29.11.2002

83.16.4-2002-1


Plan für die Ausbildung zum Lokomotivführer

 
A 4.11


An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen

Betr.: Plan für die Ausbildung zum Lokomotivführer

Die Deutsche Steinkohle AG hat der Bezirksregierung Arnsberg, Abt. Bergbau und Energie in NRW
gemäß § 44 Abs. 1 BVOSt den aktualisierten Plan für die Ausbildung zum Lokomotivführer
angezeigt und bestätigt, dass in den Betrieben der DSK die Mitarbeiter, die Lokomotiven führen,
nunmehr nach diesem Plan ausgebildet und unterwiesen werden.

In dem Plan wurden die Voraussetzungen für eine verkürzte Ausbildung zum Lokomotivführer
und der Personenkreis für diese verkürzte Ausbildung aufgenommen.

Der nachfolgend bekannt gemachte Plan ersetzt damit den bisherigen "Plan für die Ausbildung
zum Lokomotivführer" vom 05.06.1986 - 16.4-1-8 -.

Dortmund, den 29.11.2002

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag:

K i r c h n e r



Plan für die Ausbildung zum Lokomotivführer

Der für die Deutsche Steinkohle AG (DSK) anzuzeigende Plan für die Ausbildung zum Lokomotivführer,
wie auch der Plan für die verkürzte Ausbildung zum Lokomotivführer orientieren sich inhaltlich am
"Plan für die Ausbildung zum Lokomotivführer", der ehemals vom LOBA im LOBA- Sammelblatt A 4.11
unter dem Aktenzeichen 05.06.1986-16.4-1-8 veröffentlicht wurde.

Zielgruppe für die standardmäßige Ausbildung zum Lokomotivführer sind Mitarbeiter, die regelmäßig
in der Produkten- und Materialförderung als Lokomotivführer eingesetzt werden. Sie berechtigt zum
uneingeschränkten Führen der in der Prüfbescheinigung aufgeführten Lokomotivart /-arten.

Zielgruppe für die verkürzte Ausbildung zum Lokomotivführer sind verantwortliche Personen sowie
Mitarbeiter, die nicht in der Produkten- und Materialförderung als Lokomotivführer eingesetzt werden,
wie z.B. Beschäftigte, die in mit Wartungs- und Reparaturarbeiten beauftragt sind. Die Fahrerlaubnis
wird mit Einschränkungen versehen, die auf der Prüfbescheinigung vermerkt werden.

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Lokomotivführer

Generelle Voraussetzungen für die Ausbildungsgänge zum Lokomotivführer:

Für die standardmäßige Ausbildung zum Lokomotivführer sollen darüber hinaus in der Regel folgende
Voraussetzungen erfüllt werden:

Voraussetzungen für die verkürzte Ausbildung zum Lokomotivführer:

Ablauf der Ausbildung zum Lokomotivführer

Die Ausbildung erfolgt für die zu fahrende Lokomotivart (Diesel-, Akku- oder Fahrdrahtlokomotiven)
und gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Zum Fahren anderer Lokomotivarten
ist eine ergänzende Ausbildung erforderlich.

Inhalte der Ausbildung zum Lokomotivführer:

Der theoretische Teil der Ausbildung hat mindestens folgende Inhalte:

Technische Ausbildung

1. Bauart, sicherheitstechnische Ausstattung und Handhabung der Lokomotiven

Bremssysteme / Bremsweg
Zulässige Anhängelast
Beleuchtung
Sandstreuer
Anschlagpunkte
Bordeigene Feuerlöschanlage (Dieselloks)
Not-Aus (Elektroloks)

2. Abstellräume, Werkstätten, Lade- und Umfüllräume

Energieversorgung / Umweltschutz
Akkumulator / Tiefentladungen
Dieselmotoren
Betankungsanlagen

3. Überprüfung, Pflege und Wartung von Lokomotiven

Kontrolle der Lokomotiven
Wartungspläne
Reparaturanweisungen

4. Bahnanlagen und Fahrbetrieb

Gleisbau / Weichen
Fahrtmeldungen
Mitfahren von Personen
Einsatz von Fern- / Abblendlicht, roter Schlussleuchte
Benutzung akustischer Signalgeber
Personenzugsignalanlage
Sicherheitsfahrschaltung (SiFa-Taste)

