28.09.2004

83.12.62.1-2004-1

 Plan für das Gasschutzwesen

A 4.6



An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen   (außer Düren)




Plan für das Gasschutzwesen, Stand: Mai 2000

Anlagen: - 2 -



Mit Schreiben vom 3. Juni 2004 hat die Deutsche Steinkohle AG der Bezirksregierung Arnsberg
den Plan für das Gasschutzwesen, Stand: Mai 2000 (s. Anlage A), angezeigt. Soweit auch
Gasschutzwehren in Betrieben des Nichtsteinkohlenbergbaus nach dem Plan verfahren wollen,
so bestehen hiergegen keine Bedenken. Ich bitte um Kenntnisnahme und Beachtung.

Außerdem bitte ich bis zum 1. März eines jeden Jahres anhand des Formblatts nach Anlage B
zu dieser Rundverfügung zu berichten. Dem Bericht sind alle für das jeweilige Berichtsjahr
vorliegenden Formblätter der Meldungen I und II (vgl. Abschnitt 5.4 und Abschnitt 9 des Plans)
beizufügen.

Die Rundverfügung vom 08.04.1983 - 12.62.1-1-6 -, SBl. A 4.6, wird hiermit aufgehoben.

Dortmund, den 28.09.2004

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung 8 Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag

M i c h a e l   K i r c h n e r





15.04.2021

62.12.63.1-2021-1

Plan
für die Unterweisung im Gebrauch sowie für die Überwachung der
Selbstretter im Steinkohlenbergbau

A 4.6




Betr.: Plan für die Unterweisung im Gebrauch sowie die Überwachung
       der Selbstretter im Steinkohlenbergbau


Die RAG Aktiengesellschaft hat mit Schreiben vom 17.02.2021 den
Plan für die Unterweisung im Gebrauch sowie die Überwachung der
Selbstretter im Steinkohlenbergbau vorgelegt.

Diesem Plan hat die Bezirksregierung Arnsberg mit
Schreiben vom 15.04.2021 zugestimmt.

Der Plan tritt an die Stelle des bisher geltenden „Plan für die
Unterweisung im Gebrauch sowie für die Überwachung der
Selbstretter im Steinkohlenbergbau und in anderen Bergwerken“ vom
03.05.2005 -83.12.63.1-2004-1.

Die o.g. Zustimmung ist damit gegenstandslos.


                      Dortmund, den 19.04.2021
                       Bezirksregierung Arnsberg
            Abteilung 6 Bergbau und Energie in NRW

                                    Welz


15.12.2005

83.12.61.2-2005-2

Hilfeleistungsplan für die Grubenwehren in NRW

A 4.6

 

An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Hilfeleistungsplan für die Grubenwehren in NRW

 

 

Die Rundverfügung wird mit Schreiben vom 12.07.2017 - 62.12.61.1-2014-2 aufgehoben.

 

 

Bezirksregierung Arnsberg

Im Auftrag:

(Wagner)



August 2007

83.12.8.5-2007-5

Plan für die Auf- und Abseiltechniken
für Gruben- und Gasschutzwehren

A 4.6

Mit Schreiben vom 31.08.2007 hat die Deutsche Steinkohle AG der Bezirksregierung Arnsberg,
Abteilung Bergbau und Energie in NRW, den "Plan für die Auf- und Abseiltechniken für
Gruben- und Gasschutzwehren" angezeigt.

Besondere Ereignisse könnten den Einsatz von Auf- und Abseilmannschaften sowohl über Tage
als auch unter Tage erforderlich machen. Daher sollen innerhalb der DSK zukünftig eigene,
entsprechend dem angezeigten Plan, ausgebildete Seilmannschaften solche Aufgaben übernehmen.
Die Implementierung von Auf- und Seilmannschaften in den Gesamtrettungskonzept ist insgesamt
von Vorteil.

Die Bergwerke werden demnächst den v. g. Plan, gegen den seitens der Bezirksregierung Arnsberg,
Abteilung Bergbau und Energie in NRW, keine Einwendungen bestehen, bei den zuständigen
Bergämtern im Rahmen des Betriebsplanverfahrens einreichen.

 

Bezirksregierung Arnsberg
Abteiung Bergbau und Energie
Im Auftrag:

K ü g l e r



Titelbild Plan für die Auf- und Abseiltechniken für Gruben- und Gasschutzwehren

P l a n
über Auf- und Abseiltechniken
für Gruben- und Gasschutzwehren

 

Ausgabe August 2007

 

Inhaltsverzeichnis:

1 AUFGABEN

2 STÄRKE UND ZUSAMMENSETZUNG DER SEILMANNSCHAFT

3 ARBEITSMEDIZINISCHE UNTERSUCHUNG

4 AUSBILDUNG

4.1 Grundausbildung
4.1.1 Theoretischer Teil
4.1.2 Praktischer Teil
4.1.3 Abschluss der Grundausbildung
4.2 Fortbildung
4.3 Aus- und Fortbildung der Ausbilder
4.3.1 Inhalte
4.3.2 Ziele
4.4 Aus- und Fortbildung der Gerätewarte (PSA Sachkundige)
4.5 Allgemeines

5 PFLICHTEN DER MITGLIEDER DER SEILMANNSCHAFT

5.1 Gerätewarte ( PSA Sachkundige )
5.2 Leiter der Seilmannschaft

6 AUSRÜSTUNG DER SEILMANNSCHAFT

7 EINSATZ DER SEILMANNSCHAFT

7.1 Alarmierung
7.2 Einsatzgrundsätze

8 HILFELEISTUNG

9 STÖRUNGEN /UNFÄLLE

 

1 Aufgaben

Die Grubenwehren und Gasschutzwehren können über und unter Tage zur Rettung und
Bergung von Menschen eingesetzt werden. Zur schnellen Rettung aus Höhen oder Tiefen kann
der Einsatz von Seiltechniken vorteilhaft sein. Zur Lösung dieser Aufgaben sind spezielle
Trupps der Gruben- und Gasschutzwehren mit einer entsprechenden Ausrüstung ausgestattet
und werden regelmäßig geschult. Nach Abstimmung mit der Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen und Genehmigung eines Sonderbetriebsplanes können auch Arbeiten am Seil
durchgeführt werden.

2 Stärke und Zusammensetzung der Seilmannschaft

Die Aufstellung von Seiltrupps ist für eine Grubenwehr oder Gasschutzwehr nicht verpflichtend.
Ausgewählte Gruben- und Gasschutzwehren unterhalten entsprechend geschulte und
ausgerüstete Wehrmitglieder. Ein Seiltrupp besteht aus mindestens 3 Personen. Die Seil-
mannschaft einer Wehr besteht in der Regel aus 3 bis 4 Seiltrupps.

Die Seilmannschaft einer Wehr setzt sich mindesten aus folgenden Mitgliedern zusammen:

2 Leitung/ Ausbilder der Seiltruppe
8 Mitglieder der Seilmannschaft
2 Gerätewarte (Sachkundige nach BGG 906)

3 Arbeitsmedizinische Untersuchung

Mitglieder der Seiltrupps sind Atemschutzgeräteträger entsprechend dem Plan für das
Grubenrettungswesen. Bei allen regelmäßigen und zusätzlichen Tauglichkeitsuntersuchungen
werden die Mitglieder der Seilmannschaft nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz
für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 41 (Arbeiten mit Absturzgefahr) untersucht.

4 Ausbildung

4.1 Grundausbildung

Die Grundausbildung der Mitglieder der Seiltrupps wird bei der Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen oder in der Wehr durchgeführt. Die Ausbildung umfasst mindestens 24 Stunden
und gliedert sich in einen theoretischen und praktischen Teil. Im Anschluss daran werden 2
Übungen innerhalb der Seiltrupps der Wehr von 8 Stunden absolviert.

4.1.1 Theoretischer Teil

In der theoretischen Ausbildung werden folgende Themen behandelt:

4.1.2 Praktischer Teil

In der praktischen Ausbildung werden die Wehrmänner an das Arbeiten mit der angelegten
Ausrüstung und den Seilen gewöhnt. Es werden Ab- und Aufseilübungen und Rettungsübungen
im Seiltrupp durchgeführt.

4.1.3 Abschluss der Grundausbildung

Die Anwärter werden in die Seiltruppe aufgenommen, wenn sie die erforderlichen Kenntnisse
nachgewiesen (theoretische Prüfung) und innerhalb des Seiltrupps eine Rettungsaktion ohne
Beanstandung durchgeführt haben.

4.2 Fortbildung

Zur Festigung und Vertiefung der Kenntnisse werden mindestens dreimal jährlich praktische
Übungen innerhalb der Wehr (alternativ bei der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen)
durchgeführt.

4.3 Aus- und Fortbildung der Ausbilder

Jeder Ausbilder hat eine Grundausbildung erhalten und eine mindestens einjährige Erfahrung
in der Seilmannschaft. Die Weiterbildung zum Ausbilder wird bei der Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen absolviert und dauert 3 Tage. Die Ausbilderschulungen werden im
Abstand von 3 Jahren wiederholt. Der Ausbilder muss eine Ausbildung als Nothelfer (Plan für
das Grubenrettungswesen und Plan für das Gasschutzwesen) nachweisen. Ausbilder sind in
ihrer Funktion jährlich mindestens viermal tätig. Jede Seilmannschaft hat mindestens zwei
Ausbilder. Ausbilder sind verantwortliche Personen im Sinne des § 58 BBergG.

4.3.1 Inhalte

4.3.2 Ziele

Die Teilnehmer sollen in der Lage sein Vorbereitung, Durchführung und Überwachung einer
Übung unter ausgewählten arbeitsplatzspezifischen Bedingungen, sowie Organisation und
Logistik der notwendigen Ausrüstung eigenständig zu koordinieren. Die Prüfungsinhalte setzen
sich zusammen aus einen Wissenstest und der Durchführung bzw. Leitung einer Rettungsübung.

4.4 Aus- und Fortbildung der Gerätewarte (PSA Sachkundige)

Gerätewarte werden als Sachkundige für persönliche Schutzausrüstung zur Überprüfung der
Gurte, Seile und des Zubehörs entsprechend der Vorschriften (BGG 906) ausgebildet und
nachgeschult.

4.5 Allgemeines

Über alle Personen der Seilmannschaften und deren Aus- und Fortbildung sind innerhalb der
Wehren Listen zu führen ( Anlage 1 ). Die Dokumentation der Übungen und Einsätze umfassen
folgende Punkte (Datum, beteiligte Personen, verantwortliche Ausbilder, Dauer der Übung
/ Einsatz, behandelte Themen, Art der Übung / Einsatzaufgabe, besondere Vorkommnisse,
Unterschrift des Einsatzleiters) ( Anlage 2 ). Zusätzlich wird ein mannbezogener Ausbildungs-
und Einsatznachweis geführt. Die Aufzeichnungen unterliegen der jährlichen Revision
durch die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen. Ohne nachgewiesene Fortbildung und
Nachweis der Tätigkeit (Ausbilder) verlieren Ausbildungs- und Ausbildernachweise ihre Gültigkeit.

5 Pflichten der Mitglieder der Seilmannschaft

Jedes Mitglied der Seilmannschaft hat sich auf Eignung für den Dienst untersuchen zu lassen.
Die Mitglieder sind verpflichtet, vor Übungen und Einsätzen dem Truppführer bzw. Leiter der
Seilmannschaft zu melden, wenn sie sich körperlich nicht voll leistungsfähig fühlen. Das Mitglied
der Seilmannschaft hat den Leiter der Seilmannschaft über Krankheiten und Unfälle zu
unterrichten, die eine wesentliche Beeinträchtigung für den Dienst im Seiltrupp verursachen
können.

Die Mitglieder der Seilmannschaft leisten bei der Ausbildung und im Einsatz den Anweisungen
des Leiters der Seilmannschaft / Ausbilders Folge.

Sie nehmen an den Übungen, Ausbildungen und Unterweisungen (Kapitel 4) planmäßig teil.
Vor jeder Aktion im Seil wird die Ausrüstung durch Inaugenscheinnahme geprüft.

5.1 Gerätewarte ( PSA Sachkundige )

Der Gerätewart ist verantwortlich für die mindestens jährliche Prüfung der Ausrüstung. Weiterhin
obliegt ihm die Buchführung ( Anlage 3 ).

5.2 Leiter der Seilmannschaft

Der Leiter der Seilmannschaft ist für die Einhaltung und Durchführung der Regelungen verantwortlich,
die im jeweils gültigen Plan festgelegt sind.

6 Ausrüstung der Seilmannschaft

Zu Übungen und Einsätzen werden nur Ausrüstungsteile verwendet, die den Anforderungen
der PSA-Richtlinien BGR 198/ 199 oder den Empfehlungen der BBG entsprechen. Die
Ausrüstungsteile sind baumustergeprüft und gekennzeichnet. Die Benutzung und die Lebensdauer
aller Ausrüstungsteile werden in einem Buch dokumentiert. Die Ausrüstung wird mindestens
jährlich geprüft (BGR 906). Vor Gebrauch wird die Ausrüstung durch Inaugenscheinnahme
durch den Benutzer geprüft. Die Lagerung des Materials erfolgt in trockener und lichtgeschützter
Umgebung. Die Ausrüstung ist vor dem Zugriff unbefugter Personen gesichert. Die
Mindestausrüstung wird in der Anlage 4 aufgelistet.

7 Einsatz der Seilmannschaft

7.1 Alarmierung

Das Alarmierungssystem der Grubenwehr/ Gasschutzwehr steht zur Verfügung. Bei alleiniger
Alarmierung der Seilmannschaft, kann diese Einschränkung durch eine frei wählbare Texteingabe
spezifiziert werden.

7.2 Einsatzgrundsätze

Für Arbeitseinsätze wird eine Mindeststärke von einem Seiltrupp zuzüglich eines Einsatzleiters
(mit Ausbilderqualifikation) festgelegt. Der Rettungseinsatz kann begonnen werden wenn
ein Seiltrupp vorhanden ist.
Neben der örtlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung ist das Tragen von für
Seilarbeiten geeigneten Handschuhen festgeschrieben.
Bei allen Einsätzen werden zwei getrennte Systeme (Tragseil und Sicherungsseil) verwendet.
Das Sicherungssystem ist bei Rettungseinsätzen immer eine Fremdsicherung. Der Sicherungsmann
hat immer Sicht- oder Rufkontakt zum Abseilenden oder nutzt eine ständige Kommunikations-
einrichtung z.B. (Grubenwehrtelefonsystem I oder Funksystem über Tage). Bei allen
Einsätzen besteht für den Einsatzleiter eine direkte telefonische Verbindungsmöglichkeit
zur Rettungsleitstelle der Feuerwehr oder zu einer intern besetzten Stelle (Einsatzleitung über
Tage, Grubenwehrrettungsstelle), die ein Hilfeleistungsersuchen weiterleiten kann.
Wird Atemschutz eingesetzt, so wird nach den gültigen Plänen (Plan für das Grubenrettungswesen
bzw. Plan für das Gasschutzwesen) verfahren.

8 Hilfeleistung

Die Gruben- und Gasschutzwehren die unter der Betreuung der Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen der DSK stehen und eine Seilmannschaft unterhalten, leisten sich bei größeren
Einsätzen gegenseitig Hilfe. Wird die Hilfe benachbarter Mannschaften in Anspruch genommen,
so werden ortskundige Personen bereitgestellt. Hilfeleistungsmannschaften werden
vor der Anfahrt/ vor dem Einsatz über das Ereignis und ihre Aufgaben unterrichtet.

9 Störungen /Unfälle

Bei Störungen mit der Ausrüstung im Einsatz, bei Übungen und bei Prüfungen oder bei Unfällen,
die mit dem Benutzen der Abseilausrüstung ursächlich zusammenhängen können, ist
grundsätzlich die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen zu informieren.
Hierdurch wird sichergestellt, dass solche Ereignisse und mögliche Schlussfolgerungen an alle
betroffenen Stellen im Unternehmen schnell kommuniziert werden können.



Anlage 1 Bild



Anlage 2 Bild



Anlage 3 Bild



Anlage 4 Bild


 






Plan
für das Grubenrettungswesen
der RAG Aktiengesellschaft

 

 

 

in Anlehnung an die Leitlinien
des Deutschen Ausschusses für das
Grubenrettungswesen
für Organisation, Ausstattung und
Einsatz von Grubenwehren

 

 

 

 

 

 

 

 

Stand: November 2019


 

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

1.               Geltungsbereich

2.               Aufgaben einer Grubenwehr

3.               Personelle Struktur der Grubenwehr

3.1             Zusammensetzung

3.2             Stärke

3.3             Aufnahme

3.4             Arbeitsmedizinische Vorsorge Gerätewarte

3.5             Arbeitsmedizinische Vorsorge Atemschutzgeräteträger

3.6             Beendigung der Mitgliedschaft

3.7             Ausbildung der Grubenwehrmitglieder und Anwärter und

                 Unterweisung der verantwortlichen Personen

3.7.1           Allgemeines

3.7.2           Grundausbildung der Anwärter

3.7.2.1         Theoretische Ausbildung

3.7.2.2         Praktische Ausbildung

3.7.2.3         Unterweisung der Gerätewartanwärter

3.7.3            Fortbildung der Atemschutzgeräteträger

3.7.3.1         Allgemeines

3.7.3.2         Theoretische Fortbildung

3.7.3.3         Praktische Fortbildung (Übungen)

3.7.4           Erstmalige und wiederkehrende Lehrgänge für Oberführer, Truppführer und Gerätewarte in der Hauptstelle
                  für das Grubenrettungswesen

3.7.5           Unterweisung verantwortlicher Personen

3.8             Aufgaben und Pflichten der Grubenwehrmitglieder

3.8.1           Allgemeines

3.8.2           Oberführer

3.8.3           Truppführer

3.8.4          Gerätewarte

3.8.5          Wehrmänner

4.              Einrichtungen und Ausrüstungen der Grubenwehr

4.1            Grubenrettungsstelle

4.1.1         Geräteraum

4.1.2         Arbeitsraum

4.1.3         Sauerstoff-Umfüllanlage und Atemluftkompressor

4.1.4         Übungsobjekt/-raum

4.1.5         Sonstige Räume

4.2           Ausrüstung der Grubenwehr

5.             Einsatz der Grubenwehr

5.1           Allgemeines

5.1.1         Ernstfalleinsatz

5.1.2         Betriebseinsatz

5.1.3         Hilfeleistung

5.2           Alarmierung

5.3           Einsatzleitung

5.4           Zusammenwirken zwischen Einsatzleitung und Oberführer

5.5.          Bereitschaftsstelle

5.6           Einsatzgrundsätze

5.6.1         Einsatz von Atemschutzgeräten

5.6.2         Stärke der Grubenwehrtrupps

5.6.3         Reservetrupp

5.6.4         Vorgehen der Grubenwehrtrupps

5.6.5         Einsatzdauer

5.6.6         Rückmarsch der Grubenwehrtrupps

5.7           Einsätze unter erschwerten Bedingungen

5.7.1         Besondere klimatische Bedingungen

5.7.2         Unmittelbar lebensbedrohlich hohe Konzentrationen von

                 schädlichen Gasen, Partikeln, Aerosolen oder extremer

                 Sauerstoffmangel

5.7.3          Brandzersetzungsprodukte mit hautresorptiver Wirkung in

                  Brandgasen

5.8             Mitwirkung von Ärzten

6.               Schlussbestimmungen

6.1             Meldungen

6.1.1          Einsätze

6.1.2          Vorkommnisse im Zusammenhang mit Atemschutzgeräten

6.2             Betriebliche Angaben zum Grubenrettungswesen

                 (Betriebsplan bzw. Anzeige)

 

Anlagen

 

Anlage 1        Grundausbildung Wehrmann

Anlage 2a/b    Grubenwehrübungen

Anlage 3        Tragezeitbegrenzung nach Anlage 2 der DGUV-R 112-190

                     „Benutzung von Atemschutzgeräten“

Anlage 4        Einsatzzeittabellen für Grubenwehren

Anlage 5        Sofortmeldung über Einsätze

Anlage 6a      Meldung I über den Einsatz der Grubenwehr mit Atemschutzgeräten

Anlage 6b      Meldung II über Funktionsfehler an Atemschutzgeräten und Zubehör

Anlage 7        Betriebliche Angaben zum Grubenrettungswesen

Anlage 8        Nachschulung in der Nothilfe

Anlage 9        Fitnesstest der Grubenwehr

Anlage 10      Vorschriften für das Anlegen von Atemschutzgeräten

Anlage 11       Hauptbetriebsplan Ruhr

Anlage 12       Jahresbericht Ruhr

 

 

Soweit im Folgenden Personen oder Funktionen benannt werden, gilt sowohl die männliche als auch die weibliche Form.

 

1. Geltungsbereich

Dieser Plan gilt für die RAG Aktiengesellschaft und ihre Mitarbeiter, sowie für Mitar-
beiter anderer Unternehmen, die für die RAG Aktiengesellschaft arbeiten oder
die als Sondermitglieder Mitarbeiter der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
sind.

Die Anforderungen des § 15 Abs. 11 der Allgemeinen Bundesbergverordnung
(ABBergV) werden durch diesen Plan konkretisiert.

 

2. Aufgaben einer Grubenwehr

Die Grubenwehr wird zur Rettung und Bergung von Menschen und zur Erhaltung von
Sachwerten nach Explosionen, sowie bei Bränden und anderen Ereignissen eingesetzt.

Des Weiteren kann die Grubenwehr zur Durchführung geplanter Betriebseinsätze
herangezogen werden.

Die Grubenwehr kann auch zur technischen Hilfeleistung bei besonderen
Ereignissen ohne schädliche Gase eingesetzt werden, z. B. bei Streckenbrüchen,
Wassereinbrüchen, Gebirgsschlägen, Fahrzeugunfällen und bei der Rettung aus
Höhen und Tiefen, sowie aus räumlich beengten Verhältnissen.

