28.09.2004

83.12.62.1-2004-1

 Plan für das Gasschutzwesen

A 4.6



An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen   (außer Düren)




Plan für das Gasschutzwesen, Stand: Mai 2000

Anlagen: - 2 -



Mit Schreiben vom 3. Juni 2004 hat die Deutsche Steinkohle AG der Bezirksregierung Arnsberg
den Plan für das Gasschutzwesen, Stand: Mai 2000 (s. Anlage A), angezeigt. Soweit auch
Gasschutzwehren in Betrieben des Nichtsteinkohlenbergbaus nach dem Plan verfahren wollen,
so bestehen hiergegen keine Bedenken. Ich bitte um Kenntnisnahme und Beachtung.

Außerdem bitte ich bis zum 1. März eines jeden Jahres anhand des Formblatts nach Anlage B
zu dieser Rundverfügung zu berichten. Dem Bericht sind alle für das jeweilige Berichtsjahr
vorliegenden Formblätter der Meldungen I und II (vgl. Abschnitt 5.4 und Abschnitt 9 des Plans)
beizufügen.

Die Rundverfügung vom 08.04.1983 - 12.62.1-1-6 -, SBl. A 4.6, wird hiermit aufgehoben.

Dortmund, den 28.09.2004

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung 8 Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag

M i c h a e l   K i r c h n e r





03.05.2005

83.12.63.1-2004-1

Plan
für die Unterweisung im Gebrauch sowie für die Überwachung der
Selbstretter im Steinkohlenbergbau und in anderen Bergwerken

A 4.6

An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen (außer Düren)

Plan für die Unterweisung im Gebrauch sowie für die Überwachung der Selbstretter 
im Steinkohlenbergbau und in anderen Bergwerken

Rundverfügung vom 30.01.1974 – 12.63 I 22 – (SBl. A 4.6),
Rundverfügung vom 03.08.1989 – 12.63.1-9-1– (SBl. A 4.6) und
Rundverfügung vom 28.12.1993 – 12.63.1-10-11 – (SBl. A 4.6)

Anlagen: - 2 -


Mit Schreiben vom 14. Juli 2004 hat die Deutsche Steinkohle AG der Bezirksregierung Arnsberg
den überarbeiteten, einheitlichen Plan für die Unterweisung im Gebrauch sowie für die
Überwachung der Selbstretter im Steinkohlenbergbau (Selbstretter-Plan, St), Stand: Juli 2004
(s. Anlage A), angezeigt. Seitens der Bezirksregierung Arnsberg bestehen keine Einwendungen
gegen diesen Plan. Der Plan regelt den Umgang mit den Filterselbstrettern Typ Auer W 95 und
Dräger FSR 990 sowie den Sauerstoffselbstrettern vom Typ Dräger Oxy SR 45, Dräger Oxy K50,
Auer SSR 120 K 90, Auer SSR 30/100 B K 15 und Auer SAR 30. Bergwerke, die noch mit dem
Filterselbstrettertyp Auer W 65-2 ausgerüstet sind, können bis zur Umrüstung nach dem alten Plan
von 1989 verfahren.

Soweit auch Bergwerke des Nichtsteinkohlenbergbaus bzgl. des Einsatzes von Filterselbstrettern
nach dem Selbstretter-Plan verfahren wollen, bestehen hiergegen keine Bedenken. Der Einsatz von
Sauerstoffselbstrettern hat sich hier nach den Empfehlungen der BBG für die Unterweisung im
Gebrauch sowie für die Instandhaltung von Sauerstoffselbstrettern, Stand September 2001, zu
richten (s. Anl. B).

Die im o.a. Selbstretter-Plan bzw. in den genannten Empfehlungen enthaltenen Anforderungen und
Vorgaben sowie die nachstehend angeführten Bestimmungen bitte ich im Betriebsplanverfahren
zur Geltung zu bringen. Abweichungen bedürfen der Zustimmung der Bezirksregierung Arnsberg.

I)   Filterselbstretter und Sauerstoffselbstretter

     In den Betriebsplänen bitte ich auch die Berichterstattung über die Verwendung von Selbstrettern
     festzulegen. Hierbei soll nach folgenden Grundsätzen verfahren werden:

        a) Der Bergwerksunternehmer meldet jeden Einsatz von Selbstrettern im Ernstfall anhand des
             "Filterselbstretter-/Sauerstoffselbstretter-Fragebogens" (s. Anlage 2 zum Selbstretter-Plan).
            Der Selbstretter-Fragebogen wird dem Bergamt in zweifacher Ausfertigung vorgelegt.

        b) Es werden alle Beteiligten befragt, die ihren Selbstretter benutzt haben.

        c) Personen, die nach einem Selbstrettereinsatz über Brechreiz, Unwohlsein oder Kopfschmerzen
            klagen, sind medizinisch ,z. B. durch Entnahme einer Blutprobe wegen einer möglichen
            CO-Vergiftung, untersuchen zu lassen. Das Ergebnis der Untersuchung ist auf dem Fragebogen
            unter "Zusätzliche Bemerkungen und Erläuterungen" anzugeben.

        d) Jedes besondere Vorkommnis beim Umgang mit oder bei der Verwendung von Selbstrettern
             ist vom Unternehmer dem Bergamt unverzüglich zu melden.

II)    Sauerstoffselbstretter

       Sauerstoffselbstretter, bei denen Mängel festgestellt werden oder der Verdacht auf Mängel
       besteht, werden der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen überstellt, sofern nicht das
       Bergamt die Geräte beschlagnahmt und sie zur Untersuchung der EXAM BBG Prüf- und
       Zertifizier GmbH - Fachstelle für Atemschutz zuleitet.

Die Selbstretter-Fragebögen ersetzen nicht die Untersuchung des Bergamts nach den "Richtlinien für
die Untersuchung von Unfällen, Schadensfällen und besonderen Ereignissen sowie für die Erforschung
von Straftaten durch die Bergämter vom 21.12.1977" (Sammelblatt, Gliederungsabschnitt A 7).
Die ausgefüllten Selbstretter-Fragebögen sind der Bezirksregierung Arnsberg in einfacher Ausfertigung
zusammen mit dem Untersuchungsbericht vorzulegen.

Die Rundverfügungen vom 30.01.1974 – 12.63 I 22 – und 28.12.1993 – 12.63.1-10-11 –,
Sammelblatt A 4.6, werden hiermit aufgehoben.

Dortmund, den 03.05.2005

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie
in Nordrhein-Westfalen

Im Auftrag

M i c h a e l  K i r c h n er





Plan
für die Unterweisung im Gebrauch
sowie für die Überwachung der Selbstretter
im Steinkohlenbergbau
(Selbstretter-Plan, St)


Februar 2015

INHALTSANGABE

1 VORWORT

2 BEAUFTRAGTER FÜR DIE ÜBERWACHUNG DER SELBSTRETTER

3 UNTERWEISUNG IM GEBRAUCH DER SELBSTRETTER

3.1 Unterweisung der unter Tage beschäftigten Personen

3.1.1 Erstmalige Unterweisung

3.1.2 Nachschulung

3.1.3 Besondere Unterweisungen

3.1.4 Hilfsmittel für die Unterweisung

 

4 ÜBERWACHUNG DER SELBSTRETTER

4.1 Selbstretter-Gerätewarte

4.2 Selbstretterbestand

4.3 Instandhaltung der Selbstretter

4.3.1 Inspektion und Wartung der Filterselbstretter

4.3.1.1 Arbeitstägliche Inspektion und Wartung

4.3.1.2 Inspektion — Wägung (bei Filterselbstrettern)

4.3.1.3 Qualitätsüberwachung (bei Filterselbstrettern)

4.3.2 Inspektion und Wartung der Sauerstoffselbstretter

4.3.2.1 Äußere Inspektion der Sauerstoffselbstretter

4.3.2.2 Dichtheitskontrolle (bei Chemikal-Sauerstoffselbstrettern)

4.3.2.3 Dichtheitskontrolle/Gesamtprüfung (bei Drucksauerstoffselbstrettern)

4.3.2.4 Qualitätsüberwachung (bei Chemikal-Sauerstoffselbstrettern der Fa. MSA Auer)
          Selbstretter-Plan, St 02_2015

4.3.2.5 Qualitätsüberwachung (bei Chemikal-Sauerstoffselbstrettern der Fa. Dräger)

4.3.3 Instandsetzung der Selbstretter

4.4 Buchführung (Dokumentation)

4-.4..1 Gerätedaten

4.4.2 Monatsbericht (Filterselbstretter)

4.4.3 Halbjahresbericht/ Revision durch die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen

 

5 BETEILIGUNG DER HAUPTSTELLE FÜR DAS GRUBENRETTUNGSWESEN

6 ANLAGE 1  - LERNZIEL

7 ANLAGE 2  - FRAGEBOGEN

 


Definitionen nach DIN 31 051:

Wartung

= Maßnahmen zur Bewahrung des Sollzustandes

Inspektion

= Maßnahmen zur Feststellung und Beurteilung des Istzustandes

Instandsetzung

= Maßnahmen zur Wiederherstellung des Sollzustandes

Instandhaltung

= Maßnahmen zur Bewahrung und Wiederherstellung des
   Sollzustandes sowie zur Feststellung und Beurteilung
   des Istzustandes (Wartung, Inspektion, Instandsetzung)

1 Vorwort

Selbstretter im Sinne dieses Planes sind alle Filterselbstretter und Sauerstoffselbstretter, die unter
Tage mitgeführt, in Depots gelagert oder als Hilfsgeräte der Grubenwehr eingesetzt werden. Der
Plan behandelt Filterselbstretter und Sauerstoffselbstretter.

Selbstretter werden personenbezogen oder personenunabhängig ausgegeben. Jeder Anfahrende
erhalt vor der Seilfahrt einen Selbstretter, der plombiert und geprüft ist. Das Gerät wird ständig
am Mann mitgeführt. In Ausnahmefällen werden Selbstretter zusätzlich unter Tage gelagert.

 

2 Beauftragter für die Überwachung der Selbstretter

Mit der Überwachung und Organisation der Selbstretter wird eine verantwortliche Person
(Selbstretter-Beauftragter) beauftragt.

Der Selbstretter-Beauftragte ist für die Einhaltung des "Plan für die Unterweisung im Gebrauch
sowie für die Überwachung der Selbstretter im Steinkohlenbergbau (Selbstretter-Plan, St)"
verantwortlich. Der Selbstretter-Beauftragte hat eine Ausbildung (Selbstretter-Ausbilder) bei der
zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen erhalten. Der Selbstretter-Beauftragte ist für
die eingehende erste Unterweisung und die Nachschulung aller unter Tage beschäftigten Personen
verantwortlich. Ihm werden alle unter Tage Beschäftigten sowie jede neu anzulegende Person
zwecks Unterweisung im Gebrauch der Filterselbstretter gemeldet. Ober die Teilnahme an der
erstmaligen Unterweisung und den praktischen Nachschulungen wird ein Nachweis geführt, aus
dem hervorgeht, wann und mit welchem Selbstretter-Modell die Person unterwiesen worden ist.

Der für die Leitung und Beaufsichtigung der Unterweisung im Gebrauch der Selbstretter
verantwortlichen Person (im Regelfall ist dies der Selbstretterbeauftragte, eine Teilung der
Aufgaben ist jedoch möglich) werden im Bedarfsfall weitere Personen zur Durchführung der
Unterweisungen beigegeben. Alle Personen haben an einem entsprechenden Lehrgang bei der
zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen mit Erfolg teilgenommen. Dieser
Lehrgang wird alle 4 Jahre wiederholt.

Die Verantwortlichkeit für die unterschiedlichen Selbstrettertypen kann aufgeteilt werden.
Für die Sauerstoffselbstretter ist häufig der Oberführer- der zuständige Selbstretter-Beauftragte. ,
Der Selbstretter-Beauftragte hat folgende Aufgaben:

 

-   Den Selbstretter-Bestand zu überwachen und dafür zu sorgen, dass stets einsatzfähige,
   geprüfte Selbstretter sowie ReserveGeräte in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen.

-   Mangel bei der Überwachung der Selbstretter seinem Vorgesetzten zur Kenntnis zu bringen.

-   Alle Mängel an Selbstrettern der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen zu melden.

-  Beim Ausfüllen der Fragebogen "Feststellungen über den Einsatz von Filterselbstrettern
   (FSR) und Sauerstoffselbstrettern (SSR)" nach dem Einsatz von Selbstrettern im Ernstfall
   mitzuwirken und die Fragebogen der zuständigen Bergbehörde sowie der zuständigen
   Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, zur Kenntnis zu bringen.

-   Den Zustand der für die Instandhaltung der Selbstretter vorhandenen Raume und deren
   Einrichtungen zu überwachen.

-   Zu veranlassen, dass die Monatsberichte (Filterselbstretter) der zuständigen Hauptstelle für das
   Grubenrettungswesen zur Kenntnis gelangen.

Bei der Überwachung der Selbstretter-Gerätewarte wird insbesondere darauf geachtet, dass

-   eine ausreichende Zahl von Gerätewarten zur Überwachung und Instandhaltung der Selbstretter
   zur Verfügung steht.

-  als Gerätewarte nur Personen eingesetzt werden, die an einem Lehrgang für
   Selbstretter-Gerätewarte mit Erfolg teilgenommen haben. Die Lehrgänge werden im Abstand
   von 4 Jahren wiederholt.

 


3 Unterweisung im Gebrauch der Selbstretter

3.1 Unterweisung der unter Tage beschäftigten Personen

3.1.1 Erstmalige Unterweisung

Die erstmalige Unterweisung der unter Tage beschäftigten Personen findet vor der ersten
Anfahrt statt. Sie muss gewährleisten, dass die unterwiesene Person mit dem Gebrauch und
der Anwendung des Selbstretters vertraut ist. Sie gliedert sich in eine theoretische Unterweisung,
eine Übung mit dem Übungs-Selbstretter und eine Erfolgskontrolle. An den Unterweisungen
nehmen jeweils nicht mehr als 25 Personen teil. Lernziel, Lerninhalt und Übungsumfang sind
in der Anlage 1 aufgezeigt.

Die Unterweisung gilt erst dann als abgeschlossen, wenn der Teilnehmer in der Lage ist sein
Gerät im abgedunkelten Raum oder mit verdeckten Augen sicher zu öffnen und anzulegen.

Bei Einführung neuer Selbstretter-Modelle, die eine andere Handhabung erforderlich machen,
erfolgt zunächst eine erneute Unterweisung. Jeder Unterwiesene erhält gegen Unterschrift
eine Anlegevorschrift der zu benutzenden Geräte.

 

3.1.2 Nachschulung

Alle unter Tage beschäftigten Personen werden jährlich im Gebrauch des Selbstretters erneut
unterwiesen.

3.1.3 Besondere Unterweisungen

Personen, die nicht zur ständigen Untertagebelegschaft gehören sowie Besucher, die an einer
Unterweisung im Gebrauch von Selbstrettern noch nicht teilgenommen haben und nach unter
Tage anfahren, werden vorher über die Handhabung und Wirkungsweise des Selbstretters
unterwiesen und mit dem Gerät vertraut gemacht. Diese Unterweisung kann von einer
verantwortlichen Person durchgeführt werden (gilt nur für Filterselbstretter).


3.1.4 Hilfsmittel für die Unterweisung

Zur Unterweisung werden Trainingsgeräte eingesetzt. Diese Geräte werden nach jedem Einsatz
gereinigt. Alle Bestandteile, die mit der Atemluft der Unterwiesenen in Berührung gekommen sind,
werden desinfiziert


4 Überwachung der Selbstretter

4.1 Selbstretter-Gerätewarte

Mit der Instandhaltung der Selbstretter sowie der Buchführung über den Selbstretter-Bestand
werden Gerätewarte in ausreichender Zahl beauftragt, die fachlich dem Selbstretter Beauftragten
zugeordnet sind. Als Selbstretter-Gerätewarte werden nur Personen eingesetzt, die bei der
zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen für diese Tätigkeit ausgebildet worden sind.


Der Selbstretter-Gerätewart muss folgendes beachten:

-   Es dürfen nur einsatzfähige und verschlossene Selbstretter ausgegeben oder für die Mitnahme
   (Selbstbedienung) bereitgehalten werden. Auf den einwandfreien Zustand der Plombierung ist
   zu achten.

-   Beschädigte Selbstretter sind sofort auszusondern. Nicht einsatzfähige Selbstretter sind so zu
   kennzeichnen oder zu lagern, dass sie nicht irrtümlich verwendet werden können.

-   Es ist darauf zu achten und ggf. zu veranlassen, dass stets genügend Ersatzteile und
   ein ausreichend hoher Bestand an Selbstrettern, Reservegeräten sowie an Übungs-Selbstrettern
   vorhanden sind.

-   Instandsetzungsarbeiten sowie bei der Instandhaltung durchgeführte Maßnahmen am
   Filterselbstretter sind in einer Datei festzuhalten.

-   Monatlich sind Art und Anzahl der Instandsetzungsarbeiten in einem Nachweis festzuhalten.

-   Der für die Instandhaltung der Filterselbstretter vorhandene Raum und dessen Einrichtungen
   müssen in sauberem und einsatzbereitem Zustand gehalten werden.

-   Gerätewarte werden auf ihre Eignung als Gerätewart arbeitsmedizinisch untersucht. Die
   Nachuntersuchungsfrist beträgt zwei Jahre.

 


4.2 Selbstretterbestand

Der Selbstretterbestand ist so bemessen, dass jede Person, die nach unter Tage anfährt,

einen Selbstretter mitführen kann. Alle Selbstretter werden zentral an den Seilfahrtsschächten
vorgehalten. Ausnahmen bestehen für Depotgeräte und zusätzlich unter Tage vorgehaltene Geräte.

 

4.3 Instandhaltung der Selbstretter

4.3.1 Inspektion und Wartung der Filterselbstretter

4.3.1.1 Arbeitstägliche Inspektion und Wartung

Arbeitstäglich wird jeder im Gebrauch befindliche Filterselbstretter durch Sichtkontrolle auf

   - eingeschränkte Lesbarkeit der Beschriftung (ggf. Barcode)

   - beschädigte Plombierung,

   - Beschädigungen am Gehäuse (ggf. Transponder)

überprüft.

Die Überprüfung von Depotgeräten findet monatlich statt.
Die Inspektion wird durch einen Gerätewart durchgeführt.

Nicht mehr einsatzfähige Selbstretter werden sofort aus dem Verkehr gezogen und für eine
weitere Mitnahme gesperrt. Filterselbstretter mit beschädigter Plombierung und offene Geräte
werden ausgesondert und ggf. instandgesetzt.

Weitergehende Wartungsarbeiten werden ausschließlich von der zuständigen Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen oder den Herstellern durchgeführt.

 

4.3.1.2 Inspektion — Wägung (bei Filterselbstrettern)

Jeder im Gebrauch befindliche Filterselbstretter FSR 990 wird mindestens einmal
vierteljährlich oder nach 55 Mitnahmen gewogen. Für die Gewichtskontrolle werden nur
Waagen verwendet, deren Messgenauigkeit mindestens 1 g beträgt. Die Messgenauigkeit
wird in regelmäßigen Abständen überprüft. Das Ergebnis der Gewichtskontrolle wird
festgehalten. Geräte mit einer Gewichtszunahme von mehr als 15 g werden ausgesondert.

Die Filterselbstretter Typ Auer W 95 werden mindestens einmal vierteljährlich oder nach
55 Mitnahmen gewogen. Die Gewichtszunahme beträgt max. 3 g, die Messgenauigkeit der
Waagen beträgt demnach 0,1 g. Die Messgenauigkeit wird in regelmäßigen Abstanden überprüft.
Das Ergebnis der Gewichtskontrolle wird festgehalten.

 

4.3.1.3 Qualitatsüberwachung (bei Filterselbstrettern)

Der Hersteller kennzeichnet die Produktion mit dem Datum des Produktionsmonats und einer
Seriennummer. Über die Seriennummer ist auch die Hopkalitcharge zu identifizieren. Mit einer
Hopkalitcharge werden ca. 500 Geräte gefertigt.

Der Hersteller bietet eine Gebrauchsgarantie bis zu 5 Jahren oder 1100 Mitnahmezyklen. Die
Filterselbstretter werden über die Garantiezeit hinaus eingesetzt und unterliegen hierzu einer
Eigenüberwachung.

Die Überwachungstests beginnen nach 440 Mitnahmen, spätestens nach 2 Jahren, und werden nach
weiteren 440 Mitnahmen, spätestens nach weiteren 2 Jahren, wiederholt.

Geprüft (Lungenprüfung bei einer anerkannten Prüfstelle für Atemschutzgeräte) werden jeweils
1 % der Produktion, die mit einer Hopkalitcharge gefertigt wurden, mindestens jedoch 5 Geräte.

 

Überprüfungen an der künstlichen Lunge mit folgenden Einstellungen:

Atemminutenvolumen:

40 l/min

 

Wasserdampfgehalt der Prüfluft:

27 g/m³

 

CO-Gehalt der Prüfluft:

0,25 Vol.-%

 

Prüfzeit:

90 Minuten

 

 

 

 

Grenzwerte:

 

 

Ausziehkraft:

≤ 200 N

 

Gewichtszunahme

< 15 g für Dräger FSR 990 und < 3 g für Auer W 95

Chemikalabrieb

< 5 g

Temperatur der Einatemluft

≤ 85 °C

 

CO- Durchlass

< 200 ppm

 

 

< 200 ml    

=> nächste Prüfung nach 2 Jahren

 

200 ml bis 300ml

=> nächste Prüfung nach 1 Jahr

 

> 300 ml

=> keine Weiterverwendung

Einatemwiderstand

< 7 mbar

=> nächste Prüfung nach 2 Jahren

 

7 mbar bis 10 mbar

=> nächste Prüfung nach 1 Jahr

 

> 10 mbar

=> keine Weiterverwendung

 

4.3.2 Inspektion und Wartung der Sauerstoffselbstretter

4.3.2.1 Äußere Inspektion der Sauerstoffselbstretter

Jeder mitgeführte Sauerstoffselbstretter wird vom Träger arbeitstäglich und vom Gerätewart wöchentlich
auf äußere Unversehrtheit (Beschädigungen, Plombierung, Indikatoranzeige) geprüft.

Äußerliche Verschmutzungen werden beseitigt. Geöffnete Sauerstoffselbstretter sind auszusondern.

Die auf Fahrzeugen eingesetzten Geräte werden wöchentlich und die ortsfest gelagerten Geräte monatlich
durch eine örtlich verantwortliche Person oder vom Gerätewart auf äußere Unversehrtheit (Beschädigungen,
Plombierung, Indikatoranzeige) geprüft. Äußere Verschmutzungen werden beseitigt.

Bei Drucksauerstoffselbstrettern wird bei allen Prüfungen zusätzlich der Sauerstoffvorrat festgestellt.

Ortsfest gelagerte Geräte werden in geschlossenen Behältern aufbewahrt. Geräte auf Fahrzeugen werden
stoßgedämpft befestigt.

 

4.3.2.2 Dichtheitskontrolle (bei Chemikal-Sauerstoffselbstrettern)

Halbjährlich (bei ortsfest gelagerten Geräten jährlich) wird die Dichtheit des verschlossenen Gerätes
nach Anleitung des Herstellers kontrolliert.

4.3.2.3 Dichtheitskontrolle/Gesamtprüfung (bei Drucksauerstoffselbstrettern)

Monatlich wird nach der Prüfanleitung des Herstellers die Dichtheit des gebrauchsfertigen Gerätes
kontrolliert. Nach jeder Beatmung, Beschädigung oder starker Beanspruchung wird eine
Gesamtprüfung des Drucksauerstoffselbstretters nach den Prüfanleitungen der zuständigen
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen durchgeführt. Ansonsten erfolgt die Gesamtprüfung
bei Geräten, die ausschließlich ortsfest gelagert werden, halbjährlich, bei Geräten, die auf
Fahrzeugen gelagert oder am Mann mitgeführt werden, vierteljährlich.

4.3.2.4 Qualitätsüberwachung (bei Chemikal-Sauerstoffselbstrettern der Fa. MSA Auer)

Die Prüfung und Bewertung von Chemikalsauerstoff-Selbstrettern wird durch eine anerkannte
Prüfstelle durchgeführt. Nach Vorschlag der Prüfstelle wird der Gesamtbestand in prüfpflichtige
Einzelbestände unterteilt. In der Regel gehören zu einem Einzelbestand alle SSR, die einer
gleichartigen Belastung ausgesetzt sind und innerhalb von 6 Monaten gefertigt wurden.

Die Prüfung auf Weiterverwendbarkeit der Einzelbestände besteht aus einer Innenkontrolle und
ggf. einer Beatmung an einer künstlichen Lunge.

Die Innenkontrolle wird an 3 % des Einzelbestandes, mindestens jedoch an 5 Geräten spätestens
nach einem Jahr (bei ortsfest gelagerten Geräten spätestens nach 3 Jahren) durchgeführt.
Die Beatmung und Prüfung der Geräte wird nach EN 13794 an 1 % des Bestandes nach 3 Jahren
durchgeführt. Es gelten die Grenzwerte der EN 13794. Die genannten Fristen zählen ab dem Tag
der Auslieferung.

Werden bei der Innenkontrolle und bei der Ermittlung der Haltezeit an der künstlichen Lunge
keine Beanstandungen festgestellt, legt die Prüfstelle den Zeitraum für die weitere Verwendbarkeit
und den Zeitpunkt der nächsten Innenkontrolle sowie der nächsten Prüfung an der künstlichen
Lunge fest. Der Zeitraum bis zur nächsten Prüfung kann maximal 3 Jahre betragen.

4.3.2.5 Qualitätsüberwachung (bei Chemikal-Sauerstoffselbstrettern der Fa. Dräger)

Beim Gerätetyp Dräger Oxy K 50 ist eine zerstörungsfreie regelmäßige Innenkontrolle nicht möglich,
da das Gerät nur werksseitig mit einer speziellen Einrichtung verpackt und verschlossen werden kann.
Daher werden in Abstimmung mit dem Hersteller (Dräger-Servicekonzept Fluchtgeräte Oxy K 50 /
K 50 S / K 30 vom 30.09.1997) und unter Berücksichtigung der zu erwartenden Beanspruchung
(hier ausschließlich Hilfsgeräte Grubenwehr) die Prüfungen zur Feststellung der Weiterverwendbarkeit
der Oxy K -Bestände folgendermaßen vorgenommen:

   - Der Hersteller übernimmt eine Gebrauchsgarantie für die ersten 5 Jahre.

   - Im 5. und danach ggf. nochmals im 8. Jahr werden vom Hersteller Weiterverwendbarkeitsprüfungen
     an 2 % des jeweiligen Bestandes durchgeführt.

   - Die Weiterverwendbarkeitsprüfung wird nach den Grundsätzen der EN 13794 durchgeführt.

   - Bei positivem Verlauf dieser Prüfungen wird die Garantie erstmalig um 3 und nach der zweiten Prüfung
     ggf. nochmals um 2 Jahre verlängert.

   - Spätestens nach dem 10. Jahr werden die Geräte außer Betrieb genommen.

4.4 Buchführung (Dokumentation)

4.4.1 Gerätedaten

Für jeden Selbstretter wird eine Datei geführt. Diese enthält Angaben über:

   - das Gerät (Modell, Serie, Fabriknummer, Herstelldatum, ursprüngliches Gewicht des verpackten
     Selbstretters, Gewichtsänderungen, Instandsetzungen),

   - das Ergebnis der Inspektionen, ggf. Mitführhäufigkeit jedes Filterselbstretters.

4.4.2 Monatsbericht (Filterselbstretter)

Der Monatsbericht gibt Auskunft über den Selbstretter-Bestand, Instandsetzungen und Inspektionen an
Selbstrettern. Der Selbstretter-Bestand wird nach Serien getrennt und in der Summe angegeben.

4.4.3 Halbjahresbericht/ Revision durch die Hauptstelle für das
       Grubenrettungswesen (Filterselbstretter)

Halbjährlich wird eine Revision der Filterselbstretterwirtschaft auf jedem Bergwerk durchgeführt.
Das Ergebnis dieser Revision wird in einem Bericht festgehalten. Neben den Gerätedaten werden
auch die durchgeführten Unterweisungen der Belegschaft unter Tage, die Unterweisungen der
Gerätewarte sowie die arbeitsmedizinischen Untersuchungen der Gerätewarte halbjährlich
dokumentiert. Für die Instandhaltung der Selbstretter ist ein Raum vorhanden, der mit Werkbank,
Werkzeug und Selbstretter-Waage sowie einer Reinigungs- und Desinfektionsanlage für
Übungs-Selbstretter ausgerüstet ist sowie einem PC zur Datenpflege.

