25.03.2011

62.17.8-2011-1

Plan für Grundlehrgänge und Wiederholungslehrgänge
im Sprengwesen des Steinkohlenbergbaus

A 4.13

Betr.: Plan für die Ausbildung und Unterweisung im Sprengwesen des Steinkohlenbergbaus

Aufgrund verschiedener Änderungen in den Sprengvorschriften und insbesondere im Hinblick
auf den am 16.02.2011 herausgegebenen "Muster-Betriebsplan für den Umgang mit Sprengmitteln
im Steinkohlenbergbau" (veröffentlicht im Sammelblatt unter A 2.13) wurde der o. a. Ausbildungs-
und Unterweisungsplan in Abstimmung mit den Fachstellen für Sprengwesen der RAG sowie
der DEKRA-EXAM entsprechend aktualisiert.

Mit Schreiben vom 17.02.2011 hat die RAG der Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung
Bergbau und Energie in NRW, gemäß § 5 Abs. 2 BVOSt den aktualisierten Plan angezeigt und
bestätigt, dass die in den Betrieben der RAG mit Sprengmitteln umgehenden Personen nunmehr
nach diesem Plan ausgebildet und unterwiesen werden.

Der nachfolgend bekannt gemachte Plan ersetzt damit den bisherigen "Plan für die Ausbildung
und Unterweisung im Sprengwesen des Steinkohlenbergbaus" vom 19.12.2000 - 17.8-2000-10 -.

Dortmund, den 25.03.2011

Bezirksregierung Arnsberg,
Abteilung Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag:

K ü g l e r 



Plan für Grundlehrgänge und Wiederholungslehrgänge
im Sprengwesen des Steinkohlenbergbaus

Inhaltsverzeichnis

0.   Allgemeines

1.   Grundlehrgänge im Sprengwesen (G)

1.1 Befähigungsscheininhaber

1.2 Sprengbeauftragte (SPB)

1.3 Sprengmittelausgeber (SPA)

1.4 Sprenghelfer (SPH)

1.5 Sprengtechnisch ausgebildete verantwortliche Personen (SVP)

2.    Wiederholungslehrgänge im Sprengwesen (W)

2.1 Befähigungsscheininhaber

2.2 Sprengbeauftragte

2.3 Sprenghelfer

2.4 Sprengtechnisch ausgebildete verantwortliche Personen

3.    Sonderlehrgänge im Sprengwesen (S)

3.1 Lehrsprengbeauftragte (LSB)

3.2 Entspannungssprengen (SE)

 

0.         Allgemeines

Der Plan für die Ausbildung im Sprengwesen nach § 5 Abs. 2 BVOSt vom 10.01.2000
in der zur Zeit gültigen Fassung regelt in Verbindung mit § 37 der Ersten Verordnung zum
Sprengstoffgesetz (1. SprengV) in der z. Zt. gültigen Fassung die Ausbildung von Personen,
die die tatsächliche Gewalt über explosionsgefährliche Stoffe bei der Empfangnahme, dem
Überlassen, dem Transport, dem Aufbewahren und dem Verwenden ausüben.

Dies sind:

Darüber hinaus erfolgen nach dem vorliegenden Plan die regelmäßigen Wiederholungslehrgänge der

Es sind nur Personen zu einem Lehrgang zuzulassen, wenn bei ihnen Versagungsgründe
gemäß § 8a Abs. 1 und 2 und § 8b Abs. 1 SprengG nicht vorliegen.

Die Zuverlässigkeit und die persönliche Eignung werden durch eine Unbedenklichkeits-Bescheinigung
der für die Erteilung der Erlaubnis oder des Befähigungsscheines zuständigen Behörde nachgewiesen.
Die Unbedenklichkeitsbescheinigung ist bei Lehrgangsaufnahme nicht älter als 1 Jahr.

Die Ausbildung und die Wiederholungslehrgänge obliegen einer hierzu anerkannten Fachstelle
oder einem anerkannten Sachverständigen. Bei der Ausbildung und den Wiederholungslehrgängen
werden erforderlichenfalls Befähigungsscheininhaber und Lehrsprengbeauftragte der Bergwerke
sowie ggf. weitere fachkundige Personen beteiligt. Die Zeitvorgaben der jeweiligen Stoffpläne
verstehen sich als Unterrichtsstunden.

Der zuständigen Behörde wird Gelegenheit zur Teilnahme an den Lehrgängen gegeben.

Über die Teilnahme an den Lehrgängen wird ein Nachweis geführt.

Die Ausbildung der Sprengmittelausgeber kann in Abstimmung mit der anerkannten Fachstelle
auch von einem Befähigungsscheininhaber, der der zuständigen Behörde namhaft gemacht
worden ist, geleitet werden.

Die Wiederholungslehrgänge für alle betroffenen Personenkreise erfolgen in Zeitabständen
von längstens 3 Jahren. Für verantwortliche Personen, die länger als 5 Jahre nicht an einem
Wiederholungslehrgang teilgenommen haben und die wieder Sprengarbeiten beaufsichtigen sollen,
erfolgt die Teilnahme an einem Wiederholungslehrgang für Sprengbeauftragte in dem Umfang,
wie sie für Sprengbeauftragte vorgesehen ist. Für verantwortliche Personen, die länger als 8 Jahre
nicht an einem Lehrgang teilgenommen haben und die wieder Sprengarbeiten beaufsichtigen sollen,
ist ein erneuter Grundlehrgang erforderlich.

Jeder Lehrgangsschicht soll eine Ruhezeit für die Teilnehmer von wenigstens 8 Stunden vorausgehen.