 

3. Personelle Struktur der Grubenwehr

3.1 Zusammensetzung

Die Grubenwehr setzt sich zusammen aus

- dem Oberführer,

- den stellvertretenden Oberführern,

- den Truppführern,

- den Wehrmännern

- dem Hauptgerätewart

- den Gerätewarten

- den Sondermitgliedern der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen.

 

Sondermitglieder

Sondermitglieder sind Mitglieder der Grubenwehr, die für den Einsatz der Gruben-
wehr nicht zur Verfügung stehen, da sie auch für andere Aufgaben im Rahmen des
Rettungswerks benötigt werden. Ansonsten können Sondermitglieder gemäß ihrer
Grubenwehrausbildung (stellv. Oberführer, Truppführer, Wehrmann) eingesetzt werden.


Im Mitgliederverzeichnis werden sie entsprechend ihrer Grubenwehrausbildung ge-
führt und ggf. zusätzlich als Sondermitglied gekennzeichnet. Sondermitglieder zählen
nicht zur Planstärke. Die für Mitglieder der Grubenwehr geltenden Regelungen blei-
ben unberührt.

Grubenwehrmitglieder kommen möglichst aus den für den Grubenwehreinsatz
benötigten Berufsgruppen des Grubenbetriebes.

Truppführer sollten mindestens ein Jahr Wehrmann, Oberführer mindestens zwei
Jahre Truppführer gewesen sein. Oberführer und Truppführer müssen
verantwortliche Personen nach § 58 Abs. 1 Nr. 2 BBergG sein; Gerätewarte sollten
Personen mit abgeschlossener technischer Berufsausbildung sein.

Die Bildung einer gemeinsamen Grubenwehr aus Grubenwehrmitgliedern mehrerer
Betriebe sowie anderer Unternehmen, die für die RAG Aktiengesellschaft arbeiten, ist
nach Abstimmung mit der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen möglich.

 

3.2 Stärke

Bei Festlegung der Stärke der Grubenwehr sind die betrieblichen Verhältnisse, z. B.:

- Art und Umfang der Gefährdung,

- Stärke der Belegschaft,

- Abwesenheitsanteile der Grubenwehrmitglieder,

- Zuschnitt der Grube und Hilfeleistungsmöglichkeiten

zu berücksichtigen; hierbei ist die jeweils zuständige Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen zu beteiligen. Personen, die im Ernstfall der Einsatzleitung
zugeordnet sind, werden nicht in die Stärke-Berechnung der Grubenwehr einge-
rechnet.

Eine Grubenwehr hat im Allgemeinen mindestens eine Stärke von drei Trupps,
bestehend jeweils aus einem Truppführer und vier Wehrmännern. Sie verfügt min-
destens über einen Oberführer und einen Gerätewart. Für die Funktion des
Oberführers und des Hauptgerätewartes muss eine Stellvertreterregelung bestehen.

In Absprache mit der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen kann in
besonderen Fällen die Truppstärke zur Personenrettung reduziert werden.

 

3.3 Aufnahme

Der Eintritt in die Grubenwehr ist freiwillig. Personen, die als Wehrmänner
aufgenommen werden, müssen:

- mindestens 18 Jahre alt,

- mit den Betriebsverhältnissen der Grube durch Unterweisung vertraut sein,

- nach ärztlicher Bescheinigung für den Dienst in der Grubenwehr geeignet

sein, und

- eine Grundausbildung zum Wehrmann absolviert haben.


Wehrmänner werden als Ersthelfer ausgebildet.


Personen, die als Gerätewart aufgenommen werden, müssen:

- mindestens 18 Jahre alt,

- nach ärztlicher Bescheinigung für eine Beschäftigung als Gerätewart geeignet
sein und

- nach Einweisung durch einen Gerätewart an einem Lehrgang bei einer
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen teilgenommen haben.

 

Bei der Aufnahme wird allen neuen Grubenwehrmitgliedern der „Plan für das Gru-
benrettungswesen“ ausgehändigt. Mit ihrer Unterschrift erkennen sie die in Abschnitt
3.8 aufgeführten Aufgaben und Pflichten der Grubenwehrmitglieder an. Es erfolgt die
Eintragung in die Mitgliederkartei.

 

3.4 Arbeitsmedizinische Vorsorge Gerätewarte

Für Gerätewarte muss innerhalb von drei Monaten vor Aufnahme der Tätigkeit
entsprechend § 4 Absatz 2 GesBergV eine arbeitsmedizinische Vorsorge veranlasst
werden. Diese muss sich auch auf Gefährdungen bei Tätigkeiten mit Infektionsgefahr
beziehen (in Anlehnung an Anhang Teil 2 (1) Abschnitt 3c) bb) der ArbMedVV). Die
zweite Vorsorge ist entsprechend Abschnitt 3 der AMR 2.1 nach spätestens 12
Monaten und jede weitere Vorsorge nach spätestens 36 Monaten zu veranlassen.

Die Nachuntersuchung der Gerätewarte muss gemäß Anlage 2 zur
Gesundheitsschutz-Bergverordnung (GesBergV) in Zeitabständen von längstens
zwei Jahren durchgeführt werden.

 

3.5 Arbeitsmedizinische Vorsorge Atemschutzgeräteträger

Es werden gemäß § 2 Abs. 1 Abschnitt 2 GesBergV nur Personen als
Atemschutzgeräteträger der Gruppen 2 und 3 eingesetzt, für die nach dem Ergebnis
der ärztlichen Eignungsuntersuchungen gesundheitliche Bedenken gegen die Art der
vorgesehenen Tätigkeiten nicht bestehen.

Der Unternehmer hat entsprechend § 5 GesBergV unter Einbeziehung eines Arztes
mit der Gebietsbezeichnung „Arbeitsmedizin“ oder der Zusatzbezeichnung
„Betriebsmedizin“ einen Plan zur Durchführung von Eignungsuntersuchungen für
Atemschutzgeräteträger aufzustellen. Darin sind Art und Umfang, die
Beurteilungskriterien und die Dokumentation der Ergebnisse festzulegen.

Eine Nachuntersuchung ist entsprechend Anlage 2 der GesBergV für
Atemschutzgeräteträger im Steinkohlenbergbau nach maximal 2 Jahren zu
veranlassen. Atemschutzgeräteträger vor Vollendung des 21. Lebensjahres und
nach Vollendung des 40. Lebensjahres werden vor Ablauf von 12 Monaten unter-
sucht. Hält der die Untersuchung durchführende Arzt kürzere Fristen, insbesondere
auf Grund von Erkrankungen, auf Grund von gesundheitlichen Vorbelastungen oder
auf Grund altersbedingter Gesundheitsbeeinträchtigungen der zu untersuchenden
Person für geboten, treten diese an die Stelle der Fristen nach Anlage 2 der
GesBergV (siehe § 3 Abs. 2 Satz 2 GesBergV).

 

Bei Einsatz von Grubenwehrmitgliedern unter Absturzgefahr ist ebenfalls eine
entsprechende Eignungsuntersuchung durchzuführen (GesBergV § 2 Abs. 1 Ab-
schnitt 6).

Sind Gerätewarte gleichzeitig Atemschutzgeräteträger, müssen die
arbeitsmedizinischen Untersuchungen getrennt ausgewiesen werden.

Jeder Atemschutzgeräteträger nimmt gemäß Anlage 9 an einem Fitnesstest teil, der
im Abstand von längstens 2 Jahren wiederholt werden muss. Grubenwehrmitglieder
über 50 Jahre müssen diesen Test jährlich absolvieren. Das Ergebnis ist dem Arzt
bei der jeweils nächstfolgenden arbeitsmedizinischen Untersuchung vorzulegen.

 

3.6 Beendigung der Mitgliedschaft

Die Mitgliedschaft endet

- durch Austritt,

- wenn in der Bescheinigung über die Eignungsuntersuchung dauernde gesundheitliche Bedenken angegeben sind,

- mit Vollendung des 60. Lebensjahres

- mit dem Ausscheiden aus dem Unternehmen,

- Bei Beendigung des Grubenwehrbetriebes (z.B. Schließung Gesellschaft, Schließung der Grubenbetriebe, etc.)

- durch Ausschluss oder

- durch Tod.

Der Ausschluss eines Mitgliedes ist zulässig, wenn ein wichtiger Grund vorliegt,
insbesondere, wenn ein Mitglied seinen Pflichten als Mitglied der Grubenwehr trotz
schriftlicher Mahnung, Fristsetzung und Hinweis auf die Ausschlussmöglichkeit nicht
nachkommt. Vor dem Ausschluss wird dem Mitglied Gelegenheit zur Stellungnahme
gegeben. Der Ausschluss ist dem Betroffenen schriftlich mitzuteilen.

 

3.7 Ausbildung der Grubenwehrmitglieder und Anwärter und Unterweisung der verantwortlichen Personen

3.7.1 Allgemeines

Für die jährlich im Betrieb für alle Atemschutzgeräteträger der Grubenwehr
durchzuführenden Aus- und Fortbildungsmaßnahmen erstellt der Oberführer
einen Plan (Termine, Inhalte, Verantwortlichkeiten etc.). Der Plan enthält neben der
Teilnahme an allen Aus- bzw. Fortbildungsmaßnahmen bei der Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen auch die Ausbildungsmaßnahmen, die für den Einsatz der in
der Grubenwehr vorgehaltenen Anlagen und Einrichtungen erforderlich sind. Über
die erfolgreich abgeschlossenen Maßnahmen ist ein Nachweis zu führen. Der Aus-
und Fortbildungsplan soll der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
zur Kenntnis gegeben werden.

Neben den grubenwehrbezogenen Aus- und Fortbildungsmaßnahmen werden alle
Oberführer, Truppführer und Wehrmänner zusätzlich jährlich wiederkehrend zum
Ersthelfer im Rahmen der Ersten Hilfe ausgebildet.

 

3.7.2 Grundausbildung der Anwärter

Für die Durchführung der Grundausbildung ist der Oberführer verantwortlich. Die
Grundausbildung ist gegliedert in einen theoretischen und einen praktischen Teil und
endet mit einer Standardübung (siehe Anlage 2a/b) im Übungsobjekt/-raum. Die
Anwärter werden in die Wehr aufgenommen, wenn sie dem Oberführer die
erforderlichen Kenntnisse nachgewiesen und die Standardübung ohne
Unterbrechung ordnungsgemäß durchgeführt haben

 

3.7.2.1 Theoretische Ausbildung

Bei der theoretischen Ausbildung sind insbesondere folgende Themen zu behandeln:

- Allgemeines über Atemschutz, Atmung des Menschen;

- Schädliche Gase und Sauerstoffmangel;

- Belastung im Grubenwehreinsatz, Ausdauertraining, Klimabelastung im Einsatz;

- Einteilung der Atemschutzgeräte, Aufbau und Wirkungsweise der vorhandenen
  Atemschutzgeräte, Anlegen von Atemschutzgeräten;

- Plan für das Grubenrettungswesen;

- Pflichten der Grubenwehrmitglieder;

- Einsatzgrundsätze;

- Ersteinsatz der Grubenwehr im Ernstfall, Alarmierung;

- Einrichten der Bereitschaftsstelle;

- Wiederbelebung mit dem Wiederbelebungsgerät der Grubenwehr;

- Benutzung des Defibrillators;

- Zusammensetzung von Grubenwettern, Grubenbrandgasen und
  Explosionsschwaden, Grubenbild und Wetterführung;

- Messgeräte der Grubenwehr mit praktischer Handhabung;

- Gasprobenahme für Vollanalysen;

- Grubenbrände – Ursachen, Vorbeugung und Brandbekämpfung,
  Grubenwehrausrüstung zur Brandbekämpfung;

- Inertisierungsmaßnahmen;

- Bau von Dämmen und Verschlägen;

- Erfahrungen aus Einsätzen.

Die Ausbildungsdauer beträgt mindestens zwanzig Stunden.

 

3.7.2.2 Praktische Ausbildung

Bei der praktischen Ausbildung werden die Anwärter an das Arbeiten mit angelegtem
Atemschutzgerät gewöhnt. Die Anwärter üben zusätzlich den Umgang mit den im
Abschnitt 3.7.2.1 genannten Geräten.

Es werden mindestens zwei Gewöhnungsübungen durchgeführt, davon eine im
Rauch bei erhöhter Temperatur im Übungsobjekt/-raum. Jede Übung dauert mindes-
tens eine Stunde und darf nicht unterbrochen werden.

Für die Ausbildung im Atemschutz sind nach DGUV-Regel 112-190 mindestens 20
Stunden durchzuführen. Wird die Grundausbildung innerhalb der Grubenwehr
durchgeführt, so sind die Ausbildungszeiten innerhalb eines halben Jahres
abzuleisten und zu dokumentieren (Anlage 1).

 

3.7.2.3 Unterweisung der Gerätewartanwärter

Die Gerätewartanwärter werden von einem Gerätewart in der Prüfung und in der In-
standhaltung der Grubenwehrausrüstung einschließlich der Atemschutzgeräte und in
ihren Pflichten als Gerätewart im Betrieb unterwiesen, bevor sie an einem Grund-
lehrgang an der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen teilnehmen.

 

3.7.3 Fortbildung der Atemschutzgeräteträger

3.7.3.1 Allgemeines

Die Fortbildung der Atemschutzgeräteträger der Grubenwehr erfolgt in regelmäßigen,
über das Kalenderjahr verteilten Zeitabständen theoretisch und praktisch jährlich
mindestens fünfmal. Der Oberführer kann bei Bedarf eine höhere Anzahl von Übun-
gen festlegen.

Die Fortbildungen müssen unter Aufsicht eines Oberführers erfolgen. Der
aufsichtsführende Oberführer darf an der praktischen Übung nicht selbst unter
Atemschutzgerät teilnehmen.

Truppführer werden vom Oberführer über die für die Grubenwehr relevanten
betrieblichen Veränderungen regelmäßig unterwiesen.

 

3.7.3.2 Theoretische Fortbildung

In den wiederkehrenden theoretischen Fortbildungen zu den jeweiligen

Übungen sind neben den Themen der Grundausbildung und aktuellen Erfahrungen
aus Einsätzen und Übungen solche Themen wie z.B.

- Allgemeines über Atemschutz, Notfall- und Alarmierungspläne,

- Bereitschaftsstelle,

- Vorgehen unter erschwerten Bedingungen,

- Einsätze mit psychischer Belastung,

- Atemschutz-, Mess- und Hilfsgeräte der Grubenwehr,

- Kommunikationstechnik,

- Gasprobenahme,

- Erste Hilfe einschl. Einsatz von Defibrillatoren und Einsatz von Notfallbeatmungs-
  geräten,

- Verhalten bei Feststellung eines Grubenbrandes,

- Entstehung von Bränden,

- Einsatzgrundsätze,

- direkte und indirekte Bekämpfung von Grubenbränden und

  Besonderheiten bei Einsätzen zur Hilfeleistung zu behandeln.

 

3.7.3.3 Praktische Fortbildung (Übungen)

Die praktischen Übungen werden mit Atemschutzgerät über mindestens zwei
Stunden Dauer durchgeführt. Während der Übungen werden im Übungsobjekt/-raum
oder im Grubenbetrieb grubenwehrbezogene Arbeiten bei mit einem Ernstfalleinsatz
vergleichbaren Einsatzbedingungen wie z. B. bei Sichtbehinderung (Rauch/Nebel)

und erhöhter Temperatur durchgeführt. Dabei werden insbesondere solche Aufgaben
gestellt und Belastungen angestrebt, die sich beim Einsatz der Grubenwehr ergeben
können und die zu den unter Abschnitt 3.7.3.2. in der theoretischen Fortbildung
behandelten Themen gehören.

Jedes Grubenwehrmitglied muss im Abstand von zwei Jahren in der Handhabung
von Löschgeräten der Grubenwehr theoretisch und praktisch ausgebildet werden.

Mit Ausnahme von Feuerlöschübungen dürfen die praktischen Übungen nicht in
Räumen oder Grubenbauen mit schädlichen Gasen oder Sauerstoffmangel
durchgeführt werden.

Sofern Einsätze (auch solche zur Hilfeleistung) in Betrieben mit Explosionsgefahr in
Betracht kommen, ist jährlich eine Übung mit Flammenschutzkleidung durchzuführen
(siehe Anlage 2a/b).

Zwei Übungen jährlich werden mit vorangehendem Ausdauerleistungstest im
Übungsobjekt/-raum als Standardübung nach den Anlagen 2a/b durchgeführt. In vom
Oberführer fest zu legenden Abständen – jedoch mindestens zweimal im Jahr – wird
das Grubenwehrmitglied einer Konditionsprüfung unterzogen (Wertzahl mindestens
75 beim Dynavittrainer). Ein Dynavitwert von 100 ist anzustreben. An der Standard-
übung sollen nur solche Grubenwehrmitglieder teilnehmen, die den Ausdauerleis-
tungstest bestanden haben. Der Grubenwehr steht ein Übungsraum zur Verfügung,
in dem bei erhöhter Temperatur und Sichtbehinderung (Rauch/Nebel) besondere
Übungsaufgaben durchgeführt werden.

Der Übungsraum wird mit einer auf die Truppstärke abgestimmten Zahl von
Schlaggeräten und Fahrradtrainern sowie Fahrten ausgerüstet.

Jeder Geräteträger muss mindestens einmal vor dem ersten Ernstfalleinsatz mit dem
zum Einsatz vorgesehenen Atemschutzgerät umgebungsluftunabhängig eine Stan-
dardübung absolviert haben.

Einmal jährlich ist mit dem zum Einsatz vorgesehenen Atemschutzgerät eine mindes-
tens zweistündige umgebungsluftunabhängige Übung durchzuführen.

In jedem Jahr muss eine der Übungen unter Tage über die volle Gebrauchszeit des
Atemschutzgerätes (Langzeitübung, vier Stunden bei Benutzung von Kreislauf-
Atemschutzgeräten) verfahren werden.

Übungen, die auf die fünf Pflichtübungen je Jahr angerechnet werden sollen, dürfen
nicht unterbrochen oder abgebrochen werden. Übungsablauf und -aufgaben, Namen
der Teilnehmer sowie besondere Vorkommnisse wie z. B. Gründe für den Übungs-
abbruch oder Unterbrechungen sind schriftlich festzuhalten (Übungsauftrag, Leis-
tungsbuch). Kann ein Grubenwehrmitglied aus Gründen, die es nicht zu vertreten hat
(im wesentlichen Krankheit), nicht an mindestens fünf Übungen im Kalenderjahr
teilnehmen, kann maximal eine ausgefallene Übung spätestens in den ersten zwei
Monaten des folgenden Kalenderjahres nachgeholt werden.

 

3.7.4 Erstmalige und wiederkehrende Lehrgänge für Oberführer, Trupp-
        führer und Gerätewarte in der Hauptstelle für das Grubenret-
        tungswesen

Oberführer, Truppführer und Gerätewarte müssen vor der Übertragung der Auf-
gaben in ihrer jeweiligen Funktion erstmalig an einem entsprechenden Lehrgang bei
der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen mit Erfolg teilgenommen haben. Die
wiederkehrende Teilnahme muss jeweils in Zeitabständen von längstens vier Jahren
erfolgen.

 

3.7.5 Unterweisung verantwortlicher Personen

Alle nicht zur Grubenwehr gehörenden verantwortlichen Personen der Betriebe mit
eigener Grubenwehr, die im Ernstfall für die Einsatzleitung benannt sind, müssen
einmal jährlich über die Maßnahmen der Ersten Stunde unterwiesen werden.
Insbesondere werden dabei Sonderaufgaben der für ein Rettungswerk festgelegten
Regelungen (siehe Abschnitt 5.1.1) bei Einsätzen besprochen. Unterweisung und
Namen der Teilnehmer sind zu dokumentieren.

 

3.8 Aufgaben und Pflichten der Grubenwehrmitglieder

3.8.1 Allgemeines

Grubenwehrmitglieder haben sich gemäß Abschnitt 3.4 und 3.5 regelmäßig auf
gesundheitliche Eignung für den Dienst in der Grubenwehr untersuchen zu lassen
und den Eignungsnachweis dem Oberführer vorzulegen. Sie nehmen an der
Ausbildung plan- und regelmäßig teil.

Atemschutzgeräteträger der Grubenwehr mit Bärten oder Koteletten im Bereich der
Dichtlinie einer Vollmaske als Atemanschluss sind für die Benutzung einer Vollmaske
ungeeignet. Dies gilt auch für solche Atemschutzgeräteträger, bei denen aufgrund
von Kopfform, tiefen Narben oder dergleichen kein ausreichender Maskendichtsitz
erreicht werden kann oder wenn Körperschmuck den Dichtsitz, die sichere Funktion
des Atemanschlusses gefährdet oder beim An- oder Ablegen des Atemanschlusses
zu Verletzungen führen können (z. B. Ohrschmuck).

Die Grubenwehrmitglieder sind verpflichtet, vor Übungen und Einsätzen dem
Truppführer bzw. dem Oberführer zu melden, wenn sie sich körperlich nicht voll
leistungsfähig fühlen. Das Grubenwehrmitglied hat den Oberführer über Krankheiten
und Unfälle zu unterrichten, die eine wesentliche Beeinträchtigung für den Dienst in
der Grubenwehr verursachen können. Das Grubenwehrmitglied hat dafür Sorge zu
tragen, dass es den Anforderungen der Übungen und Einsätze durch ausreichende
Kondition gewachsen ist.

Die Mitglieder der Grubenwehr leisten bei der Ausbildung und im Einsatz den
Anweisungen des Oberführers oder des von ihm beauftragten Grubenwehrführers
Folge.

Sie nehmen an den Übungen, Ausbildungen und Unterweisungen (Kapitel 3.7.3)
planmäßig teil.

Das Anlegen der Geräte hat nach den Anlegevorschriften (Anlage 10) zu erfolgen.
Werden als Atemanschluss Mundstück und Nasenklemme eingesetzt, so gilt ein
striktes Sprechverbot (Sauerstoffselbstretter). Bemerkt ein Mitglied der Grubenwehr
bei der Benutzung von Atemschutzgeräten Unregelmäßigkeiten im eigenen Befinden
oder am Atemschutzgerät, so ist die für den Ablauf des Einsatzes oder der Übung
verantwortliche Person darauf hinzuweisen.