 


5 Beteiligung der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen

Der Hauptstelle werden unter anderem folgende Aufgaben übertragen:

   - Mitwirken bei Erhebungen nach Einsätzen von Selbstrettern im Ernstfall

   - Ausbilden der Selbstretter-Ausbilder/ -Beauftragten und Gerätewarte

   - Unterstützung bei den Unterweisungen im Gebrauch der Selbstretter - Begutachtung
     von Selbstrettern

   - Entnahme der Prüfstücke für Weiterverwendbarkeitsprüfungen

   - Bewertung der Prüfungen des Selbstretter-Bestandes oder eines Teils hiervon auf
     Weiterverwendbarkeit (Verlängerungsprüfung), Garantieleistung u. a.

   - Überprüfung des Selbstretter-Bestandes, der Selbstretter-Ausbildung, der Geräte und
     Einrichtungen zur Instandhaltung sowie der Buchführung in halbjährlichen Abständen

   - Zentrale Datensammlung zu den Selbstrettern

   - Zentrale Vorhaltung des Reservebestandes

 



6 Anlage 1

ZUM SELBSTRETTER-PLAN, ST

Neben der Erstunterweisung werden jährliche Nachschulungen durchgeführt. Die Nachschulungen
können unter Tage (z.B. im Rahmen eines "5-Minuten-Gespräches" für Filterselbstretter) durchgeführt
werden. Mindestens im Abstand von 2 Jahren erfolgt die Nachschulung im Rahmen der Unterweisungs-
und Untersuchungsschichten.

LERNZIEL

Die unterwiesenen Personen müssen nach der Unterweisung

   - wissen, wann, wie, wo und wie lange der Selbstretter benutzt werden kann.

   - in der Lage sein den Selbstretter im Dunkeln sicher zu öffnen und anzulegen.

1. Lerninhalt und Übungsumfang

1.1 Lerninhalt

Zur Erlernung vorstehend genannter Kenntnisse wird folgender Stoff vermittelt:

Das Auftreten von giftigen Gasen bei Grubenbränden und Explosionen sowie ihre Wirkung auf den
Menschen, Zweck, Aufbau, Wirkungsweise, Handhabung und Anwendung des Selbstretters.

   - Zweck des Selbstretters (Erklärung des Schutzumfangs )

   - Atmung des Menschen (Physiologische Gesichtspunkte)

   - Aufbau des Selbstretters

   - Wirkungsweise des Filterselbstretters (Einatemwiderstand, Erwärmung.)

   - Handhabung und Anwendung des Selbstretters (Gebrauchsanweisung des Herstellers)

   - Verhalten im Fluchtfall (Flucht grundsätzlich mit den Wettern, Fluchtgeschwindigkeit, Fluchtendpunkte)

 

Wichtige Hinweise:

Vor jeder Mitnahme eines Selbstretters ist ein Sichtkontrolle des Gerätes durch den Gerättrager
durchzuführen.

Ein Selbstretter ist ständig am Mann mitzuführen. Beschädigte Selbstretter werden nach Ende
der Schicht beim Gerätewart abgegeben.

Nach einer Beatmung wird der Selbstretter beim Gerätewart abgegeben.

Zu den Umständen der Flucht ist beim Selbstretter-Beauftragten ein Fragebogen auszufüllen.

Ein Selbstretter darf grundsätzlich nur als Fluchtgerät eingesetzt werden.

Erläuterungen Ober den Zeitpunkt der Anwendung:

Bei Feststellen von Brandgeruch oder sonstigen Anzeichen eines Grubenbrandes, einer Explosion
oder auf Anweisung (auch durch Warn- oder Verständigungseinrichtungen).


Erläuterungen über die Art und Weise der Handhabung:

Aus der Tragevorrichtung entnehmen,

Verschluss aufreißen,

Funktionsteil aus Trägerblech ziehen, Tragebehälter wegwerfen,

Mundstück anlegen,

Nasenklemme aufsetzen,

Bänderung überstreifen und ggf. nachziehen,

ruhig durchatmen.

 

1.2 Übungsumfang (nur bei der Erstunterweisung und im Rahmen
     der 2-Jahrringen Nachschulung)

Zur Erlangung der erforderlichen Fertigkeiten und zur Gewöhnung an das Tragen des Selbstretters
wird mit einem Übungs-Selbstretter geübt:

   - Öffnen des Verschlusses, Herausziehen des Funktionsteils aus dem Tragebehälter und
     ordnungsgemäßes Anlegen des Funktionsteils,

   - Beatmen des Gerätes

Über die Teilnahme an der erstmaligen Unterweisung und an den praktischen 2-Jahrringen Nachschulungen
wird ein Nachweis geführt.

 

1.3 Erfolgskontrolle

Die Unterweisung schließt eine Überprüfung der Kenntnisse und Fertigkeiten ein:

   - Mündliche Beantwortung von Verständigungsfragen,

   - Sicheres Öffnen, Anlegen und Beatmen von Übungsgeräten im abgedunkelten Raum oder mit
     verdeckten Augen.

 


7 Anlage 2 (Fragebogen)

A 4.6 - Anlage 2



Empfehlungen

des Zentralen Grubenrettungswesens
der Bergbau-Berufsgenossenschaft
für die Unterweisung im Gebrauch sowie für die Instandhaltung
von Sauerstoffselbstrettern

September 2001

Inhaltsverzeichnis

1        Vorbemerkung

2        Allgemeines

2.1     Anwendungsbereich
2.2     Begriffsbestimmungen

3        Selbstretter-Beauftragter bzw. Verantwortliche Person im Selbstretterwesen

4        Unterweisung im Gebrauch der Sauerstoffselbstretter

5        Instandhaltung

5.1     Voraussetzungen
5.1.1  Geräteraum
5.1.2  Aufbewahrung
5.1.3  Selbstretter-Gerätewart
5.2     Wartung
5.3     Inspektionen
5.3.1  Äußere Prüfung durch den Gerätträger
5.3.2  Äußere Prüfung durch den Gerätewart oder einen anderen Sachkundigen
5.3.3  Gesamtprüfung von Sauerstoffselbstrettern mit Drucksauerstoff und Sauerstoffselbstrettern
          auf Chlorat-Basis
5.3.4  Dichtheits- und Gewichtsprüfung von Sauerstoffselbstrettern auf KO2-Basis
5.3.5  Prüfung zur Feststellung der Weiterverwendbarkeit von Sauerstoffselbstrettern auf KC2-Basis
5.4     Instandsetzung von Sauerstoffselbstrettern
5.4.1  Voraussetzungen
5.4.2  Instandsetzung von Sauerstoffselbstrettern mit Drucksauerstoff
5.4.3  Instandsetzung von Sauerstoffselbstrettern auf Chlorat-Basis
5.4.4  Instandsetzung von Sauerstoffselbstrettern auf K02-Basis

6       Nachweis

6.1    Bestand an Selbstrettern
6.2    Teilnahme an Unterweisungen
6.3    Verwendung von Selbstrettern im Ernstfall

7       Besondere Vorkommnisse

8       Bekanntmachung

1 Vorbemerkung

Im Zentralen Grubenrettungswesen der Bergbau-Berufsgenossenschaft und in den durch die
zugehörigen Hauptstellen für das Grubenrettungswesen betreuten Betrieben liegen langjährige
Erfahrungen über die Unterweisung und den Gebrauch von Atemschutzgeräten zur Selbstrettung
vor. Es hat sich gezeigt, dass regelmäßige Unterweisungen im Gebrauch und eine kontinuierliche,
planmäßige Instandhaltung der Selbstretterbestände wesentliche Bestandteile von Selbstrettungs-
konzepten sein müssen. Die Anwendung der in diesen Empfehlungen enthaltenen Hinweise zur
Instandhaltung von Sauerstoffselbstrettern trägt erheblich zur Erhaltung der Funktionssicherheit
der Selbstretter bei und ermöglicht in Abhängigkeit von den jeweiligen Prüfergebnissen den
sicheren Einsatz der Selbstretter während der vom Hersteller angegebenen Garantiezeit und auch
darüber hinaus.


2 Allgemeines

2.1 Anwendungsbereich

Diese Empfehlungen gelten für die Unterweisung im Gebrauch und für die Instandhaltung von
Sauerstoffselbstrettern in den der Aufsicht der Bergbehörde unterstehenden Betrieben in den
Bezirken der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen Clausthal-Zellerfeld, Hohenpeißenberg und
Leipzig. Sofern Prüfumfang und –fristen in diesen Empfehlungen genannt werden, wird eine höchstens
einschichtige Benutzung der Selbstretter pro Tag an fünf Schichten pro Woche vorausgesetzt;
anderenfalls werden von der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen in Abstimmung
mit der Bergbehörde abweichende Empfehlungen ausgesprochen.

Reservebestände an Sauerstoffselbstrettern, die eindeutig getrennt von den im Betrieb eingesetzten
Selbstrettern zum Zwecke der Bevorratung gelagert werden, unterliegen nicht den in diesen
Empfehlungen genannten Prüffristen und -umfang und werden zur Ermittlung der Anzahl der durch
Innenkontrolle und Veratmung an der künstlichen Lunge zu prüfenden Selbstretter auf Weiter-
verwendbarkeit nicht herangezogen. Nach Entnahme aus dem Reservebestand und vor der
betrieblichen Nutzung sollen die Selbstretter einer äußeren Prüfung sowie einer Gewichts- und
Dichtheitsprüfung nach Anl. 4 Nr. 2 und 3 unterzogen werden.

Sofern Anforderungen dieser Empfehlungen über Anforderungen in den Gebrauchsanweisungen
der Hersteller von Atemschutzgeräten hinausgehen, sollen wegen der besonderen Einsatzbedingungen
in Bergbaubetrieben die Anforderungen dieser Empfehlungen eingehalten werden. Gehen
Anforderungen in Gebrauchsanweisungen der Hersteller über Anforderungen dieser Empfehlungen
hinaus, so gelten die Anforderungen in den Gebrauchsanweisungen der Hersteller.

2.2   Begriffsbestimmungen

Sauerstoffselbstretter sind umluftunabhängige, frei tragbare Atemschutzgeräte zur Selbstrettung
und versetzen den Träger in die Lage, beim Auftreten gesundheitsschädlicher Gase, Dämpfe, Nebel,
Stäube (Schadstoffe) oder bei Sauerstoffmangel in einen sicheren Bereich zu fliehen oder auf Hilfe
zu warten.

Unter dem Begriff der Instandhaltung werden alle Maßnahmen zur Bewahrung und Wiederherstellung
des Sollzustandes sowie zur Festlegung und Beurteilung des Ist-Zustandes zusammengefasst.


3 Selbstretter-Beauftragter bzw. Verantwortliche Person im Selbstretterwesen

Die Überwachung der Durchführung dieser Empfehlungen ist einer verantwortlichen Person zu
übertragen, die an einem Lehrgang für Selbstretter-Beauftragte an einer Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen teilgenommen hat. Oberführer- oder Gasschutzleiter-Lehrgänge an einer
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen können diese Qualifikation beinhalten. Die Teilnahme
ist in Zeitabständen von längstens vier Jahren zu wiederholen. Dem Selbstretter-Beauftragten ist
eine Dienstanweisung auszuhändigen (Anl. 1).

4 Unterweisung im Gebrauch der Sauerstoffselbstretter

Personen, die aufgrund bergbehördlicher Vorschriften oder auf Anweisung des Unternehmers
Selbstretter mit sich führen müssen oder im Fluchtfall auf ein Depotgerät zurückgreifen, sind
vor Aufnahme der Tätigkeit im Gebrauch des Selbstretters zu unterweisen.

Die Unterweisung soll aus einem theoretischen und einem praktischen Teil bestehen und in
der Regel mindestens zwei Stunden dauern (s. Anl. 2). Sie ist mindestens jährlich zu wiederholen.

Die mindestens halbjährliche Unterweisung im Geltungsbereich der Tiefbohrverordnung bleibt
unberührt.

Die Unterweisung darf nur von Personen durchgeführt werden, die vom Unternehmer hiermit
beauftragt und von der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen als Selbstretter-Beauftragte
ausgebildet worden sind.

Die Zahl der an einer Übung gleichzeitig teilnehmenden Personen soll in der Regel nicht
größer als 20 je unterweisende Person sein.

Bei Besuchern und sonstigen Personen, die sich nur vorübergehend im Betrieb aufhalten, reicht
eine Einweisung in den Gebrauch des Selbstretters anhand von Übungsgeräten oder Modellen aus.
Auf Anlegeübungen kann dabei verzichtet werden, wenn sichergestellt ist, dass eine ausreichende
Anzahl betrieblicher Begleitpersonen im Ernstfall beim Anlegen der Selbstretter Hilfe leisten kann.


5 Instandhaltung

5.1 Voraussetzungen

5.1.1 Geräteraum

Für die Selbstretter muss ein geeigneter Raum mit allen für die Instandhaltung notwendigen
Einrichtungen und Prüfgeräten vorhanden sein.

5.1.2 Aufbewahrung

Die Selbstretter müssen in der Regel über Tage übersichtlich und geordnet aufbewahrt werden und
jederzeit zugänglich sein (z. B. in Regalen, im Freien in wetterfesten Kästen mit Sichtfenster unter
Beachtung der Temperaturgrenzen für die Lagerung).

Bei Bedarf können für die zusätzliche Stationierung von Selbstrettern (ortsfeste Lagerung) an
geeigneten Standorten im Betrieb verschließbare Räume (z. B. Fluchtkammern), Regale oder Behälter
eingerichtet werden, bei denen der ortsfeste Verbleib der Selbstretter nachgewiesen wird (z. B. durch
Unversehrtheit eines Schlüsselkästchens oder einer Plombierung) und die im Notfall einfach und sicher
geöffnet werden können. Ortsfest gelagerte Selbstretter sind, im Gegensatz zu den übrigen im Betrieb
eingesetzten Selbstrettern, nicht für die regelmäßige Entnahme und Rückgabe vorgesehen.

5.1.3 Selbstretter-Gerätewart

Mit der Instandhaltung und Buchführung der Selbstretter muss mindestens ein Selbstretter-Gerätewart
(nachfolgend Gerätewart genannt) beauftragt werden, der von der Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen oder vom Hersteller ausgebildet worden ist. Diese Ausbildung ist in Zeitabständen von
längstens vier Jahren zu wiederholen.

Entsprechend der Gefährdungsermittlung müssen Gerätewarte vor Aufnahme ihrer Tätigkeit und
weiterhin in regelmäßigen Abständen arbeitsmedizinisch untersucht werden und nach dem Ergebnis
dieser Untersuchungen für ihre Tätigkeit geeignet sein.

Gerätewarte dürfen mit anderen Arbeiten nur beschäftigt werden, soweit die ordnungsgemäße
Instandhaltung der Selbstretter dadurch nicht beeinträchtigt wird. Ihnen ist eine Dienstanweisung
auszuhändigen (s. Anl. 3).

5.2 Wartung

Maßnahmen zur Wartung wie z. B. Reinigung der Selbstretter von fest haftenden groben
Verschmutzungen sollen nur vom Gerätewart ausgeführt werden.

5.3 Inspektionen

Für die Durchführung von Inspektionen und Prüfungen gelten die Fristen in Anlage 4. Nur für
ausschließlich ortsfest gelagerte Selbstretter und Selbstretter, die als Hilfsgeräte der Grubenwehr
eingesetzt werden, werden im Vergleich zu den übrigen im Betrieb eingesetzten Selbstrettern
abweichende Regelungen für den zeitlichen Abstand der Prüfungen bzw. Inspektionen und
dem Prüfumfang getroffen.

5.3.1 Äußere Prüfung durch den Gerätträger

Bei der Entnahme vor Arbeitsbeginn, also in der Regel arbeitstäglich, soll der Gerätträger den
Selbstretter einer Sichtprüfung unterziehen (Anl. 4 Nr. 1). Hierbei soll er insbesondere auf
Ausschluss grober Beschädigungen, einwandfreie Plombierung und bei Sauerstoffselbstrettern
auf Drucksauerstoffbasis auf die Anzeige des vorgesehenen Fülldruckes achten. Vor der
Rückgabe soll der Gerätträger den Selbstretter von Verschmutzungen reinigen.

Stellt der Gerätträger Abweichungen vom Soll-Zustand oder nicht sofort zu entfernende grobe
Verschmutzungen fest, so hat er den Selbstretter dem Gerätewart zuzuführen und hierüber die
zuständige verantwortliche Person zu benachrichtigen.

5.3.2 Äußere Prüfung durch den Gerätewart oder einen anderen Sachkundigen

Jeder Selbstretter ist, soweit keine anderen Festlegungen bestehen, mindestens monatlich durch
den Gerätewart oder durch einen anderen Sachkundigen, z. B. den Hersteller, auf Beschädigungen,
Risse, Löcher und andere äußerlich erkennbare Abweichungen vom Soll-Zustand zu prüfen
(Anl. 4 Nr. 2). Bei festgestellten Beanstandungen, die sich auf die Einsatzfähigkeit des Selbstretters
auswirken können, muss der Selbstretter instandgesetzt oder ausgesondert werden.

Bei ortsfest gelagerten Selbstrettern ersetzt die Prüfung des Ausschlusses einer Entnahme
(z. B. durch Kontrolle des Schlüsselkästchens oder der Plombierung auf Unversehrtheit) die
äußere Prüfung der im verschlossenen Raum, Regal oder Behältnis enthaltenen Selbstretter.

5.3.3 Gesamtprüfung von Sauerstoffselbstrettern mit Drucksauerstoff und Sauerstoff-
         selbstrettern auf Chlorat-Basis

Sauerstoffselbstretter mit Drucksauerstoff und Sauerstoffselbstretter auf Chlorat-Basis sind nach
jeder Beatmung und im übrigen in Abständen von längstens sechs Monaten durch den Gerätewart
einer Gesamtprüfung nach der Prüfanleitung des Herstellers zu unterziehen.

Werden bei dieser Prüfung Mängel festgestellt, so sind diese sofort, ggf. durch Austausch der
beschädigten Geräteteile, zu beseitigen. Ist dies nicht möglich, müssen die betreffenden Selbstretter
ausgesondert werden.

5.3.4 Dichtheits- und Gewichtsprüfung von Sauerstoffselbstrettern auf K02-Basis

Sauerstoffselbstretter auf KO2-Basis sind, soweit keine anderen Festlegungen bestehen, mindestens
halbjährlich sowie ortsfest gelagerte Selbstretter und solche, die ausschließlich als Hilfegeräte der
Grubenwehr eingesetzt werden, jährlich durch den Gerätewart unter Beachtung der Prüfanleitung
des Herstellers einer Dichtheits- und einer Gewichtsprüfung zu unterziehen (s. Anl. 4, lfd. Nr. 3).

Die Prüfungen setzen voraus, dass die Selbstretter nicht grob beschädigt sind bzw. keine
Gebrauchsspuren aufweisen, die die Funktionsfähigkeit offensichtlich einschränken, von
Verunreinigungen befreit sind und dass die Plombierungen einwandfrei sind.

Unkontrolliert offene oder grob beschädigte Selbstretter sind auszusondern oder gemäß Anleitung
des Herstellers wieder instand zu setzen. Hierbei ist mindestens der Austausch des Chemikalkanisters
erforderlich. Kontrolliert geöffnete, nicht beatmete Selbstretter können umgehend gemäß Anleitung
des Herstellers wieder verschlossen und nach der Plombierung weiterverwendet werden, sofern die
Bauart der Selbstretter nach Herstellerangabe Öffnen und Wiederverschließen durch den Gerätewart
zuläßt. Das Datum der Öffnung, der Grund für die Öffnung und das Ergebnis der Inspektion
einschließlich des Ergebnisses der abschließenden Dichtheitsprüfung sind aufzuzeichnen.

Die Dichtheitsprüfung ist mit der vom Hersteller gelieferten oder empfohlenen Prüfeinrichtung
vorzunehmen.

Zur Gewichtsprüfung dürfen nur geeichte Waagen mit einer Auflösung von mindestens 1 g und
einer maximalen Toleranz von ± 0,5 g verwendet werden.

Die Ergebnisse der Dichtheits- und der Gewichtsprüfungen sind nach den Vorgaben der Hauptstelle
für das Grubenrettungswesen zu bewerten.

5.3.5 Prüfung zur Feststellung der Weiterverwendbarkeit von Sauerstoffselbstrettern
        auf KO2-Basis

Die Prüfung und Bewertung von Sauerstoffselbstrettern auf K02-Basis wird von der Hauptstelle
für das Grubenrettungswesen durchgeführt.

Prüfungen zur Feststellung der Weiterverwendbarkeit nach Anlage 4 sind für jeden Einzelbestand
ab Beginn seiner betrieblichen Einsatzzeit notwendig.

Als Einzelbestand eines Betriebes gelten alle Selbstretter gleichen Typs und gleicher Klasse, die
einer vergleichbaren Belastung ausgesetzt sind und innerhalb eines Jahres gefertigt worden sind.
Nach Maßgabe der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen können vergleichbare Einzelbestände
von verschiedenen Betrieben zu einem Prüfbestand zusammengefasst werden.

Die Prüfung zur Feststellung der Weiterverwendbarkeit von Einzelbeständen besteht aus der
Innenkontrolle und der Beatmung einer repräsentativen Stichprobe - mindestens fünf, höchstens
zwanzig Stück - von Selbstrettern eines Bestandes an der künstlichen Lunge (Anl. 4 Nr. 4) nach
anerkannten Prüfgrundsätzen.

Spätestens drei Monate vor dem Prüftermin soll sich der Betrieb mit der Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen zwecks Absprache über die Entnahme der Selbstretter in Verbindung setzen.

Die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen entscheidet über die Auswahl der zu prüfenden
Sauerstoffselbstretter. Diese Selbstretter sind vom Unternehmer bzw. Antragsteller kostenlos zur
Verfügung zu stellen. Die Innenkontrollen sowie die Beatmung der Selbstretter an der künstlichen
Lunge werden durch die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen durchgeführt bzw. veranlasst.
Bei Beanstandungen kann die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen zu weiteren Untersuchungen
die Anzahl der zusätzlich zu prüfenden Selbstretter festlegen. Die Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen stimmt einer befristeten Weiterverwendung des Bestandes zu, wenn dies nach dem
Ergebnis der Prüfung unbedenklich ist.

5.4 Instandsetzung von Sauerstoffselbstrettern

5.4.1 Voraussetzungen

Gerätewarte dürfen Instandsetzungsarbeiten an Selbstrettern nur ausführen, wenn sie vom Hersteller
oder der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen hierfür ausgebildet worden sind und eine
entsprechende Bescheinigung erhalten haben. Instandsetzungsanleitungen des Herstellers sind
zu beachten.

5.4.2 Instandsetzung von Sauerstoffselbstrettern mit Drucksauerstoff

Sauerstoffflaschen mitsamt zugehörigen Armaturen von Sauerstoffselbstrettern mit Drucksauerstoff
müssen in Abständen von längstens sechs Jahren von einem Sachverständigen nach § 31 Druck-
behälterverordnung geprüft werden. Bei Sauerstoffflaschen, die nach der Prüfung durch den
Sachverständigen und erneuter Befüllung oder nach erstmaliger Befüllung nicht wieder entleert
worden sind, verlängert sich die Prüffrist auf zehn Jahre. Die Steuerventile müssen in Abständen
von längstens sechs Jahren vom Hersteller überholt werden.

Atemkalkfüllungen von Sauerstoffselbstrettern mit Drucksauerstoff müssen nach jeder Beatmung
und im übrigen längstens in Abständen von zwei Jahren ausgetauscht werden.

5.4.3 Instandsetzung von Sauerstoffselbstrettern auf Chlorat-Basis

Die Atemkalkfüllungen (-patronen) sowie die Chloratpatronen der Sauerstoffselbstretter sind nach
jeder Beatmung und im übrigen in Abständen von längstens

auszutauschen.

5.4.4 Instandsetzung von Sauerstoffselbstrettern auf KO2-Basis

Sofern die Bauart der Selbstretter nach Herstellerangabe öffnen und Wiederverschließen durch den
Gerätewart zuläßt, muss in der ersten und in der vierten Woche nach der Instandsetzung jeweils
eine Dichtheitsprüfung durchgeführt werden.

6 Nachweis

6.1 Bestand an Selbstrettern

Die im Betrieb vorhandenen Selbstretter sind getrennt nach Art und Beständen mit Fabriknummern
und Herstellungsdaten, bei Sauerstoffselbstrettern auf KO2 –Basis zusätzlich mit den Ergebnissen
der Dichtheitsprüfungen und den Ergebnissen der Wägungen (Ausgangsmessung und alle weiteren
Messungen), zu erfassen. Sofern das Herstellungsdatum vom Zeitpunkt des ersten betrieblichen
Einsatzes erheblich abweicht, ist dieser Zeitpunkt ebenfalls zu erfassen.

In der Kartei oder Datei sind Datum und Ergebnisse der Inspektionsmaßnahmen nach den
Nummern 5.3.1 bis 5.3.5 sowie Art und Datum der vorgenommenen Instandsetzungen nach
Nummer 5.4 zu vermerken.

Auf Verlangen ist diese Kartei oder Datei der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen zur
Einsicht vorzulegen.

Der Bestand an Selbstrettern ist jährlich gemäß Anlage 5 der Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen zu melden.

6.2 Teilnahme an Unterweisungen

Die Teilnahme an den Unterweisungen nach Nummer 4 ist vom Unterweisenden in eine
Liste mit Datum einzutragen und von jedem Teilnehmer durch Unterschrift zu bestätigen.

6.3 Verwendung von Selbstrettern im Ernstfall

Jede Verwendung von Selbstrettern im Ernstfall ist der zuständigen Bergbehörde und der
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen nach Vordruck (Anl. 6) unverzüglich mitzuteilen.

7 Besondere Vorkommnisse

Besondere Vorkommnisse bei der Benutzung von Selbstrettern und Übungsselbstrettern
sind der zuständigen Bergbehörde und der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
sofort mitzuteilen. Der betroffene Selbstretter ist sicherzustellen und der Hauptstelle für
das Grubenrettungswesen zu übergeben.

8 Bekanntmachung

Dem Selbstretter-Beauftragten, den Gerätewarten und den vom Unternehmer mit der
Durchführung der Unterweisungen nach Nr. 4 beauftragten Personen ist ein Exemplar
dieser Empfehlungen auszuhändigen.



Anlage 1

M u s t e r

Dienstanweisung für Selbstretter-Beauftragte

1. Der Selbstretter-Beauftragte ist dafür verantwortlich, dass der Selbstretterbestand nach diesen
    Empfehlungen überwacht wird. Im Rahmen seiner Aufgaben hat er insbesondere

2. Bei der Anleitung und Überwachung der Selbstretter-Gerätewarte hat der Selbstretter-Beauftragte
    insbesondere darauf zu achten, dass


Anlage 2

Unterweisung im Gebrauch der Selbstretter

Zur Unterweisung sind geeignete Mittel wie Betriebsanweisungen, Gebrauchsanweisungen des
Herstellers und/oder Schaubilder und Tonbildschauen/Videofilme sowie eine ausreichende Anzahl
an Übungsselbstrettern oder Selbstrettern einzusetzen.

1. Lehrziel

Die zu unterweisenden Personen sollen nach der Unterweisung in der Lage sein,

2. Lehrinhalt der theoretischen Unterweisung

Bei der theoretischen Unterweisung sind die gesundheitsschädliche Wirkung der in Betracht
kommenden Schadstoffe sowie Gefahren durch Sauerstoffmangel zu behandeln. Aufbau,
Wirkungsweise, Schutzumfang, Haltezeit und Handhabung des Selbstretters sind anhand der
Gebrauchsanweisung des Herstellers und ggf. unter Zuhilfenahme von Modellen oder Schaubildern
verständlich zu erläutern.

Hierbei ist besonders darauf hinzuweisen,

Die verantwortlichen Personen und die sonstigen mit der Wahrnehmung sicherheitlicher Aufgaben
betrauten Personen (Sicherheitsfachkräfte, Sicherheitsbeauftragte) sind besonders anzuhalten, sich
bei ihren Befahrungen davon zu überzeugen, dass die Gerätträger die Selbstretter nach den ihnen
gegebenen Anweisungen behandeln.

Um zu vorstehenden Zielen hinzuführen, ist folgender Lehrstoff zu vermitteln:

3. Praktische Unterweisung (Übung)

Bei der praktischen Unterweisung sind das Öffnen und das ordnungsgemäße Anlegen des Selbstretters
unter Beachtung der Gebrauchsanweisung von jedem Teilnehmer so lange zu üben, bis die notwendigen
Handgriffe geläufig sind. Anschließend sind mit angelegtem Selbstretter Bewegungsübungen durch-
zuführen (z. B. Kniebeugen, Treppensteigen, Fahrtensteigen).

