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05.05.1994

18.33.3-2-11

Plan für die Ausbildung der Wettersteiger

A 4.18

Plan für die Ausbildung der Wettersteiger vom 05.05.1994

gemäß § 38 Abs. 2 der Bergverordnung für die Steinkohlenbergwerke vom 10.01.2000

Stand: 05.07.2002

1. Allgemeines

1.1. Zur Ausbildung als Wettersteiger werden nur Personen bestimmt,

1.1.1. die den im Hinblick auf die für die Sicherheit erhebliche Bedeutung der Grubenbewetterung 
          zu stellenden Anforderungen an die Zuverlässigkeit und Qualifikation voll genügen und
          grubentauglich sind,

1.1.2. die das Abschlusszeugnis einer Bergfachschule oder einer noch weitergehenden bergmännischen
          Ausbildungsstätte, z.B. Fachhochschule, besitzen,

1.1.3. deren Ausbildungsabschluss nach Ziffer 1.1.2 im Allgemeinen nicht mehr als 10 Jahre zurückliegt
          und

1.1.4. die über wenigstens zwei Jahre als verantwortliche Person beschäftigt gewesen sind sowie über
          ausreichende betriebliche Erfahrungen im Untertagebetrieb eines Steinkohlenbergwerks verfügen.

1.2. Die Ausbildung wird von Ausbildungsstellen durchgeführt, die die Bezirksregierung Arnsberg hierfür
       anerkannt hat. Sie findet in Gruppen von möglichst nicht mehr als 20 Teilnehmern statt.

1.3. Zur Aufrechterhaltung der Qualifikation als Wettersteiger ist eine regelmäßige Teilnahme an
       Nachschulungslehrgängen der unter 1.2 angeführten Ausbildungsstellen erforderlich.

2. Ablauf der Ausbildung

2.1. Die Ausbildung umfasst etwa 40 Ausbildungstage. Sie besteht aus

- einem theoretischen Teil,
- einem praktischen Teil,
- einer Auswertung wettertechnischer Messungen sowie
- einer theoretischen und praktischen Prüfung.

Die Ausbildung wird während des Lehrgangs durch ein Praktikum von mindestens vier Tagen
auf der Schachtanlage des Teilnehmers ergänzt. Dieses Praktikum umfasst Messübungen und
Befahrungen mit einem erfahrenen Wettersteiger. Der Teilnehmer sollte vor Beginn des Lehrgangs
mit den wettertechnischen Verhältnissen seiner Schachtanlage und den Aufgaben des Wettersteigers
durch Mitarbeit in der Wetterabteilung des Bergwerks vertraut gemacht werden.

2.2. Bei der Ausbildung der Wettersteiger wird der jeweils neueste Stand der Wettertechnik und
       des behördlichen Regelwerkes zugrunde gelegt.

Der theoretische Teil umfasst Vorträge, Lehrgespräche und Übungen über folgende Gebiete:

- Hauptbewetterung
- Sonderbewetterung
- Ausgasung
- Grubenklima
- Messtechnik
- Wetterberichterstattung
- Behördliches Regelwerk
- Angrenzende Fachgebiete
(Grubenbrand, Explosionsschutz, Sprengtechnik)

Der praktische Teil umfasst:

- Messungen am Lüfter, im Wetterkanal und im Grubengebäude (Geschwindigkeit, Querschnitt, Druck)
- Druckmessungen in einem geschlossenen Wetterweg
- Gasmessungen in einem Abbau
- Messübungen an ortsfesten Messgeräten
- Messübungen in einem sonderbewetterten Betrieb

einschließlich der Auswertung.

2.3 Zum Abschluss des Lehrgangs findet eine theoretische und praktische Abschlussprüfung statt,
die von der ausbildenden Fachstelle durchgeführt wird. Der Termin der Abschlussprüfung wird der
Bezirksregierung Arnsberg rechtzeitig vorher angezeigt.

Jeder Teilnehmer, der die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, erhält eine Bescheinigung.

3. Die Nachschulung der Wettersteiger und ihrer Stellvertreter über den neuesten Stand der Wettertechnik
    und des bergbehördlichen Regelwerkes wird in jährlichen Abständen in eintägigen Lehrgängen
    durchgeführt.