Die Grubenwehrmitglieder werden mit Alarmierungsempfängern ausgestattet
und halten diese empfangsbereit. Grubenwehrmitglieder, die direkt oder auf andere
Weise alarmiert worden sind, begeben sich unverzüglich zur Grubenrettungsstelle
(bzw. zu der bei der Alarmierung angegebenen Stelle) und halten sich für den
Einsatz bereit.

Grubenwehrmitglieder sind zur Verschwiegenheit gegenüber Dritten über Vorkomm-
nisse, Einsätze etc. im Zusammenhang mit ihrer Grubenwehrtätigkeit verpflichtet.

Ohne ausdrückliche Zustimmung des Unternehmers sind ihnen insbesondere die
Weitergabe von Informationen, Bildmaterial u. ä. über Einsätze und Übungen Dritten
gegenüber, auch unter Nutzung sozialer Netzwerke, nicht gestattet. Im Zweifelsfall
sind Informationen und Erkenntnisse aus Einsätzen, Übungen etc. vertraulich zu be-
handeln, es sei denn, der Unternehmer entbindet betreffende Grubenwehrmitglieder
ausdrücklich von dieser Verpflichtung.

 

3.8.2 Oberführer

Der vom Unternehmer mit der Leitung der Grubenwehr beauftragte Oberführer ist bei
der Ausbildung, der Nachschulung und bei Einsätzen Vorgesetzter aller Grubenwehr-
mitglieder.

Der Oberführer ist für die Einhaltung und Durchführung der Regelungen
verantwortlich, die im jeweils gültigen Plan für das Grubenrettungswesen festgelegt
sind.

Der Oberführer ist dafür verantwortlich, dass

1. die Grubenwehr nach Weisung der Einsatzleitung sachgemäß eingesetzt wird,

2. nur die Grubenwehrmitglieder an Übungen oder Einsätzen teilnehmen, deren
   Eignung für den Dienst in der Grubenwehr vom Arzt bestätigt ist,

3. die Übungen und Unterweisungen regelmäßig abgehalten und die Übungen
   ordnungsgemäß beaufsichtigt werden (Abschnitt 3.7.3.2 und 3.7.3.3),

4. besondere Beobachtungen bei der Übung oder beim Einsatz (z. B. Mängel an
   Geräten, Abbruch der Übung oder des Einsatzes) im Leistungsbuch bzw.
   Einsatztagebuch vermerkt werden,

5. besondere Fehler an den Geräten sofort der zuständigen Hauptstelle für das
   Grubenrettungswesen gemeldet werden,

6. Unfälle, die mit dem Benutzen von Atemschutzgeräten ursächlich
   zusammenhängen können, der zuständigen Behörde und der zuständigen
   Hauptstelle für das Grubenrettungswesen sofort fernmündlich gemeldet werden
   und das Atemschutzgerät sichergestellt wird,

7. Bewerber für die Aufnahme in die Grubenwehr, die die Voraussetzungen gem.
   Abschnitt 3.3 erfüllen, ausgebildet werden. Er überzeugt sich von den
   Kenntnissen, die die Anwärter gem. Abschnitt 3.7.2 haben und händigt ihnen
   nach Aufnahme in die Grubenwehr den Plan für das Grubenrettungswesen und
   den Mitgliedsausweis aus.

8. die Geschäftsführung der Grubenwehr ordnungsgemäß abgewickelt wird (z. B.
   Führen der Mitgliederkartei (Mitglieder- und Übungsbuch), des Leistungs- und
   Prüfungsbuches, des Mitgliederverzeichnisses und der Geräte- und
   Ausrüstungsnachweise der Grubenwehr).

9. für alle im Zusammenhang mit der Grubenwehr stehenden Arbeiten
   und geplanten Einsätze eine Gefährdungsanalyse erstellt wird.

Außerdem vergewissert er sich, dass

1. seine Stellvertretung geregelt ist,

2. die Grubenwehr über die notwendige Ausrüstung verfügt,

3. die Grubenwehr in richtiger Stärke und Zusammensetzung einsatzbereit ist und
   sämtliche Mitglieder im Ernstfall schnellstens alarmiert und zum Einsatz gebracht
   werden können,

4. geplante Einsätze der Grubenwehr mit der zuständigen Hauptstelle für das
   Grubenrettungswesen und der zuständigen Behörde abgesprochen wurden,

5. der Notfallplan in der Grubenrettungsstelle verfügbar ist,

6. Bewetterungsplan, Feuerlöschplan, Rohrleitungspläne (z. B. Wasser, Luft,
   Gasabsaugung, Dammbaustoffversorgung) und Inertisierungspläne dem
   neuesten Stand entsprechend in der Grubenrettungsstelle ausgehängt bzw.
   verfügbar sind,

7. das Mitgliederverzeichnis verfügbar ist,

8. die unter Abschnitt 3.7.4 vorgesehenen Aus- und Fortbildungsfristen für
   Oberführer, stellv. Oberführer, Truppführer und Gerätewarte eingehalten werden,

9. gegebenenfalls der entsprechend der Laufzeit des jeweiligen Hauptbetriebsplans
   der Antrag zum Hauptbetriebsplan überprüft und zwischenzeitliche Änderungen
   oder Ergänzungen mit dem gleichen Antrag der zuständigen Behörde mitgeteilt
   und eine Durchschrift dieser Mitteilung der zuständigen Hauptstelle für das
   Grubenrettungswesen eingereicht werden,

10. jedes Jahr bis zum 1. Februar der zuständigen Hauptstelle für das
   Grubenrettungswesen der Jahresbericht nebst Meldung I und II des Berichtszeit-
   raumes (Anlage 12) und eine Durchschrift ohne Mitgliederverzeichnis der zu-
   ständigen Bergbehörde eingereicht werden,

11. der zuständigen Bergbehörde und der zuständigen Hauptstelle für das
     Grubenrettungswesen

     - die Meldung I über den Einsatz der Grubenwehr mit Atemschutzgerät,

     - die Meldung II über Vorkommnisse oder Unfälle mit einem Atemschutzgerät
       eingereicht werden.

 

3.8.3 Truppführer

Die Truppführer führen die Anweisungen aus, die sie vom Oberführer erhalten. Sie
sind bei den Übungen und im Ernstfall Vorgesetzte ihres Trupps.

Die Truppführer sind verantwortlich für ihren Trupp; z. B. vorschriftsmäßiges Anlegen
der Atemschutzgeräte, Einhaltung der Einsatzgrundsätze, Verteilung der Mess- und
Arbeitsaufträge sowie die ordnungsgemäße und vollständige Ausrüstung im Trupp.

Besondere Beobachtungen im Einsatz oder bei der Übung (z. B. Mängel an Geräten,
Abbruch der Übung oder des Einsatzes) werden dem Oberführer bzw. der
Übungsaufsicht gemeldet.

 

3.8.4 Gerätewarte

Jeder Gerätewart hat sich auf übertragbare Hautkrankheiten, Lungentuberkulose und
Infektionskrankheiten ärztlich untersuchen zu lassen. Bei jedem Verdacht auf
Krankheiten, die der Wartung von Atemschutzgeräten entgegenstehen, hat der
Gerätewart sich zusätzlich ärztlich untersuchen zu lassen.

Die Gerätewarte prüfen und warten die Geräte und Einrichtungen der Grubenwehr
nach den Regeln der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen, den einschlägigen
technischen Regeln, sowie nach den Gebrauchsanweisungen der Hersteller und
führen die entsprechenden Nachweise. Nach jeder Benutzung sorgen sie dafür, dass
eine ausreichende Zahl von Atemschutzgeräten wieder einsatzbereit zur Verfügung
steht und nicht einsatzbereite Atemschutzgeräte als „nicht einsatzbereit“
gekennzeichnet werden. Der Gerätewart darf nur geprüfte Atemschutzgeräte
ausgeben. Diese Forderung gilt als erfüllt, wenn die letzte Prüfung nicht länger als
drei Monate zurückliegt und während dieser Zeit kein Unbefugter Zugang zu den
Geräten hatte.

Der Hauptgerätewart ist zusätzlich dafür verantwortlich, dass die Ausrüstung der
Grubenwehr einsatzbereit gehalten wird. Reichen die Bestände an einsatzfähigen
Geräten, Ersatzteilen und Zubehör sowie sonstigen Materialien in der
Grubenrettungsstelle nicht aus, so hat der Hauptgerätewart dies dem Oberführer zu
melden.

Bei Übungen mit Atemschutzgeräten achtet der Hauptgerätewart darauf, dass alle
vorhandenen Geräte gleichmäßig eingesetzt werden. Der Hauptgerätewart führt die
regelmäßige Schulung der anderen Gerätewarte durch.

Die Gerätewarte unterstützen den Hauptgerätewart bei der Erfüllung seiner
Aufgaben und vertreten ihn nach Weisung des Oberführers.

 

3.8.5 Wehrmänner

Die Wehrmänner müssen insbesondere

- vor Übungen und Einsätzen dem Oberführer bzw. Truppführer melden, wenn sie
  sich gesundheitlich nicht voll leistungsfähig fühlen,

- Mängel sofort melden, die sie beim Empfang oder Anlegen der Ausrüstung fest-
  stellen,

- den Truppführer während der Übungen und Einsätze auf besondere Vorkomm-
  nisse (u. a. Fehler am Atemschutzgerät, Störungen im Befinden, Feststellungen
  von weiteren Gefährdungen) aufmerksam machen,

- die erteilten Aufträge erfüllen und

- während der Benutzung von Atemschutzgeräten den Atemgasvorrat regelmäßig
unter Beachtung der Rückzugsbedingungen kontrollieren (gilt entsprechend auch für
Chemikal-Sauerstoffkreislaufgeräte).

 

4. Einrichtungen und Ausrüstungen der Grubenwehr

4.1 Grubenrettungsstelle

 

Zur Erfüllung der Aufgaben der Grubenwehr sind eine Grubenrettungsstelle und falls
notwendig Nebenrettungsstellen einzurichten und auszurüsten.

Die Grubenrettungsstelle besteht aus:

- Geräteraum,

- Arbeitsraum für Gerätewarte und

- gegebenenfalls getrennte Räumlichkeiten für z. B. die Sauerstoffumfüllanlage
  oder den Atemluftkompressor.


Die Grubenrettungsstelle bzw. Nebenrettungsstelle muss gekennzeichnet werden.
Die Kennzeichnung muss bei Dunkelheit beleuchtet werden. Der unverzügliche Zu-
gang im Alarmfall muss für einen ausgewiesenen Personenkreis jederzeit gewähr-
leistet sein.

Die Grubenrettungsstelle muss über geeignete Kommunikationsmittel verfügen.

Das zweckentfremdete Benutzen von Einrichtungen und Ausrüstungen der Gruben-
wehr sowie das Betreten der Grubenrettungsstelle und der Nebenrettungsstellen
durch unbefugte Personen muss unterbunden werden.

 

4.1.1 Geräteraum

Der Geräteraum der Grubenwehr dient der Lagerung der einsatzbereiten Atem-
schutz- und sonstiger Ausrüstung sowie der Reserve- und Ersatzteile. Er gewährleis-
tet Übersichtlichkeit und Ordnung sowie Schutz vor nachteiligen klimatischen Einflüs-
sen und ist verschließbar. Für den Alarmfall ist ein Schlüssel gesichert am Zugang
zum Geräteraum aufzubewahren. Der Geräteraum ist als solcher deutlich zu kenn-
zeichnen. Der Zutritt zum Geräteraum ist nur nach Rücksprache mit dem Oberführer
oder einem Gerätewart gestattet.

An geeigneter Stelle im Betrieb dürfen Atemschutz-, Notfallbeatmungs- und Hilfsge-
räte sowie Zubehör in Gerätestützpunkten außerhalb der Grubenrettungsstelle unter
Verschluss bereitgehalten werden. Die dort gelagerte Ausrüstung darf nur von Gru-
benwehrmitgliedern in Abstimmung mit dem Oberführer oder der Einsatzleitung be-
nutzt werden.

 

4.1.2 Arbeitsraum

Der Arbeitsraum dient der Instandhaltung der Ausrüstung der Grubenwehr. Er befin-
det sich nahe dem Geräteraum. Die dafür benötigten technischen Voraussetzungen
wie z. B. Reinigungs-, Desinfektions- und Trocknungseinrichtungen für
Atemschutzgeräte müssen verfügbar sein.

 

4.1.3 Sauerstoff-Umfüllanlage und Atemluftkompressor

Für die Errichtung und den Betrieb von Sauerstoff-Umfüllanlagen und
Atemluftkompressoren sind die Betriebsanweisungen der Hersteller zu beachten.

 

4.1.4 Übungsobjekt /-raum

Für die praktischen Fortbildungen (Grubenwehrübungen) in Rauch und bei erhöhten
Temperaturen steht der Grubenwehr ein Raum zur Verfügung, der beleuchtet, belüf-
tet, beheizt und von außen überwacht werden kann. Der Raum ist außerdem mit ei-
ner Kommunikationseinrichtung ausgerüstet, mit deren Hilfe sich der übende Trupp
mit der Übungsaufsicht verständigen kann. Türen und Fenster, die als Notausgänge
vorzusehen sind, sind nach außen aufzuschlagen.

In der Nähe des Übungsraumes muss Erste-Hilfe-Material und ein Defibrillator be-
reitgehalten werden. Alle Grubenwehrmitglieder müssen im Umgang mit dem Defi-
brillator geschult werden.

Der Übungsraum muss mit einer auf die Truppstärke abgestimmten Zahl von
Übungsgeräten (wie z. B. Fahrradergometer, Laufbänder, endlose Fahrte etc.) aus-
gerüstet werden, die die Durchführung der in den Anlagen 2 a/b beschriebenen
Standardübungen ermöglichen.

 

4.1.5 Sonstige Räume

Für die ordnungsgemäße Bewältigung der Aufgaben einer Grubenwehr müssen der
Grubenwehr weitere Räume zur Verfügung stehen:

- ein Unterrichtsraum,

- sanitäre Einrichtungen,

- ein Umkleideraum.

 

4.2 Ausrüstung der Grubenwehr

Die bereitzuhaltende Ausrüstung richtet sich nach den Aufgaben und der Stärke der
Grubenwehr. Je nach Art, Häufigkeit und Dauer der zu erwartenden Einsätze ist eine
planmäßige, aktuelle Ergänzung der Ausrüstung und Ersatzteilbevorratung notwendig.

Für den Hilfeleistungsfall sind zwischen den Hilfeleistungspartnern Beschaffung und
Vorhaltung der erforderlichen Ausrüstungsgegenstände vereinbart.

Folgende Ausrüstung steht mindestens zur Verfügung:

- eine für die zu erwartenden Einsätze ausreichende Anzahl von Atemschutzgerä-
  ten mit einer Haltezeit von mindestens vier Stunden

- für jedes Atemschutzgerät mindestens ein Atemanschluss (Vollmaske Klasse III),

- Einsatzkleidung und weitere persönliche Schutzausrüstung,

- mindestens ein Umluft unabhängiges Notfallbeatmungsgerät,

- ein Defibrillator (AED),

- stets verwendungsbereites elektrisches Geleucht in der erforderlichen Anzahl,

- geeignete Mess- und Prüfgeräte,

- Kommunikationseinrichtungen für die Verständigung bei Einsätzen (z. B. Gru-
  benwehrtelefonsystem I und II, Grubenfunk, Handsprechfunkgeräte),

- für jeden Grubenwehrtrupp mindestens einen Sauerstoffselbstretter,

- geeignete Hilfsmittel zur Erleichterung des Verletztentransportes (auch bei Ausfall
  der betriebsüblichen Fahrungsmittel), z. B. Einradtragen, Schleifkörbe, Gruben-
  fahrräder o. ä. ,

- weiteres Einsatzmaterial (z. B. Brandbekämpfungsmittel, Auf- und Abseiltechnik, Wet-
  terdämmmaterial, hydraulisches und pneumatisches Rettungswerkzeug) und

- zwei Wärmebildkameras.

 

5. Einsatz der Grubenwehr

5.1 Allgemeines

Der Einsatz der Grubenwehr kann erforderlich werden im Ernstfall (Ernstfalleinsatz)
oder zur Durchführung betriebsablaufbedingter Arbeiten (Betriebseinsatz).

 

5.1.1 Ernstfalleinsatz

Ernstfalleinsätze dienen der Rettung und Bergung verunglückter Personen, der
Beseitigung von Gefahren und der Erhaltung von Sachwerten nach Explosionen,
Grubenbränden, Gasausbrüchen und anderen Ereignissen, bei denen eine
Gefährdung durch gesundheitsschädliche oder brennbare Stoffe, Partikel, Aerosole
oder durch Sauerstoffmangel besteht. In diesen Fällen muss die Grubenwehr
unverzüglich eingesetzt werden können.

Die Einsätze richten sich nach dem vom Unternehmer erstellten Plan für die Vorbe-
reitung und Durchführung von Rettungswerken und umfassen alle Maßnahmen, die
erforderlich sind, das Rettungswerk schnell und wirksam durchzuführen (siehe „Emp-
fehlungen des Deutschen Ausschusses für das Grubenrettungswesen für die Vorbe-
reitung und Durchführung von Rettungswerken“). Der Plan wird bei der Einsatzlei-
tung, in der Grubenrettungsstelle und an sonstigen erforderlichen Stellen auf aktuel-
lem Stand verfügbar gehalten.

Grubenwehrmitglieder werden im Rahmen dieses Planes nur mit
grubenwehrbezogenen Aufgaben betraut.

Die Grubenwehr fährt grundsätzlich im Flammenschutzanzug und zugehöriger
Unterbekleidung an.

Trupp 1 und 2 fahren mit ihrer Grundausrüstung unverzüglich an, danach werden
ggf. zusätzliche Trupps mit notwendiger Ausrüstung zur Unterstützung nachgeschickt.

Beim Erst-/Erkundungseinsatz der Grubenwehr wird eine vorläufige
Bereitschaftsstelle eingerichtet, die eine telefonische Verbindung mit der
Einsatzleitung hat.

Erst-/Erkundungseinsätze werden ausschließlich mit frei tragbaren umluft-
unabhängigen Atemschutzgeräten durchgeführt. Vor dem Einsatz wird je nach
Situationslage die Art der Bekleidung mit der Einsatzleitung abgestimmt. Beim
Einsatz der Grubenwehr in vollständiger Flammenschutzkleidung werden
grundsätzlich die Atemschutzgeräte unabhängig von der Zusammensetzung der
Umgebungsatmosphäre angelegt.

 

5.1.2 Betriebseinsatz

Betriebseinsätze können erforderlich werden zur Befahrung und Erkundung gesperr-
ter oder abgedämmter Grubenbaue und für ähnliche Aufgaben, wenn dabei eine Ge-
fährdung durch gesundheitsschädliche oder brennbare Stoffe, Partikel, Aerosole oder
durch Sauerstoffmangel besteht oder auftreten kann.

Derartige Einsätze werden rechtzeitig geplant und mit den für den Einsatz vorgese-
henen Grubenwehrmitgliedern besprochen. Diese Einsätze sind der zuständigen Be-
hörde rechtzeitig vorher zu beantragen (NRW) bzw. anzuzeigen (Saarland). Die
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen wird ebenfalls vorher benachrichtigt und
gegebenenfalls bei der Planung und Durchführung der Einsätze hinzugezogen.

 

5.1.3 Hilfeleistung

Die Grubenwehr leistet auf Anforderung anderer Bergwerksbetriebe Hilfe nach dem
von der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen erstellten Hilfeleistungsplan oder
gemäß § 74 Abs. 2 BBergG auf Anordnung der zuständigen Behörde.

Grundlage dafür ist die jährliche Übersendung der Angaben gem. Anlage 7, Ab-
schnitte 6.1 - 6.3 an die zuständige Hauptstelle für das Grubenrettungswesen. Mit
den entsprechend ausgerüsteten Trupps rücken in jedem Fall ein Oberführer und ein
Gerätewart aus. Der Oberführer meldet sich an der bei der Alarmierung angegebe-
nen Stelle.

Bei gleichzeitigem Einsatz mehrerer Grubenwehren auf einem Bergwerk werden die
Aufgaben- und Verantwortungsbereiche der Oberführer durch die Einsatzleitung
festgelegt und voneinander abgegrenzt.

 

5.2 Alarmierung

Es ist sicherzustellen, dass die Einsatzleitung und Grubenwehrmitglieder im Ernstfall
sowohl unter als auch über Tage unverzüglich alarmiert werden.

Ist bereits zum Zeitpunkt der Alarmierung sicher absehbar, dass nur eine begrenzte
Anzahl von Grubenwehrmitgliedern zur Bewältigung des Ereignisses zum Einsatz
gelangen muss, so entscheidet der Oberführer über Anzahl bzw. Auswahl der zu
alarmierenden Grubenwehrmitglieder.

Die Einsatzbereitschaft wird einmal jährlich überprüft (Probealarm). Die Hauptstelle
für das Grubenrettungswesen und die zuständige Behörde werden hierüber jeweils
vorab informiert. Als Alarmzeit gilt die Zeit vom Auslösen des Probealarms bis zur
Einsatzbereitschaft von Einsatzleitung, zwei Grubenwehrtrupps, eines Oberführers
und eines Gerätewartes in der Grubenrettungsstelle (bzw. an der bei der Alarmierung
angegebenen Stelle). Die Ergebnisse dieses Probealarmes werden schriftlich erfasst.

Nach einer realen Alarmierung kann im laufenden Kalenderjahr auf die
Probealarmierung verzichtet werden.

Die Kommunikationsmittel für die Alarmierung müssen dem Stand der Technik ent-
sprechen und werden in regelmäßigen Abständen auf Funktionsfähigkeit überprüft
(Geräteprobe).

