fälle „ungewollter Aufbau der vollen Bremskraft in einem Kanal durch
beliebigen Einfachfehler“ und „vollständiges Versagen des Bremskraftaufbaus durch
beliebigen Einfachfehler in einem Kanal“ beide theoretisch durch entsprechend modifizierte
Bremsberechnungen nach TAS 3.11 nachzuweisen und bei der Inbetriebnahme durch
praktische Messungen der Verzögerungswirkung unter Einfluss des jeweils simulierten
Fehlers zu kontrollieren.

Die Einrichtungen zur Druckerzeugung (Öltank mit Haupt- und Reservepumpe, Heizung,
Kühler und Filter) sind nur einfach vorhanden. Bei Ausfall einer der beiden Pumpen ist ein
Betrieb mit nur einer Pumpe möglich.

Festlegungen zu den verwendeten hydraulischen Bauteilen

Der schaltungstechnische Aufbau der hydraulischen Bremsensteuerung und -regelung ist
im Hydraulikplan 2933.106-01 Rev. 02 dargestellt. Die Art und die Wirkung der
einzelnen Bauteile sowie die Verrohrung sind durch das Hydraulikschema und die darin
verwendeten Angaben und Symbole festgelegt. Die hydraulischen Bauteile sind in der
Stückliste 29.33.106-1 Rev. 02 bis auf die sicherheitlich relevanten Regelventile ohne
Angabe des Herstellers oder genaue Typenbezeichnung aufgeführt.

Elektrische Steuerung und Regelung

Die elektrische Bremsensteuerung und -regelung ist als zweikanaliges PES (program-
mierbares elektronisches System) aus Systemkomponenten des Typs SIMATIC S7 des
Herstellers Siemens aufgebaut. Der elektrische Teil der Bremsensteuerung und -regelung
besteht aus einem zweikanaligen PES als Mastersteuergerät und den als „Bremskreisregler“
bezeichneten untergeordneten PES, die in den Unterlagen stellen-weise auch als „Slaves“
bezeichnet werden. Jeder hydraulischen Teilsteuerung (Kanal) ist ein eigener Bremskreisregler
zugeordnet. Das gilt auch für den Reservekanal. Eine n+1-kanalige Ausführung der
Bremsensteuerung und –regelung COBRA01 ver-fügt demnach über zwei PES, die den
zweikanaligen Master bilden und n+1 PES, die die Funktion der Bremskreisregler wahr-
nehmen.

Steuerungsstruktur

Für die Steuerungsstruktur der geregelten Sicherheitsbremse COBRA 01 sind zwei
grundlegende Varianten zulässig:

Variante 1 „Mastersteuerung“:
Dieses Konzept ist vorrangig für die Ausrüstung vorhandener Schachtförderanlagen mit
einer Bremseinrichtung des Typs COBRA 01 bestimmt. Die elektrische Bremsensteuerung
und –regelung ist unabhängig von einer übergeordneten Maschinensteuerung in einem
eigenen Schaltschrank aufgebaut. Die Hardware der übergeordneten Maschinensteuerung
ist durch diese Genehmigung nicht festgelegt. Es kann sich um ein als sicherheitsgerichtetes
PES oder eine in Relaistechnik aufgebaute Steuerung handeln. Die Schnittstelle zwischen der
Maschinensteuerung und der Bremseinrichtung muss die Anforderungen nach TAS 3.8.7
erfüllen.

Variante 2: „Fahrtreglersteuerung“
Diese Variante ist speziell auf Antriebsmaschinen ausgerichtet, die über ein integriertes
Fördermaschinensteuerungs- und -regelungssystem einschließlich eines bauartgenehmigten
Fahrtreglers in SIMATIC S7-Technik verfügen. Hier ist es möglich, die Funktionen der
Mastersteuerung in das zweikanalige PES S7-400 des S7-Fahrtreglers der Fa. Siemens
zu integrieren. Als CPU kommen ebenfalls diversitäre CPU für Kanal A und Kanal B
zum Einsatz. Die Schnittstelle zur Fördermaschinensteuerung entfällt. Die übrige Busstruktur
zur Anbindung der als Peripherie bezeichneten Teile der Bremseinrichtung und zu den
Bremskreisreglern entspricht weitgehend der bereits beschriebenen Variante.

