24.05.1995

31.2-2-32

Ausbildungspläne
Übersicht

A 4.1

Stand: 04.01.2012

 

Übersicht über die Ausbildungspläne, die der Bezirksregierung Arnsberg angezeigt worden sind.

Nachfolgend wird die aktualisierte Übersicht über die Ausbildungspläne veröffentlicht.
Aufgeführt sind jeweils nur die Pläne, die für alle Betriebe des Steinkohlen-, Braunkohlen- und
Nichtkohlenbergbaus Gültigkeit haben.


Steinkohlenbergbau

Lfd.Nr.

Plan

Datum

Geschäftszeichen

gefordert nach

1

Grundsätze für die Ausbildung von Fachkräften für Arbeitssicherheit (Musterplan)

26.09.1999

11.45-1-8

§ 5 Abs. 2 BVOASi

2

Lehrgangsplan für Personen, die mit der Ausbildung von Jungbergleuten beauftragt werden

11.05.1978

31.21-1-4

§ 49 Abs. 3 BVOSt

3

Plan für die Ausbildung zum Nothelfer

10.12.2003

84.12.41-6-17

§ 8 Abs. 3 BVOSt

4

Plan für die Ausbildung zum Heilgehilfen bzw. Heildiener

27.09.1999

12.41-1999-2

§ 8 Abs. 3 BVOSt

5

Plan für die Unterweisung im Gebrauch sowie für die Überwachung der Filterselbstretter im Steinkohlenbergbau (Filterselbstretter-Plan, St)

03.08.1989

12.63.1-9-1

§ 15 Abs. 10 ABBergV

6

Plan für die Unterweisung im Gebrauch für die Überwachung der Sauerstoffselbstretter im Steinkohlenbergbau (SSR-Plan)

03.05.2005

83.12.63.1-2004-1

§ 15 Abs. 10 ABBergV

7

Plan für die Ausbildung von Brand- und Explosionsschutzbeauftragten

12.07.2001

85.24.2-4-4

Richtlinien für den Brandschutz im Steinkohlenbergbau über Tage

8

Plan für die Ausbildung von Brandschutzgerätewarten

12.07.2001

85.24.2-4-4

Richtlinien für den Brandschutz im Steinkohlenbergbau über Tage

9

Plan für die Ausbildung zum Explosionssteiger

09.05.1986

18.42.6-2-8

§ 42 Abs. 2 BVOSt

10

Plan für die Ausbildung von Fördermaschinisten

24.09.1981

15.41-1-7

§ 29 Abs. 6 Nr. 4 BVOS

11

Plan für die Ausbildung zum Lokomotivführer

29.11.2002

83.16.4-2001-1

§ 44 Abs. 1 BVOSt

12

Plan für die Ausbildung und Unterweisung im Sprengwesen des Steinkohlenbergbaus

19.12.2000

17.8-2000-10

§ 5 Abs. 2 BVOSt,
§ 37 1. SprengV

13

Plan für die Ausbildung zum Staubbeauftragten

24.11.2005

84.12.21.32-2005-1

§ 7 Abs. 2 und 3 BVOSt

14

Plan für die Ausbildung von Staubmessern

24.11.2005

84.12.21.32-2005-1

§ 8 Abs. 2 und 3 GesBergV

15

Plan für die Unterweisung von Schallmessern

17.06.1999

01.31.1.4-1-10

§ 11 Abs. 4 GesBergv

16

Plan für die Ausbildung der Wettersteiger

05.05.1994

18.33.3-2-11

§ 38 Abs. 2 BVOSt

17

Plan für die Ausbildung der Wettermänner

05.05.1994

18.33.3-2-11

§ 38 Abs. 2 BVOSt

18

Plan für die Ausbildung von in Wettermesstrupps tätigen Personen

05.05.1994

18.33.3-2-11

§ 38 Abs. 2 BVOSt

19

Plan zur Ausbildung von Fahrhauern für sog. "Unternehmerfirmen"
im nordrhein-westfälischen Steinkohlenbergbau

04.01.2012

63.31.25-2012-1 § 5 Abs. 1 BVOSt

Nichtkohlenbergbau

Lfd.Nr.

Plan

Datum

Geschäftszeichen

gefordert nach

1

Plan für die Unterweisung im Gebrauch sowie für die Überwachung der Filterselbstretter (Filterselbstretter-Plan)

30.01.1974

12.63 l 22

§ 15 Abs. 10 ABBergV

2

Plan für die Ausbildung von Fördermaschinisten

24.09.1981

15.41-1-7

§ 29 Abs. 6 Nr. 4 BVOS

3

Plan für die Ausbildung und Unterweisung im Sprengwesen für den Nichtkohlenbergbau unter Tage

26.05.2003

83.17.4-2003-1

§ 11 Abs. 3 BVOESSE
§ 37 1. SprengV

4

Plan für die Ausbildung und Unterweisung im Sprengwesen für das Steinsalzbergwerk Borth unter Tage

12.12.2005

83.17.8-2005-10

§ 11 Abs. 3 BVOESSE



29.06.1999

11.45-1-8

Grundsätze für die Ausbildung von
Fachkräften für Arbeitssicherheit (Musterplan)


A 4.2

Grundsätze für die Ausbildung von Fachkräften für Arbeitssicherheit

(Musterplan)

1. Allgemeines

Bei der Aufstellung eines Planes für die Ausbildung der Fachkräfte für Arbeitssicherheit sind die
nachfolgenden Grundsätze zum Anhalt zu nehmen.

1.1 Gesetzliche Grundlagen

Aufgrund der Bergverordnung über den arbeitssicherheitlichen und den betriebsärztlichen Dienst vom
24. Oktober 1997 (BVOASi), § 3 Abs. 2 Nr. 1, sind als besondere Fachkräfte für Arbeitssicherheit
zu berufen

Die Aufgaben dieser Sicherheitsfachkräfte ergeben sich insbesondere aus § 4 Abs. 1, § 14 und
§ 15 BVOASi.

Die zur Erfüllung der arbeitssicherheitlichen Aufgaben erforderliche Fachkunde muß, abgesehen von
den in § 5 BVOASi genannten Ausnahmen, durch eine Ausbildung nach einem der zuständigen
Behörde** anzuzeigenden Plan erworben sein.

1.2 Persönliche Voraussetzungen

An der Ausbildung zur besonderen Fachkraft für Arbeitssicherheit sollen nur Personen teilnehmen, die
mindestens 2 Jahre in geeigneter Weise praktisch tätig gewesen sind und,

die eine Berufsausbildung nach Handwerksordnung oder Berufsbildungsgesetz erfolgreich
abgeschlossen haben.

1.3 Allgemeine Zielsetzung

Ziel der Ausbildung ist die Vermittlung der erforderlichen Fachkunde auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit.
Die Ausbildung soll auf die Identifikation mit der Tätigkeit als Fachkraft für Arbeitssicherheit ausgerichtet
sein und deshalb auch die Förderung von Human- und Sozialkompetenz sowie Methodenkompetenz
berücksichtigen. Die künftige Fachkraft für Arbeitssicherheit soll insbesondere lernen, wie Arbeitssysteme
zu gestalten sowie Sicherheits- und Gesundheitsschutz in die betriebliche Organisation integriert werden
können. Nach Abschluß der Ausbildung sollen die Teilnehmer in der Lage sein, die ihnen zugewiesenen
arbeitssicherheitlichen Aufgaben fachgerecht zu erfüllen.

2. Aufbau, Organisation und Inhalt der Ausbildung

2.1 Allgemeines

Die Ausbildung gliedert sich in

- Grundausbildung (Ausbildungsstufe I),
- vertiefende Ausbildung (Ausbildungsstufe II),
- bergbauspezifische Ausbildung (Ausbildungsstufe III).

Zwischen den Ausbildungsstufen II und III ist ein Praktikum durchzuführen, in dem das erworbene
Wissen in der Praxis selbständig, aufgabenorientiert und betriebsbezogen angewendet wird. Das
Praktikum sollte vorzugsweise im eigenen Betrieb durchgeführt werden; wenn dieses nicht möglich ist,
kommen hierfür auch solche Betriebe oder Organisationen in Betracht, die von der Art her vergleichbar
sind. Die Praktikumsaufgaben sollen i.d.R. innerhalb von 8 Wochen abgeschlossen werden. Die
Ausbildungsstufen I-III sind in einem zeitlichen Rahmen durchzuführen, der in der Regel 6 Wochen
nicht überschreitet, wobei die Ausbildungsstufen I und II zusammen 4-5 Wochen und die
Ausbildungsstufe III 1-2 Wochen umfassen sollen. Für die sonstigen Fachkräfte für Arbeitssicherheit,
die nicht als Fachkräfte für den gesamten Aufgabenbereich nach § 4 Abs. 1 BVOASi berufen werden,
kann die Ausbildungszeit entsprechend ihrer Aufgaben verkürzt werden. Die theoretische Ausbildung
und das Praktikum sollen innerhalb eines Zeitraums von höchstens 3 Jahren absolviert werden. Die
Themen sind den modular aufgebauten Anlagen 1 bis 3 zu entnehmen.

2.2 Grundausbildung (Ausbildungsstufe I)

In der Ausbildungsstufe I wird insbesondere Grundlagenwissen über Arbeitsschutzorganisationen und
Behörden, über arbeitsbedingte Belastungen und Gefährdungen sowie zur Gestaltung sicherheits- und
gesundheitsgerechter Arbeitssysteme vermittelt. Die Teilnehmer erwerben Verständnis für die Rolle und
das Aufgabenspektrum der Fachkräfte für Arbeitssicherheit sowie Kenntnisse über das überbetriebliche
Arbeitsschutzsystem und über das Vorschriften- und Regelwerk des Arbeitsschutzes (s. Anlage 1).

2.3 Vertiefende Ausbildung (Ausbildungsstufe II)

In der Ausbildungsstufe II wird das in der Grundausbildung erworbene Wissen zur Planung, Umsetzung
und Lösung komplexerer Aufgaben insbesondere anhand von Beispielen angewendet (s. Anlage 2).
Ausbildungsstufen I und II können direkt miteinander vernetzt sein. Im Anschluß an die Ausbildungs-
stufe II ist das i.d.R. achtwöchige Praktikum durchzuführen. Leitlinie des Praktikumsteils ist ein zeit-
gemäßes, ganzheitliches Arbeitsschutzverständnis, welches konsequent auf Prävention setzt.
Charakteristisch für diesen Ausbildungsabschnitt ist ein aufgaben- und handlungsbezogenes Lernen,
welches durch Verknüpfung von Theorie und Praxis den Erwerb fachlicher, inhaltlicher, methodischer
und betriebspraktischer Kompetenz fördert und damit zur umfassenden arbeitssicherheitlichen
Handlungskompetenz führt.

2.4 Praktikum

Die im Praktikumsteil zu bearbeitenden Aufgaben leiten von der Grundausbildung (Ausbildungsstufe I)
bzw. vertiefenden Ausbildung (Ausbildungsstufe II) auf die bergbauspezifische Ausbildung
(Ausbildungsstufe III) über. Die sich aus den Themenfeldern der Ausbildungsstufe III (s. Anlage 3)
ergebenden Praktikumsinhalte sind darauf ausgerichtet, vornehmlich das selbständige praktische
Arbeiten der einzelnen Teilnehmer bzw. kleiner Teilnehmergruppen auf der Basis des in den
Ausbildungsstufen I und II vermittelten theoretischen Wissens zu fördern. Die im Praktikum erzielten
Arbeitsergebnisse sind in der Ausbildungsstufe III von den Lehrgangsteilnehmern selbständig unter
Verwendung aktueller Präsentationstechniken vorzustellen und mit den anderen Lehrgangsteilnehmern
vertiefend zu diskutieren. Seitens der Lehrgangsleitung ist sicherzustellen, daß die Ausbildungsinhalte
der Ausbildungsstufe III durch entsprechend zu streuende Aufgabenstellungen im Praktikumsteil von
den Lehrgangsteilnehmern insgesamt abgedeckt werden.

2.5 Bergbauspezifische Ausbildung (Ausbildungsstufe III)

In der Ausbildungsstufe III werden die erforderlichen bergbauspezifischen Kenntnisse vermittelt,
wobei in der Regel auf das in den Ausbildungsstufen I und II sowie im Praktikum erworbene Wissen
aufgebaut wird. Die Ausbildungsstufe III sollte die nachgenannten 6 Themenfelder umfassen, die
entsprechend der Branchenspezifik auszufüllen sind (s. Anlage 3):

1. spezifische rechtliche Grundlagen,
2. spezifische Gefährungsfaktoren,
3. spezifische Maschinen/Geräte/Anlagen,
4. spezifische Arbeitsverfahren,
5. spezifische Arbeitsstätten und
6. spezifische personalbezogene Themen.

2.6 Sonstige Anforderungen

Dem Ausbildungsziel entsprechend sind Fachkenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, wobei
jeweils der neueste Stand der Sicherheitstechnik zugrunde zu legen ist. Um die vorgesehenen
Ausbildungsinhalte vollständig vermitteln zu können, sollen insbesondere moderne Techniken
der Wissensvermittlung (z.B. mediengestützte Lernmethoden) verstärkt eingesetzt werden.
Soweit Kenntnisse im Arbeits- und Gesundheitsschutz nachgewiesen werden können,
entscheidet die zuständige Behörde gemäß § 5 Abs. 2 zweiter Halbsatz BVOASi über eine
mögliche Anrechnung; entsprechend entscheidet die zuständige Behörde auch bei einem
Branchenwechsel einer Fachkraft für Arbeitssicherheit über den erforderlichen Umfang der
bergbauspezifischen Ausbildung. Auch externe Fachkräfte für Arbeitssicherheit in
außerbetrieblichen Diensten müssen über die erforderlichen Branchenkenntnisse verfügen.

3. Ausbildungsabschluß

Die Ausbildung ist durch eine Lernerfolgskontrolle, die sich an den Ausbildungszielen orientiert,
entweder nach den einzelnen Ausbildungsstufen oder nach der Ausbildungsstufe III abzuschließen.

4. Teilnahmebescheinigung

Über die erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildung ist zum Nachweis der erforderlichen Fachkunde
der Fachkraft für Arbeitssicherheit eine Bescheinigung auszuhändigen.

Dortmund, den 29. 06. 1999

Landesoberbergamt NRW

v o n   B a r d e l e b e n

* In den Bundesländern, in denen eine geschlechtsneutrale Formulierung gefordert ist, ist in allen
entsprechenden Fällen die Textstelle anzupassen.

** Hier ist von jedem Bundesland die jeweils zuständige Behörde (z.B. Landesoberbergamt) zu benennen.

 


Anlage 1 (zu Kapitel 2.2)

Ausbildungsstufe I

(Grundausbildung)

Lernabschnitt I:

1: Einführung in Sicherheit und Gesundheitsschutz sowie in die Aufgaben der Fachkräfte für
    Arbeitssicherheit
2: Grundlagen der Methodik aktueller Präsentationstechniken
3: Aufbau und Aufgaben der Arbeitsschutzbehörden, Berufsgenossenschaften sowie anderer inner- und
    außerbetrieblicher Arbeitsschutzorganisationen

Lernabschnitt II:

4: Grundlagen für das Entstehen und das Vermeiden von Unfällen und arbeitsbedingten Erkrankungen

Lernabschnitt III:

(Basiswissen zu Gefährdungsfaktoren und gesundheitsfördernden Faktoren)
5: Grundlagen zu gesundheitsgefährdenden und gesundheitsfördernden Faktoren
6: Mechanische Faktoren
7: Faktoren der Elektrizität
8: Klimatische und thermische Faktoren
9: Schall und Schwingungen
10: Ionisierende und nicht ionisierende Strahlung
11: Gefahrstoffe
12: Brand- und Explosionsgefahr
13: Licht und Farbe
14: Psychische Faktoren
15: Weitere Faktoren sowie multifaktorielle Gefährdungen

Lernabschnitt IV:

(Rechtliche Grundlagen zur Verantwortung sowie Leistungen der Unfallversicherungsträger)
17: Versicherungsfälle und Leistungen der Unfallversicherungsträger
18: Rechtspflichten und Rechtsfolgen

Lernabschnitt V:

19: Ermitteln und Beurteilen von Gefährdungen (Gefährdungsanalyse)

Lernabschnitt VI:

20: Ableiten und Festlegen von Zielen zur Gestaltung sicherer und gesundheitsgerechter Arbeitssysteme

Lernabschnitt VII:

(Basiswissen zur Gestaltung von sicheren und gesundheitsgerechten Arbeitssystemen)
21: Grundlagen der Arbeitssystemgestaltung
22: Anforderungen an Maschinen, Geräte und Anlagen sowie an Arbeitsverfahren
23: Anforderungen an Arbeitsstätten und Arbeitsplätze
24: Anforderungen an die Arbeitsorganisation, Arbeitsstrukturierung sowie an Arbeitszeit und
      Pausengestaltung
25: Persönliche Schutzausrüstungen
26: Grundlagen der arbeitsmedizinischen Maßnahmen und der Gesundheitsförderung im Betrieb
27: Technische, organisatorische und verhaltensbezogene Maßnahmen

Lernabschnitt VIII:

(Lösungssuche und Entscheidungshilfe)
28: Einführung in das Handeln der Fachkräfte für Arbeitssicherheit
29: Beurteilung von Maßnahmen und Mitwirkung in Entscheidungsprozessen
30: Arbeitsschutz und Wirtschaftlichkeit

Lernabschnitt IX:

(Wirkungskontrolle und Präsentation von Arbeitsschutzmaßnahmen)
31: Der Beitrag der Fachkräfte für Arbeitssicherheit bei der Durch- und Umsetzung von Maßnahmen
      sowie Wirkungskontrollen
32: Techniken und Methoden für sozialkompetentes Handeln der Fachkräfte für Arbeitssicherheit,
       insbesondere das Mitarbeitergespräch

Lernabschnitt X:

(Grundwissen zum Arbeitsschutzmanagement)
33: Integration von Sicherheit und Gesundheitsschutz in die betriebliche Organisation
34: Ausgesuchtes Beispiel für die Integration des Arbeitsschutzes in betriebliche Prozesse
      (z.B. Betriebliches Gefahrstoffmanagement)
35: Formen der Mitarbeiterbeteiligung
36: Aufgaben der Fachkräfte für Arbeitssicherheit zur Gestaltung und Entwicklung des betrieblichen
      Arbeitsschutzmanagements
37: Betriebliche Programme zum Arbeitsschutz

Lernabschnitt XI:

38: Zusammenfassung der Grundausbildung und Ausblick auf die vertiefende Ausbildung

 


Anlage 2 (zu Kapitel 2.3)

Ausbildungsstufe II

(vertiefende Ausbildung)
1: Rolle und Aufgaben der Fachkraft für Arbeitssicherheit auf konzeptionellem und planerischem Gebiet
2: Umgestaltung von Arbeitsstätten durch Veränderungen der technischen Ausstattungen (Fallstudie)
3: Sichere und gesundheitsgerechte Arbeit (Fallstudie)
4: Betriebliche Verkehrssicherheitsarbeit
5: Arbeitsschutz und Unternehmenslogistik - Ganzheitliche Problemanlayse und Lösungsansätze für
    die Berücksichtigung von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Gestaltung der Logistik
6: Die Zusammenarbeit der Fachkräfte für Arbeitssicherheit mit Führungskräften im Betrieb
7: Zusammenfassung der vertiefenden Ausbildung und Vorbereitung des Praktikums einschließlich der
    Aufgabenverteilung gemäß den Themenfeldern der Ausbildungsstufe III

 


Anlage 3 (zu Kapitel 2.4 und 2.5)

Ausbildungsstufe III

(Vermittlung der bergbauspezifischen Kenntnisse unter Einbeziehung des im Praktikum erworbenen
Wissens)

Themenfeld I:

(Spezifische rechtliche Grundlagen)

1: Aufbau und Aufgaben der Bergbehörde und der Berufsgenossenschaft(en)
2: Rechtsvorschriften für den Arbeitsschutz im Bergbau (z.B. Bundesberggesetz und Bergverordnungen)
3: Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokument (Erstellung und Fortschreibung)
4: Zusammenwirken von Betrieb und Betriebsrat mit den Fachkräften für Arbeitssicherheit
    (z.B. Betriebsverfassungsgesetz und Montanmitbestimmung)
5: Arbeitssicherheitlicher Dienst und arbeitsmedizinische Aspekte im Bergbau (z.B. BVOASi und
    GesBergV)
6: Unfallmeldewesen, computerunterstützte Arbeitsunfallanalysen (z.B. Unterlagenbergverordnung und 
    SGB VII)

Themenfeld II:

(Spezifische Gefährdungsfaktoren)

7: Bergbauspezifische Berufskrankheiten (z.B. Silikose) und Unfälle
8: Umwelteinflüsse am bergbaulichen Arbeitsplatz (z.B. Staub, Lärm, Vibration, Klima, Beleuchtung,
    Gase, Nebel, Dämpfe, gesundheitsschädliche Arbeitsstoffe)
9: Besondere Gefahren im Bergbau (z.B. Gasausbruch, Steinfall)

Themenfeld III:

(Spezifische Maschinen/Geräte/Anlagen)

10: Anforderungen an Maschinen, Geräte und Anlagen sowie die Gewinnung und den Transport im
      Bergbau (z.B. Elektro-Bergverordnung)

Themenfeld IV:

(Spezifische Arbeitsverfahren)

11: Technische und organisatorische Maßnahmen für die Arbeitssicherheit unter und über Tage
      (z.B. Flucht- und Rettungswege, Gasschutz)
12: Sicheres und gesundheitsgerechtes Arbeiten im Bergbau (z.B. Heben und Bewegen von Lasten
      in engen Räumen, Arbeiten im Schacht, Arbeiten an Böschungen)

Themenfeld V:

(Spezifische Arbeitsstätten)

13: Ergonomische Gestaltung von bergbaulichen Arbeitsplätzen (z.B. Führerstände von Fahrzeugen)
14: Anforderungen an Arbeitsplätze und Arbeitsstätten im Bergbau (z.B. Gestaltung von Bohrplätzen)

Themenfeld VI:

(Spezifische personenbezogene Themen)

15: Personenbezogene Maßnahmen der Arbeitssicherheit unter und über Tage (z.B. Zirkelarbeit,
      Unterweisungen, betriebliches Vorschlagswesen)
16: Persönliche Schutzausrüstungen im Bergbau (z.B. Filterselbstretter)



 

04.01.2012

63.31.25-2012-1

Plan zur Ausbildung von
Fahrhauern für sog . „Unternehmerfirmen"
im nordrheinwestfälischen Steinkohlenbergbau

 

A 4.2

 

Plan zur Ausbildung von Fahrhauern für sog . „Unternehmerfirmen" im
nordrhein-westfälischen Steinkohlenbergbau

 

1 . Allgemeines

Der Lehrgang läuft über 6 Wochen, aufgeteilt in drei Blöcke à 2 Wochen :

                        Block 1 :            1 . - 10. Tag (1 . + 2 . Woche)

                        Block 2:            11 . - 20. Tag (3. + 4. Woche)

                        Block 3:            21 . - 25. Tag (5 . Woche) und 26. - 30. Tag (6 . Woche).

 

Die Teilnahmevoraussetzungen sind :

Der Lehrplan beinhaltet sowohl theoretische Grundlagen in mathematischen und physikalischen
Bereichen, als auch Grundlagenvermittlung bezüglich gesetzlicher Bestimmungen und in den
bergmännischen Themen wie Wettertechnik, Lagerstättenkunde und Geologie, Ausbautechnik
usw.

Als zweiter Schwerpunkt wird Arbeits-, Gesundheitsschutz- und Umweltschutz behandelt .
Hier werden Grundlagen vermittelt und anhand von betrieblichen Situationen in Form von
Gruppenarbeiten praktische Übungen zur Umsetzung im Betrieb trainiert.

Der dritte Schwerpunkt beinhaltet Kommunikation und Gesprächsführung . Hierbei werden
die Teilnehmer einzelne Techniken kennenlernen und mit Videoaufzeichnungen zu ihren
Verbesserungspotentialen informiert.

Zur Überprüfung der Lernerfolge werden wöchentliche Lernerfolgskontrollen durchgeführt.
Diese beinhalten sowohl Multiple Choice Aufgaben als auch freie Formulierungen . Sie dienen
somit gleichzeitig auch zur Überprüfung der geforderten Deutschkenntnisse in Wort und Schrift.
Zum Abschluss findet eine Abschlussprüfung statt.

 

2. Fahrhauerlehrgang-Ablaufplan

Woche 1

 

Lfd.-Nr.

Titel

Untertitel

Stunden

 
           

Tag 1

01

Begrüßung

Information zur Ausbildung

2

 
 

 

Organisatorisches

Ablauf, Verpflegung ;
Pausen, Regeln, Fluchtwege

   
 

 

Vorstellungsrunde      
 

02

Allgemeines Vorschriftenwesen

EU-Recht, nationale Gesetzgebung,
BBergG, Verordnungen

2

 
 

03

Arbeitnehmerüberlassung, Werkvertrag

 

4

 
 

 

       

Tag 2

04

Berufsgenossenschaft

Organisation/Aufgaben

 2

 
 

05 

Bergbehörde Organisation/Aufgaben

 2

 
 

06

Brand- u . Explosionsschutz  

4

 
 

 

       

Tag 3 

07 

Bergverordnungen  

8

 

Tag 4 

 

08

Mathematische und physikalische Grundlagen

Teil 1

2

 
 

09

Energieversorgung unter Tage

 

2

 
 

10 

Maschinelle Betriebsmittel  

4

 
 

 

       

Tag 5

11

Mathematische und physikalische Grundlagen

Teil 2

2

 
 

12

Mitbestimmungsorgane  

2

 
 

13

 
Lernerfolgskontrolle

Test ; Ergebnisbesprechung

 

4

 

 

Woche 2

 

Lfd.-Nr.

Titel

Untertitel

Stunden

 
           

Tag 6

14

Mathematische und physikalische Grundlagen

Teil 3

2

 
 

15

Elektrische Betriebsmittel

 

2

 
 

16

Betriebsplanverfahren  

4

 
 

 

       

Tag 7

17

Mathematische und physikalische Grundlagen

Teil 4

 2

 
 

18

Transportmittel unter Tage  

 4

 
 

19

Knappschaftliche Rentenversicherung

 

2

 
 

 

       

Tag 8

20

Arbeits- / Gesundheitsschutz

 

6

 
 

21

Umweltschutz  

2

 
           

Tag 9

 

22

Geologie- u. Lagerstättenkunde

 

2

 
 

23

Bergmännisches Rißwesen

 

2

 
 

24

Betriebsverfassung/ Kündigungsschutz

 

4

 
 

 

       

Tag 10

04

Berufsgenossenschaft

 

2

 
 

25

Lernerfolgskontrolle

Test; Ergebnisbesprechung

4

 

 

Woche 3

 

Lfd.-Nr.

Titel

Untertitel

Stunden

 
           

Tag 11

26

Schachteinbauten

 

4

 
 

27

Seilfahrtseinrichtungen

 

4

 
 

 

       

Tag 12

28

Belastungen am Arbeitsplatz

Lärm, Vibration, Klima ;
Erkrankung / Berufskrankheit

 2

 
 

29

Wettertechnik

 

 

 6

 
 

 

       

Tag 13

30

Technische Staubbekämpfung

Arbeitseinsatzlenkung

2

 
 

 

Abbau  

2

 
   

Gebirgsmechanik;
Gebirgsdruck

Arbeiten am Kohlenstoß

2

 
    Gebirgsschläge  

2

 
           

Tag 14

 

31

Herrichten

 

2

 
    Rauben  

2

 
 

32

Gasausbruch; Maßnahmen zur Gefahrenabwehr

 

2

 
 

 

Logistik

 

2

 
 

 

       

Tag 15

33

Arbeitszeitgesetz

 

4

 
 

34

Lernerfolgskontrolle

Test; Ergebnisbesprechung

4

 

 

Woche 4

 

Lfd.-Nr.

Titel

Untertitel

Stunden

 
           

Tag 16

37

Führungsarbeit

Berichtswesen,
Betriebliche Kosten

8

 
 

 

       

Tag 17

35

Ausbautechnik

Strecken, Schächte, Sonderbauwerke

 6

 
 

36

Herstellen u. Vergüten von Stahlausbau

 

 

 2

 
 

 

       

Tag 18

38

Gefahrstoffe

Arbeitseinsatzlenkung

6

 
 

39

Strahlenschutz  

2

 
           

Tag 19

 

40

AGU-Aktionstag

Besuch der DASA mit konkreter Aufgabenstellung

8

 
 

 

       

Tag 20

41

Nachbereitung DASA

Vorstellung der Gruppenergebnisse

4

 
 

42

Lernerfolgskontrolle

Test; Ergebnisbesprechung

4

 

 

Woche 5

 

Lfd.-Nr.

Titel

Untertitel

Stunden

 
           

Tag 21

43

Sprengmittel

Sprengstoffgesetz, betriebliche Sprengarbeit

8

 
 

 

       

Tag 22

44

Verantwortung als Führungskraft

Bestellung ;
Rechte u. Pflichten

 8

 
 

 

       

Tag 23

45

Gefährdungsbeurteilungen

Grundlagen,
praktische Übung,
Betriebsanweisung,

8

 
           

Tag 24

 

46

Institut für Gefahrstoffforschung

Besuch der Sachverständigenstelle

8

 
 

 

 

 

 
   

Tag 25

47

Unterweisung

Unterweisungsleitfaden

4

 
 

48

Lernerfolgskontrolle

Test; Ergebnisbesprechung

4

 

 

Woche 6

 

Lfd.-Nr.

Titel

Untertitel

Stunden

 
           

Tag 26

49

Unterweisung

 

Techniken,
Kommunikation,
Verständniskontrolle,
praktische Übung mit Video

8

 
 

 

       

Tag 27

50

Unterweisung

s. h . Lfd. Nr. 49

 4

 
 

51

E-SGD Elektronisches AMS

4

 
 

 

       

Tag 28

52

Nothelfergrundausbildung

Rettungskonzept

8

 
 

 

       

Tag 29

 

53

Nothelfergrundausbildung

 

8

 
 

 

 

 

 
   

Tag 30

54

Abschlussprüfung

Test ; Teilnahmebescheinigung

8

 

 

 


06.10.2006

84.12.21.31-2006-1

Plan zur Ermittlung der Staubbelastung
an Arbeitsplätzen im Steinkohlenbergbau
(Staubmessplan)

A 4.4

 

An die Bergämter des Landes NRW (außer Düren)

 

"Plan zur Ermittlung der Staubbelastung an Arbeitsplätzen im Steinkohlenbergbau"
(Staubmessplan) - Stand 06/2006 -

Die Deutsche Steinkohle AG hat den o.g. Plan in seiner aktualisierten Fassung 06/2006 der
Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung Bergbau und Energie in NRW, vorgelegt.

Der Plan entspricht den Anforderungen der GesBergV und ABBergV.

Der gemäß Rundverfügung vom 14. Mai 1996 - 12.21.31-4-18 - veröffentlichte bisherige Plan
(nicht im Sammelblatt veröffentlicht) wird hiermit aufgehoben.

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW

Im Auftrag:

K i r c h n e r



D S K

 

 

Plan zur Ermittlung der
Staubbelastung an Arbeitsplätzen
im Steinkohlenbergbau

für untertägige Betriebe
gemäß GesBergV § 8 Abs. 1

für Tagesanlagen und Kokereien
gemäß ABBergV § 11 Abs. 1 Nr. 1

Stand 06/12006

BB S/SB A

 

 

Plan zur Ermittlung der Staubbelastung an Arbeitsplätzen im Steinkohlenbergbau

1 GRUNDSÄTZLICHES

2 MESSGERÄTE

3 MESSPERSONAL

4 DURCHFÜHRUNG DER MESSUNGEN

4.1 LAGE DER ORTSFESTEN MESSSTELLEN

4.1.1 Gewinnungsbetriebe

    1. Vorbelastung
    2. Strebbelastung
    3. Endbelastung 
    4. Streckenunterteilung

4.1.2 Sonderbewetterte Betriebspunkte

    1. Konventionelle Streckenvortriebe
    2. Maschinelle Vortriebe
    3. Sonstige Betriebspunkte
    4. Besondere Festlegungen

4.1.3 Andere Einstufungsbereiche unter Tage
4.1.4 Einstufungsbereiche über Tage

4.2 DAUER DER MESSUNG
4.3 ERSTMESSUNG UNTER UND ÜBER TAGE
4.4 WIEDERHOLUNG DER MESSUNGEN

4.4.1 Untertage

  1. unverzüglich, längstens innerhalb von sieben Arbeitstagen
  2. monatlich
  3. vierteljährlich
  4. halbjährlich
  5. dreijährig

4.4.2 Tagesanlagen und Kokereien

  1. unverzüglich, längstens innerhalb von sieben Arbeitstagen
  2. vierteljährlich
  3. halbjährlich
  4. jährlich

4.5 GELTUNGSZEITRAUM DER MESSUNGEN 
4.6 GRUNDSÄTZE FÜR TYNDALLOMETRISCHE MESSUNGEN

4.6.1 Betriebspunkte mit halbjährlichem /jährlichen oder dreijährigem Wiederholungstermin
4.6.2 Untertägige Betriebspunkte mit vierteljährlichem Wiederholungstermin
4.6.3 Besonderheit
4.6.4 Unterteilung untertägiger Betriebe in mehrere Einstufungsbereiche

4.7 PERSONENBEZOGENE STAUBMESSUNGEN IN UNTERTÄGIGEN BETRIEBSPUNKTEN
4.7.1 Grundsätze für den Einsatz
4.7.2 Messstrategie

5 STAUBMESSBERICHT

6 AUSWERTUNG DER PROBENAHMEN UND MESSUNGEN

6.1 GRAVIMETRISCHE MESSUNGEN
6.1.1 Ermittlung von Konzentrationswerten
6.2 AUSWERTUNG VON TYNDALLOMETRISCHEN MESSUNGEN

7 ERMITTLUNG DER PERSÖNLICHEN BELASTUNG DURCH FIBROGENE GRUBENSTÄUBE

7.1 BEI BESCHÄFTIGUNG IN EINEM EINSTUFUNGSBEREICH
7.2 BEI BESCHÄFTIGUNG IN MEHREREN EINSTUFUNGSBEREICHEN

Anlage 1: Zuordnung der Betriebspunkte zu Staubbelastungsstufen nach § 7 Abs. 1
Anlage 2: Umwandlung tyndallometrischer Werte in gravimetrische Werte
Anlage 3: Staubmessprotokoll
Anlage 4: Flözfaktor k
Anlage 5: Messstrategie bei personenbezogenen Messungen

 

1 Grundsätzliches

Dieser Plan behandelt

Er gilt nicht für Messungen im Rahmen der Gefahrstoff-Verordnung.

Die Messungen dienen,

Grundsätzlich wird die Feinstaubbelastung jedes Arbeitsplatzes ermittelt.

Für unter Tage gelten die in der Anlage 1 aufgeführten Staubbelastungsstufen. Im Folgenden wird
der Ausdruck "quarzhaltiger Feinstaub" gleichbedeutend zum Ausdruck "fibrogener Grubenstaub"
gemäß GesBergV verwendet. Dabei wird vorausgesetzt, dass im untertägigen Steinkohlenbergbau
alle luftgetragenen Stäube in diese Kategorie fallen.

Für Tagesanlagen und Kokereien, für die der "allgemeine Staubgrenzwert" gilt, werden folgende
arbeitsplatzspezifischen Grenzwerte betrachtet:

Unberührt vom arbeitsplatzspezifischen Grenzwert bleibt die Forderung gemäß § 2 Abs. 2 Satz 2
ABBergV, nach der grundsätzlich eine Verbesserung der bestehenden Arbeitsbedingungen
anzustreben ist. Der "allgemeine Staubgrenzwert" von 3 mg/m3 darf grundsätzlich nicht überschritten
werden. Eine Überschreitung ist nur zulässig, wenn die betroffenen Personen einer regelmäßigen
Untersuchung gemäß GesBergV unterzogen werden. Auf die besonderen Personengruppen gemäß
Punkt 4.4.2 b dieses Planes wird hingewiesen.

Die Auswahl von Messstellen und -geräten wird vom Staubbeauftragten/Staubschutzsteiger unter
Berücksichtigung besonderer örtlichen Gegebenheiten und Betriebsvorgänge getroffen.

Sofern nicht auf allen belegten Schichten eines Betriebspunktes, Einstufungsbereiches oder
Arbeitsplatzes Messungen gesondert durchgeführt werden, wird während der gesamten
Aufenthaltsdauer vor Ort in der Schicht gemessen, in der die höchste Staubbelastung zu erwarten ist.

Die Messstellen werden dort eingerichtet, wo erfahrungsgemäß die höchsten Feinstaubkonzentrationen
auftreten. Zur Beurteilung der Feinstaubkonzentrationen werden nur Messungen herangezogen, mit
denen alle Arbeitsvorgänge bei normalen Betriebsverhältnissen erfasst wurden, die für die Geltungs-
dauer der Messungen repräsentativ sind.

Die Messungen zur Einstufung von Betriebspunkten und Arbeitsplätzen sowie zur Bestimmung von
Mineralkomponenten werden grundsätzlich mit ortsfesten, gravimetrischen Messgeräten durchgeführt.
In besonderen Fällen kommen tyndallometrische Messgeräte oder personenbezogene Staubprobe-
nahmegeräte zum Einsatz. Die Grundsätze für die Messungen mit tyndallometrischen Geräten sind in
Abschnitt 4.6 näher beschrieben.

Besonderheiten für untertägige Betriebspunkte und Einstufungsbereiche unter Berücksichtigung der
Vorgaben der §§ 5 bis 8 GesBergV in Verbindung mit Anlage 8

Aneinandergrenzende, im gleichen Wetterstrom liegende Arbeitsplätze werden gegebenenfalls zu
einem Einstufungsbereich zusammengefasst. Diesem Bereich wird die Feinstaubkonzentration der
in Wetterrichtung gesehenen nächsten Messstelle zugeordnet.

Die Einstufungsbereiche werden im Allgemeinen durch zwei benachbarte Messstellen begrenzt, an
denen in der Regel zeitgleich gemessen wird. Abweichungen hiervon ergeben sich im Ortsbereich
sonderbewetterter Betriebspunkte.

Für bestimmte untertägige Betriebspunkte (Abbau- und Vorleistungsbetriebe) sind die Messstellen
im Abschnitt 4.1 detailliert festgelegt. Werden in Gewinnungsbetrieben oder Abbaubegleitstrecken
örtlich unterschiedliche Staubkonzentrationen ermittelt, werden diese in mehrere Einstufungsbereiche
untergliedert.

Die persönliche Staubbelastung für Personen mit Tätigkeiten in mehreren Einstufungsbereichen wird
als arithmetischer oder gewichteter Mittelwert (entsprechend § 5, Anl. 6 GesBergV) aus den
Feinstaubkonzentrationen dieser Arbeitsplätze errechnet (siehe Abschnitt 7.2). Das gleiche gilt für
Personen, für deren Aufenthaltsdauer vor Ort mehrere Messergebnisse berücksichtigt werden müssen.

Die Grenzen der Messstrategie mit ortsfesten Messungen sind erreicht, wenn innerhalb eines
untertägigen Einstufungsbereiches örtlich und zeitlich intensive Staubquellen auftreten (z. B. beim
Durchörtern von Störungen im Abbau) und es nicht möglich ist, durch Unterteilung diesen Bereich
so einzugrenzen, dass ein sicheres Belegen der sonstigen Arbeitsplätze und ein Aufrechterhalten
des Betriebes möglich ist.

Um hier das grobrasterige ortsfeste Einstufungsverfahren zu ergänzen, werden in Grenzfällen
personenbezogene Messungen vorgenommen. Hiermit wird ein zusätzlicher Einstufungsbereich
geschaffen, der auf die Person und deren Bewegungsraum begrenzt ist. Dieser Einstufungsbereich
ist als wandernde Insel im System der ortsfesten Einstufungsbereiche anzusehen. Liegt die Feinstaub-
konzentration der personenbezogenen Messung innerhalb der zulässigen Werte, können diese
Arbeitsplätze weiter belegt werden. Die Verfahrensweise für personenbezogene Staubprobenahmen
wird in Abschnitt 4.7 erläutert.