Ein lang andauernder Grubenwehreinsatz (Einsatz mehrerer Grubenwehrtrupps in
Folge) erfordert eine tatsächlich verfügbare Einsatzstärke von mindestens drei
Trupps. Sofern diese Einsatzstärke im Einzelfall oder regelmäßig (z. B. durch Urlaub,
Krankheit, Lehrgang usw.) nicht gewährleistet ist, wird im Alarmfall sofort die hilfeleis-
tende Wehr alarmiert.

 

5.3 Einsatzleitung

Bei Betriebsereignissen, die den Einsatz der Grubenwehr zur Rettung oder Bergung
von Personen oder der Erhaltung von Sachwerten erforderlich machen, leitet der
Unternehmer oder sein Beauftragter das Rettungswerk. Die Einsatzleitung wird
grundsätzlich über Tage installiert.

Die Zusammensetzung der Einsatzleitung ist im Notfallplan geregelt.

Bei Ernstfalleinsätzen der Grubenwehr bildet der Unternehmer über Tage eine
Einsatzleitung unter Hinzuziehung der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen und
der zuständigen Behörde.

 

5.4 Zusammenwirken zwischen Einsatzleitung und Oberführer

Der Einsatzleiter ist Vorgesetzter des Oberführers. Der Einsatzleiter unterrichtet den
Oberführer über die jeweilige Lage und gibt ihm die für den Grubenwehreinsatz
erforderlichen Aufträge.

Im Rahmen dieser Aufträge organisiert der an der Bereitschaftsstelle verantwortliche
Oberführer den Einsatz der Grubenwehr. In vereinbarten Zeitabständen berichtet der
Oberführer der Einsatzleitung. Besondere Beobachtungen, Ereignisse bzw.
erforderliche Sofortmaßnahmen werden unverzüglich gemeldet.

Zur Rettung von Menschen und zur Abwendung einer unmittelbaren Gefahr kann der
Einsatzleiter, wenn der Oberführer noch nicht anwesend ist, den Einsatzauftrag direkt
an einen Truppführer erteilen.

Alle Einsatzaufträge und die Erledigung der daraufhin veranlassten Maßnahmen sind
zu dokumentieren.

 

5.5 Bereitschaftsstelle

Die Bereitschaftsstelle wird - nach Abstimmung mit der Einsatzleitung - in der Regel
in einem durchgehenden Wetterstrom eingerichtet, der keine Brandgase oder
Explosionsschwaden enthält. Dabei wird beachtet, dass die Bereitschaftsstelle
einerseits so nah wie möglich am Einsatzort und andererseits in sicherer Entfernung
liegen soll. Die Bereitschaftsstelle verfügt über möglichst zwei
Fernsprechanschlüsse, einen Wasseranschluss und ausreichende Beleuchtung. Hier
werden die Atemschutzgeräte und die für den Einsatz notwendige Ausrüstung
gelagert. Darüber hinaus werden hier ein Umluft unabhängiges
Wiederbelebungsgerät, ein Schleifkorb, ein Defibrillator und Mittel für die Erste Hilfe
bereitgehalten.

Für die aus dem Einsatz zurückkehrenden Grubenwehrmitglieder sind Getränke
bereit zu halten.

Die Aufsicht an der Bereitschaftsstelle übt ein Oberführer oder vorübergehend ein
von ihm beauftragter Truppführer aus.

Die Bereitschaftsstelle ist ständig mit mindestens einem Gerätewart zu besetzen.

Über die Einsätze wird ein Einsatztagebuch geführt.

 

5.6 Einsatzgrundsätze 5.6.1 Einsatz von Atemschutzgeräten

Die Auswahl der Atemschutzgeräte sowie aller weiteren Ausrüstungsgegenstände für
den jeweiligen Einsatz obliegt dem Oberführer.

Einsatzbereite Atemschutzgeräte dürfen nur von Mitgliedern der Grubenwehr, sowie
von sonstigen mindestens nach Abschnitt. 3.7 ausgebildeten und in regelmäßiger
Übung stehenden Personen benutzt werden.

Atemschutzgeräte, die beim Transport zur Bereitschaftsstelle erhöhten Belastungen
ausgesetzt waren (z. B. auf der Ladefläche eines LKW) oder sich außerhalb des Ver-
fügungsbereiches der Grubenwehr befunden haben, werden unmittelbar vor dem
Einsatz an der Bereitschaftsstelle geprüft werden.

Jeder Grubenwehrtrupp führt beim Einsatz mindestens einen Sauerstoffselbstretter
als Hilfsgerät mit.

Regenerationsgeräte

Mit Regenerationsgeräten für Arbeit und Rettung werden nur Grubenwehrmitglieder
ausgerüstet.

Regenerationsgeräte mit Drucksauerstoff werden nur benutzt, wenn deren letzte
Prüfung nicht länger als drei Monate zurückliegt. Für den Ersteinsatz werden nur
ungebrauchte Atemkalkpatronen und Sauerstoffflaschen, die über einen
ausreichenden Vorratsdruck (> 180 bar) verfügen, eingesetzt.

Mit dem Regenerationsgerät Dräger PSS BG 4 kann von einem Grubenwehrmann
innerhalb von 8 Stunden ein zweiter Einsatz ohne Erneuerung der Atemkalkpatrone
und ohne Austausch der Sauerstoffflasche verfahren werden. Die
Einsatzbedingungen und insbesondere Einsatzdauer des Zweiteinsatzes sind der
Restgebrauchszeit anzupassen.

Während des Einsatzes wird der Sauerstoffvorrat jedes einzelnen
Atemschutzgerätes in Abständen von längstens 15 Minuten überprüft.

Jeder Grubenwehrtrupp nimmt mindestens einen Sauerstoffselbstretter mit in den
Einsatz.

Die Einsatzdauer für Grubenwehreinsätze mit angelegtem Regenerationsgerät
beträgt im Allgemeinen zwei Stunden, beim Tragen von Flammenschutzkleidung im
Allgemeinen 90 Minuten. Entsprechend den Klimawerten im Einsatzbereich wird die
Einsatzdauer gemäß den Einsatztabellen (Anlage 4) verkürzt.

In Sonderfällen kann die Einsatzdauer im Einvernehmen mit der Einsatzleitung
überschritten werden; sie ist jedoch abhängig vom Sauerstoffverbrauch der
eingesetzten Grubenwehrmitglieder.

Nach jedem Einsatz wird eine Ruhepause von mindestens zwei Stunden eingelegt.

Schlauchgeräte

Mit Druckluftschlauchgeräten werden Einsätze von Grubenwehrmitgliedern aber
auch - mit Zustimmung der zuständigen Behörde - Einsätze von Personen, die nicht
der Grubenwehr angehören, durchgeführt.

Der Einsatz von Schlauchgeräten unter Tage wird in Zusammenarbeit mit der
zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen durchgeführt; es werden nur
Geräte eingesetzt, deren letzte Prüfung nicht länger als drei Monate zurückliegt.

Werden die Geräte am Druckluftnetz betrieben, so liegt der Luftanschluss mit dem
entsprechenden Absperrventil im Frischwetterstrom. Das Absperrventil und der
Leitungsdruck (Manometer am Druckluftfeinfilter) werden von einer Person
überwacht. Die Schlauchlänge beträgt max. 50 m. Jeder Gerätträger nimmt einen
Sauerstoffselbstretter mit in den Einsatz und deponiert das Gerät in der
unmittelbaren Nähe des Einsatzortes. Zur Sicherung der eingesetzten Personen
halten sich 2 Grubenwehrmänner mit frei tragbaren umluftunabhängigen
Atemschutzgeräten in unmittelbarer Nähe des Arbeitsplatzes bereit.

Der Einsatz wird immer von einem Truppführer begleitet und überwacht.

Die Einsatzdauer beträgt im Allgemeinen 2 Stunden, danach wird eine Pause von
mindestens 1 Stunde eingehalten. Entsprechend den Klimawerten im Einsatzbereich
und der Einsatzbekleidung wird beim Einsatz von Druckluftschlauchgeräten die
Einsatzdauer gemäß den Einsatztabellen (Anlage 4) ggf. verkürzt. Bei Verkürzung
der Einsatzdauer aufgrund der klimatischen Bedingungen (Einsatztabellen) wird eine
2-stündige Pause eingehalten.

Die Personen werden in der Handhabung der Geräte unterwiesen.

In Sonderfällen kann die Einsatzdauer von zwei Stunden im Einvernehmen mit der
Einsatzleitung überschritten werden.

Behältergeräte

Behältergeräte werden nur von Grubenwehrmitgliedern eingesetzt.

Es werden nur solche Geräte benutzt, deren letzte Gesamtprüfung nicht mehr als
drei Monate zurückliegt. Vor dem Einsatz wird eine Kurzprüfung der Geräte
durchgeführt. Der Einsatz von Behältergeräten wird in Zusammenarbeit mit der
zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen durchgeführt. Die
Geräteträger werden von den jeweiligen Oberführern bzw. deren Vertretern in der
Handhabung der Geräte unterwiesen. Erst- und Erkundungseinsätze im Ernstfall
werden nicht mit Behältergeräten durchgeführt. Während des Einsatzes wird der
Atemluftvorrat jedes einzelnen Atemschutzgerätes in Abständen von längstens 5
Minuten überprüft.

Jedes Truppmitglied nimmt einen Sauerstoffselbstretter mit in den Einsatz.

Die Einsatzdauer für Grubenwehreinsätze mit angelegtem Behältergerät richtet sich
im Allgemeinen nach dem Atemluftvorrat der Geräte. Entsprechend den Klimawerten

im Einsatzbereich und der Einsatzbekleidung wird die Einsatzdauer gemäß den
Einsatztabellen (Anlage 4) ggf. verkürzt.

Nach jedem Einsatz wird eine Ruhepause von mindestens einer Stunde eingelegt.
Bei Verkürzung der Einsatzdauer aufgrund der klimatischen Bedingungen
(Einsatztabellen) wird eine 2-stündige Pause eingehalten.

Gasfiltergeräte

Mit Gasfiltergeräten werden Grubenwehrmitglieder aber auch - mit Zustimmung der
zuständigen Behörde - Personen, die nicht der Grubenwehr angehören, eingesetzt.

Der Einsatz wird immer von einem Truppführer der Grubenwehr begleitet und
überwacht. Der Truppführer trägt als Atemanschluss eine Vollmaske. In der Nähe
des Arbeitsbereiches ist eine Kommunikationseinrichtung zu einer ständig besetzten
Stelle über Tage vorhanden. Eine Bereitschaftsstelle und Sicherungspersonen
werden im Regelfall nicht eingerichtet bzw. eingesetzt.

Der Truppführer überprüft den Sauerstoffgehalt (mind. 18 Vol.-%) und die
Konzentration der schädlichen Gase. Die Einsatzdauer beträgt im Allgemeinen 2
Stunden, danach wird eine Pause von 30 Minuten eingehalten. Die Haltbarkeit,
Gebrauchsdauer und Einsatzgrenzen der Filter richten sich nach den
Herstellerangaben in der Gebrauchsanleitung

Es werden nur Atemanschlüsse eingesetzt, deren letzte Prüfung höchstens 6 Monate
zurückliegt. Die Atemanschlüsse werden arbeitstäglich persönlich zugeteilt und
danach einer Reinigung und Desinfektion unterzogen.

Jeder Träger eines Gasfiltergerätes führt zusätzlich einen Filterselbstretter mit.

 

5.6.2 Stärke der Grubenwehrtrupps

 

Die Grubenwehr geht grundsätzlich nur in geschlossenen Trupps vor (ein Truppfüh-
rer und vier Wehrmänner). Erscheint es nach Klärung der örtlichen Verhältnisse, der
Eilbedürftigkeit und der Schwere des Einsatzes vertretbar

oder geboten, einen Grubenwehrtrupp in geringerer Stärke einzusetzen, so kann der
Oberführer dies im Einvernehmen mit der Einsatzleitung anordnen. Ein Trupp kann
dann aus einem Truppführer und je nach Ereignis aus 2-4 Wehrmännern bestehen.

 

5.6.3 Reservetrupp

Der Oberführer darf die Grubenwehr grundsätzlich erst dann einsetzen, wenn min-
destens ein Reservetrupp bereitsteht.

Zur Rettung und zur Abwendung einer unmittelbaren Gefährdung von Menschen
kann der erste Trupp der Grubenwehr auch schon dann eingesetzt werden, wenn
noch kein Reservetrupp bereitsteht, aber mit dem baldigen Eintreffen der erforderli-
chen Reservetrupps an der Bereitschaftsstelle zu rechnen ist.

Der jeweilige Reservetrupp hält sich mit geschultertem Atemschutzgerät so nahe wie
möglich zum Einsatzbereich auf. Der Truppführer des Reservetrupps hört den
Sprechverkehr zwischen der Bereitschaftsstelle und dem Einsatztrupp mit.

 

5.6.4 Vorgehen der Grubenwehrtrupps

Die Anfahrt der Grubenwehr wird grundsätzlich in unbelasteten Wettern durchgeführt.
Alle unter Tage befindlichen Grubenwehrmitglieder führen Filterselbstretter mit sich.

Für Grubenwehrmitglieder, die Atemschutzgeräte der Grubenwehr (z. B. Sauer-
stoffschutzgeräte, Schlauchgeräte) oder Sauerstoffselbstretter tragen, werden die
Filterselbstretter während des Einsatzes an der Bereitschaftsstelle zurückgelassen.
Der verantwortliche Oberführer erteilt die für den Einsatz notwendigen Weisungen an
die Truppführer.

Die Grubenwehr geht nur in geschlossenen Trupps vor. Erscheint es nach Klärung
der örtlichen Verhältnisse vertretbar, einen Grubenwehrtrupp in geringerer Stärke
einzusetzen, so kann der Oberführer dies im Einvernehmen mit der Einsatzleitung
anordnen. Unter den vorgehenden Grubenwehrmännern befindet sich jedoch immer
ein Truppführer.

Mit besonderen Aufgaben können auch einzelne Grubenwehrmitglieder beauftragt
werden, wenn deren laufende Überwachung sichergestellt ist. Der verantwortliche
Oberführer oder der von ihm beauftragte Truppführer erteilt die für den Einsatz
notwendigen Weisungen an die Truppführer.

Während des Einsatzes werden die sicherheitlich erforderlichen Gas-, Temperatur-
und Wettermessungen durchgeführt.

Beim Einsatz besteht zwischen der Bereitschaftsstelle und dem vorgehenden Trupp
(Truppführer) eine ständige Sprechverbindung. Nach einer Erkundung und bei
übersichtlichen Verhältnissen kann auf eine ständige Sprechverbindung verzichtet
werden, der Truppführer meldet sich dann in Abständen von höchstens 15 Minuten
bei der Bereitschaftsstelle. In jedem Trupp verfügt neben dem Truppführer ein
zweiter Mann über eine Sprechmöglichkeit.

Bei der Benutzung von Einrichtungen zur Personenbeförderung wird gewährleistet,
dass jederzeit ein Rückzug veranlasst werden kann.

Grubenwehrmitglieder sind vor dem Einsatz vom Oberführer darauf hin zu weisen,
dass erst vor kurzem überstandene Krankheiten oder Unwohl sein (z. B. Grippe,
grippale Infekte, Erkältungskrankheiten, Nachwirkung von Alkoholgenuss), zum
Ausschluss vom Einsatz führen.


5.6.5 Einsatzdauer

Die Einsatzdauer für Grubenwehreinsätze unter Kreislauf-Atemschutzgeräten richtet
sich grundsätzlich nach der Tragezeitbegrenzung in Anlage 3.

Sie beträgt mit angelegtem Kreislauf-Atemschutzgerät im Allgemeinen zwei Stunden,
in Verbindung mit Flammenschutzkleidung längstens 90 Minuten.

In Sonderfällen kann die Einsatzdauer von zwei Stunden im Einvernehmen mit der
Einsatzleitung überschritten werden.

Die Einsatzdauer für Grubenwehreinsätze mit Kreislauf-Atemschutzgeräten unter
klimatisch erschwerten Bedingungen bei einer Luftfeuchte zwischen 50 % und 100 %
richtet sich nach der Tragezeitbegrenzung in Anlage 4.

Entsprechend der Klimawerte der Einsatzzeittabelle wird die Einsatzdauer bei er-
schwerten klimatischen Bedingungen verkürzt. Für diese Einsätze wird je nach Situa-
tion die Art der Bekleidung mit der Einsatzleitung abgestimmt.

Die Klimawerte werden beim Einsatz der Grubenwehr mindestens zu Beginn, nach 5
Minuten und in weiteren Zeitabständen von 5 bis 15 Minuten gemessen.

Bei besonders anstrengenden Grubenwehreinsätzen in Grubenbauen mit geringer
Wetterbewegung wird die normale Einsatzzeit auch dann verkürzt, wenn die
Einsatztabelle keine Verkürzung der Einsatzdauer vorschreibt. Für den Rückmarsch
werden ggf. geeignete Hilfsmittel bereitgehalten.

Kurzzeitige Mehrfach-Benutzungen des Kreislauf-Atemschutzgerätes durch
denselben Geräteträger (Unterbrechung des Geräteeinsatzes) sind nur entsprechend
der Hinweise des Geräteherstellers zulässig. Sie sollen vorab an Hand festgelegter
Rahmenbedingungen mit der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
abgestimmt sein.


5.6.6 Rückmarsch der Grubenwehrtrupps

Der Rückmarsch eines Einsatztrupps kann jederzeit unmittelbar durch den
Oberführer an der Bereitschaftsstelle und mittelbar durch die Einsatzleitung
angeordnet werden. Der Trupp geht immer geschlossen zurück.

Truppführer können unabhängig von ihren Aufträgen den Rückzug des Trupps
eigenverantwortlich antreten. Die Anordnung zum Rückmarsch des Einsatztrupps

wird dann vom Truppführer getroffen, wenn:

- die Sprechverbindung zwischen Einsatztrupp und Bereitschaftsstelle
  unterbrochen ist,

- ein Truppmitglied ausfällt oder sich unwohl fühlt,

- ein Atemschutzgerät ausfällt oder Störungen aufweist,

- der Einsatztrupp unvorhergesehen belastet oder gefährdet wird (z.B. kritischer
  Ausbauzustand, Standwasser auf längere Erstreckung, wesentliche Klima- und
  Sichtverschlechterungen),

- Methan- Luftgemische im freien Wetterquerschnitt zwischen 2,5 und 20 Vol.-%
  festgestellt werden und gleichzeitig der Sauerstoffgehalt der Wetter über 10 Vol.-%
  liegt,

- das Gerät mit dem geringsten Atemluftvorrat nur noch doppelt so viel Atemluft
  enthält, wie für den Rückmarsch voraussichtlich erforderlich ist.

Bei Rückmarsch eines Einsatztrupps geht der Reservetrupp diesem ggf. entgegen.
Der Reservetrupp führt eine eigene Sprechverbindung mit sich.

Nach dem Einsatz der Grubenwehr sind alle verfügbaren und zugelassenen
Personentransportmittel für den Rückweg zum Schacht zu nutzen. Sollte der
Rückweg nur zu Fuß möglich sein, ist der Materialtransport zu organisieren.

Der Trupp geht immer geschlossen zurück. Gegebenenfalls soll ein Reservetrupp mit
eigener Kommunikationseinrichtung entgegengeschickt werden.

 

5.7 Einsätze unter erschwerten Bedingungen


Der Einsatz des vorgehenden Grubenwehrtrupps kann u. a. erschwert werden durch

- unerwartet wechselnde Einsatzbedingungen,

- ungünstige klimatische Verhältnisse,

- starke Sichtbehinderung,

- Auftreten von starker Rauch-, Ruß- oder Aerosolbelastung in den Wettern,

- den Abwetterstrom offener Grubenbrände,

- schwierig zu befahrende Grubenbaue oder

- einen hohen Lärmpegel

- Standwasser über längere Erstreckung.

Beim Vorgehen unter erschwerten Bedingungen sollen folgende Grundregeln be-
achtet werden:

- Bei einer unbeabsichtigten und länger andauernden Unterbrechung der Sprech-
  verbindung geht der Reservetrupp dem zurückkehrenden Einsatztrupp entgegen.
  Der Reservetrupp führt eine eigene Kommunikationseinrichtung mit sich. Bei der
  Benutzung von Einrichtungen zur Personenbeförderung wird gewährleistet, dass
  jederzeit ein Rückzug veranlasst werden kann. Das gleiche gilt, wenn Gruben-
  wehrtrupps mit Schacht- und/oder Schrägförderanlagen in Grubenbaue fahren, in
  denen Brandwetter abgeführt werden.

- Der jeweilige Reservetrupp hält sich mit einsatzbereiten Atemschutzgeräten so
  nahe wie möglich am Einsatzbereich auf (vorgeschobene Bereitschaftsstelle).

- Der Truppführer des Reservetrupps hört den Sprechverkehr zwischen der Bereit-
  schaftsstelle und dem Einsatztrupp mit.

- Bei starker Sichtbehinderung sollen die Trupps Orientierungshilfen wie
  z. B. Führungsseil und Sicherungsleine, Wärmebildkamera benutzen.

Die Abschnitte 5.7.1 bis 5.7.3 enthalten ergänzende Hinweise für besondere Ein-
satzverhältnisse unter erschwerten Bedingungen.

 

5.7.1 Besondere klimatische Bedingungen

Vor dem Einsatz werden die Grubenwehrmitglieder darauf hingewiesen, während
des Einsatzes nur kurze Pausen einzulegen und den Truppführer auf Anzeichen
einer beginnenden Wärmestauung aufmerksam zu machen (Harndrang, Gänsehaut,

Schwere in den Beinen, Kopfschmerzen, Seh- und Hörstörungen, Übelkeit usw.). Der
Oberführer wird über das mitgeführte Grubenwehrtelefon sofort von einem derartigen
Vorfall unterrichtet. Der Trupp tritt dann sofort den Rückmarsch an.

Für die aus dem Einsatz zurückkehrenden Grubenwehrmitglieder werden trockene
Kleidung und Getränke bereitgehalten.