Die theoretische Prüfung der Befähigungsscheininhaber und der Sprengbeauftragten wird im
Beisein eines Vertreters der zuständigen Behörde und eines Vertreters des Lehrgangsträgers
abgelegt. Ansonsten ist die Teilnahme eines Vertreters des Lehrgangsträgers ausreichend.
Über die Prüfungsergebnisse wird eine Niederschrift angefertigt. Sie wird vom Prüfer und
vom Behördenvertreter unterzeichnet.

Über die erfolgreiche Teilnahme an einem Lehrgang wird dem Lehrgangsteilnehmer ein
Fachkundezeugnis, aus dem die vermittelte Fachkunde hervorgeht, ausgestellt.
Dieses wird vom Lehrgangsleiter und vom Behördenvertreter unterzeichnet.

Die betrieblichen Jahresunterweisungen durch einen Befähigungsscheininhaber sind nicht
Gegenstand dieses Planes.

1.         Grundlehrgänge zur Ausbildung im Sprengwesen

1.1         Ausbildung zum Befähigungsscheininhaber

1.1.1      Voraussetzungen

Zur Ausbildung zum Befähigungsscheininhaber werden nur verantwortliche Personen mit
sprengtechnischer Ausbildung benannt.

1.1.2      Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt insgesamt 20 Ausbildungsschichten und beinhaltet eine
schriftliche und eine praktische Prüfung. Die Ausbildung beinhaltet 17 Schichten theoretische
Ausbildung einschließlich theoretischer Prüfung, 2 Lehrschichten mit den Sprengsteigern
auf den Bergwerken und eine Schicht praktische Prüfung. An einem Lehrgang sollen nicht
mehr als 10 Personen teilnehmen.

Die praktische Prüfung wird gruppenweise durchgeführt.

                                                                                                                

1.1.3 Stoffplan 

Stunden

  - Aufgaben des Befähigungsscheininhabers

  3

  - Gesetze, Verordnungen, Richtlinien, Betriebsanweisungen, sonstige Regelungen

32

  - Betriebsplan- und Erlaubnisverfahren

  5

  - Sicherheit bei der Sprengarbeit

  8

  - Sprengmittelwirtschaft, Führung des Verzeichnisses für explosionsgefährliche
  Stoffe, Abrechnung, Statistik


  4

  - Organisationsformen der Sprengarbeit

  4

  - Sprengtechnische Begriffe

  4

  - Für den Steinkohlenbergbau zugelassene Sprengmittel und ihre Verwendung

24

  - Bohr- und Sprengtechnik

  6

  - Sprengverfahren, Einbruchsarten, Ausführung der Sprengarbeit,
   sprengtechnische Richtwerte und Entspannungssprengen

  6

  - Entwerfen von Sprengplänen und Leitsprengbildern

  6

  - praktische Übungen unter Tage
       im Sprengmittellager
    -   in Sprengbetrieben
    -   Sprengschwadenbeurteilung




16

  - Sprengtechnische Vorführungen

  8

  - Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit

  2

  Theoretische Prüfung

  8

  2 Lehrschichten mit einem Befähigungsscheininhaber

16

  praktische Prüfung unter Tage

  8

 

1.2        Ausbildung zum Sprengbeauftragten (SPB)

1.2.1      Voraussetzungen

Zur Ausbildung werden nur Personen benannt, die mindestens 21 Jahre alt sind und für die
der Betrieb schriftlich nachweist, dass die Teilnehmer wenigstens 1 Jahr an Betriebspunkten
mit Sprengarbeit Vororttätigkeiten verrichtet haben oder als Sprenghelfer ausgebildet sind.

1.2.2      Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt insgesamt 16 Schichten. Sie beinhaltet 9 Schichten theoretische
Ausbildung, 1 Schicht theoretische Prüfung, 5 Schichten praktische Ausbildung und 1 Schicht
praktische Prüfung.

An einem Lehrgang sollen nicht mehr als 10 Personen teilnehmen. Nach bestandener
theoretischer Prüfung erfolgt die praktische Ausbildung auf den Bergwerken unter Anleitung
von Lehrsprengbeauftragten. Einem LSB sollen dabei gleichzeitig nicht mehr als 2 Teilnehmer
zugeteilt werden. Der Sprengsteiger führt einen Nachweis über die Übungsschichten; hierin
vermerkt er, an welchen Tagen, an welchen Betriebspunkten und mit welchen LSB die
Sprengarbeiten durchgeführt worden sind. Der Nachweis muss bei der praktischen Prüfung
vorliegen.

Nach dem Verfahren der Übungsschichten werden die Teilnehmer im Beisein eines
Befähigungsscheininhabers und eines Lehrsprengbeauftragten an einem geeigneten Betriebspunkt
unter Tage praktisch geprüft. Die praktische Prüfung wird in Gruppen von nicht mehr als
6 Teilnehmern durchgeführt.