Festlegung im Rahmen der Genehmigung

Alle Komponenten der PES und der weiteren elektrischen Betriebsmittel sind hinsichtlich
Fabrikat und Typ in den Betriebsmittellisten und im Schaltbuch Ordner 2 Kapitel 8 festgelegt.
Abweichungen davon bedürfen der Zustimmung der Genehmigungsbehörde.

Sicherheitskonzept und Überwachungen

In der Bremsensteuerung und –regelung COBRA 01 werden unzulässige oder gefährliche
Fehler oder Systemzustände erfasst. Je nach Gefährdungspotential des Fehlers wird:

  • eine Meldung im Visualisierungssystem HMI angezeigt oder
  • der Abfahrsperrkreis
  • der Fahrbremskreis oder
  • der Sicherheitskreis ausgelöst.

Die Art des Ereignisses und die Reaktionen sind getrennt für die Master-PES und
die Bremskreisregler einschließlich der jeweiligen Peripherie in Ordner 2 Kapitel 5
„Sicherheitskonzept“ und in der „Sicherheitsmatrix“ Ordner 2, Kapitel 7 ausführlich
beschrieben.

Interne Überwachungen in den beiden Master-PES.

  • Leitungsüberwachung,
  • Test der Ein- und Ausgangshardware,
  • dynamischer Test der Abschaltwege,
  • dynamischer Speichertest des Prozessabbildes,
  • dynamische Überwachung der Programme auf zyklische Bearbeitung
  • gegenseitige Watch-Dog-Überwachung der Master-PES.
  • Überwachung der Automatikbefehle
  • Stellungsüberwachung der Bremskrafterzeuger
  • Verschleiß- und Federbruchüberwachung der Bremskrafterzeuger
  • Fahrbremsüberwachung
  • Überwachung der Bremsscheibe(n) auf Scheibenschlag und Übertemperatur
  • Überwachung auf unzulässige Bremsdruckdifferenzen in den Regelkanälen

Überwachungen in den Bremskreisreglern:

  • Überwachung der Automatikbefehle
  • Überwachung der Drehzahlsignale
  • Überwachung der Bremsdrucksignale
  • Überwachung der Stellgröße zum Regelventil
  • Überwachung der Magnetventile
  • Überwachung auf Rohrbruch
  • Überwachung auf ausreichende Bremsverzögerung
  • Überwachung der Testprogramme auf zyklische Bearbeitung
  • Überwachung des Steuerungssystems

Gemeinsame Überwachungen der Master-PES und der Regelkanäle sind:

  • Überwachung der Bus-Kopplung Master-Regler
  • Sicherheitskreisauslösung Master-Regler

 

Visualisierungssystem

Das in die Bremsensteuerung und -regelung integrierte Visualisierungssystem HMI
kann wahlweise mit einem Multipanel MP377 im Steuerschrank, einem PC oder
einem Touchpanel erfolgen. Die Funktionen und die Bedienung des mit dem
Software-Tool WinCC programmierten Systems sind trotz der unterschiedlichen
Hardwarebasis gleich. Das Visualisierungssystem zeigt alle wesentlichen Prozess-
zustände der Bremskreise, der Bremskrafterzeuger und des Hydraulikaggregats an.
Ein leistungsfähiges Störmeldesystem zeigt alle aktuellen Fehlermeldungen an und
archiviert sie. Die Klartextmeldungen geben die notwendigen Hinweise auf die
Fehlerursache und die betroffenen Bauteile bzw. auf die auslösenden Überwach-
ungsfunktionen.