Außergewöhnlich schwierige Klimabedingungen liegen vor, wenn die Einsatztabellen
(Anlage 4) nur noch eine Einsatzdauer von max. 25 Minuten (Einsatz in leichter
Bekleidung oder Flammenschutzkleidung ohne Kühlweste) oder weniger zulassen.
Eine mögliche Einsatzdauerverlängerung durch das Tragen von Kühlwesten ist
hiervon unbenommen.

Grubenwehrmitglieder, die kurz zuvor krank waren oder sich der zusätzlichen
Belastung nicht gewachsen fühlen, sind vom Einsatz auszuschließen. Die
Grubenwehrmitglieder sind vor dem Einsatz über die zu erwartenden Bedingungen
zu informieren.

Der Truppführer veranlasst die Messung der Klimawerte (Trockentemperatur,
Feuchttemperatur bzw. relative Feuchte) mit einem geeigneten Messgerät und mel-
det die Ergebnisse dem Oberführer an der Bereitschaftsstelle. Die Klimawerte sind
beim Vorgehen zu Beginn und nach vom Oberführer festzulegenden Zeitabständen
zu messen. Der Oberführer ermittelt anhand der Einsatzzeittabelle im Kohlebergbau
die zulässige Dauer des Einsatzes.

 

5.7.2 Unmittelbar lebensbedrohlich hohe Konzentrationen von schädlichen
       Gasen, Partikeln, Aerosolen oder extremer Sauerstoffmangel

Bei unmittelbarer Lebensgefahr für den Trupp durch vermutete oder gemessene
hohe Konzentrationen von schädlichen Gasen, Partikeln, Aerosolen oder extremen
Sauerstoffmangel müssen alle Truppmitglieder vor dem Einsatz auf die besonderen
Gefahren sowie darauf hingewiesen werden, dass alle Truppmitglieder sich
gegenseitig beobachten sollen, da jedes einzelne Truppmitglied einsetzende
Beeinträchtigungen bei sich selbst nicht immer feststellen kann.

Vorgehende Trupps führen nach Entscheidung des Oberführers ein Umluft
unabhängiges Notfall-Beatmungsgerät und einen Defibrillator (AED) mit sich. Alle
Truppmitglieder müssen unmittelbar vor dem Einsatz noch einmal auf die richtige
Benutzung hingewiesen werden. Falls im weiteren Einsatzverlauf stationäre Arbeiten
am gleichen Einsatzort durch den oder die Trupps verrichtet werden müssen, kann
das Notfall-Beatmungsgerät und der Defibrillator (AED) bis zur Beendigung der
stationären Arbeiten am Einsatzort verbleiben.

Änderungen des persönlichen Befindens im Einsatz müssen dem Truppführer sofort
signalisiert oder mitgeteilt werden.

Während des Einsatzes muss der Truppführer die Schadgas- bzw. die Sauerstoff-
konzentration in angemessenen Zeitabständen mit einem geeigneten Messgerät
feststellen.

 

5.7.3 Brandzersetzungsprodukte mit hautresorptiver Wirkung in Brandgasen

Muss mit dem Auftreten von Brandzersetzungsprodukten wie z. B. Partikeln oder Ae-
rosolen mit hautresorptiver Wirkung im Grubenwehreinsatz gerechnet werden, so
muss die Einsatzkleidung der Grubenwehrmitglieder weitgehend den Kontakt der
Brandzersetzungsprodukte zur Haut verhindern. Empfohlen wird ein Abschluss der
Kleidung durch Bündchen sowie das Tragen von geeigneten Schutzhandschuhen
und Kopfhauben.

 

5.8 Mitwirkung von Ärzten

Für Einsätze unter erschwerten Bedingungen prüft die Einsatzleitung, ob ein Arzt zur
sofortigen Hilfeleistung, gegebenenfalls an der Bereitschaftsstelle, zur Verfügung
stehen soll.

 

6. Schlussbestimmungen
6.1 Meldungen

6.1.1 Einsätze

Einsätze der Grubenwehr werden der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen ent-
sprechend dem Meldebogen (siehe Anlage 5) unverzüglich angezeigt. Nach Ab-
schluss des Einsatzes erfolgt jeweils eine schriftliche Meldung gemäß Vordruck
„Meldung I“ (siehe Anlage 6 a) an die zuständige Behörde und die Hauptstelle für
das Grubenrettungswesen.

Davon unberührt bleibt die Anzeige nach § 74 Abs. 3 Bundesberggesetz.

 

6.1.2 Vorkommnisse im Zusammenhang mit Atemschutzgeräten

Funktionsfehler und Störungen an Atemschutzgeräten bzw. Unfälle, die im ursächli-
chen Zusammenhang mit der Benutzung von Atemschutzgeräten stehen können,
sind der zuständigen Behörde und der zuständigen Hauptstelle für das Grubenret-
tungswesen auf dem Vordruck „Meldung II“ (siehe Anlage 6 b) zu melden. Das be-
treffende Atemschutzgerät muss vom Oberführer unverzüglich verschlossen (dicht
gesetzt), einschließlich des Atemanschlusses sichergestellt und der Hauptstelle für
das Grubenrettungswesen zur weiteren Ermittlung der Ursachen übersandt werden.

 

6.2 Betriebliche Angaben zum Grubenrettungswesen

Die spezifischen Verhältnisse der Grubenwehr (u. a. Aufgaben, Stärke und Zusam-
mensetzung, Ausbildung, Alarmierung, Hilfeleistungsvereinbarungen bzw. -verträge,
Einrichtungen und Ausrüstung) werden vorab jährlich nach Anlage 7 durchlaufend

bei der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen der zuständigen Behörde ange-
zeigt.

 

Anlagen

 

 

 

 

 

 


    Anlage 1
Grundausbildung Wehrmann    
     
Ausbildungsplan    
     
Name:______________________ Grubenwehr:_______________  
     
Unterweisungsthema Unterweisung
am:

Unterschrift

Oberführer

Atmung des Menschen, schädliche Gase, Sauerstoffmangel,
Belastung im Atemschutz, Klimaeinsätze

   

Einteilung der Atemschutzgeräte, Funktion des Sauerstoffselbstretters,
Funktion des Kreislaufgerätes (BG 4)

   

Plan für das Grubenrettungswesen, Pflichten der Grubenwehrmitglieder,
Einsatzgrundsätze

   

Einsatz der Grubenwehr
Alarmierung, Ausrüstung Trupp 1 – 4

   

Messen von Gasen
elektr. Gasmessgeräte, Prüfröhrchen, Gasprobenahme für Vollanalysen

   

Grubenbrände – Ursachen, Vorbeugung und Brandbekämpfung,
Raum- und Objektinertisierung

   
Grubenbild und Wetterführung    
Wiederbelebung; Umgang mit dem Oxylator und Defibrillator    
Anlegen Sauerstoffselbstretter; Anlegen der Flammenschutzkleidung    

Gewöhnungsübung im Atemschutz
(Atemschutzmaske mit Partikelfilter)

   
Gewöhnungsübung im Kreislaufgerät (1 Stunde)    
Standardübung der Grubenwehr    

Löschübung
Schnellverschläge, Dammrohrmontage, Löschgeräte,
Löschangriff mit Wasser und Pulver

   
Theoretische Prüfung bestanden    
Dynavittest (erreichte Dynavitzahl ....................)    
Nothelferausbildung vom ..............................    
Löschhelferausbildung vom ..............................    


Anlage 2a

Grubenwehrübungen Ruhr

Standardübung von zwei Stunden Dauer

Standardübungen werden bei Trockentemperaturen von ca. 30 °C durchgeführt.Die
Bekleidung der Übungsteilnehmer besteht aus Frottee-Unterwäsche und der Anzug-
hose des Flammenschutzanzuges.

Es werden neben der Befahrung des Übungshauses 3 x 60 Schläge am Schlaggerät
gezogen und eine Ausdauerleistung von 15 Minuten (auf dem Fahrradtrainer) er-
bracht.

Belastungsstufen für den Ausdauerteil der Grubenwehrstandardübung
Länge des Ausdauerteils: 15 Minuten

Gewicht (kg)

Anfangsleistung
Länge 2 Min (W)

2. Stufe
Ab der 3. Min. (W)

3. Stufe
Ab der 6. Min. (W)

59 bis 62

75

95

115

63 bis 66

80

100

120

67 bis 70

85

105

125

71 bis 75

90

110

130

76 bis 79

95

115

135

80 bis 83

100

120

140

84 bis 87

105

 125

145

88 bis 91

110

130

150

92 bis 95

115

135

155

96 bis 100

120

140

 160

101 bis 105

125

145

165

105 bis 110

 130

150

170

111 bis 115

135

155

175

116 bis 120

140

160

180

Übung mit Flammenschutzkleidung

Diese Übungen werden im Rahmen und nach Maßgabe der Einsatztabelle für Flam-
menschutzkleidung durchgeführt (z. B. ttr = 28 °C und tf = 20 °C => Übungsdauer 90
Minuten); die Übungsdauer richtet sich nach den Klimawerten entsprechend der Ein-
satztabelle für Flammenschutzkleidung (Anlage 4).

Die Bekleidung der Übungsteilnehmer ist die Flammenschutzkleidung.

Während der 90-Minuten-Übung werden von jedem Übungsteilnehmer am Schlagge-
rät zu Beginn 60 Schläge, in der Mitte 50 Schläge und am Ende 40 Schläge gezo-
gen (Kraftteil) und 20 m Fahrte geklettert.

Sonstige Übungen

Bei den übrigen zweistündigen und vierstündigen Übungen im Übungsraum oder
unter Tage werden je nach Bedarf und Ausbildungsauftrag auch andere grubenwehr-
bezogene Arbeiten, z. B. Anbohren von Rohrleitungen, Errichten von Verschlägen,
Retten von Verunglückten, Erste Hilfe und Wiederbelebungsarbeiten, Errichten von
Dämmen und Verschlägen, Herstellen von Nachrichtenverbindungen, Entnehmen
von Brandgasproben, Befahren von Bergen und Blindschächten durchgeführt.


                                                                                       Anlage 2b

Grubenwehrübung Saar

1. Standardübungen von 2 Stunden Dauer

Vor jeder Übung wird von jedem Übungsteilnehmer ein Dynavitwert ermittelt (min.
75).

Standardübungen werden bei Trockentemperaturen von 33 °C und einer Luftfeuch-
tigkeit von 65 % durchgeführt.

Am Beginn der Übung wird eine Ausdauerleistung von 15 Minuten ( auf dem Fahr-
radtrainer ) erbracht.

Es werden 3 Runden in der Übungsstrecke gefahren:

1. Runde Schleusen und 60 Schläge am Schlaggerät

2. Runde Fahrten, Hindernis und 60 Schläge am Schlaggerät

3. Runde Fahrten und 60 Schläge am Schlaggerät

In den letzten 20 Minuten wird die Übung mit Sichtbehinderung durch Nebel durchge-
führt.

 

2. Übung mit Flammenschutzkleidung und Wassereiskühlwesten

Flammenschutzübungen werden bei Trockentemperaturen von 33 °C und einer Luft-
feuchtigkeit von 65 % durchgeführt.

Die Übungszeit beträgt nach Maßgabe der Einsatztabelle für Flammenschutzklei-
dung mit Wassereiskühlweste 80 Minuten.

Es werden 3 Runden in der Übungsstrecke gefahren:

1. Runde Schleusen und 60 Schläge am Schlaggerät

2. Runde Fahrten und 50 Schläge am Schlaggerät

3. Runde Fahrten und 40 Schläge am Schlaggerät

In den letzten 20 Minuten wird die Übung mit Sichtbehinderung durch Nebel durchge-
führt.

 

 

                                                                                                                                           Anlage 3

Tragezeitbegrenzung nach Anlage 2 der DGUV-R 112-190

„Benutzung von Atemschutzgeräten“

 

Tragezeitbegrenzung

Die Tragezeiten wurden aus langjährigen Erfahrungen abgeleitet.

Kürzere Tragedauer (TD) ergibt entsprechend kürzere Erholungsdauer (ED).

Diese ist wie folgt zu ermitteln:

 

kürzere ED= kürzere TD x minimale ED / maximale TD

 

Durch die Verkürzung der Tragedauer erhöht sich die Anzahl der möglichen Einsätze pro Arbeitsschicht entspre-
chend, soweit die Verkürzung nicht auf Anpassungsfaktoren der Tabelle 32 zurückzuführen ist.

 

Nr. Schutzausrüstungen Tragedauer (min) Erholungsdauer (min) Einsätze pro Arbeitsschicht Arbeitsschichten pro Woche
1  Atemschutzgeräte kombiniert mit Schutzanzügen        
1.1 Atemschutzgeräte mit Schutzanzug ohne Wärmeaus- tausch (z.B. Chemikalienschutzanzug nach DIN EN 943-1 Typ 1a + Typ 1b)

30

mind. 90 einschl. An- und Auskleiden

2

3

1.2 Atemschutzgeräte mit atmungsaktivem Schutzanzug (z.B. nach EN 14 605 Typ 3 + 4, EN 13 982-1 Typ 5, EN 13 034 Typ 6)

0,8 x Tragezeit des Atemschutzgerätes

wie Atemschutzgerät

wie Atemschutzgerät

wie Atemschutzgerät

2 Behältergeräte mit Druckluft (Pressluftatmer)        
2.1 Geräte über 5 kg Gesamtmasse

60

30

4

4 (2-1-2)
2 Tage 1 Tag Pause 2 Tage

2.2 Geräte bis 5 kg Gesamtmasse

funktionsbedingt

10

tragedauerabhängig

5

3 Regenerationsgeräte        
3.1 Geräte über 5 kg Gesamtmasse

120

120

2

3

3.2 Geräte bis 5 kg Gesamtmasse

funktionsbedingt

30

tragedauerabhängig

5

4 Schlauchgeräte

 

 

 

 

4.1 Geräte mit Maske (Frisch- und Druck-luftschlauchgeräte)

150

30

3

5

4.2

Frischluft- und Druckluftschlauchgeräte mit Haube, Helm

keine Tragezeitbegrenzung 3)

 

 

 

4.3 Druckluftschlauchgeräte mit Atem-schutzanzug und Ventilation (z.B. nach DIN EN 14 594, DIN EN 1073-1 und DIN EN 943-1 Typ 1c und Typ 2)

60

30

3

5

4.4 Frischluftsaugschlauchgerät

90

45

3

4 (2-1-2)

5 Filtergeräte

 

 

 

 

5.1 Filtergeräte ohne Gebläseunterstützung

 

 

 

 

5.1.1 Vollmaske

105

30

3

5

5.1.2 Halb-/Viertelmaske

120

30

3

5

5.1.3 Filtrierende Halbmaske ohne Ausatemventil

75

30

5

4 (2-1-2)

5.1.4 Filtrierende Halbmaske mit Ausatemventil

120

30

3

5

5.2 Filtergeräte mit Gebläseunterstützung

 

 

 

 

5.2.1 Vollmaske

150

30

3

5

5.2.2 2) Haube oder Helm

keine Tragezeitenbegrenzung 3)

 

 

 

5.2.3 2)

Filtergebläsegerät mit Atemschutzanzug und eingeschränkter Ventilation (z.B. nach prEN 1073-3)

 

60

30

3

5

 

1) Die Standzeit von Gas- und Kombinationsfiltern kann geringer sein als die maximale Tragedauer.

2) Mindestens 120 l/min Nennvolumenstrom.

3) Nur bei zusätzlichen Beanspruchungen des Gerätträgers durch Arbeitsschwere und Umgebungsklima ist bei der

    Berechnung der Tragedauer von 220 Minuten als Basiswert auszugehen.

 

Tabelle 32: Tragezeitbegrenzungen für Atemschutzgeräte

 

Auf Grund hoher Belastungen durch Arbeitsschwere ist die maximale Tragedauer,

nicht jedoch die Erholungsdauer, gemäß der Tabelle 33 zu reduzieren.

 

Arbeitsschwere Kategorie

Atemminutenvolumen

Anpassungsfaktor

A 1

≤ 20 l Luft pro Minute

1,5

A 2

> 20 - 40 l Luft pro Minute

1

A 3

> 40 - 60 l Luft pro Minute

0,7

A 4

> 60 l Luft pro Minute

Sonderplanung im Einzelfall

 

 

Tabelle 33: Anpassungsfaktor der Tragezeit durch Arbeitsschwere a) b)

 

a) Personen, bei denen gemäß Berufsgenossenschaftlichem Grundsatz für arbeitsmedizinische

   Vorsorgeuntersuchung G 26 ”Atemschutz” keine gesundheitlichen Bedenken bestehen. Siehe auch:

   - E. Fürst, H.-J. Woitowitz, J. Dudeck, U. Jeremie, J. Fahrbach, G. Blume und H.-E.

   Grewe: Belastbarkeitsvoraussetzungen für Träger von Atemschutzgeräten, Teil I.

   - H.-J. Woitowitz, E. Fürst, J. Dudeck, H.-O. Laun, J. Fahrbach, G. Blume und H.-

   E. Grewe: Belastbarkeitsvoraussetzungen für Träger von Atemschutzgeräten, Teil II.

   Beide erschienen in der Schriftenreihe des Hauptverbandes der gewerblichen

   Berufsgenossenschaften e. V., Bonn, 1980 und 1983.

 

b) H. Spitzer, Th. Hettinger, G. Kaminsky: Tafel für den Energieumsatz bei körperlicher

   Arbeit. 6. Auflage, Beuth Verlag GmbH, Berlin, 1981.

 

   Hinweis: Äußere Gegebenheiten, wie Feuchtigkeit und Temperatur der Luft, können

   zusätzlich die Gebrauchsdauer einschränken. Als grober Anhalt für die Arbeitsschwere

   ist beim 1600 l-Pressluftatmer folgende Haltezeit anzusehen:

   bei leichter Arbeit                ( - 20 l Luft/min.) - über 40 Minuten,

   bei mittelschwerer Arbeit       (> 20 - 40 l Luft/min.) - bis 40 Minuten,

   bei schwerer Arbeit             ( > 40 l Luft/min.) - unter 25 Minuten.

 

Weitere Reduzierungen der Tragedauer können durch das Umgebungsklima
(Lufttemperatur, Luftfeuchte, Luftgeschwindigkeit, Wärmestrahlung) sowie Bekleidungseigenschaften erforderlich
werden. Erfahrungsgemäß muss eine Verringerung der Tragedauer bei einer Temperatur > 28 °C und einer rela-
tiven Luftfeuchte > 78 % auf 70 % der Tabellenwerte in Tabelle 32 erfolgen.

 

 


Anlage 4

A 2.6 - Anlage 6 (1)

A 2.6 - Anlage 6 (2)

A 2.6 - Anlage 6 (3)

A 2.6 - Anlage 6 (4)





Anlage 5

Sofortmeldung über Einsätze

 

Bergwerksgesellschaft:
Grubenwehr der Schachtanlage/des Werkes:
Telefonisch erreichbar unter:
Datum:
An die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
Fax:

Sofortmeldung über Einsätze

1. Werk/Standort:

 

2. Eintritt des Ereignisses:

            Datum:
            Uhrzeit:

3. Ereignisort:

            Bereich:
            Arbeitsstätte:
            Arbeitsplatz:

4. Art des Ereignisses:

 

 

 

5. Auswirkungen:
   (Personenschäden, Sachschäden, Umweltschäden, betriebliche Auswirkungen)

 

 

 

6. Angaben über Enstehung, Hergang, Ablauf und ggf. Ursache
   für den Eintritt des Ereignisses:

 

 

 

7. Bisher eingeleitetet Maßnahmen:

 

 

 

8. Benachrichtigte Stellen:

 

 

 

Verantwortliche Person

 

 

Unterschrift (Name, Vorname, Dienststellung)

 





Anlage 8

Nachschulung in der Nothilfe

Lernziele sind insbesondere

Ausbildungsdauer jährlich fünf Stunden. Abwechselnd werden entweder die Lern-
inhalte der allgemeinen Nachschulung oder die der speziellen Nachschulung vermittelt.

Lerninhalte der allgemeinen Nachschulung:

Lerninhalte der speziellen Nachschulung:

Lernmittel

Leitfaden der Nothelferausbildung der RAG oder Vergleichbares, Notfallkoffer Bergbau
2002, Vakuummatratze-Bergbau, einheitliche Schulungsunterlagen zu speziellen
Themen.

Ausbilder

Allgemeine Nachschulung: Heilgehilfe mit Ausbilderqualifikation / ggf. Ausbilder einer
anerkannten Hilfsorganisation jeweils unter Mitwirkung des Leiters des ärztlichen
Hilfswerkes.

Spezielle Nachschulung: Arzt mit Rettungsdiensterfahrung / ggf. Rettungsassistent
mit Kenntnissen der Verhältnisse im Bergbau jeweils in Zusammenarbeit mit dem
Leiter des ärztlichen Hilfswerkes.





Anlage 9

Fitnesstest der Grubenwehr

Der Test wird im Höchstabstand von zwei Jahren an sportmedizinisch überprüften
und geeigneten Geräten durchgeführt. Es werden die Muskelgruppen Rücken,
Bauch, Kniestrecker, Kniebeuger, Schulter und Brust getestet.

Zu erreichende Mindestwerte (Drehmomente):

 

Anmerkung:

Die o.g. Werte wurden spezifisch an Geräten der Fa. David International Ltd., Neu-
Ulm ermittelt.Werte vergleichbarer Geräte anderer Hersteller müssen den
festgelegten Mindestwerten angepasst werden.

 

Beurteilung:

Je Muskelgruppe kann bei Erreichen der o. g. Mindestwerte ein Punkt erzielt werden
(insgesamt maximal 6 Punkte). Für das Bestehen des Tests werden 4 Punkte
benötigt. Wird der Test nicht bestanden, soll er nach einem Training innerhalb eines
halben Jahres wiederholt werden.

Im Rahmen des Wiederholungstests kann nach fachlichem Ermessen ggf. eine
zusätzliche Untersuchung an einem geeigneten Gerät zum Test der
Rumpfmuskulatur durchgeführt und in die Bewertung einbezogen werden.