 

2 Messgeräte

Untertage:

Zur Ermittlung der Feinstaubkonzentration an den Arbeitsplätzen unter Tage werden Geräte verwendet,
deren Bauart im Sinne des § 8 Abs. 5 GesBergV allgemein zugelassen ist.

Hierzu kommen zurzeit folgende Geräte zum Einsatz:

Gravimetrische Feinstaubsammelgeräte

Tyndallometrische Feinstaubmessgeräte

Ihre Handhabung, Überwachung und Wartung ist in Bedienungsanleitungen festgelegt.
Die Verwendung weiterer Messgeräte wird als Ergänzung zu diesem Plan angezeigt.

Übertage (Tagesanlagen und Kokereien)

Neben den unter Tage eingesetzten Mess- und Probenahmegeräten können über Tage zusätzlich
alle geeigneten handelsüblichen Staubmess- und Probenahmegeräte
(z. B. Probenahmegerät GSA 5002 ex, Fa. GSA, Neuss) eingesetzt werden. Entsprechende
Festlegungen trifft der zuständige Staubbeauftragte/Staubschutzsteiger**. Die Verwendung
weiterer Messgeräte wird der zuständigen Behörde angezeigt***.


* Umrechnung von Feinstaubkonzentrationswerten zur Zeit:
   DSK Anthrazit Ibbenbüren GmbH: TBF 50 (ohne Filter) in MPG II: 1,12

   BW Saar: TBF 50 (ohne Filter) in MPG II: 1,490 c (TBF 50) - 0,032 c2 (TBF 50) + 0,266
                   TBF 50 (mit Filter) in MPG II: 1,104 c (TBF 50) - 0,012 c2 (TBF 50)

** Staubbeauftragte gemäß § 7 BVOSt bzw. Staubschutzsteiger gemäß § 29 BPVSt

*** Für Für Betriebe im Aufsichtsbereich des Oberbergamtes für das Saarland und das Land
      Rheinland-Pfalz ist eine Zulassung zu beantragen.


3 Messpersonal

Staubmessungen werden unter Tage nur von Personen (Staubmessern) vorgenommen, die nach
einem Plan* theoretisch und praktisch unterwiesen worden sind. Diese Personen sind für das
Einrichten der Messstellen und die Durchführung der Messungen zuständig. Der Ausbildungsplan
ist der zuständigen Behörde angezeigt worden.

Staubmessungen werden über Tage entweder von o. g. Staubmessern vorgenommen, die nach
Plan* theoretisch und praktisch unterwiesen worden sind oder von geeignetem Messpersonal,
dass an einer entsprechenden Ausbildung teilgenommen hat. Das Messpersonal wird im Umgang
mit neuer Mess- und Probenahmetechnik fach- und sachkundig unterwiesen und ist für das
Einrichten der Messstellen und die Durchführung der Messungen zuständig.


* Plan für die Ausbildung zum Staubmesser gemäß § 8 Abs. 3 der Gesundheitsschutz-Bergver-
   ordnung vom 31. Juli 1991  in der Fassung vom 10. August 2005.

 

4 Durchführung der Messungen

4.1 Lage der ortsfesten Messstellen

Folgende Messstellen (M) werden mindestens eingerichtet:

4.1.1 Gewinnungsbetriebe

In Gewinnungsbetrieben werden mindestens drei Messstellen zur Ermittlung der Vorbelastung (M 1),
der Strebbelastung (M 2) und der Endbelastung (M 3) eingerichtet. Die Lage der Messstellen wird
in Abhängigkeit von der Wetterrichtung festgelegt.

a Vorbelastung

Die Messstelle 1 (M 1) wird eingerichtet:

 Staubmessplan Bild 1


* Gleichlaufend: Wetter- und Förderrichtung sind gleichgerichtet
   Gegenlaufend: Wetter- und Förderrichtung  sind einander entgegengerichtet

b Strebbelastung

Die Messstelle 2 (M 2) zur Ermittlung der Strebbelastung wird ca. 15 m vor der Abwetterstrecke
im Fahrfeld eingerichtet (Bild 1 und 2); innerhalb des Strebes sind mehrere Unterteilungen möglich.
Für Streblängen > 300 m ist eine weitere Unterteilung zweckmäßig.

c Endbelastung

Die Messstelle 3 (M 3) wird in der Abwetterstrecke:

d Streckenunterteilung

Befinden sich in den Abbaustrecken weitere Staubquellen (z. B. Senk- und Baustellen, Damm-
baustoffausträge) oder erfolgt eine Wetterauffrischung/-teilung, werden gegebenenfalls zusätzliche
Messstellen im Abstand von 20 bis 30 m zu der Staubquelle bzw. vom Wetterverzweigungspunkt
durch den Staubbeauftragten/Staubschutzsteiger festgelegt.

4.1.2 Sonderbewetterte Betriebspunkte

a Konventionelle Streckenvortriebe

Die Messstelle (M) befindet sich ca. 20 - 30 m abwetterseitig von dem Frischwetter-Austritt der
Lutte, möglichst in der Mitte des Streckenquerschnittes.

 Staubmessplan Bild 3

b Maschinelle Vortriebe

In Vortrieben mit Teilschnittvortriebsmaschinen wird die Messstelle 1 (M 1) im Arbeitsbereich des
Fahrers der Vortriebsmaschine, die Messstelle 2 (M 2) ca. 40 m abwetterseitig vom Austritt der
Reinluft des Entstaubers eingerichtet (Bild 4).

Der Messwert M 1 gilt für den Vortriebsbereich bis zum Austritt der Reinluft des Entstaubers.

  Staubmessplan Bild 4

Bei Vollschnittvortriebsmaschinen wird die Messstelle 1 (M 1) im Bereich der Arbeitsbühne am
Bohrkopf, die Messstelle 2 (M 2) im Bereich des Maschinenfahrers und die Messstelle 3 (M 3)
ca. 40 m abwetterseitig vom Austritt der Reinluft des Entstaubers eingerichtet (Bild 5).
Der Messwert M 1 gilt für den Bereich zwischen Ortsbrust und Ende der Ausbaubühne.
Der Messwert M 2 umfasst den anschließenden Bereich bis zum Austritt der Reinluft des Entstaubers.

 Staubmessplan Bild 5

In Vortrieben mit Teilschnittmaschinen der neuen Generation (AVSA) wird die Messstelle 1 (M 1)
im Arbeitsbereich der Mitarbeiter der beiden vorderen Ankerbohrlafetten, die Messstelle 2 (M 2)
ca. 40 m abwetterseitig vom Austritt der Reinluft des Entstaubers eingerichtet (Bild 6).
Der Messwert M 1 gilt für den Vortriebsbereich bis zum Austritt der Reinluft des Entstaubers.

 Staubmessplan Bild 6

 

c Sonstige Betriebspunkte

Für Arbeitsplätze in anderen sonderbewetterten Betriebspunkten (z. B. Auf- und Abhauen)
gelten a) und b) entsprechend.

d Besondere Festlegungen

Befinden sich in Vortriebsstrecken weitere Staubquellen (z. B. Dammbaustoffausträge, oder Senk-
und Baustellen), so können Messstellen räumlich verlegt werden oder gegebenenfalls zusätzliche
Messstellen im Abstand von 20 bis 30 m zu den Staubquellen eingerichtet werden. Entsprechende
Festlegungen trifft der zuständige Staubbeauftragte/Staubschutzsteiger.

4.1.3 Andere Einstufungsbereiche unter Tage

Die Auswahl von Messstellen und -geräten wird vom Staubbeauftragten/Staubschutzsteiger unter
Berücksichtigung besonderer örtlicher Gegebenheiten und Betriebsvorgänge getroffen.

4.1.4 Einstufungsbereiche über Tage

Die Messstellen werden, wie unter Punkt 4.1.3 beschrieben, festgelegt.

4.2 Dauer der Messung

Die Messungen werden arbeitsschichtbezogen durchgeführt. Die Messdauer entspricht grundsätzlich
der Aufenthaltszeit der Beschäftigten vor Ort. Sie wird um max. 30 Minuten für das Auf- und
Abrüsten der Messstelle vermindert.

Bei Arbeitsvorgängen, die sich innerhalb der Aufenthaltsdauer der Beschäftigten im Betriebspunkt
bzw. am Arbeitsplatz zyklisch wiederholen, wird die Messdauer dann verkürzt, wenn alle die
Staubkonzentration beeinflussenden Arbeitsvorgänge entsprechend ihrem Zeitanteil erfasst werden.

Das gilt entsprechend für alle übrigen Messungen unter und über Tage.

4.3 Erstmessung unter und über Tage

Die erste Messung zur Ermittlung der Staubkonzentration an den Arbeitsplätzen eines Betriebes
wird innerhalb der ersten Betriebswoche durchgeführt.

4.4 Wiederholung der Messungen

4.4.1 Untertage

Die Messungen werden spätestens wiederholt:

a unverzüglich, längstens innerhalb von sieben Arbeitstagen

- In allen Betriebspunkten, die in der höchstzulässigen Staubbelastungsstufe eingestuft sind,
   nach bekannt werden des Messergebnisses,
- bei wesentlichen Änderungen der betrieblichen oder geologischen Verhältnisse oder der
   Staubbekämpfungsmaßnahmen.

b monatlich

- In Gewinnungsbetrieben sowie in den zugehörigen Abwetterstrecken während der Kohlen-
   gewinnung,
- bei maschinellem Vortrieb in Strecken, Auf- und Abhauen,
- in Raubbetrieben,
- in allen anderen Betriebspunkten, die oberhalb der Staubbelastungsstufe 1 eingestuft sind.

c vierteljährlich

- In Wetterzuführungsstrecken von Gewinnungsbetrieben mit gegenlaufender Wetterführung
   während der Kohlengewinnung,
- in Gewinnungsbetrieben und den zugehörigen Abbaustrecken außerhalb der Kohlengewinnung
- in sonderbewetterten Vortrieben und Abteufbetrieben,
- in allen Betriebspunkten, die in der Staubbelastungsstufe 1 eingestuft sind; dies gilt nicht für
  die unter b) genannten Betriebspunkte.

d halbjährlich

In allen Betriebspunkten, die in der Staubbelastungsstufe 0 eingestuft sind.
Hiervon ausgenommen sind die unter b) und c) genannten Betriebspunkte.

e dreijährig

In Betriebspunkten unter d, wenn der Unternehmer jeweils halbjährlich ermittelt und dokumentiert *,
dass aufgrund der betrieblichen Rahmenbedingungen die Staubsituation unverändert geblieben ist.

4.4.2 Tagesanlagen und Kokereien

Die Messungen werden spätestens wiederholt:

a unverzüglich, längstens innerhalb von sieben Arbeitstagen

- Bei Änderungen der technischen Einrichtungen, die zu einer Erhöhung der Staubkonzentration
   führen können, sowie bei Grenzwertüberschreitungen**.

b vierteljährlich

- An Arbeitsplätzen, bei denen die Konzentration des A-staubes £ 2 mg/m3 ist, sofern dort Personen
   der Eignungsgruppen 2.11 und 2.12 sowie unter 21 Jahren, die von Untertage nach Übertage
   verlegt worden sind, beschäftigt werden.

- Außerdem an allen übrigen staubbelasteten Arbeitsplätzen, an denen der jeweils gültige halbe
  arbeitsplatzspezifische Grenzwert ** überschritten, der arbeitsplatzspezifische Grenzwert **
  jedoch unterschritten wird.

c halbjährlich

- An allen übrigen staubbelasteten Arbeitsplätzen, an denen der jeweils gültige viertel arbeits-
   platzspezifische Grenzwert ** überschritten, der halbe arbeitsplatzspezifische Grenzwert **
   jedoch unterschritten wird.

d jährlich

- An allen übrigen staubbelasteten Arbeitsplätzen, an denen der jeweils gültige viertel arbeitsplatz-
   spezifische Grenzwert ** unterschritten wird. Wird festgestellt, dass die Schichtmittelwerte 
   langfristig nicht größer als ein viertel des jeweils gültigen arbeitsplatzspezifischen Grenzwertes **
   sind, kann auf weitere Messungen verzichtet werden.


* s. Dienstanweisung für Staubbeauftragte/Staubschutzsteiger und Staubmesser für Staubmessungen
    mit einem Wiederholungszeitraum von maximal 3 Jahren (Stand 12/2005).

** Festlegung der betrachteten arbeitsplatzspezifischen Grenzwerte: s. unter 1: Grundsätzliches


 

4.5 Geltungszeitraum der Messungen

Der Geltungszeitraum beginnt mit dem Tag der Messung und endet am Tag vor der nächsten
Wiederholungsmessung.

4.6 Grundsätze für tyndallometrische Messungen

4.6.1 Betriebspunkte mit halbjährlichem / jährlichen oder dreijährigem Wiederholungstermin

Wenn mit dem TM digital µP bzw. TM data der Wert ITM = 1,17 * nicht überschritten wird,
werden die Ergebnisse dieser Messungen zur Ermittlung der entsprechenden gravimetrischen
Feinstaubbelastung (A-Staub) der Beschäftigten an diesen Betriebspunkten verwendet. Dies gilt
sowohl für die Erst- als auch für die Wiederholungsmessungen.

In Tagesanlagen und Kokereien ist hierfür Vorraussetzung, dass sich die A-Staub-Fraktion als
Leitkomponente herausgestellt hat.

Während der Messdauer werden alle die Staubkonzentration beeinflussenden Betriebsabläufe erfasst.
Die Messdauer beträgt in einem Einstufungsbereich mindestens 15 Minuten.

4.6.2 Untertägige Betriebspunkte mit vierteljährlichem Wiederholungstermin

Wenn bei der letzten gravimetrischen Messung

4.6.3 Besonderheit

Überschreitet bei einer Wiederholungsmessung ITM den Wert 1,17, d. h. den gravimetrischen
Grenzwert von 2 mg/m3 in der A-Staub Fraktion, wird erneut eine gravimetrische und dabei
gleichzeitig eine tyndallometrische Messung durchgeführt.

4.6.4 Unterteilung untertägiger Betriebe in mehrere Einstufungsbereiche

Wenn Betriebe in mehrere Einstufungsbereiche unterteilt werden, wird:

a) an der Hauptmessstelle**, dem Messpunkt des Betriebes mit der höchsten Feinstaub-
    konzentration,- zeitgleich gravimetrisch und tyndallometrisch gemessen.

b) an der Unterteilungsmessstelle tyndallometrisch gemessen; dabei wird jeder Arbeitsvorgang,
    der die Staubkonzentration beeinflusst, mindestens während einer Zeit von 15 Minuten erfasst,
    sofern nicht über die gesamte Aufenthaltszeit vor Ort gemessen wird.


* Bei Werten von ITMM < 1,17 wird mit großer Sicherheit der Wert Cm = 2,5 mg/m3 nicht
   überschritten. Die Umrechung der ITM-Werte in gravimetrische Konzentrationswerte erfolgt
   nach Anlage 2.

** Hauptmessstelle: Messstelle mit der höchsten Staubbelastung


 

Aus den gravimetrischen und tyndallometrischen Messwerten der Hauptmessstelle wird ein
Verhältniswert Cm/ITM bzw. Cqm/ITM  gebildet. Mit diesem Verhältniswert wird der
tyndallometrische Messwert der jeweiligen Unterteilungsmessstelle in eine gravimetrische
Feinstaubkonzentration umgerechnet.

Der Rechenvorgang zur Bestimmung der mittleren über die Zeitanteile gewichteten Intensitäts-
werte ITM eines Einstufungsbereiches und der gravimetrischen Konzentration an der Unter-
teilungsmessstelle ist im Abschnitt 6.2 a) und b) beschrieben.

 

4.7 Personenbezogene Staubmessungen in untertägigen Betriebspunkten

4.7.1 Grundsätze für den Einsatz

In Fällen, in denen abzusehen ist, dass die Staubkonzentration an den ortsfesten Messstellen
nach Staubmessplan die Staubbelastungsstufe 3 erreicht oder diese überschreitet und andere
technische und organisatorische Regelungen gemäß GesBergV § 18 Abs. 3 nicht ausreichen,
können zur Ermittlung der tatsächlichen Staubbelastung der dort Beschäftigten personenbezogene
Staubmessgeräte eingesetzt werden.

Personenbezogene Staubmessungen sind zusätzliche Maßnahmen, insbesondere bei Staub-
belastungen > Stufe 3 in ansonsten ortsfesten Einstufungsbereichen.

Eine Übertragung der personenbezogenen Staubmesswerte auf ortsfeste Einstufungsbereiche oder
Personen, die nicht zu dem festgelegten Kreis gehören, wird nicht vorgenommen.

a) Der Einsatz der personenbezogenen Staubmessgeräte wird dem Bergamt im Einzelfall vom
    Bergwerk betriebsplanmäßig angezeigt.

b) Die Messung wird arbeitsschichtbezogen durchgeführt. Das Ein- und Ausschalten der Geräte
    erfolgt übertage. Für die Auswertung der Ergebnisse gilt:

                 cm = c1 bzw. cqm = cq1

    Der Schichtfaktor 0,8 gemäß Punkt 6.1.1 findet hierbei keine Anwendung.

c) Die Auswertung der Filter wird durch ein hierfür akkreditiertes Labor durchgeführt.

d) Die Messergebnisse werden den Beschäftigten nach § 5 Ab s.1 in Verbindung mit
    § 6 GesBergV zugeordnet, entsprechend dokumentiert und als personenbezogene Messung
    gekennzeichnet.

e) Die jeweiligen Messgeräteträger werden in der sicheren Handhabung des Staubmessgerätes
    unterrichtet. Ihnen wird eine Betriebsanweisung ausgehändigt.

 

4.7.2 Messstrategie

Es wird davon ausgegangen, dass der staubintensive Betriebszustand (z. B. Durchörtern von Störungen,
Mitschneiden von Bergemitteln, etc.) über einen längeren Zeitraum anhält.

Für diese Sonderfälle, für die personenbezogene Staubmessungen erforderlich werden, ist der
Personenkreis, der messtechnisch zu überwachen ist, so klein wie möglich zu halten. Es ist nur die
Belegschaft zu beschäftigen, die zur Aufrechterhaltung des Betriebes zwingend erforderlich ist.
Dies sind in der Regel 3 - 5 Personen, z. B. Strebmeister, Walzenfahrer, Schildfahrer.

Von der Staubquelle abwetterseitig beschäftigte Mitarbeiter werden während der staubintensiven
Arbeitsvorgänge in weniger belastete Bereiche evakuiert. Für diesen Personenkreis wird die
Staubbelastung durch gesonderte Einstufungsmessungen (XMPGII b) ermittelt.

a) Am ersten Einsatztag werden sämtliche, für den Betriebsablauf im Umfeld der Staubquelle
    erforderlichen Personen auf jeder Gewinnungsschicht jeweils mit einem personenbezogenen
    Messgerät ausgestattet (siehe Anlage 5: 1. Monat) und es erfolgt eine personenbezogene
    Einstufungsmessung XE.

b) Die Messergebnisse dieser personenbezogenen Messungen XE haben für den jeweiligen
    Messgeräteträger Gültigkeit bis zum Zeitpunkt einer Wiederholungsmessung, maximal jedoch
    7 Arbeitstage.

 


* An Stelle eines MPG II-Gerätes kann alternativ ein TBF 50-Gerät eingesetzt werden

 

5 Staubmessbericht

Der Staubmessbericht (Staubmessprotokoll) nach § 8 Abs. 1 Nr. 3 GesBergV wird mittels EDV
automatisch erzeugt (Anlage 3). Er enthält u.a. Angaben über Datum, Messzeit, Ort und Bezeichnung
der Messstelle, eingesetzte Messgeräte, die Ergebnisse der Staubmessungen, die Betriebsdaten und
Staubbekämpfungsmaßnahmen.

Im Staubmessprotokoll werden bemerkenswerte Besonderheiten des Betriebsablaufs sowie
geologische Einflüsse und Änderungen von Staubbekämpfungsmaßnahmen dokumentiert.

Staubmessberichte für Tagesanlagen und Kokereien werden in Analogie dazu erstellt.

 

6 Auswertung der Probenahmen und Messungen

6.1 Gravimetrische Messungen

Von den gravimetrisch gesammelten Feinstaubproben wird die Masse (m) in Milligramm des
quarzhaltigen Feinstaubes bestimmt.

Darüber hinaus wird der Quarzanteil (qc) in Massen- % im unveraschten Feinstaub bei allen
Staubproben von Messungen

ermittelt*.

Für alle übrigen Betriebsbereiche wird die Bestimmung des Quarzgehaltes bei Wiederholungs-
messungen dann nicht vorgenommen, wenn bei der Erstmessung der ITM-Wert von 1,17
(Staubstufe 0) nicht überschritten wird oder der Quarzgehalt im unveraschten Feinstaub nicht
mehr als 5 Massen- % beträgt und aufgrund unveränderter Betriebsverhältnisse ein etwa
gleicher Quarzanteil zu erwarten ist.


* Die Bestimmung der Masse und des Quarzanteils wird durch ein hierfür akkreditiertes Labor
   durchgeführt!

 

6.1.1 Ermittlung von Konzentrationswerten

Für die Ermittlung der Konzentrations- und Anteilswerte sind folgende Angaben erforderlich:

- Volumenstrom (m3/min) = Volumenstrom des Staubprobenahmegerätes

- t (min) = Dauer der Probenahme

- m (mg) = Masse des Feinstaubes

- qc (Massen -%) = Quarzanteil der unveraschten Feinstaubprobe

 
Daraus werden nach folgenden Gleichungen errechnet:

  Staubmessplan Formel 6.1.1

Der Schichtfaktor 0,8 ist das pauschalierte Verhältnis zwischen Arbeitszeit vor Ort und
achtstündiger Arbeitsschicht.

Bei personenbezogenen Messungen über die gesamte Zeit der Arbeitsschicht entsprechen die
Werte cm bzw. cqm den Werten c1 bzw. cq1 .

 

6.2 Auswertung von tyndallometrischen Messungen

a) Bei tyndallometrischen Messungen wird der mittlere Intensitätswert (Staubbelastung) eines
    Einstufungsbereiches nach folgender Gleichung errechnet:

  Staubmessplan Formel 6.2

Darin bedeuten:

ITMm = mittlerer über die Zeitanteile gewichteter Intensitätswert eines Einstufungsbereiches

I TM1  ..  ITMn = mittlerer Intensitätswert eines Arbeitsvorganges

t1 .. tn (min) = Zeitdauer eines Arbeitsvorganges

T (min)= Summe aller t 1 .. tn = Arbeitszeit vor Ort

Die den ITM- Werten entsprechenden gravimetrischen Werte sind der Anlage 2 zu entnehmen.

b) Wird durch tyndallometrische Messungen eine Unterteilung in mehrere Einstufungsbereiche
    (z. B. Streb und Abbaustrecken) vorgenommen, wird die Konzentration des quarzhaltigen
    Feinstaubes nach der Formel errechnet:

  Staubmessplan Formel 6

Darin bedeuten:

cmn (mg/m3) = Konzentration des quarzhaltigen Feinstaubes an der Unterteilungsmessstelle "n"

ITM= an der Unterteilungsmessstelle "n" gemessener Intensitätswert

cm0 (mg/m3) = Konzentration des quarzhaltigen Feinstaubes an der Hauptmessstelle "o"

ITM= an der Hauptmessstelle "o" gemessener Intensitätswert

 

Die Konzentration des Quarzfeinstaubes an der Unterteilungsmessstelle "n" wird nach der Formel

 Staubmessplan Formel 7

errechnet.

Darin bedeuten:

Cqm(mg/m3) = Konzentration des Quarzfeinstaubes an der Unterteilungsmessstelle "n"

qco (Massen-%) = Quarzanteil des unveraschten Feinstaubes an der Hauptmessstelle "o"

Die an den Unterteilungsmessstellen ermittelten Intensitätswerte ITMn werden bei zeit-anteiliger
Erfassung der einzelnen Arbeitsvorgänge entsprechend der Gleichung 5 errechnet.

 

7 Ermittlung der persönlichen Belastung durch fibrogene Grubenstäube

7.1 Bei Beschäftigung in einem Einstufungsbereich

Der persönliche Staubbelastungswert wird in Abhängigkeit von der Bewertung nach quarzhaltigem
Feinstaub bzw. Quarzfeinstaub nach folgenden Formeln berechnet:

  Staubmessplan Formel 8 und 9

 

Darin bedeuten:

EC = persönlicher Staubbelastungswert (Expositionswert) für einen bestimmten Betriebspunkt mit
        quarzhaltigem Feinstaub (£ 5 / k Massen- % Quarzanteil)

Ecq = persönlicher Staubbelastungswert (Expositionswert) für einen bestimmten Betriebspunkt mit
         Quarzfeinstaub (> 5/ k Massen- % Quarzanteil)

fc = Belastungsfaktor für quarzhaltigen Feinstaub c1 dividiert durch cG

fcq = Belastungsfaktor für Quarzfeinstaub cq1 dividiert durch cqG

cG bzw. cqG = oberer Grenzwert der Staubbelastungsstufe 1 (4 mg/m3 bzw. 0,2 mg/m3)

S = Anzahl der verfahrenen Arbeitsschichten

k = Faktor für den Flözhorizont (siehe Anlage 4)

Die Expositionswerte sind dimensionslos und können addiert werden.

 

7.2 Bei Beschäftigung in mehreren Einstufungsbereichen

Für Personen, die während ihrer Schichtzeit in mehreren Einstufungsbereichen tätig sind, werden
die Belastungsfaktoren fc bzw. fcq aller Einstufungsbereiche gemittelt und als persönlicher fc- bzw.
fcq -Wert ausgewiesen.

Diese Mittelwertbildung wird arithmetisch oder gewichtet nach folgenden Beispielen durchgeführt:

  Staubmessplan Beispiele

Der persönliche Belastungsfaktor wird auf zwei Stellen hinter dem Komma errechnet.   



Anlage 1: Zuordnung der Betriebspunkte zu Staubbelastungsstufen nach § 7 Abs. 1

 Bild Anlage 1



Anlage 2: Umwandlung tyndallometrischer Werte in gravimetrische Werte

  Bild Anlage 2

Umwandlung von tyndallometrischen Werten der Streulichtintensität I in gravimetrische
Werte cm bezogen auf die Feinstaubdefinition der MAK - Werte - Liste nach IGF 1991



Anlage 3: Staubmessprotokoll

Bild Anlage 3



Anlage 4: Flözfaktor k

Der Faktor k beträgt für Grubenstäube der Sprockhöveler, Wittener, Bochumer, unteren und
mittleren Essener Schichten bis einschließlich Flöz Zollverein 1 sowie der Kohlscheider und
Ibbenbürener Schichten 1,0,

der oberen Essener Schichten ab Flöz A, der Horster und Dorstener Schichten 0,7,

der Saarbrücker und Ottweiler Schichten 0,3,

aller Flözschichten an Bergebrechanlagen und in Gesteinsbetriebspunkten, 1,0.



Anlage 5: Messstrategie bei personenbezogenen Messungen

 Bild Anlage 5


 

 

 


15.02.2007

84.12.8-2007-1

Plan zur Ermittlung der Lärmbelastung
an Arbeitsplätzen im Steinkohlenbergbau

Plan zur Ermittlung der Schwingungsbelastung
an Arbeitsplätzen im Steinkohlenbergbau

A 4.4

 

An die Außenstellen der Bergverwaltung der Bezirksregierung Arnsberg,
Abteilung Bergbau und Energie in NRW (außer Düren)

 

Plan zur Ermittlung der Lärmbelastung an Arbeitsplätzen im Steinkohlenbergbau

Plan zur Ermittlung der Schwingungsbelastung an Arbeitsplätzen im Steinkohlenbergbau

 

Die Deutsche Steinkohle AG hat die o.g. Pläne in ihrer aktualisierten Fassung vom 01.02.2007
der Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung Bergbau und Energie in NRW, zur Kenntnisnahme
übersandt.

Die gemäß Rundverfügungen vom 19.03.1998 - 12.22.2-4-1 - nebst zugehöriger Erweiterung
vom 18.10.1999 - 12.22.2-4-2 - (Lärm), sowie vom 22.07.1992 - 12.23.13-4-11 - (Vibration)
veröffentlichten bisherigen Pläne (nicht im Sammelblatt veröffentlicht) werden hiermit aufgehoben.

 
Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag:

M i c h a e l  K i r c h n e r


 

 


D S K

Plan zur Ermittlung der Lärmbelastung an Arbeitsplätzen
im Steinkohlenbergbau

gem . § 11 der Gesundheitsschutz-Bergverordnung (GesBergV)
vom 31 . Juli 1991 in der Fassung vom 10. August 2005

01 .02 .2007

BBS/ZB3

Plan zur Ermittlung der Lärmbelastung an Arbeitsplätzen
im Steinkohlenbergbau

Inhalt

1 Ziel und Geltungsbereich

2 Zuständigkeit

3 Messpersonal

4 Begriffsbestimmungen

5 Expositionsgrenzwerte und Auslösewerte

6 Ermittlung, Messung und Beurteilung der Lärmbelastung

6.1 Ermittlung der Lärmbelastung
6.2 Lärmmessungen/Messgeräte
6.3 Teilzeiten, Messzeiten, Mittelungspegel
6.4 Ermittlungsbereich/ Messbereich, Messstellen
6.5 Beurteilung der Lärmbelastung
6.6 Ermittlungs-, Mess und Beurteilungszeiträume
6.7 Rundungsregel

7 Aufzeichnungen

Anhang A Regelungen zum Lärmschutz

Anhang B Literaturhinweise

Anhang C Abkürzungsverzeichnis für schalltechnische Mess- und Beurteilungsgrößen

 

1 Ziel und Geltungsbereich

Dieser Plan beschreibt die Ermittlung der Lärmbelastung im Sinne des § 11 Abs . 1 der
Gesundheitsschutz-Bergverordnung (GesBergV) vom 31 . Juli 1991, in der Fassung vom
10 . August 2005, für Betriebe der Deutschen Steinkohle AG (DSK), die der Bergaufsicht
unterliegen.

Dieser Plan wird auch angewendet, für Bereiche der DSK, die nicht der Bergaufsicht unterliegen.

Der Plan beschreibt darüber hinaus, wie die erforderlichen Ermittlungen und /oder Messungen
und Bewertungen der Lärmbelastungen in angemessenen Zeitabständen sachkundig geplant und
durchgeführt werden. Hinsichtlich der befähigten Dienste oder Personen wird insbesondere
Artikel 7 der Richtlinie 89/391 EWG berücksichtigt.

Die nach diesem Plan ermittelten Lärmbelastungen sind Grundlage der Gefährdungsbeurteilung
im Sinne des § 3 der Allgemeinen Bundesbergverordnung (ABBergV) vom 23 . Oktober 1995
in der Fassung vom 10 . August 2005.

Die nach diesem Plan ermittelten Daten werden ebenso verwendet, um der Meldeverpflichtung
nach § 9 Nr. 1 d  Unterlagen-Bergverordnung vom 11 .November 1982 nachzukommen.

Bezüglich der allgemeinen Grundlagen sowie der weitergehenden Erklärungen von schall-
technischen Begriffen wird zur Information auf die einschlägigen Regelungen zum Lärmschutz
(siehe Anhang A) sowie auf Literatur und Informationsschriften verschiedener Gremien
(siehe Anhang B) hingewiesen.

 

2 Zuständigkeit

Die erforderlichen Maßnahmen zur Ermittlung der Lärmbelastung trifft die beauftragte Abteilung
des Betriebes in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Servicebereich.

Die mit der Ermittlung der Lärmbelastung beauftragte Abteilung stellt die ermittelten Werte der
jeweils zuständigen verantwortlichen Person des Betriebes, zur Erstellung des Sicherheits- und
Gesundheitsschutzdokumentes (SGD) nach § 3 ABBergV, schnellstmöglich zur Verfügung.

Darüber hinaus haben die mit der Ermittlung der Lärmbelastung beauftragte Abteilung sowie der
zuständige Servicebereich, die verantwortlichen Personen des Betriebes bei der Durchführung
erforderlicher Maßnahmen nach den § 2 und 3 der ABBergV zur Verringerung der Exposition
zu beraten und zu unterstützen.

 

3 Messpersonal

Die Ermittlung der Lärmbelastung einschließlich der ggf. erforderlichen Lärmmessungen setzt
entsprechende Kenntnisse und Fertigkeiten voraus. Mit diesen Aufgaben werden nur Personen
beauftragt, die hierfür theoretisch und praktisch ausgebildet worden sind. Darüber hinaus findet
eine regelmäßige Weiterqualifizierung statt.

Gegebenenfalls können auch Messungen von einer anerkannten sachverständigen Stelle
durchgeführt werden.

 

4 Begriffsbestimmungen

Mit Anhang C ist ein Abkürzungsverzeichnis für schalltechnische Mess- und Beurteilungsgrößen
beigefügt .

 

5 Expositionsgrenzwerte und Auslösewerte

Nach GesBergV §11 Abs . 2 gelten folgende Expositionsgrenzwerte und Auslösewerte in Bezug
auf die Tages-Lärmexpositionspegel und die Spitzenschalldruckpegel :

 

6 Ermittlung, Messung und Beurteilung der Lärmbelastung

6.1 Ermittlung der Lärmbelastung

Zur Ermittlung der Lärmbelastung und Beurteilung der Gefährdung können vorliegende Ergebnisse
von Messungen, Ergebnisse von Messungen in vergleichbaren Betriebsbereichen, oder die
einschlägigen Angaben der Hersteller und Inverkehrbringer von Arbeitsmitteln zugrunde gelegt
werden.

Die verwendeten Beurteilungsmethoden und Messverfahren müssen geeignet sein, das Überschreiten
von Auslösewerten und Expositionsgrenzwerten festzustellen; das gilt insbesondere hinsichtlich
des Umfangs von Stichproben.

Sind die Lärmeinwirkungen nicht an allen Arbeitstagen gleich, wird anhand geeigneter Unterlagen
(Betriebsstudien, Berichte von Grubenwarten und Beobachtungen) ein repräsentativer Arbeitstag
mit durchschnittlichen Maschinenlaufzeiten und Aufenthaltszeiten gebildet.

Bei kürzeren Beurteilungszeiten als 480 min. wird zur Ermittlung des Tages-Lärmexpositionspegels
die nicht erfasste Zeit auf 480 min. ergänzt und mit einen Pegeleintrag von 75 dB(A) berücksichtigt.

 

6.2 Lärmmessungen / Messgeräte

Lärmmessungen sind erforderlich, wenn die verfügbaren Informationen zur Beurteilung der
Gefährdung, z.B. aus Betriebsstudien, aus früheren Messungen oder die aus einschlägigen Angaben
der Hersteller und Inverkehrbringer von Arbeitsmitteln entnehmbar sind, nicht ausreichen.

Sofern Messungen zur Ermittlung von Tages-Lärmexpositionspegeln notwendig sind, werden sie
bei normalem Betriebsablauf durchgeführt.

Messgeräte

Zur Messung von Lärmexpositionspegeln werden nur geeignete, den vorherrschenden Bedingungen
angepasste und dem Stand der Technik entsprechende Schallpegelmessgeräte eingesetzt.

Zu Beginn und am Ende eines jeden Messtages werden die Messgeräte kalibriert. Beim Umgang
mit den Geräten werden die Vorgaben der jeweiligen Hersteller beachtet; dies gilt insbesondere
bei der Berücksichtigung der explosionsfähigen Atmosphäre.

Wahl der Anzeigeart

Schallpegelmessungen werden in der Anzeigeart „FAST' durchgeführt.

 

6.3 Teilzeiten, Messzeiten, Mittlungspegel

Geräuscheinwirkungen während einer Schicht sind selten völlig gleich bleibend.
Zur Ermittlung des Tages-Lärmexpositionspegels ist es jedoch nur in Ausnahmefällen erforderlich,
über den ganzen Beurteilungszeitraum (Schichtzeit) zu messen. Der Expositionszeitraum kann in
Teilzeiten (Ti) bezogen auf die verschiedenen Arbeitsvorgänge, aufgeteilt werden. Innerhalb jeder
Teilzeit genügen repräsentative Stichprobenmessungen von kurzer Dauer (Messabschnitte mit der
Messzeit (ti)). Die Dauer der Messzeit richtet sich nach der Regelmäßigkeit des Schallpegelverlaufs
innerhalb der Teilzeit. Sie erfasst das Geräusch, das für den Arbeitsplatz längerfristig typisch ist.
Bei periodischen Geräuschabläufen erstreckt sich die Messzeit mindestens über einen typischen
Geräuschzyklus.

Der Tageslärmexpositionspegel L EX, 8h für den Tag T r = 480 min. ergibt sich aus den energie-
äquivalenten Dauerschallpegel L eq ,i in dB(A) und den zugehörigen Teilzeiten Ti gemäß
folgender Formel :

 Lärm 6.3 Formel 1

Schwanken die Tageswerte erheblich, so dass kein repräsentativer Tag zu erkennen ist, kann
der wöchentliche Mittelwert als Lärmexpositionspegel L EX, 8h für die weitere Beurteilung
usw. herangezogen werden. Dieser wird gemäß folgender Gleichung berechnet :

 Lärm 6.3 Formel 2

Dabei sind L EX,8h,k die Werte für jeden der Arbeitstage k der betreffenden Woche.

Die Mittelungspegel ergeben unter Berücksichtigung der zugehörigen Teilzeiten den Tages-Lärm-
expositionspegel der Schicht.
Die Zusammenstellung der Teilzeiten, der Mittelungspegel und der übrigen zur Ermittlung des
Tages-Lärmexpositionspegels erforderlichen Angaben sowie die Berechnungen erfolgen EDV-gestützt.

 

6.4 Ermittlungsbereich / Messbereich, Messstellen

Unter Ermittlungsbereich / Messbereich wird der einzumessende Arbeitsbereich/Arbeitsplatz der
Beschäftigten verstanden. Je nach Ausdehnung des Arbeitsbereiches/ -platzes und der
Verschiedenartigkeit der Geräuschquellen können eine oder mehrere Ermittlungsstellen zur
Ermittlung der Lärmbelastung eingerichtet werden (z.B. für Handwerker, Aufsichtspersonen).
Die jeweiligen Stellen werden so gewählt, dass die typischen Geräuscheinwirkungen des
Arbeitsbereiches/Arbeitsplatzes erfasst werden.

Die personenbezogene Zuordnung der Lärmdaten erfolgt unter Berücksichtigung der persönlichen
Expositionszeiten im EDV-System EH&S .

 

6.5 Beurteilung der Lärmbelastung

Gemäß GesBergV §11 ergeben sich folgende Aufgaben :

  1. Grundsätzliche Aufgaben
     
    Der Unternehmer darf Personen mit Tätigkeiten, bei denen diese einer Gefährdung ihrer
    Sicherheit und Gesundheit, insbesondere des Gehörs, durch Einwirkung von Lärm ausgesetzt
    sind oder ausgesetzt sein können, nur beschäftigen, wenn er die Lärmbelastung ermittelt und
    die Gefährdung einer Beurteilung unterzogen hat .
     
    Bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung nach § 3 der Allgemeinen Bundesberg-
    verordnung sind zusätzlich insbesondere folgende Gesichtspunkte zu beachten :
     
    1 . Ausmaß, Art und Dauer der Exposition, einschließlich der Exposition gegenüber 
         impulsförmigem Schall,
     
    2. die Wechselwirkung mit anderen belastenden Faktoren,
     
    3. die indirekten Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit der beschäftigten Personen
        durch Wechselwirkungen zwischen Lärm und Warnsignalen oder anderen Geräuschen, die
        beachtet werden müssen, um die Unfallgefahr zu verringern .
     
    Der Unternehmer ist verpflichtet, durch technische und organisatorische Maßnahmen die
    Gefährdung durch Lärm so gering wie möglich zu halten .
     