Sicherheitliche Ausbildung

1. gesetzliche und betriebliche Regelungen

DSK Dienstanweisung
T.A.G. (Auszüge) DIN-Blätter Gleisbau Sicherheitsabstände
Weichen- und Streckenprofilfreiheit

2. Gefahrenschwerpunkte im Lokomotivbetrieb

Signale
Langsamfahrstrecken An- / Abkuppeln
Zusammenstellen von Zügen Ausrangieren defekter Wagen
Rangierarbeiten und Hilfsmittel Störungen an Weichen und Gleisanlagen
Entgleisen / Aufgleisen

Praktischer Teil der Ausbildung:

1. Tätigkeit in der Lokomotivwerkstatt

Wartung und Reparatur von Lokomotiven

2. Fahrübungen außerhalb der regelmäßigen Förderung

Technische und praktische Einweisung
Ein- /Aussteigen bei Lokomotiven
Fahrweise im Förder- und im Verschiebebetrieb Verwendung des Sandstreuers An- / Abkuppeln
Abstellen und Festlegen von Transporteinheiten

3. Fahren in der Produkten- und Materialförderung unter Anleitung eines erfahrenen Lokomotivführers

Fahrweise im Förderbetrieb

Prüfung

Im Anschluss an die Ausbildung erfolgt eine theoretische und eine praktische Prüfung, bei der die
Personen ihre Befähigung (Kenntnisse und Fertigkeiten) zum Fahren von Lokomotiven vor einem
Prüfungsausschuss nachweisen, dem folgende Personen angehören:

Über die erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildung wird eine Bescheinigung, aus der die Lokomotivart
und im Falle der verkürzten Ausbildung folgende Einschränkungen hervorgehen, ausgestellt.

Einschränkungen im Falle der verkürzten Ausbildung zum Lokomotivführer:

kein Regeltransport von Personen und Material
max. 2 Personenwagen im Zugverband
max. 10 Materialwagen im Zugverband

Ergänzende Ausbildung zum Fahren einer anderen Lokomotivart

In einem theoretischen Teil werden in mindestens 3 Doppelstunden insbesondere die Inhalte der
Wartungs-, Reparatur- und Bedienungsanleitung für die entsprechende Lokomotivart vermittelt.

Der praktische Teil besteht aus mindestens 1 Schicht, die in der Lokomotivwerkstatt mit Wartungs-
und Reparaturarbeiten verbracht wird und mindestens 1 Schicht Fahren der Lokomotive und von
Zügen unter Anleitung eines erfahrenen Lokomotivführers.

Die ergänzende Ausbildung wird mit einer Prüfung abgeschlossen, über die eine Bescheinigung
ausgestellt wird.

Nachschulung

Im Zeitabstand von maximal 3 Jahren werden Lokomotivführer mit Standardausbildung nachgeschult.
Können sie nicht mindestens 2 Einsätze als Lokomotivführer im Jahr nachweisen, sind sie vor einem
erneuten Einsatz als Lokomotivführer nachzuschulen.

Lokomotivführer mit verkürzter Ausbildung werden in Abständen von höchstens einem Jahr nachgeschult.
Sie sollten ebenfalls mindestens 2 Einsätze als Lokomotivführer im Jahr haben. Andernfalls muss die
praktische Nachschulung Fahrübungen entsprechend des Planes für die verkürzte Ausbildung enthalten.

Zeitplan für die Ausbildung

 

Normale
Dauer

Verkürzt

Theoretische Ausbildung

Dauer in
Doppel-
stunden

Dauer in
Doppel
stunden

Technische Ausbildung

 

 

Bauart, sicherheitstechnische Ausstattung und Handhabung der Lokomotiven

2

1,5

Abstellräume, Werkstätten, Lade- und Umfüllräume

1

0,5

Überprüfung, Pflege und Wartung von Lokomotiven

1,5

1

Bahnanlagen und Fahrbetrieb

1,5

1

Sicherheitliche Ausbildung

 

 

gesetzliche und betriebliche Regelungen

3

2

Gefahrenschwerpunkte im Lokomotivbetrieb

3

2

Praktische Ausbildung

Dauer in
Schichten

Dauer in
Schichten

Tätigkeit in der Lokomotivwerkstatt (Wartung und Reparatur)

2

 

Fahrübungen außerhalb der regelmäßigen Förderung

4

1

Fahren in der Produkten- und Materialförderung unter Anleitung eines erfahrenen Lokomotivführers

5

1

Prüfung

1

1