Jedes Grubenwehrmitglied erhält eine gezielte Trainingsempfehlung und legt das
Ergebnis des Tests, ggf. auch des Wiederholungstests, bei der jeweils hierauf
folgenden arbeitsmedizinischen Untersuchung dem Arzt vor.

Ein wiederholtes Nichtbestehen des Tests ist ein Ausschlusskriterium für die
Grubenwehr-mitgliedschaft. In einem solchen Fall ist das Ergebnis dem zuständigen
Arbeitsmediziner unverzüglich vorzulegen. Grubenwehrmitglieder über 50 Jahre
müssen zum Schutz ihrer Gesundheit einmal pro Jahr einen erfolgreichen Test
nachweisen.

Zusätzlich wird am Testtag ein Ausdauerleistungstest zur individuellen
Trainingssteuerung durchgeführt.





Anlage 10

Vorschriften für das Anlegen von Atemschutzgeräten

1. Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung (PSS BG 4)

Reihenfolge des Anlegevorgangs

 

2. Druckluft-Schlauchgeräte


3. Sauerstoffselbstretter

Anlegen im Grubenwehrtrupp bei Ausfall eines anderen Atemschutzgerätes:





 

Plan für das Grubenrettungswesen Esco Borth

 

 

Plan für das Grubenrettungswesen, RAG / esco - Werk Borth

Ausgabe September 2012

Inhaltsverzeichnis:

1    AUFGABEN

2    STÄRKE UND ZUSAMMENSETZUNG DER GRUBENWEHR

2.1  Stärke der Grubenwehr
2.2  Zusammensetzung
2.3  Sondermitglieder

3    GRUBENWEHRMITGLIEDSCHAFT

3.1 Aufnahme in die Grubenwehr
3.2 Ausscheiden aus der Grubenwehr
3.3 Arbeitsmedizinische Untersuchung

4   AUSBILDUNG

4.1    Grundausbildung
4.1.1 Theoretischer Teil
4.1.2  Praktischer Teil
4.1.3  Abschluss der Grundausbildung
4.2    Aus- und Fortbildung der Gerätewarte
4.3    Aus- und Fortbildung der Oberführer und Truppführer
4.4    Nachschulung der Oberführer, Truppführer und Wehrmänner
4.4.1 Allgemeines
4.4.2 Übungen
4.4.3 Unterweisungen

5     PFLICHTEN DER GRUBENWEHRMITGLIEDER

5.1  Grubenwehrmitglieder
5.2  Gerätewarte
5.3  Truppführer
5.4  Oberführer
5.5  Stellvertretende Oberführer

6     AUSRÜSTUNG UND EINRICHTUNGEN DER GRUBENWEHR

6.1  Atemschutzgeräte der Grubenwehr
6.2  Sonstige Ausrüstung
6.3  Grubenrettungsstelle

7     EINSATZ DER GRUBENWEHR

7.1  Alarmierung
7.2  Einsatzleitung
7.3  Einsatzgrundsätze
7.3.1 Allgemeines
7.3.2 Ersteinsatz / Erkundungseinsatz
7.3.3 Stationärer Grubenwehreinsatz
7.3.4 Geplante Einsätze der Grubenwehr
7.3.5 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung
7.4    Einsatz ohne Atemschutzgerät

8    HILFELEISTUNG

9    STÖRUNGEN / UNFÄLLE MIT ATEMSCHUTZGERÄTEN

10  NACHWEISUNGEN

11  RETTUNGSWERK

12  BETEILIGUNG DER HAUPTSTELLEN FÜR DAS GRUBENRETTUNGSWESEN

 

ANLAGEN

Anlage 1   Grundausbildung Wehrmann, Ausbildungsplan
Anlage 2   Grubenwehrübungen
Anlage 3    Nachschulung in der Nothilfe
Anlage 4    Vorschriften für das Anlegen von Atemschutzgeräten
Anlage 5    Regeln für das Prüfen und Warten von Geräten der Grubenwehr
Anlage 6    Einsatzzeittabelle für Grubenwehren im Salzbergbau
Anlage 7a   Meldung über den Einsatz der Grubenwehr mit Atemschutzgeräten
Anlage 7b   Meldung über Störungen an Atemschutzgeräten/ Unfälle mit Atemschutzgeräten
               der Grubenwehr
Anlage 8    An die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
Anlage 9    Fitnesstest der Grubenwehr

 

 

1 Aufgaben

Die Grubenwehr wird unter Tage eingesetzt zur Rettung und Bergung von Menschen und
zur Erhaltung von Sachwerten nach Explosionen sowie bei Grubenbränden und anderen
Ereignissen, bei denen eine Gefährdung durch schädliche Gase, Sauerstoffmangel oder
Grubenwasser eintreten kann.

 

2 Stärke und Zusammensetzung der Grubenwehr

2.1 Stärke der Grubenwehr

Die Planstärke der Grubenwehr des Steinsalzbergwerkes Borth beträgt 22 Personen.

Ein Trupp besteht aus einem Truppführer und vier Wehrmännern.

Die tatsächliche Stärke der Grubenwehr (Iststärke) kann bis zu 25% über der Planstärke
liegen, um auch bei unvorhersehbarem Ausscheiden von Grubenwehrmitgliedern die
Planstärke einzuhalten. Eine Planstärke von 25 Personen wird angestrebt.

 

2.2 Zusammensetzung

Die Grubenwehr setzt sich wie folgt zusammen:

1 Oberführer

2 stellvertretende Oberführer nehmen auch die Funktion der Truppführer wahr

3 Truppführer

16 Wehrmänner

1 Hauptgerätewart (kann Wehrmann sein), möglichst techn. Berufsausbildung

4 Gerätewarte (kann Wehrmann sein) s. HGW.

Oberführer, stellvertretende Oberführer und Truppführer sind verantwortliche Personen.
Die für den Einsatz der Grubenwehr notwendigen Beschäftigungsgruppen des
Grubenbetriebes sind in der Grubenwehr vertreten.

2.3 Sondermitglieder

Sondermitglieder sind Mitglieder der Grubenwehr, die für den Ersteinsatz der Grubenwehr
nicht zur Verfügung stehen, da sie auch für andere Aufgaben im Rahmen des Rettungswerks
benötigt werden.

- Vertreter der Werksleitung,
- Bereichsleiter,
- Wetteringenieur des Bergwerks,
- Markscheider,
- Abteilungsleiter Wettertechnik,
- Gerätewart,
- Schriftführer.

Im Mitgliederverzeichnis werden sie entsprechend ihrer Grubenwehrausbildung geführt und
ggf. zusätzlich als Sondermitglied gekennzeichnet. Sondermitglieder zählen nicht zur Planstärke.
Die für Mitglieder der Grubenwehr geltenden Regelungen bleiben unberührt.

 

3 Grubenwehrmitgliedschaft

3.1 Aufnahme in die Grubenwehr

Der Beitritt zur Grubenwehr ist freiwillig. Bewerbungen um Aufnahme werden an den Oberführer
gerichtet. In die Grubenwehr werden als Wehrmänner nur Personen aufgenommen, die

- mindestens 18 Jahre alt sind,

- im Jahr vor der Aufnahme unter Tage gearbeitet haben und insgesamt mindestens 1 Jahr
  unter Tage gearbeitet haben. Diese Voraussetzung gilt nicht für Arbeitsmediziner als Sonder-
  mitglieder und Gerätewarte.

- nach ärztlicher Bescheinigung für den Dienst in der Grubenwehr geeignet sind (Abschnitt 3.3),

- gem. Abschnitt 4.1 des Plans ausgebildet wurden.

Nach Abschluss der Grundausbildung sind die Anwärter mit der Eintragung in die Mitgliederkartei
in die Grubenwehr aufgenommen. Als Eintrittsdatum gilt dann der Tag der ersten Grubenwehrübung.
Bei der Aufnahme wird ihnen der Plan für das Grubenrettungswesen ausgehändigt, dessen Empfang
sie durch Unterschrift bestätigen. Aus den “Pflichten der Grubenwehrmitglieder“ (Kapitel 5) ergibt
sich die für Grubenwehrmitglieder verbindliche Betriebsanweisung.

In die Grubenwehr eines Bergwerks werden nur Mitarbeiter des Bergwerks aufgenommen

Bei Verlegung wechselt ein Grubenwehrmitglied in die Grubenwehr des aufnehmenden Bergwerks.
Bei einem unverzüglichen Wechsel (innerhalb von 3 Monaten) handelt es sich um eine Übernahme,
für die die Aufnahmekriterien nicht gelten. Die Entscheidung über die Übernahme obliegt dem
Oberführer der übernehmenden Grubenwehr in Abstimmung mit der Werksleitung. Bei Verlegung
in einen Servicebereich können Grubenwehrmitglieder in der Grubenwehr eines Bergwerkes
verbleiben, wenn ihr Arbeitsplatz überwiegend auf dem Bergwerk ist.

3.2 Ausscheiden aus der Grubenwehr

Die Mitgliedschaft endet

Der Ausschluss eines Grubenwehrmitgliedes ist zulässig, wenn ein wichtiger Grund vorliegt.
Ein wichtiger Grund kann insbesondere dann vorliegen, wenn das Grubenwehrmitglied sein
jährliches Übungssoll nicht erfüllt. Vor der Ausschließung wird dem Mitglied Gelegenheit zur
Stellungnahme gegeben. Der Ausschluss wird dem Betroffenen durch den Oberführer schriftlich
mitgeteilt.

3.3 Arbeitsmedizinische Untersuchung

Bewerber und Mitglieder der Grubenwehr werden auf Eignung für den Dienst in der Grubenwehr
nach dem "Plan für die Durchführung der ärztlichen Untersuchung" untersucht. Nachuntersuchungen
für Mitglieder erfolgen spätestens vor Ablauf von 24 Monaten. Mitglieder vor Vollendung des
21. Lebensjahres und nach Vollendung des 40. Lebensjahres werden vor Ablauf von 12 Monaten
untersucht.

Nach Krankheiten und Unfällen, die eine wesentliche Beeinträchtigung für den Dienst in der
Grubenwehr verursachen können, wird eine erneute ärztliche Untersuchung auf Eignung
durch den Oberführer veranlasst. Erst nach Bestätigung der Eignung durch den Arzt kann der
Dienst in der Grubenwehr wieder aufgenommen werden.

Jedes Grubenwehrmitglied nimmt gemäß Anlage 9 an einem Fitnesstest teil, der im Abstand von
längstens 2 Jahren wiederholt werden muss. Grubenwehrmitglieder über 50 Jahre müssen diesen
Test jährlich absolvieren. Das Ergebnis ist dem Arzt bei der jeweils nächstfolgenden arbeits-
medizinischen Untersuchung vorzulegen.

4 Ausbildung

4.1 Grundausbildung

Die Grundausbildung der Grubenwehrmitglieder soll bei der zuständigen Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen durchgeführt werden. Die Ausbildung umfasst mindestens 40 Stunden
und gliedert sich in einen theoretischen und praktischen Teil.

Für die Ausbildung im Atemschutz sind nach BGR 190 mindestens 20 Stunden durchzuführen.
Wird die Grundausbildung innerhalb der Grubenwehr durchgeführt, so sind die Ausbildungszeiten
innerhalb eines halben Jahres abzuleisten und zu dokumentieren (Anlage 1). Zusätzlich wird
jedes Grubenwehrmitglied zum Nothelfer ausgebildet.

4.1.1 Theoretischer Teil

In der theoretischen Ausbildung werden folgende Themen behandelt:

4.1.2 Praktischer Teil

In der praktischen Ausbildung werden die Grubenwehrmänner an das Arbeiten mit angelegtem
Atemschutzgerät gewöhnt. Es werden eine Gewöhnungsübung im Regenerationsgerät, eine
Standardübung und eine Löschübung durchgeführt.

4.1.3 Abschluss der Grundausbildung

Die Anwärter werden in die Grubenwehr aufgenommen, wenn sie die erforderlichen Kenntnisse
nachgewiesen (theoretische Prüfung) und die Standardübung ohne Unterbrechung und Beanstandung
durchgeführt haben.

4.2 Aus- und Fortbildung der Gerätewarte

Als Gerätewarte werden nur Grubenwehrmitglieder ausgebildet, die

Gerätewarte werden bei der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen in einem
Grundlehrgang ausgebildet und in Zeitabständen von längstens vier Jahren nachgeschult.

Der Hauptgerätewart nimmt die Nachschulung der Gerätewarte dreimal jährlich vor.

Die Instandhaltung der Atemschutzgeräte nach den Übungen wird unter Aufsicht des
Hauptgerätewartes von den Gerätewarten gleichmäßig vorgenommen bzw. durch seinen
Vertreter.

4.3 Aus- und Fortbildung der Oberführer und Truppführer

Grubenwehrführer werden bei der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
ausgebildet und spätestens nach Ablauf von zwei Kalenderjahren fortgebildet. Näheres
regeln die Lehrgangspläne der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen.

Darüber hinaus findet bei den Hauptstellen für das Grubenrettungswesen ein regelmäßiger
Erfahrungsaustausch statt (z. B. Oberführer-Tagungen und Oberführer-Besprechungen).

4.4 Nachschulung der Oberführer, Truppführer und Wehrmänner

4.4.1 Allgemeines

Die praktische Nachschulung der Grubenwehrführer und Wehrmänner erfolgt in Übungsschichten
und/oder in Übungen außerhalb der Schichtzeit. Die Übungen werden möglichst gleichmäßig
über das Jahr verteilt.

4.4.2 Übungen

Grubenwehrführer und Wehrmänner verfahren jährlich mindestens fünf Übungen mit frei tragbaren
umluftunabhängigen Atemschutzgeräten.

Grundsätzlich gilt, 1 Übung im Jahr in Flammschutzkleidung.

Ausnahmsweise kann anstelle von Untertageübungen mit 2 Stunden Dauer auch im Übertage-
betrieb geübt werden. Hierbei wird der Schwierigkeitsgrad eines Übungshauses mindestens
erreicht (Befahrung des Treppenhauses Schacht 1, Befahrung von Bandbrücken, Benutzung
des Fahrradtrainers).

In vom Oberführer fest zu legenden Abständen - jedoch mindestens zweimal im Jahr - wird
das Grubenwehrmitglied einer Konditionsprüfung unterzogen (Wertzahl mindestens 75 beim
Dynavittrainer). Ein Dynavitwert von 100 ist anzustreben.

Die Übungen im Übungshaus finden unter Aufsicht eines Oberführers oder eines stellver-
tretenden Oberführers statt. Die Aufsicht übt selbst nicht mit. Bei allen anderen Übungen im
Bergwerk oder Tagesbetrieb übt der jeweilige Truppführer auch die Aufsicht aus.

Übungen werden im Regelfall nicht in Räumen oder Grubenbauen mit schädlichen Gasen oder
Sauerstoffmangel durchgeführt. Feuerlöschübungen, bei denen mit dem Auftreten schädlicher
Gase oder Sauerstoffmangel zu rechnen ist, werden von der Grubenwehr unter Beachtung
der Regeln für den Ernstfall verfahren.

4.4.3 Unterweisungen

Theoretische Nachschulungen werden im Rahmen von Übungsschichten oder in Form von
mindestens vier zusätzlichen Unterweisungen von je zweistündiger Dauer durchgeführt. Es
werden mindestens die Themen der Grundausbildung behandelt.

Jährlich nimmt jedes Grubenwehrmitglied an einer Unterweisung der Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen teil.

Außerdem muss jedes Grubenwehrmitglied im Abstand von 2 Jahren in der Handhabung von
Löschgeräten der Grubenwehr theoretisch und praktisch ausgebildet werden.

Jedes Grubenwehrmitglied wird jährlich gemäß Anlage 3 in der Nothilfe nachgeschult.

Die Gerätewarte werden mindestens fünf Schichten im Jahr mit Wartungsarbeiten an
Atemschutzgeräten betraut.

5 Pflichten der Grubenwehrmitglieder

5.1 Grubenwehrmitglieder

Jedes Grubenwehrmitglied hat sich auf Eignung für den Dienst in der Grubenwehr untersuchen
zu lassen. Die Grubenwehrmitglieder sind verpflichtet, vor Übungen und Einsätzen dem
Truppführer bzw. dem Oberführer zu melden, wenn sie sich körperlich nicht voll leistungsfähig
fühlen. Das Grubenwehrmitglied hat den Oberführer über Krankheiten und Unfälle zu unterrichten,
die eine wesentliche Beeinträchtigung für den Dienst in der Grubenwehr verursachen
können. Das Grubenwehrmitglied hat dafür Sorge zu tragen, dass es den Anforderungen der
Übungen und Einsätze durch ausreichende Kondition gewachsen ist.

Die Mitglieder der Grubenwehr leisten bei der Ausbildung und im Einsatz den Anweisungen
des Oberführers oder des von ihm beauftragten Grubenwehrführers Folge.

Sie nehmen an den Übungen, Ausbildungen und Unterweisungen (Kapitel 4) planmäßig teil.

Das Anlegen der Geräte hat nach den Anlegevorschriften (Anlage 4) zu erfolgen. Werden als
Atemanschluss Mundstück und Nasenklemme eingesetzt, so gilt ein striktes Sprechverbot.
Bemerkt ein Mitglied der Grubenwehr bei der Benutzung von Atemschutzgeräten Unregel-
mäßigkeiten im eigenen Befinden oder am Atemschutzgerät, so ist die für den Ablauf des
Einsatzes oder der Übung verantwortliche Person darauf hinzuweisen.

Grubenwehrmitglieder, die alarmiert worden sind, begeben sich unverzüglich zur Gruben-
rettungsstelle (bzw. zu der bei der Alarmierung angegebenen Stelle) und halten sich für
den Einsatz bereit.

5.2 Gerätewarte

Jeder Gerätewart hat sich auf übertragbare Hautkrankheiten, Lungentuberkulose und Infekt-
ionskrankheiten ärztlich untersuchen zu lassen. Bei jedem Verdacht auf Krankheiten, die der
Wartung von Atemschutzgeräten entgegenstehen, hat der Gerätewart sich zusätzlich ärztlich
untersuchen zu lassen.

Die Gerätewarte prüfen und warten die Geräte und Einrichtungen der Grubenwehr nach den
Regeln der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen (Anlage 5) und führen die entsprechenden
Nachweise. Nach jeder Benutzung sorgen sie dafür, dass eine ausreichende Zahl von Atem-
schutzgeräten wieder einsatzbereit zur Verfügung steht und nicht einsatzbereite Atemschutz-
geräte als "nicht einsatzbereit" gekennzeichnet werden. Der Gerätewart darf nur geprüfte
Atemschutzgeräte ausgeben. Diese Forderung gilt als erfüllt, wenn die letzte Prüfung
nicht länger als einen Monat zurückliegt und während dieser Zeit kein Unbefugter Zugang zu
den Geräten hatte.

Der Hauptgerätewart ist zusätzlich dafür verantwortlich, dass die Ausrüstung der Grubenwehr
einsatzbereit gehalten wird. Reichen die Bestände an einsatzfähigen Geräten, Ersatzteilen
und Zubehör sowie sonstigen Materialien in der Grubenrettungsstelle nicht aus, so hat der
Hauptgerätewart dies dem Oberführer zu melden.

Bei Übungen mit Atemschutzgeräten achtet der Hauptgerätewart darauf, dass alle vorhandenen
Geräte gleichmäßig eingesetzt werden. Der Hauptgerätewart führt die regelmäßige Schulung
der anderen Gerätewarte durch.

Die Gerätewarte unterstützen den Hauptgerätewart bei der Erfüllung seiner Aufgaben und
vertreten ihn nach Weisung des Oberführers.

5.3 Truppführer

Die Truppführer führen die Anweisungen aus, die sie vom Oberführer erhalten. Sie sind bei
den Übungen und im Ernstfall Vorgesetzte ihres Trupps. Die Truppführer sind verantwortlich
für ihren Trupp; z. B. vorschriftsmäßiges Anlegen der Atemschutzgeräte, Einhaltung der
Einsatzgrundsätze, Verteilung der Mess- und Arbeitsaufträge sowie die ordnungsgemäße und
vollständige Ausrüstung im Trupp.

Besondere Beobachtungen im Einsatz oder bei der Übung (z. B. Mängel an Geräten, Abbruch
der Übung oder des Einsatzes) werden dem Oberführer bzw. der Übungsaufsicht gemeldet.

5.4 Oberführer

Der Oberführer ist für die Einhaltung und Durchführung der Regelungen verantwortlich, die im
jeweils gültigen Plan für das Grubenrettungswesen festgelegt sind. Der Oberführer ist bei der
Ausbildung, der Nachschulung und bei Einsätzen Vorgesetzter aller Grubenwehrmitglieder.

Der Oberführer ist dafür verantwortlich, dass

  1. die Grubenwehr nach Weisung der Einsatzleitung sachgemäß eingesetzt wird,

  2. nur die Grubenwehrmitglieder an Übungen oder Einsätzen teilnehmen, deren Eignung für
    den Dienst in der Grubenwehr vom Arzt bestätigt ist,

  3. die Übungen und Unterweisungen regelmäßig abgehalten und die Übungen ordnungsgemäß
    beaufsichtigt werden (Abschnitt 4.4.1 und 4.1.2),

  4. besondere Beobachtungen bei der Übung oder beim Einsatz (z. B. Mängel an Geräten,
    Abbruch der Übung oder des Einsatzes) im Leistungsbuch bzw. Einsatztagebuch vermerkt
    werden,

  5. besondere Fehler an den Geräten sofort der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungs-
    wesen gemeldet werden,

  6. Unfälle, die mit dem Benutzen von Atemschutzgeräten ursächlich zusammenhängen können,
    der Bergbehörde und der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen sofort
    fernmündlich gemeldet werden und das Atemschutzgerät sichergestellt wird,

  7. Bewerber um Aufnahme in die Grubenwehr, die die Voraussetzungen gem. Abschnitt 3.1
    erfüllen, ausgebildet werden. Er überzeugt sich von den Kenntnissen, die die Anwärter
    gem. Abschnitt 4.1.3 haben und händigt ihnen nach Aufnahme in die Grubenwehr den
    Plan für das Grubenrettungswesen und den Mitgliedsausweis aus.