 

Prüffunktionen

Das Visualisierungssystem dient auch als Bedienungsebene für umfangreiche
Prüffunktionen, die Bestandteil des Sicherheitskonzepts sind. Für Anlagen, die im
Geltungsbereich der Bergverordnung für Schacht- und Schrägförderanlagen (BVOS)
betrieben werden sollen, sind zusätzlich anlagenspezifische Tabellen zu den nach
§ 13 BVOS vorgeschriebenen regelmäßigen Prüfungen zu erstellen. In den Tabellen
sollten die zu prüfenden Teile und Funktionen der Bremseinrichtung, die Häufigkeit
der Durchführung (Prüffristen) und der mit den Prüfungen beauftragte Personenkreis
(fachkundige Personen, fachkundige verantwortliche Personen und Sachverständige)
angegeben sein. Diese Prüfungstabellen müssen sich auf die gesamte Bremseinrichtung,
das heißt einschließlich des hydraulischen Teils und der mechanischen Komponenten
beziehen.

 

Software

Weil nahezu alle sicherheitsrelevanten Funktionen in der Bremsensteuerung COBRA 01
durch Software gebildet werden, ist es erforderlich, dass im Rahmen des Genehmigungs-
verfahrens die zugehörige Anwendersoftware einschließlich der Firmware, die im
Ordner 2 der Dokumentation anhand von vollständigen Programmausdrucken
dokumentiert ist, festgeschrieben ist. Programmänderungen bedürfen in jedem Fall vor
Ausführung einer Rücksprache mit der zuständigen Genehmigungsbehörde und der
Fachstelle für Sicherheit – Seilprüfstelle - und gegebenenfalls ist eine Ergänzung oder
ein Nachtrag zur Genehmigung zu stellen.

 

Hinweise

Die nachfolgend genannten Punkte a) bis m) sind zu beachten.

  1.  Vom Hersteller sind für die jeweiligen Anlagen anlagenspezifische Wartungs- und
    Betriebsanweisungen sowie vollständige Stücklisten zum Hydraulikaggregat und zur
    elektrischen Steuerung und -regelung einschließlich der PES beizuliefern.
  2. Die Betriebs- und Wartungsanleitungen des Herstellers sind zu beachten. Sie müssen
    den mit den Prüfungen nach § 13 BVOS beauftragten Personenkreisen zugänglich
    gemacht werden.
  3. Die Prüfvorgaben des Herstellers der Bremseinrichtung sind in die anlagenspezifischen
    Prüfpläne für regelmäßige Prüfungen nach § 13 BVOS einzuarbeiten.
  4. Die Ausführung der Bremsensteuerung und -regelung COBRA 01 ist durch diese
    Genehmigungsunterlagen weitgehend nicht nur funktional, sondern in Bezug auf die
    Hardware der beiden PES Kanal A und Kanal B sowie der Regelungskanäle auch
    hinsichtlich der Wahl der Betriebsmittel, der schaltungs-technischen Ausführung und
    hinsichtlich der Software festgelegt. Davon ab-weichend sind die Art und die Wirkung
    der einzelnen hydraulischen Bauteile sowie die Verrohrung durch das Hydraulikschema
    und die darin verwendeten Angaben und Symbole sowie durch die Stückliste festgelegt.
    Der genaue Typ und die Nenngröße kann vom Hersteller anlagenspezifisch gewählt werden.
    Lediglich das für die Funktion der verzögerungsgeregelten Sicherheitsbremse maßgebliche
    Regelventile Pos. XX.200 ist durch die Angabe des Herstellers und der Typenbezeichnung
    genau spezifiziert. Änderungen bedürfen eines Nachtrags oder einer Ergänzungsanzeige
    zur Genehmigung. Der Nachweis für die Erfüllung der grundlegenden sicherheitstechnischen
    Anforderungen beim Austausch einzelner Bauteile in der Hydraulik darf auch nach § 4 der
    Bergverordnung für Schacht- und Schrägförderanlagen (BVOS) der Bezirksregierung
    Arnsberg erfolgen.
  5. Die Sofern elektrische Schaltungen, die der Sicherheit dienen, durch diese Genehmigung
    nicht in ihrer Ausführung, sondern nur in ihrer Funktion festgelegt sind, sind bei der
    Errichtung die Anforderungen nach TAS 3.8.7 zu beachten.
  6. Es ist zulässig, die Funktionen der Master PES Kanal A und Kanal B der elektrischen
    Bremsensteuerung und -regelung entsprechend der Variante „Fahrtreglersteuerung“ als
    Teile einer integrierten Fördermaschinensteuerung einschließlich eines bauartgenehmigten
    Fahrtreglers auf Basis des S7-Systems des Herstellers zu integrieren. Die Funktionen der
    Bremsensteuerung und -regelung müssen hinsichtlich Hardware und Software eindeutig
    identifizierbar ausgeführt werden. Der Anschluss zusätzlicher Diagnose- und Bedienpanels
    für die Störmeldeanzeige oder die Aktivierung der Testroutinen ist ebenfalls zulässig.
     