    Dies bedeutet : Jeder Arbeitsplatz ist zu beurteilen!
      
  2. Aufgaben bei Überschreiten eines der unteren Auslösewerte :
     
    Der Unternehmer hat bei Überschreiten eines der in Punkt 5 dieses Planes genannten
    unteren Auslösewerte den beschäftigten Personen Gehörschutzmittel zur Verfügung zu
    stellen, die für sie geeignet und den betrieblichen Gegebenheiten angepasst sind.
     
  3. Aufgaben bei Überschreiten eines der oberen Auslösewerte :
     
    Bei Erreichen und Überschreiten eines der in Punkt 5 dieses Planes genannten oberen
    Auslösewerte haben die Beschäftigten den geeigneten Gehörschutz zu verwenden.
     
    Darüber hinaus sind bei Überschreiten eines der oberen Auslösewerte Maßnahmen nach
    § 2 der Allgemeinen Bundesbergverordnung zur Verringerung der Exposition zu treffen
    und dabei zusätzlich insbesondere folgende Gesichtspunkte zu beachten :
     
    1 . alternative Arbeitsverfahren, welche die Notwendigkeit einer Exposition gegenüber
         Lärm verringern,
     
    2 . technische Maßnahmen,
     
    3 . raumakustische Maßnahmen zur Verminderung der Schallausbreitung in Arbeitsräumen,
     
    4 . organisatorische Maßnahmen,
     
    5 . Verfügbarkeit und Verwendung von Gehörschutz unter Berücksichtigung der Nach-
         rangigkeit individueller Schutzmaßnahmen nach § 2 Abs . 4 Nr. 6 der Allgemeinen
         Bundesbergverordnung,
     
    6. Kennzeichnung der Lärmbereiche, soweit es die betrieblichen Gegebenheiten ermöglichen
        und es zum Schutz der beschäftigten Personen erforderlich ist.
     
    Grundsätzlich gilt für die Rangfolge der Schutzmaßnahmen folgendes :

    technische vor organisatorischen vor persönlichen Maßnahmen!
     
  4. Aufgaben bei Überschreiten eines der Expositionsgrenzwerte
     
    Die in Punkt 5 dieses Planes genannten Expositionsgrenzwerte dürfen nicht überschritten werden.
    Wird trotz der getroffenen Maßnahmen eine Überschreitung festgestellt, so hat der Unternehmer
    unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um die Einwirkungen auf ein Maß unterhalb der
    Expositionsgrenzwerte zu verringern. Er hat die Ursachen der Überschreitung zu ermitteln und
    die Maßnahmen nach Punkt 6.5 Abschnitt C dieses Planes unter Hinzuziehung der sachver-
    ständigen Stelle (BB S) anzupassen, um ein erneutes Überschreiten der Expositionsgrenzwerte
    zu verhindern.

 

6.6 Ermittlungs-, Mess- und Beurteilungszeiträume

Die Ermittlung der Lärmbelastung und Beurteilung der Gefährdung im Sinne des § 11 Abs . 1
GesBergV erfolgt :

 

6.7 Rundungsregel

Die Tages-Lärmexpositionspegel werden in gerundeten Zahlen angegeben :

Beispiel : 86,5 dB(A) = 87 dB(A)
              86,4 dB(A) = 86 dB(A)

 

7. Aufzeichnungen

Alle durchgeführten Ermittlungen/Messungen werden im EDV-System SAP EH&S dokumentiert.
Die Aufzeichnungen werden mindestens 15 Jahre aufbewahrt .



Anhang A

Regelungen zum Lärmschutz

  1. Bergverordnung zum gesundheitlichen Schutz der Beschäftigten
    (Gesundheitsschutz-Bergverordnung - GesBergV) vom 31 . Juli 1991 in der Fassung
    vom 10. August 2005.
     
  2. VDI 2058, Blatt 2, Beurteilung von Lärm hinsichtlich Gehörgefährdung.
     
  3. VDI 2058 Blatt 3, Beurteilung von Lärm am Arbeitsplatz unter Berücksichtigung unter-
    schiedlicher Tätigkeiten.
  4. DIN 45641, Mittelung von Schallpegeln.
     
  5. DIN 45645-2, Ermittlung von Tageslärmexpositionspegeln aus Messungen.
    Teil 2 : Geräuschimmissionen am Arbeitsplatz.
     
  6. Richtlinie 2003/10/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 06. Februar 2003
    über die Mindestvorschriften zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer
    vor der Gefährdung durch physikalische Einwirkungen (Lärm).



Anhang B

Literaturhinweise

  1. Schalltechnisches Taschenbuch,
    Helmut Schmidt, VDI-Verlag, Düsseldorf
     
  2. Arbeitwissenschaftliche Erkenntnisse - Forschungsergebnisse für die Praxis,
    Bundesanstalt für Arbeitsschutz, Dortmund
     
  3. Zeitschrift für Lärmbekämpfung,
    Deutscher Arbeitsring für Lärmbekämpfung (DAL),
    Springer Verlag, Berlin
     
  4. Lärmminderung an Arbeitsplätzen,
    Christ / Fischer, Erich Schmidt Verlag, Bielefeld
     
  5. BIA-Handbuch - Ergänzende Sammlung der Sicherheitsdaten,
    Informations- und Arbeitsblätter für die betriebliche Praxis,
    Erich Schmidt Verlag, Bielefeld
     
  6. Informationsschriften "Lärm",
    Bergbau-Berufsgenossenschaften, Bochum
     
  7. 0 Dezibel + 0 Dezibel = 3 Dezibel
    Institut für Lärmbekämpfung des Hauptverbandes der gewerblichen Berufs-
    genossenschaften e.V.,
    Hoffmann / von Lüpke, Erich Schmidt Verlag, Bielefeld



Anhang C

Abkürzungsverzeichnis für schalltechnische Mess- und Beurteilungsgrößen

Formelzeichen Mess- und Beurteilungsgrößen

 KI

Zuschlag für Impulshaltigkeit

 LA, (LPA)

Schalldruckpegel (sound pressure level) gemessen mit der Frequenz-
bewertung A in Dezibel, abgekürzt dB*), auch Schallpegel genannt

 LAF

Schalldruckpegel, gemessen mit der Frequenzbewertung A und der
Zeitbewertung Fast = Schnell

 LAeq

Äquivalenter Dauerschallpegel (= LAFeq)

 LAFeq

Äquivalenter Dauerschallpegel von LAF(t) (= Mittelungspegel LAFm)

 LAleq

Äquivalenter Dauerschallpegel von LAI(t) (= Mittelungspegel LAIm)

 LAFmax

Maximaler Schalldruckpegel, gemessen mit der Frequenz-
bewertung A und der Zeitbewertung Fast (= Schnell)

 LLin

Linearer (ohne Frequenzbewertung gemessener) Schalldruckpegel

Lpeak

Höchstwert des nicht bewerteten Schalldruckpegels
(= Spitzenwert des Schalldruckpegels)

Lm Mittelungspegel
LEX, 8h 8-Stunden-Tageslärmexpositionspegel
LEX, 8h

Wochenlärmexpositionspegel als wöchentlicher Mittelwert

H, M, L

Frequenzabhängige Schalldämmungswerte von Gehörschutz
(H = high, M = medium, L = low)

L'

Am Ohr wirksamer Schalldruckpegel unter dem Gehörschutz

L'A

Am Ohr wirksamer A-bewerteter Schalldruckpegel

L'Aeq

Am Ohr wirksamer A-bewerteter äquivalenter Dauerschallpegel

L' Ex, 8h

L'Aeq ermittelt als Mittelungspegel einer 8-stündigen Arbeitsschicht

L'peak

Am Ohr wirksamer Höchstwert (= Spitzenwert) des Schalldruckpegels

Lc

Schalldruckpegel, gemessen mit der Frequenzbewertung C

LCFmax

Maximaler Schalldruckpegel, gemessen mit der Frequenzbewertung C
und der Zeitbewertung Fast (= Schnell)

Lmi Mittlungspegel für die Teilzeit Ti
Ti Teilzeit
Tr Beurteilungszeit 8h

*) A-bewertete Schalldruckpegel, gemessen in Dezibel, im Text ohne Formelzeichen mit Index A,
    werden dB(A) abgekürzt.



D S K 

Plan zur Ermittlung der Schwingungsbelastung
an Arbeitsplätzen im Steinkohlenbergbau

gem . § 12 der Gesundheitsschutz Bergverordnung (GesBergV)
vom 31 . Juli 1991 in der Fassung vom 10 . August 2005

01 .02 .2007

BBS/ZB3

Plan zur Ermittlung der Schwingungsbelastung
an Arbeitsplätzen im 
Steinkohlenbergbau

Inhalt                                   

1 Ziel und Geltungsbereich

2 Zuständigkeit

3 Messpersonal

4 Begriffsbestimmungen

5 Expositionsgrenzwerte und Auslösewerte

5.1 Hand-Arm-Vibrationen
5.2 Ganzkörper-Vibrationen

6 Ermittlung, Messung und Beurteilung der mechanischen Schwingungsbelastung

6.1 Ermittlung der Schwingungsbelastung
6.2 Schwingungsmessungen/Messgeräte
6.3 Teilzeiten/Messzeiten
6.4 Ermittlungsbereich, Messstellen
6.5 Beurteilung der Schwingungsbelastung
6.6 Ermittlungs- Mess- und Beurteilungszeiträume

7 Aufzeichnungen

Anhang A Regelungen zum Schwingungsschutz, Literaturhinweise

Anhang B Definition und Bewertung : Vibrationsgrößen

Anhang C Formelzeichen

1 Ziel und Geltungsbereich

Dieser Plan beschreibt die Ermittlung der Schwingungsbelastung im Sinne des § 12 Abs . 1
der Gesundheitsschutz-Bergverordnung (GesBergV) vom 31 . Juli 1991, in der Fassung
vom 10 . August 2005, für Betriebe der Deutschen Steinkohle AG (DSK), die der
Bergaufsicht unterliegen.
Dieser Plan wird auch angewendet, für Betriebe der DSK, die nicht der Bergaufsicht unterliegen.

Der Plan beschreibt darüber hinaus, wie die erforderlichen Ermittlungen, und/oder Messungen
und Bewertungen der mechanischen Schwingungsbelastungen in angemessenen Zeitabständen
sachkundig geplant und durchgeführt werden . Hinsichtlich der befähigten Dienste oder
Personen wird insbesondere Artikel 7 der Richtlinie 89/391 EWG berücksichtigt.

Die nach diesem Plan ermittelten Schwingungsbelastungen sind Grundlage der Gefährdungs-
beurteilung im Sinne des § 3 der Allgemeinen Bundesbergverordnung (ABBergV) vom
23. Oktober 1995 in der Fassung vom 10. August 2005.

Bezüglich der allgemeinen Grundlagen sowie der weitergehenden Erklärungen von
schwingungstechnischen Begriffen wird zur Information auf die einschlägigen Regelungen
zur Schwingungsmessung und -beurteilung sowie zum Schwingungsschutz hingewiesen (Anhang A).

2 Zuständigkeit

Die erforderlichen Maßnahmen zur Ermittlung der mechanischen Schwingungsbelastung trifft
die beauftragte Abteilung des Betriebes in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Servicebereich.

Die mit der Ermittlung der Schwingungsbelastung beauftragte Abteilung stellt die ermittelten Werte
der jeweils zuständigen verantwortlichen Person des Betriebes, zur Erstellung des Sicherheits- und
Gesundheitsschutzdokumentes (SGD) nach § 3 ABBergV, schnellstmöglich zur Verfügung.

Darüber hinaus haben die mit der Ermittlung der Schwingungsbelastung beauftragte Abteilung
sowie der zuständige Servicebereich, die verantwortlichen Personen des Betriebes bei der
Durchführung erforderlicher Maßnahmen nach den § 2 und 3 der ABBergV zur Verringerung
der Exposition zu beraten und zu unterstützen.

3 Messpersonal

Die Ermittlung der Schwingungsbelastung einschließlich der ggf . erforderlichen Schwingungs-
messungen setzen entsprechende Kenntnisse und Fertigkeiten voraus . Mit diesen Aufgaben
werden nur Personen beauftragt, die hierfür theoretisch und praktisch unterwiesen worden sind.
Darüber hinaus findet eine regelmäßige Weiterqualifizierung statt.

Gegebenenfalls können auch Messungen von einer anerkannten sachverständigen Stelle durch-
geführt werden.

4  Begriffbestimmungen

Die Begriffe „Vibrationen", „mechanische Schwingungen" und „Erschütterungen" werden als
inhaltsgleich verwendet.

5 Expositionsgrenzwerte und Auslösewerte

5.1 Mechanische Hand-Arm-Schwingungen

5.2 Mechanische Ganzkörper-Schwingungen

6 Ermittlung, Messung und Beurteilung der mechanischen Schwingungsbelastung

6.1 Ermittlung der Schwingungsbelastung

Bei der Ermittlung der Schwingungsbelastung sind jeweils Hand-Arm-Schwingungen und
Ganzkörper-Schwingungen getrennt zu erfassen.

Zur Ermittlung der Schwingungsbelastung und Beurteilung der Gefährdung können vorliegende
Ergebnisse von Messungen, Ergebnisse von Ermittlungen/Messungen in vergleichbaren
Betriebsbereichen und die einschlägigen Angaben der Hersteller und Inverkehrbringer von
Arbeitsmitteln zugrunde gelegt werden.

Die verwendeten Beurteilungsmethoden und Messverfahren müssen geeignet sein, das
Überschreiten von Auslösewerten und Expositionsgrenzwerten festzustellen; das gilt auch
hinsichtlich des Umfangs von Stichproben.

Sind die Schwingungseinwirkungen erheblichen Schwankungen unterworfen und nicht an allen
Arbeitstagen gleich, wird anhand geeigneter Unterlagen (Betriebsstudien, Berichte von Gruben-
warten und Beobachtungen) ein repräsentativer Arbeitstag mit durchschnittlichen Belastungszeiten
(Expositionszeiten) gebildet.

6.2 Schwingungsmessungen / Messgeräte

Schwingungsmessungen sind erforderlich, wenn die verfügbaren Informationen zur Beurteilung
der Gefährdung, z.B. aus Betriebsstudien, aus früheren Messungen oder die aus einschlägigen
Angaben der Hersteller und Inverkehrbringer von Arbeitsmitteln entnehmbar sind, nicht ausreichen.

Sofern Messungen zur Ermittlung von Tages-Beurteilungsbeschleunigungen notwendig sind,
werden sie bei normalem Betriebsablauf unter üblichen Expositionsbedingungen durchgeführt.

Messgeräte

Zur Messung von mechanischen Schwingungen werden nur geeignete, den vorherrschenden
Bedingungen angepasste und dem Stand der Technik entsprechende Messgeräte eingesetzt.

6.3 Teilzeiten, Messzeiten

Schwingungen während einer Schicht sind selten völlig gleich bleibend . Daher wird die
Beurteilungsdauer T r in Teilzeiten T e - bezogen auf die jeweiligen Einzelbelastungen a w,i
aufgegliedert. Innerhalb jeder Teilzeit werden repräsentative Stichprobenmessungen von
verhältnismäßig kurzer Dauer durchgeführt. Die Dauer der Messzeit richtet sich nach der
Regelmäßigkeit des Schwingungsverlaufes innerhalb der Teilzeit. Sie erfasst die Schwingungen,
die für den Arbeitsbereich längerfristig typisch sind. Bei periodischen Schwingungsabläufen
erstreckt sich die Messzeit mindestens über einen typischen Schwingungszyklus. Nur in
Ausnahmefällen wird die gesamte Beurteilungsdauer gemessen.

6.4 Ermittlungsbereich, Messstellen

Die Festlegung der Messstelle/n erfolgt in Abhängigkeit von der Tätigkeit und der Verschieden-
artigkeit der Schwingungsquellen. Die jeweiligen Messstellen und die Art der Ankopplung der
Sensoren werden so gewählt, dass die typischen Schwingungseinwirkungen im Arbeitsbereich
erfasst werden. Unter Arbeitsbereich ist z.B. der Aufenthaltsort in einer schwingungsbelasteten
Umgebung auf einem Arbeitsgerät (z.B. Gabelstapler auf einem Platzbetrieb) und/oder bei
dessen Handhabung zu verstehen.

6.5 Beurteilung der Schwingungsbelastung

Gemäß GesBergV §12 ergeben sich folgende Aufgaben :

  1. Grundsätzliche Aufgaben
     
    Der Unternehmer darf Personen mit Tätigkeiten, bei denen diese einer Gefährdung
    ihrer Sicherheit und Gesundheit durch Einwirkung von mechanischen Schwingungen
    ausgesetzt sind oder ausgesetzt sein können, nur beschäftigen, wenn er die
    mechanische Schwingungsbelastung ermittelt und die Gefährdung einer Beurteilung
    unterzogen hat.
     
    Bei der Durchführung der Gefährdungsbeurteilung nach § 3 der Allgemeinen Bundes-
    bergverordnung sind zusätzlich insbesondere folgende Gesichtspunkte zu beachten :
     
    1. Ausmaß, Art und Dauer der Exposition, einschließlich der Exposition gegenüber
        intermittierenden mechanischen Schwingungen und wiederholten Erschütterungen,
     
    2. die Wechselwirkung mit anderen belastenden Faktoren,
     
    3. die indirekten Auswirkungen auf die Gesundheit und Sicherheit der beschäftigten
        Personen durch Wechselwirkungen zwischen mechanischen Schwingungen und
        dem Arbeitsplatz oder anderen Arbeitsmitteln.
     
    Der Unternehmer ist verpflichtet, durch technische und organisatorische Maßnahmen
    die Gefährdung durch mechanische Schwingungen so gering wie möglich zu halten.
     
    Dies bedeutet : Jeder Arbeitsplatz ist zu beurteilen!
     

  2. Aufgaben bei Überschreiten eines der unteren Auslösewerte :
     
    Der Unternehmer hat bei Überschreiten eines der Auslösewerte nach Punkt 5
    dieses Planes Maßnahmen nach § 2 der Allgemeinen Bundesbergverordnung
    zur Verringerung der Gefährdung zu treffen und dabei zusätzlich insbesondere
    folgende Gesichtspunkte zu beachten :
     
    1. alternative Arbeitsverfahren, welche die Notwendigkeit einer Exposition gegenüber
        mechanischen Schwingungen verringern,
     
    2. technische Maßnahmen der Schwingungsminderung, insbesondere zur Verringerung
        von Ganzkörper-Schwingungen durch geeignete Sitze und von Hand-Arm-Schwingungen
        durch geeignete Handgriffe,
     
    3. Auswahl und Bereitstellung geeigneter Arbeitsmittel und gefährdungsmindernder
        Zusatzausrüstungen,
     
    4. erforderlichenfalls die Verfügbarkeit von Schutzkleidung gegen Nässe und Kälte .
     
    Grundsätzlich gilt für die Rangfolge der Schutzmaßnahmen :

    technische / organisatorische / persönliche Maßnahmen!
     

  3. Aufgaben bei Überschreiten eines der Expositionsgrenzwerte
     
    Die in Punkt 5 dieses Planes genannten Expositionsgrenzwerte dürfen nicht überschritten
    werden. Wird trotz der unter B. genannten und getroffenen Maßnahmen eine Überschreitung
    festgestellt, so hat der Unternehmer unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um die
    Einwirkungen auf ein Maß unterhalb der Expositionsgrenzwerte zu verringern . Er hat die
    Ursachen der Überschreitung zu ermitteln und die Maßnahmen nach Punkt 6.5 Abschnitt B
    dieses Planes unter Hinzuziehung der sachverständigen Stelle (BB S) anzupassen, um ein
    erneutes Überschreiten der Expositionsgrenzwerte zu verhindern.
     
    Sind Personen mechanischen Schwingungen ausgesetzt, die in der Regel unterhalb der
    Auslösewerte liegen, auf Grund von erheblichen Schwankungen aber gelegentlich die
    Expositionsgrenzwerte überschreiten, kann die Schwingungsbelastung über einen Zeitraum
    von 40 Stunden (Wochen-Exposition) ermittelt werden, wenn die Risiken bei derartigen
    Belastungen geringer sind als die bei einer Exposition in Höhe des Expositionsgrenzwertes.
     
    Hierfür kann die zuständige Behörde (Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung Bergbau und
    Energie in NRW) eine Ausnahme erteilen.
     
    Arbeitsmittel, die den Beschäftigten vor dem 6. Juli 2007 zur Verfügung gestellt wurden
    und bei deren Benutzung die Expositionsgrenzwerte überschritten werden, können noch
    bis 6. Juli 2011 verwendet werden . Die gilt unbeschadet der Forderung, die Belastungen
    durch technische und organisatorische Maßnahmen so gering wie möglich zu halten .

 

6.6 Ermittlungs-, Mess- und Beurteilungszeiträume

Die Ermittlung der Schwingungsbelastung und Beurteilung der Gefährdung im Sinne des
§ 12 Abs. 1 GesBergV erfolgt :

 
7. Aufzeichnungen

Alle durchgeführten Ermittlungen/Messungen werden dokumentiert. Die Aufzeichnungen
werden mindestens 15 Jahre aufbewahrt .



Anhang A

Regelungen zum Schwingungsschutz

  1. Bergverordnung zum gesundheitlichen Schutz der Beschäftigten
    (Gesundheitsschutz-Bergverordnung - GesBergV) vom 31 . Juli 1991 in der
    Fassung vom 10.August 2005
     
  2. VDI 2057 Blatt 1, Einwirkungen mechanischer Schwingungen auf den
    Menschen - Ganzkörper Schwingungen.
     
  3. VDI 2057 Blatt 2, Einwirkungen mechanischer Schwingungen auf den
    Menschen - Hand-Arm-Schwingungen.
     
  4. Richtlinie 2002/44/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom
    25. Juni 2002 über die Mindestvorschriften zum Schutz von Sicherheit und
    Gesundheit der Arbeitnehmer vor der Gefährdung durch physikalische Einwirkungen
    (Vibrationen).


Anhang B

 Schwingungen Anhang B Bild 1

 Schwingungen Anhang B Bild 2

 Schwingungen Anhang B Bild 3

 Schwingungen Anhang B Bild 4



 Formelzeichen


  


16.09.2009

62.12.23.11-2005-1

Plan für die Durchführung
arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen
im Steinkohlenbergbau gemäß § 3 Abs. 2 GesBergV

A 4.4

 

An die Dezernate 62 - 64

 

 

 

 

Plan für die Durchführung arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen im Steinkohlenbergbau
gemäß § 3 Abs. 2 GesBergV

Anlage: 1 Plan des Leitkreises Arbeitsmedizin der RAG Deutsche Steinkohle AG, Stand 04.2009

Bezug: Rundverfügung vom 08.06.2006 – 84.12.23.11-2005-1 -

 

Sehr geehrte Damen und Herren, 

hiermit gebe ich den o. a. Plan bekannt, der gemäß § 3 Abs. 2 der Gesundheitsschutz-Bergverordnung
(GesBergV) mit Schreiben vom 04.08.2009, ergänzt am 24.08.2009, von der RAG AG angezeigt
wurde. Die Übereinstimmung mit den Anforderungen nach § 3 Abs. 2 GesBergV wurde mit Schreiben
vom 25.08.2009 – 62.12.23.11-2005-1 – dem Unternehmer bestätigt.

Dieser Plan löst den mit der o. a. Rundverfügung bekannt gegebenen Plan, Stand 11.2005, ab.
Ich hebe daher die vorgenannte, darauf bezogene Rundverfügung hiermit wegen Gegenstandslosigkeit auf.

 

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW

Im Auftrag:

K i r c h n e r


 

 

 


 

Plan

für die Durchführung

der ärztlichen Untersuchungen

im Steinkohlenbergbau

 

 

 

 

Stand 04.2009

 

 

 

 

 

Leitkreis Arbeitsmedizin der RAG Deutsche Steinkohle



Inhaltsübersicht

 

1.       Allgemeines

 

1.1        Einführung

1.2        Rechtsvorschriften

1.3        Hinweise zum Datenschutz

1.4        Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

1.4.1    Erstuntersuchungen
1.4.2    Nachuntersuchungen
1.4.3    Vorzeitige Nachuntersuchungen
1.4.4     Nachgehende Untersuchungen
1.4.5     Arbeitsmedizinische Beurteilung

 

2.         Beurteilungskriterien bei Erstuntersuchungen für Beschäftigte unter Tage      

2.1        Allgemeinzustand

2.2        Schädel

2.3         Zentrales und peripheres Nervensystem

2.4        Augen

2.5        Gehör- und Gleichgewichtsorgan

2.6        Nase

2.7        Mundhöhle und Kehlkopf

2.8        Brustkorb

2.9        Atmungsorgane

2.10      Herz und Kreislauf

2.11      Bauchorgane

2.12      Harn- und Geschlechtsorgane

2.13      Wirbelsäule

2.14      Gliedmaßen

2.15      Haut

2.16      Gefäßsystem

2.17      Blut und Blut bildende Organe

2.18      Innere Sekretion und Stoffwechsel

2.19      Infektionskrankheiten


3.         Beurteilungskriterien bei Nachuntersuchungen

 

3.1        Augen

3.2        Gehör- und Gleichgewichtsorgan

3.3        Atmungsorgane

3.4        Andere Organsysteme

 

4.         Spezielle Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

 

4.1       Vorsorgeuntersuchungen zum Schutz der Gesundheit gegen

            Klimaeinwirkungen im Steinkohlenbergbau

4.2        Hitzearbeit

4.3        Grubenwehr

4.4        Gasschutz-/Feuerwehr

4.5        Gerätewart

4.6        Träger von Atemschutzgeräten

4.7        Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten

4.8        Umgang mit Gefahrstoffen

4.9        Bildschirmarbeitsplätze

4.10      Arbeitsaufenthalt im Ausland

4.11      Arbeiten mit Absturzgefahr

4.12      Sprengarbeiten

4.13      Arbeiten mit ionisierenden Strahlen            

 

Anhang

 

Anlage 1        Nachuntersuchungsfristen

Anlage 2        Arbeits- und Sozialanamnese bei Erstuntersuchungen

Anlage 3        Arbeits- und Sozialanamnese bei Nachuntersuchungen

Anlage 4        Untersuchungsbogen

Anlage 5        ILO-Beurteilungsbogen

Anlage 6        Ärztliche Bescheinigung

Anlage 7        Arbeits- und Sozialanamnese bei „Nachgehenden Untersuchungen“

Anlage 8        Anamnese und Untersuchungsbefunde bei  „Nachgehenden Untersuchungen“

Anlage 9        Untersuchungsergebnisse und Beurteilung bei „Nachgehenden Untersuchungen“

Anlage 10      Ärztliche Bescheinigung bei „Nachgehenden Untersuchungen“

Anlage 11      Empfehlungen des AK Klima bzgl. der Beurteilung bei Untersuchungen nach
                      KlimaBergV (B03)

 

  

 

 

 


1.         Allgemeines

 

1.1       Einführung

Der vorliegende Plan in seiner aktualisierten Fassung 04/2009 wurde nach den Vorgaben der ABBergV,
der Gesundheitsschutz-bergverordnung (GesBergV) und der Klimabergverordnung (KlimaBergV)
gemäß § 3 (2) der GesBergV entwickelt und der Bezirksregierung Arnsberg -- Abt. Bergbau und
Energie in NRW -(vormals LOBA NW) und dem Oberbergamt für das Saarland angezeigt.

Falls nicht im Bundesberggesetz oder in bergrechtlichen Verordnungen anders lautende Rechts-
vorschriften bestehen, gelten auch die Vorgaben anderer Verordnungen zum Arbeitsschutzgesetz
(ArbschG). Im Hinblick auf die arbeitsmedizinische Vorsorge sind die Regeln der GesBergV
abschließend, ggflls. werden sachliche Inhalte aus anderen Rechtsverordnungen berücksichtigt.

Der Plan soll allen Ärzten, die mit der Durchführung von Untersuchungen im Steinkohlenbergbau
beauftragt sind, Beurteilungskriterien an die Hand geben, nach denen bestehende Gesundheits-
störungen bewertet werden können und festzulegen ist, ob Bedenken gegen Tätigkeiten im
Steinkohlenbergbau bestehen oder nicht.

Die maßgebliche Rechtsgrundlage dieses Plans ist die GesBergV, insofern stellt er eine
verbindliche Richtlinie dar, die zu beachten ist. Ein Abweichen von den in ihm festgelegten Kriterien
bedarf in jedem Falle einer nachvollziehbaren schriftlichen Begründung, die in der ärztlichen Akte
an geeigneter Stelle zu dokumentieren ist.

Der Unternehmer kann nur solche Ärzte mit der Durchführung von Untersuchungen nach GesBergV,
KlimaBergV sowie ggf. nach anderen Rechtsvorschriften beauftragen, die von der zuständigen
Behörde auf der Grundlage der jeweils gültigen Grundsätze für die Durchführung des Verwaltungs-
verfahrens dazu ermächtigt sind. Zeitlich befristete Ausnahmen hiervon sind nur unter Beachtung
des § 10, Abs. 3 der Bergverordnung über einen arbeitssicherheitlichen betriebsärztlichen Dienst
(BVOASi) möglich. 

Bei den regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen nach GesBergV der Beschäftigten unter Tage (B02)
bzw. über Tage (B01) werden grundsätzlich Belastungen wie Staub, Lärm, Kälte, Nässe, Zugluft,
Dunkelheit oder Schmutz berücksichtigt. Auch den zusätzliche Belastungen durch Handhabung
schwerer Lasten, Arbeiten unter körperlicher Zwangshaltung bzw. in engen Räumen, Schicht und
Akkordarbeit, Besteigen von Leitern, Gerüsten oder Arbeitsbühnen, Vibrationen des Hand/Arm-
systems, Ganzkörperschwingungen, Tätigkeiten mit Gefahrstoffen oder vergleichbaren Stoffen und
dem Tragen von Atemschutzgeräten der Gruppe 1 wird in der ärztlichen Beurteilung im Rahmen
dieser regelmäßigen  Vorsorgeuntersuchung Rechnung getragen.
 

1.2       Rechtsvorschriften

Zusätzlich zu den für den Steinkohlenbergbau maßgeblichen Rechtsvorschriften der Gesundheits-
schutzbergverordnung und der Klimabergverordnung sind bei den vorgeschriebenen ärztlichen
Untersuchungen und deren Bewertung noch die Inhalte folgender Regelwerke berücksichtigt:

-  Regelungen der DGUV zur arbeitsmedizinsichen Vorsorge

-  Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

-  Berufskrankheitenverordnung einschließlich Merkblätter zu den einzelnen Berufskrankheiten

-  Infektionsschutzgesetz

-  Fahrerlaubnisverordnung

-  Jugendarbeitsschutzgesetz

-  Strahlenschutzverordnung

-  Röntgenverordnung

-  Fluchtwegrichtlinien          

-  Richtlinie für die psychotechnische Eignungsprüfung von Maschinenführern an Schacht- und
    Schrägförderanlagen

-  Richtlinie für die psychotechnische Eignungsprüfung von Maschinenführern an Förder-
    maschinen und Förderhäspeln (Bereich Saar)

1.3       Hinweise zum Datenschutz

Bei der Dokumentation aller anamnestischen Informationen, ärztlichen Befunde und sonstigen
Eintragungen in die ärztliche Akte sind die besonderen Regelungen der ärztlichen Schweigepflicht zu
beachten. Das gleiche gilt für den Inhalt der ärztlichen Bescheinigungen und der arbeitsmedizinischen
Mitteilungen an den Betrieb. 

Insbesondere wird auf folgende Verfahrensweisen hingewiesen:

1. Zu § 3 Abs. 2 Satz 6 i.V.m. Anlage 4, GesBergV

   a)      Unter Anlage 4, Nr. 3, wird - entsprechend dem  Klammerzusatz - nur die Eignungsgruppe
            nach Anlage 1 angegeben.

   b)     Bemerkungen entsprechend Anlage 4, Nr. 6, enthalten keine Diagnosedaten oder solche Daten,
           die Rückschlüsse auf diagnostische Feststellungen zulassen.

2. Zu § 3 Abs. 3 Satz 2, GesBergV

Mit Hilfe der automatischen Datenverarbeitung werden von den Unterlagen über arbeitsmedizinische
Vorsorgeuntersuchungen Ergebnisse nur soweit verarbeitet und genutzt, wie sie die Eignung betreffen
und dem Schutz des Beschäftigten sowie der Abwehr berufsbedingter Erkrankungen dienen.
Gespeicherte arbeitsmedizinische Daten werden durch technische und organisatorische Maßnahmen
eindeutig gegenüber den anderen Daten des Unternehmens abgetrennt und vor dem Zugriff
Unbefugter gesichert. Einen Zugriff zu diesen Daten haben nur die Ärzte, die unmittelbar für die
arbeitsmedizinische Betreuung der Belegschaftsmitglieder verantwortlich sind. 

3. Zu § 3 Abs. 4 (insbesondere Satz 1) GesBergV

Die Verpflichtung des Unternehmers, für die Aufzeichnung und Aufbewahrung der Ergebnisse
arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen durch die mit derartigen Untersuchungen beauftragten
Ärzte zu sorgen, umfasst im

Hinblick auf die Schweigepflicht der Ärzte nicht die Befugnis, in Diagnosedaten oder Daten, die
Rückschlüsse auf diagnostische Feststellungen zulassen, Einsicht zu nehmen.

1.4       Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

Folgende arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen werden nach dem in der GesBergV
festgelegten Mindestrahmen durchgeführt: 

1.4.1     Erstuntersuchungen für Beschäftigte unter oder über Tage

Erstuntersuchungen müssen vor Beginn der Beschäftigung vorgenommen werden. Sie dürfen nicht
länger als drei Monate - vom Beginn der Beschäftigung an gerechnet - zurückliegen. Nach einer
Unterbrechung der Tätigkeit entsprechend § 1 der GesBergV von mehr als drei Monaten ist eine
erneute Erstuntersuchung entsprechend Abschnitt 2 dieses Plans vorzunehmen, wobei die bisherige
praktische Erfahrung im Bergbau und bereits vorhandene Untersuchungsergebnisse zu berück-
sichtigen sind.

1.4.2     Nachuntersuchungen für Beschäftigte unter oder über Tage

Nachuntersuchungen sind jeweils innerhalb von sechs Wochen vor Ablauf der festgelegten Fristen
durchzuführen. Die Nachuntersuchungsfristen ergeben sich aus Anlage 2 (zu § 2) der GesBergV
(siehe Anlage 1 dieses Plans).

1.4.3     Vorzeitige Nachuntersuchungen für Beschäftigte unter oder über Tage

Eine vorzeitige Nachuntersuchung kann durch den Betriebsarzt veranlasst werden. Auf Wunsch des
Beschäftigten, des Unternehmers oder des zuständigen gesetzlichen Versicherungsträgers kann sie
bei tätigkeitsbezogenen Beschwerden oder nach schwerer Erkrankung angezeigt sein. Dies gilt
auch für solche Personen, bei denen ein ursächlicher Zusammenhang zwischen einer Gesundheits-
störung und Belastungen am Arbeitsplatz oder bei denen eine Veränderung ihrer Einsatzfähigkeit
vermutet wird. 

1.4.4     Nachgehende Untersuchungen

Nachgehende Untersuchungen sind in Zeitabständen von längstens 5 Jahren dann zu ermöglichen,
wenn Beschäftigte 

1.   bei Tätigkeiten nach § 1 der GesBergV

      a)   mit krebserzeugenden Gefahrstoffen umgegangen sind und hierbei die Arbeitsplatz-
            grenzwerte im Sinne des § 15 Abs. 2 Gefahrstoffverordnung überschritten worden sind

            oder

      b)   fibrogenen Grubenstäuben ausgesetzt gewesen sind und 

2.   während einer Beschäftigung im Sinne der Nummer 1 mindestens eine Nachuntersuchung
      stattgefunden hat und

3.   eine Beschäftigung im Sinne der Nummer 1 nach dem 31.12.91 beendet worden ist.

Die Beendigung einer Beschäftigung im Sinne der Nummer 1 umfasst Personen, die entweder aus
dem Unternehmen ausscheiden oder mit anderen nicht mehr bergmännischen Arbeiten innerhalb
des Unternehmens beschäftigt werden. 

Nachgehende Untersuchungen sind bei Belastung mit fibrogenen Grubenstäuben von nach
§ 3 Abs. 1 GesBergV ermächtigten Ärzten unter Verwendung hierfür vorgesehener Muster
(siehe Anlagen 8-11) oder vergleichbarer Dokumentationsverfahren, solche bei Belastung mit
krebserzeugenden Gefahrstoffen nach Aufforderung über die Organisationsdienste ODIN und
ZAs mit deren Dokumentationsverfahren durchzuführen. 

Der Umfang der nachgehenden Untersuchung für fibrogene Grubenstäube beschränkt sich dabei
im Regelfall auf eine arbeitsplatzbezogene Anamnese und Untersuchung unter Berücksichtung
der Zielorgane, eine Röntgenuntersuchung der Thoraxorgane und eine Lungenfunktionsprüfung
mit Bestimmung von Vitalkapazität, 1-Sek.-Kapazität,  Atemwiderstand und Flussvolumenkurve.
Das Ergebnis der Untersuchung soll dem Versicherten in geeigneter Weise mitgeteilt werden.

Wird dabei der begründete Verdacht auf das Vorliegen einer Berufskrankheit im Zusammenhang
mit Tätigkeiten nach §1 der GesBergV geäußert, soll dies dem zuständigen Unfallversicherungs-
träger in geeigneter Weise mitgeteilt werden.
 

1.4.5     Arbeitsmedizinische Beurteilung

Gemäß Anlage 1 GesBergV gelten für Erst- und Nachuntersuchung gleichermaßen die Eignungsgruppen:

1 Keine gesundheitlichen Bedenken

2 Keine gesundheitlichen Bedenken unter bestimmten Voraussetzungen

3 Befristete gesundheitliche Bedenken

4 Dauernde gesundheitliche Bedenken

In der Ärztlichen Bescheinigung über arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen (Anlage 6
dieses Plans oder ähnlicher Dokumentationsverfahren) werden die Eignungsgruppen 1, 2, 3 oder 4
angegeben, bei Beurteilung 2 durch Bemerkungen und/oder Einsatz-/Beschäftigungsbeschränkungen
ergänzt. 

Die Untergruppen gemäß Anlage 1 der GesBergV, die zur genaueren Klassifizierung der Silikose oder
anderer Erkrankungen des Atmungsorgans notwendig sind, werden in Anlage 5 oder ähnlichen
Dokumentationsverfahren festgehalten. Sie sind damit Teil der Gesundheitsakte und unterliegen der
ärztlichen Schweigepflicht.

2.         Beurteilungskriterien bei Erstuntersuchungen für Beschäftigte unter Tage 

Die Untersuchungen sind unter Verwendung der Vordrucke gemäß Anlage 2, 4, 5 und 6 dieses Plans
oder gleichwertiger Dokumentationsverfahren durchzuführen.

Grundsätzlich gelten die folgenden Kriterien, bezogen auf Organe bzw. Organsysteme, auch für
Bewerber über Tage, jedoch kann hierbei arbeitsplatzbezogen von den nachfolgenden Grundsätzen
abgewichen werden. 

2. 1      Allgemeinzustand

Die Bewerber müssen körperlich und geistig den Berufsanforderungen entsprechen. Bei Jugendlichen
bzw. Heranwachsenden ist die zu erwartende körperliche Entwicklung zu berücksichtigen.

Gesundheitliche Bedenken:

- bei deutlich reduziertem Ernährungs- und Kräftezustand

- bei Adipositas von mehr als 30 - 40% des Normalgewichtes nach Broca (konstitutions- u.
   körperbauabhängig). Bei einem Körpergewicht von über 40% bestehen allerdings in jedem Fall 
  
Bedenken für Tätigkeiten unter Tage.

2.2       Schädel

Gesundheitliche Bedenken:

- Knöcherne Defekte und Deformitäten, die das Tragen eines Schutzhelms nicht zulassen.