  8. die Geschäftsführung der Grubenwehr ordnungsgemäß abgewickelt wird (z. B. Führen
    der Mitgliederkartei (Mitglieder- und Übungsbuch), des Leistungs- und Prüfungsbuches,
    des Mitgliederverzeichnisses und der Geräte- und Ausrüstungsnachweise der Grubenwehr).

Außerdem vergewissert er sich, dass

  1. seine Stellvertretung geregelt ist,

  2. die Grubenwehr über die notwendige Ausrüstung verfügt,

  3. die Grubenwehr in richtiger Stärke und Zusammensetzung einsatzbereit ist und sämtliche
    Mitglieder im Ernstfall schnellstens alarmiert und zum Einsatz gebracht werden können,

  4. geplante Einsätze der Grubenwehr mit der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungs-
    wesen abgesprochen und der Bergbehörde betriebsplanmäßig angezeigt werden,

  5. der Notfallplan in der Grubenrettungsstelle verfügbar ist,

  6. Bewetterungsplan, Feuerlöschplan, Rohrleitungsplan, Wasser in der Grubenrettungsstelle
    vorhanden sind,

  7. das Mitgliederverzeichnis an den unter Kapitel 10 genannten Stellen verfügbar ist,

  8. die unter Abschnitt 4.4 vorgesehenen Aus- und Fortbildungsfristen für Oberführer, stellv.
    Oberführer, Truppführer und Gerätewarte eingehalten werden,

  9. die Termine der Übungen und Unterweisungen der zuständigen Hauptstelle für das Gruben-
    rettungswesen rechtzeitig mitgeteilt werden,

  10. entsprechend der Laufzeit des jeweiligen Hauptbetriebsplans der Vordruck zum Hauptbetriebs-
    plan überprüft und zwischenzeitliche Änderungen oder Ergänzungen mit dem gleichen
    Vordruck der Bergbehörde mitgeteilt und eine Durchschrift dieser Mitteilung der zuständigen
    Hauptstelle für das Grubenrettungswesen eingereicht werden,

  11. jedes Jahr bis zum 1. Februar der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
    der Jahresbericht und eine Durchschrift ohne Mitgliederverzeichnis der Bergbehörde
    eingereicht werden,

  12. bei der Bergbehörde und der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
    eingereicht werden:

5.5 Stellvertretende Oberführer

Die stellvertretenden Oberführer unterstützen den Oberführer bei der Erfüllung seiner Aufgaben
und vertreten ihn.

6 Ausrüstung und Einrichtungen der Grubenwehr

6.1 Atemschutzgeräte der Grubenwehr

Zu Übungen und Einsätzen werden nur geeignete Atemschutzgeräte und Atemgarnituren eingesetzt.

6.2 Sonstige Ausrüstung

In der Grubenrettungsstelle werden Messgeräte, Hilfsgeräte, Prüfgeräte und Geräte zur Wieder-
belebung bereitgehalten. Weiterhin werden für jedes Grubenwehrmitglied Flammenschutzanzüge
mit zugehöriger Unterbekleidung und für Einsätze bei Explosionsgefahr Kopfhauben und
Schutzhandschuhe bereitgehalten.

6.3 Grubenrettungsstelle

Die Ausrüstung der Grubenwehr wird in besonderen Räumen aufbewahrt, die nur für die
Grubenwehr bestimmt sind. Sie entspricht mindestens der von den Hauptstellen für das
Grubenrettungswesen empfohlenen Grundausrüstung.

7 Einsatz der Grubenwehr

7.1 Alarmierung

Es ist sichergestellt, dass die Mitglieder der Grubenwehr im Ernstfall unverzüglich alarmiert
werden. Außerdem können die Grubenwehrmitglieder, die sich im Arbeitseinsatz unter Tage
befinden, durch die im Betrieb vorhandenen Kommunikationsmittel in kurzer Zeit benachrichtigt
werden.

Das Alarmsystem wird regelmäßig überprüft ("Geräteprobe").

Einmal pro Kalenderjahr wird die Grubenwehr ernstfallmäßig alarmiert ("Probealarm").
Das Ergebnis dieses Probealarms wird schriftlich festgehalten. Als Alarmzeit gilt die Zeit
vom Auslösen des Probealarms bis zur Meldung, dass zwei Grubenwehrtrupps mit
geschulterten Geräten, der Ausrüstung für den Ersteinsatz und zusätzlich ein Oberführer oder
ein Truppführer einsatzbereit in der Rettungsstelle sind. Der Probealarm wird beendet, wenn
die beiden Trupps die Bereitschaftsstelle unter Tage erreicht haben. Einzelheiten zur Durchführung
der Probealarme werden mit der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
abgestimmt.

In begründeten Fällen kann ein zusätzlicher Probealarm unter Einbeziehung von Hilfeleistungs-
wehren unter Beteiligung der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen organisiert werden.

Nach einer realen Alarmierung kann im laufenden Kalenderjahr auf die Probealarmierung verzichtet
werden.

7.2 Einsatzleitung

Bei Betriebsereignissen, die den Einsatz der Grubenwehr zur Rettung oder Bergung von Personen
erforderlich machen, leitet der Werkleiter oder sein Beauftragter das Rettungswerk.
Bei Einsätzen der Grubenwehr zur Erhaltung von Sachwerten nach Explosionen und bei
Grubenbränden wird sinngemäß verfahren. Die Einsatzleitung wird grundsätzlich über Tage
installiert.

Die Zusammensetzung der Einsatzleitung ist im Notfallplan geregelt.

Die Einsatzleitung unterrichtet den Oberführer über die jeweilige Lage und gibt ihm die für den
Grubenwehreinsatz erforderlichen Aufträge. Im Rahmen dieser Aufträge regelt der an der
Bereitschaftsstelle verantwortliche Oberführer den Einsatz der Grubenwehr.

In vereinbarten Zeitabständen berichtet er der Einsatzleitung. Besondere Beobachtungen und
Ereignisse werden unverzüglich gemeldet.

7.3 Einsatzgrundsätze

Die Einsatzgrundsätze sind zum einen abhängig von der Art des Einsatzes und zum anderen
von der Art der eingesetzten Atemschutzgeräte. Bei Anfahrt der Grubenwehr sind alle PKW
zugelassen.

7.3.1 Allgemeines

Nachstehende Regeln gelten grundsätzlich für den Einsatz der Grubenwehr mit Atemschutzgeräten.
Sofern sich aufgrund der Art des Einsatzes oder der Auswahl des Atemschutzgerätes zusätzliche
oder abweichende Regeln ergeben, sind diese in den entsprechenden Abschnitten aufgeführt.

Anfahrt

Die Anfahrt der Grubenwehr wird grundsätzlich in unbelasteten Wettern durchgeführt. Alle unter
Tage befindlichen Grubenwehrmitglieder führen Sauerstoffselbstretter mit.

Bereitschaftsstelle

Die Bereitschaftsstelle wird - nach Abstimmung mit der Einsatzleitung - in der Regel in einem
durchgehenden Wetterstrom eingerichtet, der keine Brandgase oder Explosionsschwaden
enthält. Dabei wird beachtet, dass die Bereitschaftsstelle einerseits so nah wie möglich am
Einsatzort und andererseits in sicherer Entfernung liegen soll. Die Bereitschaftsstelle verfügt
über mindestens einen Fernsprechanschluss und ausreichende Beleuchtung. Hier werden die
Atemschutzgeräte und die für den Einsatz notwendige Ausrüstung gelagert. Darüber hinaus
werden hier ein umluftunabhängiges Wiederbelebungsgerät, ein Schleifkorb, ein Defibrillator
und Mittel für die Erste Hilfe bereitgehalten.

Für Grubenwehrmitglieder, die Atemschutzgeräte tragen, werden die Sauerstoffselbstretter
während des Einsatzes an der Bereitschaftsstelle zurückgelassen.

Für die aus dem Einsatz zurückkehrenden Grubenwehrmitglieder werden Getränke bereit-
gehalten.

Die Aufsicht an der Bereitschaftsstelle übt ein Oberführer oder vorübergehend ein von ihm
beauftragter Truppführer aus.

Die Bereitschaftsstelle ist ständig mit mindestens einem Gerätewart besetzt.

Über die Einsätze wird ein Einsatztagebuch geführt.

Bei außergewöhnlich schwierigen Einsätzen (z. B. Bergungseinsätze, Befahrung von langen
Bergen, Blindschächten und niedrigen Grubenbauen) steht ein Arzt zur sofortigen Hilfeleistung
an der Bereitschaftsstelle zur Verfügung.

Einsatz

Die Grubenwehr geht nur in geschlossenen Trupps vor (ein Truppführer und vier Mann).
Erscheint es nach Klärung der örtlichen Verhältnisse vertretbar, einen Grubenwehrtrupp in
geringerer Stärke einzusetzen, so kann der Oberführer dies im Einvernehmen mit der
Einsatzleitung anordnen. Unter den vorgehenden Grubenwehrmännern befindet sich jedoch
immer ein Truppführer.

Jeder Trupp führt einen Sauerstoffselbstretter mit.

Mit besonderen Aufgaben können auch einzelne Grubenwehrmitglieder beauftragt werden,
wenn deren laufende Überwachung sichergestellt ist. Der verantwortliche Oberführer oder
der von ihm beauftragte Truppführer erteilt die für den Einsatz notwendigen Weisungen an
die Truppführer.

Während des Einsatzes werden die sicherheitlich notwendigen Messungen (z. B. CO, CH4
und Klimawerte) durchgeführt.

Beim Einsatz besteht zwischen der Bereitschaftsstelle und dem vorgehenden Trupp (Truppführer)
eine ständige Sprechverbindung. Nach einer Erkundung und bei übersichtlichen Verhältnissen
kann auf eine ständige Sprechverbindung verzichtet werden, der Truppführer meldet
sich dann in Abständen von höchstens 15 Minuten bei der Bereitschaftsstelle. In jedem
Trupp verfügt neben dem Truppführer ein zweiter Mann über eine Sprechmöglichkeit.

Bei der Benutzung von Einrichtungen zur Personenbeförderung wird gewährleistet, dass jederzeit
ein Rückzug veranlasst werden kann. Das gleiche gilt, wenn Grubenwehrtrupps mit Schacht-
und/oder Schrägförderanlagen in Grubenbaue fahren, in denen Brandwetter abgeführt werden.

Grubenwehrmitglieder, die erst vor kurzem eine Krankheit überstanden haben oder sich nicht
voll einsatzfähig fühlen (z. B. Grippe, grippale Infekte, Erkältungskrankheiten, Nachwirkung
von Alkoholgenuss), werden vom Einsatz ausgeschlossen.

Einsatz unter erschwerten klimatischen Bedingungen

Vor dem Einsatz werden die Grubenwehrmitglieder darauf hingewiesen, während des Einsatzes
nur kurze Pausen einzulegen und den Truppführer auf Anzeichen einer beginnenden
Wärmestauung aufmerksam zu machen (Harndrang, Gänsehaut, Schwere in den Beinen,
Kopfschmerzen, Seh- und Hörstörungen, Übelkeit usw.). Der Oberführer wird sofort von
einem derartigen Vorfall unterrichtet. Der Trupp tritt dann sofort den Rückmarsch an.

Für die aus dem Einsatz zurückkehrenden Grubenwehrmitglieder werden trockene Kleidung
und Getränke bereitgehalten.

Bei Einsätzen unter außergewöhnlich schwierigen Klimabedingungen ist ein Arzt an der Bereit-
schaftsstelle anwesend. Außergewöhnlich schwierige Klimabedingungen liegen dann vor, wenn
die Einsatztabellen (Anlage 6) nur noch eine Einsatzdauer von max. 25 Minuten (Einsatz in leichter
Bekleidung oder Flammenschutzkleidung ohne Kühlweste) oder weniger zulassen. Eine mögliche
Einsatzdauerverlängerung durch das Tragen von Kühlwesten ist hiervon unbenommen.

Einsatz in inerter Atmosphäre

Bei stationären Einsätzen werden zusätzlich ein umluftunabhängiges Wiederbelebungsgerät, ein
Defibrillator sowie ein Schleifkorb am Arbeitsplatz bereitgehalten.

Reservetrupp

Für jeden Grubenwehrtrupp im Einsatz wird ein Reservetrupp vorgehalten. Werden von einer
Bereitschaftsstelle aus mehrere Trupps eingesetzt, kann im Einvernehmen mit der Einsatzleitung
hiervon abgewichen werden. Der Reservetrupp besteht immer aus einem Truppführer und
vier Wehrmännern.

Der Truppführer des Reservetrupps hört den Sprechverkehr zwischen dem vorgehenden
Trupp und dem Oberführer an der Bereitschaftsstelle mit.

Einsatzdauer

Die Einsatzdauer beträgt im allgemeinen 2 Stunden, beim Einsatz in Flammenschutzkleidung
im Allgemeinen 90 Minuten.

Der Einsatztrupp misst die Klimawerte (Trockentemperatur, bei Bedraf auch Feuchttemperatur
bzw. relative Feuchte) mit einem geeigneten Messgerät (z. B. Psychrometer) und meldet die
Ergebnisse dem Oberführer an der Bereitschaftsstelle. Die Klimawerte werden beim Einsatz
der Grubenwehr nach Vorgabe des Oberführers in weiteren Zeitabständen gemessen.

Der Oberführer ermittelt anhand der in der Anlage 6 zusammengestellten Tabellen die zulässige
Dauer des Einsatzes. Hierbei werden unterschiedliche Bekleidungen berücksichtigt:

Bei besonders anstrengenden Grubenwehreinsätzen in Grubenbauen mit geringer Wetterbewegung
(z. B. Befahrung von Bergen oder Blindschächten) oder bei einer klimatischen Vorbelastung
durch einen unmittelbar vorangegangenen langen Anmarschweg in warmen Wettern werden
- in Absprache mit der Einsatzleitung - Abschläge von der zulässigen Einsatzdauer nach
Einsatzdauertabelle vorgenommen.

Rückmarsch

Der Rückmarsch eines Einsatztrupps kann jederzeit unmittelbar durch den Oberführer an der
Bereitschaftsstelle und mittelbar durch die Einsatzleitung angeordnet werden. Der Trupp geht
immer geschlossen zurück.

Truppführer können unabhängig von ihren Aufträgen den Rückzug des Trupps eigenverantwortlich
antreten. Die Anordnung zum Rückmarsch des Einsatztrupps wird dann vom Truppführer
getroffen, wenn

Bei Rückmarsch eines Einsatztrupps geht der Reservetrupp diesem ggf. entgegen.

Der Reservetrupp führt eine eigene Sprechverbindung mit sich.

Ausfahrt / Rückweg

Nach dem Einsatz der Grubenwehr sind alle verfügbaren PKW für den Rückweg zum Schacht
zu nutzen.

7.3.2 Ersteinsatz / Erkundungseinsatz

Anfahrt

Die Grubenwehr fährt in der vom Oberführer nach Art des Einsatzes festgelegten Kleidung an.

Trupp 1 und 2 fahren mit ihrer Grundausrüstung unverzüglich an, danach wird mindestens 1 Trupp
mit zusätzlicher Ausrüstung zur Unterstützung oder als Reservetrupp nachgeschickt.

Bereitschaftsstelle

Beim Erst-/Erkundungseinsatz der Grubenwehr wird eine vorläufige Bereitschaftsstelle eingerichtet,
die eine telefonische Verbindung mit der Einsatzleitung hat.

Einsatz

Erst-/Erkundungseinsätze werden ausschließlich mit frei tragbaren umluftunabhängigen
Atemschutzgeräten durchgeführt. Vor dem Einsatz wird je nach Situationslage die Art der
Bekleidung mit der Einsatzleitung abgestimmt. Beim Einsatz der Grubenwehr in vollständiger
Flammenschutzkleidung werden grundsätzlich die Atemschutzgeräte unabhängig von der
Zusammensetzung der Umgebungsatmosphäre angelegt.

Reservetrupp

Der Oberführer darf die Grubenwehr erst dann einsetzen, wenn mindestens ein Reservetrupp
bereitsteht.

Zur Rettung von Menschen kann der Oberführer jedoch - abweichend hiervon - die
Grubenwehr auch schon dann einsetzen, wenn noch kein Reservetrupp bereitsteht, aber mit
dem baldigen Eintreffen des erforderlichen Reservetrupps an der vorläufigen Bereitschaftsstelle
gerechnet wird.

Der jeweilige Reservetrupp hält sich mit geschultertem Atemschutzgerät so nahe wie möglich
zum Einsatzbereich auf. Der Truppführer des Reservetrupps hört den Sprechverkehr zwischen
der Bereitschaftsstelle und dem Einsatztrupp mit.

7.3.3 Stationärer Grubenwehreinsatz

Bei stationären Arbeiten der Grubenwehr wird eine Bereitschaftsstelle eingerichtet, an der
sich zur Sicherung der eingesetzten Grubenwehrmitglieder zwei Wehrmänner mit frei tragbaren
umluftunabhängigen Atemschutzgeräten bereithalten. Hierbei ist der Arbeitsplatz nicht weiter als
100 m von den Sicherungspersonen entfernt.

Bei größeren Entfernungen wird ein vollständiger Reservetrupp bereitgehalten. Die Sicherungs-
personen bzw. der Reservetrupp halten sich in einem unbelasteten Wetterstrom auf. Am
Arbeitsplatz werden ggf. ein umluftunabhängiges Wiederbelebungsgerät, ein Defibrillator sowie
ein Schleifkorb bereitgehalten.

Eine Sprechverbindung wird zwischen Bereitschaftsstelle und Einsatzort hergestellt.

7.3.4 Geplante Einsätze der Grubenwehr

Neben den kurzfristig erforderlichen Einsätzen der Grubenwehr bei Rettungswerken sowie zur
Brandbekämpfung oder Beseitigung von Gefahrensituationen außerhalb von Rettungswerken
wird die Grubenwehr zu geplanten Einsätzen herangezogen.

Geplante Einsätze zur Einengung und Wiedergewinnung von Brandfeldern werden unter Beachtung
des Abschnitts "Öffnen von Brandfeldern" der "Richtlinien für den Brandschutz unter Tage"
durchgeführt.

Darüber hinaus wird die Grubenwehr eingesetzt zum Öffnen und Befahren abgedämmter oder
gesperrter Grubenbaue, in denen mit Ansammlungen schädlicher Gase und/oder mit Sauerstoffmangel
zu rechnen ist.

Für geplante Einsätze wird der Bergbehörde ein Sonderbetriebsplan vorgelegt. Die Vorbereitung
und Durchführung von geplanten Einsätzen wird mit der zuständigen Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen abgestimmt.

Der am Einsatz beteiligte Personenkreis wird vor dem Einsatz über Art und Umfang des Einsatzes
sowie über besonders zu beachtende Regeln unterrichtet. Mittelbar beteiligte Personen werden
rechtzeitig informiert, ebenso die verantwortlichen Personen eventuell betroffener Nachbarbetriebs-
punkte.

Für geplante Einsätze gelten ansonsten die Einsatzgrundsätze entsprechend den Erst-/Erkundungs-
einsätzen.

7.3.5 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung

Mit Regenerationsgeräten für Arbeit und Rettung werden nur Grubenwehrmitglieder eingesetzt.

Regenerationsgeräte mit Drucksauerstoff werden nur benutzt, wenn deren letzte Prüfung nicht
länger als einen Monat zurückliegt. Werden die Geräte nicht am Mann zur Bereitschaftsstelle
transportiert, so wird vor dem Gebrauch eine Gesamtprüfung der Geräte durchgeführt. Für
den Ersteinsatz werden nur ungebrauchte Alkali- bzw. Atemkalkpatronen und Sauerstoffflaschen,
die über einen ausreichenden Vorratsdruck (> 180 bar) verfügen, eingesetzt.

Mit dem Regenerationsgerät Dräger PSS BG 4 kann von einem Grubenwehrmann innerhalb
von 8 Stunden ein zweiter Einsatz ohne Erneuerung der Atemkalkpatrone und ohne Austausch
der Sauerstoffflasche verfahren werden. Die Einsatzbedingungen und insbesondere Einsatzdauer
des Zweiteinsatzes sind der Restgebrauchszeit anzupassen.

Während des Einsatzes wird der Sauerstoffvorrat jedes einzelnen Atemschutzgerätes in Abständen
von längstens 15 Minuten überprüft.

Jeder Grubenwehrtrupp nimmt mindestens einen Sauerstoffselbstretter mit in den Einsatz.

Die Einsatzdauer für Grubenwehreinsätze mit angelegtem Regenerationsgerät beträgt im allgemeinen
zwei Stunden, beim Tragen von Flammenschutzkleidung im Allgemeinen 90 Minuten. Entsprechend
den Klimawerten im Einsatzbereich wird die Einsatzdauer gemäß den Einsatztabellen verkürzt.

In Sonderfällen kann die Einsatzdauer im Einvernehmen mit der Einsatzleitung überschritten
werden; sie ist jedoch abhängig vom Sauerstoffverbrauch der eingesetzten Grubenwehrmitglieder.

Nach jedem Einsatz wird eine Ruhepause von mindestens zwei Stunden eingelegt.

 

7.4 Einsatz ohne Atemschutzgerät

Bei einem CO-Gehalt der Wetter zwischen 30 und 50 ppm können Personen zur Sicherung
des laufenden Bergwerkbetriebes über die Zeitdauer von 8 Stunden pro Tag beschäftigt werden.
Hierbei sind, unter Beteiligung des Werksarztes, besonders gefährdete Personen von
solchen Arbeiten auszuschließen.