 

1.2.3 Stoffplan

 Stunden

  Theoretische Ausbildung (1. bis 9. Schicht)

 

  -  Aufgaben und Verantwortung des Sprengbeauftragten

  2

  - Vorschriften für das Sprengwesen, Betriebsanweisungen, sonstige Regelungen

16

  - Gefahren bei der Sprengarbeit

  7

  - Für den Steinkohlenbergbau zugelassene Sprengmittel und ihre Verwendung

11

  Sprengtechnische Begriffe

  1

  - Verhalten im Sprengmittellager

  2

  - Bohr- und Sprengtechnik

  4

  - Benutzung des CH4-Handmeßgerätes

  1

  - praktische Sprengausbildung unter Tage in einem Sprengbetrieb

16

  - Sprengtechnische Vorführungen

  8

  - Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit

  2

  - Entspannungssprengen

  2

  Theoretische Prüfung (10. Schicht)

  8

  Praktische Ausbildung (11. bis 15. Schicht)

 

  - Während der 5 Übungsschichten hat jeder Teilnehmer unter Anleitung eines
   Lehrsprengbeauftragten an wenigstens 3 verschiedenartigen Betriebspunkten
   Sprengarbeit durchzuführen



40

  Praktische Prüfung (16. Schicht)

  8


1.3         Ausbildung zum Sprengmittelausgeber (SPA)

1.3.1      Voraussetzungen

Zur Ausbildung werden nur Personen benannt, die mindestens 21 Jahre alt sind und wenigstens
6 Monate unter Tage ohne Berücksichtigung der Ausbildungszeit tätig waren, sowie über eine
ausgeglichene Sehleistung und ausreichende Farbsehtüchtigkeit verfügen und körperlich in der
Lage sind, diese Tätigkeit hinreichend auszuführen.

1.3.2      Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt mindestens 25 Schichten. Sie beinhaltet:

      Praktische Ausbildung durch Einarbeitung (6. bis 25. Schicht)

An einem Lehrgang sollen bei der theoretischen Ausbildung nicht mehr als 5 Personen und
bei der praktischen Ausbildung im Sprengmittellager nicht mehr als 2 Personen teilnehmen.

 

1.3.3 Stoffplan Stunden
  Theoretische Ausbildung (1. bis 3. Schicht)  
  - Aufgaben und Verantwortung des Sprengmittelausgebers      2
  - Vorschriften für den Sprengmittelausgeber, Betriebsanweisungen und sonstige
   Regelungen

     7
  - Richtlinien für die Errichtung und den Betrieb von Sprengmittellagern      4
  - Lagerbuchführung      3
  - Für den Steinkohlenbergbau zugelassene Sprengstoffe und Zündmittel und
   ihre Verwendung 

     3
  - Für den Steinkohlenbergbau zugelassene Zündmaschinen, Zündkreisprüfer und
   sonstiges Sprengzubehör

     2
  - Verhalten im Sprengmittellager      3
  Ausbildung an geeigneter Ausbildungsstätte (4. bis 5. Schicht)  
  - Steckwand: Ladungsbeeinflussung      1
  - Standortanforderungen und Ausstattung eines Sprengstoffsammeltransportbehälter
   (SSTB)
     1
  - Umgang und Verhalten bei der Entnahme aus dem SSTB, Begleitzettelwirtschaft      4
  - Handhabung und Verwendung von Sprengstoff      2
  - Sprengzubehör, Beschaffenheit und Verwendung      2
  - Zündmaschinenkiste: Standortanforderungen, Kennzeichnung und Inhalte      1
  - Zündleitung: Typen, Verlegungskriterien, häufige Zündleitungsdefekte und
   Fehlersuche
     3
  - CH4-Messungen      1
  - Reihen- und Parallelschaltung: Aufbau und Funktionsprinzip      1

1.4         Ausbildung zum Sprenghelfer (SPH)

1.4.1      Voraussetzungen

Zur Ausbildung werden nur Personen benannt, die mindestens 18 Jahre alt sind und für die
der Betrieb schriftlich nachweist, dass die Teilnehmer wenigstens 6 Monate an Betriebspunkten
mit Sprengarbeiten beschäftigt waren.

 

1.4         Ausbildung zum Sprenghelfer (SPH)

1.4.1      Voraussetzungen

Zur Ausbildung werden nur Personen benannt, die mindestens 18 Jahre alt sind und für die
der Betrieb schriftlich nachweist, dass die Teilnehmer wenigstens 6 Monate an Betriebspunkten
mit Sprengarbeiten beschäftigt waren.

1.4.2      Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt insgesamt  5 Schichten. An einem Lehrgang sollen nicht mehr
als 10 Personen teilnehmen. In der letzten Schicht erfolgt die Ausbildung unter Tage in Gruppen
zu höchstens 10 Teilnehmern im Beisein eines Befähigungsscheininhabers und eines Lehrspreng-
beauftragten. Hierbei haben die Teilnehmer die erforderlichen Kenntnisse nachzuweisen.

 

1.4.3 Stoffplan       Stunden
  - Aufgaben und Verantwortung des Sprenghelfers      2
  - Vorschriften für das Sprengwesen, Betriebsanweisungen, sonstige Regelungen      3
  - Sprengmittel und ihre Handhabung      8
  - Gefahren bei der Sprengarbeit      5
  - Bohr- und Sprengtechnik
   ·   Einbrüche
   ·   Vorgaben, Seitenabstände
   ·   Sichere Handhabung der Sprengmittel
   ·   Sprengstoffverteilung im Bohrloch
   ·   Laden der Löcher
   ·   Schaltungsarten von Sprengzündern
   ·   Besatz
   10
  - Anbringen des Zünders an die Ladung      4
  - Praktische Ausbildung unter Tage      8

 

1.5          Ausbildung zur sprengtechnisch ausgebildeten verantwortlichen Person (SVP)
                    im Sinne der § 58 ff Bundesberggesetz

1.5.1      Voraussetzungen

Zur Ausbildung werden nur verantwortliche Personen benannt, die mindestens 21 Jahre alt sind.

1.5.2      Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt insgesamt 10 Schichten. An einem Lehrgang sollen nicht mehr
als 10 Personen teilnehmen. Zum Abschluss der Ausbildung findet eine Prüfung statt.