Nur diejenigen Teilnehmer haben die Übung mit Erfolg abgeschlossen, die das Öffnen und das Anlegen
des Selbstretters richtig verstanden haben und die notwendigen Handgriffe sicher ausführen können.

Bei der Übung sind Selbstretter oder Übungsselbstretter zu verwenden.

Sollen die Selbstretter wiederverwendet werden, so müssen nach jeder Beatmung die mit Ausatemluft
in Berührung gekommenen Bauteile gereinigt und desinfiziert sowie die Geräte instandgesetzt werden.


Anlage 3

M u s t e r

Dienstanweisung für Selbstretter-Gerätewarte

Für die Instandhaltung von Selbstrettern sind diese Empfehlungen sowie die Hinweise des Herstellers
in der Gebrauchsanweisung maßgebend. Darüber hinaus muss der Selbstretter-Gerätewart folgendes
beachten:

Räume, Einrichtungen und Ausrüstungen gem. Nr. 5.1 der o. g. Empfehlungen sind in einem sauberen
und einsatzbereiten Zustand zu halten.


Anlage 4

Fristen für Inspektionen und Prüfungen von Chemikal-Sauerstoffselbstrettern auf K02-Basis

lfd. Nr.

Art der Inspektion bzw. Prüfung

Prüfer

zeitlicher Abstand, Prüfumfang

1

Äußere Prüfung (Sichtprüfung)

Gerätträger

alle mitgeführten Geräte arbeitstäglich

2

Äußere Prüfung (Sichtprüfung)

Gerätewart oder anderer Sachkundiger (z. B. Hersteller)

alle im Betrieb eingesetzten Geräte monatlich

3

Dichtheits- und Gewichtsprüfung

Gerätewart oder anderer Sachkundiger (z. B. Hersteller)

alle im Betrieb eingesetzten Geräte innerhalb von 4 Wochen nach der Auslieferung, nachfolgend halbjährlich; bei ortsfest gelagerten Selbstrettern und bei solchen, die ausschließlich als Hilfsgeräte der Grubenwehr eingesetzt werden, jährlich

4

Stichprobenartige Prüfung zur Feststellung der Weiterverwendbarkeit von Einzelbeständen (Innenkontrolle und Beatmung an der künstlichen Lunge)

Hauptstelle für das Grubenrettungswesen bzw. Prüflabor oder -stelle

während der ersten fünf Nutzungsjahre jährlich an 2% aller im Betrieb eingesetzten Selbstretter des Einzelbestandes, danach jährlich an 3% aller im Betrieb eingesetzten Selbstretter des Einzelbestandes; bei ortsfest gelagerten Selbstrettern und solchen, die ausschließlich als Hilfsgeräte der Grubenwehr eingesetzt werden, 2% vor Ablauf der ersten drei Nutzungsjahre, danach jeweils 3% vor Ablauf von weiteren drei Nutzungsjahren


Anlage 5

Hauptstelle für das Grubenrettungswesen

Meldung zum Selbstretterwesen

(Stichtag für die Angaben: 31. Dezember 200.. )

1. Betrieb: ____________________________________________________________

2. Auszurüstende Belegschaft (am Jahresende) __________________ Beschäftigte

   maximale Belegung je Schicht __________________ Beschäftigte

3. Sauerstoffselbstretter:

Fabrikat

Modell

Anzahl im
Betrieb

Bau-
monat                jahr

Gesamt

zusätzliche
Reserve

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von der Gesamtzahl der betrieblich eingesetzten Sauerstoffselbstretter werden

________ Geräte über Tage aufbewahrt,

________ Geräte personenbezogen ausgegeben,

________ Geräte nicht personenbezogen ausgegeben,

________ Geräte ortsfest unter Tage gelagert und

________ Geräte als Hilfsgeräte der Grubenwehr eingesetzt.

4. Übungs-Sauerstoffselbstretter

Fabrikat

Modell

Stück

 

 

 

 

 

 


5. Funktionsträger im Selbstretterwesen

Selbstretter-Beauftragte(r):

____________________________________________________________________

____________________________________________________________________

weitere Selbstretter-Ausbilder:

____________________________________________________________________

____________________________________________________________________

Selbstretter-Gerätewart(e):

____________________________________________________________________

____________________________________________________________________

____________________________________________________________________

_____________________________ , den ___________________________

_____________________________ ___________________________

(Selbstretter-Beauftragter)               (Unternehmer)


 

Anlage 6


15.12.2005

83.12.61.2-2005-2

Hilfeleistungsplan für die Grubenwehren in NRW

A 4.6

 

An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Hilfeleistungsplan für die Grubenwehren in NRW

Stand: 01. Dezember 2005


Anbei übersende ich Ihnen den aktuellen Hilfeleistungsplan für die Grubenwehren in NRW
mit Stand vom 01. Dezember 2005 zur Kenntnis.

Gegen den o.g. Plan bestehen seitens der Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung Bergbau und
Energie in NRW, keine Einwände. Der Plan kann im Rahmen des Betriebsplanverfahrens
zugelassen werden.

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag:

K i r c h n e r



Hilfeleistungsplan
für die Grubenwehren in NRW

Herausgegeben von der
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
der Deutschen Steinkohle AG, Herne

Stand: 01.Dezember 2005

Alarmnummern:

 

Servicebereich Technik und Logistik (SBBT)/
Grubensicherheit (Ruhr)
(Tag und Nacht erreichbar)

 

 

 

Post:

02325 / 593-333

DSK- Netz:

956-333

 

 

oder

02325 / 569785

oder

0171 / 2253815

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Gesetzliche Grundlagen
Hilfeleistungskreise im Steinkohlenbergbau
Hilfeleistung außerhalb der Steinkohlenbergwerke
Hilfeleistungskreise 1 und 2 / Ansprechpartner
Sonstige Hilfeleistung / Ansprechpartner
Verzeichnis der Bergämter

Vorwort

Der vorliegende „Hilfeleistungsplan für Grubenwehren” regelt die Hilfeleistung auf benachbarten
Bergwerken, gleichgültig, ob sie demselben oder unterschiedlichen Unternehmen angehören. Er
bewirkt, dass ein Rettungswerk bei größeren Unglücken ohne Verzögerung anlaufen kann.

Die gegenseitige Hilfeleistung der Grubenwehren ist so aufgebaut, dass die Grubenwehren eines
Hilfeleistungskreises sich gegenseitig bei Grubenwehreinsätzen unterstützen.

Die Zentrale Grubenwehr (Ruhr) der Deutschen Steinkohle AG leistet auf Anforderung
Hilfe für alle Bergwerke mit Spezialdienstleistungen im Grubenrettungswesen, z. B.

Gesetzliche Grundlagen

Nach dem Bundesberggesetz (BBergG) ist jeder Unternehmer verpflichtet, in benachbarten
Betrieben anderer Unternehmer bei Zuständen oder Ereignissen, die eine unmittelbare Gefahr
für Leben oder Gesundheit Beschäftigter oder Dritter herbeizuführen geeignet sind oder
herbeigeführt haben, im Rahmen seiner Möglichkeiten die erforderliche sachkundige Hilfe
durch Einsatz eigener Beschäftigter und Geräte zu leisten (§ 61 Abs. 1 BBergG).

Das zuständige Bergamt kann - soweit erforderlich - bei Betriebsereignissen mit den oben
genannten Gefahren die zur Abwehr der Gefahr oder zur Rettung Verunglückter oder
gefährdeter Personen notwendigen Maßnahmen anordnen. Auf Verlangen der zuständigen
Behörden haben auch die Unternehmer anderer bergbaulicher Betriebe unverzüglich die zur
Ausführung dieser angeordneten Maßnahmen erforderlichen Arbeitskräfte, Geräte und
Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen (§ 74 BBergG).

Im “Plan für das Grubenrettungswesen” ist die Hilfeleistung wie folgt geregelt:

"Bei Grubenunglücken leistet die Grubenwehr auf benachbarten Bergwerken Hilfe nach
dem Hilfeleistungsplan.

Bei gleichzeitigem Einsatz mehrerer Grubenwehren auf einem Bergwerk werden die
Aufgaben- und Verantwortungsbereiche der Oberführer durch die Einsatzleitung festgelegt
und gegeneinander abgegrenzt.

Wird die Hilfe benachbarter Grubenwehren in Anspruch genommen, so werden ortskundige
Personen bereitgestellt. Hilfeleistungswehren werden vor der Anfahrt über das Ereignis und
ihre Aufgaben unterrichtet. Ersatzmannschaften und Geräte werden rechtzeitig bereitgestellt.”

Hilfeleistungskreise im Steinkohlenbergbau

Hilfeleistungskreis 1

- West
- Lohberg
- Prosper-Haniel
- Walsum
- Zentrale Wehr

Hilfeleistungskreis 2

- Auguste Victoria / Blumenthal
- Lippe
- Ost
- Ibbenbüren
- Zentrale Wehr


Die Hilfeleistung erfolgt in erster Reihe grundsätzlich durch eine benachbarte Wehr des
jeweiligen Hilfeleistungskreises nach Entscheidung der Einsatzleitung in Absprache mit
dem Bereitschaftsdienst der Hauptstelle. Bei größerem Personalbedarf oder falls besondere
Qualifikationen benötigt werden, ist eine Hilfeleistung über den Hilfeleistungskreis hinaus
selbstverständlich.
Die Alarmierung einer Hilfeleistungswehr des jeweiligen Hilfeleistungskreises muss dabei
zwingend erfolgen bei Auslösung des ärztlichen Hilfswerks (gleichbedeutend mit „Menschen
in Gefahr“), vgl. Notfallplan der DSK gemäß ABBergV („Plan für ein Rettungswerk“).

Hilfeleistung außerhalb der Steinkohlenbergwerke

Bergwerk

Eigene Wehr

Hilfeleistungswehr 1.

Hilfeleistungswehr 2.

Wasserhaltung Ruhr
(Amalie, Carolinenglück,
Concordia, Friedlicher Nachbar,
Heinrich, Zollverein)

Keine
(Wegweiser in zentraler Wehr)

Zentrale Wehr

Prosper-Haniel

Wasserhaltung Ruhr
(Robert Müser, Hansa)

Keine
(Wegweiser in zentraler Wehr)

Zentrale Wehr

Ost

Steinsalzbergwerk Borth 

4 Trupps

Zentrale Wehr

West

Gruben Meggen und Dreislar

Wegweiser
(Gestellung von COFA
durch zentrale Wehr)

Zentrale Wehr

Ost

Schiefergruben Magog
und Felicitas

Keine

Zentrale Wehr

Ost

RWE Power – Rheinbraun

7 Trupps

Zentrale Wehr

West

Grube Schenkenbusch

Keine
RWE ortskundig

RWE Power

Zentrale Wehr

Besucherbergwerk Graf
Wittekind/ Dortmund

Örtliche FW

Zentrale Wehr

Ost

Deponie Horm

Örtliche FW

 

 

Bundeswehr Bleiberg-Kaserne

Bundeswehr-FW

Zentrale Wehr

 

Hilfeleistungskreis 1

Bergwerk

Vorwahl

ständig
besetzte
Stelle

Oberführer

Hauptgerätewart
(Gerätestation)

Post

RAG
Netz

Name,
Vorname

Telefon
Dienstlich

Telefon
Mobil

Name,
Vorname

Telefon
dienstlich

Fax

Telefon
Mobil

West

02842 –57

914

- 2401
- 2708
- 2402

Seekamp,
Dietrich

- 2037

0174/
3046799

Battisti,
Rolf

- 2424

- 2275

0173/
2575857

Lohberg

02064 –61

925

- 2300
- 2400
- 2492

Storzer,
Bernhard

- 2242

0174/
3061885

Sopart,
Günter

- 2315
- 2201

- 2110

0174/
3061860

Prosper-
Haniel

02041-59

922

- 3274
- 3273
- 3500

Kloss,
Martin

- 3441

0173/
2575647

Kwiat-
kowski,
Axel

- 3251
- 3166

- 3324

0173/
2575414

Walsum

0203 –484

913

- 2690
- 2903

Quetting,
Dietmar

- 2854

0173/
6032291

Buschow,
Michael

- 2628
- 2728

- 2300

0173/
2575547

Zentrale
Grubenwehr

02325 -593

956

- 333

Mende,
Ludger

- 341

0173/
2575445

Dettmer,
Martin

- 316

-309

0173/
2527012

Hilfeleistungskreis 2

Bergwerk

Vorwahl

ständig
besetzte
Stelle

 Oberführer

Hauptgerätewart
(Gerätestation)

Post

RAG
Netz

Name,
Vorname

Telefon
Dienstlich

Telefon
Mobil

Name,
Vorname

Telefon
dienstlich

Fax

Telefon
mobil

Auguste
Victoria /
Blumenthal

02365–40

944

- 3592
- 3591
- 3593

Straker-
jahn,
Holger

- 3578

0173/
2575717

Schmidt,
Udo

- 3475
- 3476

- 3470

 

Lippe

0209-602

936

- 4545
- 4637
- 4204

Redlich,
Friedhelm

- 4141

0173/
2575548

Steven,
Rainer

- 4635
- 4259

- 4608

0173 /
5138229

Ost

02381–468

974

- 2015
- 2016
- 2011

Fricke,
Ulrich

- 2020

0172/
2536276

Henniges,
Klaus

Fabris,
Heiko

- 2022

- 2023

(-2006)
ständig
besetzte
Stelle

0173/
2898748

0172/
2542350

Ibben-
büren

05451–51

---

- 9116
- 2288

Brinkhus,
Jürgen

- 2245

0151/
11434500

Beyer,
Berthold

- 2255
- 2256

- 2239

0151/
711434391

Zentrale
Gruben-
wehr

02325-593

956

- 333

Mende,
Ludger

956–341

0173/
2575445

Dettmer,
Martin

- 316

-309

0173/
2527012

Sonstige Hilfeleistung/ Ansprechpartner

Betrieb / Adresse

Ansprechpartner

Name,
Vorname

Telefon
Dienstlich

Telefon
Mobil

Esco
Steinsalzbergwerk Borth
Karlstr. 80 
47495 Rheinberg

Rautenstrauch, Rainer (OF)
Hollax, Burkhard (HGW)

Fauseweh, Heiner
Hoffmann,

02803-482204
02803-482302/2282
02803-4820 (24h besetzt)
02803-482299 (Fax)

0176-12347901
0160-96462533

0176 - 1234 7867
0176 - 1234 7871

RWE Power – Rheinbraun
Frechener Str. 
50226 Frechen

Giesen – Key, Uwe

02234 - 93569471

0152-01514678

Sachtleben, Grube Dreislar
Hesborner Str. 23 
59964 Medebach-Dreislar

H. Linn 

02982 - 8354

0171-7454566

Sachtleben, Grube Meggen
Wolbecke 1 
57368 Lennestadt

H. Nagel

02721 - 835314

0170-7620048

Schiefergruben Magog/Felicitas
Alter Bahnhof 9 
57392 Bad Fredeburg

H. Menn

02974 - 9620/30

0172-2556900

Bundeswehr Bleiberg-Kaserne
Bleiberg Str. 1
53894 Mechernich

H. Schmitz (Rückruf)

02443 - 4960498

 

Deponie Horm
Pfarrer Pleus Str. 46
52393 Hürtgenwald-Horm

H. Pütz

02429 - 949430

0173/6395825

Grube Schenkenbusch
Am Schenkenbusch
53347 Alfter

H. Ertel

0228 - 641467

0171/8902087

Besucherbergwerk Graf Wittekind
Hengsteystr.
44265 Dortmund – Syburg

H. Bücking

0231 - 713696

Nicht vorhanden

Anschriften Behörden

 

Adresse

Telefon

Fax

Rufbereitschaft

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung 8
Bergbau und Energie in NRW

44135 Dortmund
Goebenstr. 25

0231/
5410 - 0

-3624

------

Bergamt Düren
Betriebe: Tagebaue RWE Power,
Grube Schenkenbusch

52349 Düren
Josef-Schregel-Str. 21

02421/
9440 - 0

- 40
- 404521

1. 0172 / 5602570

Bergamt Gelsenkirchen
Betriebe: PH, LO, Zentrale Wehr

45897 Gelsenkirchen
Kurt-Schumacher-Str. 313

0209/
95973 - 0

- 55

2. 0172 / 2322271
3. 0172 / 5205684

Bergamt Kamen
Betriebe: Ost,
DSK Anthrazit Ibbenbüren GmbH

59174 Kamen
Südfeld 9 a

02307/
94110 - 0

- 77

4. 0172 / 2322270
5. 0172 / 5205687

Bergamt Moers
Betriebe: WA, Borth, West

47445 Moers
Rheinberger Str. 194

02841/
9423 - 0

- 50

6. 0172 / 2322274
7. 0172 / 5205686

Bergamt Recklinghausen
Betriebe: AV/BL, LI, Meggen, Dreislar,
Magog, Felicitas

45657 Recklinghausen
Reitzensteinstr. 28/30

02361/
1029 - 0

- 50

8. 0172 / 2322272

Esco Steinsalzbergwerk Borth

RWE

Grube Dreislar

Grube Meggen

Bundeswehr

Schiefergrube Magog

Deponie Horm

Deponie Horm

Grube Schenkenbusch

Graf_Wittekind



August 2007

83.12.8.5-2007-5

Plan für die Auf- und Abseiltechniken
für Gruben- und Gasschutzwehren

A 4.6

Mit Schreiben vom 31.08.2007 hat die Deutsche Steinkohle AG der Bezirksregierung Arnsberg,
Abteilung Bergbau und Energie in NRW, den "Plan für die Auf- und Abseiltechniken für
Gruben- und Gasschutzwehren" angezeigt.

Besondere Ereignisse könnten den Einsatz von Auf- und Abseilmannschaften sowohl über Tage
als auch unter Tage erforderlich machen. Daher sollen innerhalb der DSK zukünftig eigene,
entsprechend dem angezeigten Plan, ausgebildete Seilmannschaften solche Aufgaben übernehmen.
Die Implementierung von Auf- und Seilmannschaften in den Gesamtrettungskonzept ist insgesamt
von Vorteil.

Die Bergwerke werden demnächst den v. g. Plan, gegen den seitens der Bezirksregierung Arnsberg,
Abteilung Bergbau und Energie in NRW, keine Einwendungen bestehen, bei den zuständigen
Bergämtern im Rahmen des Betriebsplanverfahrens einreichen.

 

Bezirksregierung Arnsberg
Abteiung Bergbau und Energie
Im Auftrag:

K ü g l e r



Titelbild Plan für die Auf- und Abseiltechniken für Gruben- und Gasschutzwehren

P l a n
über Auf- und Abseiltechniken
für Gruben- und Gasschutzwehren

 

Ausgabe August 2007

 

Inhaltsverzeichnis:

1 AUFGABEN

2 STÄRKE UND ZUSAMMENSETZUNG DER SEILMANNSCHAFT

3 ARBEITSMEDIZINISCHE UNTERSUCHUNG

4 AUSBILDUNG

4.1 Grundausbildung
4.1.1 Theoretischer Teil
4.1.2 Praktischer Teil
4.1.3 Abschluss der Grundausbildung
4.2 Fortbildung
4.3 Aus- und Fortbildung der Ausbilder
4.3.1 Inhalte
4.3.2 Ziele
4.4 Aus- und Fortbildung der Gerätewarte (PSA Sachkundige)
4.5 Allgemeines

5 PFLICHTEN DER MITGLIEDER DER SEILMANNSCHAFT

5.1 Gerätewarte ( PSA Sachkundige )
5.2 Leiter der Seilmannschaft

6 AUSRÜSTUNG DER SEILMANNSCHAFT

7 EINSATZ DER SEILMANNSCHAFT

7.1 Alarmierung
7.2 Einsatzgrundsätze

8 HILFELEISTUNG

9 STÖRUNGEN /UNFÄLLE

 

1 Aufgaben

Die Grubenwehren und Gasschutzwehren können über und unter Tage zur Rettung und
Bergung von Menschen eingesetzt werden. Zur schnellen Rettung aus Höhen oder Tiefen kann
der Einsatz von Seiltechniken vorteilhaft sein. Zur Lösung dieser Aufgaben sind spezielle
Trupps der Gruben- und Gasschutzwehren mit einer entsprechenden Ausrüstung ausgestattet
und werden regelmäßig geschult. Nach Abstimmung mit der Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen und Genehmigung eines Sonderbetriebsplanes können auch Arbeiten am Seil
durchgeführt werden.

2 Stärke und Zusammensetzung der Seilmannschaft

Die Aufstellung von Seiltrupps ist für eine Grubenwehr oder Gasschutzwehr nicht verpflichtend.
Ausgewählte Gruben- und Gasschutzwehren unterhalten entsprechend geschulte und
ausgerüstete Wehrmitglieder. Ein Seiltrupp besteht aus mindestens 3 Personen. Die Seil-
mannschaft einer Wehr besteht in der Regel aus 3 bis 4 Seiltrupps.

Die Seilmannschaft einer Wehr setzt sich mindesten aus folgenden Mitgliedern zusammen:

2 Leitung/ Ausbilder der Seiltruppe
8 Mitglieder der Seilmannschaft
2 Gerätewarte (Sachkundige nach BGG 906)

3 Arbeitsmedizinische Untersuchung

Mitglieder der Seiltrupps sind Atemschutzgeräteträger entsprechend dem Plan für das
Grubenrettungswesen. Bei allen regelmäßigen und zusätzlichen Tauglichkeitsuntersuchungen
werden die Mitglieder der Seilmannschaft nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz
für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 41 (Arbeiten mit Absturzgefahr) untersucht.

4 Ausbildung

4.1 Grundausbildung

Die Grundausbildung der Mitglieder der Seiltrupps wird bei der Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen oder in der Wehr durchgeführt. Die Ausbildung umfasst mindestens 24 Stunden
und gliedert sich in einen theoretischen und praktischen Teil. Im Anschluss daran werden 2
Übungen innerhalb der Seiltrupps der Wehr von 8 Stunden absolviert.

4.1.1 Theoretischer Teil

In der theoretischen Ausbildung werden folgende Themen behandelt:

4.1.2 Praktischer Teil

In der praktischen Ausbildung werden die Wehrmänner an das Arbeiten mit der angelegten
Ausrüstung und den Seilen gewöhnt. Es werden Ab- und Aufseilübungen und Rettungsübungen
im Seiltrupp durchgeführt.

4.1.3 Abschluss der Grundausbildung

Die Anwärter werden in die Seiltruppe aufgenommen, wenn sie die erforderlichen Kenntnisse
nachgewiesen (theoretische Prüfung) und innerhalb des Seiltrupps eine Rettungsaktion ohne
Beanstandung durchgeführt haben.

4.2 Fortbildung

Zur Festigung und Vertiefung der Kenntnisse werden mindestens dreimal jährlich praktische
Übungen innerhalb der Wehr (alternativ bei der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen)
durchgeführt.

4.3 Aus- und Fortbildung der Ausbilder

Jeder Ausbilder hat eine Grundausbildung erhalten und eine mindestens einjährige Erfahrung
in der Seilmannschaft. Die Weiterbildung zum Ausbilder wird bei der Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen absolviert und dauert 3 Tage. Die Ausbilderschulungen werden im
Abstand von 3 Jahren wiederholt. Der Ausbilder muss eine Ausbildung als Nothelfer (Plan für
das Grubenrettungswesen und Plan für das Gasschutzwesen) nachweisen. Ausbilder sind in
ihrer Funktion jährlich mindestens viermal tätig. Jede Seilmannschaft hat mindestens zwei
Ausbilder. Ausbilder sind verantwortliche Personen im Sinne des § 58 BBergG.

4.3.1 Inhalte

4.3.2 Ziele

Die Teilnehmer sollen in der Lage sein Vorbereitung, Durchführung und Überwachung einer
Übung unter ausgewählten arbeitsplatzspezifischen Bedingungen, sowie Organisation und
Logistik der notwendigen Ausrüstung eigenständig zu koordinieren. Die Prüfungsinhalte setzen
sich zusammen aus einen Wissenstest und der Durchführung bzw. Leitung einer Rettungsübung.

4.4 Aus- und Fortbildung der Gerätewarte (PSA Sachkundige)

Gerätewarte werden als Sachkundige für persönliche Schutzausrüstung zur Überprüfung der
Gurte, Seile und des Zubehörs entsprechend der Vorschriften (BGG 906) ausgebildet und
nachgeschult.

4.5 Allgemeines

Über alle Personen der Seilmannschaften und deren Aus- und Fortbildung sind innerhalb der
Wehren Listen zu führen ( Anlage 1 ). Die Dokumentation der Übungen und Einsätze umfassen
folgende Punkte (Datum, beteiligte Personen, verantwortliche Ausbilder, Dauer der Übung
/ Einsatz, behandelte Themen, Art der Übung / Einsatzaufgabe, besondere Vorkommnisse,
Unterschrift des Einsatzleiters) ( Anlage 2 ). Zusätzlich wird ein mannbezogener Ausbildungs-
und Einsatznachweis geführt. Die Aufzeichnungen unterliegen der jährlichen Revision
durch die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen. Ohne nachgewiesene Fortbildung und
Nachweis der Tätigkeit (Ausbilder) verlieren Ausbildungs- und Ausbildernachweise ihre Gültigkeit.

5 Pflichten der Mitglieder der Seilmannschaft

Jedes Mitglied der Seilmannschaft hat sich auf Eignung für den Dienst untersuchen zu lassen.
Die Mitglieder sind verpflichtet, vor Übungen und Einsätzen dem Truppführer bzw. Leiter der
Seilmannschaft zu melden, wenn sie sich körperlich nicht voll leistungsfähig fühlen. Das Mitglied
der Seilmannschaft hat den Leiter der Seilmannschaft über Krankheiten und Unfälle zu
unterrichten, die eine wesentliche Beeinträchtigung für den Dienst im Seiltrupp verursachen
können.

Die Mitglieder der Seilmannschaft leisten bei der Ausbildung und im Einsatz den Anweisungen
des Leiters der Seilmannschaft / Ausbilders Folge.

Sie nehmen an den Übungen, Ausbildungen und Unterweisungen (Kapitel 4) planmäßig teil.
Vor jeder Aktion im Seil wird die Ausrüstung durch Inaugenscheinnahme geprüft.

5.1 Gerätewarte ( PSA Sachkundige )

Der Gerätewart ist verantwortlich für die mindestens jährliche Prüfung der Ausrüstung. Weiterhin
obliegt ihm die Buchführung ( Anlage 3 ).

5.2 Leiter der Seilmannschaft

Der Leiter der Seilmannschaft ist für die Einhaltung und Durchführung der Regelungen verantwortlich,
die im jeweils gültigen Plan festgelegt sind.

6 Ausrüstung der Seilmannschaft

Zu Übungen und Einsätzen werden nur Ausrüstungsteile verwendet, die den Anforderungen
der PSA-Richtlinien BGR 198/ 199 oder den Empfehlungen der BBG entsprechen. Die
Ausrüstungsteile sind baumustergeprüft und gekennzeichnet. Die Benutzung und die Lebensdauer
aller Ausrüstungsteile werden in einem Buch dokumentiert. Die Ausrüstung wird mindestens
jährlich geprüft (BGR 906). Vor Gebrauch wird die Ausrüstung durch Inaugenscheinnahme
durch den Benutzer geprüft. Die Lagerung des Materials erfolgt in trockener und lichtgeschützter
Umgebung. Die Ausrüstung ist vor dem Zugriff unbefugter Personen gesichert. Die
Mindestausrüstung wird in der Anlage 4 aufgelistet.

7 Einsatz der Seilmannschaft

7.1 Alarmierung

Das Alarmierungssystem der Grubenwehr/ Gasschutzwehr steht zur Verfügung. Bei alleiniger
Alarmierung der Seilmannschaft, kann diese Einschränkung durch eine frei wählbare Texteingabe
spezifiziert werden.