Bei einem CO-Gehalt der Wetter zwischen 50 und 100 ppm dürfen Personen zu Rettungs-,
Bergungs-, Brandbekämpfungs- und Sicherungsarbeiten bis 6 Stunden pro Tag eingesetzt
werden. Nicht-Grubenwehrmitglieder dürfen zur Unterstützung der Grubenwehr auf freiwilliger
Basis und in Abstimmung mit dem Werksarzt (uneingeschränkte Klimatauglichkeit muss vorliegen)
eingesetzt werden. Der Einsatz wird von einem Truppführer begleitet und überwacht.

Bei einem CO-Gehalt der Wetter von 100 bis 200 ppm werden ausschließlich Grubenwehr-
mitglieder eingesetzt. Ihre Atemschutzgeräte werden in unmittelbarer Nähe des Einsatzortes
zum Anlegen bereitgehalten. Bei diesen CO-Gehalten arbeiten die Grubenwehrmitglieder
nicht länger als 90 Minuten ununterbrochen. Auf jeden Arbeitseinsatz folgt eine wenigstens
zweistündige Pause in CO-freien Wettern. Die Gesamtdauer des Arbeitseinsatzes eines
Grubenwehrmitgliedes beträgt höchstens 4,5 Stunden pro Tag. Die 90-minütige Arbeitszeit
umfasst sowohl den An-und Abmarsch zur Einsatzstelle als auch die Verweildauer dort.
Mitgeführte Atemschutzgeräte dürfen nicht zu einer Verlängerung der 90-Minuten-Frist
genutzt werden, ausgenommen sind unvorhersehbare Ereignisse.

Der Kohlenmonoxidgehalt der Wetter ist mit mindestens einer ortsfesten, schreibenden CO-
Messeinrichtung  an nicht schwerentflammbaren nichtselbstverlöschenden Bandanlagen mit
Fernübertragung zu einer ständig besetzten Stelle zu überwachen oder - sofern eine solche
Messeinrichtung noch nicht eingebaut werden konnte - durch CO-Handmessgeräte
kontinuierlich festzustellen. Auch bei betriebener CO-Messeinrichtung sind bei CO-Gehalten
über 50 ppm CO-Handmessungen an den Arbeitsstellen durchzuführen. Die stationären
Messgeräte müssen bei Erreichen des vorgeschriebenen Grenzwertes 30 ppm Voralarm und
50 ppm ein akustisches und optisches Warnsignal auslösen. Bei CO-Gehalten zwischen 50
und 200 ppm werden zusätzlich einmal je Schicht Gasproben entnommen und auf schnellstem
Wege analysiert. Alle Personen werden über die Wirkung von CO auf den Menschen
unterwiesen. Grubenbaue, in denen der CO-Gehalt der Wetter mehr als 200 ppm beträgt,
werden nur mit angelegten Atemschutzgeräten betreten.

Der Rückmarsch nach dem Einsatz ist zu berücksichtigen.

8 Hilfeleistung

Ungeachtet der Regelungen im Hilfeleistungsplan der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
würde die Borther Grubenwehr – auf Anforderung – auf Nachbarbergwerken selbstverständlich
Hilfe leisten.

Mit den entsprechend ausgerüsteten Trupps rücken in jedem Fall ein Oberführer und ein
Gerätewart aus. Der Oberführer meldet sich in der Grubenrettungsstelle bzw. an der bei
der Alarmierung angegebenen Stelle.

Bei gleichzeitigem Einsatz mehrerer Grubenwehren auf einem Bergwerk werden die Aufgaben-
und Verantwortungsbereiche der Oberführer durch die Einsatzleitung festgelegt und gegen-
einander abgegrenzt.

Wird die Hilfe benachbarter Grubenwehren in Anspruch genommen, so werden ortskundige
Personen bereitgestellt. Hilfeleistungswehren werden vor der Anfahrt über das Ereignis und
ihre Aufgaben unterrichtet. Ersatzmannschaften und Gerätewarte werden rechtzeitig bereitgestellt.

9 Störungen / Unfälle mit Atemschutzgeräten

Bei Störungen im Einsatz, bei Übungen und bei Prüfungen oder bei Unfällen, die mit dem Benutzen
von Atemschutzgeräten ursächlich zusammenhängen können, ist grundsätzlich jede Veränderung
am Gerät einschließlich des Lösens oder Nachstellens von Verbindungen, z. B. des Atem-
anschlusses, zu vermeiden.

Der Truppführer oder Gerätewart hat, nachdem er den Atemluftvorrat abgelesen hat, die
Atemluftflasche des betreffenden Gerätes zu schließen. Der Atemanschluss ist unverändert
am Gerät zu belassen. Das Gerät ist dann durch den Oberführer unverzüglich ohne jede weitere
Veränderung der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen zur Verfügung
zu stellen. Bei CO-Filterarbeitsgeräten, und Sauerstoffselbstrettern ist sinngemäß zu verfahren.

10 Nachweisungen

Für die unter Abschnitt 3.3 vorgesehenen Untersuchungen wird die ärztliche Bescheinigung
benutzt. Nach Vordrucken der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen werden folgende
Nachweisungen geführt:

Ein Mitgliederverzeichnis wird bereitgehalten

11 Rettungswerk

Der Aufgabenbereich und die Verantwortlichkeit der an einem Rettungswerk beteiligten
Personen sind im Notfallplan festgelegt. Dieser Plan wird sinngemäß auch bei anderen
Einsätzen der Grubenwehr angewendet.

In diesem Plan werden u.a. geregelt:

  1. die Alarmierung der an einem Rettungswerk beteiligten Personen,

  2. die Sofortmaßnahmen des vorläufigen Einsatzleiters,

  3. die Aufgaben der Einsatzleitung,

  4. die Aufgaben der übrigen beteiligten Personen.

Der Notfallplan wird im Büro der Einsatzleitung, in der Grubenrettungsstelle und an sonstigen
erforderlichen Stellen verfügbar gehalten. Er wird bei Bedarf durch das Bergwerk überprüft
und aktualisiert.

12 Beteiligung der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen

Das Bergwerksunternehmen unterhält eine Hauptstelle für das Grubenrettungswesen oder ist
einer Hauptstelle für das Grubenrettungswesen angeschlossen.

Den Hauptstellen für das Grubenrettungswesen sind u.a. die folgenden Aufgaben übertragen:

  1. Beratung, Unterstützung und Mitwirkung bei Rettungswerken und Einsätzen der Grubenwehr;

  2. Beratung in Fragen der Ausrüstung und Organisation der Grubenwehren;

  3. Aufstellung des Hilfeleistungsplans bzw. des Hauptrettungsplans für Grubenwehren;

  4. Mitwirkung bei der Festlegung und Anpassung der Planstärke der Grubenwehr;

  5. Jährliche Überprüfung der Grubenwehr und der Grubenrettungsstelle (u. a. Atemschutzgeräte
    und Einrichtungen, arbeitsmedizinische Untersuchung, Übungssoll);

  6. Durchführung von Lehrgängen für Oberführer, Truppführer, Wehrmänner und Gerätewarte;

  7. Unterstützung des Oberführers bei der Ausbildung und Nachschulung der Grubenwehrmitglieder;

  8. Untersuchung von Atemschutzgeräten der Grubenwehr nach Unfällen oder Störungen;

  9. Überprüfung der Chemikal-Sauerstoffselbstretter auf Weiterverwendbarkeit;

  10. Beratung und Ausbildung im vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz.



    Anlage 1
Grundausbildung Wehrmann    
     
Ausbildungsplan    
     
Name:______________________ Grubenwehr:_______________  
     
Unterweisungsthema Unterweisung
am:

Unterschrift

Oberführer

Atmung des Menschen, schädliche Gase, Sauerstoffmangel,
Belastung im Atemschutz, Klimaeinsätze

   

Einteilung der Atemschutzgeräte, Funktion des Sauerstoffselbstretters,
Funktion des Kreislaufgerätes (BG 4)

   

Plan für das Grubenrettungswesen, Pflichten der Grubenwehrmitglieder,
Einsatzgrundsätze

   

Einsatz der Grubenwehr
Alarmierung, Ausrüstung Trupp 1 – 4

   

Messen von Gasen
elektr. Gasmessgeräte, Prüfröhrchen, Gasprobenahme für Vollanalysen

   

Grubenbrände – Ursachen, Vorbeugung und Brandbekämpfung,
Raum- und Objektinertisierung

   
Grubenbild und Wetterführung    
Wiederbelebung; Umgang mit dem Oxylator und Defibrillator    
Anlegen Sauerstoffselbstretter; Anlegen der Flammenschutzkleidung    

Gewöhnungsübung im Atemschutz
(Atemschutzmaske mit Partikelfilter)

   
Gewöhnungsübung im Kreislaufgerät (1 Stunde)    
Standardübung der Grubenwehr    

Löschübung
Schnellverschläge, Dammrohrmontage, Löschgeräte,
Löschangriff mit Wasser und Pulver

   
Theoretische Prüfung bestanden    
Dynavittest (erreichte Dynavitzahl ....................)    
Nothelferausbildung vom ..............................    
Löschhelferausbildung vom ..............................    


Anlage 2

Grubenwehrübungen

Standardübung von zwei Stunden Dauer

Standardübungen werden bei Trockentemperaturen von ca. 30 °C durchgeführt.

Die Bekleidung der Übungsteilnehmer besteht aus Frottee-Unterwäsche und
der Anzughose des Flammenschutzanzuges.

Es werden neben der Befahrung des Übungshauses 3 x 60 Schläge am Schlaggerät
gezogen und eine Ausdauerleistung von 15 Minuten (auf dem Fahrradtrainer) erbracht.

Belastungsstufen für den Ausdauerteil der Grubenwehrstandardübung
Länge des Ausdauerteils: 15 Minuten

Gewicht (kg)

Anfangsleistung
Länge 2 Min (W)

2. Stufe
Ab der 3. Min. (W)

3. Stufe
Ab der 6. Min. (W)

59 bis 62

75

95

115

63 bis 66

80

100

120

67 bis 70

85

105

125

71 bis 75

90

110

130

76 bis 79

95

115

135

80 bis 83

100

120

140

84 bis 87

105

 125

145

88 bis 91

110

130

150

92 bis 95

115

135

155

96 bis 100

120

140

 160

101 bis 105

125

145

165

105 bis 110

 130

150

170

111 bis 115

135

155

175

116 bis 120

140

160

180

Übung mit Flammenschutzkleidung

Diese Übungen werden im Rahmen und nach Maßgabe der Einsatztabelle
für Flammenschutzkleidung durchgeführt (z. B. ttr = 28 °C und tf = 20 °C
=> Übungsdauer 90 Minuten); die Übungsdauer richtet sich nach den Klimawerten
entsprechend der Einsatztabelle für Flammenschutzkleidung (Anlage 6).

Die Bekleidung der Übungsteilnehmer ist die Flammenschutzkleidung.

Während der 90-Minuten-Übung werden von jedem Übungsteilnehmer am
Schlaggerät zu Beginn 60 Schläge, in der Mitte 50 Schläge und am Ende
40 Schläge gezogen (Kraftteil) und 20 m Fahrte geklettert.

Sonstige Übungen

Bei den übrigen zweistündigen und vierstündigen Übungen im Übungsraum oder
unter Tage werden je nach Bedarf und Ausbildungsauftrag auch andere
grubenwehrbezogene Arbeiten, z. B. mit dem standortüblichen Equipment,
Retten von Verunglückten, Erste Hilfe und Wiederbelebungsarbeiten,
Errichten von Dämmen und Verschlägen und Brandbekämpfung,
Entnehmen von Brandgasproben durchgeführt.



Anlage 3

Nachschulung in der Nothilfe

Lernziele sind insbesondere

Ausbildungsdauer jährlich fünf Stunden. Abwechselnd werden entweder die
Lerninhalte der allgemeinen Nachschulung oder die der speziellen Nachschulung
vermittelt.

Lerninhalte der allgemeinen Nachschulung:

Lerninhalte der speziellen Nachschulung:

Lernmittel

Leitfaden der Nothelferausbildung der RAG oder Vergleichbares, Notfallkoffer
Bergbau 2002, Vakuummatratze-Bergbau, einheitliche Schulungsunterlagen zu
speziellen Themen.

Ausbilder

Allgemeine Nachschulung: Heilgehilfe mit Ausbilderqualifikation / ggf. Ausbilder
einer anerkannten Hilfsorganisation.



Anlage 4

Vorschriften für das Anlegen von Atemschutzgeräten

1. Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung (PSS BG 4)

Reihenfolge des Anlegevorgangs

 

2. Sauerstoffselbstretter

Anlegen im Grubenwehrtrupp bei Ausfall eines anderen Atemschutzgerätes:

Falls andere Atemschutzgeräte eingesetzt werden, sind die Mitarbeiter von der
zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, die den Einsatz begleiten,
oder von ihnen besonders unterwiesene Truppführer der Grubenwehr für das
Anlegen der Geräte verantwortlich.





Anlage 5

Regeln für das Prüfen und Warten von Geräten der Grubenwehr

1. Prüffristen und Prüfen von Atemschutzgeräten

   Atemschutzgeräte werden mit einem geeigneten Prüfgerät nach der jeweils gültigen
   Prüfanleitung der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen geprüft. Bei ordnungs-
   gemäßem Befund wird das Gerät als einsatzbereit gekennzeichnet (Datum und
   Unterschrift (Kurzzeichen) des Gerätewartes).

1.1 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung

      Prüfung (die letzte Prüfung darf nicht länger als 1 Monat zurückliegen):

Die Ergebnisse der Prüfung werden einmal im Monat in das Prüfungsbuch
eingetragen.

1.2 Sauerstoffselbstretter

Vor der Mitnahme

Jährliche Prüfung

Kontrolle der Unversehrtheit des Tragebehälters und der Plombierung

Dichtheit und Gesamtgewicht des verschlossenen Gerätes

Die Ergebnisse der jährlichen Prüfung werden in das Prüfungsbuch eingetragen.

2. Prüfen der Vollmasken

Vollmasken werden mindestens vierteljährlich, nach Einsätzen und Übungen
sowie nach Reparaturen und Wartungsarbeiten (auch nach dem Wechsel der
Sprechmembran) - entsprechend der Betriebsanleitung - mit einem Prüfgerät
auf Dichtheit geprüft.

Das Ergebnis der vierteljährlichen Prüfung wird in das Prüfungsbuch eingetragen.

3. Prüfen von automatischen Wiederbelebungsgeräten

Wiederbelebungsgeräte werden nach der jeweils gültigen Prüfanleitung der
Hauptstellen für das Grubenrettungswesen geprüft. Nach ordnungsgemäßem
Befund werden die Geräte als einsatzbereit gekennzeichnet (Datum und
Unterschrift (Kurzzeichen) des Gerätewartes). Es wird ein Prüfungsbuch geführt.

 

Wiederbelebungsgerät Oxylator FR 300/B- Bergbau:

Vor der Mitnahme

Gesamtprüfung nach starker
Beanspruchung und nach Instandsetzung
benutzter Geräte spätestens im Abstand
von zwei Monaten

Im Abstand von zwei Jahren

Kontrolle des Sauerstoffvorrats

Vollständigkeit nach Stückliste,
Sauerstoffvorrat

Sicherheitstechnische Kontrolle durch den Hersteller/ oder autorisierte Personen der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen

 

Funktion des Lungenautomaten

 

 

Dichtheit der Hoch- und Mitteldruckteile

 

 

4. Prüfen der Mess- und Hilfsgeräte

Mess- und Hilfsgeräte, die für den Einsatz der Grubenwehr bereitgehalten
werden, werden monatlich geprüft, das Ergebnis wird in einem Prüfungsbuch
eingetragen. Der Einsatz und die Überwachung von Handmessgeräten und
tragbaren Messeinrichtungen erfolgen gemäß den entsprechenden Richtlinien
der Bezirksregierung Arnsberg.

5. Überprüfen von Sauerstoffverteilern

Sämtliche Sauerstoffverteiler werden in Abständen von 6 Jahren vom Hersteller
vollständig überholt. Die Überholung wird in Listen dokumentiert.

6. Überprüfen der Membranen und Dichtungen

6.1 Sauerstoffschutzgeräte

Dichtungen und Ventile aus Gummi oder Kunststoff werden mindestens
einmal im Jahr geprüft (Alterung, Brüchigkeit, Verformung usw.). Sie werden
spätestens alle 4 Jahre ausgewechselt, sofern nicht vom Hersteller kürzere Fristen
angegeben sind.

6.2 Vollmasken für Regenerationsgeräte

Sprechmembranen, Dichtungen und Ventilscheiben werden nach jedem Einsatz
geprüft (Alterung, Brüchigkeit, Verformung usw.). Spätestens alle 6 Jahre werden
diese Teile ausgewechselt, sofern nicht vom Hersteller kürzere Fristen angegeben
sind.

7. Reinigung und Desinfektion

7.1 Atemanschlüsse (Vollmasken) für Regenerationsgeräte

Die Atemanschlüsse werden nach jeder Benutzung gereinigt und desinfiziert.
Werden mehrere Einsätze nacheinander von derselben Person durchgeführt,
kann auf die Desinfektion verzichtet werden.

Alle Atemanschlüsse werden mindestens halbjährlich gereinigt und desinfiziert.
Bei luftdicht verpackten Atemanschlüssen alle zwei Jahre.

7.2 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung

Atembeutel, Minimumventil, Entwässerungsventil, Überdruckventil, Atemluft-
kühler und Faltenschläuche mit Ein- und Ausatemventil werden nach jeder
Benutzung gereinigt und desinfiziert.

Atembeutel, Minimumventil, Entwässerungsventil, Überdruckventil, Atemluft-
kühler und Faltenschläuche mit Ein- und Ausatemventil und Faltenschläuche
werden mindestens halbjährlich gereinigt und desinfiziert.

8. Umgang mit Sauerstoff

8.1 Allgemeines

Als Sauerstoff für Atemzwecke wird ausschließlich medizinischer Sauerstoff
eingesetzt. Im Umfüllraum gilt Rauchverbot.

8.2 Räume

Alle Räume, in denen Sauerstoff umgefüllt oder gelagert wird, sind ausreichend
be- und entlüftet. Die Türen dieser Räume sind Feuer hemmend ausgeführt, nach
außen aufgehend und selbsttätig schließend.

8.3 Umfüllpumpe

Der Betrieb der Sauerstoffumfüllpumpe erfolgt nach Herstelleranweisung;
demnach wird nach 25 Betriebsstunden bzw. mindestens halbjährlich eine Wartung
durch den Hersteller oder durch autorisierte Personen der Hauptstellen für das
Grubenrettungswesen durchgeführt. Bewegliche Druckleitungen werden einmal
im Jahr durch einen Sachkundigen überprüft. Außerdem wird die Sauerstoff-
umfüllpumpe in Abständen von 4 Jahren durch einen Sachverständigen untersucht.

Sauerstoffvorratsflaschen werden in Abständen von 10 Jahren der amtlichen
Druckprobe unterzogen.

8.4 Sauerstoffflaschen der Regenerationsgeräte

Sauerstoffflaschen mit 2 l Inhalt (auch 2,5 l Inhalt Flaschen des Oxylators)
werden in Abständen von 5 Jahren amtlich geprüft. Die erfolgten Prüfungen
werden in Listen erfasst. Es werden nur solche Flaschen gefüllt, deren Prüfdatum
noch nicht abgelaufen ist. Vollständig entleerte und geprüfte Sauerstoffflaschen
werden vor dem Füllen mit Sauerstoff gespült. Der Transport von Sauerstoff-
flaschen erfolgt ausschließlich mit aufgeschraubtem Verschlussstopfen.






Grubenrettungswesen Esco Borth Tabelle Einsatzdauer



Anlage 7a

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 1

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 2

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 3

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 4

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 5

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 6

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 7



Grubenrettungsplan RAG Anlage 7b Bild 1

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7b Bild 2

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7b Bild 3

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7b Bild 4

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7b Bild 5



Grubenrettungsplan Esco Borth Anlage 8 Bild 1

Grubenrettungsplan Esco Borth Anlage 8 Bild 2

Grubenrettungsplan Esco Borth Anlage 8 Bild 3

Grubenrettungsplan Esco Borth Anlage 8 Bild 4



Anlage 9

Fitnesstest der Grubenwehr

Der Test wird im Höchstabstand von zwei Jahren an sportmedizinisch überprüften und geeigneten
Geräten durchgeführt. Es werden die Muskelgruppen Rücken, Bauch, Kniestrecker, Kniebeuger,
Schulter und Brust getestet.

Zu erreichende Mindestwerte (Drehmomente):

Anmerkung:

Die o.g. Werte wurden spezifisch an Geräten der Fa. David International Ltd., Neu-Ulm ermittelt.
Werte vergleichbarer Geräte anderer Hersteller müssen den festgelegten Mindestwerten angepasst
werden.

Beurteilung:

Je Muskelgruppe kann bei Erreichen der o. g. Mindestwerte ein Punkt erzielt werden
(insgesamt maximal 6 Punkte). Für das Bestehen des Tests werden 4 Punkte benötigt.
Wird der Test nicht bestanden, soll er nach einem Training innerhalb eines halben Jahres
wiederholt werden.

Im Rahmen des Wiederholungstests kann nach fachlichem Ermessen ggf. eine zusätzliche
Untersuchung an einem geeigneten Gerät zum Test der Rumpfmuskulatur durchgeführt und
in die Bewertung einbezogen werden.

Jedes Grubenwehrmitglied erhält eine gezielte Trainingsempfehlung und legt das Ergebnis des
Tests, ggf. auch des Wiederholungstests, bei der jeweils hierauf folgenden arbeitsmedizinischen
Untersuchung dem Arzt vor.

Ein wiederholtes Nichtbestehen des Tests ist ein Ausschlusskriterium für die Grubenwehr-
mitgliedschaft. In einem solchen Fall ist das Ergebnis dem zuständigen Arbeitsmediziner
unverzüglich vorzulegen. Grubenwehrmitglieder über 50 Jahre müssen zum Schutz ihrer
Gesundheit einmal pro Jahr einen erfolgreichen Test nachweisen.

Zusätzlich wird am Testtag ein Ausdauerleistungstest zur individuellen Trainingssteuerung
durchgeführt.