 

1.5.3  Stoffplan  Stunden
  - Aufgaben der verantwortlichen Personen bei der Überwachung der Sprengarbeit      4
  - Gesetze, Verordnungen, Betriebsanweisungen, sonstige Regelungen    12
  - Für den Steinkohlenbergbau zugelassene Sprengmittel und ihre Verwendung    10
  - Gefahren und Gefahrenabwehr bei der Sprengarbeit      8
  - Sprengtechnische Begriffe      2
  - Bohr- und Sprengtechnik      6
  - Entspannungssprengen      2
  - Organisation der Sprengarbeit im Betrieb      2
  - Ausbildung unter Tage in einem Sprengbetrieb    16
  - Sprengtechnische Vorführungen      6
  - Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit      4
  - Theoretische Prüfung      8


2.         Wiederholungslehrgänge (W) im Sprengwesen

2.1         Wiederholungslehrgänge für Befähigungsscheininhaber      

2.1.1      Ablauf des Wiederholungslehrgangs

Die Dauer des Wiederholungslehrgangs beträgt 2 Schichten. An einem Wiederholungslehrgang
sollen nicht mehr als 20 Personen teilnehmen.

 

2.1.2 Stoffplan Stunden
  - Neuerungen im Vorschriftenwesen und Regelwerk      5
  - Weiterentwicklungen der Sprengmittel und der Sprengtechnik      2
  - Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit      3
  - Erfahrungsaustausch      6

 

2.2         Wiederholungslehrgang für Sprengbeauftragte

2.2.1      Ablauf des Wiederholungslehrgangs

Die Dauer des Wiederholungslehrgangs beträgt 5 Schichten.

An einem Wiederholungslehrgang sollen nicht mehr als 10 Personen teilnehmen.

An einer der  5 Lehrgangsschichten erfolgt eine praktische Schulung an einem Betriebspunkt
mit Sprengarbeit unter Tage. Das gilt insbesondere bei Sprengbeauftragten, die in den letzten
12 Monaten nicht mindestens 5 Sprengeinsätze schriftlich nachweisen können.

Für Sprengbeauftragte, die mindestens 5 Sprengschichten in den letzten 12 Monaten verfahren
haben, kann ersatzweise die Befahrung und Aufnahme eines Betriebspunkts mit Sprengarbeit
unter Tage erfolgen.

In der letzten Lehrgangsschicht findet eine Prüfung statt.

 

2.2.2  Stoffplan  Stunden
  Theoretischer Teil  
  - Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit      3
  - Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Sprengmittel und der Sprengtechnik      2
  - Neuerungen im Vorschriftenwesen und im betrieblichen Regelwerk      3
  - Vertiefung von Ausbildungsinhalten      8
  - Entspannungssprengen      2
  - Theoretische Prüfung      8
  Praktischer Teil  
  - Arbeiten im Sprengmittellager und an einem Betriebspunkt mit Sprengarbeit      8
  praktische Übungen an geeigneter Ausbildungsstätte, insbesondere
   - Fehlersuche in Zündleitung und Zünderkreis,
   - Versagersuche und Behandlung
   - Sprengung in Senk- und Baustellen, Knäppersprengung im Streb
   - Absperrsimulationen




     6

 

2.3         Wiederholungslehrgang für Sprenghelfer

2.3.1      Ablauf des Wiederholungslehrgangs

Die Dauer des Wiederholungslehrganges beträgt wenigstens 1. Schicht. An einem
Wiederholungslehrgang sollen nicht mehr als 10 Personen teilnehmen.

 

2.3.2  Stoffplan    Stunden
  - Gefahren bei der Sprengarbeit      3
  - Besprechung von Unfällen      1
  - Betriebsbezogene Vertiefung von Ausbildungsinhalten      2
  - Anbringen des Zünders an die Ladung      1
  - Bohrarbeit und Zeitstufenverteilung      1

 

2.4         Wiederholungslehrgang für die sprengtechnisch ausgebildete verantwortliche Person

2.4.1      Ablauf des Wiederholungslehrgangs

Die Dauer des Wiederholungslehrgangs beträgt wenigstens 1 Schicht.

An einem Wiederholungslehrgang sollen nicht mehr als 20 Personen teilnehmen.

 

2.4.2 Stoffplan Stunden
  - Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit      2
  - Neuerungen im Vorschriftenwesen und Regelwerk      2
  - Weiterentwicklungen der Sprengmittel und der Sprengtechnik      2
  - Entspannungssprengen      2

 

3.         Sonderlehrgänge im Sprengwesen (S)

3.1       Sonderlehrgang zum Lehrsprengbeauftragten (LSB)

3.1.1      Voraussetzungen

Zur Ausbildung werden in der Regel nur Sprengbeauftragte benannt, die zuvor wenigstens
3 Jahre lang selbständig Sprengarbeit ausgeführt haben und für die Tätigkeit als Lehrspreng-
beauftragte geeignet erscheinen. Die Ausbildung beginnt mit einem Eingangstest.

3.1.2      Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt 5 Schichten. An einem Lehrgang sollen nicht mehr als
6 Personen teilnehmen.

Während der letzten Ausbildungsschicht haben die Teilnehmer die erforderlichen Kenntnisse
nachzuweisen.

Der erfolgreiche Abschluss des Sonderlehrgangs gilt als Wiederholungslehrgang für Spreng-
beauftragte.