7.2 Einsatzgrundsätze

Für Arbeitseinsätze wird eine Mindeststärke von einem Seiltrupp zuzüglich eines Einsatzleiters
(mit Ausbilderqualifikation) festgelegt. Der Rettungseinsatz kann begonnen werden wenn
ein Seiltrupp vorhanden ist.
Neben der örtlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung ist das Tragen von für
Seilarbeiten geeigneten Handschuhen festgeschrieben.
Bei allen Einsätzen werden zwei getrennte Systeme (Tragseil und Sicherungsseil) verwendet.
Das Sicherungssystem ist bei Rettungseinsätzen immer eine Fremdsicherung. Der Sicherungsmann
hat immer Sicht- oder Rufkontakt zum Abseilenden oder nutzt eine ständige Kommunikations-
einrichtung z.B. (Grubenwehrtelefonsystem I oder Funksystem über Tage). Bei allen
Einsätzen besteht für den Einsatzleiter eine direkte telefonische Verbindungsmöglichkeit
zur Rettungsleitstelle der Feuerwehr oder zu einer intern besetzten Stelle (Einsatzleitung über
Tage, Grubenwehrrettungsstelle), die ein Hilfeleistungsersuchen weiterleiten kann.
Wird Atemschutz eingesetzt, so wird nach den gültigen Plänen (Plan für das Grubenrettungswesen
bzw. Plan für das Gasschutzwesen) verfahren.

8 Hilfeleistung

Die Gruben- und Gasschutzwehren die unter der Betreuung der Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen der DSK stehen und eine Seilmannschaft unterhalten, leisten sich bei größeren
Einsätzen gegenseitig Hilfe. Wird die Hilfe benachbarter Mannschaften in Anspruch genommen,
so werden ortskundige Personen bereitgestellt. Hilfeleistungsmannschaften werden
vor der Anfahrt/ vor dem Einsatz über das Ereignis und ihre Aufgaben unterrichtet.

9 Störungen /Unfälle

Bei Störungen mit der Ausrüstung im Einsatz, bei Übungen und bei Prüfungen oder bei Unfällen,
die mit dem Benutzen der Abseilausrüstung ursächlich zusammenhängen können, ist
grundsätzlich die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen zu informieren.
Hierdurch wird sichergestellt, dass solche Ereignisse und mögliche Schlussfolgerungen an alle
betroffenen Stellen im Unternehmen schnell kommuniziert werden können.



Anlage 1 Bild



Anlage 2 Bild



Anlage 3 Bild



Anlage 4 Bild



 

 

Grubenrettungsplan RAG 2012 Titelbild

 

 

Plan für das Grubenrettungswesen

Ausgabe September 2012

 

Inhaltsverzeichnis:

1    AUFGABEN

2    STÄRKE UND ZUSAMMENSETZUNG DER GRUBENWEHR

2.1  Stärke der Grubenwehr
2.2  Zusammensetzung
2.3  Sondermitglieder
2.4  Wegweiser

3    GRUBENWEHRMITGLIEDSCHAFT

3.1 Aufnahme in die Grubenwehr
3.2 Ausscheiden aus der Grubenwehr
3.3 Arbeitsmedizinische Untersuchung

4   AUSBILDUNG

4.1    Grundausbildung
4.1.1 Theoretischer Teil
4.1.2  Praktischer Teil
4.1.3  Abschluss der Grundausbildung
4.2    Aus- und Fortbildung der Gerätewarte
4.3    Aus- und Fortbildung der Oberführer und Truppführer
4.4    Nachschulung der Oberführer, Truppführer und Wehrmänner
4.4.1 Allgemeines
4.4.2 Übungen
4.4.3 Unterweisungen

5     PFLICHTEN DER GRUBENWEHRMITGLIEDER

5.1  Grubenwehrmitglieder
5.2  Gerätewarte
5.3  Truppführer
5.4  Oberführer
5.5  Stellvertretende Oberführer

6     AUSRÜSTUNG UND EINRICHTUNGEN DER GRUBENWEHR

6.1  Atemschutzgeräte der Grubenwehr
6.2  Sonstige Ausrüstung
6.3  Grubenrettungsstelle

7     EINSATZ DER GRUBENWEHR

7.1  Alarmierung
7.2  Einsatzleitung
7.3  Einsatzgrundsätze
7.3.1 Allgemeines
7.3.2 Ersteinsatz / Erkundungseinsatz
7.3.3 Stationärer Grubenwehreinsatz
7.3.4 Geplante Einsätze der Grubenwehr
7.3.5 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung
7.3.6 Schlauchgeräte
7.3.7 Behältergeräte
7.3.8 Gasfiltergeräte
7.4    Einsatz ohne Atemschutzgerät

8    HILFELEISTUNG

9    STÖRUNGEN / UNFÄLLE MIT ATEMSCHUTZGERÄTEN

10  NACHWEISUNGEN

11  RETTUNGSWERK

12  ANLAGEN ZUM HAUPTBETRIEBSPLAN

13  BETEILIGUNG DER HAUPTSTELLEN FÜR DAS GRUBENRETTUNGSWESEN

 

ANLAGEN

Anlage 1   Grundausbildung Wehrmann
Anlage 2   Grubenwehrübungen
Anlage 3    Nachschulung in der Nothilfe
Anlage 4    Vorschriften für das Anlegen von Atemschutzgeräten
Anlage 5    Regeln für das Prüfen und Warten von Geräten der Grubenwehr
Anlage 6    Einsatztabellen
Anlage 7    Meldung I und Meldung II
Anlage 8    Hauptbetriebsplan
Anlage 9    Fitnesstest der Grubenwehr

 

 

1 Aufgaben

Die Grubenwehr wird unter Tage eingesetzt zur Rettung und Bergung von Menschen und zur
Erhaltung von Sachwerten nach Explosionen sowie bei Grubenbränden und anderen Ereignissen,
bei denen eine Gefährdung durch schädliche Gase, Sauerstoffmangel oder Grubenwasser
eintreten kann.

2 Stärke und Zusammensetzung der Grubenwehr

2.1 Stärke der Grubenwehr

Die Zahl der Grubenwehrtrupps (Planstärke) wird im Einvernehmen mit der zuständigen
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen festgelegt. Die Mindestplanstärke einer Grubenwehr
im Steinkohlenbergbau beträgt 10 Trupps.

Abhängig von der

kann eine größere Planstärke festgelegt werden.

Ein Trupp besteht aus einem Truppführer und vier Wehrmännern.

Die festgelegte Planstärke ist mindestens einzuhalten. Die tatsächliche Stärke der Grubenwehr
(Ist-Stärke) kann über der Planstärke liegen, um auch bei unvorhersehbarem Ausscheiden
von Grubenwehrmitgliedern die Planstärke einzuhalten. Die Summe der Einzelstärke muss
die abgestimmte Gesamtplanstärke aller Grubenwehren der RAG ergeben.

2.2 Zusammensetzung

Die Grubenwehr setzt sich wie folgt zusammen:

1 Oberführer (AT-Angestellter),

8 stellvertretende Oberführer (möglichst AT-Angestellte),

10 Truppführer (bei 10 Trupps Planstärke),

40 Wehrmänner (bei 10 Trupps Planstärke),

1 Hauptgerätewart (möglichst Facharbeiter),

10 Gerätewarte (bei 10 Trupps Planstärke).

Zusätzlich werden mindestens 5 Wehrmänner als Gerätewarte ausgebildet.

Oberführer, stellvertretende Oberführer und Truppführer sind verantwortliche Personen.
Die für den Einsatz der Grubenwehr notwendigen Beschäftigungsgruppen des
Grubenbetriebes sind in der Grubenwehr vertreten.

2.3 Sondermitglieder

Sondermitglieder sind Mitglieder der Grubenwehr, die für den Ersteinsatz der Grubenwehr
nicht zur Verfügung stehen, da sie auch für andere Aufgaben im Rahmen des Rettungswerks
benötigt werden. Ansonsten können Sondermitglieder gemäß ihrer Grubenwehrausbildung
(stellv. Oberführer, Truppführer, Wehrmann) eingesetzt werden. Die Sondermitglieder einer
Grubenwehr sind Mitarbeiter des jeweiligen Bergwerks und

Im Mitgliederverzeichnis werden sie entsprechend ihrer Grubenwehrausbildung geführt und
ggf. zusätzlich als Sondermitglied gekennzeichnet. Sondermitglieder zählen nicht zur Planstärke.
Die für Mitglieder der Grubenwehr geltenden Regelungen bleiben unberührt.

Sachverständige für Rettungswesen, Brand- und Explosionsschutz, Sprengwesen, Gruben-
bewetterung, Gasausbruchs- und Gebirgsschlagsverhütung, Mess- und Regeltechnik,
Strahlenschutz und Arbeitsmediziner können mit Zustimmung der zuständigen Hauptstelle für
das Grubenrettungswesen in einer zentralen Grubenwehr eine Sondermitgliedschaft erhalten.

2.4 Wegweiser

In Sonderfällen, wenn keine eigene Grubenwehr unterhalten wird, werden Wegweiser zur
Führung der Hilfeleistungswehren eingesetzt. Wegweiser sind Atemschutzgeräteträger, die
zum Wehrmann ausgebildet werden und jährlich an mindestens zwei zweistündigen Gruben-
wehrübungen mit Atemschutzgeräten teilnehmen. Sie unterliegen ebenfalls den Bestimmungen
nach Abschnitt 3.3 "Arbeitsmedizinische Untersuchung".

3 Grubenwehrmitgliedschaft

3.1 Aufnahme in die Grubenwehr

Der Beitritt zur Grubenwehr ist freiwillig. Bewerbungen um Aufnahme werden an den
Oberführer gerichtet. In die Grubenwehr werden als Wehrmänner nur Personen
aufgenommen, die

- mindestens 18 Jahre alt sind,

- im Jahr vor der Aufnahme unter Tage gearbeitet haben und insgesamt mindestens 1 Jahr
  unter Tage gearbeitet haben. Diese Voraussetzung gilt nicht für Arbeitsmediziner als Sonder-
  mitglieder und für Gerätewarte.

- nach ärztlicher Bescheinigung für den Dienst in der Grubenwehr geeignet sind (Abschnitt 3.3),

- gem. Abschnitt 4.1 des Plans ausgebildet wurden.

Nach Abschluss der Grundausbildung sind die Anwärter mit der Eintragung in die
Mitgliederkartei in die Grubenwehr aufgenommen. Als Eintrittsdatum gilt dann der Tag
der ersten Grubenwehrübung.
Bei der Aufnahme wird ihnen der Plan für das Grubenrettungswesen ausgehändigt, dessen Empfang
sie durch Unterschrift bestätigen. Aus den “Pflichten der Grubenwehrmitglieder“ (Kapitel 5) ergibt
sich die für Grubenwehrmitglieder verbindliche Dienstanweisung.

Nach Aufnahme erhält das Grubenwehrmitglied einen geänderten RAG-Mitarbeiterausweis,
der ihn auch als Grubenwehrmitglied ausweist.

In die Grubenwehr eines Bergwerks werden nur Mitarbeiter des Bergwerks aufgenommen
(Ausnahmen sind zuständige Wetteringenieure des Servicebereiches).

Mitarbeiter der RAG, die nicht Mitarbeiter eines Bergwerkes sind, sowie Mitarbeiter anderer
Unternehmen, die für die RAG unter Tage arbeiten oder für die Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen arbeiten, können bei der Zentralen Wehr eine Mitgliedschaft erhalten.

Bei Verlegung wechselt ein Grubenwehrmitglied in die Grubenwehr des aufnehmenden Bergwerks.
Bei einem unverzüglichen Wechsel (innerhalb von 3 Monaten) handelt es sich um eine
Übernahme, für die die Aufnahmekriterien nicht gelten. Eine nahtlose Verlegung ist anzustreben.
Die Entscheidung über die Übernahme obliegt dem Oberführer der übernehmenden Grubenwehr
in Abstimmung mit der Werksleitung. Bei Verlegung in einen Servicebereich können
Grubenwehrmitglieder in der Grubenwehr eines Bergwerkes verbleiben, wenn ihr Arbeitsplatz
überwiegend auf dem Bergwerk ist oder sie wechseln zur Zentralen Wehr des Servicebereiches
BT.

3.2 Ausscheiden aus der Grubenwehr

Die Mitgliedschaft endet

Der Ausschluss eines Grubenwehrmitgliedes ist zulässig, wenn ein wichtiger Grund vorliegt.
Ein wichtiger Grund kann insbesondere dann vorliegen, wenn das Grubenwehrmitglied sein
jährliches Übungssoll nicht erfüllt. Vor der Ausschließung wird dem Mitglied Gelegenheit zur
Stellungnahme gegeben. Der Ausschluss wird dem Betroffenen durch den Oberführer schriftlich
mitgeteilt.

3.3 Arbeitsmedizinische Untersuchung

Bewerber und Mitglieder der Grubenwehr werden auf Eignung für den Dienst in der Grubenwehr
nach dem "Plan für die Durchführung der ärztlichen Untersuchung" untersucht. Nachuntersuchungen
für Mitglieder erfolgen spätestens vor Ablauf von 24 Monaten. Mitglieder vor Vollendung des
21. Lebensjahres und nach Vollendung des 40. Lebensjahres werden vor Ablauf von 12 Monaten
untersucht.

Nach Krankheiten und Unfällen, die eine wesentliche Beeinträchtigung für den Dienst in der
Grubenwehr verursachen können, wird eine erneute ärztliche Untersuchung auf Eignung
durch den Oberführer veranlasst. Erst nach Bestätigung der Eignung durch den Arzt kann der
Dienst in der Grubenwehr wieder aufgenommen werden.

Jedes Grubenwehrmitglied nimmt gemäß Anlage 9 an einem Fitnesstest teil, der im Abstand von
längstens 2 Jahren wiederholt werden muss. Grubenwehrmitglieder über 50 Jahre müssen diesen
Test jährlich absolvieren. Das Ergebnis ist dem Arzt bei der jeweils nächstfolgenden arbeits-
medizinischen Untersuchung vorzulegen.

4 Ausbildung

4.1 Grundausbildung

Die Grundausbildung der Grubenwehrmitglieder soll bei der zuständigen Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen durchgeführt werden. Die Ausbildung umfasst mindestens 40 Stunden
und gliedert sich in einen theoretischen und praktischen Teil.

Für die Ausbildung im Atemschutz sind nach BGR 190 mindestens 20 Stunden durchzuführen.
Wird die Grundausbildung innerhalb der Grubenwehr durchgeführt, so sind die Ausbildungszeiten
innerhalb eines halben Jahres abzuleisten und zu dokumentieren (Anlage 1). Zusätzlich wird
jedes Grubenwehrmitglied zum Nothelfer ausgebildet.

4.1.1 Theoretischer Teil

In der theoretischen Ausbildung werden folgende Themen behandelt:

4.1.2 Praktischer Teil

In der praktischen Ausbildung werden die Grubenwehrmänner an das Arbeiten mit angelegtem
Atemschutzgerät gewöhnt. Es werden eine Gewöhnungsübung im Regenerationsgerät, eine
Standardübung und eine Löschübung durchgeführt.

4.1.3 Abschluss der Grundausbildung

Die Anwärter werden in die Grubenwehr aufgenommen, wenn sie die erforderlichen Kenntnisse
nachgewiesen (theoretische Prüfung) und die Standardübung ohne Unterbrechung und
Beanstandung durchgeführt haben.

4.2 Aus- und Fortbildung der Gerätewarte

Als Gerätewarte werden nur Gruben- oder Gasschutzwehrmitglieder ausgebildet, die

Gerätewarte werden bei der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen in einem
Grundlehrgang ausgebildet und in Zeitabständen von längstens vier Jahren nachgeschult.

4.3 Aus- und Fortbildung der Oberführer und Truppführer

Grubenwehrführer werden bei der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
ausgebildet und in Zeitabständen von längstens zwei Jahren fortgebildet. Näheres regeln die
Lehrgangspläne der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen.

Darüber hinaus findet bei den Hauptstellen für das Grubenrettungswesen ein regelmäßiger
Erfahrungsaustausch statt (z. B. Oberführer-Tagungen und Oberführer-Besprechungen).

4.4 Nachschulung der Oberführer, Truppführer und Wehrmänner

4.4.1 Allgemeines

Die praktische Nachschulung der Grubenwehrführer und Wehrmänner erfolgt in
Übungsschichten und/oder in Übungen außerhalb der Schichtzeit. Die Übungen werden
möglichst gleichmäßig über das Jahr verteilt.

4.4.2 Übungen

Grubenwehrführer und Wehrmänner verfahren jährlich mindestens fünf Übungen mit frei
tragbaren umluftunabhängigen Atemschutzgeräten. Grubenwehrmitglieder mit einer
Mitgliedschaft < 5 Jahre verfahren eine sechste Übung mit besonderem Schwerpunkt.
Es sollen

verfahren werden.

In vom Oberführer fest zu legenden Abständen - jedoch mindestens zweimal im Jahr -
wird das Grubenwehrmitglied einer Konditionsprüfung unterzogen (Wertzahl mindestens
75 beim Dynavittrainer). Ein Dynavitwert von 100 ist anzustreben.

Jeder Grubenwehrmann verfährt jährlich mindestens eine Übung unter Aufsicht der
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen. Die Übungen können bei der Hauptstelle
für das Grubenrettungswesen oder im Übungshaus der Grubenwehr durchgeführt werden.
Die Vergleichbarkeit der Bedingungen ist hierbei gewährleistet.

Der Grubenwehr steht ein Übungsraum zur Verfügung, in dem bei erhöhter Temperatur
und Sichtbehinderung (Rauch/Nebel) besondere Übungsaufgaben durchgeführt werden.
Der Übungsraum ist mit einer auf die Truppstärke abgestimmten Zahl von Schlaggeräten
und Fahrradtrainern sowie Fahrten ausgerüstet.

Der Übungsraum ist mit einer Telefonleitung (Grubenwehrtelefon II) ausgerüstet, über
die der Trupp von jeder Stelle mit der Übungsaufsicht sprechen kann.

Der Übungsraum hat Notausgänge.

Die Übungen finden unter Aufsicht eines Oberführers und evtl. eines von ihm beauftragten
Truppführers statt. Die Aufsicht übt selbst nicht mit.

Kann ein Grubenwehrmitglied aus Gründen, die es nicht zu vertreten hat (im wesentlichen
Krankheit), nicht an mindestens 5 Übungen im Kalenderjahr teilnehmen, kann maximal
eine ausgefallene Übung spätestens in den ersten zwei Monaten des folgenden Kalender-
jahres bei der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen nachgeholt werden.

Übungen werden im Regelfall nicht in Räumen oder Grubenbauen mit schädlichen Gasen
oder Sauerstoffmangel durchgeführt. Feuerlöschübungen, bei denen mit dem Auftreten
schädlicher Gase oder Sauerstoffmangel zu rechnen ist, werden von der Grubenwehr
unter Beachtung der Regeln für den Ernstfall verfahren.

4.4.3 Unterweisungen

Theoretische Nachschulungen werden im Rahmen von Übungsschichten oder in Form
von mindestens vier zusätzlichen Unterweisungen von je zweistündiger Dauer durchgeführt.
Es werden mindestens die Themen der Grundausbildung behandelt.

Jährlich nimmt jedes Grubenwehrmitglied an einer Unterweisung der Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen teil.

Außerdem muss jedes Grubenwehrmitglied im Abstand von 2 Jahren in der Handhabung
von Löschgeräten der Grubenwehr theoretisch und praktisch ausgebildet werden.

Jedes Grubenwehrmitglied wird jährlich gemäß Anlage 3 in der Nothilfe nachgeschult.

Die Gerätewarte werden mindestens fünf Schichten im Jahr mit Wartungsarbeiten an
Atemschutzgeräten betraut.

5 Pflichten der Grubenwehrmitglieder

5.1 Grubenwehrmitglieder

Jedes Grubenwehrmitglied hat sich auf Eignung für den Dienst in der Grubenwehr
untersuchen zu lassen. Die Grubenwehrmitglieder sind verpflichtet, vor Übungen und
Einsätzen dem Truppführer bzw. dem Oberführer zu melden, wenn sie sich körperlich
nicht voll leistungsfähig fühlen. Das Grubenwehrmitglied hat den Oberführer über
Krankheiten und Unfälle zu unterrichten, die eine wesentliche Beeinträchtigung für den
Dienst in der Grubenwehr verursachen können. Das Grubenwehrmitglied hat dafür
Sorge zu tragen, dass es den Anforderungen der Übungen und Einsätze durch
ausreichende Kondition gewachsen ist.

Die Mitglieder der Grubenwehr leisten bei der Ausbildung und im Einsatz den
Anweisungen des Oberführers oder des von ihm beauftragten Grubenwehrführers Folge.

Sie nehmen an den Übungen, Ausbildungen und Unterweisungen (Kapitel 4) planmäßig
teil.

Das Anlegen der Geräte hat nach den Anlegevorschriften (Anlage 4) zu erfolgen.
Werden als Atemanschluss Mundstück und Nasenklemme eingesetzt, so gilt ein striktes
Sprechverbot. Bemerkt ein Mitglied der Grubenwehr bei der Benutzung von Atem-
schutzgeräten Unregelmäßigkeiten im eigenen Befinden oder am Atemschutzgerät,
so ist die für den Ablauf des Einsatzes oder der Übung verantwortliche Person darauf
hinzuweisen.

Die Grubenwehrmitglieder werden mit Alarmierungsempfänger ausgestattet und halten
diese empfangsbereit. Grubenwehrmitglieder, die direkt oder auf andere Weise alarmiert
worden sind, begeben sich unverzüglich zur Grubenrettungsstelle (bzw. zu der bei der
Alarmierung angegebenen Stelle) und halten sich für den Einsatz bereit.

5.2 Gerätewarte

Jeder Gerätewart hat sich auf übertragbare Hautkrankheiten, Lungentuberkulose und Infekt-
ionskrankheiten ärztlich untersuchen zu lassen. Bei jedem Verdacht auf Krankheiten, die der
Wartung von Atemschutzgeräten entgegenstehen, hat der Gerätewart sich zusätzlich ärztlich
untersuchen zu lassen.

Die Gerätewarte prüfen und warten die Geräte und Einrichtungen der Grubenwehr nach den
Regeln der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen (Anlage 5) und führen die entsprechenden
Nachweise. Nach jeder Benutzung sorgen sie dafür, dass eine ausreichende Zahl von Atem-
schutzgeräten wieder einsatzbereit zur Verfügung steht und nicht einsatzbereite Atemschutz-
geräte als "nicht einsatzbereit" gekennzeichnet werden. Der Gerätewart darf nur geprüfte
Atemschutzgeräte ausgeben. Diese Forderung gilt als erfüllt, wenn die letzte Prüfung
nicht länger als einen Monat zurückliegt und während dieser Zeit kein Unbefugter Zugang zu
den Geräten hatte.

Der Hauptgerätewart ist zusätzlich dafür verantwortlich, dass die Ausrüstung der Grubenwehr
einsatzbereit gehalten wird. Reichen die Bestände an einsatzfähigen Geräten, Ersatzteilen
und Zubehör sowie sonstigen Materialien in der Grubenrettungsstelle nicht aus, so hat der
Hauptgerätewart dies dem Oberführer zu melden.

Bei Übungen mit Atemschutzgeräten achtet der Hauptgerätewart darauf, dass alle vorhandenen
Geräte gleichmäßig eingesetzt werden. Der Hauptgerätewart führt die regelmäßige Schulung
der anderen Gerätewarte durch.

Die Gerätewarte unterstützen den Hauptgerätewart bei der Erfüllung seiner Aufgaben und
vertreten ihn nach Weisung des Oberführers.

5.3 Truppführer

Die Truppführer führen die Anweisungen aus, die sie vom Oberführer erhalten. Sie sind bei
den Übungen und im Ernstfall Vorgesetzte ihres Trupps. Die Truppführer sind verantwortlich
für ihren Trupp; z. B. vorschriftsmäßiges Anlegen der Atemschutzgeräte, Einhaltung der
Einsatzgrundsätze, Verteilung der Mess- und Arbeitsaufträge sowie die ordnungsgemäße
und vollständige Ausrüstung im Trupp.

Besondere Beobachtungen im Einsatz oder bei der Übung (z. B. Mängel an Geräten,
Abbruch der Übung oder des Einsatzes) werden dem Oberführer bzw. der Übungsaufsicht
gemeldet.

5.4 Oberführer

Der Oberführer ist für die Einhaltung und Durchführung der Regelungen verantwortlich,
die im jeweils gültigen Plan für das Grubenrettungswesen festgelegt sind. Der Oberführer
ist bei der Ausbildung, der Nachschulung und bei Einsätzen Vorgesetzter aller Grubenwehr-
mitglieder.

Der Oberführer ist dafür verantwortlich, dass

  1. die Grubenwehr nach Weisung der Einsatzleitung sachgemäß eingesetzt wird,

  2. nur die Grubenwehrmitglieder an Übungen oder Einsätzen teilnehmen, deren Eignung
    für den Dienst in der Grubenwehr vom Arzt bestätigt ist,

  3. die Übungen und Unterweisungen regelmäßig abgehalten und die Übungen ordnungs-
    gemäß beaufsichtigt werden (Abschnitt 4.4.1 und 4.1.2),

  4. besondere Beobachtungen bei der Übung oder beim Einsatz (z. B. Mängel an Geräten,
    Abbruch der Übung oder des Einsatzes) im Leistungsbuch bzw. Einsatztagebuch
    vermerkt werden,

  5. besondere Fehler an den Geräten sofort der zuständigen Hauptstelle für das Gruben-
    rettungswesen gemeldet werden,

  6. Unfälle, die mit dem Benutzen von Atemschutzgeräten ursächlich zusammenhängen
    können, der Bergbehörde und der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungs-
    wesen sofort fernmündlich gemeldet werden und das Atemschutzgerät sichergestellt
    wird,

  7. Bewerber um Aufnahme in die Grubenwehr, die die Voraussetzungen gem. Abschnitt 3.1
    erfüllen, ausgebildet werden. Er überzeugt sich von den Kenntnissen, die die Anwärter
    gem. Abschnitt 4.1.3 haben und händigt ihnen nach Aufnahme in die Grubenwehr den
    Plan für das Grubenrettungswesen und den Mitgliedsausweis aus.

  8. die Geschäftsführung der Grubenwehr ordnungsgemäß abgewickelt wird (z. B. Führen
    der Mitgliederkartei (Mitglieder- und Übungsbuch), des Leistungs- und Prüfungs-
    buches, des Mitgliederverzeichnisses und der Geräte- und Ausrüstungsnachweise
    der Grubenwehr).

Außerdem vergewissert er sich, dass

  1. seine Stellvertretung geregelt ist,

  2. die Grubenwehr über die notwendige Ausrüstung verfügt,

  3. die Grubenwehr in richtiger Stärke und Zusammensetzung einsatzbereit ist und
    sämtliche Mitglieder im Ernstfall schnellstens alarmiert und zum Einsatz gebracht
    werden können,

  4. geplante Einsätze der Grubenwehr mit der zuständigen Hauptstelle für das
    Grubenrettungswesen abgesprochen und der Bergbehörde betriebsplanmäßig
    angezeigt werden,

  5. der Notfallplan in der Grubenrettungsstelle verfügbar ist,

  6. Wetterführungsplan, Feuerlöschplan, Rohrleitungspläne (z. B. Wasser, Luft,
    Gasabsaugung, Dammbaustoffversorgung) und Inertisierungspläne dem neuesten
    Stand entsprechend in der Grubenrettungsstelle ausgehängt bzw. verfügbar sind,

  7. das Mitgliederverzeichnis an den unter Kapitel 10 genannten Stellen verfügbar ist,

  8. die unter Abschnitt 4.4 vorgesehenen Aus- und Fortbildungsfristen für Oberführer,
    stellv. Oberführer, Truppführer und Gerätewarte eingehalten werden,

  9. die Termine der Übungen und Unterweisungen der zuständigen Hauptstelle für
    das Grubenrettungswesen rechtzeitig mitgeteilt werden,

  10. entsprechend der Laufzeit des jeweiligen Hauptbetriebsplans der Vordruck zum
    Hauptbetriebsplan überprüft und zwischenzeitliche Änderungen oder Ergänzungen
    mit dem gleichen Vordruck der Bergbehörde mitgeteilt und eine Durchschrift
    dieser Mitteilung der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
    eingereicht werden,

  11. jedes Jahr bis zum 1. Februar der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungs-
    wesen der Jahresbericht und eine Durchschrift ohne Mitgliederverzeichnis der
    Bergbehörde eingereicht werden,

  12. der Bergbehörde und der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen

5.5 Stellvertretende Oberführer

Die stellvertretenden Oberführer unterstützen den Oberführer bei der Erfüllung seiner
Aufgaben und vertreten ihn.

6 Ausrüstung und Einrichtungen der Grubenwehr

6.1 Atemschutzgeräte der Grubenwehr

Zu Übungen und Einsätzen werden nur geeignete Atemschutzgeräte und Atemgarnituren
eingesetzt.