  7. Als Ersatz für defekte Bauteile und Geräte sowohl in der digitalen elektrischen Steuerung
    als auch in der hydraulischen Steuerung dürfen nur Originalersatzteile verwendet werden.
  8. In ausgeführten Bremsensteuerungen müssen alle elektrischen und hydraulischen
    Bauelemente durch dauerhafte Kennzeichnungen und anhand der Stückliste eindeutig
    identifizierbar sein. Elektronische Baugruppen in Einschubtechnik müssen an der
    Frontseite identifizierbar sein.
  9. Jeder Bremsapparat ist mit einem Leistungsschild nach TAS 3.9.1.4. mit mindestens
    folgenden Daten zu versehen: Hersteller, Fabrik-/Fertigungsnummer, Baujahr,
    Genehmigungs-Nr:.
  10. Den jeweiligen Ausführungen der Bremskrafterzeuger sind die Federkennlinien beizufügen.
  11. Das Auswechseln von Bauteilen der Bremsensteuerung durch nicht identische Bauteile
    ist nur im Einverständnis mit der Genehmigungsbehörde im Rahmen eines Nachtrags oder
    einer Ergänzung zulässig, wenn eine anerkannte Prüfstelle für Prüfungen nach BVOS die
    gleichartige Funktion geprüft und bescheinigt hat.
  12. Vor der Errichtung von Bremseinrichtungen entsprechend diesem Genehmigungsantrag
    muss aufgrund der Anlagendaten die Anzahl der erforderlichen Bremskrafterzeuger und
    die Anzahl der Reglerkanäle sowie die Zuordnung der Bremskrafterzeuger zu den Kanälen
    festgelegt werden. Dabei sind die Fälle „ungewollter Aufbau der vollen Bremskraft durch
    beliebigen Einfachfehler“ und „vollständiges Versagen des Bremskraftaufbaus durch
    beliebigen Einfachfehler in einem Kanal“ beide theoretisch durch entsprechend modifizierte
    Bremsberechnungen nach TAS 3.11 nachzuweisen und bei den Abnahmeprüfungen
    durch praktische Messungen der Verzögerungswirkung unter Einfluss des jeweils
    simulierten Fehlers zu kontrollieren.
  13. Die Leitungen zwischen dem Hydraulikaggregat und den Bremskrafterzeugern
    sind so zu verlegen, dass ein Quetschen oder andere Beschädigungen sicher
    ausgeschlossen werden können.

Diese Genehmigung ist jederzeit widerruflich; sie kann entschädigungslos zurückgezogen werden,
wenn die in den Verkehr gebrachten Betriebsmittel nicht den der Bauartprüfung zugrunde liegenden
Ausführungen entsprechen.


1. Ergänzung vom 30.10.2014:

Bei sonst unverändertem Sicherheitskonzept dürfen die folgenden Optimierungsmaßnahmen an
der elektrohydraulischen Bremsensteuerung- und -regelung durchgeführt werden:

Das Hydraulikaggregat kann optional mit einer externen Anordnung der beiden Pumpen unterhalb
des Ölniveaus ausgeführt werden. Für diese Option sind zusätzlich drei stellungsüberwachte
Blockkugelhähne vorgesehen, mit denen ein Pumpentausch ohne Entleerung und Öffnung des
Öltanks möglich wird.

Wahlweise zu den bisher verwendeten Konstantpumpen können als Hauptpumpen auch
Verstellpumpen eingesetzt werden.