 

3.1.3  Stoffplan  Stunden
  Aufgaben des Lehrsprengbeauftragten      2
  Vertiefen der Ausbildungsinhalte für Sprengbeauftragte    16
  Anleitung zur Lehrtätigkeit      2
  Anleitung zur selbständigen Beratung am Betriebspunkt      3
  Sprengmittelwirtschaft      3
  Praktische Ausbildung unter Tage      8
  Abfassen von Berichten      4
  Entspannungssprengen      2

 

3.2         Sonderlehrgang für das Entspannungssprengen (SE)

3.2.1      Voraussetzungen

Zur Ausbildung werden nur Sprengbeauftragte und sprengtechnisch ausgebildete verantwortliche
Personen benannt.

3.2.2      Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der sprengtechnischen Ausbildung beträgt 1 Stunde. Sie wird ergänzt durch eine
1-stündige allgemeine Unterweisung über das Erkennen und die Verhinderung von Gebirgs-
schlaggefahren.

3.2.3      Stoffplan



 26.05.2003

83.17.4-2003-1

 Plan für die Ausbildung und Unterweisung im Sprengwesen für den Nichtkohlenbergbau
unter Tage

 A 4.13


An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen

Aufgrund verschiedener Änderungen in den Sprengvorschriften sowie der Neufassungen der
nordrhein-westfälischen Bergverordnungen wurde der o. a. Ausbildungs- und Unterweisungsplan
von der DMT-Fachstelle für Sprengwesen in Abstimmung mit der Bezirksregierung Arnsberg
aktualisiert.

Mit Schreiben vom 07.05.2003 hat die Barbara Rohstoffbetriebe GmbH der Bezirksregierung
Arnsberg gem. § 11 Abs. 3 BVOESSE den aktualisierten Plan angezeigt und bestätigt, dass
die in ihrem Betrieb mit Sprengmitteln umgehenden Personen künftig nach diesem Plan
ausgebildet und unterwiesen werden.

Der nachfolgend bekannt gemachte Plan ersetzt den "Plan für die Ausbildung zum Spreng-
befähigten für die Erzbergwerke und für die Steine- und Erden- Betriebe" vom 7.1.1974
- 17.4-1-19 - sowie den "Plan für die Ausbildung und Unterweisung zur sprengbefähigten
Aufsichtsperson (Sprengsteiger) für den Nichtkohlenbergbau" vom 21.3.1980 - 17.4-2-2 -,
die damit gegenstandslos werden.

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag:

M i c h a e l  K i r c h n e r



Plan für die Ausbildung und Unterweisung
im Sprengwesen für den Nichtkohlenbergbau
unter Tage

Inhaltsübersicht

0.

Allgemeines

 

 

1.

Ausbildung im Sprengwesen

1.1

Sprengsteiger und Befähigungsscheininhaber

1.2

Sprengbeauftragte

 

 

2.

Unterweisung im Sprengwesen

2.1

Sprengsteiger und Befähigungsscheininhaber

2.2

Sprengbeauftragte

0.

Allgemeines

 

Der Plan für die Ausbildung und Unterweisung im Sprengwesen nach § 11 Abs. 3
BVOESSE vom 1.6.1999 i. d. F. vom 21.12.2000 regelt in Verbindung mit § 37
der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz (1. SprengV) vom 23.06.1998 die
Ausbildung zum
- Sprengsteiger und Befähigungsscheininhaber
- Sprengbeauftragten.

Darüber hinaus erfolgen nach dem vorliegenden Plan die regelmäßigen Unter-
weisungen der
- Sprengsteiger und Befähigungsscheininhaber,
- Sprengbeauftragten.

Es werden nur Personen ausgebildet, die die erforderliche Zuverlässigkeit besitzen.
Der Nachweis der Zuverlässigkeit zur Erlangung eines Erlaubnisscheins nach § 7
Sprengstoffgesetz bzw. eines Befähigungsscheins nach § 20 Sprengstoffgesetz
erfolgt durch Vorlage einer Unbedenklichkeitsbescheinigung, für die übrigen
Personen durch Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses.

Die Ausbildung und Unterweisung der Sprengsteiger und Sprengberechtigten wird
von einer hierzu anerkannten Fachstelle oder einem anerkannten Sachverständigen
geleitet. Die Ausbildung der Sprengberechtigten kann in Abstimmung mit der
anerkannten Stelle auch vom Inhaber eines Befähigungsscheines nach § 20 Spreng-
stoffgesetz, der vom Inhaber der für den betreffenden Betrieb geltenden Erlaubnis
nach § 7 Sprengstoffgesetz bestimmt worden ist und dem Bergamt namhaft gemacht
worden ist, geleitet werden. Bei der Ausbildung und Unterweisung werden erforder-
lichenfalls weitere fachkundige Personen beteiligt.

Der Bergbehörde wird Gelegenheit zur Teilnahme an den Ausbildungslehrgängen
gegeben.

An einer Ausbildung oder Unterweisung sollen nicht mehr als 20 Personen teilnehmen.

Die Unterweisungen für alle betroffenen Personenkreise erfolgen in Zeitabständen von
längstens drei Jahren.

Für den Personenkreis der Sprengbeauftragten erfolgt nach längstens sechs Jahren
eine weitere Prüfung der Zuverlässigkeit durch Vorlage eines neuen polizeilichen
Führungszeugnisses.

Jeder Ausbildung und Unterweisung soll eine Ruhezeit für die Teilnehmer von
wenigstens acht Stunden vorausgehen.

Der Leiter der Ausbildung hat dafür Sorge zu tragen, dass die Ausbildung nach
diesem Plan durchgeführt wird und ihr Ziel erreicht. Hierzu hat er in Übereinstimmung
mit dem zuständigen Bergamt geeignete Personen zu bestimmen, die die Ausbildung
durchführen. Er hat über die planmäßige Ausbildung eines jeden Teilnehmers einen
schriftlichen Nachweis zu führen.