2.3       Zentrales und peripheres Nervensystem

Gesundheitliche Bedenken:

- Anfallsleiden gleich welcher Ursache

- Hirnorganische Erkrankungen

- Psychosen und ausgeprägte neurotische Zustände

- Schädel - Hirntrauma mit bleibenden Restschäden

- Organische Nervenerkrankungen

- Alkohol-, Medikamenten- und Drogenmissbrauch

- Störung des Thermoregulationsvermögens

2.4        Augen

Gesundheitliche Bedenken:

- Unterhalb eines Fernvisus von 0,5 auf dem schlechter sehenden Auge und 0,7 auf dem
   besser sehenden Auge mit oder ohne Sehhilfe

- Einäugigkeit

- Wesentliche Augenmuskellähmungen

- Therapieresistentes Glaukom

- Wesentliche Gesichtsfeldeinschränkungen

- Permanenter Nystagmus

- Chron.rezidivierende Konjunktivitis, Keratitis oder Blepharitis sowie behinderter Lidschluss

Das Tragen von Kontaktlinsen ist nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen, sondern unter
bestimmten Bedingungen möglich. Aufgrund der praktischen Erfahrungen sowohl der
Grubenwehrmitglieder als auch anderer Beschäftigter unter Tage kann im Einzelfall davon
abgewichen werden, nur die Brillentragepflicht bei notwendiger Korrektur des Visus zuzulassen.

Voraussetzung ist, dass mit Kontaktlinsen die entsprechenden Sehwerte erreicht werden und
unter Tage permanent eine staubdichte Schutzbrille getragen wird.

Im Beratungsgespräch soll allerdings weiterhin auf die Vorteile des Tragens einer Brille
hingewiesen werden.

Somit wäre insbesondere bei gelegentlichen Grubenfahrten (Führungskräfte, Handwerker
von Spezialfirmen, etc.) sowie bei Mitgliedern der Grubenwehr das notwendige Tragen von
Kontaktlinsen kein Ausschlusskriterium mehr. 

2.5       Gehör- und Gleichgewichtsorgan

Gesundheitliche Bedenken:

- Knochenleitungshörverlust auf mindestens einem Ohr bei mehr als einer der Test-
  frequenzen 1kHz - 6 kHz, der größer ist als der entsprechende Hörverlustgrenzwert nach
  Tabelle 1 des berufgenossenschaftlichen Grundsatzes Arbeitsmedizinische Vorsorge-
  untersuchungen „Lärm“ (G20).

- Vestibuläre Schwindelerkrankung (Morbus Meniere)

- Vorerkrankungen des Innenohrs wie z.B. Hörsturz mit ggf. einseitiger Überschreitung der
   Hörverlustgrenzwerte nach Tabelle 1 des G 20.

- Innenohr-/Hörnervenschwerhörigkeit als Folge von Schädeltraumen; Hörverlustgrenzwerte
   nach Tabelle 1, G 20 überschritten.

-  Zustand nach Otoskleroseoperation; auch ohne Überschreitung von Hörverlustgrenzwerten
   nach Tabelle 1, G 20.

-  Erkrankungen der Ohren, die die Benutzung von Gehörschutz unmöglich machen, wie
    therapieresistente Ekzeme oder sonstige therapeutisch nicht beeinflussbare Erkrankungen der
    Gehörgänge, der Ohrmuschel oder ihrer Umgebung.

-  Chron. Otitis media

 - Tinnitus von Krankheitswert 

Früher war eine persistierende Trommelfellperforation Ausschlusskriterium für die Untertage-
tätigkeit.

Hauptgrund hierfür war, dass theoretisch Kohlenmonoxyd über die eustachische Röhre
Verbindung mit dem Nasenrachenraum  bekommen und somit zumindest in geringen Mengen
am Filterselbstretter vorbei eingeatmet werden könnte. Ein wesentlicher Kohlenmonoxyd-
durchtritt durch die eustachische Röhre erscheint den Arbeitsmedizinern des Bergbaus
allerdings als sehr unwahrscheinlich, so dass für die Untertagetätigkeit ein intaktes Trommelfell
nicht mehr zwingend erforderlich ist.

Mitglieder der Grubenwehr sind allerdings völlig unbekannter, evtl. sauerstoffarmer oder –freier
Umgebungsluft ausgesetzt, die Kohlenmonoxydkonzentrationen können deutlich höher liegen.
Aus diesem Grunde sollte wegen der besonderen Verhältnisse, der Freiwilligkeit der Mitgliedschaft,
der sehr viel größeren Expositionswahrscheinlichkeit und der umfassenden Einsetzbarkeit der
Grubenwehrmitglieder hier aus vorsorglichen Erwägungen weiterhin auf ein intaktes Trommelfell
gedrungen werden.
 

2.6       Nase

Gesundheitliche Bedenken:

- Erhebliche und nicht therapierbare Behinderung der Nasenatmung

- Chronische Erkrankung der Nasennebenhöhlen

2.7       Mundhöhle und Kehlkopf

Gesundheitliche Bedenken:

- Erheblich kariös zerstörtes Gebiss mit herdverdächtigen Zähnen

- Chronische Rachen- bzw. Kehlkopfentzündungen

- Erhebliche Sprachstörungen 

2.8       Brustkorb

Gesundheitliche Bedenken:

- Brustkorbdeformierungen mit wesentlicher Beeinträchtigung der Atemfunktion

- Größere Defekte des knöchernen Thorax 

2.9       Atmungsorgane

Gesundheitliche Bedenken:

- Bedeutsame chron. obstruktive und / oder restriktive Ventilationsstörungen der Lungen

- Wesentliche Hyperreagibilität des Bronchialsystems

- Emphysem von Krankheitswert

- Pneumokoniosen

- Lungentuberkulose, auch alte ehemals produktive und zirrhotische Formen

- Fibrotische und granulomatöse Erkrankungen der Lungen wie z.B. Sarkoidose

- Ausgeprägte Pleuraschwielen und Lungenteilresektionen mit Funktionseinschränkung

- Ausgeprägte Bronchiektasen

-  Rezidivierender Pneumothorax

Hinweis: Zur Beurteilung der Thoraxorgane sind eine Röntgenaufnahme p.a. in Hartstrahltechnik
im Großformat und eine Lungenfunktionsprüfung, die mindestens die Messung und Aufzeichnung
der Vitalkapazität, der 1- Sek-Kapazität, des Atemwiderstandes und der Flussvolumenkurve
beinhaltet, obligatorisch.

Bei unklaren Fällen ist eine ganzkörperplethysmografische Lungenfunktionsuntersuchung durchzuführen.

Eine zur Beurteilung vorgelegte Röntgen-Fremdaufnahme sollte nicht älter als ein Jahr sein.
Wird eine Fremdaufnahme verwendet, ist diese kopiert zu archivieren.

Zur Dokumentation pneumokoniotischer Veränderungen ist die jeweils gültige ILO-Klassifikation
unter Benutzung der Standardfilme sowie des ILO-Beurteilungsbogen gemäß Anlage 5 dieses Plans
oder gleichwertiger Dokumentationsverfahren anzuwenden.

2.10      Herz und Kreislauf

Gesundheitliche Bedenken:

- Störungen des Herz - Kreislauf - Systems von Krankheitswert 

2.11      Bauchorgane

Gesundheitliche Bedenken:

- Chronische Erkrankungen der Verdauungsorgane (z.B. rezidivierende Magen- und / oder
   Zwölffingerdarmgeschwüre, entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa)

-  Bedeutsame manifeste Hernien

-  Klinisch relevante Leberparenchymschäden

-  Chronisch aggressive Hepatitis

2.12      Harn- und Geschlechtsorgane

Gesundheitliche Bedenken:

- Chronische Erkrankungen der Nieren, der ableitenden Harnwege und der Geschlechtsorgane

- Ausgeprägte Hydrozele 

2.13      Wirbelsäule

Gesundheitliche Bedenken:

- Bedeutsame Fehlstellungen und Gefügestörungen des Achsenorgans

- Entzündliche und degenerative Wirbelsäulenprozesse mit Funktionseinbuße

- Zustand nach Wirbelsäulenoperation mit bleibender Funktionsstörung

2.14      Gliedmaßen

Gesundheitliche Bedenken:

- Verlust oder Teilverlust einer Extremität mit Funktionseinbusse

- Zustände nach Verletzungen oder Deformitäten der Extremitäten mit wesentlicher Funktionseinbusse

- Bedeutsame Achsenfehlstellung der oberen und / oder unteren Extremität

- Nicht korrigierbarer Beckenschiefstand

2.15      Haut

Gesundheitliche Bedenken:

- Neigung zu chronischem Ekzem

- Chronische Hauterkrankungen mit Einschränkung der Hautfunktion

- Funktionsbeeinträchtigende Narben

- Klinisch relevante Neurodermitis

2.16      Gefäßsystem

Gesundheitliche Bedenken:

- Cerebrale arterielle Durchblutungsstörungen

- Periphere arterielle Durchblutungsstörungen

-  Ausgeprägte Varikosis

- Manifestes postthrombotisches Syndrom

2.17      Blut und Blut bildende Organe

Gesundheitliche Bedenken:

- Krankheiten des Blutes oder der Blut bildenden Organe

- Medikation mit Cumarinderivaten

2.18      Innere Sekretion und Stoffwechsel

Gesundheitliche Bedenken:

- Störungen der inneren Sekretion und des Stoffwechsels von Krankheitswert

2. 19     Infektionskrankheiten

Gesundheitliche Bedenken:

- Chronisch verlaufende bzw. unheilbare Infektionskrankheiten

  

3.         Beurteilungskriterien bei Nachuntersuchungen

Die Nachuntersuchungen sind unter Verwendung der Vordrucke gemäß Anlage 3, 4, 5, und 6
dieses Plans oder gleichwertiger Dokumentationsverfahren durchzuführen. Zwischenzeitlich
durchgemachte Erkrankungen oder sonstige bleibende Körperschäden sind bei der Beurteilung
zu berücksichtigen.

Grundsätzlich gilt auch bei Nachuntersuchungen, dass bei Beschäftigten über Tage von den
Vorgaben dieses Plans arbeitsplatzbezogen abgewichen werden kann.

Im Folgenden werden die Beurteilungskriterien für Nachuntersuchungen, die von Abschnitt 2
dieses Plans abweichen, aufgeführt: 

3.1       Augen

Wird nach mehrjähriger Berufstätigkeit unter Tage die in Abschnitt 2.4 dieses Plans festgelegte
Mindestsehschärfe unterschritten, schließt dies die Einsatzfähigkeit an bestimmten Arbeitsplätzen
im Grubenbetrieb nicht grundsätzlich aus. Auch der Totalverlust der Sehkraft eines Auges
schließt die Einsatzfähigkeit an bestimmten Arbeitsplätzen im Grubenbetrieb nach
entsprechender Gewöhnung nicht grundsätzlich aus. 

3.2       Gehör- und Gleichgewichtsorgan

Zu beachten sind jetzt die Hörverlustgrenzwerte für Nachuntersuchungen nach Tabelle 2 des G 20.

Dauernde gesundheitliche Bedenken bestehen nunmehr, wenn nach Ausschluss einer Mittelohr-
komponente 

- auf dem besser hörenden Ohr bei 2 kHz der Hörverlust 40 dB erreicht oder überschreitet und
   zusätzlich

- die Verständlichkeitskurve für Einsilber vollständig im schraffierten Bereich liegt (s. Bogen Lärm III) 

3.3       Atmungsorgane

Auch bei der Nachuntersuchung ist zur Beurteilung eine Lungenfunktionsprüfung, welche die Messung
und Aufzeichnung der Vitalkapazität, der 1-Sek.-Kapazität, des Atemwiderstandes und der Fluss-
volumenkurve beinhaltet, erforderlich. Bei unklaren Fällen sind ganzkörperplethysmografische
Untersuchungen durchzuführen. 

Die dauernden gesundheitlichen Bedenken unterscheiden sich nicht von denen bei der Erstuntersuchung.
Allerdings sind noch folgende Vorgaben zu beachten:

Bei der Anfertigung einer Röntgenthoraxaufnahme sind die Expositionszeit, das Lebensalter und
individuelle Risiken zu berücksichtigen, sodass aus Gründen der Strahlenhygiene und aufgrund
von epidemiologischen Erkenntnissen die Indikation zur Röntgenuntersuchung individuell gestellt
werden soll.

Aufgrund eines nicht auszuschließenden Restrisikos für Erkrankungen der Atmungsorgane bei
Beschäftigten im Steinkohlenbergbau soll allerdings mindestens bei jeder zweiten Nachuntersuchung
eine Röntgenaufnahme der Thoraxorgane angefertigt werden, sofern der untersuchende Arzt nicht
kürzere Intervalle für erforderlich hält. 

Regelmäßige Röntgenuntersuchungen der Thoraxorgane im obigen Sinne sollen auch bei Beschäftigten
über Tage erfolgen, wenn früher oder aktuell Staubbelastungen bekannt sind. 

Die Erstfestsetzung einer Bergarbeiterpneumokoniose setzt eine dokumentierte Doppellesung der
Röntgenaufnahmen, an welcher der Leiter einer Dienststelle oder sein Vertreter zu beteiligen sind,
voraus.

Die beurteilenden Ärzte müssen dabei für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen im Bergbau
nach § 3 GesBergV ermächtigt sein. 

Bei begründetem Verdacht auf das Vorliegen einer Bergarbeiterpneumokoniose wird ein
Berufskrankheitenverfahren eingeleitet; dabei wird  der Unfallversicherungsträger unter
Verwendung des Formblattes „Ärztliche Anzeige einer Berufskrankheit“ entsprechend informiert. 

Außerdem ist der zuständige Unfallversicherungsträger bei Umstufungen in die Eignungsgruppen
2.21-2.25 zu unterrichten.
 

Hinweis:  Bei Personen unter 21 Jahren erfolgt die Nachuntersuchung in jährlichen Abständen.

Die Röntgenuntersuchung der Thoraxorgane sollte außer bei der Erstuntersuchung nur noch
bei endgültiger Übernahme in das Beschäftigungsverhältnis unter Tage erfolgen.

3.4       Andere Organsysteme

Bei der Nachuntersuchung kann von den Beurteilungskriterien nach Abschnitt 2 dieses Plans
- individuell und auf den Arbeitsplatz bezogen - abgewichen werden, soweit dies arbeits-
medizinisch vertretbar und begründbar ist. 

4.         Spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

Spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen können als Erstuntersuchung vor Aufnahme
einer belastenden/ besonderen Tätigkeit oder Einwirkung, sowie als Nachuntersuchung bei
fortgesetzter Arbeitsplatzbelastung/ Tätigkeit notwendig werden. Sie sind dann begründet und
durchzuführen, wenn die Gefährdungsbeurteilung nach ABBergV

           aufgrund der Höhe und/oder der Dauer planmäßiger arbeitsbedingter Belastungen oder

           des nicht dauerhaft sicheren Einhaltens von Arbeitsplatzgrenzwerten

           sowie bei planmäßigen Tätigkeiten mit sensibilisierenden Arbeitsstoffen zu dem Ergebnis
             kommt, dass Gefährdungen eines Beschäftigten nicht auszuschließen sind oder spezielle
             Tätigkeiten bestimmte gesundheitliche Mindestanforderungen an den Beschäftigten stellen.

4.1        Vorsorgeuntersuchungen zum Schutz der Gesundheit gegen Klimaeinwirkungen
                  im Steinkohlenbergbau entsprechend der Klima-Bergverordnung vom 9.6.1983

Vor Einsatz im Klimabereich mit einer Trockentemperatur von über 28°C bzw. einer Effektiv-
temperatur von über 25°C ist bei der Erstuntersuchung im Sinne der KlimaBergV eine Fahrrad-
ergometrie mit Bestimmung mindestens der W 150 durchzuführen. Bei Nachuntersuchungen
wird eine Ergometrie nur dann durchgeführt, wenn der untersuchende Arzt sie für erforderlich hält.
Nach Erreichen des 50. Lebensjahres ist allerdings eine Ergometrie bei jeder jährlichen Nach-
untersuchung obligat. 

Aufgrund der besonderen Klimaproblematik im untertägigen Bereich gelten die in der Anlage 12
niedergelegten Empfehlungen als Beurteilungskriterien für die Untersuchungen nach KlimaBergV.

Untersuchungsfristen

Gemäß KlimaBergV sind Untersuchungen  vorzunehmen bei

- Erstuntersuchungen innerhalb von 12 Wochen vor Beginn der Beschäftigung

- Nachuntersuchungen innerhalb von 6 Wochen vor Ablauf der Nachuntersuchungsfristen

Personen, die innerhalb eines Jahres mehr als 80 Schichten bei einer Trockentemperatur von
mehr als 28°C oder bei einer Effektivtemperatur von mehr als 25°C verfahren haben, sind in
Zeitabständen von längstens 2 Jahren nach zu untersuchen. 

Die Nachuntersuchungsfrist verkürzt sich auf längstens 1 Jahr für Personen

1.   die noch keine 21 Jahre oder mehr als 50 Jahre alt sind,

2.   die über 21 Jahre und bis zu 50 Jahre alt sind, falls sie innerhalb eines Jahres mehr als
       80 Schichten bei einer Effektivtemperatur von mehr als 29°C verfahren haben.

Hinweis: Sollte der Nachuntersuchungstermin länger als 1 Jahr verstrichen sein, ist wie bei
               Erstuntersuchungen zu verfahren.

4.2       Hitzearbeit über Tage

Mitarbeiter an Hitzearbeitsplätzen über Tage werden nach der ArbMedVV untersucht.
Für den Untersuchungsumfang und die arbeitsmedizinischen Beurteilungskriterien wird der
entsprechende Berufsgenossenschaftliche Grundsatz für Arbeitsmedizinische Vorsorge-
untersuchungen 'Hitzearbeiten' (G 30) herangezogen.

4.3       Grubenwehr

Die Anforderungen an das Mitglied einer Grubenwehr entsprechen mindestens den Anforderungen
nach Teil 2 dieses Plans und gelten für Erst- und Nachuntersuchungen gleichermaßen.

Hinweis: Erforderlich ist eine Ergometrie unter maximaler Belastung (HF 200 minus Lebensalter).

Gesundheitliche Bedenken bestehen bei:

- Adipositas mit einem Gewicht von mehr als 20% des Normalgewichts nach Broca (von dieser
   Regel kann der untersuchende Arzt abweichen, wenn ihm dies auf Grund der anderen
   Untersuchungsergebnisse vertretbar erscheint)

- Fernvisus unter 0,7 auf jedem Auge, sofern eine Korrektur auf diese Werte nicht möglich ist

- Trommelfellperforation

- Schwerhörigkeit, sofern diese die Wahrnehmung von Warnsignalen und/oder die sprachliche
   Kommunikation behindern kann.

- herausnehmbaren Zahnprothesen bei Mundstückanschluss (In der ärztlichen Bescheinigung
   wird vermerkt: 'Nur für Maskenatmung geeignet.')

- Störungen der Herz – Kreislauffunktion.

Befristete gesundheitliche Bedenken bestehen bei

- Leistungsdefizit

- akuter Erkrankung oder Behinderung mit Aussicht auf Wiederherstellung der vollen
   Leistungsfähigkeit als Grubenwehrmitglied

Nachuntersuchungsfristen gemäß GesBergV:

Alter: 18 bis 20 Jahre: 1 Jahr

Alter: 21 bis 39 Jahre: 2 Jahre

Alter: 40 Jahre und mehr: 1 Jahr

Hinweis: Von dieser Regelung sind Gerätewarte, die nicht gleichzeitig Truppführer oder
Wehrmänner sind, ausgenommen.

Nach Krankheiten und Unfällen, die eine wesentliche Beeinträchtigung der körperlichen
Leistungsfähigkeit verursacht haben könnten, bzw. nach befristeten gesundheitlichen Bedenken
wird eine erneute ärztliche Untersuchung veranlasst, bevor der Dienst in der Grubenwehr wieder
aufgenommen werden kann. 

4.4       Gasschutz-/Feuerwehr

Die Anforderungen an das Mitglied einer Gasschutz-/Feuerwehr entsprechen mindestens den
Anforderungen nach Teil 2 des Plans und gelten für Erst- und Nachuntersuchungen.

Sofern schwerer Atemschutz getragen wird, ist eine Ergometrie unter maximaler Belastung
erforderlich. (HF 200 minus Lebensalter) 

Gesundheitliche Bedenken bestehen bei:

- auffälligem Leistungsdefizit

- akuter Erkrankung oder Behinderung mit Aussicht auf Wiederherstellung der vollen
   Leistungsfähigkeit als Gasschutz /Feuerwehrmitglied.

Nachuntersuchungsfristen gemäß GesBergV:

Alter: 18 bis 20 Jahre: 1 Jahr

Alter: 21 bis 49 Jahre: 3 Jahre

Alter: 50 Jahre und mehr: 1 Jahr

4.5       Gerätewarte

Gesundheitliche Bedenken bestehen bei:

- übertragbaren Haut- und Infektionskrankheiten

- Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenmissbrauch

Für Gerätewarte von Grubenwehren gilt eine Nachuntersuchungsfrist von 2 Jahren

4.6       Träger von Atemschutzgeräten

Träger von Atemschutzgeräten der Gruppen II und III werden, sofern sie nicht Mitglieder der
Gruben- oder Gasschutz/ Feuerwehr sind, nach der ArbMedVV untersucht. Für den
Untersuchungsumfang und die arbeitsmedizinischen Beurteilungskriterien wird der entsprechende
berufsgenossenschaftliche Grundsatz 'Atemschutzgeräte' (G 26) herangezogen. 

4.7       Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten

Die für den Bergbau typischen Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten werden in drei Gruppen
eingeteilt, die auch Bezug nehmen auf die Anforderungen des berufsgenossenschaftlichen Grundsatzes
für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen „Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten“ (G 25)
und der Fahrerlaubnisverordnung (FeV).

 

1.       Anforderungsstufe hoch = B07.1

            entspricht teilweise Anforderungsstufe 1 nach G25 und Gruppe 2 nach FeV

§         LKW-Fahrer

§         PKW Fahrer mit Personenbeförderung

§         Busfahrer

§         Fahrer von Gleislosfahrzeugen unter Tage mit

§         Personenbeförderung

§         Fahrer von Staplern mit Hubeinrichtung

 

2.       Anforderungsstufe mittel = B07.2

            entspricht teilweise Anforderungsstufe 1 nach G 25 und Gruppe 1 nach FeV

                                                            

§         Lokomotivführer unter Tage

§         EHB Fahrer unter Tage

§         Fahrer von Regalbedieneinheiten

§         Fahrer von Vortriebsmaschinen

§         Fahrer von Lade- und Senkmaschinen unter Tage

§         Fahrer von Walzenladern unter Tage

§         Kranfahrer

§         Bediener von Manipulatoren

§         Fördermaschinisten

§         Kokereimaschinenfahrer

§         PKW-Fahrer

§         Haspelfahrer, Korbbahnfahrer

§         Fahrer von schienengebundenen Fahrzeugen ü. Tg.

 

3.   Anforderungsstufe niedrig = B07.3
      entspricht teilweise Stufe 2 nach G25

 

·         Fahrer von Flurförderzeugen ohne Hubeinrichtungen

·         Fahrer von Erdbaumaschinen

·         Fahrer von Staplern ohne Hubeinrichtung

·         Schalttafelwärter (Anschläger etc.)

·         Bedienen von Steuerständen (Silofahrer,

·         Stellwerker und andere Leitstandfahrer)

·         Bedienen von Gruben- oder Bereichswarten

 

Hinweis: In der Anforderungsstufe 1 ist zusätzlich eine statische Perimetrie erforderlich.

Busfahrer für die Fahrerlaubnis der Klassen D, D 1, DE und D1E werden bei der
Erstuntersuchung generell und bei der Nachuntersuchung ab einem Alter von 50 Jahren
im Rahmen der ärztlichen Vorsorgeuntersuchung psychotechnisch untersucht

Die Sehschärfe in dieser Anforderungsstufe beträgt in der Regel 0,8 / 0,5 mit oder
ohne Korrektur, bei PKW-Fahrern auch 0,7 / 0,7 möglich. 

In der Anforderungsstufe 2 ist bei Erstuntersuchungen für Fördermaschinisten eine
psychotechnische Untersuchung erforderlich. Die Anforderung an die Sehschärfe in dieser
Gruppe beträgt im Regelfall 0.7/0,5, mit und ohne Korrektur. Eine Perimetrie ist nur auf
Anforderung erforderlich. 

In der Anforderungsstufe 3 ist keine Perimetrie erforderlich. Die Anforderung an die Sehschärfe
beträgt im Regelfall 0,5 / 0,2 mit und ohne Korrektur. 

Das Farbsehvermögen soll auf die Tätigkeit und auf die gültigen Vorschriften bezogen bewertet werden. 

Unabhängig von diesen oben genannten Mindestanforderungen an die Sehschärfe bestehen bei allen
Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten gesundheitliche Bedenken bei:

- Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenmissbrauch

- Bewusstseins- oder Gleichgewichtsstörungen sowie Anfallsleiden jeglicher Ursache

- Erheblichen Störungen der Drüsen mit Innerer Sekretion

- Diabetes mellitus mit erheblichen Schwankungen der Blutzuckerwerte und der Gefahr von
  Unterzuckerungen

- Therapeutisch unzureichend beeinflussbaren Herz- oder Kreislauferkrankungen

- Erkrankungen oder Schäden des zentralen oder peripheren Nervensystems mit wesentlichen
   Funktionsstörungen

- Gemüts- oder Geisteskrankheiten.

Nachuntersuchungsfristen:

Unter Tage: 2 Jahre

Über Tage: Bis zum 49. Lebensjahr: 3 Jahre

Ab dem 50. Lebensjahr: 2 Jahre.

4.8       Gefahrstoffe

Beschäftigte, welche relevanten Belastungen bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ausgesetzt sind,
werden regelmäßig nach GesBergV (B01, B02) untersucht. Im Falle der Überschreitung des
Arbeitsplatzgrenzwertes nach der Gefahrstoffverordnung erfolgen die Untersuchungen entsprechend
Teil 1 Abs. 1 Nr. 1 ArbMedVV, Für den Untersuchungsumfang und die arbeitsmedizinischen
Beurteilungskriterien sowie die Nach-untersuchungsfristen werden die entsprechenden berufs-
genossenschaftlichen Grundsätze herangezogen.

Eine Pflichtuntersuchung wird auch dann erforderlich, wenn Beschäftigte planmäßig >4 Stunden täglich
flüssigkeitsdichte (z.B. Chemikalien) Schutzhandschuhe tragen (Feuchtarbeit). In solchen Fällen wird
der berufsgenossenschaftliche Grundsatz G 24 herangezogen.

4.9       Bildschirmarbeitsplätze

Beschäftigte an stationären Bildschirmarbeitsplätzen werden untersucht. Für den Untersuchungsumfang
und die arbeitsmedizinischen Beurteilungskriterien wird der berufsgenossenschaftliche Grundsatz für
arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen 'Bildschirmarbeitsplätze' (G 37) herangezogen.

Nachuntersuchungsfrist: 5 Jahre.

4.10      Arbeitsaufenthalt im Ausland

Beschäftigte, die für das Unternehmen unter besonderen klimatischen und gesundheitlichen Belastungen
im Ausland tätig sind, werden gemäß der ArbMedVV untersucht. Für den Untersuchungsumfang und
die arbeitsmedizinischen Beurteilungskriterien wird der entsprechende Berufsgenossenschaftliche
Grundsatz (G35) herangezogen.

4.11      Arbeiten mit Absturzgefahr

Beschäftigte, die Absturzgefahren im Sinne des Berufsgenossenschaftlichen Grundsatzes "Arbeiten mit
Absturzgefahr" (G 41) ausgesetzt sind, werden untersucht. Der Untersuchungsumfang und die
arbeitsmedizinischen Untersuchungskriterien richten sich nach dem G 41.  

4.12      Sprengarbeiten

Die Anforderungen an die Beschäftigten mit Sprengarbeiten entsprechen grundsätzlich Teil  2 dieses
Plans unter besonderer Berücksichtigung der gesundheitlichen Risiken hinsichtlich Erkrankungen des
zentralen und peripheren Nervensystems, Herz-Kreislauferkrankungen sowie Erkrankungen der
Atmungsorgane und der Haut. 

Gesundheitliche Bedenken bestehen bei:

- Relevanten Farbsinnstörungen

- Nitratüberempfindlichkeit

- Bereits begründetem Verdacht auf Medikamenten-, Drogen- oder Alkoholmissbrauch
   Nachuntersuchungsfrist: 2 Jahre 

4.13      Umgang mit ionisierenden Strahlen

Beruflich strahlenexponierte Personen werden nach der Röntgen- / Strahlenschutzverordnung von
einem ermächtigten Arzt überwacht.

Die Untersuchungsfristen werden entsprechend RöV bzw. StrlSchV eingehalten.  


 


A 4.4 - Anlage 1


 


 Anlage 2 


 


 

anlage 3


 

anlage 4


 

anlage 5



 

anlage 6



 anlage 7



 

 anlage 8



 

 anlage 9



 

 anlage 10


 


Anlage 11

 

Empfehlungen des AK Klima bezüglich der Beurteilung bei Untersuchungen nach
KlimaBergV (B 03)

                                                                                                Fassung vom 21.6.2004

Präambel:

Die nachfolgenden Empfehlungen zur Beurteilung der Klimatauglichkeit nach KlimaBergV
im Bereich des Deutschen Steinkohlenbergbaus sollen dem untersuchenden Arzt Richtlinien
für seine Beurteilung geben. Im Einzelfall kann von den Empfehlungen abgewichen werden;
es ist dann aber eine Begründung für diese Abweichung in der Gesamtbeurteilung zu
dokumentieren.

 

 

1.       Erheblich reduzierter Ernährungs- und Kräftezustand.
Bei Vorliegen eines erheblich reduzierten Zustandes liegt wahrscheinlich ohnehin keine
Arbeitsfähigkeit vorliegt. Daher sind nähere Erläuterungen bezüglich der Klimaeinschränkung
hier entbehrlich.

2.       Adipositas mit einem Übergewicht von mehr als 30% des Normalgewichts nach Broca.
Bei einem Broca-Index bis 30 % ü.NG ist keine Klimaeinschränkung auszusprechen, die lediglich
auf der Adipositas beruhen würde.

Bei einem Broca-Index von 30 – 40 % ü.NG und unauffälliger Anamnese ohne sonstige Erkrankung
ist eine Ergometrie durchzuführen. Sollte diese unauffällig sein (Blutdruck, Leistungsvermögen,
Kurvenverlauf) so ist auch hier keine Klimaeinschränkung auszusprechen.

Bei einem Broca-Index von über 40 % ü.NG ist unabhängig von der Beschwerdelage in jedem Fall
eine Klimaeinschränkung für Temperaturen über 29° C effektiv auszusprechen.

Ab einem Broca-Index von über 50% ü.NG ist in der Regel von einer Untauglichkeit für Klimabereiche
(also ab 25°eff oder > 28° trocken) auszugehen.

3.       Obstruktive oder restriktive Ventilationsstörungen der Lunge.
Ein behandeltes und bekanntes Lungenleiden mit pathologischen Werten (Abweichungen > 10% unter
dem unteren Sollwert) führt zu einer Einschränkung von 29° C effektiv. Gleiches gilt auch für
messtechnisch erhobene Werte ohne Behandlung, hierbei ist allerdings aktueller Gesundheitszustand
(Erkältung) und Verlaufsbeobachtung (sinkende oder permanent niedrige Werte) wesentlich. 

4.       Herz- und Kreislaufstörungen.

Herzschäden (Myokarditis, KHK, etc.) und Arrhythmien von klinischer Bedeutung führen auf jeden Fall
zu einer Klimaeinschränkung >29° C effektiv, evtl. auch zu höhergradiger Einschränkung. Gleiches gilt
für pathologische EKG-Veränderungen.


Eine behandelte Hypertonie mit gut eingestellten Werten führt automatisch zu einer Klimaeinschränkung
>29° C effektiv. Gleiches gilt auch für Werte, die bei der Untersuchung erhoben und durch eine Zweit-
messung bestätigt sind bis zur Abklärung. Als Grenze der Einstufung bis 29° C effektiv wird hierbei die
mittelschwere Hypertonie nach den Leitlinien arterielle Hypertonie angesehen.

Bei Vorliegen einer schweren Hypertonie (siehe Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga, Anhang 1) ist
auch eine Einschränkung über 25° C effektiv notwendig. Bis zu einer externen Abklärung sollte eine
befristete Klimaeinschränkung bis 3 Monate festgelegt werden. 

5.       Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenmissbrauch:

Hierunter ist jeweils ein krankheitsrelevanter Missbrauch zu verstehen.

6.       Folgezustände nach knöcherner Schädelverletzung oder nach schwerer Gehirnerschütterung:
Klinisch relevante Folgezustände müssen eine Berücksichtigung finden.

7.       Anfallsleiden:
Anfallsleiden von Krankheitswert machen in der Regel Gruben-untauglich. Somit erscheint hier kein
wesentlicher Handlungsbedarf bezüglich der Klimaeinstufung. 

8.       Leberparenchymerkrankungen:
Hierbei ist besonders die chronisch persistierende Hepatitis (B, C) als relevante Erkrankung für
Klimaeinschränkungen > 29°eff. zu nennen.

9.       Nierenparenchymerkrankungen:
Zusätzlich zu klinisch relevanten Nierenparenchymerkrankungen sollte bei einer Kreatininerhöhung
über 1,5 mg/ml eine Klimaeinschränkung ausgesprochen werden. Dauerhaft sollte diese Einschränkung
nur dann sein, wenn ebenso dauerhaft eine entsprechende Kreatininerhöhung nachgewiesen wurde. 

10.   Chronisches Nierensteinleiden:

Von einem solchen ist nur dann auszugehen, wenn mehrfach der Abgang von Nierensteinen in relativ
jüngerer Vergangenheit auf-getreten ist. Dann ist in der Regel eine Klimaeinschränkung >29°eff C
auszusprechen. Lange zurückliegende Ereignisse (10 Jahre und mehr) ergeben keine Einschränkungs-
begründung. 

11.   Erhebliche Störungen der inneren Sekretion, insbesondere der Schilddrüse:

Ein Schilddrüsenleiden mit nachgewiesener Auswirkung auf das Herz-Kreislauf-System muss ein
Einschränkungsgrund sein. Euthyreote Strumen, auch bei Einnahme von Schilddrüsen-medikamenten,
sind keine Indikation für eine Einschränkung.

12.   Erhebliche Stoffwechselstörung, insbesondere Diabetes-mellitus:
Ein behandlungspflichtiger Diabetes ist immer ein Grund für eine Klimaeinschränkung.
Ein gut eingestellter tablettenpflichtiger Diabetes sollte hierbei lediglich für Bereiche > 29° C effektiv
eine Einschränkung darstellen. Bei schlecht eingestellten tablettenpflichtigen Diabetikern (Typ II), so wie
bei insulinpflichtigen Diabetikern, kann, bei Vorliegen von Grubentauglichkeit, auch eine höhergradige
Klimaeinschränkung erforderlich sein. Fettstoffwechselstörungen ohne manifeste Auswirkungen auf
das Herz-Kreislauf-System bedingen keine Klimaeinschränkung. 

13.   Chronische Hauterkrankungen:
Eine Klimaeinschränkung ist nur bei nachgewiesener Verschlechterung unter Klimaeinwirkung im
Einzelfall gerechtfertigt.

14.   Glaukom:
Keine Notwendigkeit einer Klimaeinschränkung. 

15.   Chronische und nicht heilbare Infektionskrankheiten:

Bei Infektionskrankheiten mit funktionellen Einschränkungen sind selbstverständlich Arbeitseinsatz-
beschränkungen auszusprechen. Die entsprechenden Leiden sind jedoch entweder vorher bereits
aufgelistet oder führen zu einem reduzierten Ernährungs- und Kräftezustand, der ohnehin eine
Klimaeinschränkung bedingen würde. 

16.   Bekannte Anhidrosis:

Bei einer feststehenden und durch aussagekräftige medizinische Berichte dokumentierten Anhidrosis
ist grundsätzlich eine Klimaeinschränkung auszusprechen. In der Regel wird hier eine Einschränkung
für Klimabereiche generell (>25°C eff) notwendig sein. 

17.   Einnahme von Medikamenten, die die Hitzetoleranz herabsetzen:
Eine spezielle Bewertung von Medikamenten ist nicht notwendig ist, da hier im Wesentlichen die
Grunderkrankung den bestimmenden Faktor darstellt.

18.   Thrombose:
Eine erwiesene Thromboseneigung sowie ein manifestes postthrombotisches Syndrom würden ebenfalls
eine Klimaeinschränkung >29°C eff bedingen. Grund hierfür ist der physiologischerweise auftretende
Verlust von Flüssigkeit durch Schwitzen und die damit erhöhte Neigung zu Thrombosen. 

19.   Lebensalter
Mitarbeiter unter dem 18. Lebensjahr sollen grundsätzlich nicht in Klimabereichen eingesetzt werden sollten.

Bei Mitarbeitern über dem 18. Lebensjahr bis zum 21. Lebensjahr sollte, vor Einsatz unter Tage,
eine Klimauntersuchung durchgeführt werden. Hier ist bei der 1. Untersuchung die Ergometrie obligat.
Bei unauffälliger Anamnese und unauffälliger Ergometrie ist aus betriebsärztlicher Sicht ein Einsatz in
Klimabereichen möglich. Eine grundsätzliche Einschränkung für Bereich über 29 ° C effektiv muss
nicht erfolgen.

Grundsätzliches ist das höhere Alter als solches kein Grund für eine Klimaeinschränkung.

Da im fortgeschrittenen Alter Herz-Kreislauf-Erkrankungen erfahrungsgemäß zunehmen, außerdem
die Leistungsfähigkeit durch mehrere Faktoren nachlässt, sollte ab dem 50igsten Lebensjahr bei der
jährlich durchzuführenden Klimauntersuchung eine Ergometrie mit Feststellung der PWC 150
durchgeführt werden. Unter Berücksichtigung der Anamnese und übriger Befunde ist dann zur
Klimatauglichkeit Stellung zu nehmen.

20.   Gelegentliche Unter-Tage-Einsätze
Laut GesBergV ist bis zu einem Arbeitsaufenthalt von 3 Monaten keine Untersuchung auf
Untertagetauglichkeit notwendig. Sollte bei dem Einsatz dieser Mitarbeiter keine Arbeit in
Klimabereichen durchgeführt werden, ist eine Stellungnahme daher grundsätzlich auch unnötig.
Unter Berücksichtigung betrieblicher Zwänge sollte jedoch auch für diesen Personenkreis die
Untersuchung nach gefordertem Auftrag vorgenommen und bescheinigt werden.

21.   Ergometrie
  a)   Leistungsmangel bei der Ergometrie

         Bei Leistungswerten unter 80% der normalen personenbezogenen Leistungsfähigkeit (W150)
        ist eine Klimaeinschränkung >29° C eff auszusprechen. Training soll empfohlen werden.

b)   Belastungshypertonie

       Bei einer Belastungshypertonie nach den Ergo-Richtlinien der DSK und den Vorgaben im
       Anhang 2 der BG-Grundsätze ("Leitfaden für die Ergometrie") ist eine Klimaeinschränkung
       >29° C eff auszusprechen.

Bei pathologischen Kurvenverläufen ist eine Beurteilung nach betriebsärztlichem Sachverstand
notwendig.

Wird im Rahmen einer angeforderten Klimauntersuchung ärztlicherseits eine Ergometrie für
notwendig erachtet und vom Probanden ohne nachvollziehbare Begründung verweigert, ist eine
Beurteilung nicht möglich und somit eine befristete Klimaeinschränkung >25° C eff auszusprechen.
Im Bemerkungsfeld sollte der Hinweis „Ergometrie verweigert“ eingegeben werden.