6.2 Sonstige Ausrüstung

In der Grubenrettungsstelle werden Messgeräte, Hilfsgeräte, Prüfgeräte und Geräte
zur Wiederbelebung bereitgehalten. Weiterhin werden für jedes Grubenwehrmitglied
Flammenschutzanzüge mit zugehöriger Unterbekleidung und für Einsätze bei Explosions-
gefahr Kopfhauben und Schutzhandschuhe bereitgehalten.

6.3 Grubenrettungsstelle

Die Ausrüstung der Grubenwehr wird in besonderen Räumen aufbewahrt, die nur für
die Grubenwehr bestimmt sind. Sie entspricht mindestens der von den Hauptstellen für
das Grubenrettungswesen empfohlenen Grundausrüstung.

7 Einsatz der Grubenwehr

7.1 Alarmierung

Es ist sichergestellt, dass die Mitglieder der Grubenwehr im Ernstfall unverzüglich
alarmiert werden. Außerdem können die Grubenwehrmitglieder, die sich im Arbeits-
einsatz unter Tage befinden, durch die im Betrieb vorhandenen Kommunikationsmittel
in kurzer Zeit benachrichtigt werden.

Das Alarmsystem wird monatlich mindestens einmal überprüft ("Geräteprobe").

Einmal pro Kalenderjahr wird die Grubenwehr ernstfallmäßig alarmiert ("Probealarm").
Das Ergebnis dieses Probealarms wird schriftlich festgehalten. Als Alarmzeit gilt
die Zeit vom Auslösen des Probealarms bis zur Meldung, dass zwei Grubenwehrtrupps
mit geschulterten Geräten, der Ausrüstung für den Ersteinsatz und zusätzlich ein Oberführer
oder ein Truppführer einsatzbereit in der Rettungsstelle sind. Der Probealarm wird beendet,
wenn die beiden Trupps die Bereitschaftsstelle unter Tage erreicht haben. Einzelheiten zur
Durchführung der Probealarme werden mit der zuständigen Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen abgestimmt.

Zusätzlich wird ein Probealarm, unter Einbeziehung aller Hilfeleistungswehren von der
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen organisiert.

Nach einer realen Alarmierung kann im laufenden Kalenderjahr auf die Probealarmierung
verzichtet werden.

7.2 Einsatzleitung

Bei Betriebsereignissen, die den Einsatz der Grubenwehr zur Rettung oder Bergung von
Personen erforderlich machen, leitet der Bergwerksdirektor oder sein Beauftragter das
Rettungswerk. Bei Einsätzen der Grubenwehr zur Erhaltung von Sachwerten nach
Explosionen und bei Grubenbränden wird sinngemäß verfahren. Die Einsatzleitung wird
grundsätzlich über Tage installiert.

Die Zusammensetzung der Einsatzleitung ist im Notfallplan geregelt.

Die Einsatzleitung unterrichtet den Oberführer über die jeweilige Lage und gibt ihm die
für den Grubenwehreinsatz erforderlichen Aufträge. Im Rahmen dieser Aufträge regelt
der an der Bereitschaftsstelle verantwortliche Oberführer den Einsatz der Grubenwehr.

In vereinbarten Zeitabständen berichtet er der Einsatzleitung. Besondere Beobachtungen
und Ereignisse werden unverzüglich gemeldet.

7.3 Einsatzgrundsätze

Die Einsatzgrundsätze sind zum einen abhängig von der Art des Einsatzes und zum
anderen von der Art der eingesetzten Atemschutzgeräte. Bei Anfahrt der Grubenwehr
sind alle verfügbaren und für den Personentransport zugelassenen Transportmittel zu nutzen.

7.3.1 Allgemeines

Nachstehende Regeln gelten grundsätzlich für den Einsatz der Grubenwehr mit Atem-
schutzgeräten. Sofern sich aufgrund der Art des Einsatzes oder der Auswahl des Atem-
schutzgerätes zusätzliche oder abweichende Regeln ergeben, sind diese in den
entsprechenden Abschnitten aufgeführt.

Anfahrt

Die Anfahrt der Grubenwehr wird grundsätzlich in unbelasteten Wettern durchgeführt.
Alle unter Tage befindlichen Grubenwehrmitglieder führen Filterselbstretter mit sich.

Bereitschaftsstelle

Die Bereitschaftsstelle wird - nach Abstimmung mit der Einsatzleitung - in der Regel
in einem durchgehenden Wetterstrom eingerichtet, der keine Brandgase oder Explosions-
schwaden enthält. Dabei wird beachtet, dass die Bereitschaftsstelle einerseits so nah wie
möglich am Einsatzort und andererseits in sicherer Entfernung liegen soll. Die Bereit-
schaftsstelle verfügt über möglichst zwei Fernsprechanschlüsse, einen Wasseranschluss
und ausreichende Beleuchtung. Hier werden die Atemschutzgeräte und die für den
Einsatz notwendige Ausrüstung gelagert. Darüber hinaus werden hier ein umluftunab-
hängiges Wiederbelebungsgerät, ein Schleifkorb und Mittel für die Erste Hilfe bereit-
gehalten.

Für Grubenwehrmitglieder, die Atemschutzgeräte der Grubenwehr (z. B. Sauerstoff-
schutzgeräte, Schlauchgeräte) oder Sauerstoffselbstretter tragen, werden die Filter-
selbstretter während des Einsatzes an der Bereitschaftsstelle zurückgelassen. Für die
aus dem Einsatz zurückkehrenden Grubenwehrmitglieder werden Getränke bereit-
gehalten.

Die Aufsicht an der Bereitschaftsstelle übt ein Oberführer oder vorübergehend ein
von ihm beauftragter Truppführer aus.

Die Bereitschaftsstelle ist ständig mit mindestens einem Gerätewart besetzt.

Über die Einsätze wird ein Einsatztagebuch geführt.

Bei außergewöhnlich schwierigen Einsätzen (z. B. Bergungseinsätze, Befahrung von
langen Bergen, Blindschächten und niedrigen Grubenbauen) steht ein Arzt zur
sofortigen Hilfeleistung an der Bereitschaftsstelle zur Verfügung.

Einsatz

Die Grubenwehr geht nur in geschlossenen Trupps vor (ein Truppführer und vier Mann).
Erscheint es nach Klärung der örtlichen Verhältnisse vertretbar, einen Grubenwehrtrupp
in geringerer Stärke einzusetzen, so kann der Oberführer dies im Einvernehmen mit
der Einsatzleitung anordnen. Unter den vorgehenden Grubenwehrmännern befindet
sich jedoch immer ein Truppführer.

Mit besonderen Aufgaben können auch einzelne Grubenwehrmitglieder beauftragt
werden, wenn deren laufende Überwachung sichergestellt ist. Der verantwortliche
Oberführer oder der von ihm beauftragte Truppführer erteilt die für den Einsatz
notwendigen Weisungen an die Truppführer.

Während des Einsatzes werden die sicherheitlich notwendigen Messungen
(z. B. CO, CH4 und Klimawerte) durchgeführt.

Beim Einsatz besteht zwischen der Bereitschaftsstelle und dem vorgehenden Trupp
(Truppführer) eine ständige Sprechverbindung. Nach einer Erkundung und bei
übersichtlichen Verhältnissen kann auf eine ständige Sprechverbindung verzichtet
werden, der Truppführer meldet sich dann in Abständen von höchstens 15 Minuten
bei der Bereitschaftsstelle. In jedem Trupp verfügt neben dem Truppführer ein
zweiter Mann über eine Sprechmöglichkeit.

Bei der Benutzung von Einrichtungen zur Personenbeförderung wird gewährleistet,
dass jederzeit ein Rückzug veranlasst werden kann. Das gleiche gilt, wenn Gruben-
wehrtrupps mit Schacht- und/oder Schrägförderanlagen in Grubenbaue fahren, in
denen Brandwetter abgeführt werden.

Grubenwehrmitglieder, die erst vor kurzem eine Krankheit überstanden haben
oder sich nicht voll einsatzfähig fühlen (z. B. Grippe, grippale Infekte, Erkältungs-
krankheiten, Nachwirkung von Alkoholgenuss), werden vom Einsatz ausgeschlossen.

Einsatz unter erschwerten klimatischen Bedingungen

Vor dem Einsatz werden die Grubenwehrmitglieder darauf hingewiesen, während
des Einsatzes nur kurze Pausen einzulegen und den Truppführer auf Anzeichen
einer beginnenden Wärmestauung aufmerksam zu machen (Harndrang, Gänsehaut,
Schwere in den Beinen, Kopfschmerzen, Seh- und Hörstörungen, Übelkeit usw.).
Der Oberführer wird über das mitgeführte Grubenwehrtelefon sofort von einem
derartigen Vorfall unterrichtet. Der Trupp tritt dann sofort den Rückmarsch an.

Für die aus dem Einsatz zurückkehrenden Grubenwehrmitglieder werden trockene
Kleidung und Getränke bereitgehalten.

Bei Einsätzen unter außergewöhnlich schwierigen Klimabedingungen ist ein Arzt
an der Bereitschaftsstelle anwesend. Außergewöhnlich schwierige Klimabedingungen
liegen dann vor, wenn die Einsatztabellen (Anlage 6) nur noch eine Einsatzdauer von
max. 25 Minuten (Einsatz in leichter Bekleidung oder Flammenschutzkleidung ohne
Kühlweste) oder weniger zulassen. Eine mögliche Einsatzdauerverlängerung durch
das Tragen von Kühlwesten ist hiervon unbenommen.

Einsatz in inerter Atmosphäre

Bei stationären Einsätzen werden zusätzlich ein umluftunabhängiges Wieder-
belebungsgerät, ein Defibrillator sowie ein Schleifkorb am Arbeitsplatz bereitgehalten.

Reservetrupp

Für jeden Grubenwehrtrupp im Einsatz wird ein Reservetrupp vorgehalten. Werden
von einer Bereitschaftsstelle aus mehrere Trupps eingesetzt, kann im Einvernehmen
mit der Einsatzleitung hiervon abgewichen werden. Der Reservetrupp besteht immer
aus einem Truppführer und vier Wehrmännern.

Der Truppführer des Reservetrupps hört den Sprechverkehr zwischen dem vorgehenden
Trupp und dem Oberführer an der Bereitschaftsstelle mit.

Einsatzdauer

Die Einsatzdauer beträgt im Allgemeinen 2 Stunden, beim Einsatz in Flammenschutz-
kleidung im Allgemeinen 90 Minuten.

Der Einsatztrupp misst die Klimawerte (Trockentemperatur, Feuchttemperatur bzw.
relative Feuchte) mit einem geeigneten Messgerät (z. B. Psychrometer) und meldet
die Ergebnisse dem Oberführer an der Bereitschaftsstelle. Die Klimawerte werden
beim Einsatz der Grubenwehr mindestens zu Beginn, nach 5 Minuten und in weiteren
Zeitabständen von 5 bis 15 Minuten gemessen.

Der Oberführer ermittelt anhand der in der Anlage 6 zusammengestellten Tabellen
die zulässige Dauer des Einsatzes. Hierbei werden unterschiedliche Bekleidungen
berücksichtigt:

Bei besonders anstrengenden Grubenwehreinsätzen in Grubenbauen mit geringer
Wetterbewegung (z. B. Befahrung von Bergen oder Blindschächten) oder bei einer
klimatischen Vorbelastung durch einen unmittelbar vorangegangenen langen
Anmarschweg in warmen Wettern werden - in Absprache mit der Einsatzleitung -
Abschläge von der zulässigen Einsatzdauer nach Einsatzdauertabelle vorgenommen.

Rückmarsch

Der Rückmarsch eines Einsatztrupps kann jederzeit unmittelbar durch den Oberführer
an der Bereitschaftsstelle und mittelbar durch die Einsatzleitung angeordnet werden.
Der Trupp geht immer geschlossen zurück.

Truppführer können unabhängig von ihren Aufträgen den Rückzug des Trupps
eigenverantwortlich antreten. Die Anordnung zum Rückmarsch des Einsatztrupps
wird dann vom Truppführer getroffen, wenn

Bei Rückmarsch eines Einsatztrupps geht der Reservetrupp diesem ggf. entgegen.

Der Reservetrupp führt eine eigene Sprechverbindung mit sich.

7.3.2 Ersteinsatz / Erkundungseinsatz

Anfahrt

Die Grubenwehr fährt grundsätzlich im Flammenschutzanzug und zugehöriger
Unterbekleidung an.

Trupp 1 und 2 fahren mit ihrer Grundausrüstung unverzüglich an, danach werden
zwei weitere Trupps mit zusätzlicher Ausrüstung zur Unterstützung nachgeschickt.

Bereitschaftsstelle

Beim Erst-/Erkundungseinsatz der Grubenwehr wird eine vorläufige Bereitschaftsstelle
eingerichtet, die eine telefonische Verbindung mit der Einsatzleitung hat.

Einsatz

Erst-/Erkundungseinsätze werden ausschließlich mit frei tragbaren umluftunabhängigen
Atemschutzgeräten durchgeführt. Vor dem Einsatz wird je nach Situationslage die
Art der Bekleidung mit der Einsatzleitung abgestimmt. Beim Einsatz der Grubenwehr
in vollständiger Flammenschutzkleidung werden grundsätzlich die Atemschutzgeräte
unabhängig von der Zusammensetzung der Umgebungsatmosphäre angelegt.

Reservetrupp

Der Oberführer darf die Grubenwehr erst dann einsetzen, wenn mindestens ein
Reservetrupp bereitsteht.

Zur Rettung von Menschen kann der Oberführer jedoch - abweichend hiervon -
die Grubenwehr auch schon dann einsetzen, wenn noch kein Reservetrupp bereitsteht,
aber mit dem baldigen Eintreffen des erforderlichen Reservetrupps an der vorläufigen
Bereitschaftsstelle gerechnet wird.

Der jeweilige Reservetrupp hält sich mit geschultertem Atemschutzgerät so nahe
wie möglich zum Einsatzbereich auf. Der Truppführer des Reservetrupps hört den
Sprechverkehr zwischen der Bereitschaftsstelle und dem Einsatztrupp mit.

7.3.3 Stationärer Grubenwehreinsatz

Bei stationären Arbeiten der Grubenwehr wird eine Bereitschaftsstelle eingerichtet,
an der sich zur Sicherung der eingesetzten Grubenwehrmitglieder zwei Wehrmänner
mit frei tragbaren umluftunabhängigen Atemschutzgeräten bereithalten. Hierbei ist
der Arbeitsplatz nicht weiter als 100 m von den Sicherungspersonen entfernt.

Bei größeren Entfernungen wird ein vollständiger Reservetrupp bereitgehalten.
Die Sicherungspersonen bzw. der Reservetrupp halten sich in einem unbelasteten
Wetterstrom auf. Am Arbeitsplatz werden ggf. ein umluftunabhängiges Wieder-
belebungsgerät, ein Defibrillator sowie ein Schleifkorb bereitgehalten.

Eine Sprechverbindung wird zwischen Bereitschaftsstelle und Einsatzort hergestellt;
falls hierbei keine ständige Sprechverbindung gewählt wird, wird am Arbeitsplatz
ein Grubenwehrtelefonverstärker oder ein Telefonhörer mit Heulruf installiert, um
eine ständige Ansprechbarkeit des Trupps zu gewährleisten. Wird der Sauerstoff-
selbstretter nicht vom Trupp mitgeführt, so werden Sauerstoffselbstretter am
Arbeitsplatz sowie in den zu befahrenden Grubenbauen im Abstand von 25 m
stationiert.

7.3.4 Geplante Einsätze der Grubenwehr

Neben den kurzfristig erforderlichen Einsätzen der Grubenwehr bei Rettungswerken
sowie zur Brandbekämpfung oder Beseitigung von Gefahrensituationen außerhalb
von Rettungswerken wird die Grubenwehr zu geplanten Einsätzen herangezogen.

Geplante Einsätze zur Einengung und Wiedergewinnung von Brandfeldern werden
unter Beachtung des Abschnitts "Öffnen von Brandfeldern" der "Richtlinien für den
Brandschutz unter Tage" durchgeführt.

Darüber hinaus wird die Grubenwehr eingesetzt zum Öffnen und Befahren abgedämmter
oder gesperrter Grubenbaue, in denen mit Ansammlungen schädlicher Gase und/oder
mit Sauerstoffmangel zu rechnen ist.

Für geplante Einsätze wird der Bergbehörde ein Sonderbetriebsplan vorgelegt.
Die Vorbereitung und Durchführung von geplanten Einsätzen wird mit der zuständigen
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen abgestimmt.

Der am Einsatz beteiligte Personenkreis wird vor dem Einsatz über Art und Umfang
des Einsatzes sowie über besonders zu beachtende Regeln unterrichtet. Mittelbar
beteiligte Personen werden rechtzeitig informiert, ebenso die verantwortlichen Personen
eventuell betroffener Nachbarbetriebspunkte.

Für geplante Einsätze gelten ansonsten die Einsatzgrundsätze entsprechend den
Erst-/Erkundungseinsätzen.

7.3.5 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung

Mit Regenerationsgeräten für Arbeit und Rettung werden nur Grubenwehrmitglieder
eingesetzt.

Regenerationsgeräte mit Drucksauerstoff werden nur benutzt, wenn deren letzte
Prüfung nicht länger als einen Monat zurückliegt. Werden die Geräte nicht am Mann
zur Bereitschaftsstelle transportiert, so wird vor dem Gebrauch eine Gesamtprüfung
der Geräte durchgeführt. Für den Ersteinsatz werden nur ungebrauchte Alkali- bzw.
Atemkalkpatronen und Sauerstoffflaschen, die über einen ausreichenden Vorratsdruck
(> 180 bar) verfügen, eingesetzt.

Mit dem Regenerationsgerät Dräger PSS BG 4 kann von einem Grubenwehrmann
innerhalb von 8 Stunden ein zweiter Einsatz ohne Erneuerung der Atemkalkpatrone
und ohne Austausch der Sauerstoffflasche verfahren werden. Die Einsatzbedingungen
und insbesondere Einsatzdauer des Zweiteinsatzes sind der Restgebrauchszeit anzupassen.

Während des Einsatzes wird der Sauerstoffvorrat jedes einzelnen Atemschutzgerätes
in Abständen von längstens 15 Minuten überprüft.

Jeder Grubenwehrtrupp nimmt mindestens einen Sauerstoffselbstretter mit in den Einsatz.

Die Einsatzdauer für Grubenwehreinsätze mit angelegtem Regenerationsgerät beträgt
im allgemeinen zwei Stunden, beim Tragen von Flammenschutzkleidung im allgemeinen
90 Minuten. Entsprechend den Klimawerten im Einsatzbereich wird die Einsatzdauer
gemäß den Einsatztabellen verkürzt.

In Sonderfällen kann die Einsatzdauer im Einvernehmen mit der Einsatzleitung
überschritten werden; sie ist jedoch abhängig vom Sauerstoffverbrauch der eingesetzten
Grubenwehrmitglieder.

Nach jedem Einsatz wird eine Ruhepause von mindestens zwei Stunden eingelegt.

7.3.6 Schlauchgeräte

Mit Druckluftschlauchgeräten oder dem Atemschutz- und Kühlanzug werden Einsätze
von Grubenwehrmitgliedern aber auch - mit Zustimmung der Bergbehörde - Einsätze
von Personen, die nicht der Grubenwehr angehören, durchgeführt.

Der Einsatz von Schlauchgeräten unter Tage wird in Zusammenarbeit mit der zuständigen
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen durchgeführt; es werden nur Geräte eingesetzt,
deren letzte Prüfung nicht länger als einen Monat zurückliegt.

Werden die Geräte am Druckluftnetz betrieben, so liegt der Luftanschluss mit dem
entsprechenden Absperrventil im Frischwetterstrom. Das Absperrventil und der
Leitungsdruck (Manometer am Druckluftfeinfilter) werden von einer Person überwacht.
Die Schlauchlänge beträgt max. 50 m. Jeder Gerätträger nimmt einen Sauerstoff-
selbstretter mit in den Einsatz und deponiert das Gerät in der unmittelbaren Nähe
des Einsatzortes. Zur Sicherung der eingesetzten Personen halten sich 2 Grubenwehr-
männer mit frei tragbaren umluftunabhängigen Atemschutzgeräten in unmittelbarer Nähe
des Arbeitsplatzes bereit.

Der Einsatz wird immer von einem Truppführer begleitet und überwacht.

Die Einsatzdauer beträgt im allgemeinen 2 Stunden, danach wird eine Pause von
mindestens 1 Stunde eingehalten. Entsprechend den Klimawerten im Einsatzbereich
und der Einsatzbekleidung wird beim Einsatz von Druckluftschlauchgeräten die
Einsatzdauer gemäß den Einsatzdauertabellen (Anlage 6) ggf. verkürzt. Bei Verkürzung
der Einsatzdauer aufgrund der klimatischen Bedingungen (Einsatzdauertabellen) wird
eine 2-stündige Pause eingehalten.

Beim Atemschutz- und Kühlanzug werden bis zu einer Trockentemperatur von 50 °C
im allgemeinen 2-stündige Einsätze verfahren, danach wird eine Pause von mindestens
1 Stunde eingehalten. Darüber hinaus werden die Einsatzdauer sowie die Pausendauer
im Einzelfall mit der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen festgelegt.
Die Konzentrationen der schädlichen Gase überschreiten beim Einsatz des Atem-
schutzanzuges nicht das 100-fache der höchstzulässigen Konzentration an Schadstoffen
in der Umgebungsatmosphäre. Personen, die im Atemschutzanzug eingesetzt werden,
tragen Gehörschutz.

Die Personen werden in der Handhabung der Geräte unterwiesen.

In Sonderfällen kann die Einsatzdauer von zwei Stunden im Einvernehmen mit der
Einsatzleitung überschritten werden.

7.3.7 Behältergeräte

Behältergeräte werden nur von Grubenwehrmitgliedern eingesetzt.

Es werden nur solche Geräte benutzt, deren letzte Gesamtprüfung nicht mehr als
einen Monat zurückliegt. Vor dem Einsatz wird eine Kurzprüfung der Geräte
durchgeführt. Der Einsatz von Behältergeräten wird in Zusammenarbeit mit der
zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen durchgeführt. Die Gerätträger
werden von Mitarbeitern der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
in der Handhabung der Geräte unterwiesen. Erst- und Erkundungseinsätze im Ernstfall
werden nicht mit Behältergeräten durchgeführt. Während des Einsatzes wird der
Atemluftvorrat jedes einzelnen Atemschutzgerätes in Abständen von längstens
5 Minuten überprüft.

Jedes Truppmitglied nimmt einen Sauerstoffselbstretter mit in den Einsatz.

Die Einsatzdauer für Grubenwehreinsätze mit angelegtem Behältergerät richtet sich
im Allgemeinen nach dem Atemluftvorrat der Geräte. Entsprechend den Klimawerten
im Einsatzbereich und der Einsatzbekleidung wird die Einsatzdauer gemäß den
Einsatzdauertabellen (Anlage 6) ggf. verkürzt.

Nach jedem Einsatz wird eine Ruhepause von mindestens einer Stunde eingelegt.
Bei Verkürzung der Einsatzdauer aufgrund der klimatischen Bedingungen
(Einsatztabellen) wird eine 2-stündige Pause eingehalten.

7.3.8 Gasfiltergeräte

Mit Gasfiltergeräten werden Grubenwehrmitglieder aber auch - mit Zustimmung
der Bergbehörde - Personen, die nicht der Grubenwehr angehören, eingesetzt.
Der Einsatz von Gasfiltergeräten wird in Zusammenarbeit mit der zuständigen
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen durchgeführt.

Es werden nur Atemanschlüsse eingesetzt, deren letzte Prüfung höchstens 6 Monate
zurückliegt. Die Atemanschlüsse werden arbeitstäglich persönlich zugeteilt und danach
einer Reinigung und Desinfektion unterzogen.

Der Einsatz wird immer von einem Truppführer der Grubenwehr begleitet und
überwacht. Der Truppführer trägt als Atemanschluss eine Vollmaske. In der Nähe
des Arbeitsbereiches ist eine Kommunikationseinrichtung zu einer ständig besetzten
Stelle über Tage vorhanden. Eine Bereitschaftsstelle und Sicherungspersonen werden
im Regelfall nicht eingerichtet bzw. eingesetzt.

Jeder Träger eines Gasfiltergerätes führt zusätzlich einen Filterselbstretter mit.

CO-Filterarbeitsgeräte

Als Einsatzgeräte stehen nur noch FSR 990 zur Verfügung. Die Eignung der Geräte
ist von der Prüfstelle für Atemschutzgeräte bescheinigt. Die Einsatzdauer beträgt im
Allgemeinen eine Stunde. Entsprechend den Klimawerten im Einsatzbereich wird die
Einsatzdauer gemäß den Einsatztabellen (Anlage 6) ggf. verkürzt.

Ein Truppführer vermerkt im Einsatztagebuch die Einsatzzeiten. Der Truppführer
überprüft den Sauerstoffgehalt (mind. 18 Vol.-%), den CO-Gehalt (max. 500 ppm)
der Wetter und die Trockentemperatur (< 32 °C) mit Handmessgeräten. Der Sauer-
stoffgehalt und die Konzentration an CO werden kontinuierlich mit einem Handmessgerät
gemessen. Die Klimawerte werden einmal je Schicht ermittelt; die Wettergeschwindigkeit
beträgt mindestens 0,5 m/s.

Die Personen werden in der Handhabung der Geräte und den besonderen Einsatz-
grundsätzen (z. B. Sprechverbot für Träger von Mundstücken) unterwiesen.

Sonstige Gasfiltergeräte

Zum Schutz vor anderen Gasen können Personen unter Tage mit Gasfiltern eingesetzt
werden. Der Truppführer überprüft den Sauerstoffgehalt (mind. 18 Vol.-%) und die
Konzentration der schädlichen Gase. Die Einsatzdauer beträgt im Allgemeinen 2 Stunden;
danach wird eine Pause von 30 Minuten eingehalten. Die Haltbarkeit, Gebrauchsdauer
und Einsatzgrenzen der Filter richten sich nach den Herstellerangaben in der
Gebrauchsanleitung.

7.4 Einsatz ohne Atemschutzgerät

Bei einem CO-Gehalt der Wetter zwischen 30 und 50 ppm können Personen zur
Sicherung des laufenden Bergwerkbetriebes über die Zeitdauer von 8 Stunden pro Tag
beschäftigt werden. Hierbei sind, unter Beteiligung des Werksarztes, besonders
gefährdete Personen von solchen Arbeiten auszuschließen.

Bei einem CO-Gehalt der Wetter zwischen 50 und 100 ppm dürfen Personen zu
Rettungs-, Bergungs-, Brandbekämpfungs- und Sicherungsarbeiten bis 6 Stunden
pro Tag eingesetzt werden. Nicht-Grubenwehrmitglieder dürfen zur Unterstützung
der Grubenwehr auf freiwilliger Basis und in Abstimmung mit dem Werksarzt
(uneingeschränkte Klimatauglichkeit muss vorliegen) eingesetzt werden. Der Einsatz
wird von einem Truppführer begleitet und überwacht.

Bei einem CO-Gehalt der Wetter von 100 bis 200 ppm werden ausschließlich
Grubenwehrmitglieder eingesetzt. Ihre Atemschutzgeräte werden in unmittelbarer Nähe
des Einsatzortes zum Anlegen bereitgehalten. Bei diesen CO-Gehalten arbeiten die
Grubenwehrmitglieder nicht länger als 90 Minuten ununterbrochen. Auf jeden Arbeits-
einsatz folgt eine wenigstens zweistündige Pause in CO-freien Wettern. Die Gesamt-
dauer des Arbeitseinsatzes eines Grubenwehrmitgliedes beträgt höchstens 4,5 Stunden
pro Tag. Die 90-minütige Arbeitszeit umfasst sowohl den An- und Abmarsch zur
Einsatzstelle als auch die Verweildauer dort. Mitgeführte Atemschutzgeräte dürfen
nicht zu einer Verlängerung der 90-Minuten-Frist genutzt werden, ausgenommen sind
unvorhersehbare Ereignisse.

Der Kohlenmonoxidgehalt der Wetter ist mit mindestens einer ortsfesten, schreibenden
CO-Messeinrichtung mit Fernübertragung zu einer ständig besetzten Stelle zu überwachen
oder - sofern eine solche Messeinrichtung noch nicht eingebaut werden konnte - durch
CO-Handmessgeräte kontinuierlich festzustellen. Auch bei betriebener CO-Messein-
richtung sind bei CO-Gehalten über 50 ppm CO-Handmessungen an den Arbeitsstellen
durchzuführen. Die stationären Messgeräte müssen bei Erreichen des vorgeschriebenen
Grenzwertes ein akustisches und optisches Warnsignal auslösen. Bei CO-Gehalten
zwischen 50 und 200 ppm werden zusätzlich einmal je Schicht Gasproben entnommen
und auf schnellstem Wege analysiert. Alle Personen werden über die Wirkung von CO
auf den Menschen unterwiesen. Grubenbaue, in denen der CO-Gehalt der Wetter mehr
als 200 ppm beträgt, werden nur mit angelegten Atemschutzgeräten betreten.