Die Ausbildung schließt mit einer Prüfung ab. Über die erfolgreiche Teilnahme wird
dem Bergwerksunternehmer und dem Teilnehmer eine gleichlautende Bescheinigung
ausgehändigt.

Die betrieblich erforderlichen jährlichen Unterweisungen durch Sprengsteiger sind
nicht Gegenstand dieses Planes.

 

 

1.

Ausbildung

1.1

Ausbildung zum Sprengsteiger und Befähigungsscheininhaber

1.1.1

Voraussetzungen

Zur Ausbildung zum Sprengsteiger werden nach Möglichkeit nur verantwortliche
Personen mit sprengtechnischer Vorbildung benannt.

 

 

1.1.2

Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt insgesamt 10 Ausbildungsschichten und beinhaltet
eine schriftliche und eine praktische Prüfung. Die Ausbildung beinhaltet sieben
Schichten theoretische Ausbildung einschließlich theoretischer Prüfung sowie zwei
Schichten praktische Ausbildung unter Tage und eine Schicht praktische Prüfung.

Die praktische Prüfung wird gruppenweise durchgeführt.

 

 

1.1.3

Stoffplan
- Aufgaben des Sprengsteigers
- Gesetze, Verordnungen, Richtlinien, Betriebsanweisungen, sonstige Regelungen
- Betriebsplan- und Erlaubnisverfahren
- Sicherheit bei der Sprengarbeit
- Sprengmittelwirtschaft, Führung des Verzeichnisses für explosionsgefährliche Stoffe,
   Abrechnung, Statistik
- Organisationsformen der Sprengarbeit
- Sprengtechnische Begriffe
- Für den Bergbau zugelassene Sprengmittel und ihre Verwendung
- Bohr- und Sprengtechnik
- Sprengverfahren, Einbruchsarten, Ausführung der Sprengarbeit, sprengtechnische
   Richtwerte
- Entwerfen von Sprengplänen und Leitsprengbildern
- praktische Übungen unter Tage
        - im Sprengmittellager
        - in Sprengbetrieben
        - Sprengschwadenbeurteilung
- Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit
- praktische Prüfung unter Tage

 

 

1.2

Ausbildung zum Sprengbeauftragten

1.2.1

Voraussetzungen

An der Ausbildung dürfen nur Personen teilnehmen, deren Zuverlässigkeit überprüft
worden ist. Die Anwärter müssen mindestens 21 Jahre alt sein und bei mindestens
20 Sprengungen als Helfer beschäftigt gewesen sein.

 

 

1.2.2

Theoretische Ausbildung

Die Dauer der theoretischen Ausbildung beträgt mindestens 18 Unterrichtsstunden
an drei Arbeitstagen. Hierbei ist vorausgesetzt, dass die Anwärter in der Ersten Hilfe
und in der Handhabung von Feuerlöschern ausgebildet sind. Andernfalls hat sich
diese Ausbildung anzuschließen.

Die sicherheitlichen Belange sowie die besonderen Gegebenheiten des Bergbau-
zweiges und Betriebes, in dem die Lehrgangsteilnehmer beschäftigt sind, sind
angemessen zu berücksichtigen.

 

 

1.2.3.

Stoffplan

- Allgemeines
  Aufbau, Eigenschaften, Empfindlichkeiten und Wirkungsweisen der im Betrieb
  gebräuchlichen Sprengstoffe und Zündmittel sowie des Sprengzubehörs.
- Bundesrechtliche und bergbehördliche Vorschriften für das Sprengwesen
- Sprengtechnik
- Sprengladungen
   Form, Aufbau (einschließlich Anordnung der Zündmittel), Lage, Anbringung und
   Wirkung.
- Sprengverfahren
  Bohrlochsprengungen mit Einbruchsarten, schonendem Sprengen u. a. m., 
  Knäpper- und Auflegersprengungen.
- Sprengörter
  Sprengen im Abbau, in Streckenvortrieben und beim Schachtteufen.
- Durchführung der Sprengarbeit
  Herrichten der Schlagpatrone, Laden der Bohrlöcher, Einbringen des Besatzes, 
  Kuppeln, Zündung, Gefahr der Frühzündung (z. B. durch elektrostatische Aufladung,
  Streuströme, Funkverkehr), Absperren des Gefahrenbereiches, Einhalten von
  Wartezeiten, Sprengschwaden.
  Sicherungsarbeiten nach dem Sprengen, Behandeln von Sprengversagern.
  Auswirkung des Sprengens auf die Umgebung.
  Wetterführung im Bereich des Sprengortes.
  Sprengschwaden: Gefahren und deren Vermeidung bzw. Minimierung, Maßnahmen
  bei Schwadenvergiftung.
- Nachweisführung
  Führung und Aufbewahrung des Nachweises über Erhalt und Verbrauch von
  Sprengmitteln.
- Ursachen und Folgen des Unbrauchbarwerdens von Sprengstoffen und Zündmitteln,
   Erkennen von verdorbenen Sprengstoffen sowie beschädigten Zündmitteln.

 

 

1.2.4

Praktische Ausbildung

Nach der theoretischen Ausbildung werden die Anwärter in Gruppen zu max. 3
Auszubildenden von der für die Sprengarbeit zuständigen verantwortlichen Person
oder von einem von dieser bestimmten Sprengbeauftragten praktisch in der
Sprengarbeit ausgebildet. Die Dauer der praktischen Ausbildung wird von dem
zuständigen Bergamt festgelegt, sie beträgt jedoch mindestens 3 Schichten.