 

 


Anhang I

Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga / Deutsche Hypertonie Gesellschaft

 

Klassifikation

systolisch

diastolisch

 

optimal

< 120

< 80

normal

< 130

< 85

noch normal

130 - 139

85 - 89

leichte Hypertonie (Schweregrad 1)

140 - 159

90 - 99

Untergruppe Grenzwerthypertonie

140 - 149

90 - 94

mittelschwere Hypertonie (Schweregrad 2)

160 - 179

100 - 109

schwere Hypertonie (Schweregrad 3)

> 180

> 110

isolierte systolische Hypertonie

> 140

< 90

Untergruppe syst. Grenzwerthypertonie

140 - 149

< 90

 

 


 

 

 

 


21.09.2009

62.12.23.11-6-11

Plan für die Durchführung
arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen
im Steinsalzbergbau gemäß § 3 Abs. 2 GesBergV

A 4.4

 

An die Dezernate 62 - 64

 

 

 

Plan für die Durchführung arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen im Steinsalzbergbau
gemäß § 3 Abs. 2 GesBergV

Plan des Leitkreises SGU Arbeitsmedizin der K + S AG, Stand 20.07.2009 in der am 24.08.2009
berichtigten Fassung

Rundverfügung vom 08.06.2006 – 84.12.23.11-2005-1 -

 

Sehr geehrte Damen und Herren, 

hiermit gebe ich den o. a. Plan bekannt, der gemäß § 3 Abs. 2 der Gesundheitsschutz-Bergverordnung
(GesBergV) mit dem am 14.08.2009 eingegangenen Schreiben , berichtigt am 24.08.2009, von der
esco – european salt company GmbH & Co. KG angezeigt wurde. Die Übereinstimmung mit den
Anforderungen nach § 3 Abs. 2 GesBergV wurde mit Schreiben vom 16.09.2009 – 62.12.23.11-6-11 –
dem Unternehmer bestätigt. Dieser Plan löst den am 07.11.1997 – Zeichen Vli/L – durch die
Solvay Salz GmbH angezeigten Plan, Stand 12.1996, ab. Soweit hierzu in Rundverfügungen Bezug
genommen wurde, hebe ich daher diese in dem Umfang, wie sie den vorgenannten Plan betreffen,
hiermit wegen Gegenstandslosigkeit auf.

 

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW

Im Auftrag:

K i r c h n e r



Plan
für die Durchführung
der Arbeitsmedizinischen Vorsorge in den Betrieben der K+S-Gruppe
unter besonderer Berücksichtigung des Salzbergbaues
(nach § 3, Abs. 2 GesBergV)

 

Stand 20.07.2009

 

Leitkreis SGU Arbeitsmedizin der K+S Aktiengesellschaft

 

 

Inhaltsübersicht

1. Allgemeines                                                                                                                                                                                                                     

1.1 Einführung
1.2 Rechtsvorschriften                                                           

1.3 Hinweise zum Datenschutz
1.4 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       
1.4.1 Erstuntersuchungen
1.4.2 Nachuntersuchungen
1.4.3 Nachgehende Untersuchungen
1.4.4 Vorzeitige Nachuntersuchungen  
1.4.5 Angebotsuntersuchungen   
1.4.6 Pflichtuntersuchungen    
1.4.7 Auswahlkriterien für die arbeitsmedizinische Vorsorge  
1.4.8 Duldung einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung                                                                                  
1.4.9 Arbeitsmedizinische Beurteilung

2. Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

2.1   im Unternehmen der K+S angewandte berufsgenossenschaftliche Untersuchungsgrundsätze
2.2   unternehmensinterne Untersuchungsprogramme der Arbeitsmedizinischen Vorsorge

Anhang

Anlage  1  Muster Arbeits- und Sozialkrankengeschichte  “Erstuntersuchungen“
Anlage  2  Muster Arbeits- und Sozialkrankengeschichte  “Nachuntersuchungen“
Anlage  3  Muster Anamnese- und Untersuchungsbogen Arzt
Anlage  4  Nachuntersuchungsfristen (Anlage 2 zu §2 GesBergV)
Anlage  5  Empfehlungen zur Beurteilung bei Untersuchungen nach KlimaBergV
Anlage  6  Ergänzungen
Anlage  7  Muster Ärztliche Bescheinigung
Anlage  8  Organisationsbericht Arbeitsmedizinische Vorsorge

 

 

 

 

 

 

1. Allgemeines

1.1 Einführung

Der vorliegende Plan in seiner Fassung vom August 2008 wurde nach den Vorgaben der gesetzlichen
Neuregelungen unter besonderer Berücksichtigung der Gesundheitsschutzbergverordnung (GesBergV)
und der Klimabergverordnung (KlimaBergV) gemäß § 3 der GesBergV entwickelt und den
zuständigen Landesbergbehörden angezeigt.

Falls nicht im Bundesberggesetz oder in bergrechtlichen Verordnungen anders lautende
Rechtsvorschriften bestehen, gelten auch die Vorgaben der ArbMedVV und andere gesetzliche
Regelungen, soweit sie zur Anwendung gelangen (s. 1.2.1) Der  Plan soll allen Ärzten, die mit der
Durchführung von Untersuchungen im Salzbergbau beauftragt sind, Beurteilungskriterien an die Hand
geben, nach denen bestehende Gesundheitsstörungen bewertet werden können und festzulegen ist,
ob Bedenken gegen Tätigkeiten im Salzbergbau bestehen oder nicht.

Unter Berücksichtigung der Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV vom
24.12.2008) erfolgte im Juli 2009 eine überwiegend redaktionelle Anpassung im Plan für die
Durchführung der Arbeitsmedizinischen Vorsorge.

Die maßgebliche Rechtsgrundlage dieses Plans bleibt die GesBergV, insofern stellt er
eine verbindliche Richtlinie dar, die zu beachten ist.

Ein Abweichen von den in ihm festgelegten Kriterien bedarf in jedem Falle einer nachvollziehbaren
schriftlichen Begründung, die in der ärztlichen Akte an geeigneter Stelle zu dokumentieren ist.

Der Unternehmer darf nur solche Ärzte mit der Durchführung von Untersuchungen nach
GesBergV, KlimaBergV sowie nach anderen gültigen Rechtsvorschriften  beauftragen,
die von der zuständigen Landesbergbehörde dazu ermächtigt sind.  Dies können nur Ärzte
für Arbeitsmedizin bzw. Ärzte mit der Zusatzbezeichnung Betriebsmedizin sein. Für bestimmte
berufsgenossenschaftliche Grundsätze ist bis auf Weiteres eine Ermächtigung des
beauftragten Arztes durch die zuständige Berufsgenossenschaft erforderlich.

 

1.2 Rechtsvorschriften

Zusätzlich zu den für den Salzbergbau maßgeblichen bergrechtlichen Vorschriften sind die
staatlichen Vorschriften sowie das Regelwerk der Berufsgenossenschaften zur Durchführung
der Arbeitsmedizinischen Vorsorge zu beachten:

1.2.1 Staatliche Rechtsvorschriften zum Gesundheitsschutz und zur betriebsärztlichen
            Betreuung der Beschäftigten

1.      Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
2.      Bundesberggesetz (BBergG)
3.      Allgemeine Bundesbergverordnung (ABBergV)
4.      Gesundheitsschutzbergverordnung (GesBergV)
5.      Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG)
6.      Bergverordnung Arbeitssicherheit (BVOASI)
7.      Verordnung zur Arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)
8.      Infektionsschutzgesetz (IfSG)
9.      Strahlenschutzverordnung (StrlSchV)
10.    Röntgenverordnung (RöV)
11.    Bildschirmarbeitsverordnung (BildschArbV) – (beachten §1 (3): gilt nicht in Betrieben
          unter Bergaufsicht!)
12.    Klima-Bergverordnung (KlimaBergV)
13.    Fahrerlaubnisverordnung (FeV)
14.    Berufskrankheiten-Verordnung (BKV)
15.    Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)
16.    Mutterschutzgesetz (MuSchG)
17.    Arbeitszeitgesetz (ArbZG)
18.    Betriebsverfassungsgesetz (BetrVG)
19.    Bundesdatenschutzgesetz (BDSG)
20.    Sozialgesetzbuch (SGB) der gesetzlichen Sozialversicherung

 

1.2.2. Berufsgenossenschaftliche Vorschriften, Regeln und Hinweise

       a.   BG-Vorschriften (BGV)

      b.   BG-Regeln (BGR)

      c.   Grundsätze für spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen (BGG)
 

1.3 Hinweise zum Datenschutz

Bei der Dokumentation aller anamnestischen Informationen, ärztlichen Befunde und sonstigen
Eintragungen in die ärztliche Akte sind die besonderen Regelungen der ärztlichen Schweigepflicht 
streng zu beachten.

Gleiches gilt für den Inhalt der ärztlichen Bescheinigungen und der arbeitsmedizinischen Mitteilungen
an den Betrieb.

Insbesondere wird bei der medizinischen Beurteilung auf folgende Verfahrensweisen hingewiesen:

  1. Zu § 3 Abs. 2  und Anlage 4, GesBergV
    a) Unter Anlage 4, Nr. 3, wird - entsprechend dem Klammerzusatz -
         nur die Eignungsgruppe nach Anlage 1 angegeben.
    b) Bemerkungen entsprechend Anlage 4, Nr. 6, enthalten keine Diagnosedaten oder
        solche Daten, die Rückschlüsse auf diagnostische Feststellungen zulassen
     
  2. Zu § 3 Abs. 3 Satz 2, GesBergV
    Mit Hilfe der automatischen Datenverarbeitung werden von den Unterlagen über arbeits-
    medizinische Vorsorgeuntersuchungen Ergebnisse nur soweit verarbeitet und genutzt, wie
    sie die Eignung betreffen und dem Schutz des Beschäftigten sowie der Abwehr berufs-
    bedingter Erkrankungen dienen.
     
  3. Gespeicherte arbeitsmedizinische Daten werden durch technische und
    organisatorische Maßnahmen eindeutig gegenüber den anderen Daten des Unternehmens
    abgetrennt und vor dem Zugriff Unbefugter gesichert. Einen Zugriff zu diesen Daten haben
    nur die Ärzte, die unmittelbar für die arbeitsmedizinische Betreuung der Belegschafts-
    mitglieder verantwortlich sind.
     
  4. Zu § 3 Abs. 4 (insbesondere Satz 1) GesBergV
    Die Verpflichtung des Unternehmers, für die Aufzeichnung und Aufbewahrung der Ergebnisse
    arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen durch die mit derartigen Untersuchungen
    beauftragten Ärzte zu sorgen, umfasst im Hinblick auf die Schweigepflicht der Ärzte nicht
    die Befugnis, in Diagnosedaten oder Daten, die Rückschlüsse auf diagnostische Feststellungen
    zulassen, Einsicht zu nehmen.
     
  5. Allgemein sind die Empfehlungen zur ärztlichen Schweigepflicht, Datenschutz und
    Datenverarbeitung  in der ärztlichen Praxis (Deutsches Ärzteblatt, Jg. 105, Heft 19,
    vom 9.Mai 2008) zu beachten, um die Anforderungen der GesBergV  zu erfüllen.

 
1.4 Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

Durch die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen ist es möglich, bestimmte gesundheits-
gefährdende Krankheiten einem systematischen Screening zu unterziehen, um damit frühzeitig
medizinisch auffällige Befunde erkennen zu können. 

Dabei untergliedert sich die Systematik der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen in:

Die Vorstellungspflicht beim ärztlichen Dienst sowie die Einhaltung der entsprechenden Fristen
obliegt dem Unternehmer. 

1.4.1 Erstuntersuchungen

Erstuntersuchungen müssen vor Beginn der Beschäftigung vorgenommen werden. Sie dürfen nicht
länger als drei Monate - vom Beginn der Beschäftigung an gerechnet - zurückliegen. Nach einer
Unterbrechung der Tätigkeit entsprechend § 1 der GesBergV von mehr als drei Monaten ist eine
erneute Erstuntersuchung entsprechend Abschnitt 2 dieses Plans vorzunehmen, wobei die bisherige
praktische Erfahrung im Bergbau und bereits vorhandene Untersuchungsergebnisse zu
berücksichtigen sind.

Durch die Erstuntersuchung wird festgestellt, ob gesundheitliche Bedenken gegen die Aufnahme
einer Tätigkeit bestehen. Eine Erstuntersuchung kann auch bei Wechsel des Arbeitsplatzes innerhalb
des Betriebes erforderlich sein. Durch Untersuchungen nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz wird
eine arbeitsmedizinische Erstuntersuchung nicht ersetzt.

1.4.2 Nachuntersuchungen

Nachuntersuchungen sind jeweils innerhalb von sechs Wochen vor Ablauf der festgelegten Fristen
durchzuführen. Die Nachuntersuchungsfristen ergeben sich aus Anlage 2 (zu § 2) der GesBergV
(Anlage 4 dieses Plans). Nachuntersuchungen nach anderen Rechtsvorschriften und deren Fristen
bleiben davon unberührt. (Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorge-
untersuchungen, 4. vollständig neu bearbeitete Auflage 2007)

Der Unternehmer darf einen Beschäftigten, dessen Gesundheitszustand durch spezielle arbeits-
medizinische Vorsorgeuntersuchungen überwacht werden muss, nach Ablauf der vorgeschriebenen
Frist nur weiterbeschäftigen, wenn der Versicherte zuvor von einem ermächtigten Arzt untersucht
worden ist.

1.4.3 Nachgehende Untersuchungen

Zwischen einer gefährdenden Tätigkeit mit krebserzeugenden Gefahrstoffen und dem eventuellen
Auftreten einer Berufskrankheit können viele Jahre liegen. Es kann daher sein, dass bei einer
Krebserkrankung der Versicherte die gefährdende Tätigkeit mit krebserzeugenden Gefahrstoffen
längst aufgegeben hat oder ganz aus dem Erwerbsleben ausgeschieden ist und so der Zusammenhang
mit der früheren Tätigkeit zunächst gar nicht mehr erkannt wird. Die Berufsgenossenschaften haben
deshalb auf der Grundlage des Sozialgesetzbuches (SGB VII) sichergestellt, dass auch die
betroffenen Versicherten nach dem Ausscheiden aus solchen Tätigkeiten, einer arbeitsmedizinischen
Vorsorgeuntersuchung zugeführt werden.

Nachgehende Untersuchungen kommen im Geltungsbereich der GesBergV auch wegen der
Erkrankungsrisiken nach Exposition gegenüber fibrogenen Grubenstäuben in Betracht.

Im Bergbauzweig der Kali- und Steinsalzindustrie, in der es überwiegend zu einem Kontakt mit
löslichen Stäuben kommt, spielen fibrogene Stäube eine nur untergeordnete Rolle.

Dementsprechend sind Nachgehende Untersuchungen in Zeitabständen von längstens 5 Jahren
zu ermöglichen, wenn Beschäftigte:

  1. bei Tätigkeiten nach § 1 der GesBergV
    a) mit krebserzeugenden Gefahrstoffen umgegangen sind und hierbei die Arbeitsplatz-
        grenzwerte im Sinne des § 15 Abs. 2 Gefahrstoffverordnung überschritten worden sind
        oder
    b) fibrogenen Grubenstäuben ausgesetzt gewesen sind und
      
  2. während einer Beschäftigung im Sinne der Nummer 1 mindestens eine Nachuntersuchung
    stattgefunden hat und
      
  3. eine Beschäftigung im Sinne der Nummer 1 nach dem 31.12.91 beendet worden ist.

Nachgehende Untersuchungen sind somit bei Belastung mit fibrogenen Grubenstäuben, Asbest und
anderen Stoffen mit krebserzeugenden Potential nach Aufforderung über die Organisationsdienste
ODIN und ZAS mit deren Dokumentationsverfahren durchzuführen.

Das Ergebnis der Untersuchung soll dem Versicherten in geeigneter Weise mitgeteilt werden.

Wird dabei der begründete Verdacht auf das Vorliegen einer Berufskrankheit im Zusammenhang
mit Tätigkeiten nach §1 der GesBergV geäußert, soll dies dem zuständigen Unfallversicherungsträger
in geeigneter Weise mitgeteilt werden.

 

1.4.4 Vorzeitige Nachuntersuchungen                                                                                                               

Eine vorzeitige Nachuntersuchung kann durch den Betriebsarzt veranlasst werden. Auf Wunsch
des Beschäftigten, des Unternehmers oder des zuständigen gesetzlichen Versicherungsträgers kann
sie bei tätigkeitsbezogenen Beschwerden oder nach schwerer Erkrankung angezeigt sein.

Dies gilt auch für solche Personen, bei denen ein ursächlicher Zusammenhang zwischen einer
Gesundheitsstörung und Belastungen am Arbeitsplatz oder bei denen eine Veränderung ihrer
Einsatzfähigkeit vermutet wird.

Die Durchführung der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen im Kali- und Steinsalzbergbau
untergliedern sich in die berufsgenossenschaftlichen Grundsatzuntersuchungen (G-Untersuchungen)
und die unternehmensinternen Untersuchungen (U-Untersuchungen).

Grundlage zur Durchführung dieser Vorsorgeuntersuchungen sind staatliche und berufs-
genossenschaftliche Regelwerke.

Innerhalb des berufsgenossenschaftlichen, wie auch im gesetzlichen Regelwerk zur Arbeits-
medizinischen Vorsorge unterscheiden wir weiterhin: 

 

1.4.5 Angebotsuntersuchungen (soweit bergrechtlich nicht anders geregelt)

Angebotsuntersuchungen sind arbeitsmedizinische Untersuchungen beispielsweise aufgrund
von Rechtsvorschriften oder aufgrund betrieblicher Vereinbarungen, die der Unternehmer seinen
Beschäftigten anbietet. Die Annahme und Durchführung dieser arbeitsmedizinischen Untersuchungen
ist im Unterschied zu den Pflichtuntersuchungen nicht Beschäftigungsvoraussetzung. Die Vorschrift
zu Angebotsuntersuchungen findet sich in §5 der ArbMedVV.

1.4.6 Pflichtuntersuchungen 

Pflichtuntersuchungen sind ganz bestimmte, in Rechtsvorschriften angeordnete Untersuchungen
wegen besonderer Gefährdung am Arbeitsplatz. Die Durchführung dieser arbeitsmedizinischen
Vorsorgeuntersuchungen ist Voraussetzung für die Beschäftigung oder Weiterbeschäftigung mit
diesen gefährdenden Tätigkeiten. Vorschriften zu Pflichtuntersuchungen finden sich in der GesBergV,
aber beispielsweise auch in § 4 der ArbMedVV oder in der Strahlenschutzverordnung

1.4.7 Auswahlkriterien zur arbeitsmedizinischen Vorsorge 

Die Auswahl der notwendigen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen erfolgt durch die
regelhaft durchzuführende Gefährdungsbeurteilung. Hieran sind beteiligt die Linienverantwortlichen
im Unternehmen, die Abteilung für Arbeitssicherheit und der Medizinische Dienst. Die Ergebnisse
der Gefährdungsbeurteilung werden EDV-technisch dokumentiert und über eine entsprechende
Schnittstelle an die arbeitsmedizinische Software (Medisoft BASIS) übermittelt. Nach Abschluss
der Vorsorgeuntersuchung erfolgt eine automatisierte Ergebnismitteilung (vgl. 1.4.9) und Über-
mittlung der Nachuntersuchungsfrist in das SAP-System.
 

1.4.8 Duldung einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung 

Eine Pflicht zur Duldung einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung besteht nicht. Da der
Unternehmer den Versicherten ohne fristgerechte Untersuchung jedoch nicht gefährdend weiter-
beschäftigen darf, können sich arbeitsrechtliche Konsequenzen ergeben, insbesondere dann, wenn
kein anderer Arbeitsplatz angeboten werden kann. 

Der Versicherte kann dann seine Arbeitsleistung aus von ihm zu vertretenden Gründen nicht erbringen.
Die Mitwirkung des Betroffenen, für dessen Schutz die spezielle Vorsorgeuntersuchung gerade
geschaffen wurde, liegt aber in dessen eigenen Interesse und sollte daher auch vorausgesetzt werden.

1.4.9 Arbeitsmedizinische Beurteilung

Gemäß Anlage 1 GesBergV gelten für Erst- und Nachuntersuchung gleichermaßen die
Eignungsgruppen:

  1. Keine gesundheitlichen Bedenken
  2. Keine gesundheitlichen Bedenken unter bestimmten Voraussetzungen
  3. Befristete gesundheitliche Bedenken
  4. Dauernde gesundheitliche Bedenken

In der Ärztlichen Bescheinigung über arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen (Anlage 7 dieses
Plans oder ähnlicher Dokumentationsverfahren) werden, wie auch in allen übrigen Beurteilungen zur
Einsatzfähigkeit des Mitarbeiters/Mitarbeiterin, die Eignungsgruppen 1, 2, 3 oder 4 angegeben, bei
Beurteilung 2 durch Bemerkungen und/oder Einsatz-/Beschäftigungsbeschränkungen ergänzt.

Bei befristeten gesundheitlichen Bedenken ist die Dauer der Befristung mitzuteilen.

Die Umsetzung der sich aus der arbeitsmedizinischen Beurteilung ergebenden Konsequenzen obliegt
dem Unternehmer
  

2. Spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

2.1 Im Unternehmen der K+S Gruppe angewandte berufsgenossenschaftliche Grundsatzuntersuchungen

Die Untersuchungen werden entsprechend den Empfehlungen der Berufsgenossenschaften, veröffentlicht
und herausgegeben von der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (4. vollständig neubearbeitete
Auflage 2007)  durchgeführt.

 

G   2

Blei oder seine Verbindungen (mit Ausnahme der Bleialkyle)

G   8

Benzol

G 14

Trichlorethen (Trichlorethylen)

G 15

Chrom-VI-Verbindungen

G 20

Lärm I

 

Lärm II

G 24

Hauterkrankungen (mit Ausnahme von Hautkrebs)

G 25

Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten

G 26

Atemschutzgeräte

G 26.1

Atemschutzgeräteträger

G 26.2

Atemschutzgeräteträger

G 26.3

Atemschutzgeräteträger

G 27

Isocyanate

G 29

Benzolhomologe (Toluol,Xylol)

G 30

Hitzearbeiten

G 31

Überdruck

G 35

Arbeitsaufenthalt im Ausland unter besonderen klimat. und gesundheit. Belastungen

G 37

Bildschirmarbeitsplätze

G 38

Nickel oder seine Verbindungen

G 39

Schweißrauche

G 41

Arbeiten mit Absturzgefahr

G 42

Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung

G 44

Hartholzstäube

G 46

Belastungen des Muskel -u. Skelettsystems

 

2.2 Die medizinische Beurteilung des Ergebnisses der Vorsorgeuntersuchung obliegt dem Arzt und erfolgt
gemäß den Empfehlungen der berufsgenossenschaftlichen Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorge-
untersuchungen (4. Auflage 2007), hierbei finden die 4 Beurteilungskategorien analog 1.4.9 Anwendung.

 

 

 


U 100  Einstellungsuntersuchung

 

Feststellung der Vorgeschichte:

 

Untersuchung im Hinblick auf die Tätigkeit

optional nach ärztlichem Ermessen in Hinblick auf die Tätigkeit

 

Ergänzungsuntersuchungen:

bei pathologischen Befunden nach ärztlichem Ermessen 


 



U 99  Untersuchung für Beschäftigte unter Tage

 

Nachuntersuchungen:

        Beschäftigte < 50 Jahre: alle 5 Jahre
        Beschäftigte > 50 Jahre: alle 3 Jahre

  

Feststellung der Vorgeschichte:

 

Untersuchung im Hinblick auf die Tätigkeit

        optional bei medizinischer Indikation nach ärztlichem Ermessen


 

 

 


 U 98  Untersuchung nach Klima-Berg-Verordnung

Nachuntersuchungen:

        Nach KlimaBergV (s. Folgeseite)

Feststellung der Vorgeschichte:

Untersuchung im Hinblick auf die Tätigkeit

  optional bei medizinischer Indikation nach ärztlichem Ermessen

Anmerkung:

Vor Einsatz im Klimabereich mit einer Trockentemperatur von über 28 °C bzw. einer Effektivtemperatur
von über 25 °C ist bei der Erstuntersuchung im Sinne der KlimaBergV eine Fahrradergometrie mit
Bestimmung mindestens der W 150 durchzuführen. Bei Nachuntersuchungen wird eine Ergometrie nur
dann durchgeführt, wenn der untersuchende Arzt sie für erforderlich hält. 

Untersuchungsfristen

Gemäß KlimaBergV sind Untersuchungen  vorzunehmen bei

Personen, die innerhalb eines Jahres mehr als 80 Schichten bei einer Trockentemperatur von mehr als
28 °C oder bei einer Effektivtemperatur von mehr als 25°C verfahren haben, sind in Zeitabständen von
längstens 2 Jahren nach zu untersuchen.

Die Nachuntersuchungsfrist verkürzt sich auf längstens 1 Jahr für Personen

  1. die noch keine 21 Jahre oder mehr als 50 Jahre alt sind,
  2. die über 21 Jahre und bis zu 50 Jahre alt sind,

falls sie innerhalb eines Jahres mehr als 80 Schichten bei einer Effektivtemperatur von mehr als 29 °C
verfahren haben.


 

 

 


 

U 97  Untersuchung von Beschäftigten mit Nachtschicht-Tätigkeit
             (Angebotsuntersuchung nach ArbZeitG)

 

Nachuntersuchungen:

        Beschäftigte < 50 Jahre: alle 3 Jahre
        Beschäftigte > 50 Jahre: jährlich

 

Feststellung der Vorgeschichte:

 

Untersuchung im Hinblick auf die Tätigkeit (bei medizinischer Indikation nach ärztlichem
Ermessen, z.B.: )

optional nach ärztlichem Ermessen in Hinblick auf die Tätigkeit

Beratung zur nachtschichtgerechten Lebensführung

  


 

 

 

 


 

U 96  Großgerätefahrer
           (Bergmechaniker, einschl. Sprengarbeiten)

 

Nachuntersuchungen:

        Alle 3 Jahre

 

Feststellung der Vorgeschichte:

 

Untersuchung im Hinblick auf die Tätigkeit

 

Zusätzliche Untersuchungen nach BG-Grundsätzen

(nach Festlegung durch die Arbeitsplatz- und Gefährdungsanalyse ggfs.)

 


 

 

 

 


 

U 95  Untersuchung für Mitarbeiter in Deponiebereichen

  

Nachuntersuchungen:

        Alle 3 Jahre

 

Feststellung der Vorgeschichte:

 

Untersuchung im Hinblick auf die Tätigkeit

 

Zusätzliche Untersuchungen nach BG-Grundsätzen

(nach Festlegung durch die Arbeitsplatz- und Gefährdungsanalyse ggfs.)

 


 

 

 

 

 


 

U 94  Gruben- und Feuerwehr, Gerätewarte

 

Die Untersuchung erfolgt in Anlehnung an die berufsgenossenschaftlichen Grundsätze der
arbeitsmedizinischen Vorsorge

 

Nachuntersuchungen (gemäß GesBergV, Anlage 2 zu § 2):

Alter 18 bis 20 Jahre: jährlich
Alter 21 bis 39 Jahre: 2 Jahre
Alter > 40 Jahre: jährlich

  

Feststellung der Vorgeschichte:

 

Untersuchung im Hinblick auf die Tätigkeit

 

spezielle Untersuchungen

Hepatitis-Serologie

(bei Nichtgeimpften): anti-HAV, anti-HBc, anti-HCV (jeweils qualitativ)
(bei Geimpften): anti-HBs (quantitativ), anti-HCV (qualitativ)

 

Hinweis: Von den speziellen Untersuchungen zur Leistungsdiagnostik sind Gerätewarte,
die nicht gleichzeitig aktive Truppführer oder Wehrmänner sind, ausgenommen!

Die Anforderungen an die aktiven Mitglieder einer Gruben- oder Feuerwehr gelten für
Erst- und Nachuntersuchungen gleichermaßen:

Erforderlich ist eine Ergometrie unter maximaler Belastung (HF 200 minus Lebensalter).

Gesundheitliche Bedenken bestehen bei:

Befristete gesundheitliche Bedenken bestehen bei

Nach Krankheiten und Unfällen, die eine wesentliche Beeinträchtigung der körperlichen
Leistungsfähigkeit verursacht haben könnten, bzw. nach befristeten gesundheitlichen Bedenken
wird eine erneute ärztliche Untersuchung veranlasst, bevor der Dienst in der Grubenwehr wieder
aufgenommen werden kann.

 


 

 

 

 

 


 

U 92  Fördermaschinist

 

Nachuntersuchungen:

        alle 3 Jahre

 

Feststellung der Vorgeschichte:

 

Untersuchung im Hinblick auf die Tätigkeit

 

Spezielle Untersuchungen

* mit zugelassenem Testsystem (Wiener Test, Corporal A oder vergleichbare Systeme).
  Ein psychometrischer Leistungstest ist erneut dann durchzuführen, wenn begründetet Zweifel
  an der Eignung auftreten.

optional bei medizinischer Indikation nach ärztlichem Ermessen

 

Zusätzliche Untersuchungen nach BG-Grundsätzen

(nach Festlegung durch die Arbeitsplatz- und Gefährdungsanalyse ggfs.)


 

 

 

 


 

U 80  allgemeine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung (K+S Forschungsinstitut)

  

Nachuntersuchungen:

        Alle 3 Jahre

 

Feststellung der Vorgeschichte:

 

Untersuchung im Hinblick auf die Tätigkeit

 

spezielle Untersuchungen

 

 

Zusätzliche Untersuchungen nach BG-Grundsätzen

(nach Festlegung durch die Arbeitsplatz- und Gefährdungsanalyse ggfs.)

 

Sonderfall:

  



Anlage 1 Plan für die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen im Steinsalzbergbau

 


 


Anlage 2 Plan für die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen im Steinsalzbergbau

 


 


anlage 3 seite 1

 



anlage 3 seite 2


Anlage 4

 

Nachuntersuchungsfristen nach Anlage 2 zu § 2 GesBergV

 Nachuntersuchungsfristen nach GesBergV


 

 


Anlage 5

 

Empfehlungen bezüglich der Beurteilung bei Untersuchungen nach KlimaBergV

Fassung vom  September 2008

Die nachfolgenden Empfehlungen zur Beurteilung der Klimatauglichkeit nach KlimaBergV
im Bereich des Unternehmens der K+S Gruppe sollen dem untersuchenden Arzt Richtlinien
für seine Beurteilung geben. Im Einzelfall kann von den Empfehlungen abgewichen werden;
es ist dann eine Begründung für diese Abweichung in der Gesamtbeurteilung zu dokumentieren.

 

Erheblich reduzierter Ernährungs- und Kräftezustand
Bei Vorliegen eines erheblich reduzierten Zustandes liegt wahrscheinlich ohnehin keine
Arbeitsfähigkeit vor. Daher sind nähere Erläuterungen bezüglich der Klimaeinschränkung hier
entbehrlich.

 

Adipositas
Bei einem BMI < 35 ist keine Klimaeinschränkung auszusprechen, die lediglich auf der Adipositas
beruhen würde.

Bei einem BMI von 35-40 und auffälliger Anamnese ohne sonstige Erkrankung ist eine Ergometrie 
(W150) durchzuführen. Sollte diese unauffällig sein (Blutdruck, Leistungsvermögen, Kurvenverlauf)
so ist auch hier keine Klimaeinschränkung auszusprechen.

Bei einem BMI > 40 ist unabhängig von der Beschwerdelage in jedem Fall eine Klimaeinschränkung
für Temperaturen über 29 °C effektiv auszusprechen.

Ab einem BMI > 50 ist in der Regel von einer Untauglichkeit für Klimabereiche (also ab 25 °C eff
oder > 28 °C trocken) auszugehen.

 

Obstruktive oder restriktive Ventilationsstörungen der Lunge.
Ein behandeltes und bekanntes Lungenleiden mit pathologischen Werten in der Lungenfunktion
führt zu einer Einschränkung von 29 °C effektiv. Gleiches gilt auch für messtechnisch erhobene Werte
ohne Behandlung, hierbei ist allerdings aktueller Gesundheitszustand (Erkältung) und Verlaufs-
beobachtung (sinkende oder permanent niedrige Werte) wesentlich.

 

Herz- und Kreislaufstörungen
Herzschäden (Myokarditis, KHK, etc.) und Arrythmien von klinischer Bedeutung führen auf
jeden Fall zu einer Klimaeinschränkung > 29 °C effektiv, evtl. auch zu höhergradiger Einschränkung.
Gleiches gilt für pathologische EKG-Veränderungen.

Eine behandelte Hypertonie mit gut eingestellten Werten führt automatisch zu keiner
Klimaeinschränkung > 29 °C effektiv. Gleiches gilt für pathologische Werte, die bei der Untersuchung
erhoben und durch eine Zweitmessung bestätigt werden, dann aber einer Abklärung zugeführt werden.
Als Grenze der Einstufung bis 29 °C effektiv wird hierbei die mittelschwere Hypertonie nach den
Leitlinien arterielle Hypertonie angesehen. Bei Vorliegen einer schweren Hypertonie (siehe Leitlinien
der Deutschen Hochdruckliga, Anhang 1) ist auch eine Einschränkung über 25 °C effektiv notwendig.
Bis zu einer externen Abklärung sollte eine befristete Klimaeinschränkung bis 3 Monate festgelegt werden.

  

Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenmissbrauch
Hierunter ist jeweils ein krankheitsrelevanter Missbrauch zu verstehen. Dieser führt zu einer
Untauglichkeit für Bereiche, die der Klima-BergV unterliegen.

  

Folgezustände nach knöcherner Schädelverletzung oder nach schwerer Gehirnerschütterung
Klinisch relevante Folgezustände müssen eine Berücksichtigung finden und werden in der Regel zur
Untauglichkeit führen.

 

Anfallsleiden
Anfallsleiden von Krankheitswert machen in der Regel Grubenuntauglich. Somit erscheint hier kein
wesentlicher Handlungsbedarf bezüglich der Klimaeinstufung.

 

Leberparenchymerkrankungen
Hierbei sind besonders die chronisch persistierenden Hepatitiden A und B als relevante Erkrankung
für Klimaeinschränkungen > 29 °C eff. zu nennen.  Eine laborchemische Abklärung ist einzuleiten.

 

Nierenparenchymerkrankungen
Zusätzlich zu klinisch relevanten Nierenparenchymerkrankungen sollte bei einer Kreatinerhöhung
über 1,5 mg/ml eine Klimaeinschränkung ausgesprochen werden. Dauerhaft sollte diese Einschränkung
nur dann sein, wenn ebenso dauerhaft eine entsprechende Kreatinerhöhung nachgewiesen wurde.
Eine laborchemische Abklärung ist einzuleiten.

 

Chronisches Nierensteinleiden
Von einem solchen ist nur dann auzugehen, wenn mehrfach der Abgang von Nierensteinen in relativ
jüngerer Vergangenheit aufgetreten ist. Dann ist in der Regel eine Klimaeinschränkung > 29 °C eff.
auszusprechen. Lange zurückliegende Ereignisse (10 Jahre und mehr) ergeben keine Einschränk-
ungsbegründung. Eine laborchemische Abklärung ist einzuleiten.

 

Erhebliche Störungen der inneren Sekretion, insbesondere der Schilddrüse
Ein Schilddrüsenleiden mit nachgewiesener Auswirkung auf das Herz-Kreislauf-System  muss ein
Einschränkungsgrund sein. Euthyreote Strumen, auch bei Einnahme von Schilddrüsenmedikamenten,
sind keine Indikation für eine Einschränkung. Eine laborchemische Abklärung ist einzuleiten.

 

Erhebliche Stoffwechselstörungen, insbesondere Diabetes-mellitus
Ein behandlungspflichtiger Diabetes ist immer ein Grund für eine Klimaeinschränkung.
Ein gut eingestellter tablettenpflichtiger Diabetes sollte hierbei lediglich für Bereiche > 29 °C effektiv
eine Einschränkung darstellen. Bei schlecht eingestellten tablettenpflichtigen Diabetikern (Typ II),
sowie bei insulinpflichtigen Diabetikern, kann, bei Vorliegen von Grubentauglichkeit, auch eine
höhergradige Klimaeinschränkung erforderlich sein. Eine Laborchemische Abklärung ist einzuleiten.


Fettstoffwechselstörungen ohne manifeste Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System bedingen
keine Klimaeinschränkung.

 

Chronische Hauterkrankungen
Eine Klimaeinschränkung ist nur bei nachgewiesener Verschlechterung unter Klimaeinwirkung
im Einzelfall gerechtfertigt.

 

Glaukom
Keine Notwendigkeit einer Klimaeinschränkung.

 

Chronische und nicht heilbare Infektionskrankheiten
Bei Infektionskrankheiten mit funktionellen Einschränkungen sind selbstverständlich Arbeits-
einsatzbeschränkungen auszusprechen. Die entsprechenden Leiden sind jedoch entweder
vorher bereits aufgelistet oder führen zu einem reduzierten Ernährungs- und Kräftezustand,
der ohnehin eine Klimaeinschränkung bedingen würde. Eine laborchemische Abklärung ist einzuleiten

 

Bekannte Anhidrosis
Bei einer feststehenden und durch aussagekräftige medizinische Facharztbefunde dokumentierten
Anhidrosis mit Krankheitswert, besteht Untauglichkeit für den Einsatz in Klimabereichen.

 

Einnahme von Medikamenten, die die Hitzetoleranz herabsetzen
Eine spezielle Bewertung von Medikamenten ist nicht notwendig, da hier im wesentlichen die
Grunderkrankung den bestimmenden Faktor darstellt.

 

Thrombose
Eine erwiesene Thromboseneigung sowie ein manifestes postthrombotisches Syndrom würden
ebenfalls eine Klimaeinschränkung > 29 °C eff. bedingen. Grund hierfür ist der physiologischerweise
auftretende Verlust von Flüssigkeit durch Schwitzen und die damit erhöhte Neigung zu Thrombosen.

 

Lebensalter
Mitarbeiter unter dem 18. Lebensjahr sollen grundsätzlich nicht in Klimabereichen eingesetzt werden.

Bei Mitarbeitern über dem 18. Lebensjahr bis zum 21. Lebensjahr sollte, vor Einsatz unter Tage,
eine Klimauntersuchung durchgeführt werden. Hier ist bei der 1. Untersuchung die Ergomatrie obligat.
Bei unauffälliger Anamnese und unauffälliger Ergometrie ist aus werksärztlicher Sicht ein Einsatz in
Klimabereichen möglich. Eine grundsätzliche Einschränkung für Bereiche über 29 °C effektiv muss
nicht erfolgen. Grundsätzlich ist das höhere Alter als solches kein Grund gegen eine Klimaeinwirkung.
Unter Berücksichtigung der Anamnese und der laborchemischen Kontrollen , sowie der übrigen
Befunde ist dann zur Klimatauglichkeit Stellung zu nehmen.

 

Gelegentliche Unter-Tage-Einsätze
Laut GesBergV ist bis zu einem Arbeitsaufenthalt von 3 Monaten keine Untersuchung auf Unter-
tagetauglichkeit notwendig. Sollte bei dem Einsatz dieser Mitarbeiter keine Arbeit in Klimabereichen
durchgeführt werden, ist eine Stellungnahme daher grundsätzlich auch unnötig. Unter Berücksichtigung
betrieblicher Zwänge sollte jedoch auch für diesen Personenkreis die Untersuchung nach gefordertem
Auftrag vorgenommen und bescheinigt werden.

 

Ergometrie
a) Leistungsmangel bei der Ergometrie
Bei Leistungswerten unter 80 % der normalen personenbezogenen Leistungsfähigkeit (W150) ist
eine Klimaeinschränkung > 29 °C eff. auszusprechen.
b) Belastungshypertonie
Bei einer Belastungshypertonie nach den Ergo-Richtlinien und den Vorgaben
im Anhang 2 der BG-Grundsätze ("Leitfaden für die Ergometrie") ist eine Klimaein-
schränkung > 29 °C eff. auszusprechen.