Der Rückmarsch nach dem Einsatz ist zu berücksichtigen.

8 Hilfeleistung

Bei Grubenunglücken leistet die Grubenwehr auf benachbarten Bergwerken Hilfe nach
dem Hilfeleistungsplan / Hauptrettungsplan. Mit den entsprechend ausgerüsteten Trupps
rücken in jedem Fall ein Oberführer und ein Gerätewart aus. Der Oberführer meldet
sich in der Grubenrettungsstelle bzw. an der bei der Alarmierung angegebenen Stelle.

Bei gleichzeitigem Einsatz mehrerer Grubenwehren auf einem Bergwerk werden die
Aufgaben- und Verantwortungsbereiche der Oberführer durch die Einsatzleitung
festgelegt und gegeneinander abgegrenzt.

Wird die Hilfe benachbarter Grubenwehren in Anspruch genommen, so werden
ortskundige Personen bereitgestellt. Hilfeleistungswehren werden vor der Anfahrt
über das Ereignis und ihre Aufgaben unterrichtet. Ersatzmannschaften und Gerätewarte
werden rechtzeitig bereitgestellt.

9 Störungen / Unfälle mit Atemschutzgeräten

Bei Störungen im Einsatz, bei Übungen und bei Prüfungen oder bei Unfällen, die
mit dem Benutzen von Atemschutzgeräten ursächlich zusammenhängen können,
ist grundsätzlich jede Veränderung am Gerät einschließlich des Lösens oder
Nachstellens von Verbindungen, z. B. des Atemanschlusses, zu vermeiden.

Der Truppführer oder Gerätewart hat, nachdem er den Atemluftvorrat abgelesen hat,
die Atemluftflasche des betreffenden Gerätes zu schließen. Der Atemanschluss ist
unverändert am Gerät zu belassen. Das Gerät ist dann durch den Oberführer
unverzüglich ohne jede weitere Veränderung der zuständigen Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen zur Verfügung zu stellen.

Bei Schlauchgeräten, CO-Filterarbeitsgeräten, Behältergeräten und Sauerstoff-
selbstrettern ist sinngemäß zu verfahren.

10 Nachweisungen

Für die unter Abschnitt 3.3 vorgesehenen Untersuchungen wird die ärztliche
Bescheinigung benutzt (Plan für die Durchführung der ärztlichen Untersuchungen).
Nach Vordrucken der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen werden folgende
Nachweisungen geführt:

Ein Mitgliederverzeichnis wird bereitgehalten

11 Rettungswerk

Der Aufgabenbereich und die Verantwortlichkeit der an einem Rettungswerk beteiligten
Personen sind im "Notfallplan" festgelegt. Dieser Plan wird sinngemäß auch bei anderen
Einsätzen der Grubenwehr angewendet.

In diesem Plan werden u.a. geregelt:

  1. die Alarmierung der an einem Rettungswerk beteiligten Personen,

  2. die Sofortmaßnahmen des vorläufigen Einsatzleiters,

  3. die Aufgaben der Einsatzleitung,

  4. die Aufgaben der übrigen beteiligten Personen.

Ferner enthält der Plan eine Reihe von Vordrucken, die an den in Frage kommenden
Stellen vorrätig sind (z. B. Büro der Einsatzleitung), sowie Verzeichnisse über Einsatz-
materialien, die auf der Schachtanlage (z. B. in Löschkammern bzw. -zügen), ggf. bei
der Werksdirektion Zentrale Technik; bereitgehalten werden. Außerdem liegen dem
Plan die ein Rettungswerk berührenden Richtlinien und Pläne als Anlagen bei.

Der Notfallplan wird im Büro der Einsatzleitung, in der Grubenrettungsstelle und
an sonstigen erforderlichen Stellen verfügbar gehalten. Er wird mindestens halbjährlich
durch das Bergwerk überprüft und aktualisiert.

12 Anlagen zum Hauptbetriebsplan

Die besonderen Verhältnisse der Grubenwehr (Planstärke und Zusammensetzung,
Ausbildung, Alarmierung, Bereitschaftsdienst, Ausrüstung) sowie Ergänzungen zum Plan
werden der Bergbehörde mit dem Hauptbetriebsplan (Anlage 8) eingereicht.
Zwischenzeitliche Änderungen oder Ergänzungen werden der Bergbehörde mitgeteilt.
Eine Durchschrift dieser Mitteilungen wird bei der zuständigen Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen archiviert.

13 Beteiligung der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen

Das Bergwerksunternehmen unterhält eine Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
oder ist einer Hauptstelle für das Grubenrettungswesen angeschlossen.

Den Hauptstellen für das Grubenrettungswesen sind u.a. die folgenden Aufgaben
übertragen:

  1. Beratung, Unterstützung und Mitwirkung bei Rettungswerken und Einsätzen
    der Grubenwehr;

  2. Beratung in Fragen der Ausrüstung und Organisation der Grubenwehren;

  3. Aufstellung des Hilfeleistungsplans bzw. des Hauptrettungsplans für Grubenwehren;

  4. Mitwirkung bei der Festlegung und Anpassung der Planstärke der Grubenwehr;

  5. Jährliche Überprüfung der Grubenwehr und der Grubenrettungsstelle (u. a.
    Atemschutzgeräte und Einrichtungen, arbeitsmedizinische Untersuchung, Übungssoll);

  6. Durchführung von Lehrgängen für Oberführer, Truppführer, Wehrmänner und
    Gerätewarte;

  7. Unterstützung des Oberführers bei der Ausbildung und Nachschulung der
    Grubenwehrmitglieder;

  8. Untersuchung von Atemschutzgeräten der Grubenwehr nach Unfällen oder
    Störungen;

  9. Überprüfung der Chemikal-Sauerstoffselbstretter auf Weiterverwendbarkeit;

  10. Beratung und Ausbildung im vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz.



    Anlage 1
Grundausbildung Wehrmann    
     
Ausbildungsplan    
     
Name:______________________ Grubenwehr:_______________  
     
Unterweisungsthema Unterweisung
am:

Unterschrift

Oberführer

Atmung des Menschen, schädliche Gase, Sauerstoffmangel,
Belastung im Atemschutz, Klimaeinsätze

   

Einteilung der Atemschutzgeräte, Funktion des Sauerstoffselbstretters,
Funktion des Kreislaufgerätes (BG 4)

   

Plan für das Grubenrettungswesen, Pflichten der Grubenwehrmitglieder,
Einsatzgrundsätze

   

Einsatz der Grubenwehr
Alarmierung, Ausrüstung Trupp 1 – 4

   

Messen von Gasen
elektr. Gasmessgeräte, Prüfröhrchen, Gasprobenahme für Vollanalysen

   

Grubenbrände – Ursachen, Vorbeugung und Brandbekämpfung,
Raum- und Objektinertisierung

   
Grubenbild und Wetterführung    
Wiederbelebung; Umgang mit dem Oxylator und Defibrillator    
Anlegen Sauerstoffselbstretter; Anlegen der Flammenschutzkleidung    

Gewöhnungsübung im Atemschutz
(Atemschutzmaske mit Partikelfilter)

   
Gewöhnungsübung im Kreislaufgerät (1 Stunde)    
Standardübung der Grubenwehr    

Löschübung
Schnellverschläge, Dammrohrmontage, Löschgeräte,
Löschangriff mit Wasser und Pulver

   
Theoretische Prüfung bestanden    
Dynavittest (erreichte Dynavitzahl ....................)    
Nothelferausbildung vom ..............................    
Löschhelferausbildung vom ..............................    


Anlage 2

Grubenwehrübungen

Standardübung von zwei Stunden Dauer

Standardübungen werden bei Trockentemperaturen von ca. 30 °C durchgeführt.

Die Bekleidung der Übungsteilnehmer besteht aus Frottee-Unterwäsche und
der Anzughose des Flammenschutzanzuges.

Es werden neben der Befahrung des Übungshauses 3 x 60 Schläge am Schlaggerät
gezogen und eine Ausdauerleistung von 15 Minuten (auf dem Fahrradtrainer) erbracht.

Belastungsstufen für den Ausdauerteil der Grubenwehrstandardübung
Länge des Ausdauerteils: 15 Minuten

Gewicht (kg)

Anfangsleistung
Länge 2 Min (W)

2. Stufe
Ab der 3. Min. (W)

3. Stufe
Ab der 6. Min. (W)

59 bis 62

75

95

115

63 bis 66

80

100

120

67 bis 70

85

105

125

71 bis 75

90

110

130

76 bis 79

95

115

135

80 bis 83

100

120

140

84 bis 87

105

 125

145

88 bis 91

110

130

150

92 bis 95

115

135

155

96 bis 100

120

140

 160

101 bis 105

125

145

165

105 bis 110

 130

150

170

111 bis 115

135

155

175

116 bis 120

140

160

180

Übung mit Flammenschutzkleidung

Diese Übungen werden im Rahmen und nach Maßgabe der Einsatztabelle
für Flammenschutzkleidung durchgeführt (z. B. ttr = 28 °C und tf = 20 °C
=> Übungsdauer 90 Minuten); die Übungsdauer richtet sich nach den Klimawerten
entsprechend der Einsatztabelle für Flammenschutzkleidung (Anlage 6).

Die Bekleidung der Übungsteilnehmer ist die Flammenschutzkleidung.

Während der 90-Minuten-Übung werden von jedem Übungsteilnehmer am
Schlaggerät zu Beginn 60 Schläge, in der Mitte 50 Schläge und am Ende
40 Schläge gezogen (Kraftteil) und 20 m Fahrte geklettert.

Sonstige Übungen

Bei den übrigen zweistündigen und vierstündigen Übungen im Übungsraum oder
unter Tage werden je nach Bedarf und Ausbildungsauftrag auch andere
grubenwehrbezogene Arbeiten, z. B. Anbohren von Rohrleitungen, Errichten von
Verschlägen, Retten von Verunglückten, Erste Hilfe und Wiederbelebungsarbeiten,
Errichten von Dämmen und Verschlägen, Herstellen von Nachrichtenverbindungen,
Entnehmen von Brandgasproben, Befahren von Bergen und Blindschächten
durchgeführt.



Anlage 3

Nachschulung in der Nothilfe

Lernziele sind insbesondere

Ausbildungsdauer jährlich fünf Stunden. Abwechselnd werden entweder die
Lerninhalte der allgemeinen Nachschulung oder die der speziellen Nachschulung
vermittelt.

Lerninhalte der allgemeinen Nachschulung:

Lerninhalte der speziellen Nachschulung:

Lernmittel

Leitfaden der Nothelferausbildung der RAG oder Vergleichbares, Notfallkoffer
Bergbau 2002, Vakuummatratze-Bergbau, einheitliche Schulungsunterlagen zu
speziellen Themen.

Ausbilder

Allgemeine Nachschulung: Heilgehilfe mit Ausbilderqualifikation / ggf. Ausbilder
einer anerkannten Hilfsorganisation jeweils unter Mitwirkung des Leiters des
ärztlichen Hilfswerkes.

Spezielle Nachschulung: Arzt mit Rettungsdiensterfahrung / ggf. Rettungsassistent
mit Kenntnissen der Verhältnisse im Bergbau jeweils in Zusammenarbeit mit dem
Leiter des ärztlichen Hilfswerkes.





Anlage 4

Vorschriften für das Anlegen von Atemschutzgeräten

1. Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung (PSS BG 4)

Reihenfolge des Anlegevorgangs

 

2. Druckluft-Schlauchgeräte

3. Sauerstoffselbstretter

Anlegen im Grubenwehrtrupp bei Ausfall eines anderen Atemschutzgerätes:

Falls andere Atemschutzgeräte eingesetzt werden, sind die Mitarbeiter von der
zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, die den Einsatz begleiten,
oder von ihnen besonders unterwiesene Truppführer der Grubenwehr für das
Anlegen der Geräte verantwortlich.





Anlage 5

Regeln für das Prüfen und Warten von Geräten der Grubenwehr

1. Prüffristen und Prüfen von Atemschutzgeräten

   Atemschutzgeräte werden mit einem geeigneten Prüfgerät nach der jeweils gültigen
   Prüfanleitung der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen geprüft. Bei ordnungs-
   gemäßem Befund wird das Gerät als einsatzbereit gekennzeichnet (Datum und
   Unterschrift (Kurzzeichen) des Gerätewartes).

1.1 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung

      Prüfung (die letzte Prüfung darf nicht länger als 1 Monat zurückliegen):

Die Ergebnisse der Prüfung werden einmal im Monat in das Prüfungsbuch
eingetragen.

1.2 Sauerstoffselbstretter

Vor der Mitnahme

Jährliche Prüfung

Kontrolle der Unversehrtheit des Tragebehälters und der Plombierung

Dichtheit und Gesamtgewicht des verschlossenen Gerätes

Die Ergebnisse der jährlichen Prüfung werden in das Prüfungsbuch eingetragen.

2. Prüfen der Vollmasken

Vollmasken werden mindestens vierteljährlich, nach Einsätzen und Übungen
sowie nach Reparaturen und Wartungsarbeiten (auch nach dem Wechsel der
Sprechmembran) - entsprechend der Betriebsanleitung - mit einem Prüfgerät
auf Dichtheit geprüft.

Das Ergebnis der vierteljährlichen Prüfung wird in das Prüfungsbuch eingetragen.

3. Prüfen von automatischen Wiederbelebungsgeräten

Wiederbelebungsgeräte werden nach der jeweils gültigen Prüfanleitung der
Hauptstellen für das Grubenrettungswesen geprüft. Nach ordnungsgemäßem
Befund werden die Geräte als einsatzbereit gekennzeichnet (Datum und
Unterschrift (Kurzzeichen) des Gerätewartes). Es wird ein Prüfungsbuch geführt.

 

Wiederbelebungsgerät Oxylator FR 300/B- Bergbau:

Vor der Mitnahme

Gesamtprüfung nach starker
Beanspruchung und nach Instandsetzung
benutzter Geräte spätestens im Abstand
von zwei Monaten

Im Abstand von zwei Jahren

Kontrolle des Sauerstoffvorrats

Vollständigkeit nach Stückliste,
Sauerstoffvorrat

Sicherheitstechnische Kontrolle durch den Hersteller/ oder autorisierte Personen der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen

 

Funktion des Lungenautomaten

 

 

Dichtheit der Hoch- und Mitteldruckteile

 

 

4. Prüfen der Mess- und Hilfsgeräte

Mess- und Hilfsgeräte, die für den Einsatz der Grubenwehr bereitgehalten
werden, werden monatlich geprüft, das Ergebnis wird in einem Prüfungsbuch
eingetragen. Der Einsatz und die Überwachung von Handmessgeräten und
tragbaren Messeinrichtungen erfolgen gemäß den entsprechenden Richtlinien
der Bezirksregierung Arnsberg.

5. Überprüfen von Sauerstoffverteilern

Sämtliche Sauerstoffverteiler werden in Abständen von 6 Jahren vom Hersteller
vollständig überholt. Die Überholung wird in Listen dokumentiert.

6. Überprüfen der Membranen und Dichtungen

6.1 Sauerstoffschutzgeräte

Dichtungen und Ventile aus Gummi oder Kunststoff werden mindestens
einmal im Jahr geprüft (Alterung, Brüchigkeit, Verformung usw.). Sie werden
spätestens alle 6 Jahre ausgewechselt, sofern nicht vom Hersteller kürzere Fristen
angegeben sind.

6.2 Vollmasken für Regenerationsgeräte

Sprechmembranen, Dichtungen und Ventilscheiben werden nach jedem Einsatz
geprüft (Alterung, Brüchigkeit, Verformung usw.). Spätestens alle 6 Jahre werden
diese Teile ausgewechselt, sofern nicht vom Hersteller kürzere Fristen angegeben
sind.

7. Reinigung und Desinfektion

7.1 Atemanschlüsse (Vollmasken) für Regenerationsgeräte

Die Atemanschlüsse werden nach jeder Benutzung gereinigt und desinfiziert.
Werden mehrere Einsätze nacheinander von derselben Person durchgeführt,
kann auf die Desinfektion verzichtet werden.

Alle Atemanschlüsse werden mindestens halbjährlich gereinigt und desinfiziert.
Bei luftdicht verpackten Atemanschlüssen alle zwei Jahre.

7.2 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung

Atembeutel, Minimumventil, Entwässerungsventil, Überdruckventil, Atemluft-
kühler und Faltenschläuche mit Ein- und Ausatemventil werden nach jeder
Benutzung gereinigt und desinfiziert.

Atembeutel, Minimumventil, Entwässerungsventil, Überdruckventil, Atemluft-
kühler und Faltenschläuche mit Ein- und Ausatemventil und Faltenschläuche
werden mindestens halbjährlich gereinigt und desinfiziert.

8. Umgang mit Sauerstoff

8.1 Allgemeines

Als Sauerstoff für Atemzwecke wird ausschließlich medizinischer Sauerstoff
eingesetzt. Im Umfüllraum gilt Rauchverbot.

8.2 Räume

Alle Räume, in denen Sauerstoff umgefüllt oder gelagert wird, sind ausreichend
be- und entlüftet. Die Türen dieser Räume sind Feuer hemmend ausgeführt, nach
außen aufgehend und selbsttätig schließend.

8.3 Umfüllpumpe

Der Betrieb der Sauerstoffumfüllpumpe erfolgt nach Herstelleranweisung;
demnach wird nach 25 Betriebsstunden bzw. mindestens halbjährlich eine Wartung
durch den Hersteller oder durch autorisierte Personen der Hauptstellen für das
Grubenrettungswesen durchgeführt. Bewegliche Druckleitungen werden einmal
im Jahr durch einen Sachkundigen überprüft. Außerdem wird die Sauerstoff-
umfüllpumpe in Abständen von 4 Jahren durch einen Sachverständigen untersucht.

Sauerstoffvorratsflaschen werden in Abständen von 10 Jahren der amtlichen
Druckprobe unterzogen.

8.4 Sauerstoffflaschen der Regenerationsgeräte

Sauerstoffflaschen mit 2 l Inhalt (auch 2,5 l Inhalt Flaschen des Oxylators)
werden in Abständen von 5 Jahren amtlich geprüft. Die erfolgten Prüfungen
werden in Listen erfasst. Es werden nur solche Flaschen gefüllt, deren Prüfdatum
noch nicht abgelaufen ist. Vollständig entleerte und geprüfte Sauerstoffflaschen
werden vor dem Füllen mit Sauerstoff gespült. Der Transport von Sauerstoff-
flaschen erfolgt ausschließlich mit aufgeschraubtem Verschlussstopfen.





Anlage 6

A 2.6 - Anlage 6 (1)

A 2.6 - Anlage 6 (2)

A 2.6 - Anlage 6 (3)

A 2.6 - Anlage 6 (4)





Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 1

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 2

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 3

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 4

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 5

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 6

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 7

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 8

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 9



Anlage 8

Grubenrettungsplan RAG Anlage 8 Bild 1

Grubenrettungsplan RAG Anlage 8 Bild 2

Grubenrettungsplan RAG Anlage 8 Bild 3

Grubenrettungsplan RAG Anlage 8 Bild 4



Anlage 9

Fitnesstest der Grubenwehr

Der Test wird im Höchstabstand von zwei Jahren an sportmedizinisch überprüften und geeigneten
Geräten durchgeführt. Es werden die Muskelgruppen Rücken, Bauch, Kniestrecker, Kniebeuger,
Schulter und Brust getestet.

Zu erreichende Mindestwerte (Drehmomente):

Anmerkung:

Die o.g. Werte wurden spezifisch an Geräten der Fa. David International Ltd., Neu-Ulm ermittelt.
Werte vergleichbarer Geräte anderer Hersteller müssen den festgelegten Mindestwerten angepasst
werden.

Beurteilung:

Je Muskelgruppe kann bei Erreichen der o. g. Mindestwerte ein Punkt erzielt werden
(insgesamt maximal 6 Punkte). Für das Bestehen des Tests werden 4 Punkte benötigt.
Wird der Test nicht bestanden, soll er nach einem Training innerhalb eines halben Jahres
wiederholt werden.

Im Rahmen des Wiederholungstests kann nach fachlichem Ermessen ggf. eine zusätzliche
Untersuchung an einem geeigneten Gerät zum Test der Rumpfmuskulatur durchgeführt und in die Bewertung einbezogen werden.

Jedes Grubenwehrmitglied erhält eine gezielte Trainingsempfehlung und legt das Ergebnis
des Tests, ggf. auch des Wiederholungstests, bei der jeweils hierauf folgenden
arbeitsmedizinischen Untersuchung dem Arzt vor.

Ein wiederholtes Nichtbestehen des Tests ist ein Ausschlusskriterium für die Grubenwehr-
mitgliedschaft. In einem solchen Fall ist das Ergebnis dem zuständigen Arbeitsmediziner
unverzüglich vorzulegen. Grubenwehrmitglieder über 50 Jahre müssen zum Schutz ihrer
Gesundheit einmal pro Jahr einen erfolgreichen Test nachweisen.

Zusätzlich wird am Testtag ein Ausdauerleistungstest zur individuellen Trainingssteuerung
durchgeführt.





 

Plan für das Grubenrettungswesen Esco Borth

 

 

Plan für das Grubenrettungswesen, RAG / esco - Werk Borth

Ausgabe September 2012

Inhaltsverzeichnis:

1    AUFGABEN

2    STÄRKE UND ZUSAMMENSETZUNG DER GRUBENWEHR

2.1  Stärke der Grubenwehr
2.2  Zusammensetzung
2.3  Sondermitglieder

3    GRUBENWEHRMITGLIEDSCHAFT

3.1 Aufnahme in die Grubenwehr
3.2 Ausscheiden aus der Grubenwehr
3.3 Arbeitsmedizinische Untersuchung

4   AUSBILDUNG

4.1    Grundausbildung
4.1.1 Theoretischer Teil
4.1.2  Praktischer Teil
4.1.3  Abschluss der Grundausbildung
4.2    Aus- und Fortbildung der Gerätewarte
4.3    Aus- und Fortbildung der Oberführer und Truppführer
4.4    Nachschulung der Oberführer, Truppführer und Wehrmänner
4.4.1 Allgemeines
4.4.2 Übungen
4.4.3 Unterweisungen

5     PFLICHTEN DER GRUBENWEHRMITGLIEDER

5.1  Grubenwehrmitglieder
5.2  Gerätewarte
5.3  Truppführer
5.4  Oberführer
5.5  Stellvertretende Oberführer

6     AUSRÜSTUNG UND EINRICHTUNGEN DER GRUBENWEHR

6.1  Atemschutzgeräte der Grubenwehr
6.2  Sonstige Ausrüstung
6.3  Grubenrettungsstelle

7     EINSATZ DER GRUBENWEHR

7.1  Alarmierung
7.2  Einsatzleitung
7.3  Einsatzgrundsätze
7.3.1 Allgemeines
7.3.2 Ersteinsatz / Erkundungseinsatz
7.3.3 Stationärer Grubenwehreinsatz
7.3.4 Geplante Einsätze der Grubenwehr
7.3.5 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung
7.4    Einsatz ohne Atemschutzgerät

8    HILFELEISTUNG

9    STÖRUNGEN / UNFÄLLE MIT ATEMSCHUTZGERÄTEN

10  NACHWEISUNGEN

11  RETTUNGSWERK

12  BETEILIGUNG DER HAUPTSTELLEN FÜR DAS GRUBENRETTUNGSWESEN

 

ANLAGEN

Anlage 1   Grundausbildung Wehrmann, Ausbildungsplan
Anlage 2   Grubenwehrübungen
Anlage 3    Nachschulung in der Nothilfe
Anlage 4    Vorschriften für das Anlegen von Atemschutzgeräten
Anlage 5    Regeln für das Prüfen und Warten von Geräten der Grubenwehr
Anlage 6    Einsatzzeittabelle für Grubenwehren im Salzbergbau
Anlage 7a   Meldung über den Einsatz der Grubenwehr mit Atemschutzgeräten
Anlage 7b   Meldung über Störungen an Atemschutzgeräten/ Unfälle mit Atemschutzgeräten
               der Grubenwehr
Anlage 8    An die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
Anlage 9    Fitnesstest der Grubenwehr

 

 

1 Aufgaben

Die Grubenwehr wird unter Tage eingesetzt zur Rettung und Bergung von Menschen und
zur Erhaltung von Sachwerten nach Explosionen sowie bei Grubenbränden und anderen
Ereignissen, bei denen eine Gefährdung durch schädliche Gase, Sauerstoffmangel oder
Grubenwasser eintreten kann.

 

2 Stärke und Zusammensetzung der Grubenwehr

2.1 Stärke der Grubenwehr

Die Planstärke der Grubenwehr des Steinsalzbergwerkes Borth beträgt 22 Personen.

Ein Trupp besteht aus einem Truppführer und vier Wehrmännern.

Die tatsächliche Stärke der Grubenwehr (Iststärke) kann bis zu 25% über der Planstärke
liegen, um auch bei unvorhersehbarem Ausscheiden von Grubenwehrmitgliedern die
Planstärke einzuhalten. Eine Planstärke von 25 Personen wird angestrebt.

 

2.2 Zusammensetzung

Die Grubenwehr setzt sich wie folgt zusammen:

1 Oberführer

2 stellvertretende Oberführer nehmen auch die Funktion der Truppführer wahr

3 Truppführer

16 Wehrmänner

1 Hauptgerätewart (kann Wehrmann sein), möglichst techn. Berufsausbildung

4 Gerätewarte (kann Wehrmann sein) s. HGW.

Oberführer, stellvertretende Oberführer und Truppführer sind verantwortliche Personen.
Die für den Einsatz der Grubenwehr notwendigen Beschäftigungsgruppen des
Grubenbetriebes sind in der Grubenwehr vertreten.

2.3 Sondermitglieder

Sondermitglieder sind Mitglieder der Grubenwehr, die für den Ersteinsatz der Grubenwehr
nicht zur Verfügung stehen, da sie auch für andere Aufgaben im Rahmen des Rettungswerks
benötigt werden.

- Vertreter der Werksleitung,
- Bereichsleiter,
- Wetteringenieur des Bergwerks,
- Markscheider,
- Abteilungsleiter Wettertechnik,
- Gerätewart,
- Schriftführer.

Im Mitgliederverzeichnis werden sie entsprechend ihrer Grubenwehrausbildung geführt und
ggf. zusätzlich als Sondermitglied gekennzeichnet. Sondermitglieder zählen nicht zur Planstärke.
Die für Mitglieder der Grubenwehr geltenden Regelungen bleiben unberührt.

 

3 Grubenwehrmitgliedschaft

3.1 Aufnahme in die Grubenwehr

Der Beitritt zur Grubenwehr ist freiwillig. Bewerbungen um Aufnahme werden an den Oberführer
gerichtet. In die Grubenwehr werden als Wehrmänner nur Personen aufgenommen, die

- mindestens 18 Jahre alt sind,

- im Jahr vor der Aufnahme unter Tage gearbeitet haben und insgesamt mindestens 1 Jahr
  unter Tage gearbeitet haben. Diese Voraussetzung gilt nicht für Arbeitsmediziner als Sonder-
  mitglieder und Gerätewarte.

- nach ärztlicher Bescheinigung für den Dienst in der Grubenwehr geeignet sind (Abschnitt 3.3),

- gem. Abschnitt 4.1 des Plans ausgebildet wurden.

Nach Abschluss der Grundausbildung sind die Anwärter mit der Eintragung in die Mitgliederkartei
in die Grubenwehr aufgenommen. Als Eintrittsdatum gilt dann der Tag der ersten Grubenwehrübung.
Bei der Aufnahme wird ihnen der Plan für das Grubenrettungswesen ausgehändigt, dessen Empfang
sie durch Unterschrift bestätigen. Aus den “Pflichten der Grubenwehrmitglieder“ (Kapitel 5) ergibt
sich die für Grubenwehrmitglieder verbindliche Betriebsanweisung.

In die Grubenwehr eines Bergwerks werden nur Mitarbeiter des Bergwerks aufgenommen

Bei Verlegung wechselt ein Grubenwehrmitglied in die Grubenwehr des aufnehmenden Bergwerks.
Bei einem unverzüglichen Wechsel (innerhalb von 3 Monaten) handelt es sich um eine Übernahme,
für die die Aufnahmekriterien nicht gelten. Die Entscheidung über die Übernahme obliegt dem
Oberführer der übernehmenden Grubenwehr in Abstimmung mit der Werksleitung. Bei Verlegung
in einen Servicebereich können Grubenwehrmitglieder in der Grubenwehr eines Bergwerkes
verbleiben, wenn ihr Arbeitsplatz überwiegend auf dem Bergwerk ist.