 

 

1.2.5

Prüfung

Jeder Lehrgang ist mit einer Prüfung abzuschließen. Diese gliedert sich in einen
theoretischen und einen praktischen Teil.

Die Prüfung wird vom Leiter der Ausbildung im Beisein je eines Vertreters des
zuständigen Bergamtes und einer anerkannten Fachstelle für Sprengwesen durchgeführt.

a) Theoretische Prüfung
    Die theoretische Prüfung ist im allgemeinen schriftlich, kann aber teilweise durch
    die Beantwortung mündlicher Prüfungsfragen ersetzt oder ergänzt werden.

b) Praktische Prüfung
    Nach bestandener theoretischer Prüfung wird eine praktische Prüfung an einem
    geeigneten Betriebspunkt durchgeführt. Dafür werden Gruppen von höchstens
    sieben Anwärtern gebildet.

Über das Ergebnis der Prüfung entscheidet der Leiter der Ausbildung nach
Abstimmung mit dem Vertreter des Bergamtes und dem Vertreter der Fachstelle
für Sprengwesen.

 

 

2.

Unterweisung im Sprengwesen

2.1

Unterweisung der Sprengsteiger und Befähigungsscheininhaber

2.1.1

Ablauf der Unterweisung

Die Dauer der Unterweisung beträgt eine Schicht. An einer Unterweisung sollen
nicht mehr als 20 Personen teilnehmen.

 

 

2.1.2

Stoffplan
- Neuerungen im Vorschriftenwesen und Regelwerk
- Weiterentwicklungen der Sprengmittel und der Sprengtechnik
- Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit
- Erfahrungsaustausch

 

 

2.2

Unterweisung der Sprengbeauftragten

2.2.1

Ablauf der Unterweisung

Die Dauer der Unterweisung beträgt eine Schicht. An einer Unterweisung sollen
nicht mehr als 20 Personen teilnehmen.

 

 

2.2.2

Stoffplan
- Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit
- Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Sprengmittel und der Sprengtechnik
- Neuerungen im Vorschriftenwesen und im betrieblichen Regelwerk
- Vertiefung von Ausbildungsinhalten



12.12.2005

17.8-2005-10

Plan für die Ausbildung und Unterweisung im Sprengwesen für das Steinsalzbergwerk Borth unter Tage

A 4.13

Aufgrund verschiedener Änderungen in den Sprengvorschriften sowie der Neufassungen
der nordrhein-westfälischen Bergverordnungen wurde der o.a. Ausbildungs- und Unter-
weisungsplan von der DMT-Fachstelle für Sprengwesen in Abstimmung mit der
Bezirksregierung Arnsberg aktualisiert.

Mit Schreiben vom 05.Oktober 2005 hat die esco-european salt company GmbH & Co.KG
der Bezirksregierung Arnsberg gem. § 11 Abs. 3 BVOESSE den aktualisierten Plan angezeigt
und bestätigt, dass die in ihrem Betrieb mit Sprengmitteln umgehenden Personen künftig
nach diesem Plan ausgebildet und unterwiesen werden. 

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag:

H a h n



PLAN FÜR DIE AUSBILDUNG UND NACHSCHULUNG IM SPRENGWESEN
FÜR DAS STEINSALZBERGWERK BORTH UNTER TAGE

Inhaltsübersicht

0.     Allgemeines

1.     Ausbildung im Sprengwesen

1.1 Sprengtechnische Aufsichtspersonen
1.2 Sprengbeauftragte
1.3 Sprenghelfer und Sprengmittelausgeber

2.   Nachschulung

3.   Jährliche Unterweisungen

0.   Allgemeines

Befähigungsschein: Die Fachkunde für Befähigungsscheininhaber kann durch die erfolgreiche
Teilnahme an einem Lehrgang erworben werden, dessen Ausbildungsplan aufgrund landesrechtlicher
Vorschriften nach § 37 der 1.Spreng V anerkannt wurde, oder durch eine erfolgreiche Teilnahme
an einem staatlichen anerkannten Lehrgang nach § 32 der 1.Spreng V.

Der Plan für die Ausbildung und Nachschulung im Sprengwesen nach § 11 Abs. 3 BVOESSE
vom 1.6.1999 i. d. F. vom 21.12.2000 regelt in Verbindung mit § 37 der Ersten Verordnung zum
Sprengstoffgesetz (1. SprengV) in der zur Zeit gültigen Fassung die Ausbildung für

Darüber hinaus erfolgen nach dem vorliegenden Plan die regelmäßigen Nachschulungen der

Es werden nur Personen ausgebildet, die die erforderliche Zuverlässigkeit und die persönliche
Eignung besitzen. Der Nachweis der Zuverlässigkeit erfolgt durch Vorlage einer Unbedenk-
lichkeitsbescheinigung. Die Ausbildung und Nachschulung der sprengtechnischen Aufsichts-
personen und Sprengbeauftragten wird von einer hierzu anerkannten Fachstelle oder einem
anerkannten Sachverständigen geleitet. Bei der Ausbildung wird der Befähigungsscheininhaber
beteiligt. Die Ausbildung der Sprenghelfer und Sprengmittelausgeber wird vom Befähigungs-
scheininhaber durchgeführt. Eine Nachschulung ist für diesen Personenkreis nicht notwendig.
Der Bergbehörde wird Gelegenheit zur Teilnahme an den Ausbildungslehrgängen gegeben.