Bei pathologischen Kurvenverläufen ist eine Beurteilung nach betriebsärztlichem Sachverstand
notwendig. Wird im Rahmen einer angeforderten Klimauntersuchung ärztlicherseits eine Ergometrie
für notwendig erachtet und vom Probanden ohne nachvollziehbare Begründung verweigert, ist eine
Beurteilung nicht möglich und somit eine befristete Klimaeinschränkung > 25 °C eff. auszusprechen.
Im Bemerkungsfeld sollte der Hinweis "Ergometrie verweigert" eingegeben werden.

 

 

        Leitlinien der Deutschen Hochdruckliga / Deutsche Hypertonie Gesellschaft

 

Klassifikation

systolisch

diastolisch

optimal

< 120

< 80

normal

< 130

< 85

"noch"-normal

130 - 139

85 - 90

leiche Hypertonie (Schweregrad 1)

140 - 159

90 - 99

Untergruppe Grenzwerthypertonie

140 - 149

90 - 94

mittelschwere Hypertonie (Schweregrad 2)

160 - 179

100 - 109

schwere Hypertonie (Schweregrad 3)

> 180

> 110

isolierte systolische Hypertonie

> 140

< 90

Untergruppe syst. Grenzwerthypertonie

140 - 149

< 90

            


 


Anlage 6

 

Ergänzungen:

Beurteilungskriterien für Beschäftigte unter Tage bezogen auf die Augen

Im Gegensatz zum bisherigen Plan ist das Tragen von Kontaktlinsen nicht mehr grundsätzlich
ausgeschlossen, sondern unter bestimmten Bedingungen möglich.

Aufgrund der praktischen Erfahrungen sowohl der Grubenwehrmitglieder als auch anderer
Beschäftigter unter Tage kann im Einzelfall davon abgewichen werden, nur  die Brillentragepflicht
bei notwendiger Korrektur des Visus zuzulassen. Voraussetzung ist, dass mit Kontaktlinsen die
entsprechenden Sehwerte erreicht werden und unter Tage permanent eine staubdichte Schutzbrille
getragen wird.

Im Beratungsgespräch soll allerdings weiterhin auf die Vorteile des Tragens einer Brille hingewiesen
werden.

Somit wäre insbesondere bei gelegentlichen Grubenfahrten (Führungskräfte, Handwerker von
Spezialfirmen, etc.) sowie bei Mitgliedern der Grubenwehr das notwendige Tragen von
Kontaktlinsen kein Ausschlusskriterium mehr.

  

Beurteilungskriterien bezogen auf das Gehör- und Gleichgewichtsorgan

Im bisherigen Plan war eine persistierende Trommelfellperforation Ausschlusskriterium für die
Untertagetätigkeit.

Hauptgrund hierfür war, dass theoretisch Kohlenmonoxyd über die eustachische Röhre Verbindung
mit dem Nasenrachenraum bekommen und somit zumindest in geringen Mengen am Filterselbstretter
vorbei eingeatmet werden könnte. Ein wesentlicher Kohlenmonoxyddurchtritt durch die eustachische
Röhre erscheint den Arbeitsmedizinern des Bergbaus allerdings als sehr unwahrscheinlich, so dass
für die Untertagetätigkeit ein intaktes Trommelfell nicht mehr zwingend erforderlich ist.

Mitglieder der Grubenwehr sind allerdings völlig unbekannter, evtl. sauerstoffarmer oder –freier
Umgebungsluft ausgesetzt, die Kohlenmonoxydkonzentrationen können deutlich höher liegen.
Aus diesem Grunde sollte wegen der besonderen Verhältnisse, der Freiwilligkeit der Mitgliedschaft,
der sehr viel größeren Expositionswahrscheinlichkeit und der umfassenden Einsetzbarkeit der
Grubenwehrmitglieder hier aus vorsorglichen Erwägungen weiterhin auf ein intaktes Trommelfell
gedrungen werden. 


 

 


Anlage 7

anlage 7




anlage 8

 


 

 

 

28.10.2009

62.12.23.11-4-3

Plan
für die Durchführung arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen
im Braunkohlenbergbau gemäß § 3 Abs. 2 GesBergV

A 4.4

An die Dezernate 61 - 64

 

 

 

 

Plan für die Durchführung arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen
im Braunkohlenbergbau gemäß § 3 Abs. 2 GesBergV

Anlage: 1 Plan der RWE Power AG, Stand 01.10.2009

Bezug: Rundverfügung vom 08.06.2006 – 84.12.23.11-2005-1 -

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit gebe ich den o. a. Plan bekannt, der gemäß § 3 Abs. 2 der Gesundheitsschutz-
Bergverordnung (GesBergV) mit dem am 12.10.2009 – Dr. Fr./Dü -, von der
RWE Power AG angezeigt wurde. Die Übereinstimmung mit den Anforderungen nach
§ 3 Abs. 2 GesBergV wurde mit Schreiben vom 16.10.2009 – 62.12.23.11-4-3 –
dem Unternehmer bestätigt. Dieser Plan löst den am 20.12.1996 – Zeichen b-bk –
durch die Rheinbraun AG angezeigten Plan, Stand 17.12.1996, ab. Soweit hierzu in
Rundverfügungen Bezug genommen wurde, hebe daher diese in dem Umfang, wie sie
den vorgenannten Plan betreffen, hiermit wegen Gegenstandslosigkeit auf.

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW

Im Auftrag:

K i r c h n e r


 

 


  

Plan

der RWE Power AG

für die Durchführung der

arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen

gemäß § 3 Abs. 2 GesBergV

Stand 01.10.2009


 

 

 

 

 

Plan 

für die Durchführung arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen
in den Betrieben der RWE Power AG gemäß § 3 Abs. 2 GesBergV

 

Stand: 01.10.2009

 

  Inhaltsverzeichnis

1     Allgemeines

1.1      Einführung
1.2
      Rechtsvorschriften

2     Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

2.1      System der Vorsorgeuntersuchungen
2.2
      Erstuntersuchungen
2.3
      Nachuntersuchungen
2.4
      Nachgehende Untersuchungen

3     Durchführung und Beurteilungskriterien der arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen

3.1      Erstuntersuchungen
3.1.1
      Allgemeinzustand
3.1.2
      Schädel
3.1.3
      Zentrales und peripheres Nervensystem
3.1.4
      Augen
3.1.5
      Gehör- und Gleichgewichtsorgan
3.1.6
      Nase
3.1.7
      Mundhöhle und Kehlkopf
3.1.8
      Brustkorb
3.1.9
      Atmungsorgane
3.1.10
    Herz und Kreislauf
3.1.11
    Bauchorgane
3.1.12
    Harn- und Geschlechtsorgane
3.1.13
    Wirbelsäule
3.1.14
    Gliedmaßen
3.1.15
    Haut
3.1.16
    Gefäßsystem
3.1.17
    Blut und Blut bildende Organe
3.1.18
    Innere Sekretion und Stoffwechsel
3.1.19
    Infektionskrankheiten

3.2
      Nachuntersuchungen
3.2.1
      Augen
3.2.2
      Gehör- und Gleichgewichtsorgan
3.2.3
      Atmungsorgane

3.3      Spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
3.3.1
      Gasschutz- und Feuerwehr
3.3.2
      Gerätewarte der Gasschutz-/Feuerwehr bzw. von Atemschutzgeräten zu anderen Zwecken
3.3.3
      Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten
3.3.4
      Tätigkeiten mit Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen
3.3.5
      Lärmarbeitsplätze
3.3.6
      Bildschirmarbeitsplätze
3.3.7
      Hitzearbeit über Tage
3.3.8
      Träger von Atemschutzgeräten
3.3.9
      Arbeitsaufenthalt im Ausland
3.3.10
    Arbeiten mit Absturzgefahr
3.3.11
    Strahlenexponierte Tätigkeiten

3.4
      Nachgehende Untersuchungen

4     Datenschutz

 

 

1          Allgemeines

1.1          Einführung

Der vorliegende Plan wurde nach den Vorgaben der Allgemeinen Bundesbergverordnung (ABBergV),
der Gesundheitsschutzbergverordnung (GesBergV) gemäß § 3 (2) der GesBergV entwickelt und
der Bezirksregierung Arnsberg - Abt. Bergbau und Energie in NRW - angezeigt. 

Falls nicht im Bundesberggesetz (BBergG) oder in bergrechtlichen Verordnungen anders lautende
Rechtsvorschriften bestehen, gelten auch die Vorgaben anderer Verordnungen zum Arbeitsschutzgesetz
(ArbSchG), insbesondere der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV).
Im Hinblick auf die sachlichen Inhalte der arbeitsmedizinischen Vorsorge sind die Regeln der
GesBergV abschließend, ggf. werden sachliche Inhalte aus anderen Rechtsverordnungen berücksichtigt.

Der  Plan soll allen Ärzten, die mit der Durchführung von Untersuchungen in den Betrieben des
Unternehmers beauftragt sind, Beurteilungskriterien an die Hand geben, nach denen bestehende
Gesundheitsstörungen bewertet werden können und festzulegen ist, ob Bedenken gegen Tätigkeiten
in dem Bergbauzweig, zu dem die Betriebe gehören, bestehen oder nicht. 

Die maßgebliche Rechtsgrundlage dieses Plans ist die GesBergV, insofern stellt er eine verbindliche
Richtlinie dar, die zu beachten ist. Ein Abweichen von den in ihm festgelegten Kriterien bedarf
in jedem Falle einer nachvollziehbaren schriftlichen Begründung, die in der ärztlichen Akte an
geeigneter Stelle zu dokumentieren ist. 

Der Unternehmer kann nur solche Ärzte mit der Durchführung von Untersuchungen nach GesBergV
sowie ggf. nach anderen Rechtsvorschriften  beauftragen, die von der zuständigen Behörde auf der
Grundlage der jeweils gültigen Grundsätze für die Durchführung des Verwaltungsverfahrens dazu
ermächtigt sind. Zeitlich befristete Ausnahmen hiervon sind nur unter Beachtung des § 10, Abs. 3
der Bergverordnung über den arbeitssicherheitlichen und betriebsärztlichen Dienst (BVOASi) möglich.

 

1.2          Rechtsvorschriften

Zusätzlich zu der für den Bergbauzweig, zu dem die Betriebe des Unternehmers gehören, einschlägigen
branchenspezifischen Bergverordnung sowie der ABBergV, GesBergV und BVOASi sind bei den
vorgeschriebenen ärztlichen Untersuchungen und deren Bewertung auch die Inhalte folgender
Regelwerke zu berücksichtigen:

-          Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)
-         
Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)
-         
Gefahrstoffverordnung (GefStoffV)
-         
Infektionsschutzgesetz (IfSchG)
-         
Strahlenschutzverordnung(StrlSchV)
-         
Röntgenverordnung (RöV)
-         
Fahrerlaubnisverordnung (FeV)
-         
Berufskrankheitenverordnung (BKV)
-         
Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG)
-         
Mutterschutzgesetz (MuSchG)
-         
Arbeitszeitgesetz (ArbzG)
-         
Druckluftverordnung (DruckluftV)
-         
BG-Vorschriften:
-                    
Grundsätze der Prävention (BGV A1)
-                    
Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit (BGV A2)
-                    
Arbeitsmedizinische Vorsorge (BGV A4) [teilweise, wird künftig abgelöst]
-         
BG-Regeln:
-                    
Grundsätze der Prävention (BGR A1)
-         
BG-Informationen:
-                     
Auswahlkriterien (zukünftig Handlungsanleitungen) für die spezielle arbeits-
                        medizinische Vorsorge nach den Berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen für
                        arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen (BGI 504)
-                     
BG-Grundsätze zu den arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen (BGI 504-1-1 ff.)

 

2          Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

2.1          System der Vorsorgeuntersuchungen

Das System unterscheidet sowohl nach dem Anlass der Untersuchungen bezüglich des
Beschäftigungsverhältnisses, als auch nach dem formalen Charakter bezüglich der Auslösung
der Untersuchungen:

- Anlass:
- Erstuntersuchung
- Nachuntersuchung
- nachgehende Untersuchung
- formaler Charakter:
- Pflichtuntersuchung
- Angebotsuntersuchung
- Wunschuntersuchung

Erst- und Nachuntersuchungen haben nach § 2 GesBergV generell Pflichtcharakter. Dies gilt bei
Nachuntersuchungen z. B. auch dann, wenn die Untersuchungsgegenstände inhaltlich der ArbMedVV
entnommen sind und dort als Angebotsuntersuchungen vorgesehen sind. Nachgehende Untersuchungen
haben generell Angebotscharakter. Wunschuntersuchungen werden durch das Begehr der Beschäftigten
ausgelöst, wobei sich dieses sowohl auf § 2 Abs. 5 GesBergV, als auch auf § 11 ArbSchG stützen kann.
Da es sich um hierbei um Anlässe während des laufenden Beschäftigungsverhältnisses handelt, sind die
Wunschuntersuchungen den Nachuntersuchungen zuzuordnen.

 

2.2          Erstuntersuchungen

Erstuntersuchungen müssen vor Beginn der Beschäftigung vorgenommen werden. Sie dürfen nicht
länger als drei Monate - vom Beginn der Beschäftigung an gerechnet - zurückliegen.  Nach einer
Unterbrechung der Tätigkeit, entsprechend § 1 GesBergV, von mehr als drei Monaten ist eine erneute
Erstuntersuchung gemäß Kapitel 3.1 dieses Plans vorzunehmen, wobei die bisherige praktische
Erfahrung im Bergbau und vorhandene Untersuchungsergebnisse zu berücksichtigen sind. Sofern
eine Beschäftigung insgesamt im Kalenderjahr nicht länger als 3 Monate dauert, ist eine Erstunter-
suchung nach GesBergV nicht erforderlich. Allerdings ist dann zu prüfen, ob die arbeitsmedizinische
Vorsorge dieser Beschäftigten den allgemein anzuwendenden Regelwerken, insbesondere nach
ArbMedVV, genügt.

 

2.3          Nachuntersuchungen

Nachuntersuchungen sind jeweils innerhalb von sechs Wochen vor Ablauf der festgelegten Fristen
durchzuführen. Die Nachuntersuchungsfristen ergeben sich aus der Anlage 2 (zu § 2) GesBergV.
Nachuntersuchungen betreffend Anlässen nach anderen Rechtsvorschriften (vgl. Kapitel 3.3) sind
nach den dort genannten Fristen durchzuführen.

Eine vorzeitige Nachuntersuchung kann durch den Betriebsarzt veranlasst werden. Auf Wunsch
der Beschäftigten, des Unternehmers oder des zuständigen gesetzlichen Versicherungsträgers kann
sie auch nach schwerer Erkrankung angezeigt sein. Dies gilt insbesondere für solche Personen,
bei denen ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Gesundheitsstörung und Belastungen am
Arbeitsplatz vermutet wird. Ferner kann eine Nachuntersuchung auf Begehr der Beschäftigten
(vgl. Kapitel 2.1) ausgelöst werden.

 

2.4          Nachgehende Untersuchungen

Nachgehende Untersuchungen sind in Zeitabständen von längstens 5 Jahren dann zu ermöglichen,
wenn Beschäftigte

1. bei Tätigkeiten nach § 1 der GesBergV

    Tätigkeiten mit krebserzeugenden oder erbgutverändernden Gefahrstoffen ausgeübt haben und
    hierbei die Arbeitsplatzgrenzwerte im Sinne des § 4 i. V. m. Anhang Teil 1 ArbMedVV
    überschritten worden sind und

2.  während einer Beschäftigung im Sinne der Nummer 1 mindestens eine Nachuntersuchung
     stattgefunden hat und

3. eine Beschäftigung im Sinne der Nummer 1 nach dem 31.12.91 beendet worden ist.

Die Beendigung einer Beschäftigung im Sinne der Nummer 1 umfasst Personen, die entweder
aus dem Unternehmen ausscheiden oder mit anderen nicht mehr bergmännischen Arbeiten
innerhalb des Unternehmens beschäftigt werden.

 

3          Durchführung und Beurteilungskriterien der arbeitsmedizinischen Vorsorge-
                untersuchungen

3.1          Erstuntersuchungen

Für Erstuntersuchungen gilt der Mindestrahmen für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen
gemäß Anlage 3 (zu § 3) GesBergV. In der ärztlichen Bescheinigung gemäß Anlage 4 GesBergV oder
in gleichwertigen Dokumentationsverfahren sind die in der GesBergV vorgegebenen Eignungsgruppen
entsprechend Anlage 1 GesBergV zu dokumentieren. Der untersuchende Arzt kann von den nach-
folgenden Kriterien für die Beurteilung abweichen, soweit das arbeitsmedizinisch vertretbar und
begründbar ist.

 

3.1.1        Allgemeinzustand

Die Bewerber müssen körperlich und geistig den Berufsanforderungen im Bergbauzweig entsprechen,
der für die Betriebe des Unternehmers einschlägig ist. Hierbei ist für die arbeitsmedizinische Beurteilung
der gesundheitliche Gesamtzustand unter Berücksichtigung der speziellen Gefährdungen und
Beanspruchungen durch Gefahrstoffe und Belastungsfaktoren einzuschätzen. 

Bei Jugendlichen bzw. Heranwachsenden ist die zu erwartende körperliche Entwicklung zu
berücksichtigen.

Gesundheitliche Bedenken bestehen bei Bewerbern mit reduziertem Ernährungs- oder Kräftezustand
sowie bei Übergewicht mit Krankheitswert. Alkohol,- Medikamenten- und Drogenabhängigkeit
dürfen nicht vorliegen. Die Einstellung von trockenen Alkoholikern ist im Einzelfall zu prüfen.
Bei Tumor- oder Systemerkrankungen ist die Tauglichkeit unter Berücksichtigung der Zukunfts-
prognose differenziert zu beurteilen.

 

3.1.2        Schädel

Gesundheitliche Bedenken:

-    Knöcherne Defekte und Deformitäten, die das Tragen des Arbeitsschutzhelms nicht zulassen.

 

3.1.3        Zentrales und peripheres Nervensystem

Gesundheitliche Bedenken:

-    Anfallsleiden gleich welcher Ursache
-    Hirnorganische Erkrankungen
-    Psychosen und ausgeprägte neurotische Zustände
-    Schädel - Hirntrauma mit bleibenden Restschäden
-    Organische Nervenerkrankungen
-    Störung des Thermoregulationsvermögens (Untertage- oder Hitzearbeiten)

 

3.1.4        Augen

Gesundheitliche Bedenken:

-    unterhalb einer Sehschärfe (Fernvisus) von 0,5 auf dem schlechter sehenden Auge und
      0,7 auf dem besser sehenden Auge mit oder ohne Sehhilfe
-    nur durch Kontaktlinsen korrigierbare Sehminderung*
-    Einäugigkeit
-    ein- oder beidseitige Linsenlosigkeit
-    Augenmuskellähmung mit wesentlicher Beeinträchtigung des Sehvermögens
-    Glaukom
-    Chronische rezidivierende Konjunktivitis, Keratis und Blepharitis sowie ein behinderter Lidschluß
-    Protanopie/Deuteranopie
-    Gesichtsfeldeinschränkungen

* = Im Einzelfall kann davon abgewichen werden, wenn mit den Kontaktlinsen die erforderlichen Sehwerte
      erreicht werden und  permanent eine staubdichte Schutzbrille getragen wird.

 

3.1.5        Gehör- und Gleichgewichtsorgan

Gesundheitliche Bedenken:

-    Erkrankungen der Ohren (Gehörgänge, Ohrmuscheln), die eine Anwendung von individuellem
     Gehörschutz nicht zulassen
-    chronische Otitis media
-    Taubheit und Schwerhörigkeit mit Beeinträchtigung der Umgangssprache und des Sprach-
      verständnisses
-    Vorerkrankungen des Innenohrs mit und ohne erkennbaren Hörverlust
-    Otosklerose
-    vestibuläre Schwindelerscheinungen mit Gleichgewichtsstörungen (Morbus Meniere)
-    Tinnitus von Krankheitswert 

Hinweis zu persistierenden Tromelfellperformationen:

Mitglieder der Gasschutzwehr bzw. Feuerwehr können ggf. völlig unbekannter, evtl. sauerstoffarmer oder
–freier Umgebungsluft ausgesetzt sein. Die Kohlenmonoxidkonzentrationen können deutlich erhöht sein.
Aus diesem Grunde sollte aus vorsorglichen Erwägungen auf ein intaktes Trommelfell gedrungen werden,
um ein Einatmen der Brandzersetzungsprodukte über die eustachische Röhre am Atemschutzgerät vorbei
ausschließen zu können.

 

3.1.6        Nase

Gesundheitliche Bedenken:

-    Erhebliche und nicht therapierbare Behinderung der Nasenatmung
-    Chronische Erkrankung der Nasennebenhöhlen

 

3.1.7        Mundhöhle und Kehlkopf

Gesundheitliche Bedenken:

-    Erheblich kariös zerstörtes Gebiss mit herdverdächtigen Zähnen
-    Chronische Rachen- bzw. Kehlkopfentzündungen
-    Erhebliche Sprachstörungen  

 

3.1.8        Brustkorb

Gesundheitliche Bedenken:

-    Brustkorbdeformierungen mit wesentlicher Beeinträchtigung der Atemfunktion
-    größere Defekte des knöchernen Thorax  

 

3.1.9        Atmungsorgane

Gesundheitliche Bedenken:

-    Bedeutsame chronische obstruktive und/oder restriktive Ventilationsstörungen der Lungen
-    Wesentliche Hyperreagibilität des Bronchialsystems
-    Emphysem von Krankheitswert
-    Pneumokoniosen
-    Lungentuberkulose, auch alte ehemals produktive und zirrhotische Formen
-    Fibrotische und granulomatöse Erkrankungen der Lungen wie z.B. Sarkoidose
-    Ausgeprägte Pleuraschwielen und Lungenteilresektionen mit Funktionseinschränkung
-    Ausgeprägte Bronchiektasen
-    Rezidivierender Pneumothorax 

Hinweis:

Zur Beurteilung der Thoraxorgane sind eine Röntgenaufnahme in Hartstrahltechnik im Großformat und
eine Lungenfunktionsprüfung, die mindestens die Messung und Aufzeichnung der Vitalkapazität,
der 1- Sek-Kapazität, des Atemwiderstandes und der Flussvolumenkurve beinhaltet, obligatorisch.
Bei unklaren Fällen ist eine ganzkörperplethysmografische Lungenfunktionsuntersuchung durchzuführen.
Eine zur Beurteilung vorgelegte Röntgen-Fremdaufnahme sollte nicht älter als ein Jahr sein. Wird eine
Fremdaufnahme verwendet, ist diese kopiert zu archivieren. Zur Dokumentation pneumokoniotischer
Veränderungen ist die jeweils gültige ILO - Klassifikation unter Benutzung der Standardfilme sowie
des ILO-Beurteilungsbogens oder gleichwertiger Dokumentationsverfahren anzuwenden.

 

3.1.10    Herz und Kreislauf

Gesundheitliche Bedenken:

-    Störungen des Herz-Kreislaufsystems mit Krankheitswert

 

3.1.11    Bauchorgane

Gesundheitliche Bedenken:

-    Chronische Erkrankungen der Verdauungsorgane (z. B. rezidivierende Magen- und/oder Zwölffinger-
      darmgeschwüre, entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa)
-    Zustand nach Magen- und/oder Darmteilresektion
-    Bedeutsame manifeste
Bauchdecken- und Leistenhernien
-    Klinisch relevante Leberparenchymschäden
-    Chronisch aggressive Hepatitis

 

3.1.12    Harn- und Geschlechtsorgane

Gesundheitliche Bedenken:

-    Chronische Erkrankungen der Nieren, der ableitenden Harnwege und der Geschlechtsorgane
-    Ausgeprägte Hydrozele

 

3.1.13    Wirbelsäule

Gesundheitliche Bedenken:

-    Bedeutsame Fehlstellungen und Gefügestörungen des Achsenorgans
-    Entzündliche und degenerative Wirbelsäulenprozesse mit Funktionseinbuße
-    Zustand nach Wirbelsäulenoperation mit bleibender Funktionsstörung

 

3.1.14    Gliedmaßen

Gesundheitliche Bedenken:

-    Zustände nach Verletzungen oder Deformitäten der Gliedmaßen mit wesentlichen Funktionseinbußen
-    entzündlich-degenerativ oder degenerativ bedingte Einschränkung der Bewegungsparameter der
      Extremitäten
-    Muskeldysplasien
-    chronisch-rezidivierende Erkrankungen der Sehnenansätze und der Schleimbeutel
-    Hypermobilität von Gelenken mit Stabilitäts- und Belastungsinsuffizienz
-    nicht korrigierbarer Beckenschiefstand
-    Verlust oder Teilverlust einer Extremität mit Funktionseinbuße
-    wesentliche Achsenfehlstellung der oberen oder unteren Extremitäten

 

3.1.15    Haut

Gesundheitliche Bedenken:

-    Neigung zu chronischem Ekzem
-    Chronische Hauterkrankungen mit Einschränkung der Hautfunktion
-    Funktionsbeeinträchtigende Narben
-    Klinisch relevante Neurodermitis

 

3.1.16    Gefäßsystem

Gesundheitliche Bedenken bei:

-    Cerebrale arterielle Durchblutungsstörungen
-    Periphere arterielle Durchblutungsstörungen
-    Ausgeprägte Varikosis
-    Manifestes postthrombotisches Syndrom

 

3.1.17    Blut und Blut bildende Organe

Gesundheitliche Bedenken:

-    Krankheiten des Blutes oder der Blut bildenden Organe
-    Medikation mit Cumarinderivaten (Blutgerinnungshemmer)

 

3.1.18    Innere Sekretion und Stoffwechsel

Gesundheitliche Bedenken:

-    Störungen der inneren Sekretion und des Stoffwechsels von Krankheitswert

 

3.1.19    Infektionskrankheiten

Gesundheitliche Bedenken:

-    Akut und chronisch verlaufende bzw. unheilbare Infektionskrankheiten

 

3.2         Nachuntersuchungen

Für Nachuntersuchungen gilt grundsätzlich derselbe Mindestrahmen für arbeitsmedizinische
Vorsorgeuntersuchungen wie bei Erstuntersuchungen gemäß Anlage 3 Nr. 2 GesBergV
(vgl. Kapitel 3.1). Ferner muss die ärztliche Bescheinigung ebenfalls den Anforderungen der
Anlage 4 GesBergV genügen.

Nachfolgend werden die für Nachuntersuchungen gegenüber Kapitel 3.1 abweichenden
Beurteilungskriterien dargelegt, von denen der untersuchende Arzt abweichen kann, soweit das
arbeitsmedizinisch vertretbar und begründbar ist.

 

3.2.1        Augen

Wird nach mehrjähriger Berufstätigkeit unter Tage die in Kapitel 3.1.4 festgelegte Mindest-
sehschärfe unterschritten, schließt dies die Einsatzfähigkeit an bestimmten Arbeitsplätzen im
Betrieb nicht grundsätzlich aus.
Eine Korrektur der Sehschärfe ist erforderlich. Auch der
Totalverlust der Sehkraft eines Auges schließt die Einsatzfähigkeit an bestimmten Arbeitsplätzen
im Betrieb nach entsprechender Gewöhnung nicht grundsätzlich aus.

 

3.2.2        Gehör- und Gleichgewichtsorgan

Zu beachten sind jetzt die Hörverlustgrenzwerte für Nachuntersuchungen nach Tabelle 2 des
BG-Grundsatzes G20. 

Dauernde gesundheitliche Bedenken:

-    nach Ausschluss einer Mittelohrkomponente Hörverlust auf dem besser hörenden Ohr
      bei 2 kHz gleich oder größer 40 dB und  zusätzlich
-    Lage der Verständlichkeitskurve für Einsilber vollständig im schraffierten Bereich (s. Bogen Lärm III)

 

3.2.3        Atmungsorgane

Die Erstfestsetzung einer Bergarbeiterpneumokoniose setzt eine dokumentierte Doppellesung der
Röntgenaufnahmen, an welcher der Leiter einer Dienststelle oder sein Vertreter zu beteiligen sind,
voraus. Die beurteilenden Ärzte müssen dabei für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen im
Bergbau nach § 3 GesBergV ermächtigt sein. Bei begründetem Verdacht auf das Vorliegen einer
Bergarbeiterpneumokoniose wird ein Berufskrankheitenverfahren eingeleitet; dabei wird der
Unfallversicherungsträger unter Verwendung des Formblattes „Ärztliche Anzeige einer Berufs-
krankheit“ entsprechend informiert. Außerdem ist der zuständige Unfallversicherungsträger bei
Umstufungen in die Eignungsgruppen 2.21-2.25 zu unterrichten. 

Die Nachuntersuchungen für Beschäftigte, die über Tage durch silikogenen Staub gefährdet sind,
werden als Tätigkeiten mit Gefahrstoffen (vgl. Kapitel 3.3.4) betrachtet. 

Hinweis: 

Bei Personen unter 21 Jahren erfolgt die Nachuntersuchung in jährlichen Abständen.
Die Röntgenuntersuchung der Thoraxorgane sollte jedoch nur noch bei endgültiger Übernahme in
das Beschäftigungsverhältnis erfolgen.

 

3.3          Spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

Spezielle arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen können sowohl bei Erst-, als auch bei
Nachuntersuchungen erforderlich werden. Die Notwendigkeit ergibt sich, wenn die vorgesehene
bzw. die ausgeübte Tätigkeit von den in den nachfolgenden Unterkapiteln beschriebenen Tätigkeiten
erfasst wird und die Belastung durch den technischen Betrieb nach dem Ergebnis der Gefährdungs-
beurteilung das Maß der geringen Gefährdung im Sinne § 7 Abs. 9 GefStoffV i. V. m. Anhang
Teil 1 Abs. 3 Nr. 3 ArbMedVV überschreitet. Art und Umfang der Untersuchungen und deren
Beurteilung richten sich nach den nachfolgenden Unterkapiteln. Die Beurteilungsergebnisse sind in
der ärztlichen Bescheinigung nach Anlage 4 Nr. 5 GesBergV aufzunehmen.
 

 

3.3.1        Gasschutz- und Feuerwehr

Die Anforderungen an das Mitglied der Gasschutz- bzw. Feuerwehr entsprechen mindestens den
Anforderungen nach Kapitel 3.1 bzw. 3.2. Ferner wird für den Untersuchungsumfang und die
arbeitsmedizinischen Beurteilungskriterien der Berufsgenossenschaftliche Grundsatz "Atemschutz-
geräte" (G 26) zum Anhalt genommen. Es gelten die Nachuntersuchungsfristen nach Anlage 2
Nr. 2.2.2 GesBergV. 

Nach Krankheiten und Unfällen, die eine wesentliche Beeinträchtigung der körperlichen Leistungs-
fähigkeit verursacht haben könnten, bzw. nach befristeten gesundheitlichen Bedenken wird eine
erneute ärztliche Untersuchung veranlasst, bevor der Dienst in der Gasschutz- bzw. Feuerwehr
wieder aufgenommen werden kann.

 

3.3.2        Gerätewarte der Gasschutz-/Feuerwehr bzw. von Atemschutzgeräten zu anderen
                     Zwecken

Gesundheitliche Bedenken bei:

-    übertragbaren Haut- und Infektionskrankheiten
-    Alkohol-, Medikamenten- oder Drogenmissbrauch

Für Gerätewarte gilt eine Nachuntersuchungsfrist nach Anlage 2 Nr. 2.3 GesBergV.

 

3.3.3        Fahr-, Steuer- und Überwachungstätigkeiten

Beschäftigte, die Fahr-/Steuer-/Überwachungstätigkeiten ausüben, werden untersucht. Für den
Untersuchungsumfang und die arbeitsmedizinischen Beurteilungskriterien wird der entsprechende
berufsgenossenschaftliche Grundsatz für Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen „Fahr-,
Steuer- und Überwachungstätigkeit“ (G 25) herangezogen. Es gelten die Nachuntersuchungsfristen
nach Anlage 2 Nr. 3.1 GesBergV.

 

3.3.4        Tätigkeiten mit Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen

Es gelten für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen und biologischen Arbeitsstoffen die inhaltlichen
Anforderungen nach Anhang Teil 1 und 2 ArbMedVV mit der Maßgabe, dass Erst- und Nach-
untersuchungen generell als Pflichtuntersuchungen auszuführen sind. Für den Untersuchungsumfang
und die arbeitsmedizinischen Beurteilungskriterien wird der jeweils entsprechend einschlägige
berufsgenossenschaftliche Grundsatz für Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen herangezogen.
Die Nachuntersuchungsfristen richten sich nach den entsprechenden Bestimmungen der BGV A4
bzw. BG-Grundsätze, solange keine anderen Fristen durch den Ausschuss nach § 9 ArbMedVV
bestimmt sind.

 

3.3.5        Lärmarbeitsplätze

Es gelten für Tätigkeiten an Lärmarbeitsplätzen die inhaltlichen Anforderungen nach Anhang Teil 3
ArbMedVV mit der Maßgabe, dass Erst- und Nachuntersuchungen generell als Pflichtuntersuchungen
auszuführen sind. Für den Untersuchungsumfang und die arbeitsmedizinischen Beurteilungskriterien
wird der entsprechende berufsgenossenschaftliche Grundsatz für Arbeitsmedizinische Vorsorge-
untersuchungen „Lärm“ (G 20) herangezogen. Es gelten die Nachuntersuchungsfristen nach
Anlage 2 Nr. 3.2 GesBergV.

 

3.3.6        Bildschirmarbeitsplätze

Es gelten für Tätigkeiten an Bildschirmarbeitsplätzen die inhaltlichen Anforderungen nach
Anhang Teil 4 Abs. 2 ArbMedVV mit der Maßgabe, dass Erst- und Nachuntersuchungen
generell als Pflichtuntersuchungen auszuführen sind. Für den Untersuchungsumfang und die
arbeitsmedizinischen Beurteilungskriterien wird der entsprechende berufsgenossenschaftliche
Grundsatz für Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen „Bildschirm-Arbeitsplätze“ (G 37)
herangezogen. Es gelten die Nachuntersuchungsfristen nach Anlage 2 Nr. 3.3 GesBergV.

 

3.3.7        Hitzearbeit über Tage

Es gelten die inhaltlichen Anforderungen nach Anhang Teil 3 Abs. 1 Nr. 1 ArbMedVV.
Für den Untersuchungsumfang und die arbeitsmedizinischen Beurteilungskriterien wird der
entsprechende Berufsgenossenschaftliche Grundsatz für Arbeitsmedizinische Vorsorge-
untersuchungen „Hitzearbeiten“ (G 30) herangezogen.

 

3.3.8        Träger von Atemschutzgeräten

Es gelten für Träger von Atemschutzgeräten der Gruppen II und III, sofern sie nicht Mitglieder
der Gasschutz- bzw. Feuerwehr sind, die inhaltlichen Anforderungen nach Anhang Teil 4
Abs. 1 Nr. 1 ArbMedVV. Für den Untersuchungsumfang und die arbeitsmedizinischen
Beurteilungskriterien wird der entsprechende berufsgenossenschaftliche Grundsatz für
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen „Atemschutzgeräte“ (G 26) herangezogen.

 

3.3.9        Arbeitsaufenthalt im Ausland

Diese Tätigkeit liegt außerhalb des Geltungsbereichs der GesBergV.

Hinweis:

Die Bestimmungen nach Anhang Teil 4 Abs. 1 Nr. 2 ArbMedVV gelten unmittelbar.

 

3.3.10    Arbeiten mit Absturzgefahr

Beschäftigte, die Tätigkeiten ausüben, bei denen sie Absturzgefahren ausgesetzt sind, werden
untersucht. Für den Untersuchungsumfang und die arbeitsmedizinischen Beurteilungskriterien
wird der entsprechende berufsgenossenschaftliche Grundsatz für Arbeitsmedizinische
Vorsorgeuntersuchungen „Arbeiten mit Absturzgefahr“ (G 41) herangezogen.

 

3.3.11    Strahlenexponierte Tätigkeiten

Beruflich strahlenexponierte Personen werden nach der Röntgen-/Strahlenschutzverordnung von
einem ermächtigten Arzt überwacht. Die Untersuchungsfristen werden entsprechend RöV bzw.
StrlSchV eingehalten.

 

3.4          Nachgehende Untersuchungen

Nachgehende Untersuchungen bei Belastung mit krebserzeugenden und erbgutverändernden
Gefahrstoffen (vgl. auch Anhang Teil 1 Abs. 3 ArbMedVV) sind die Untersuchungen nach
Aufforderung über die Organisationsdienste ODIN und ZAs  mit deren Dokumentationsverfahren
durchzuführen.

Das Ergebnis der Untersuchung soll dem Versicherten in geeigneter Weise mitgeteilt werden.
Wird dabei der begründete Verdacht auf das Vorliegen einer  Berufskrankheit im Zusammenhang
mit Tätigkeiten nach §1 der GesBergV geäußert, soll dies dem zuständigen Unfallversicherungsträger
in geeigneter Weise mitgeteilt werden.

 

4          Datenschutz

Bei der Dokumentation aller anamnestischer Informationen, ärztlicher Befunde und sonstigen
Eintragungen in die ärztliche Akte sind die besonderen Regelungen der ärztlichen Schweigepflicht
streng zu beachten. Dasselbe gilt auch für die Erstellung der ärztlichen Bescheinigungen, das Gesund-
heitszeugnis sowie die arbeitsmedizinischen Mitteilungen an den Betrieb. Allgemein sei daher auf die
Empfehlungen zur ärztlichen Schweigepflicht, Datenschutz und Datenverarbeitung in der Praxis
(Deutsches Ärzteblatt, Nr. 19, 105. Jahrgang 2008) verwiesen, um die Anforderungen der GesBergV
zu erfüllen.

 

Ferner wird auf folgende Verfahrensweisen hingewiesen: 

- Ärztliche Bescheinigung (zu § 3 Abs. 2 Satz 6 i. V. m. Anlage 4 GesBergV):

    a)    Unter Anlage 4, Nr. 3, wird - entsprechend dem Klammerzusatz - nur die Eignungsgruppe
           nach Anlage 1 angegeben.

    b)    Bemerkungen entsprechend Anlage 4, Nr. 6 enthalten keine Diagnosedaten oder solche Daten,
           die Rückschlüsse auf diagnostische Feststellungen zulassen.

 

- Datenverarbeitung (zu § 3 Abs. 3 Satz 2 GesBergV):

Mit Hilfe der automatischen Datenverarbeitung werden von den Unter­lagen über arbeitsmedizinische
Vorsorgeuntersuchungen Ergebnisse nur soweit verarbeitet und genutzt, wie sie die Eignung betreffen
und dem Schutz des Beschäftigten sowie der Abwehr berufsbedingter Er­krankungen dienen.
Gespeicherte arbeitsmedizinische Daten werden durch technische und organisatorische Maßnahmen
deutlich gegen­über den anderen Daten des Unternehmens abgetrennt und vor dem Zugriff Unbefugter
gesichert. Einen Zugriff zu diesen Daten haben nur die Ärzte, die unmittelbar für die arbeitsmedizinische
Betreuung der Belegschaftsmitglieder verantwortlich sind.

 

- Verpflichtung zur Dokumentation (zu § 3 Abs. 4 (insbesondere Satz 1) GesBergV):

Die Verpflichtung des Unternehmers, für die Aufzeichnung und Aufbewahrung der Ergebnisse
arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen durch die mit derartigen Untersuchungen beauftragten
Ärzte zu sorgen, umfasst im Hinblick auf die Schweigepflicht der Ärzte nicht die Befugnis, in
Diagnosedaten oder Daten, die Rückschlüsse auf diagnostische Feststellungen zulassen, Einsicht
zu nehmen.


 




10.12.2003

84.12.41-6-17

  Plan für die Ausbildung zum Nothelfer

A 4.5

Plan für die Ausbildung zum Nothelfer

1. Allgemeines

1.1 Gesetzliche Grundlagen

Aufgrund des § 8 Abs. 2 der Bergverordnung für die Steinkohlenbergwerke (BVOSt)
vom 10. Januar 2000 in der Fassung vom 1.5.2001 muss in Betrieben über und unter
Tage für je 20 Beschäftigte ein Nothelfer anwesend sein. In jeder Arbeitsstätte über und
unter Tage muss jedoch wenigstens ein Nothelfer anwesend sein.

