NRW Logo Sammelblatt der
Bezirksregierung Arnsberg
- Abteilung 6 -
 Vorherige Seite: CH4-Ausnahme-Richtlinien
 Nächste Seite: Wetterbauwerke
 Ebene rauf: A 2.18 Bewetterung, Ausgasung, Grubenklima
Suche:
   Navigation:  ESB-Online / A 2 Technische Richtlinien und Rundverfügungen / A 2.18 Bewetterung, Ausgasung, Grubenklima / Maßnahmen zum Erkennen und Vermeiden von CH4-Gefahren beim Einsatz dieselbetriebener Fahrzeuge und in Abschlussdämmen anschließenden Streckenstümpfen /   Druckersymbol - Hier klicken für Druckversion
 

9.11.2000

18.7-2000-6

Maßnahmen zum Erkennen und Vermeiden von CH- Gefahren
beim Einsatz dieselbetriebener Fahrzeuge und
in an Abschlussdämmen anschließenden Streckenstümpfen

A 2.18

An die Bergämter des Landes NRW (außer Düren)

Betr.: Maßnahmen zum Erkennen und Vermeiden von CH4-Gefahren beim Einsatz
         dieselbetriebener Fahrzeuge und in an Abschlussdämmen anschließenden
         Streckenstümpfen

Zum Erkennen und Vermeiden o. a. Gefahren bitte ich folgende Maßnahmen
betriebsplanmäßig zu berücksichtigen:

1. In Fahrstrecken von dieselbetriebenen Fahrzeugen, in denen Gefahren durch örtliche
    CH4-Zuströme nicht ausgeschlossen werden können, müssen die mittleren Wetter-
    geschwindigkeiten mindestens 0,5 m/s betragen. Diese Wettergeschwindigkeiten 
    sind durch ortsfeste, registrierende Messeinrichtungen so zu überwachen, dass bei
    Erreichen der vorgeschriebenen Grenzwerte in den jeweiligen Fahrstrecken
    Warnsignale an einer ständig besetzten Stelle ausgelöst werden.

2. Alle Streckenstümpfe, die an Abschlussdämme anschließen, sind zu bewettern.
    Dabei sind z. B.

     - die Länge des Streckenstumpfes,
     - die mittlere Wettergeschwindigkeit in der durchgehenden Bewetterung,
     - Wetteraustausch (Turbulenzen/Verwirbelungen),
     - das am Abschlussdamm anliegende Druckgefälle und
     - örtliche wettertechnische Maßnahmen
   zu berücksichtigen.

3. Bei Gefahren durch CH4-Zuströme aus den Abschlussdämmen sind in den
    Streckenstümpfen die CH4-Gehalte durch registrierende CH4-Messeinrichtungen
    so zu überwachen, dass bei Erreichen der vorgeschriebenen Grenzwerte Warnsignale
    an einer ständig besetzten Stelle ausgelöst werden. Dabei ist sicherzustellen, dass bei
    Erreichen unzulässiger CH4-Gehalte die nichteigensicheren elektrischen Betriebsmittel
    unverzögert abgeschaltet werden. Bei Neuinstallation elektrischer Betriebsmittel ist
    eine selbsttätige Abschaltung vorzusehen. Ggf. sind zusätzliche Überwachungs-
    maßnahmen, z. B. Differenzdrucküberwachungen der Abschlussdämme, vorzusehen.

4. Als Sofortmaßnahme sind alle Fahrer dieselbetriebener Fahrzeuge, die in Strecken
    entsprechend Abschnitt 1. fahren, mit CH4-Handmessgeräten auszurüsten und
    entsprechend der Gefahrensituation zu unterweisen. Möglichst umgehend, aber bis
    spätestens 31.12.2001, sollen diese Handmessgeräte durch kontinuierlich messende
    Handmessgeräte mit optischer und akustischer Warnsignalgebung ersetzt werden.

Durch technische Maßnahmen ist anzustreben, dass bei Erreichen unzulässiger
CH4-Gehalte die Motoren von dieselbetriebenen Fahrzeugen neueren Bautyps
selbsttätig abgeschaltet werden.

Hinweise:

Zu den technischen Maßnahmen unter Abschnitt 4. werden von der DMT-TesTec
in Absprache mit der DSK und den Herstellern Lösungsansätze erarbeitet, die der
aufgezeigten Gefahrensituation Rechnung tragen und zur Entwicklung sicherheits-
technischer Maßnahmen führen sollen, die mittelfristig praktisch umsetzbar sind.

Detailmaßnahmen zu den o. a. Abschnitten werden von der DSK in einer
Betriebsempfehlung bis zum 31.12.2000 festgelegt.

Weitere maschinentechnische Maßnahmen u. a. zur Überwachung, Wartung und
Instandsetzung werden zu gegebener Zeit in einer gesonderten Rundverfügung
mitgeteilt.

Dortmund, den 9.11.2000

Landesoberbergamt NRW

v. B a r d e l e b e n