Die für den Regelungsvorgang der Sicherheitsbremskraft maßgeblichen Proportionalventile stehen in
verschiedenen Nenngrößen zur Verfügung. Mit den Reduzierplatten wird bautechnisch die
Möglichkeit geschaffen werden, diese Ventile hinsichtlich der Nenngröße an die spezifischen
Anlagedaten anzupassen. Die Proportionalventile bleiben entsprechend der Angabe in der Stückliste
hinsichtlich des Typs und der Nenngröße trotzdem festgelegt.

Die Funktionen der Füllstandanzeige, der Temperaturschalter und des Temperatursensors werden in
einem einzigen Gerät zusammengefasst.

Ein Fernthermometer wird zur unmittelbaren Anzeige der Temperatur am Hydraulikaggregat
hinzugefügt.
In der Steuerungshardware ergeben sich durch die alternative Anordnung der Pumpen und den
daraus resultierenden zusätzlichen Überwachungen geringfügige Änderungen.

In der Software werden Funktionen für den Einrichtbetrieb vorgesehen, mit denen die
Parametrierung der Signale des Fahrbremshebels, der Vorflutventile, der Regelventile, der
Bremskreise und der Wegaufnehmer an den Bremskrafterzeugern einfacher und sicherer erfolgen
kann. Diese Funktionen haben keinen Einfluss auf den Normalbetrieb. Die Einrichtfunktionen
werden über neue Startseiten und Prozeßbilder auf den Touchscreen des Bremsensteuerschranks
aktiviert. Der Zugriff ist mit Password gesichert.

Zur Vermeidung unnötiger Druckspitzen wird die softwaretechnisch parametrierte Ansteuerung der
Regelventile und der Vorflutventile geändert.

Der Softwarestand der geregelten Sicherheitsbremse wurde gegenüber dem bisherigen Stand durch
das Hinzufügen der Funktionen des Einrichtbetriebes und der übrigen Ergänzungen in den nicht
unmittelbar sicherheitsrelevanten Teilen geändert.

Hinsichtlich des Einsatzbereiches der elektrohydraulischen Bremsensteuerung nebst Ergänzung sind
die Hinweise der Genehmigung zu beachten.


2. Ergänzung vom 03.11.2014:

Bei sonst unveränderten betrieblichen Funktionen und Sicherheitskonzept dürfen die folgenden
Änderungen und Ergänzungen im Aufbau des Hydraulikaggregates, im hydraulischen System und in
der elektrischen Bremsensteuerung um die Funktionen für einen Versteckbetrieb anlagenspezifisch
und nach Bedarf optional erweitert werden:

Jedem Bremskreis wird eine neue zusätzliche Ventilgruppe vorgeschaltet, die nur auf die BKE des
jeweiligen Bremskreises wirkt, die mit der Lostrommel verbunden sind.

Die Steuereinheit ist zum Ansteuern der Stellzylinder der Versteckeinrichtung und der hydraulische
Antrieb der Versteckeinrichtung mit den zugehörigen elektrischen Überwachungseinrichtungen
vorgesehen. Diese Steuereinheit wird dem vorhandenen Hydraulikaggregat der Cobra01
hinzugefügt. Die Druckversorgung, der Tank und der Tankrücklauf dieser Teilschaltung werden direkt
vom vorhandenen Hydraulikaggregat der Bremseinrichtung abgenommen.

Die rastenden Schaltventile können zur Vergrößerung des Durchflußvolumens doppelt ausgeführt
werden. Entsprechende Flanschplatten für eine Anordnung zusätzlicher, identischer Ventile sind
vorgesehen.

Die elektrische Master- Steuerung der Bremseinrichtung Cobra01 wird um zusätzliche Betriebs- und
Überwachungsfunktionen erweitert.

Die Drosselrückschlagventile, mit denen die Geschwindigkeit der Stellzylinder beeinflusst werden kann,
sollen nur bei Bedarf eingebaut werden.

Die Druckventile zur Stellkraftbegrenzung werden nur eingesetzt, wenn sie von der hydraulischen und
mechanischen Auslegung der Versteckeinrichtung her nötig sind.