Nothelfer müssen nach einem der Bezirksregierung Arnsberg anzuzeigenden Plan
ausgebildet worden sein. ( § 8 Abs. 3 BVOSt ).

1.2 Persönliche Voraussetzungen

Grundvoraussetzungen zur Ausbildung zum Nothelfer sind neben ausreichenden Kenntnissen
der deutschen Sprache geistige und körperliche Eignung.

1.3 Personenkreis

Für die Ausbildung zum Nothelfer sollten bevorzugt Schlüsselkräfte wie Ortsälteste,
Strebmeister, Drittelführer und insbesondere alle Schichtsteiger herangezogen werden.

Bei allen Grubenwehrmitgliedern, Sicherheitsbeauftragten und Lokfahrern wird die Ausbildung
zum Nothelfer vorausgesetzt.

1.4 Ausbildungsziel

Die Ausbildung soll den Nothelfer befähigen, wirksame Maßnahmen der Ersten Hilfe bei
Verletzten oder Erkrankten unter besonderer Berücksichtigung der bergbaulichen Verhältnisse
anzuwenden.

2. Durchführung der Ausbildung

Die Ausbildung zum Nothelfer umfasst mindestens 8 Doppelstunden. Die Gruppenstärke soll
die Zahl von 15 Teilnehmern nicht überschreiten.

Die Ausbildung erfolgt unter der verantwortlichen Leitung des zuständigen Betriebsarztes.

Der Ausbilder muss eine gültige Ermächtigung einer anerkannten Hilfsorganisation zur
Ausbildung in Erster Hilfe nachweisen und mit den bergbaulichen Verhältnissen der
Ersten Hilfe vertraut sein.

3. Ausbildungsinhalte

Dem Ausbildungsziel entsprechend werden folgende Kenntnisse und Fertigkeiten in der
Ersten Hilfe vermittelt, die sich an dem jeweils aktuellen Stand der Notfallmedizin orientieren
und die besonderen bergbaulichen Verhältnisse berücksichtigen.

Grundlage der Nothelferausbildung und -nachschulung ist der bergbauspezifische Leitfaden
Nothelferausbildung, der sich an den jeweils gültigen Richtlinien zum Erste Hilfe-Lehrgang
der anerkannten Hilfsorganisationen orientiert.

4. Ausbildungsabschluss

Eine Erfolgskontrolle der erlernten Ausbildungsinhalte ist nach Maßgabe des bergbau-
spezifischen Leitfadens zu gewährleisten.

Die erfolgreiche Teilnahme an einem Nothelferlehrgang wird vom zuständigen Betriebsarzt/Aus-
bildungsarzt durch eine Ausbildungsbescheinigung gemäß Anhang 1 bestätigt.

5. Nachschulung

Unbenommen der regelmäßigen Einbeziehung des Themenblockes "Erstmaßnahmen bei
Gesundheitsstörungen" in die Untersuchungs- und Unterweisungsschichten der Untertage-
Beschäftigten wird der Nothelfer spätestens nach Ablauf von zwei Jahren einer Nachschulung,
die mindestens 4 Doppelstunden umfasst, unterzogen.

Jedes Grubenwehrmitglied wird jährlich 5 Stunden gemäß der jeweils gültigen Anlage 3
des Planes für das Grubenrettungswesen in der Nothilfe nachgeschult.

Der zuständige Betriebsarzt/Ausbildungsarzt kann im Einzelfall kürzere Fristen festsetzen.

Werden die Fristen nicht eingehalten, verliert die Ausbildungsbescheinigung gemäß Anhang 1
ihre Gültigkeit.

6. Organisation

Die organisatorische Verantwortung für die Ausbildung und Nachschulung von Nothelfern
nach diesem Plan obliegt den Direktionen der zuständigen Bergbaubetriebe bzw. gemäß
jeweils gültigem Plan für das Grubenrettungswesen den zuständigen Oberführern, soweit es
sich bei den Nothelfern um Grubenwehrmitglieder handelt.

Dem vorstehenden "Plan für die Ausbildung zum Nothelfer" ( § 8 Abs. 3 BVOSt vom
10. Januar 2000 in der Fassung vom 1.5.2001 ) wird zugestimmt.

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag

K i r c h n e r





 

 

 

Anhang 1

 

 

Bescheinigung

über die Ausbildung zum Nothelfer

gem. § 8 Abs. 3 BVOSt vom 10. Januar 2000 i. d. Fassung v. 1.5.2001

 

 

 

Herr _____________________________________________________

 

geb. am __________________________________________________

 

hat in der Zeit vom ___________________ bis ____________________

 

an einem Ausbildungslehrgang gemäß geltendem Plan für die Ausbildung zum Nothelfer mit Erfolg teilgenommen und seine Befähigung als Nothelfer nachgewiesen.

 

 

Diese Bescheinigung ist gültig bis zum ____________________________________

 

_________________________________ den ____________________________

 

 

Der Ausbildungsarzt

____________________

(Stempel und Unterschrift)

 

 

Gültigkeit aufgrund einer erfolgreichen                   Stempel und Unterschrift des Arztes

Nachschulung gemäß geltendem Plan

verlängert

 

 

bis zum ______________________                     _________________________

 

 

bis zum ______________________                     _________________________

 

 

bis zum ______________________                     _________________________

 

 

bis zum ______________________                     _________________________

 

 


 

 


28.09.2004

83.12.62.1-2004-1

 Plan für das Gasschutzwesen

A 4.6



An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen   (außer Düren)




Plan für das Gasschutzwesen, Stand: Mai 2000

Anlagen: - 2 -



Mit Schreiben vom 3. Juni 2004 hat die Deutsche Steinkohle AG der Bezirksregierung Arnsberg
den Plan für das Gasschutzwesen, Stand: Mai 2000 (s. Anlage A), angezeigt. Soweit auch
Gasschutzwehren in Betrieben des Nichtsteinkohlenbergbaus nach dem Plan verfahren wollen,
so bestehen hiergegen keine Bedenken. Ich bitte um Kenntnisnahme und Beachtung.

Außerdem bitte ich bis zum 1. März eines jeden Jahres anhand des Formblatts nach Anlage B
zu dieser Rundverfügung zu berichten. Dem Bericht sind alle für das jeweilige Berichtsjahr
vorliegenden Formblätter der Meldungen I und II (vgl. Abschnitt 5.4 und Abschnitt 9 des Plans)
beizufügen.

Die Rundverfügung vom 08.04.1983 - 12.62.1-1-6 -, SBl. A 4.6, wird hiermit aufgehoben.

Dortmund, den 28.09.2004

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung 8 Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag

M i c h a e l   K i r c h n e r





03.05.2005

83.12.63.1-2004-1

Plan
für die Unterweisung im Gebrauch sowie für die Überwachung der
Selbstretter im Steinkohlenbergbau und in anderen Bergwerken

A 4.6

An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen (außer Düren)

Plan für die Unterweisung im Gebrauch sowie für die Überwachung der Selbstretter 
im Steinkohlenbergbau und in anderen Bergwerken

Rundverfügung vom 30.01.1974 – 12.63 I 22 – (SBl. A 4.6),
Rundverfügung vom 03.08.1989 – 12.63.1-9-1– (SBl. A 4.6) und
Rundverfügung vom 28.12.1993 – 12.63.1-10-11 – (SBl. A 4.6)

Anlagen: - 2 -


Mit Schreiben vom 14. Juli 2004 hat die Deutsche Steinkohle AG der Bezirksregierung Arnsberg
den überarbeiteten, einheitlichen Plan für die Unterweisung im Gebrauch sowie für die
Überwachung der Selbstretter im Steinkohlenbergbau (Selbstretter-Plan, St), Stand: Juli 2004
(s. Anlage A), angezeigt. Seitens der Bezirksregierung Arnsberg bestehen keine Einwendungen
gegen diesen Plan. Der Plan regelt den Umgang mit den Filterselbstrettern Typ Auer W 95 und
Dräger FSR 990 sowie den Sauerstoffselbstrettern vom Typ Dräger Oxy SR 45, Dräger Oxy K50,
Auer SSR 120 K 90, Auer SSR 30/100 B K 15 und Auer SAR 30. Bergwerke, die noch mit dem
Filterselbstrettertyp Auer W 65-2 ausgerüstet sind, können bis zur Umrüstung nach dem alten Plan
von 1989 verfahren.

Soweit auch Bergwerke des Nichtsteinkohlenbergbaus bzgl. des Einsatzes von Filterselbstrettern
nach dem Selbstretter-Plan verfahren wollen, bestehen hiergegen keine Bedenken. Der Einsatz von
Sauerstoffselbstrettern hat sich hier nach den Empfehlungen der BBG für die Unterweisung im
Gebrauch sowie für die Instandhaltung von Sauerstoffselbstrettern, Stand September 2001, zu
richten (s. Anl. B).

Die im o.a. Selbstretter-Plan bzw. in den genannten Empfehlungen enthaltenen Anforderungen und
Vorgaben sowie die nachstehend angeführten Bestimmungen bitte ich im Betriebsplanverfahren
zur Geltung zu bringen. Abweichungen bedürfen der Zustimmung der Bezirksregierung Arnsberg.

I)   Filterselbstretter und Sauerstoffselbstretter

     In den Betriebsplänen bitte ich auch die Berichterstattung über die Verwendung von Selbstrettern
     festzulegen. Hierbei soll nach folgenden Grundsätzen verfahren werden:

        a) Der Bergwerksunternehmer meldet jeden Einsatz von Selbstrettern im Ernstfall anhand des
             "Filterselbstretter-/Sauerstoffselbstretter-Fragebogens" (s. Anlage 2 zum Selbstretter-Plan).
            Der Selbstretter-Fragebogen wird dem Bergamt in zweifacher Ausfertigung vorgelegt.

        b) Es werden alle Beteiligten befragt, die ihren Selbstretter benutzt haben.

        c) Personen, die nach einem Selbstrettereinsatz über Brechreiz, Unwohlsein oder Kopfschmerzen
            klagen, sind medizinisch ,z. B. durch Entnahme einer Blutprobe wegen einer möglichen
            CO-Vergiftung, untersuchen zu lassen. Das Ergebnis der Untersuchung ist auf dem Fragebogen
            unter "Zusätzliche Bemerkungen und Erläuterungen" anzugeben.

        d) Jedes besondere Vorkommnis beim Umgang mit oder bei der Verwendung von Selbstrettern
             ist vom Unternehmer dem Bergamt unverzüglich zu melden.

II)    Sauerstoffselbstretter

       Sauerstoffselbstretter, bei denen Mängel festgestellt werden oder der Verdacht auf Mängel
       besteht, werden der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen überstellt, sofern nicht das
       Bergamt die Geräte beschlagnahmt und sie zur Untersuchung der EXAM BBG Prüf- und
       Zertifizier GmbH - Fachstelle für Atemschutz zuleitet.

Die Selbstretter-Fragebögen ersetzen nicht die Untersuchung des Bergamts nach den "Richtlinien für
die Untersuchung von Unfällen, Schadensfällen und besonderen Ereignissen sowie für die Erforschung
von Straftaten durch die Bergämter vom 21.12.1977" (Sammelblatt, Gliederungsabschnitt A 7).
Die ausgefüllten Selbstretter-Fragebögen sind der Bezirksregierung Arnsberg in einfacher Ausfertigung
zusammen mit dem Untersuchungsbericht vorzulegen.

Die Rundverfügungen vom 30.01.1974 – 12.63 I 22 – und 28.12.1993 – 12.63.1-10-11 –,
Sammelblatt A 4.6, werden hiermit aufgehoben.

Dortmund, den 03.05.2005

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie
in Nordrhein-Westfalen

Im Auftrag

M i c h a e l  K i r c h n er





Plan
für die Unterweisung im Gebrauch
sowie für die Überwachung der Selbstretter
im Steinkohlenbergbau
(Selbstretter-Plan, St)


Februar 2015

INHALTSANGABE

1 VORWORT

2 BEAUFTRAGTER FÜR DIE ÜBERWACHUNG DER SELBSTRETTER

3 UNTERWEISUNG IM GEBRAUCH DER SELBSTRETTER

3.1 Unterweisung der unter Tage beschäftigten Personen

3.1.1 Erstmalige Unterweisung

3.1.2 Nachschulung

3.1.3 Besondere Unterweisungen

3.1.4 Hilfsmittel für die Unterweisung

 

4 ÜBERWACHUNG DER SELBSTRETTER

4.1 Selbstretter-Gerätewarte

4.2 Selbstretterbestand

4.3 Instandhaltung der Selbstretter

4.3.1 Inspektion und Wartung der Filterselbstretter

4.3.1.1 Arbeitstägliche Inspektion und Wartung

4.3.1.2 Inspektion — Wägung (bei Filterselbstrettern)

4.3.1.3 Qualitätsüberwachung (bei Filterselbstrettern)

4.3.2 Inspektion und Wartung der Sauerstoffselbstretter

4.3.2.1 Äußere Inspektion der Sauerstoffselbstretter

4.3.2.2 Dichtheitskontrolle (bei Chemikal-Sauerstoffselbstrettern)

4.3.2.3 Dichtheitskontrolle/Gesamtprüfung (bei Drucksauerstoffselbstrettern)

4.3.2.4 Qualitätsüberwachung (bei Chemikal-Sauerstoffselbstrettern der Fa. MSA Auer)
          Selbstretter-Plan, St 02_2015

4.3.2.5 Qualitätsüberwachung (bei Chemikal-Sauerstoffselbstrettern der Fa. Dräger)

4.3.3 Instandsetzung der Selbstretter

4.4 Buchführung (Dokumentation)

4-.4..1 Gerätedaten

4.4.2 Monatsbericht (Filterselbstretter)

4.4.3 Halbjahresbericht/ Revision durch die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen

 

5 BETEILIGUNG DER HAUPTSTELLE FÜR DAS GRUBENRETTUNGSWESEN

6 ANLAGE 1  - LERNZIEL

7 ANLAGE 2  - FRAGEBOGEN

 


Definitionen nach DIN 31 051:

Wartung

= Maßnahmen zur Bewahrung des Sollzustandes

Inspektion

= Maßnahmen zur Feststellung und Beurteilung des Istzustandes

Instandsetzung

= Maßnahmen zur Wiederherstellung des Sollzustandes

Instandhaltung

= Maßnahmen zur Bewahrung und Wiederherstellung des
   Sollzustandes sowie zur Feststellung und Beurteilung
   des Istzustandes (Wartung, Inspektion, Instandsetzung)

1 Vorwort

Selbstretter im Sinne dieses Planes sind alle Filterselbstretter und Sauerstoffselbstretter, die unter
Tage mitgeführt, in Depots gelagert oder als Hilfsgeräte der Grubenwehr eingesetzt werden. Der
Plan behandelt Filterselbstretter und Sauerstoffselbstretter.

Selbstretter werden personenbezogen oder personenunabhängig ausgegeben. Jeder Anfahrende
erhalt vor der Seilfahrt einen Selbstretter, der plombiert und geprüft ist. Das Gerät wird ständig
am Mann mitgeführt. In Ausnahmefällen werden Selbstretter zusätzlich unter Tage gelagert.

 

2 Beauftragter für die Überwachung der Selbstretter

Mit der Überwachung und Organisation der Selbstretter wird eine verantwortliche Person
(Selbstretter-Beauftragter) beauftragt.

Der Selbstretter-Beauftragte ist für die Einhaltung des "Plan für die Unterweisung im Gebrauch
sowie für die Überwachung der Selbstretter im Steinkohlenbergbau (Selbstretter-Plan, St)"
verantwortlich. Der Selbstretter-Beauftragte hat eine Ausbildung (Selbstretter-Ausbilder) bei der
zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen erhalten. Der Selbstretter-Beauftragte ist für
die eingehende erste Unterweisung und die Nachschulung aller unter Tage beschäftigten Personen
verantwortlich. Ihm werden alle unter Tage Beschäftigten sowie jede neu anzulegende Person
zwecks Unterweisung im Gebrauch der Filterselbstretter gemeldet. Ober die Teilnahme an der
erstmaligen Unterweisung und den praktischen Nachschulungen wird ein Nachweis geführt, aus
dem hervorgeht, wann und mit welchem Selbstretter-Modell die Person unterwiesen worden ist.

Der für die Leitung und Beaufsichtigung der Unterweisung im Gebrauch der Selbstretter
verantwortlichen Person (im Regelfall ist dies der Selbstretterbeauftragte, eine Teilung der
Aufgaben ist jedoch möglich) werden im Bedarfsfall weitere Personen zur Durchführung der
Unterweisungen beigegeben. Alle Personen haben an einem entsprechenden Lehrgang bei der
zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen mit Erfolg teilgenommen. Dieser
Lehrgang wird alle 4 Jahre wiederholt.

Die Verantwortlichkeit für die unterschiedlichen Selbstrettertypen kann aufgeteilt werden.
Für die Sauerstoffselbstretter ist häufig der Oberführer- der zuständige Selbstretter-Beauftragte. ,
Der Selbstretter-Beauftragte hat folgende Aufgaben:

 

-   Den Selbstretter-Bestand zu überwachen und dafür zu sorgen, dass stets einsatzfähige,
   geprüfte Selbstretter sowie ReserveGeräte in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen.

-   Mangel bei der Überwachung der Selbstretter seinem Vorgesetzten zur Kenntnis zu bringen.

-   Alle Mängel an Selbstrettern der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen zu melden.

-  Beim Ausfüllen der Fragebogen "Feststellungen über den Einsatz von Filterselbstrettern
   (FSR) und Sauerstoffselbstrettern (SSR)" nach dem Einsatz von Selbstrettern im Ernstfall
   mitzuwirken und die Fragebogen der zuständigen Bergbehörde sowie der zuständigen
   Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, zur Kenntnis zu bringen.

-   Den Zustand der für die Instandhaltung der Selbstretter vorhandenen Raume und deren
   Einrichtungen zu überwachen.

-   Zu veranlassen, dass die Monatsberichte (Filterselbstretter) der zuständigen Hauptstelle für das
   Grubenrettungswesen zur Kenntnis gelangen.

Bei der Überwachung der Selbstretter-Gerätewarte wird insbesondere darauf geachtet, dass

-   eine ausreichende Zahl von Gerätewarten zur Überwachung und Instandhaltung der Selbstretter
   zur Verfügung steht.

-  als Gerätewarte nur Personen eingesetzt werden, die an einem Lehrgang für
   Selbstretter-Gerätewarte mit Erfolg teilgenommen haben. Die Lehrgänge werden im Abstand
   von 4 Jahren wiederholt.

 


3 Unterweisung im Gebrauch der Selbstretter

3.1 Unterweisung der unter Tage beschäftigten Personen

3.1.1 Erstmalige Unterweisung

Die erstmalige Unterweisung der unter Tage beschäftigten Personen findet vor der ersten
Anfahrt statt. Sie muss gewährleisten, dass die unterwiesene Person mit dem Gebrauch und
der Anwendung des Selbstretters vertraut ist. Sie gliedert sich in eine theoretische Unterweisung,
eine Übung mit dem Übungs-Selbstretter und eine Erfolgskontrolle. An den Unterweisungen
nehmen jeweils nicht mehr als 25 Personen teil. Lernziel, Lerninhalt und Übungsumfang sind
in der Anlage 1 aufgezeigt.

Die Unterweisung gilt erst dann als abgeschlossen, wenn der Teilnehmer in der Lage ist sein
Gerät im abgedunkelten Raum oder mit verdeckten Augen sicher zu öffnen und anzulegen.

Bei Einführung neuer Selbstretter-Modelle, die eine andere Handhabung erforderlich machen,
erfolgt zunächst eine erneute Unterweisung. Jeder Unterwiesene erhält gegen Unterschrift
eine Anlegevorschrift der zu benutzenden Geräte.

 

3.1.2 Nachschulung

Alle unter Tage beschäftigten Personen werden jährlich im Gebrauch des Selbstretters erneut
unterwiesen.

3.1.3 Besondere Unterweisungen

Personen, die nicht zur ständigen Untertagebelegschaft gehören sowie Besucher, die an einer
Unterweisung im Gebrauch von Selbstrettern noch nicht teilgenommen haben und nach unter
Tage anfahren, werden vorher über die Handhabung und Wirkungsweise des Selbstretters
unterwiesen und mit dem Gerät vertraut gemacht. Diese Unterweisung kann von einer
verantwortlichen Person durchgeführt werden (gilt nur für Filterselbstretter).


3.1.4 Hilfsmittel für die Unterweisung

Zur Unterweisung werden Trainingsgeräte eingesetzt. Diese Geräte werden nach jedem Einsatz
gereinigt. Alle Bestandteile, die mit der Atemluft der Unterwiesenen in Berührung gekommen sind,
werden desinfiziert


4 Überwachung der Selbstretter

4.1 Selbstretter-Gerätewarte

Mit der Instandhaltung der Selbstretter sowie der Buchführung über den Selbstretter-Bestand
werden Gerätewarte in ausreichender Zahl beauftragt, die fachlich dem Selbstretter Beauftragten
zugeordnet sind. Als Selbstretter-Gerätewarte werden nur Personen eingesetzt, die bei der
zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen für diese Tätigkeit ausgebildet worden sind.


Der Selbstretter-Gerätewart muss folgendes beachten:

-   Es dürfen nur einsatzfähige und verschlossene Selbstretter ausgegeben oder für die Mitnahme
   (Selbstbedienung) bereitgehalten werden. Auf den einwandfreien Zustand der Plombierung ist
   zu achten.

-   Beschädigte Selbstretter sind sofort auszusondern. Nicht einsatzfähige Selbstretter sind so zu
   kennzeichnen oder zu lagern, dass sie nicht irrtümlich verwendet werden können.

-   Es ist darauf zu achten und ggf. zu veranlassen, dass stets genügend Ersatzteile und
   ein ausreichend hoher Bestand an Selbstrettern, Reservegeräten sowie an Übungs-Selbstrettern
   vorhanden sind.

-   Instandsetzungsarbeiten sowie bei der Instandhaltung durchgeführte Maßnahmen am
   Filterselbstretter sind in einer Datei festzuhalten.

-   Monatlich sind Art und Anzahl der Instandsetzungsarbeiten in einem Nachweis festzuhalten.

-   Der für die Instandhaltung der Filterselbstretter vorhandene Raum und dessen Einrichtungen
   müssen in sauberem und einsatzbereitem Zustand gehalten werden.

-   Gerätewarte werden auf ihre Eignung als Gerätewart arbeitsmedizinisch untersucht. Die
   Nachuntersuchungsfrist beträgt zwei Jahre.

 


4.2 Selbstretterbestand

Der Selbstretterbestand ist so bemessen, dass jede Person, die nach unter Tage anfährt,

einen Selbstretter mitführen kann. Alle Selbstretter werden zentral an den Seilfahrtsschächten
vorgehalten. Ausnahmen bestehen für Depotgeräte und zusätzlich unter Tage vorgehaltene Geräte.

 

4.3 Instandhaltung der Selbstretter

4.3.1 Inspektion und Wartung der Filterselbstretter

4.3.1.1 Arbeitstägliche Inspektion und Wartung

Arbeitstäglich wird jeder im Gebrauch befindliche Filterselbstretter durch Sichtkontrolle auf

   - eingeschränkte Lesbarkeit der Beschriftung (ggf. Barcode)

   - beschädigte Plombierung,

   - Beschädigungen am Gehäuse (ggf. Transponder)

überprüft.

Die Überprüfung von Depotgeräten findet monatlich statt.
Die Inspektion wird durch einen Gerätewart durchgeführt.

Nicht mehr einsatzfähige Selbstretter werden sofort aus dem Verkehr gezogen und für eine
weitere Mitnahme gesperrt. Filterselbstretter mit beschädigter Plombierung und offene Geräte
werden ausgesondert und ggf. instandgesetzt.

Weitergehende Wartungsarbeiten werden ausschließlich von der zuständigen Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen oder den Herstellern durchgeführt.

 

4.3.1.2 Inspektion — Wägung (bei Filterselbstrettern)

Jeder im Gebrauch befindliche Filterselbstretter FSR 990 wird mindestens einmal
vierteljährlich oder nach 55 Mitnahmen gewogen. Für die Gewichtskontrolle werden nur
Waagen verwendet, deren Messgenauigkeit mindestens 1 g beträgt. Die Messgenauigkeit
wird in regelmäßigen Abständen überprüft. Das Ergebnis der Gewichtskontrolle wird
festgehalten. Geräte mit einer Gewichtszunahme von mehr als 15 g werden ausgesondert.

Die Filterselbstretter Typ Auer W 95 werden mindestens einmal vierteljährlich oder nach
55 Mitnahmen gewogen. Die Gewichtszunahme beträgt max. 3 g, die Messgenauigkeit der
Waagen beträgt demnach 0,1 g. Die Messgenauigkeit wird in regelmäßigen Abstanden überprüft.
Das Ergebnis der Gewichtskontrolle wird festgehalten.

 

4.3.1.3 Qualitatsüberwachung (bei Filterselbstrettern)

Der Hersteller kennzeichnet die Produktion mit dem Datum des Produktionsmonats und einer
Seriennummer. Über die Seriennummer ist auch die Hopkalitcharge zu identifizieren. Mit einer
Hopkalitcharge werden ca. 500 Geräte gefertigt.

Der Hersteller bietet eine Gebrauchsgarantie bis zu 5 Jahren oder 1100 Mitnahmezyklen. Die
Filterselbstretter werden über die Garantiezeit hinaus eingesetzt und unterliegen hierzu einer
Eigenüberwachung.

Die Überwachungstests beginnen nach 440 Mitnahmen, spätestens nach 2 Jahren, und werden nach
weiteren 440 Mitnahmen, spätestens nach weiteren 2 Jahren, wiederholt.

Geprüft (Lungenprüfung bei einer anerkannten Prüfstelle für Atemschutzgeräte) werden jeweils
1 % der Produktion, die mit einer Hopkalitcharge gefertigt wurden, mindestens jedoch 5 Geräte.

 

Überprüfungen an der künstlichen Lunge mit folgenden Einstellungen:

Atemminutenvolumen:

40 l/min

 

Wasserdampfgehalt der Prüfluft:

27 g/m³

 

CO-Gehalt der Prüfluft:

0,25 Vol.-%

 

Prüfzeit:

90 Minuten

 

 

 

 

Grenzwerte:

 

 

Ausziehkraft:

≤ 200 N

 

Gewichtszunahme

< 15 g für Dräger FSR 990 und < 3 g für Auer W 95

Chemikalabrieb

< 5 g

Temperatur der Einatemluft

≤ 85 °C

 

CO- Durchlass

< 200 ppm

 

 

< 200 ml    

=> nächste Prüfung nach 2 Jahren

 

200 ml bis 300ml

=> nächste Prüfung nach 1 Jahr

 

> 300 ml

=> keine Weiterverwendung

Einatemwiderstand

< 7 mbar

=> nächste Prüfung nach 2 Jahren

 

7 mbar bis 10 mbar

=> nächste Prüfung nach 1 Jahr

 

> 10 mbar

=> keine Weiterverwendung

 

4.3.2 Inspektion und Wartung der Sauerstoffselbstretter

4.3.2.1 Äußere Inspektion der Sauerstoffselbstretter

Jeder mitgeführte Sauerstoffselbstretter wird vom Träger arbeitstäglich und vom Gerätewart wöchentlich
auf äußere Unversehrtheit (Beschädigungen, Plombierung, Indikatoranzeige) geprüft.

Äußerliche Verschmutzungen werden beseitigt. Geöffnete Sauerstoffselbstretter sind auszusondern.

Die auf Fahrzeugen eingesetzten Geräte werden wöchentlich und die ortsfest gelagerten Geräte monatlich
durch eine örtlich verantwortliche Person oder vom Gerätewart auf äußere Unversehrtheit (Beschädigungen,
Plombierung, Indikatoranzeige) geprüft. Äußere Verschmutzungen werden beseitigt.

Bei Drucksauerstoffselbstrettern wird bei allen Prüfungen zusätzlich der Sauerstoffvorrat festgestellt.

Ortsfest gelagerte Geräte werden in geschlossenen Behältern aufbewahrt. Geräte auf Fahrzeugen werden
stoßgedämpft befestigt.

 

4.3.2.2 Dichtheitskontrolle (bei Chemikal-Sauerstoffselbstrettern)

Halbjährlich (bei ortsfest gelagerten Geräten jährlich) wird die Dichtheit des verschlossenen Gerätes
nach Anleitung des Herstellers kontrolliert.

4.3.2.3 Dichtheitskontrolle/Gesamtprüfung (bei Drucksauerstoffselbstrettern)

Monatlich wird nach der Prüfanleitung des Herstellers die Dichtheit des gebrauchsfertigen Gerätes
kontrolliert. Nach jeder Beatmung, Beschädigung oder starker Beanspruchung wird eine
Gesamtprüfung des Drucksauerstoffselbstretters nach den Prüfanleitungen der zuständigen
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen durchgeführt. Ansonsten erfolgt die Gesamtprüfung
bei Geräten, die ausschließlich ortsfest gelagert werden, halbjährlich, bei Geräten, die auf
Fahrzeugen gelagert oder am Mann mitgeführt werden, vierteljährlich.

4.3.2.4 Qualitätsüberwachung (bei Chemikal-Sauerstoffselbstrettern der Fa. MSA Auer)

Die Prüfung und Bewertung von Chemikalsauerstoff-Selbstrettern wird durch eine anerkannte
Prüfstelle durchgeführt. Nach Vorschlag der Prüfstelle wird der Gesamtbestand in prüfpflichtige
Einzelbestände unterteilt. In der Regel gehören zu einem Einzelbestand alle SSR, die einer
gleichartigen Belastung ausgesetzt sind und innerhalb von 6 Monaten gefertigt wurden.

Die Prüfung auf Weiterverwendbarkeit der Einzelbestände besteht aus einer Innenkontrolle und
ggf. einer Beatmung an einer künstlichen Lunge.

Die Innenkontrolle wird an 3 % des Einzelbestandes, mindestens jedoch an 5 Geräten spätestens
nach einem Jahr (bei ortsfest gelagerten Geräten spätestens nach 3 Jahren) durchgeführt.
Die Beatmung und Prüfung der Geräte wird nach EN 13794 an 1 % des Bestandes nach 3 Jahren
durchgeführt. Es gelten die Grenzwerte der EN 13794. Die genannten Fristen zählen ab dem Tag
der Auslieferung.

Werden bei der Innenkontrolle und bei der Ermittlung der Haltezeit an der künstlichen Lunge
keine Beanstandungen festgestellt, legt die Prüfstelle den Zeitraum für die weitere Verwendbarkeit
und den Zeitpunkt der nächsten Innenkontrolle sowie der nächsten Prüfung an der künstlichen
Lunge fest. Der Zeitraum bis zur nächsten Prüfung kann maximal 3 Jahre betragen.

4.3.2.5 Qualitätsüberwachung (bei Chemikal-Sauerstoffselbstrettern der Fa. Dräger)

Beim Gerätetyp Dräger Oxy K 50 ist eine zerstörungsfreie regelmäßige Innenkontrolle nicht möglich,
da das Gerät nur werksseitig mit einer speziellen Einrichtung verpackt und verschlossen werden kann.
Daher werden in Abstimmung mit dem Hersteller (Dräger-Servicekonzept Fluchtgeräte Oxy K 50 /
K 50 S / K 30 vom 30.09.1997) und unter Berücksichtigung der zu erwartenden Beanspruchung
(hier ausschließlich Hilfsgeräte Grubenwehr) die Prüfungen zur Feststellung der Weiterverwendbarkeit
der Oxy K -Bestände folgendermaßen vorgenommen:

   - Der Hersteller übernimmt eine Gebrauchsgarantie für die ersten 5 Jahre.

   - Im 5. und danach ggf. nochmals im 8. Jahr werden vom Hersteller Weiterverwendbarkeitsprüfungen
     an 2 % des jeweiligen Bestandes durchgeführt.

   - Die Weiterverwendbarkeitsprüfung wird nach den Grundsätzen der EN 13794 durchgeführt.

   - Bei positivem Verlauf dieser Prüfungen wird die Garantie erstmalig um 3 und nach der zweiten Prüfung
     ggf. nochmals um 2 Jahre verlängert.

   - Spätestens nach dem 10. Jahr werden die Geräte außer Betrieb genommen.

4.4 Buchführung (Dokumentation)

4.4.1 Gerätedaten

Für jeden Selbstretter wird eine Datei geführt. Diese enthält Angaben über:

   - das Gerät (Modell, Serie, Fabriknummer, Herstelldatum, ursprüngliches Gewicht des verpackten
     Selbstretters, Gewichtsänderungen, Instandsetzungen),

   - das Ergebnis der Inspektionen, ggf. Mitführhäufigkeit jedes Filterselbstretters.

4.4.2 Monatsbericht (Filterselbstretter)

Der Monatsbericht gibt Auskunft über den Selbstretter-Bestand, Instandsetzungen und Inspektionen an
Selbstrettern. Der Selbstretter-Bestand wird nach Serien getrennt und in der Summe angegeben.

4.4.3 Halbjahresbericht/ Revision durch die Hauptstelle für das
       Grubenrettungswesen (Filterselbstretter)

Halbjährlich wird eine Revision der Filterselbstretterwirtschaft auf jedem Bergwerk durchgeführt.
Das Ergebnis dieser Revision wird in einem Bericht festgehalten. Neben den Gerätedaten werden
auch die durchgeführten Unterweisungen der Belegschaft unter Tage, die Unterweisungen der
Gerätewarte sowie die arbeitsmedizinischen Untersuchungen der Gerätewarte halbjährlich
dokumentiert. Für die Instandhaltung der Selbstretter ist ein Raum vorhanden, der mit Werkbank,
Werkzeug und Selbstretter-Waage sowie einer Reinigungs- und Desinfektionsanlage für
Übungs-Selbstretter ausgerüstet ist sowie einem PC zur Datenpflege.

 


5 Beteiligung der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen

Der Hauptstelle werden unter anderem folgende Aufgaben übertragen:

   - Mitwirken bei Erhebungen nach Einsätzen von Selbstrettern im Ernstfall

   - Ausbilden der Selbstretter-Ausbilder/ -Beauftragten und Gerätewarte

   - Unterstützung bei den Unterweisungen im Gebrauch der Selbstretter - Begutachtung
     von Selbstrettern

   - Entnahme der Prüfstücke für Weiterverwendbarkeitsprüfungen

   - Bewertung der Prüfungen des Selbstretter-Bestandes oder eines Teils hiervon auf
     Weiterverwendbarkeit (Verlängerungsprüfung), Garantieleistung u. a.

   - Überprüfung des Selbstretter-Bestandes, der Selbstretter-Ausbildung, der Geräte und
     Einrichtungen zur Instandhaltung sowie der Buchführung in halbjährlichen Abständen

   - Zentrale Datensammlung zu den Selbstrettern

   - Zentrale Vorhaltung des Reservebestandes

 



6 Anlage 1

ZUM SELBSTRETTER-PLAN, ST

Neben der Erstunterweisung werden jährliche Nachschulungen durchgeführt. Die Nachschulungen
können unter Tage (z.B. im Rahmen eines "5-Minuten-Gespräches" für Filterselbstretter) durchgeführt
werden. Mindestens im Abstand von 2 Jahren erfolgt die Nachschulung im Rahmen der Unterweisungs-
und Untersuchungsschichten.

LERNZIEL

Die unterwiesenen Personen müssen nach der Unterweisung

   - wissen, wann, wie, wo und wie lange der Selbstretter benutzt werden kann.

   - in der Lage sein den Selbstretter im Dunkeln sicher zu öffnen und anzulegen.

1. Lerninhalt und Übungsumfang

1.1 Lerninhalt

Zur Erlernung vorstehend genannter Kenntnisse wird folgender Stoff vermittelt:

Das Auftreten von giftigen Gasen bei Grubenbränden und Explosionen sowie ihre Wirkung auf den
Menschen, Zweck, Aufbau, Wirkungsweise, Handhabung und Anwendung des Selbstretters.

   - Zweck des Selbstretters (Erklärung des Schutzumfangs )

   - Atmung des Menschen (Physiologische Gesichtspunkte)

   - Aufbau des Selbstretters

   - Wirkungsweise des Filterselbstretters (Einatemwiderstand, Erwärmung.)

   - Handhabung und Anwendung des Selbstretters (Gebrauchsanweisung des Herstellers)

   - Verhalten im Fluchtfall (Flucht grundsätzlich mit den Wettern, Fluchtgeschwindigkeit, Fluchtendpunkte)

 

Wichtige Hinweise:

Vor jeder Mitnahme eines Selbstretters ist ein Sichtkontrolle des Gerätes durch den Gerättrager
durchzuführen.

Ein Selbstretter ist ständig am Mann mitzuführen. Beschädigte Selbstretter werden nach Ende
der Schicht beim Gerätewart abgegeben.

Nach einer Beatmung wird der Selbstretter beim Gerätewart abgegeben.

Zu den Umständen der Flucht ist beim Selbstretter-Beauftragten ein Fragebogen auszufüllen.

Ein Selbstretter darf grundsätzlich nur als Fluchtgerät eingesetzt werden.

Erläuterungen Ober den Zeitpunkt der Anwendung:

Bei Feststellen von Brandgeruch oder sonstigen Anzeichen eines Grubenbrandes, einer Explosion
oder auf Anweisung (auch durch Warn- oder Verständigungseinrichtungen).


Erläuterungen über die Art und Weise der Handhabung:

Aus der Tragevorrichtung entnehmen,

Verschluss aufreißen,

Funktionsteil aus Trägerblech ziehen, Tragebehälter wegwerfen,

Mundstück anlegen,

Nasenklemme aufsetzen,

Bänderung überstreifen und ggf. nachziehen,

ruhig durchatmen.

 

1.2 Übungsumfang (nur bei der Erstunterweisung und im Rahmen
     der 2-Jahrringen Nachschulung)

Zur Erlangung der erforderlichen Fertigkeiten und zur Gewöhnung an das Tragen des Selbstretters
wird mit einem Übungs-Selbstretter geübt:

   - Öffnen des Verschlusses, Herausziehen des Funktionsteils aus dem Tragebehälter und
     ordnungsgemäßes Anlegen des Funktionsteils,

   - Beatmen des Gerätes

Über die Teilnahme an der erstmaligen Unterweisung und an den praktischen 2-Jahrringen Nachschulungen
wird ein Nachweis geführt.

 

1.3 Erfolgskontrolle

Die Unterweisung schließt eine Überprüfung der Kenntnisse und Fertigkeiten ein:

   - Mündliche Beantwortung von Verständigungsfragen,

   - Sicheres Öffnen, Anlegen und Beatmen von Übungsgeräten im abgedunkelten Raum oder mit
     verdeckten Augen.