An einer Ausbildung oder Nachschulung sollen nicht mehr als 20 Personen teilnehmen. Die
Nachschulungen für alle betroffenen Personenkreise erfolgen in Zeitabständen von längstens
fünf Jahren.

Nach längstens fünf Jahren erfolgt eine weitere Prüfung der Zuverlässigkeit durch Vorlage
einer neuen Unbedenklichkeitsbescheinigung. Jeder Ausbildung und Nachschulung soll eine
Ruhezeit für die Teilnehmer von wenigstens acht Stunden vorausgehen.

Der Leiter der Ausbildung und Nachschulung hat dafür Sorge zu tragen, dass die Ausbildung
nach diesem Plan durchgeführt wird und ihr Ziel erreicht. Hierzu hat er in Übereinstimmung
mit dem zuständigen Bergamt geeignete Personen zu bestimmen, die die Ausbildung und
Nachschulung durchführen. Er hat über die planmäßige Ausbildung und Nachschulung eines
jeden Teilnehmers einen schriftlichen Nachweis zu führen. Die Ausbildung schließt mit einer
Prüfung ab. Bei der Nachschulung erfolgt nur eine mündliche Überprüfung der erlangten
Fachkenntnisse. Über die erfolgreiche Teilnahme an Prüfungen und Nachschulungen werden
dem Bergwerksunternehmer sowie dem Teilnehmer gleichlautende Bescheinigungen ausgehändigt.

1.    Ausbildung im Sprengwesen

1.1    Sprengtechnische Aufsichtspersonen

1.1.1  Voraussetzungen

Zur Ausbildung zur sprengtechnischen Aufsicht werden nur verantwortliche Personen mit
sprengtechnischer Vorbildung benannt. Hierbei ist vorausgesetzt, dass die Anwärter in der
Ersten Hilfe und in der Handhabung von Feuerlöschern ausgebildet sind.

1.1.2  Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt insgesamt 10 Ausbildungsschichten und beinhaltet eine
schriftliche und eine praktische Prüfung. Die Ausbildung beinhaltet sieben Schichten
theoretische Ausbildung einschließlich theoretische Prüfung sowie zwei Schichten
praktische Ausbildung unter Tage und eine Schicht praktische Prüfung. Die praktische
Prüfung wird gruppenweise durchgeführt.

1.1.3 Ausbildungsinhalt

1.1.3  praktische Ausbildung unter Tage

1.2  Sprengbeauftragte

1.2.1  Voraussetzung

Die Anwärter müssen mindestens 21 Jahre alt sein und bei mindestens 20 Sprengungen
als Helfer mitgewirkt haben. Hierbei ist vorausgesetzt, dass die Anwärter in der Ersten Hilfe
und in der Handhabung von Feuerlöschern ausgebildet sind.

1.2.2  Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt 5 Ausbildungsschichten. Die Ausbildung beinhaltet
3 Schichten Theorie, 2 Schichten Prüfung, davon eine Schicht theoretische und eine Schicht
praktische Prüfung.

1.2.3   Ausbildungsinhalt

1.2.4  praktische Ausbildung unter Tage

1.2.5 Prüfung

Die theoretische Prüfung ist im Allgemeinen schriftlich, kann aber teilweise durch die
Beantwortung mündlicher Prüfungsfragen ersetzt oder ergänzt werden.

Nach bestandener theoretischer Prüfung wird eine praktische Prüfung an einem geeigneten
Betriebspunkt durchgeführt. Dafür werden Gruppen von max. 7 Anwärtern gebildet. Eine
Wiederholung der Prüfung ist höchstens einmal zulässig.

1.3  Sprenghelfer und Sprengmittelausgeber

1.3.1.1 Voraussetzungen

Die Anwärter müssen mindestens 21 Jahre alt sein. Hierbei ist vorausgesetzt, dass die
Anwärter in der Ersten Hilfe und in der Handhabung von Feuerlöschern ausgebildet sind.

1.3.2 Praktische Ausbildung

Zukünftige Sprenghelfer erlangen praktische Grundkenntnisse im Umgang mit Sprengmitteln
durch die Mitwirkung bei der Sprengarbeit vor Ort. Diese beträgt min. 20 Schichten.
Dabei werden sie bei der Ausführung ihrer praktischen Sprengarbeit vom Befähigungs-
scheininhaber oder dessen Stellvertreter beobachtet und anschließend beurteilt.

Zukünftige Sprengmittelausgeber sollen als Voraussetzung zumindest ausgebildete Sprenghelfer
sein und vom Sprengmittelausgeber in der Führung des Sprengmittellagers eingewiesen und
abschließend vom Befähigungsscheininhaber beurteilt werden.

1.3.3 Theoretische Ausbildung

Diese beträgt eine Schicht, mindestens aber 6 Stunden. Themenstoff ist der Inhalt der
Dienstanweisung für Sprengbeauftragte und Sprenghelfer, sowie der allgemeine praktische
Umgang mit Sprengmitteln im Betrieb. Sprengmittelausgeber erhalten zusätzlich die
Dienstanweisung für Sprengmittelausgeber. Zum Abschluss erfolgt eine mündliche Abfrage
der erworbenen Fachkenntnisse durch den Befähigungsscheininhaber oder dessen Stellvertreter.

2.  Nachschulung

2.1   Ablauf der Nachschulung

Die Dauer der Nachschulung beträgt eine Schicht. An einer Nachschulung sollen nicht mehr
als 20 Personen teilnehmen.

2.1.1 Stoffplan

3.   Jährliche Unterweisung

Die betrieblichen jährlichen Unterweisungen für die in der Sprengarbeit tätigen Personen
werden vom Befähigungsscheininhaber durchgeführt.