3.2 Ausscheiden aus der Grubenwehr

Die Mitgliedschaft endet

Der Ausschluss eines Grubenwehrmitgliedes ist zulässig, wenn ein wichtiger Grund vorliegt.
Ein wichtiger Grund kann insbesondere dann vorliegen, wenn das Grubenwehrmitglied sein
jährliches Übungssoll nicht erfüllt. Vor der Ausschließung wird dem Mitglied Gelegenheit zur
Stellungnahme gegeben. Der Ausschluss wird dem Betroffenen durch den Oberführer schriftlich
mitgeteilt.

3.3 Arbeitsmedizinische Untersuchung

Bewerber und Mitglieder der Grubenwehr werden auf Eignung für den Dienst in der Grubenwehr
nach dem "Plan für die Durchführung der ärztlichen Untersuchung" untersucht. Nachuntersuchungen
für Mitglieder erfolgen spätestens vor Ablauf von 24 Monaten. Mitglieder vor Vollendung des
21. Lebensjahres und nach Vollendung des 40. Lebensjahres werden vor Ablauf von 12 Monaten
untersucht.

Nach Krankheiten und Unfällen, die eine wesentliche Beeinträchtigung für den Dienst in der
Grubenwehr verursachen können, wird eine erneute ärztliche Untersuchung auf Eignung
durch den Oberführer veranlasst. Erst nach Bestätigung der Eignung durch den Arzt kann der
Dienst in der Grubenwehr wieder aufgenommen werden.

Jedes Grubenwehrmitglied nimmt gemäß Anlage 9 an einem Fitnesstest teil, der im Abstand von
längstens 2 Jahren wiederholt werden muss. Grubenwehrmitglieder über 50 Jahre müssen diesen
Test jährlich absolvieren. Das Ergebnis ist dem Arzt bei der jeweils nächstfolgenden arbeits-
medizinischen Untersuchung vorzulegen.

4 Ausbildung

4.1 Grundausbildung

Die Grundausbildung der Grubenwehrmitglieder soll bei der zuständigen Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen durchgeführt werden. Die Ausbildung umfasst mindestens 40 Stunden
und gliedert sich in einen theoretischen und praktischen Teil.

Für die Ausbildung im Atemschutz sind nach BGR 190 mindestens 20 Stunden durchzuführen.
Wird die Grundausbildung innerhalb der Grubenwehr durchgeführt, so sind die Ausbildungszeiten
innerhalb eines halben Jahres abzuleisten und zu dokumentieren (Anlage 1). Zusätzlich wird
jedes Grubenwehrmitglied zum Nothelfer ausgebildet.

4.1.1 Theoretischer Teil

In der theoretischen Ausbildung werden folgende Themen behandelt:

4.1.2 Praktischer Teil

In der praktischen Ausbildung werden die Grubenwehrmänner an das Arbeiten mit angelegtem
Atemschutzgerät gewöhnt. Es werden eine Gewöhnungsübung im Regenerationsgerät, eine
Standardübung und eine Löschübung durchgeführt.

4.1.3 Abschluss der Grundausbildung

Die Anwärter werden in die Grubenwehr aufgenommen, wenn sie die erforderlichen Kenntnisse
nachgewiesen (theoretische Prüfung) und die Standardübung ohne Unterbrechung und Beanstandung
durchgeführt haben.

4.2 Aus- und Fortbildung der Gerätewarte

Als Gerätewarte werden nur Grubenwehrmitglieder ausgebildet, die

Gerätewarte werden bei der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen in einem
Grundlehrgang ausgebildet und in Zeitabständen von längstens vier Jahren nachgeschult.

Der Hauptgerätewart nimmt die Nachschulung der Gerätewarte dreimal jährlich vor.

Die Instandhaltung der Atemschutzgeräte nach den Übungen wird unter Aufsicht des
Hauptgerätewartes von den Gerätewarten gleichmäßig vorgenommen bzw. durch seinen
Vertreter.

4.3 Aus- und Fortbildung der Oberführer und Truppführer

Grubenwehrführer werden bei der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
ausgebildet und spätestens nach Ablauf von zwei Kalenderjahren fortgebildet. Näheres
regeln die Lehrgangspläne der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen.

Darüber hinaus findet bei den Hauptstellen für das Grubenrettungswesen ein regelmäßiger
Erfahrungsaustausch statt (z. B. Oberführer-Tagungen und Oberführer-Besprechungen).

4.4 Nachschulung der Oberführer, Truppführer und Wehrmänner

4.4.1 Allgemeines

Die praktische Nachschulung der Grubenwehrführer und Wehrmänner erfolgt in Übungsschichten
und/oder in Übungen außerhalb der Schichtzeit. Die Übungen werden möglichst gleichmäßig
über das Jahr verteilt.

4.4.2 Übungen

Grubenwehrführer und Wehrmänner verfahren jährlich mindestens fünf Übungen mit frei tragbaren
umluftunabhängigen Atemschutzgeräten.

Grundsätzlich gilt, 1 Übung im Jahr in Flammschutzkleidung.

Ausnahmsweise kann anstelle von Untertageübungen mit 2 Stunden Dauer auch im Übertage-
betrieb geübt werden. Hierbei wird der Schwierigkeitsgrad eines Übungshauses mindestens
erreicht (Befahrung des Treppenhauses Schacht 1, Befahrung von Bandbrücken, Benutzung
des Fahrradtrainers).

In vom Oberführer fest zu legenden Abständen - jedoch mindestens zweimal im Jahr - wird
das Grubenwehrmitglied einer Konditionsprüfung unterzogen (Wertzahl mindestens 75 beim
Dynavittrainer). Ein Dynavitwert von 100 ist anzustreben.

Die Übungen im Übungshaus finden unter Aufsicht eines Oberführers oder eines stellver-
tretenden Oberführers statt. Die Aufsicht übt selbst nicht mit. Bei allen anderen Übungen im
Bergwerk oder Tagesbetrieb übt der jeweilige Truppführer auch die Aufsicht aus.

Übungen werden im Regelfall nicht in Räumen oder Grubenbauen mit schädlichen Gasen oder
Sauerstoffmangel durchgeführt. Feuerlöschübungen, bei denen mit dem Auftreten schädlicher
Gase oder Sauerstoffmangel zu rechnen ist, werden von der Grubenwehr unter Beachtung
der Regeln für den Ernstfall verfahren.

4.4.3 Unterweisungen

Theoretische Nachschulungen werden im Rahmen von Übungsschichten oder in Form von
mindestens vier zusätzlichen Unterweisungen von je zweistündiger Dauer durchgeführt. Es
werden mindestens die Themen der Grundausbildung behandelt.

Jährlich nimmt jedes Grubenwehrmitglied an einer Unterweisung der Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen teil.

Außerdem muss jedes Grubenwehrmitglied im Abstand von 2 Jahren in der Handhabung von
Löschgeräten der Grubenwehr theoretisch und praktisch ausgebildet werden.

Jedes Grubenwehrmitglied wird jährlich gemäß Anlage 3 in der Nothilfe nachgeschult.

Die Gerätewarte werden mindestens fünf Schichten im Jahr mit Wartungsarbeiten an
Atemschutzgeräten betraut.

5 Pflichten der Grubenwehrmitglieder

5.1 Grubenwehrmitglieder

Jedes Grubenwehrmitglied hat sich auf Eignung für den Dienst in der Grubenwehr untersuchen
zu lassen. Die Grubenwehrmitglieder sind verpflichtet, vor Übungen und Einsätzen dem
Truppführer bzw. dem Oberführer zu melden, wenn sie sich körperlich nicht voll leistungsfähig
fühlen. Das Grubenwehrmitglied hat den Oberführer über Krankheiten und Unfälle zu unterrichten,
die eine wesentliche Beeinträchtigung für den Dienst in der Grubenwehr verursachen
können. Das Grubenwehrmitglied hat dafür Sorge zu tragen, dass es den Anforderungen der
Übungen und Einsätze durch ausreichende Kondition gewachsen ist.

Die Mitglieder der Grubenwehr leisten bei der Ausbildung und im Einsatz den Anweisungen
des Oberführers oder des von ihm beauftragten Grubenwehrführers Folge.

Sie nehmen an den Übungen, Ausbildungen und Unterweisungen (Kapitel 4) planmäßig teil.

Das Anlegen der Geräte hat nach den Anlegevorschriften (Anlage 4) zu erfolgen. Werden als
Atemanschluss Mundstück und Nasenklemme eingesetzt, so gilt ein striktes Sprechverbot.
Bemerkt ein Mitglied der Grubenwehr bei der Benutzung von Atemschutzgeräten Unregel-
mäßigkeiten im eigenen Befinden oder am Atemschutzgerät, so ist die für den Ablauf des
Einsatzes oder der Übung verantwortliche Person darauf hinzuweisen.

Grubenwehrmitglieder, die alarmiert worden sind, begeben sich unverzüglich zur Gruben-
rettungsstelle (bzw. zu der bei der Alarmierung angegebenen Stelle) und halten sich für
den Einsatz bereit.

5.2 Gerätewarte

Jeder Gerätewart hat sich auf übertragbare Hautkrankheiten, Lungentuberkulose und Infekt-
ionskrankheiten ärztlich untersuchen zu lassen. Bei jedem Verdacht auf Krankheiten, die der
Wartung von Atemschutzgeräten entgegenstehen, hat der Gerätewart sich zusätzlich ärztlich
untersuchen zu lassen.

Die Gerätewarte prüfen und warten die Geräte und Einrichtungen der Grubenwehr nach den
Regeln der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen (Anlage 5) und führen die entsprechenden
Nachweise. Nach jeder Benutzung sorgen sie dafür, dass eine ausreichende Zahl von Atem-
schutzgeräten wieder einsatzbereit zur Verfügung steht und nicht einsatzbereite Atemschutz-
geräte als "nicht einsatzbereit" gekennzeichnet werden. Der Gerätewart darf nur geprüfte
Atemschutzgeräte ausgeben. Diese Forderung gilt als erfüllt, wenn die letzte Prüfung
nicht länger als einen Monat zurückliegt und während dieser Zeit kein Unbefugter Zugang zu
den Geräten hatte.

Der Hauptgerätewart ist zusätzlich dafür verantwortlich, dass die Ausrüstung der Grubenwehr
einsatzbereit gehalten wird. Reichen die Bestände an einsatzfähigen Geräten, Ersatzteilen
und Zubehör sowie sonstigen Materialien in der Grubenrettungsstelle nicht aus, so hat der
Hauptgerätewart dies dem Oberführer zu melden.

Bei Übungen mit Atemschutzgeräten achtet der Hauptgerätewart darauf, dass alle vorhandenen
Geräte gleichmäßig eingesetzt werden. Der Hauptgerätewart führt die regelmäßige Schulung
der anderen Gerätewarte durch.

Die Gerätewarte unterstützen den Hauptgerätewart bei der Erfüllung seiner Aufgaben und
vertreten ihn nach Weisung des Oberführers.

5.3 Truppführer

Die Truppführer führen die Anweisungen aus, die sie vom Oberführer erhalten. Sie sind bei
den Übungen und im Ernstfall Vorgesetzte ihres Trupps. Die Truppführer sind verantwortlich
für ihren Trupp; z. B. vorschriftsmäßiges Anlegen der Atemschutzgeräte, Einhaltung der
Einsatzgrundsätze, Verteilung der Mess- und Arbeitsaufträge sowie die ordnungsgemäße und
vollständige Ausrüstung im Trupp.

Besondere Beobachtungen im Einsatz oder bei der Übung (z. B. Mängel an Geräten, Abbruch
der Übung oder des Einsatzes) werden dem Oberführer bzw. der Übungsaufsicht gemeldet.

5.4 Oberführer

Der Oberführer ist für die Einhaltung und Durchführung der Regelungen verantwortlich, die im
jeweils gültigen Plan für das Grubenrettungswesen festgelegt sind. Der Oberführer ist bei der
Ausbildung, der Nachschulung und bei Einsätzen Vorgesetzter aller Grubenwehrmitglieder.

Der Oberführer ist dafür verantwortlich, dass

  1. die Grubenwehr nach Weisung der Einsatzleitung sachgemäß eingesetzt wird,

  2. nur die Grubenwehrmitglieder an Übungen oder Einsätzen teilnehmen, deren Eignung für
    den Dienst in der Grubenwehr vom Arzt bestätigt ist,

  3. die Übungen und Unterweisungen regelmäßig abgehalten und die Übungen ordnungsgemäß
    beaufsichtigt werden (Abschnitt 4.4.1 und 4.1.2),

  4. besondere Beobachtungen bei der Übung oder beim Einsatz (z. B. Mängel an Geräten,
    Abbruch der Übung oder des Einsatzes) im Leistungsbuch bzw. Einsatztagebuch vermerkt
    werden,

  5. besondere Fehler an den Geräten sofort der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungs-
    wesen gemeldet werden,

  6. Unfälle, die mit dem Benutzen von Atemschutzgeräten ursächlich zusammenhängen können,
    der Bergbehörde und der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen sofort
    fernmündlich gemeldet werden und das Atemschutzgerät sichergestellt wird,

  7. Bewerber um Aufnahme in die Grubenwehr, die die Voraussetzungen gem. Abschnitt 3.1
    erfüllen, ausgebildet werden. Er überzeugt sich von den Kenntnissen, die die Anwärter
    gem. Abschnitt 4.1.3 haben und händigt ihnen nach Aufnahme in die Grubenwehr den
    Plan für das Grubenrettungswesen und den Mitgliedsausweis aus.

  8. die Geschäftsführung der Grubenwehr ordnungsgemäß abgewickelt wird (z. B. Führen
    der Mitgliederkartei (Mitglieder- und Übungsbuch), des Leistungs- und Prüfungsbuches,
    des Mitgliederverzeichnisses und der Geräte- und Ausrüstungsnachweise der Grubenwehr).

Außerdem vergewissert er sich, dass

  1. seine Stellvertretung geregelt ist,

  2. die Grubenwehr über die notwendige Ausrüstung verfügt,

  3. die Grubenwehr in richtiger Stärke und Zusammensetzung einsatzbereit ist und sämtliche
    Mitglieder im Ernstfall schnellstens alarmiert und zum Einsatz gebracht werden können,

  4. geplante Einsätze der Grubenwehr mit der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungs-
    wesen abgesprochen und der Bergbehörde betriebsplanmäßig angezeigt werden,

  5. der Notfallplan in der Grubenrettungsstelle verfügbar ist,

  6. Bewetterungsplan, Feuerlöschplan, Rohrleitungsplan, Wasser in der Grubenrettungsstelle
    vorhanden sind,

  7. das Mitgliederverzeichnis an den unter Kapitel 10 genannten Stellen verfügbar ist,

  8. die unter Abschnitt 4.4 vorgesehenen Aus- und Fortbildungsfristen für Oberführer, stellv.
    Oberführer, Truppführer und Gerätewarte eingehalten werden,

  9. die Termine der Übungen und Unterweisungen der zuständigen Hauptstelle für das Gruben-
    rettungswesen rechtzeitig mitgeteilt werden,

  10. entsprechend der Laufzeit des jeweiligen Hauptbetriebsplans der Vordruck zum Hauptbetriebs-
    plan überprüft und zwischenzeitliche Änderungen oder Ergänzungen mit dem gleichen
    Vordruck der Bergbehörde mitgeteilt und eine Durchschrift dieser Mitteilung der zuständigen
    Hauptstelle für das Grubenrettungswesen eingereicht werden,

  11. jedes Jahr bis zum 1. Februar der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
    der Jahresbericht und eine Durchschrift ohne Mitgliederverzeichnis der Bergbehörde
    eingereicht werden,

  12. bei der Bergbehörde und der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
    eingereicht werden:

5.5 Stellvertretende Oberführer

Die stellvertretenden Oberführer unterstützen den Oberführer bei der Erfüllung seiner Aufgaben
und vertreten ihn.

6 Ausrüstung und Einrichtungen der Grubenwehr

6.1 Atemschutzgeräte der Grubenwehr

Zu Übungen und Einsätzen werden nur geeignete Atemschutzgeräte und Atemgarnituren eingesetzt.

6.2 Sonstige Ausrüstung

In der Grubenrettungsstelle werden Messgeräte, Hilfsgeräte, Prüfgeräte und Geräte zur Wieder-
belebung bereitgehalten. Weiterhin werden für jedes Grubenwehrmitglied Flammenschutzanzüge
mit zugehöriger Unterbekleidung und für Einsätze bei Explosionsgefahr Kopfhauben und
Schutzhandschuhe bereitgehalten.

6.3 Grubenrettungsstelle

Die Ausrüstung der Grubenwehr wird in besonderen Räumen aufbewahrt, die nur für die
Grubenwehr bestimmt sind. Sie entspricht mindestens der von den Hauptstellen für das
Grubenrettungswesen empfohlenen Grundausrüstung.

7 Einsatz der Grubenwehr

7.1 Alarmierung

Es ist sichergestellt, dass die Mitglieder der Grubenwehr im Ernstfall unverzüglich alarmiert
werden. Außerdem können die Grubenwehrmitglieder, die sich im Arbeitseinsatz unter Tage
befinden, durch die im Betrieb vorhandenen Kommunikationsmittel in kurzer Zeit benachrichtigt
werden.

Das Alarmsystem wird regelmäßig überprüft ("Geräteprobe").

Einmal pro Kalenderjahr wird die Grubenwehr ernstfallmäßig alarmiert ("Probealarm").
Das Ergebnis dieses Probealarms wird schriftlich festgehalten. Als Alarmzeit gilt die Zeit
vom Auslösen des Probealarms bis zur Meldung, dass zwei Grubenwehrtrupps mit
geschulterten Geräten, der Ausrüstung für den Ersteinsatz und zusätzlich ein Oberführer oder
ein Truppführer einsatzbereit in der Rettungsstelle sind. Der Probealarm wird beendet, wenn
die beiden Trupps die Bereitschaftsstelle unter Tage erreicht haben. Einzelheiten zur Durchführung
der Probealarme werden mit der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
abgestimmt.

In begründeten Fällen kann ein zusätzlicher Probealarm unter Einbeziehung von Hilfeleistungs-
wehren unter Beteiligung der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen organisiert werden.

Nach einer realen Alarmierung kann im laufenden Kalenderjahr auf die Probealarmierung verzichtet
werden.

7.2 Einsatzleitung

Bei Betriebsereignissen, die den Einsatz der Grubenwehr zur Rettung oder Bergung von Personen
erforderlich machen, leitet der Werkleiter oder sein Beauftragter das Rettungswerk.
Bei Einsätzen der Grubenwehr zur Erhaltung von Sachwerten nach Explosionen und bei
Grubenbränden wird sinngemäß verfahren. Die Einsatzleitung wird grundsätzlich über Tage
installiert.

Die Zusammensetzung der Einsatzleitung ist im Notfallplan geregelt.

Die Einsatzleitung unterrichtet den Oberführer über die jeweilige Lage und gibt ihm die für den
Grubenwehreinsatz erforderlichen Aufträge. Im Rahmen dieser Aufträge regelt der an der
Bereitschaftsstelle verantwortliche Oberführer den Einsatz der Grubenwehr.

In vereinbarten Zeitabständen berichtet er der Einsatzleitung. Besondere Beobachtungen und
Ereignisse werden unverzüglich gemeldet.

7.3 Einsatzgrundsätze

Die Einsatzgrundsätze sind zum einen abhängig von der Art des Einsatzes und zum anderen
von der Art der eingesetzten Atemschutzgeräte. Bei Anfahrt der Grubenwehr sind alle PKW
zugelassen.

7.3.1 Allgemeines

Nachstehende Regeln gelten grundsätzlich für den Einsatz der Grubenwehr mit Atemschutzgeräten.
Sofern sich aufgrund der Art des Einsatzes oder der Auswahl des Atemschutzgerätes zusätzliche
oder abweichende Regeln ergeben, sind diese in den entsprechenden Abschnitten aufgeführt.

Anfahrt

Die Anfahrt der Grubenwehr wird grundsätzlich in unbelasteten Wettern durchgeführt. Alle unter
Tage befindlichen Grubenwehrmitglieder führen Sauerstoffselbstretter mit.

Bereitschaftsstelle

Die Bereitschaftsstelle wird - nach Abstimmung mit der Einsatzleitung - in der Regel in einem
durchgehenden Wetterstrom eingerichtet, der keine Brandgase oder Explosionsschwaden
enthält. Dabei wird beachtet, dass die Bereitschaftsstelle einerseits so nah wie möglich am
Einsatzort und andererseits in sicherer Entfernung liegen soll. Die Bereitschaftsstelle verfügt
über mindestens einen Fernsprechanschluss und ausreichende Beleuchtung. Hier werden die
Atemschutzgeräte und die für den Einsatz notwendige Ausrüstung gelagert. Darüber hinaus
werden hier ein umluftunabhängiges Wiederbelebungsgerät, ein Schleifkorb, ein Defibrillator
und Mittel für die Erste Hilfe bereitgehalten.

Für Grubenwehrmitglieder, die Atemschutzgeräte tragen, werden die Sauerstoffselbstretter
während des Einsatzes an der Bereitschaftsstelle zurückgelassen.

Für die aus dem Einsatz zurückkehrenden Grubenwehrmitglieder werden Getränke bereit-
gehalten.

Die Aufsicht an der Bereitschaftsstelle übt ein Oberführer oder vorübergehend ein von ihm
beauftragter Truppführer aus.

Die Bereitschaftsstelle ist ständig mit mindestens einem Gerätewart besetzt.

Über die Einsätze wird ein Einsatztagebuch geführt.

Bei außergewöhnlich schwierigen Einsätzen (z. B. Bergungseinsätze, Befahrung von langen
Bergen, Blindschächten und niedrigen Grubenbauen) steht ein Arzt zur sofortigen Hilfeleistung
an der Bereitschaftsstelle zur Verfügung.

Einsatz

Die Grubenwehr geht nur in geschlossenen Trupps vor (ein Truppführer und vier Mann).
Erscheint es nach Klärung der örtlichen Verhältnisse vertretbar, einen Grubenwehrtrupp in
geringerer Stärke einzusetzen, so kann der Oberführer dies im Einvernehmen mit der
Einsatzleitung anordnen. Unter den vorgehenden Grubenwehrmännern befindet sich jedoch
immer ein Truppführer.

Jeder Trupp führt einen Sauerstoffselbstretter mit.

Mit besonderen Aufgaben können auch einzelne Grubenwehrmitglieder beauftragt werden,
wenn deren laufende Überwachung sichergestellt ist. Der verantwortliche Oberführer oder
der von ihm beauftragte Truppführer erteilt die für den Einsatz notwendigen Weisungen an
die Truppführer.

Während des Einsatzes werden die sicherheitlich notwendigen Messungen (z. B. CO, CH4
und Klimawerte) durchgeführt.

Beim Einsatz besteht zwischen der Bereitschaftsstelle und dem vorgehenden Trupp (Truppführer)
eine ständige Sprechverbindung. Nach einer Erkundung und bei übersichtlichen Verhältnissen
kann auf eine ständige Sprechverbindung verzichtet werden, der Truppführer meldet
sich dann in Abständen von höchstens 15 Minuten bei der Bereitschaftsstelle. In jedem
Trupp verfügt neben dem Truppführer ein zweiter Mann über eine Sprechmöglichkeit.

Bei der Benutzung von Einrichtungen zur Personenbeförderung wird gewährleistet, dass jederzeit
ein Rückzug veranlasst werden kann. Das gleiche gilt, wenn Grubenwehrtrupps mit Schacht-
und/oder Schrägförderanlagen in Grubenbaue fahren, in denen Brandwetter abgeführt werden.

Grubenwehrmitglieder, die erst vor kurzem eine Krankheit überstanden haben oder sich nicht
voll einsatzfähig fühlen (z. B. Grippe, grippale Infekte, Erkältungskrankheiten, Nachwirkung
von Alkoholgenuss), werden vom Einsatz ausgeschlossen.

Einsatz unter erschwerten klimatischen Bedingungen

Vor dem Einsatz werden die Grubenwehrmitglieder darauf hingewiesen, während des Einsatzes
nur kurze Pausen einzulegen und den Truppführer auf Anzeichen einer beginnenden
Wärmestauung aufmerksam zu machen (Harndrang, Gänsehaut, Schwere in den Beinen,
Kopfschmerzen, Seh- und Hörstörungen, Übelkeit usw.). Der Oberführer wird sofort von
einem derartigen Vorfall unterrichtet. Der Trupp tritt dann sofort den Rückmarsch an.

Für die aus dem Einsatz zurückkehrenden Grubenwehrmitglieder werden trockene Kleidung
und Getränke bereitgehalten.

Bei Einsätzen unter außergewöhnlich schwierigen Klimabedingungen ist ein Arzt an der Bereit-
schaftsstelle anwesend. Außergewöhnlich schwierige Klimabedingungen liegen dann vor, wenn
die Einsatztabellen (Anlage 6) nur noch eine Einsatzdauer von max. 25 Minuten (Einsatz in leichter
Bekleidung oder Flammenschutzkleidung ohne Kühlweste) oder weniger zulassen. Eine mögliche
Einsatzdauerverlängerung durch das Tragen von Kühlwesten ist hiervon unbenommen.

Einsatz in inerter Atmosphäre

Bei stationären Einsätzen werden zusätzlich ein umluftunabhängiges Wiederbelebungsgerät, ein
Defibrillator sowie ein Schleifkorb am Arbeitsplatz bereitgehalten.

Reservetrupp

Für jeden Grubenwehrtrupp im Einsatz wird ein Reservetrupp vorgehalten. Werden von einer
Bereitschaftsstelle aus mehrere Trupps eingesetzt, kann im Einvernehmen mit der Einsatzleitung
hiervon abgewichen werden. Der Reservetrupp besteht immer aus einem Truppführer und
vier Wehrmännern.

Der Truppführer des Reservetrupps hört den Sprechverkehr zwischen dem vorgehenden
Trupp und dem Oberführer an der Bereitschaftsstelle mit.

Einsatzdauer

Die Einsatzdauer beträgt im allgemeinen 2 Stunden, beim Einsatz in Flammenschutzkleidung
im Allgemeinen 90 Minuten.

Der Einsatztrupp misst die Klimawerte (Trockentemperatur, bei Bedraf auch Feuchttemperatur
bzw. relative Feuchte) mit einem geeigneten Messgerät (z. B. Psychrometer) und meldet die
Ergebnisse dem Oberführer an der Bereitschaftsstelle. Die Klimawerte werden beim Einsatz
der Grubenwehr nach Vorgabe des Oberführers in weiteren Zeitabständen gemessen.

Der Oberführer ermittelt anhand der in der Anlage 6 zusammengestellten Tabellen die zulässige
Dauer des Einsatzes. Hierbei werden unterschiedliche Bekleidungen berücksichtigt:

Bei besonders anstrengenden Grubenwehreinsätzen in Grubenbauen mit geringer Wetterbewegung
(z. B. Befahrung von Bergen oder Blindschächten) oder bei einer klimatischen Vorbelastung
durch einen unmittelbar vorangegangenen langen Anmarschweg in warmen Wettern werden
- in Absprache mit der Einsatzleitung - Abschläge von der zulässigen Einsatzdauer nach
Einsatzdauertabelle vorgenommen.

Rückmarsch

Der Rückmarsch eines Einsatztrupps kann jederzeit unmittelbar durch den Oberführer an der
Bereitschaftsstelle und mittelbar durch die Einsatzleitung angeordnet werden. Der Trupp geht
immer geschlossen zurück.

Truppführer können unabhängig von ihren Aufträgen den Rückzug des Trupps eigenverantwortlich
antreten. Die Anordnung zum Rückmarsch des Einsatztrupps wird dann vom Truppführer
getroffen, wenn

Bei Rückmarsch eines Einsatztrupps geht der Reservetrupp diesem ggf. entgegen.

Der Reservetrupp führt eine eigene Sprechverbindung mit sich.

Ausfahrt / Rückweg

Nach dem Einsatz der Grubenwehr sind alle verfügbaren PKW für den Rückweg zum Schacht
zu nutzen.

7.3.2 Ersteinsatz / Erkundungseinsatz

Anfahrt

Die Grubenwehr fährt in der vom Oberführer nach Art des Einsatzes festgelegten Kleidung an.

Trupp 1 und 2 fahren mit ihrer Grundausrüstung unverzüglich an, danach wird mindestens 1 Trupp
mit zusätzlicher Ausrüstung zur Unterstützung oder als Reservetrupp nachgeschickt.