Die Druckentlastungsventile sollen ebenfalls nur vorgesehen werden, wenn sie erforderlich sind.

Hinsichtlich des Einsatzbereiches der elektrohydraulischen Bremsensteuerung nebst Ergänzungen
sind die Hinweise der Genehmigung zu beachten.


3. Ergänzung vom 03.08.2016:

Bei sonst unverändertem betrieblichem Sicherheitskonzept dürfen die folgenden
Optimierungsmaßnahmen an der elektrohydraulischen Bremsensteuerung- und regelung
durchgeführt werden:

Optionale Einbindung von zusätzlichen nicht – sicherheitsrelevanten Funktionen mit eher geringem
Funktionsumfang in die Bremsensteuerung der COBRA 01. Die für diese Funktionen erforderliche
Hard- und Softwareergänzungen und zugehörigen Störmeldungen werden in der Mastersteuerung
(Variante 1) oder in der Fahrtreglersteuerung (Variante 2) implementiert.

Aufteilung der Schaltschrankkombination aus vier Schrankeinheiten in Einzelsegmente.

Austausch der bestehenden Visualisierung (MP377 durch IPC477 oder gleichwertige Geräte) durch
ein Nachfolgesystem der Firma Siemens AG.

Einsatz einer zusätzlichen Visualisierungseinheit (IPC477 oder Mikrobox PC) zur Visualisierung der
Bremsenfunktionen an einem anderen Beobachtungsort über Profibus- oder Ethernet
Datenverbindung.

Hinweise:
Folgende Voraussetzungen müssen bei den optionalen Ergänzungen der Bremsensteuerung gegeben sein:

Die vorgesehenen optionalen Ergänzungen müssen im Zusammenhang mit der Antriebsmaschine
stehen und dürfen nicht zu komplex sein. Die Integration beispielsweise der elektrischen Steuerung
einer Schachtbeschickungseinrichtung oder einer vollständigen Schachtüberwachungs- und
–signalanlage in die Bremsensteuerung würde den Sinn der beantragten Ergänzung übersteigen und
ist deshalb nicht zulässig.

Die Prüfung der ausgeführten Bremseinrichtung auf Übereinstimmung mit dem
Genehmigungsumfang anhand von Schaltplänen und anhand eines Softwarevergleichs im Rahmen
der Vorprüfung und bei einer Abnahmeprüfung darf durch die Ergänzungen nicht wesentlich
erschwert werden.

In den Vorprüfunterlagen zum Genehmigungsverfahren muss genau beschrieben und in der Hard-
und Softwaredokumentation deutlich erkennbar gemacht werden, welche Funktionen
anlagenspezifisch sind und nicht zum Umfang des nach § 5 BVOS allgemein genehmigten Teils der
Bremsensteuerung gehören.

Eine Beeinträchtigung der ordnungsgemäßen Funktion der Bremseinrichtung durch die Ergänzungen
muss sicher ausgeschlossen werden können. Änderungen im hydraulischen Teil der
Bremseinrichtung, die das Regelungsverhalten im Sicherheitsbremsfall beeinträchtigen können, sind
im Rahmen dieser Ergänzung nicht zulässig.

Der Nachweis, dass durch die beantragten optionalen Ergänzungen keine Rückwirkungen in die
betrieblichen Funktionen und in die Sicherheits- und Überwachungsfunktionen der
Bremseinrichtungen verursacht werden können, ist im Rahmen der anlagenspezifischen
Genehmigungsverfahren vom Hersteller der Bremseinrichtung zu erbringen. Die Verifizierung dieses
Nachweises muss Gegenstand der Vor- und Abnahmeprüfungen durch anerkannten
Sachverständigen werden.


Verlängerung:

Die Gültigkeitsdauer für die Bauartgenehmigung B-32/10/1+1 Erg. bis 3. Erg. wird bis zum 15.08.2021
verlängert. Hinsichtlich des Einsatzbereiches der Bremsensteuerung und – regelung sind weiterhin
die Hinweise der o.g. Bauartgenehmigung und der ersten bis dritten Ergänzung zu beachten.