Bereitschaftsstelle

Beim Erst-/Erkundungseinsatz der Grubenwehr wird eine vorläufige Bereitschaftsstelle eingerichtet,
die eine telefonische Verbindung mit der Einsatzleitung hat.

Einsatz

Erst-/Erkundungseinsätze werden ausschließlich mit frei tragbaren umluftunabhängigen
Atemschutzgeräten durchgeführt. Vor dem Einsatz wird je nach Situationslage die Art der
Bekleidung mit der Einsatzleitung abgestimmt. Beim Einsatz der Grubenwehr in vollständiger
Flammenschutzkleidung werden grundsätzlich die Atemschutzgeräte unabhängig von der
Zusammensetzung der Umgebungsatmosphäre angelegt.

Reservetrupp

Der Oberführer darf die Grubenwehr erst dann einsetzen, wenn mindestens ein Reservetrupp
bereitsteht.

Zur Rettung von Menschen kann der Oberführer jedoch - abweichend hiervon - die
Grubenwehr auch schon dann einsetzen, wenn noch kein Reservetrupp bereitsteht, aber mit
dem baldigen Eintreffen des erforderlichen Reservetrupps an der vorläufigen Bereitschaftsstelle
gerechnet wird.

Der jeweilige Reservetrupp hält sich mit geschultertem Atemschutzgerät so nahe wie möglich
zum Einsatzbereich auf. Der Truppführer des Reservetrupps hört den Sprechverkehr zwischen
der Bereitschaftsstelle und dem Einsatztrupp mit.

7.3.3 Stationärer Grubenwehreinsatz

Bei stationären Arbeiten der Grubenwehr wird eine Bereitschaftsstelle eingerichtet, an der
sich zur Sicherung der eingesetzten Grubenwehrmitglieder zwei Wehrmänner mit frei tragbaren
umluftunabhängigen Atemschutzgeräten bereithalten. Hierbei ist der Arbeitsplatz nicht weiter als
100 m von den Sicherungspersonen entfernt.

Bei größeren Entfernungen wird ein vollständiger Reservetrupp bereitgehalten. Die Sicherungs-
personen bzw. der Reservetrupp halten sich in einem unbelasteten Wetterstrom auf. Am
Arbeitsplatz werden ggf. ein umluftunabhängiges Wiederbelebungsgerät, ein Defibrillator sowie
ein Schleifkorb bereitgehalten.

Eine Sprechverbindung wird zwischen Bereitschaftsstelle und Einsatzort hergestellt.

7.3.4 Geplante Einsätze der Grubenwehr

Neben den kurzfristig erforderlichen Einsätzen der Grubenwehr bei Rettungswerken sowie zur
Brandbekämpfung oder Beseitigung von Gefahrensituationen außerhalb von Rettungswerken
wird die Grubenwehr zu geplanten Einsätzen herangezogen.

Geplante Einsätze zur Einengung und Wiedergewinnung von Brandfeldern werden unter Beachtung
des Abschnitts "Öffnen von Brandfeldern" der "Richtlinien für den Brandschutz unter Tage"
durchgeführt.

Darüber hinaus wird die Grubenwehr eingesetzt zum Öffnen und Befahren abgedämmter oder
gesperrter Grubenbaue, in denen mit Ansammlungen schädlicher Gase und/oder mit Sauerstoffmangel
zu rechnen ist.

Für geplante Einsätze wird der Bergbehörde ein Sonderbetriebsplan vorgelegt. Die Vorbereitung
und Durchführung von geplanten Einsätzen wird mit der zuständigen Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen abgestimmt.

Der am Einsatz beteiligte Personenkreis wird vor dem Einsatz über Art und Umfang des Einsatzes
sowie über besonders zu beachtende Regeln unterrichtet. Mittelbar beteiligte Personen werden
rechtzeitig informiert, ebenso die verantwortlichen Personen eventuell betroffener Nachbarbetriebs-
punkte.

Für geplante Einsätze gelten ansonsten die Einsatzgrundsätze entsprechend den Erst-/Erkundungs-
einsätzen.

7.3.5 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung

Mit Regenerationsgeräten für Arbeit und Rettung werden nur Grubenwehrmitglieder eingesetzt.

Regenerationsgeräte mit Drucksauerstoff werden nur benutzt, wenn deren letzte Prüfung nicht
länger als einen Monat zurückliegt. Werden die Geräte nicht am Mann zur Bereitschaftsstelle
transportiert, so wird vor dem Gebrauch eine Gesamtprüfung der Geräte durchgeführt. Für
den Ersteinsatz werden nur ungebrauchte Alkali- bzw. Atemkalkpatronen und Sauerstoffflaschen,
die über einen ausreichenden Vorratsdruck (> 180 bar) verfügen, eingesetzt.

Mit dem Regenerationsgerät Dräger PSS BG 4 kann von einem Grubenwehrmann innerhalb
von 8 Stunden ein zweiter Einsatz ohne Erneuerung der Atemkalkpatrone und ohne Austausch
der Sauerstoffflasche verfahren werden. Die Einsatzbedingungen und insbesondere Einsatzdauer
des Zweiteinsatzes sind der Restgebrauchszeit anzupassen.

Während des Einsatzes wird der Sauerstoffvorrat jedes einzelnen Atemschutzgerätes in Abständen
von längstens 15 Minuten überprüft.

Jeder Grubenwehrtrupp nimmt mindestens einen Sauerstoffselbstretter mit in den Einsatz.

Die Einsatzdauer für Grubenwehreinsätze mit angelegtem Regenerationsgerät beträgt im allgemeinen
zwei Stunden, beim Tragen von Flammenschutzkleidung im Allgemeinen 90 Minuten. Entsprechend
den Klimawerten im Einsatzbereich wird die Einsatzdauer gemäß den Einsatztabellen verkürzt.

In Sonderfällen kann die Einsatzdauer im Einvernehmen mit der Einsatzleitung überschritten
werden; sie ist jedoch abhängig vom Sauerstoffverbrauch der eingesetzten Grubenwehrmitglieder.

Nach jedem Einsatz wird eine Ruhepause von mindestens zwei Stunden eingelegt.

 

7.4 Einsatz ohne Atemschutzgerät

Bei einem CO-Gehalt der Wetter zwischen 30 und 50 ppm können Personen zur Sicherung
des laufenden Bergwerkbetriebes über die Zeitdauer von 8 Stunden pro Tag beschäftigt werden.
Hierbei sind, unter Beteiligung des Werksarztes, besonders gefährdete Personen von
solchen Arbeiten auszuschließen.

Bei einem CO-Gehalt der Wetter zwischen 50 und 100 ppm dürfen Personen zu Rettungs-,
Bergungs-, Brandbekämpfungs- und Sicherungsarbeiten bis 6 Stunden pro Tag eingesetzt
werden. Nicht-Grubenwehrmitglieder dürfen zur Unterstützung der Grubenwehr auf freiwilliger
Basis und in Abstimmung mit dem Werksarzt (uneingeschränkte Klimatauglichkeit muss vorliegen)
eingesetzt werden. Der Einsatz wird von einem Truppführer begleitet und überwacht.

Bei einem CO-Gehalt der Wetter von 100 bis 200 ppm werden ausschließlich Grubenwehr-
mitglieder eingesetzt. Ihre Atemschutzgeräte werden in unmittelbarer Nähe des Einsatzortes
zum Anlegen bereitgehalten. Bei diesen CO-Gehalten arbeiten die Grubenwehrmitglieder
nicht länger als 90 Minuten ununterbrochen. Auf jeden Arbeitseinsatz folgt eine wenigstens
zweistündige Pause in CO-freien Wettern. Die Gesamtdauer des Arbeitseinsatzes eines
Grubenwehrmitgliedes beträgt höchstens 4,5 Stunden pro Tag. Die 90-minütige Arbeitszeit
umfasst sowohl den An-und Abmarsch zur Einsatzstelle als auch die Verweildauer dort.
Mitgeführte Atemschutzgeräte dürfen nicht zu einer Verlängerung der 90-Minuten-Frist
genutzt werden, ausgenommen sind unvorhersehbare Ereignisse.

Der Kohlenmonoxidgehalt der Wetter ist mit mindestens einer ortsfesten, schreibenden CO-
Messeinrichtung  an nicht schwerentflammbaren nichtselbstverlöschenden Bandanlagen mit
Fernübertragung zu einer ständig besetzten Stelle zu überwachen oder - sofern eine solche
Messeinrichtung noch nicht eingebaut werden konnte - durch CO-Handmessgeräte
kontinuierlich festzustellen. Auch bei betriebener CO-Messeinrichtung sind bei CO-Gehalten
über 50 ppm CO-Handmessungen an den Arbeitsstellen durchzuführen. Die stationären
Messgeräte müssen bei Erreichen des vorgeschriebenen Grenzwertes 30 ppm Voralarm und
50 ppm ein akustisches und optisches Warnsignal auslösen. Bei CO-Gehalten zwischen 50
und 200 ppm werden zusätzlich einmal je Schicht Gasproben entnommen und auf schnellstem
Wege analysiert. Alle Personen werden über die Wirkung von CO auf den Menschen
unterwiesen. Grubenbaue, in denen der CO-Gehalt der Wetter mehr als 200 ppm beträgt,
werden nur mit angelegten Atemschutzgeräten betreten.

Der Rückmarsch nach dem Einsatz ist zu berücksichtigen.

8 Hilfeleistung

Ungeachtet der Regelungen im Hilfeleistungsplan der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
würde die Borther Grubenwehr – auf Anforderung – auf Nachbarbergwerken selbstverständlich
Hilfe leisten.

Mit den entsprechend ausgerüsteten Trupps rücken in jedem Fall ein Oberführer und ein
Gerätewart aus. Der Oberführer meldet sich in der Grubenrettungsstelle bzw. an der bei
der Alarmierung angegebenen Stelle.

Bei gleichzeitigem Einsatz mehrerer Grubenwehren auf einem Bergwerk werden die Aufgaben-
und Verantwortungsbereiche der Oberführer durch die Einsatzleitung festgelegt und gegen-
einander abgegrenzt.

Wird die Hilfe benachbarter Grubenwehren in Anspruch genommen, so werden ortskundige
Personen bereitgestellt. Hilfeleistungswehren werden vor der Anfahrt über das Ereignis und
ihre Aufgaben unterrichtet. Ersatzmannschaften und Gerätewarte werden rechtzeitig bereitgestellt.

9 Störungen / Unfälle mit Atemschutzgeräten

Bei Störungen im Einsatz, bei Übungen und bei Prüfungen oder bei Unfällen, die mit dem Benutzen
von Atemschutzgeräten ursächlich zusammenhängen können, ist grundsätzlich jede Veränderung
am Gerät einschließlich des Lösens oder Nachstellens von Verbindungen, z. B. des Atem-
anschlusses, zu vermeiden.

Der Truppführer oder Gerätewart hat, nachdem er den Atemluftvorrat abgelesen hat, die
Atemluftflasche des betreffenden Gerätes zu schließen. Der Atemanschluss ist unverändert
am Gerät zu belassen. Das Gerät ist dann durch den Oberführer unverzüglich ohne jede weitere
Veränderung der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen zur Verfügung
zu stellen. Bei CO-Filterarbeitsgeräten, und Sauerstoffselbstrettern ist sinngemäß zu verfahren.

10 Nachweisungen

Für die unter Abschnitt 3.3 vorgesehenen Untersuchungen wird die ärztliche Bescheinigung
benutzt. Nach Vordrucken der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen werden folgende
Nachweisungen geführt:

Ein Mitgliederverzeichnis wird bereitgehalten

11 Rettungswerk

Der Aufgabenbereich und die Verantwortlichkeit der an einem Rettungswerk beteiligten
Personen sind im Notfallplan festgelegt. Dieser Plan wird sinngemäß auch bei anderen
Einsätzen der Grubenwehr angewendet.

In diesem Plan werden u.a. geregelt:

  1. die Alarmierung der an einem Rettungswerk beteiligten Personen,

  2. die Sofortmaßnahmen des vorläufigen Einsatzleiters,

  3. die Aufgaben der Einsatzleitung,

  4. die Aufgaben der übrigen beteiligten Personen.

Der Notfallplan wird im Büro der Einsatzleitung, in der Grubenrettungsstelle und an sonstigen
erforderlichen Stellen verfügbar gehalten. Er wird bei Bedarf durch das Bergwerk überprüft
und aktualisiert.

12 Beteiligung der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen

Das Bergwerksunternehmen unterhält eine Hauptstelle für das Grubenrettungswesen oder ist
einer Hauptstelle für das Grubenrettungswesen angeschlossen.

Den Hauptstellen für das Grubenrettungswesen sind u.a. die folgenden Aufgaben übertragen:

  1. Beratung, Unterstützung und Mitwirkung bei Rettungswerken und Einsätzen der Grubenwehr;

  2. Beratung in Fragen der Ausrüstung und Organisation der Grubenwehren;

  3. Aufstellung des Hilfeleistungsplans bzw. des Hauptrettungsplans für Grubenwehren;

  4. Mitwirkung bei der Festlegung und Anpassung der Planstärke der Grubenwehr;

  5. Jährliche Überprüfung der Grubenwehr und der Grubenrettungsstelle (u. a. Atemschutzgeräte
    und Einrichtungen, arbeitsmedizinische Untersuchung, Übungssoll);

  6. Durchführung von Lehrgängen für Oberführer, Truppführer, Wehrmänner und Gerätewarte;

  7. Unterstützung des Oberführers bei der Ausbildung und Nachschulung der Grubenwehrmitglieder;

  8. Untersuchung von Atemschutzgeräten der Grubenwehr nach Unfällen oder Störungen;

  9. Überprüfung der Chemikal-Sauerstoffselbstretter auf Weiterverwendbarkeit;

  10. Beratung und Ausbildung im vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz.



    Anlage 1
Grundausbildung Wehrmann    
     
Ausbildungsplan    
     
Name:______________________ Grubenwehr:_______________  
     
Unterweisungsthema Unterweisung
am:

Unterschrift

Oberführer

Atmung des Menschen, schädliche Gase, Sauerstoffmangel,
Belastung im Atemschutz, Klimaeinsätze

   

Einteilung der Atemschutzgeräte, Funktion des Sauerstoffselbstretters,
Funktion des Kreislaufgerätes (BG 4)

   

Plan für das Grubenrettungswesen, Pflichten der Grubenwehrmitglieder,
Einsatzgrundsätze

   

Einsatz der Grubenwehr
Alarmierung, Ausrüstung Trupp 1 – 4

   

Messen von Gasen
elektr. Gasmessgeräte, Prüfröhrchen, Gasprobenahme für Vollanalysen

   

Grubenbrände – Ursachen, Vorbeugung und Brandbekämpfung,
Raum- und Objektinertisierung

   
Grubenbild und Wetterführung    
Wiederbelebung; Umgang mit dem Oxylator und Defibrillator    
Anlegen Sauerstoffselbstretter; Anlegen der Flammenschutzkleidung    

Gewöhnungsübung im Atemschutz
(Atemschutzmaske mit Partikelfilter)

   
Gewöhnungsübung im Kreislaufgerät (1 Stunde)    
Standardübung der Grubenwehr    

Löschübung
Schnellverschläge, Dammrohrmontage, Löschgeräte,
Löschangriff mit Wasser und Pulver

   
Theoretische Prüfung bestanden    
Dynavittest (erreichte Dynavitzahl ....................)    
Nothelferausbildung vom ..............................    
Löschhelferausbildung vom ..............................    


Anlage 2

Grubenwehrübungen

Standardübung von zwei Stunden Dauer

Standardübungen werden bei Trockentemperaturen von ca. 30 °C durchgeführt.

Die Bekleidung der Übungsteilnehmer besteht aus Frottee-Unterwäsche und
der Anzughose des Flammenschutzanzuges.

Es werden neben der Befahrung des Übungshauses 3 x 60 Schläge am Schlaggerät
gezogen und eine Ausdauerleistung von 15 Minuten (auf dem Fahrradtrainer) erbracht.

Belastungsstufen für den Ausdauerteil der Grubenwehrstandardübung
Länge des Ausdauerteils: 15 Minuten

Gewicht (kg)

Anfangsleistung
Länge 2 Min (W)

2. Stufe
Ab der 3. Min. (W)

3. Stufe
Ab der 6. Min. (W)

59 bis 62

75

95

115

63 bis 66

80

100

120

67 bis 70

85

105

125

71 bis 75

90

110

130

76 bis 79

95

115

135

80 bis 83

100

120

140

84 bis 87

105

 125

145

88 bis 91

110

130

150

92 bis 95

115

135

155

96 bis 100

120

140

 160

101 bis 105

125

145

165

105 bis 110

 130

150

170

111 bis 115

135

155

175

116 bis 120

140

160

180

Übung mit Flammenschutzkleidung

Diese Übungen werden im Rahmen und nach Maßgabe der Einsatztabelle
für Flammenschutzkleidung durchgeführt (z. B. ttr = 28 °C und tf = 20 °C
=> Übungsdauer 90 Minuten); die Übungsdauer richtet sich nach den Klimawerten
entsprechend der Einsatztabelle für Flammenschutzkleidung (Anlage 6).

Die Bekleidung der Übungsteilnehmer ist die Flammenschutzkleidung.

Während der 90-Minuten-Übung werden von jedem Übungsteilnehmer am
Schlaggerät zu Beginn 60 Schläge, in der Mitte 50 Schläge und am Ende
40 Schläge gezogen (Kraftteil) und 20 m Fahrte geklettert.

Sonstige Übungen

Bei den übrigen zweistündigen und vierstündigen Übungen im Übungsraum oder
unter Tage werden je nach Bedarf und Ausbildungsauftrag auch andere
grubenwehrbezogene Arbeiten, z. B. mit dem standortüblichen Equipment,
Retten von Verunglückten, Erste Hilfe und Wiederbelebungsarbeiten,
Errichten von Dämmen und Verschlägen und Brandbekämpfung,
Entnehmen von Brandgasproben durchgeführt.



Anlage 3

Nachschulung in der Nothilfe

Lernziele sind insbesondere

Ausbildungsdauer jährlich fünf Stunden. Abwechselnd werden entweder die
Lerninhalte der allgemeinen Nachschulung oder die der speziellen Nachschulung
vermittelt.

Lerninhalte der allgemeinen Nachschulung:

Lerninhalte der speziellen Nachschulung:

Lernmittel

Leitfaden der Nothelferausbildung der RAG oder Vergleichbares, Notfallkoffer
Bergbau 2002, Vakuummatratze-Bergbau, einheitliche Schulungsunterlagen zu
speziellen Themen.

Ausbilder

Allgemeine Nachschulung: Heilgehilfe mit Ausbilderqualifikation / ggf. Ausbilder
einer anerkannten Hilfsorganisation.



Anlage 4

Vorschriften für das Anlegen von Atemschutzgeräten

1. Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung (PSS BG 4)

Reihenfolge des Anlegevorgangs

 

2. Sauerstoffselbstretter

Anlegen im Grubenwehrtrupp bei Ausfall eines anderen Atemschutzgerätes:

Falls andere Atemschutzgeräte eingesetzt werden, sind die Mitarbeiter von der
zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, die den Einsatz begleiten,
oder von ihnen besonders unterwiesene Truppführer der Grubenwehr für das
Anlegen der Geräte verantwortlich.





Anlage 5

Regeln für das Prüfen und Warten von Geräten der Grubenwehr

1. Prüffristen und Prüfen von Atemschutzgeräten

   Atemschutzgeräte werden mit einem geeigneten Prüfgerät nach der jeweils gültigen
   Prüfanleitung der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen geprüft. Bei ordnungs-
   gemäßem Befund wird das Gerät als einsatzbereit gekennzeichnet (Datum und
   Unterschrift (Kurzzeichen) des Gerätewartes).

1.1 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung

      Prüfung (die letzte Prüfung darf nicht länger als 1 Monat zurückliegen):

Die Ergebnisse der Prüfung werden einmal im Monat in das Prüfungsbuch
eingetragen.

1.2 Sauerstoffselbstretter

Vor der Mitnahme

Jährliche Prüfung

Kontrolle der Unversehrtheit des Tragebehälters und der Plombierung

Dichtheit und Gesamtgewicht des verschlossenen Gerätes

Die Ergebnisse der jährlichen Prüfung werden in das Prüfungsbuch eingetragen.

2. Prüfen der Vollmasken

Vollmasken werden mindestens vierteljährlich, nach Einsätzen und Übungen
sowie nach Reparaturen und Wartungsarbeiten (auch nach dem Wechsel der
Sprechmembran) - entsprechend der Betriebsanleitung - mit einem Prüfgerät
auf Dichtheit geprüft.

Das Ergebnis der vierteljährlichen Prüfung wird in das Prüfungsbuch eingetragen.

3. Prüfen von automatischen Wiederbelebungsgeräten

Wiederbelebungsgeräte werden nach der jeweils gültigen Prüfanleitung der
Hauptstellen für das Grubenrettungswesen geprüft. Nach ordnungsgemäßem
Befund werden die Geräte als einsatzbereit gekennzeichnet (Datum und
Unterschrift (Kurzzeichen) des Gerätewartes). Es wird ein Prüfungsbuch geführt.

 

Wiederbelebungsgerät Oxylator FR 300/B- Bergbau:

Vor der Mitnahme

Gesamtprüfung nach starker
Beanspruchung und nach Instandsetzung
benutzter Geräte spätestens im Abstand
von zwei Monaten

Im Abstand von zwei Jahren

Kontrolle des Sauerstoffvorrats

Vollständigkeit nach Stückliste,
Sauerstoffvorrat

Sicherheitstechnische Kontrolle durch den Hersteller/ oder autorisierte Personen der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen

 

Funktion des Lungenautomaten

 

 

Dichtheit der Hoch- und Mitteldruckteile

 

 

4. Prüfen der Mess- und Hilfsgeräte

Mess- und Hilfsgeräte, die für den Einsatz der Grubenwehr bereitgehalten
werden, werden monatlich geprüft, das Ergebnis wird in einem Prüfungsbuch
eingetragen. Der Einsatz und die Überwachung von Handmessgeräten und
tragbaren Messeinrichtungen erfolgen gemäß den entsprechenden Richtlinien
der Bezirksregierung Arnsberg.

5. Überprüfen von Sauerstoffverteilern

Sämtliche Sauerstoffverteiler werden in Abständen von 6 Jahren vom Hersteller
vollständig überholt. Die Überholung wird in Listen dokumentiert.

6. Überprüfen der Membranen und Dichtungen

6.1 Sauerstoffschutzgeräte

Dichtungen und Ventile aus Gummi oder Kunststoff werden mindestens
einmal im Jahr geprüft (Alterung, Brüchigkeit, Verformung usw.). Sie werden
spätestens alle 4 Jahre ausgewechselt, sofern nicht vom Hersteller kürzere Fristen
angegeben sind.

6.2 Vollmasken für Regenerationsgeräte

Sprechmembranen, Dichtungen und Ventilscheiben werden nach jedem Einsatz
geprüft (Alterung, Brüchigkeit, Verformung usw.). Spätestens alle 6 Jahre werden
diese Teile ausgewechselt, sofern nicht vom Hersteller kürzere Fristen angegeben
sind.

7. Reinigung und Desinfektion

7.1 Atemanschlüsse (Vollmasken) für Regenerationsgeräte

Die Atemanschlüsse werden nach jeder Benutzung gereinigt und desinfiziert.
Werden mehrere Einsätze nacheinander von derselben Person durchgeführt,
kann auf die Desinfektion verzichtet werden.

Alle Atemanschlüsse werden mindestens halbjährlich gereinigt und desinfiziert.
Bei luftdicht verpackten Atemanschlüssen alle zwei Jahre.

7.2 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung

Atembeutel, Minimumventil, Entwässerungsventil, Überdruckventil, Atemluft-
kühler und Faltenschläuche mit Ein- und Ausatemventil werden nach jeder
Benutzung gereinigt und desinfiziert.

Atembeutel, Minimumventil, Entwässerungsventil, Überdruckventil, Atemluft-
kühler und Faltenschläuche mit Ein- und Ausatemventil und Faltenschläuche
werden mindestens halbjährlich gereinigt und desinfiziert.

8. Umgang mit Sauerstoff

8.1 Allgemeines

Als Sauerstoff für Atemzwecke wird ausschließlich medizinischer Sauerstoff
eingesetzt. Im Umfüllraum gilt Rauchverbot.

8.2 Räume

Alle Räume, in denen Sauerstoff umgefüllt oder gelagert wird, sind ausreichend
be- und entlüftet. Die Türen dieser Räume sind Feuer hemmend ausgeführt, nach
außen aufgehend und selbsttätig schließend.

8.3 Umfüllpumpe

Der Betrieb der Sauerstoffumfüllpumpe erfolgt nach Herstelleranweisung;
demnach wird nach 25 Betriebsstunden bzw. mindestens halbjährlich eine Wartung
durch den Hersteller oder durch autorisierte Personen der Hauptstellen für das
Grubenrettungswesen durchgeführt. Bewegliche Druckleitungen werden einmal
im Jahr durch einen Sachkundigen überprüft. Außerdem wird die Sauerstoff-
umfüllpumpe in Abständen von 4 Jahren durch einen Sachverständigen untersucht.

Sauerstoffvorratsflaschen werden in Abständen von 10 Jahren der amtlichen
Druckprobe unterzogen.

8.4 Sauerstoffflaschen der Regenerationsgeräte

Sauerstoffflaschen mit 2 l Inhalt (auch 2,5 l Inhalt Flaschen des Oxylators)
werden in Abständen von 5 Jahren amtlich geprüft. Die erfolgten Prüfungen
werden in Listen erfasst. Es werden nur solche Flaschen gefüllt, deren Prüfdatum
noch nicht abgelaufen ist. Vollständig entleerte und geprüfte Sauerstoffflaschen
werden vor dem Füllen mit Sauerstoff gespült. Der Transport von Sauerstoff-
flaschen erfolgt ausschließlich mit aufgeschraubtem Verschlussstopfen.






Grubenrettungswesen Esco Borth Tabelle Einsatzdauer



Anlage 7a

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 1

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 2

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 3

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 4

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 5

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 6

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 7



Grubenrettungsplan RAG Anlage 7b Bild 1

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7b Bild 2

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7b Bild 3

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7b Bild 4

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7b Bild 5



Grubenrettungsplan Esco Borth Anlage 8 Bild 1

Grubenrettungsplan Esco Borth Anlage 8 Bild 2

Grubenrettungsplan Esco Borth Anlage 8 Bild 3

Grubenrettungsplan Esco Borth Anlage 8 Bild 4



Anlage 9

Fitnesstest der Grubenwehr

Der Test wird im Höchstabstand von zwei Jahren an sportmedizinisch überprüften und geeigneten
Geräten durchgeführt. Es werden die Muskelgruppen Rücken, Bauch, Kniestrecker, Kniebeuger,
Schulter und Brust getestet.

Zu erreichende Mindestwerte (Drehmomente):

Anmerkung:

Die o.g. Werte wurden spezifisch an Geräten der Fa. David International Ltd., Neu-Ulm ermittelt.
Werte vergleichbarer Geräte anderer Hersteller müssen den festgelegten Mindestwerten angepasst
werden.

Beurteilung:

Je Muskelgruppe kann bei Erreichen der o. g. Mindestwerte ein Punkt erzielt werden
(insgesamt maximal 6 Punkte). Für das Bestehen des Tests werden 4 Punkte benötigt.
Wird der Test nicht bestanden, soll er nach einem Training innerhalb eines halben Jahres
wiederholt werden.

Im Rahmen des Wiederholungstests kann nach fachlichem Ermessen ggf. eine zusätzliche
Untersuchung an einem geeigneten Gerät zum Test der Rumpfmuskulatur durchgeführt und
in die Bewertung einbezogen werden.

Jedes Grubenwehrmitglied erhält eine gezielte Trainingsempfehlung und legt das Ergebnis des
Tests, ggf. auch des Wiederholungstests, bei der jeweils hierauf folgenden arbeitsmedizinischen
Untersuchung dem Arzt vor.

Ein wiederholtes Nichtbestehen des Tests ist ein Ausschlusskriterium für die Grubenwehr-
mitgliedschaft. In einem solchen Fall ist das Ergebnis dem zuständigen Arbeitsmediziner
unverzüglich vorzulegen. Grubenwehrmitglieder über 50 Jahre müssen zum Schutz ihrer
Gesundheit einmal pro Jahr einen erfolgreichen Test nachweisen.

Zusätzlich wird am Testtag ein Ausdauerleistungstest zur individuellen Trainingssteuerung
durchgeführt.