 


7 Anlage 2 (Fragebogen)

A 4.6 - Anlage 2



Empfehlungen

des Zentralen Grubenrettungswesens
der Bergbau-Berufsgenossenschaft
für die Unterweisung im Gebrauch sowie für die Instandhaltung
von Sauerstoffselbstrettern

September 2001

Inhaltsverzeichnis

1        Vorbemerkung

2        Allgemeines

2.1     Anwendungsbereich
2.2     Begriffsbestimmungen

3        Selbstretter-Beauftragter bzw. Verantwortliche Person im Selbstretterwesen

4        Unterweisung im Gebrauch der Sauerstoffselbstretter

5        Instandhaltung

5.1     Voraussetzungen
5.1.1  Geräteraum
5.1.2  Aufbewahrung
5.1.3  Selbstretter-Gerätewart
5.2     Wartung
5.3     Inspektionen
5.3.1  Äußere Prüfung durch den Gerätträger
5.3.2  Äußere Prüfung durch den Gerätewart oder einen anderen Sachkundigen
5.3.3  Gesamtprüfung von Sauerstoffselbstrettern mit Drucksauerstoff und Sauerstoffselbstrettern
          auf Chlorat-Basis
5.3.4  Dichtheits- und Gewichtsprüfung von Sauerstoffselbstrettern auf KO2-Basis
5.3.5  Prüfung zur Feststellung der Weiterverwendbarkeit von Sauerstoffselbstrettern auf KC2-Basis
5.4     Instandsetzung von Sauerstoffselbstrettern
5.4.1  Voraussetzungen
5.4.2  Instandsetzung von Sauerstoffselbstrettern mit Drucksauerstoff
5.4.3  Instandsetzung von Sauerstoffselbstrettern auf Chlorat-Basis
5.4.4  Instandsetzung von Sauerstoffselbstrettern auf K02-Basis

6       Nachweis

6.1    Bestand an Selbstrettern
6.2    Teilnahme an Unterweisungen
6.3    Verwendung von Selbstrettern im Ernstfall

7       Besondere Vorkommnisse

8       Bekanntmachung

1 Vorbemerkung

Im Zentralen Grubenrettungswesen der Bergbau-Berufsgenossenschaft und in den durch die
zugehörigen Hauptstellen für das Grubenrettungswesen betreuten Betrieben liegen langjährige
Erfahrungen über die Unterweisung und den Gebrauch von Atemschutzgeräten zur Selbstrettung
vor. Es hat sich gezeigt, dass regelmäßige Unterweisungen im Gebrauch und eine kontinuierliche,
planmäßige Instandhaltung der Selbstretterbestände wesentliche Bestandteile von Selbstrettungs-
konzepten sein müssen. Die Anwendung der in diesen Empfehlungen enthaltenen Hinweise zur
Instandhaltung von Sauerstoffselbstrettern trägt erheblich zur Erhaltung der Funktionssicherheit
der Selbstretter bei und ermöglicht in Abhängigkeit von den jeweiligen Prüfergebnissen den
sicheren Einsatz der Selbstretter während der vom Hersteller angegebenen Garantiezeit und auch
darüber hinaus.


2 Allgemeines

2.1 Anwendungsbereich

Diese Empfehlungen gelten für die Unterweisung im Gebrauch und für die Instandhaltung von
Sauerstoffselbstrettern in den der Aufsicht der Bergbehörde unterstehenden Betrieben in den
Bezirken der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen Clausthal-Zellerfeld, Hohenpeißenberg und
Leipzig. Sofern Prüfumfang und –fristen in diesen Empfehlungen genannt werden, wird eine höchstens
einschichtige Benutzung der Selbstretter pro Tag an fünf Schichten pro Woche vorausgesetzt;
anderenfalls werden von der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen in Abstimmung
mit der Bergbehörde abweichende Empfehlungen ausgesprochen.

Reservebestände an Sauerstoffselbstrettern, die eindeutig getrennt von den im Betrieb eingesetzten
Selbstrettern zum Zwecke der Bevorratung gelagert werden, unterliegen nicht den in diesen
Empfehlungen genannten Prüffristen und -umfang und werden zur Ermittlung der Anzahl der durch
Innenkontrolle und Veratmung an der künstlichen Lunge zu prüfenden Selbstretter auf Weiter-
verwendbarkeit nicht herangezogen. Nach Entnahme aus dem Reservebestand und vor der
betrieblichen Nutzung sollen die Selbstretter einer äußeren Prüfung sowie einer Gewichts- und
Dichtheitsprüfung nach Anl. 4 Nr. 2 und 3 unterzogen werden.

Sofern Anforderungen dieser Empfehlungen über Anforderungen in den Gebrauchsanweisungen
der Hersteller von Atemschutzgeräten hinausgehen, sollen wegen der besonderen Einsatzbedingungen
in Bergbaubetrieben die Anforderungen dieser Empfehlungen eingehalten werden. Gehen
Anforderungen in Gebrauchsanweisungen der Hersteller über Anforderungen dieser Empfehlungen
hinaus, so gelten die Anforderungen in den Gebrauchsanweisungen der Hersteller.

2.2   Begriffsbestimmungen

Sauerstoffselbstretter sind umluftunabhängige, frei tragbare Atemschutzgeräte zur Selbstrettung
und versetzen den Träger in die Lage, beim Auftreten gesundheitsschädlicher Gase, Dämpfe, Nebel,
Stäube (Schadstoffe) oder bei Sauerstoffmangel in einen sicheren Bereich zu fliehen oder auf Hilfe
zu warten.

Unter dem Begriff der Instandhaltung werden alle Maßnahmen zur Bewahrung und Wiederherstellung
des Sollzustandes sowie zur Festlegung und Beurteilung des Ist-Zustandes zusammengefasst.


3 Selbstretter-Beauftragter bzw. Verantwortliche Person im Selbstretterwesen

Die Überwachung der Durchführung dieser Empfehlungen ist einer verantwortlichen Person zu
übertragen, die an einem Lehrgang für Selbstretter-Beauftragte an einer Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen teilgenommen hat. Oberführer- oder Gasschutzleiter-Lehrgänge an einer
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen können diese Qualifikation beinhalten. Die Teilnahme
ist in Zeitabständen von längstens vier Jahren zu wiederholen. Dem Selbstretter-Beauftragten ist
eine Dienstanweisung auszuhändigen (Anl. 1).

4 Unterweisung im Gebrauch der Sauerstoffselbstretter

Personen, die aufgrund bergbehördlicher Vorschriften oder auf Anweisung des Unternehmers
Selbstretter mit sich führen müssen oder im Fluchtfall auf ein Depotgerät zurückgreifen, sind
vor Aufnahme der Tätigkeit im Gebrauch des Selbstretters zu unterweisen.

Die Unterweisung soll aus einem theoretischen und einem praktischen Teil bestehen und in
der Regel mindestens zwei Stunden dauern (s. Anl. 2). Sie ist mindestens jährlich zu wiederholen.

Die mindestens halbjährliche Unterweisung im Geltungsbereich der Tiefbohrverordnung bleibt
unberührt.

Die Unterweisung darf nur von Personen durchgeführt werden, die vom Unternehmer hiermit
beauftragt und von der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen als Selbstretter-Beauftragte
ausgebildet worden sind.

Die Zahl der an einer Übung gleichzeitig teilnehmenden Personen soll in der Regel nicht
größer als 20 je unterweisende Person sein.

Bei Besuchern und sonstigen Personen, die sich nur vorübergehend im Betrieb aufhalten, reicht
eine Einweisung in den Gebrauch des Selbstretters anhand von Übungsgeräten oder Modellen aus.
Auf Anlegeübungen kann dabei verzichtet werden, wenn sichergestellt ist, dass eine ausreichende
Anzahl betrieblicher Begleitpersonen im Ernstfall beim Anlegen der Selbstretter Hilfe leisten kann.


5 Instandhaltung

5.1 Voraussetzungen

5.1.1 Geräteraum

Für die Selbstretter muss ein geeigneter Raum mit allen für die Instandhaltung notwendigen
Einrichtungen und Prüfgeräten vorhanden sein.

5.1.2 Aufbewahrung

Die Selbstretter müssen in der Regel über Tage übersichtlich und geordnet aufbewahrt werden und
jederzeit zugänglich sein (z. B. in Regalen, im Freien in wetterfesten Kästen mit Sichtfenster unter
Beachtung der Temperaturgrenzen für die Lagerung).

Bei Bedarf können für die zusätzliche Stationierung von Selbstrettern (ortsfeste Lagerung) an
geeigneten Standorten im Betrieb verschließbare Räume (z. B. Fluchtkammern), Regale oder Behälter
eingerichtet werden, bei denen der ortsfeste Verbleib der Selbstretter nachgewiesen wird (z. B. durch
Unversehrtheit eines Schlüsselkästchens oder einer Plombierung) und die im Notfall einfach und sicher
geöffnet werden können. Ortsfest gelagerte Selbstretter sind, im Gegensatz zu den übrigen im Betrieb
eingesetzten Selbstrettern, nicht für die regelmäßige Entnahme und Rückgabe vorgesehen.

5.1.3 Selbstretter-Gerätewart

Mit der Instandhaltung und Buchführung der Selbstretter muss mindestens ein Selbstretter-Gerätewart
(nachfolgend Gerätewart genannt) beauftragt werden, der von der Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen oder vom Hersteller ausgebildet worden ist. Diese Ausbildung ist in Zeitabständen von
längstens vier Jahren zu wiederholen.

Entsprechend der Gefährdungsermittlung müssen Gerätewarte vor Aufnahme ihrer Tätigkeit und
weiterhin in regelmäßigen Abständen arbeitsmedizinisch untersucht werden und nach dem Ergebnis
dieser Untersuchungen für ihre Tätigkeit geeignet sein.

Gerätewarte dürfen mit anderen Arbeiten nur beschäftigt werden, soweit die ordnungsgemäße
Instandhaltung der Selbstretter dadurch nicht beeinträchtigt wird. Ihnen ist eine Dienstanweisung
auszuhändigen (s. Anl. 3).

5.2 Wartung

Maßnahmen zur Wartung wie z. B. Reinigung der Selbstretter von fest haftenden groben
Verschmutzungen sollen nur vom Gerätewart ausgeführt werden.

5.3 Inspektionen

Für die Durchführung von Inspektionen und Prüfungen gelten die Fristen in Anlage 4. Nur für
ausschließlich ortsfest gelagerte Selbstretter und Selbstretter, die als Hilfsgeräte der Grubenwehr
eingesetzt werden, werden im Vergleich zu den übrigen im Betrieb eingesetzten Selbstrettern
abweichende Regelungen für den zeitlichen Abstand der Prüfungen bzw. Inspektionen und
dem Prüfumfang getroffen.

5.3.1 Äußere Prüfung durch den Gerätträger

Bei der Entnahme vor Arbeitsbeginn, also in der Regel arbeitstäglich, soll der Gerätträger den
Selbstretter einer Sichtprüfung unterziehen (Anl. 4 Nr. 1). Hierbei soll er insbesondere auf
Ausschluss grober Beschädigungen, einwandfreie Plombierung und bei Sauerstoffselbstrettern
auf Drucksauerstoffbasis auf die Anzeige des vorgesehenen Fülldruckes achten. Vor der
Rückgabe soll der Gerätträger den Selbstretter von Verschmutzungen reinigen.

Stellt der Gerätträger Abweichungen vom Soll-Zustand oder nicht sofort zu entfernende grobe
Verschmutzungen fest, so hat er den Selbstretter dem Gerätewart zuzuführen und hierüber die
zuständige verantwortliche Person zu benachrichtigen.

5.3.2 Äußere Prüfung durch den Gerätewart oder einen anderen Sachkundigen

Jeder Selbstretter ist, soweit keine anderen Festlegungen bestehen, mindestens monatlich durch
den Gerätewart oder durch einen anderen Sachkundigen, z. B. den Hersteller, auf Beschädigungen,
Risse, Löcher und andere äußerlich erkennbare Abweichungen vom Soll-Zustand zu prüfen
(Anl. 4 Nr. 2). Bei festgestellten Beanstandungen, die sich auf die Einsatzfähigkeit des Selbstretters
auswirken können, muss der Selbstretter instandgesetzt oder ausgesondert werden.

Bei ortsfest gelagerten Selbstrettern ersetzt die Prüfung des Ausschlusses einer Entnahme
(z. B. durch Kontrolle des Schlüsselkästchens oder der Plombierung auf Unversehrtheit) die
äußere Prüfung der im verschlossenen Raum, Regal oder Behältnis enthaltenen Selbstretter.

5.3.3 Gesamtprüfung von Sauerstoffselbstrettern mit Drucksauerstoff und Sauerstoff-
         selbstrettern auf Chlorat-Basis

Sauerstoffselbstretter mit Drucksauerstoff und Sauerstoffselbstretter auf Chlorat-Basis sind nach
jeder Beatmung und im übrigen in Abständen von längstens sechs Monaten durch den Gerätewart
einer Gesamtprüfung nach der Prüfanleitung des Herstellers zu unterziehen.

Werden bei dieser Prüfung Mängel festgestellt, so sind diese sofort, ggf. durch Austausch der
beschädigten Geräteteile, zu beseitigen. Ist dies nicht möglich, müssen die betreffenden Selbstretter
ausgesondert werden.

5.3.4 Dichtheits- und Gewichtsprüfung von Sauerstoffselbstrettern auf K02-Basis

Sauerstoffselbstretter auf KO2-Basis sind, soweit keine anderen Festlegungen bestehen, mindestens
halbjährlich sowie ortsfest gelagerte Selbstretter und solche, die ausschließlich als Hilfegeräte der
Grubenwehr eingesetzt werden, jährlich durch den Gerätewart unter Beachtung der Prüfanleitung
des Herstellers einer Dichtheits- und einer Gewichtsprüfung zu unterziehen (s. Anl. 4, lfd. Nr. 3).

Die Prüfungen setzen voraus, dass die Selbstretter nicht grob beschädigt sind bzw. keine
Gebrauchsspuren aufweisen, die die Funktionsfähigkeit offensichtlich einschränken, von
Verunreinigungen befreit sind und dass die Plombierungen einwandfrei sind.

Unkontrolliert offene oder grob beschädigte Selbstretter sind auszusondern oder gemäß Anleitung
des Herstellers wieder instand zu setzen. Hierbei ist mindestens der Austausch des Chemikalkanisters
erforderlich. Kontrolliert geöffnete, nicht beatmete Selbstretter können umgehend gemäß Anleitung
des Herstellers wieder verschlossen und nach der Plombierung weiterverwendet werden, sofern die
Bauart der Selbstretter nach Herstellerangabe Öffnen und Wiederverschließen durch den Gerätewart
zuläßt. Das Datum der Öffnung, der Grund für die Öffnung und das Ergebnis der Inspektion
einschließlich des Ergebnisses der abschließenden Dichtheitsprüfung sind aufzuzeichnen.

Die Dichtheitsprüfung ist mit der vom Hersteller gelieferten oder empfohlenen Prüfeinrichtung
vorzunehmen.

Zur Gewichtsprüfung dürfen nur geeichte Waagen mit einer Auflösung von mindestens 1 g und
einer maximalen Toleranz von ± 0,5 g verwendet werden.

Die Ergebnisse der Dichtheits- und der Gewichtsprüfungen sind nach den Vorgaben der Hauptstelle
für das Grubenrettungswesen zu bewerten.

5.3.5 Prüfung zur Feststellung der Weiterverwendbarkeit von Sauerstoffselbstrettern
        auf KO2-Basis

Die Prüfung und Bewertung von Sauerstoffselbstrettern auf K02-Basis wird von der Hauptstelle
für das Grubenrettungswesen durchgeführt.

Prüfungen zur Feststellung der Weiterverwendbarkeit nach Anlage 4 sind für jeden Einzelbestand
ab Beginn seiner betrieblichen Einsatzzeit notwendig.

Als Einzelbestand eines Betriebes gelten alle Selbstretter gleichen Typs und gleicher Klasse, die
einer vergleichbaren Belastung ausgesetzt sind und innerhalb eines Jahres gefertigt worden sind.
Nach Maßgabe der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen können vergleichbare Einzelbestände
von verschiedenen Betrieben zu einem Prüfbestand zusammengefasst werden.

Die Prüfung zur Feststellung der Weiterverwendbarkeit von Einzelbeständen besteht aus der
Innenkontrolle und der Beatmung einer repräsentativen Stichprobe - mindestens fünf, höchstens
zwanzig Stück - von Selbstrettern eines Bestandes an der künstlichen Lunge (Anl. 4 Nr. 4) nach
anerkannten Prüfgrundsätzen.

Spätestens drei Monate vor dem Prüftermin soll sich der Betrieb mit der Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen zwecks Absprache über die Entnahme der Selbstretter in Verbindung setzen.

Die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen entscheidet über die Auswahl der zu prüfenden
Sauerstoffselbstretter. Diese Selbstretter sind vom Unternehmer bzw. Antragsteller kostenlos zur
Verfügung zu stellen. Die Innenkontrollen sowie die Beatmung der Selbstretter an der künstlichen
Lunge werden durch die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen durchgeführt bzw. veranlasst.
Bei Beanstandungen kann die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen zu weiteren Untersuchungen
die Anzahl der zusätzlich zu prüfenden Selbstretter festlegen. Die Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen stimmt einer befristeten Weiterverwendung des Bestandes zu, wenn dies nach dem
Ergebnis der Prüfung unbedenklich ist.

5.4 Instandsetzung von Sauerstoffselbstrettern

5.4.1 Voraussetzungen

Gerätewarte dürfen Instandsetzungsarbeiten an Selbstrettern nur ausführen, wenn sie vom Hersteller
oder der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen hierfür ausgebildet worden sind und eine
entsprechende Bescheinigung erhalten haben. Instandsetzungsanleitungen des Herstellers sind
zu beachten.

5.4.2 Instandsetzung von Sauerstoffselbstrettern mit Drucksauerstoff

Sauerstoffflaschen mitsamt zugehörigen Armaturen von Sauerstoffselbstrettern mit Drucksauerstoff
müssen in Abständen von längstens sechs Jahren von einem Sachverständigen nach § 31 Druck-
behälterverordnung geprüft werden. Bei Sauerstoffflaschen, die nach der Prüfung durch den
Sachverständigen und erneuter Befüllung oder nach erstmaliger Befüllung nicht wieder entleert
worden sind, verlängert sich die Prüffrist auf zehn Jahre. Die Steuerventile müssen in Abständen
von längstens sechs Jahren vom Hersteller überholt werden.

Atemkalkfüllungen von Sauerstoffselbstrettern mit Drucksauerstoff müssen nach jeder Beatmung
und im übrigen längstens in Abständen von zwei Jahren ausgetauscht werden.

5.4.3 Instandsetzung von Sauerstoffselbstrettern auf Chlorat-Basis

Die Atemkalkfüllungen (-patronen) sowie die Chloratpatronen der Sauerstoffselbstretter sind nach
jeder Beatmung und im übrigen in Abständen von längstens

auszutauschen.

5.4.4 Instandsetzung von Sauerstoffselbstrettern auf KO2-Basis

Sofern die Bauart der Selbstretter nach Herstellerangabe öffnen und Wiederverschließen durch den
Gerätewart zuläßt, muss in der ersten und in der vierten Woche nach der Instandsetzung jeweils
eine Dichtheitsprüfung durchgeführt werden.

6 Nachweis

6.1 Bestand an Selbstrettern

Die im Betrieb vorhandenen Selbstretter sind getrennt nach Art und Beständen mit Fabriknummern
und Herstellungsdaten, bei Sauerstoffselbstrettern auf KO2 –Basis zusätzlich mit den Ergebnissen
der Dichtheitsprüfungen und den Ergebnissen der Wägungen (Ausgangsmessung und alle weiteren
Messungen), zu erfassen. Sofern das Herstellungsdatum vom Zeitpunkt des ersten betrieblichen
Einsatzes erheblich abweicht, ist dieser Zeitpunkt ebenfalls zu erfassen.

In der Kartei oder Datei sind Datum und Ergebnisse der Inspektionsmaßnahmen nach den
Nummern 5.3.1 bis 5.3.5 sowie Art und Datum der vorgenommenen Instandsetzungen nach
Nummer 5.4 zu vermerken.

Auf Verlangen ist diese Kartei oder Datei der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen zur
Einsicht vorzulegen.

Der Bestand an Selbstrettern ist jährlich gemäß Anlage 5 der Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen zu melden.

6.2 Teilnahme an Unterweisungen

Die Teilnahme an den Unterweisungen nach Nummer 4 ist vom Unterweisenden in eine
Liste mit Datum einzutragen und von jedem Teilnehmer durch Unterschrift zu bestätigen.

6.3 Verwendung von Selbstrettern im Ernstfall

Jede Verwendung von Selbstrettern im Ernstfall ist der zuständigen Bergbehörde und der
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen nach Vordruck (Anl. 6) unverzüglich mitzuteilen.

7 Besondere Vorkommnisse

Besondere Vorkommnisse bei der Benutzung von Selbstrettern und Übungsselbstrettern
sind der zuständigen Bergbehörde und der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
sofort mitzuteilen. Der betroffene Selbstretter ist sicherzustellen und der Hauptstelle für
das Grubenrettungswesen zu übergeben.

8 Bekanntmachung

Dem Selbstretter-Beauftragten, den Gerätewarten und den vom Unternehmer mit der
Durchführung der Unterweisungen nach Nr. 4 beauftragten Personen ist ein Exemplar
dieser Empfehlungen auszuhändigen.



Anlage 1

M u s t e r

Dienstanweisung für Selbstretter-Beauftragte

1. Der Selbstretter-Beauftragte ist dafür verantwortlich, dass der Selbstretterbestand nach diesen
    Empfehlungen überwacht wird. Im Rahmen seiner Aufgaben hat er insbesondere

2. Bei der Anleitung und Überwachung der Selbstretter-Gerätewarte hat der Selbstretter-Beauftragte
    insbesondere darauf zu achten, dass


Anlage 2

Unterweisung im Gebrauch der Selbstretter

Zur Unterweisung sind geeignete Mittel wie Betriebsanweisungen, Gebrauchsanweisungen des
Herstellers und/oder Schaubilder und Tonbildschauen/Videofilme sowie eine ausreichende Anzahl
an Übungsselbstrettern oder Selbstrettern einzusetzen.

1. Lehrziel

Die zu unterweisenden Personen sollen nach der Unterweisung in der Lage sein,

2. Lehrinhalt der theoretischen Unterweisung

Bei der theoretischen Unterweisung sind die gesundheitsschädliche Wirkung der in Betracht
kommenden Schadstoffe sowie Gefahren durch Sauerstoffmangel zu behandeln. Aufbau,
Wirkungsweise, Schutzumfang, Haltezeit und Handhabung des Selbstretters sind anhand der
Gebrauchsanweisung des Herstellers und ggf. unter Zuhilfenahme von Modellen oder Schaubildern
verständlich zu erläutern.

Hierbei ist besonders darauf hinzuweisen,

Die verantwortlichen Personen und die sonstigen mit der Wahrnehmung sicherheitlicher Aufgaben
betrauten Personen (Sicherheitsfachkräfte, Sicherheitsbeauftragte) sind besonders anzuhalten, sich
bei ihren Befahrungen davon zu überzeugen, dass die Gerätträger die Selbstretter nach den ihnen
gegebenen Anweisungen behandeln.

Um zu vorstehenden Zielen hinzuführen, ist folgender Lehrstoff zu vermitteln:

3. Praktische Unterweisung (Übung)

Bei der praktischen Unterweisung sind das Öffnen und das ordnungsgemäße Anlegen des Selbstretters
unter Beachtung der Gebrauchsanweisung von jedem Teilnehmer so lange zu üben, bis die notwendigen
Handgriffe geläufig sind. Anschließend sind mit angelegtem Selbstretter Bewegungsübungen durch-
zuführen (z. B. Kniebeugen, Treppensteigen, Fahrtensteigen).

Nur diejenigen Teilnehmer haben die Übung mit Erfolg abgeschlossen, die das Öffnen und das Anlegen
des Selbstretters richtig verstanden haben und die notwendigen Handgriffe sicher ausführen können.

Bei der Übung sind Selbstretter oder Übungsselbstretter zu verwenden.

Sollen die Selbstretter wiederverwendet werden, so müssen nach jeder Beatmung die mit Ausatemluft
in Berührung gekommenen Bauteile gereinigt und desinfiziert sowie die Geräte instandgesetzt werden.


Anlage 3

M u s t e r

Dienstanweisung für Selbstretter-Gerätewarte

Für die Instandhaltung von Selbstrettern sind diese Empfehlungen sowie die Hinweise des Herstellers
in der Gebrauchsanweisung maßgebend. Darüber hinaus muss der Selbstretter-Gerätewart folgendes
beachten:

Räume, Einrichtungen und Ausrüstungen gem. Nr. 5.1 der o. g. Empfehlungen sind in einem sauberen
und einsatzbereiten Zustand zu halten.


Anlage 4

Fristen für Inspektionen und Prüfungen von Chemikal-Sauerstoffselbstrettern auf K02-Basis

lfd. Nr.

Art der Inspektion bzw. Prüfung

Prüfer

zeitlicher Abstand, Prüfumfang

1

Äußere Prüfung (Sichtprüfung)

Gerätträger

alle mitgeführten Geräte arbeitstäglich

2

Äußere Prüfung (Sichtprüfung)

Gerätewart oder anderer Sachkundiger (z. B. Hersteller)

alle im Betrieb eingesetzten Geräte monatlich

3

Dichtheits- und Gewichtsprüfung

Gerätewart oder anderer Sachkundiger (z. B. Hersteller)

alle im Betrieb eingesetzten Geräte innerhalb von 4 Wochen nach der Auslieferung, nachfolgend halbjährlich; bei ortsfest gelagerten Selbstrettern und bei solchen, die ausschließlich als Hilfsgeräte der Grubenwehr eingesetzt werden, jährlich

4

Stichprobenartige Prüfung zur Feststellung der Weiterverwendbarkeit von Einzelbeständen (Innenkontrolle und Beatmung an der künstlichen Lunge)

Hauptstelle für das Grubenrettungswesen bzw. Prüflabor oder -stelle

während der ersten fünf Nutzungsjahre jährlich an 2% aller im Betrieb eingesetzten Selbstretter des Einzelbestandes, danach jährlich an 3% aller im Betrieb eingesetzten Selbstretter des Einzelbestandes; bei ortsfest gelagerten Selbstrettern und solchen, die ausschließlich als Hilfsgeräte der Grubenwehr eingesetzt werden, 2% vor Ablauf der ersten drei Nutzungsjahre, danach jeweils 3% vor Ablauf von weiteren drei Nutzungsjahren


Anlage 5

Hauptstelle für das Grubenrettungswesen

Meldung zum Selbstretterwesen

(Stichtag für die Angaben: 31. Dezember 200.. )

1. Betrieb: ____________________________________________________________

2. Auszurüstende Belegschaft (am Jahresende) __________________ Beschäftigte

   maximale Belegung je Schicht __________________ Beschäftigte

3. Sauerstoffselbstretter:

Fabrikat

Modell

Anzahl im
Betrieb

Bau-
monat                jahr

Gesamt

zusätzliche
Reserve

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von der Gesamtzahl der betrieblich eingesetzten Sauerstoffselbstretter werden

________ Geräte über Tage aufbewahrt,

________ Geräte personenbezogen ausgegeben,

________ Geräte nicht personenbezogen ausgegeben,

________ Geräte ortsfest unter Tage gelagert und

________ Geräte als Hilfsgeräte der Grubenwehr eingesetzt.

4. Übungs-Sauerstoffselbstretter

Fabrikat

Modell

Stück

 

 

 

 

 

 


5. Funktionsträger im Selbstretterwesen

Selbstretter-Beauftragte(r):

____________________________________________________________________

____________________________________________________________________

weitere Selbstretter-Ausbilder:

____________________________________________________________________

____________________________________________________________________

Selbstretter-Gerätewart(e):

____________________________________________________________________

____________________________________________________________________

____________________________________________________________________

_____________________________ , den ___________________________

_____________________________ ___________________________

(Selbstretter-Beauftragter)               (Unternehmer)


 

Anlage 6


15.12.2005

83.12.61.2-2005-2

Hilfeleistungsplan für die Grubenwehren in NRW

A 4.6

 

An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Hilfeleistungsplan für die Grubenwehren in NRW

 

 

Die Rundverfügung wird mit Schreiben vom 12.07.2017 - 62.12.61.1-2014-2 aufgehoben.

 

 

Bezirksregierung Arnsberg

Im Auftrag:

(Wagner)





Hilfeleistungsplan
für die Grubenwehren in NRW

Herausgegeben von der
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
der RAG Deutsche Steinkohle, Herne

Stand: Januar 2017

Alarmnummern:

 

Servicebereich Technik und Logistik (SBBT)/
Grubensicherheit (Ruhr)
(Tag und Nacht erreichbar)

 

 

 

Post:

02325 / 593-333

DSK- Netz:

956-333

 

 

oder

02325 / 569785

oder

0171 / 2253815

Inhaltsverzeichnis

Vorwort
Gesetzliche Grundlagen
Hilfeleistungskreise RAG Deutsche Steinkohle
Ruhr
- Grubenwehr Prsoper-Haniel
- Grubenwehr Ibbenbüren
- Zentrale Grubenwehr
Hilfeleistung außerhalb des Steinkohlenbergbaus
Zusammenstellung der Hubschrauber-Landeplätze
RAG Deutsche Steinkohle AG (Stand: 01/2014)
Anschriften Behörden

Vorwort

Der vorliegende „Hilfeleistungsplan für das Grubenrettungswesen" regelt die Hilfeleistung auf benachbarten
Bergwerken, gleichgültig, ob sie demselben oder unterschiedlichen Unternehmen angehören. Er
bewirkt, dass ein Rettungswerk bei größeren Unglücken ohne Verzögerung anlaufen kann.

Die gegenseitige Hilfeleistung der Grubenwehren ist so aufgebaut, dass die Grubenwehren eines
Hilfeleistungskreises sich gegenseitig bei Grubenwehreinsätzen unterstützen.

Die Zentrale Grubenwehr der RAG Deutsche Steinkohle leistet auf Anforderung
Spezialdienstleistungen:

 

Bereitstellungsplätze für Hubschrauber

Bei Großschadenslagen auf Bergwerken (z. B. Grubenunglück) sind auf dem innerbetrieblichen
Gelände der Bergwerk in Absprache mit der Bundespolizei und Bundeswehr Bereitstellungsplätze
zur Landung von Hubschraubern aufgestellt worden. Die Liste der Koordinaten wird regelmäßig
überprüft und aktuell gehalten. Die Hubschrauber der Bundespolizei können über die in der
Zusammenstellung "Hubschraubereinsatz bei der Grubenwehr" genannten Kontakte angefordert
werden:

 

Verzeichnis für Rettungswerke bei Grubenunglücken

Das Verzeichnis für Rettungswerke bei Grubenunglücken bietet einen Überblick an Fachleuten
und Ausrüstung. Es wird von der BG RCI herausgegeben und ist im Internet unter folgende Link
verfügbar:
http://www.bgrci.de/atemschutzzentrum/start/rettungswerkeverzeichnis/

 

Gesetzliche Grundlagen

Der § 61 des Bundesberggesetzes  (BBergG) regelt die Verantwortung des Unternehmers.
Demnach ist der Unternehmer verflichtet,

 

Die zuständige Bergbehörde (Bezirksregierung Arnsberg)  kann - soweit erforderlich - bei
Betriebsereignissen mit den oben genannten Gefahren die zur Abwehr der Gefahr oder zur Rettung
Verunglückter oder gefährdeter Personen notwendigen Maßnahmen anordnen. Auf Verlangen der
zuständigen Behörden haben auch die Unternehmer anderer bergbaulicher Betriebe unverzüglich
die zur Ausführung dieser angeordneten Maßnahmen erforderlichen Arbeitskräfte, Geräte und
Hilfsmittel zur Verfügung zu stellen (§ 74 BBergG).

Im “Plan für das Grubenrettungswesen” ist die Hilfeleistung wie folgt geregelt:

"Bei Grubenunglücken leistet die Grubenwehr auf benachbarten Bergwerken Hilfe nach
dem Hilfeleistungsplan.

Bei gleichzeitigem Einsatz mehrerer Grubenwehren auf einem Bergwerk werden die
Aufgaben- und Verantwortungsbereiche der Oberführer durch die Einsatzleitung festgelegt
und gegeneinander abgegrenzt.

Wird die Hilfe benachbarter Grubenwehren in Anspruch genommen, so werden ortskundige
Personen bereitgestellt. Hilfeleistungswehren werden vor der Anfahrt über das Ereignis und
ihre Aufgaben unterrichtet. Ersatzmannschaften und Geräte werden rechtzeitig bereitgestellt.”


Die Hilfeleistung erfolgt grundsätzlich durch eine benachbarte Grubenwehr des jeweiligen
Bergwerks nach Entscheidung der Einsatzleitung in Absprache mitdem Bereitschaftsdienst
der Hauptstelle für das Grubenrettungswen.
Die Alarmierung einer Hilfeleistungswehr muss dabei zwingend erfolgen bei Auslösung des
ärztlichen Hilfswerks (gleichbedeutend mit „Menschen in Gefahr“), vgl. Notfallplan der
RAG Deutsche Steinkohle gemäß § 11 Abs. 1 Nr. 6 i.V.m. § 15 Abs. 11 Allgemeine
Bundesbergverordnung (ABBergV)

 

Hilfeleistungskreise - RAG Deutsche Steinkohle

Bergwerk

Vorwahl

ständig
besetzte
Stelle

Oberführer

Hauptgerätewart
(Gerätestation)

Post

RAG
Netz

Name,
Vorname

Telefon
Dienstlich

Telefon
Mobil

Name,
Vorname

Telefon
dienstlich

Fax

Telefon
Mobil

Prosper-Haniel

02041 / 59

922

 - 3274
- 3273
- 3500

Kocima, Frank

- 7153

0173 / 2591842

Kwiatkowski,
Axel

- 3251
- 3166

- 3324

0173 / 2575414

Ibbenbüren 05451 / 51 -

---

 - 9116
- 2288

Brenningmeyer, Michael - 9099 0151 / 11434410 Meese, Markus - 2255
- 2256
- 2239 0151 / 11434394

Wasserhaltung

Saar

0681 / 405 -

931

- 100

Behr, Andreas

931-5030

0173 / 7082014

Neu; Thomas

931-5026

- 5030

0173 / 2898666

Zentrale
Grubenwehr

02325 -593

956

- 333

Wiebusch, Peter

956-443

0173 / 6030950

Hagels, Jürgen
Wolf, Michael

- 445

-309

0173 / 7031712
0174 / 3059442

 

Einsatzleitungen und Ansprechpartner - RAG Deutsche Steinkohle

 


Bergwerke

Werksleiter /
Standortleiter

Telefon

BS-Leiter /
Vertreter

Telefon

Wetter-
ingenieur
Telefon Einsatzleitung EL / Einsatzstab ES Telefon

Prosper-Haniel

Kroker



Telsemeyer

922-3201


922-3202

Dolfen

 

Rotert

922-3015


922-7261

Rotert


Ziegner

922-7261


922-7295

EL Prosper V Sitzungszimmer 1



ES Prsoper V Sitzungszimmer 6

922-3207
922-3351
922-3434

911-3026

RAG Anthrazit
Ibbenbüren

Dr. Voß

Kunz

05451 / 51-2200

05451 / 51-9350

Schoppe

Lewe

05451 / 51 - 3523
05451 / 51 - 2207

Exeler





Lammerskitten

05451 / 51-2617





05451 / 51-2567


EL Nordschacht
Büro TA-W




ES Norschacht U5
Sitzungszimmer



05451 /
51-2510
51-2556
51-2532
51-2518

05451 /
51-9085

SB BT Wasserhaltung

Haakert

Wiejack-Symann

Dr. Drobniewski

922-4300

922-4305

956-204

Hermann

Knauber

922-3970

956-206

Elbeshausen

956-676

Büro Sunderwerth

 

Steinsalzbergwerk
Borth

Gerland

02803 / 45-2227

0176 / 12348203

Hegemann

Blättermann

02803 / 48- 2386

02803 / 48 - 2347

Awater

02803 / 48-2397

EL Kauengebäude
Einsatzleitraum EG

ES Kauengebäude
Sitzungszimmer 1. OG

02803 / 48-2204


02803 / 48-2345


 

Hilfeleistung für Wasserhaltungen

Wasserhaltung

Eigene Wehr

1. Hilfeleistungswehr

2. Hilfeleistungswehr

Wasserhaltung Ruhr
(Amalie, Carolinenglück, Concordia, Friedlicher Nachbar,
Heinrich, Zollverein, Fürst Leopold, Robert Müser, Hansa, Ost))

Zentale Wehr

Prosper-Haniel

 

 

 

Hilfeleistung außerhalb des Steinkohlenbergbaus / Ansprechpartner

Unternehmen / Adresse

Eigene Wehr

Hilfeleistung

Ansprechpartner
Name, Vorname, E-Mail

   

Esco
Steinsalzbergwerk Borth
Karlstr. 80 
47495 Rheinberg-Borth

4 Trupps

Zentrale Wehr

Hr. Gerland
Kumpf, Stefan
s.kumpf@esco-salt.com

Hollax, Burkhard
b.hollax@esco-salt.com

02803-482227
02803-482231
02803-482302 / 2282

02803-4820 (24h)
02803-482299 (Fax)

0176-12348203
0160-96462533


RWE Power – Rheinbraun
Frechener Str. 
50226 Frechen

7 Trupps

Zentrale Wehr

Giesen – Key, Uwe
uwe.giesen-key@rwe.com
Lamour, Peter
peter.lamour@rwe.com
Bacher, Dietmar
dietmar.bacher@rwe.com

02234 - 935-69471

02234 - 935-69474

02234 - 935-69474

0152-22935721

0151-42210973

0151-42210993

Tathscheck Schiefer
Schiefergruben Magog/Felicitas
Alter Bahnhof 9 
57392 Bad Fredeburg

Keine

Zentrale Wehr

Menn, Michael
Micahel.Menn@magag.de

02974 - 9620/30

0172-2556900

Bundeswehrdepot
Bleiberg-Kaserne
Bleiberg Str. 1
53894 Mechernich

Bundeswehr- Fw

Zentrale Wehr

Dahmen, Roland
rolanddahmen@bundeswehr-org

zbrdschbwfeuerwachemechernich
@bundeswehr.org

02443 - 496-3950

02443 - 496-3952 (24h)

 

AWA Entsorgung GmbH
Deponie Horm
Pfarrer Pleus Str. 46
52393 Hürtgenwald-Horm

Örtliche Fw

Zentrale Wehr

Paul, Peter
peter.paul@egn-mbh.de

02429 - 949430

0177/8376479

Förderverein Bergbauhistorischer
Stätten e. V.
Besucherbergwerk Graf Wittekind
c/o Heinz-Ludwig Bücking
Grotenbachstraße 40
44225 Dortmund

Örtliche Fw

Zentrale Wehr

Hr. Bücking
L-buecking@gmx.de

0231 - 713696

0162/6337251



Sachtlebern
Bergbau Verwaltungs-GmbH
Standort Lennestadt-Meggen
Grube Meggen
Wolbecke 1
57368 Lennestadt

Keine
(Wegweiser)

Örtliche Fw

Zentrale Wehr

Hr. Dr. Neumann
Hr. Lausecker
Hr. Irmler
Hr. Klauke
Hr. Hasse
Jochen.Hasse@gla.com
02721 - 835-269
02721 - 835-249
02721 - 985-2911
02721 - 985-2916
0234 - 9801170
0171/6454906
0171/3362014
0171/5369198
0160/939733897
0171/6454894

 

Anschriften Behörden

 

Adresse

Telefon

Fax

Rufbereitschaft

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung 6
Bergbau und Energie in NRW

44135 Dortmund
Goebenstr. 25

02931/
82 - 0

-3624

0172/5205686
(zentraler Bereitschaftsdienst)

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung 6
Bergbau und Energie in NRW
Außenstelle Düren
Betriebe: Tagebaue RWE Power,
Grube Schenkenbusch

52349 Düren
Josef-Schregel-Str. 21

02421/
9440 - 0

- 40

siehe oben

 

Zusammestellung der Hubschrauber-Landeplätze
RAG Deutsche Steinkohle AG (Stand: 01/2014)

Hubschrauber-
Landeplätze
Aktuell

Ausweich-Hubschrauber-Landeplätze
Name der Schachtanlage   Ort Kartenblatt

Nr.

Koordinaten
(32 U)

Größe
(m x m)

Ort/Sportplatz/Wiese

Koordinaten
(32 U)

Größe
(m x m)

Auguste Victoria Schacht 3/7
Schacht 8
Marl
Lippramsdorf
Recklinghausen
Recklinghausen

 4 A
4 L

LC 696 283
LC 700 308
48 x 64
35 x 60*

Schacht 3/7 Marl

LC 696 283

48 x 64
Borth   Rheinberg-Borth Wesel

2 A

LC 305 212 50 x 50      
West Schacht Rossenray Kamp-Lintfort Moers

7 B

LC 305 104 50 x 50      
Ost Haus Aden Oberaden Lünen

5 H

MC 024 202 95 x 36 * Sportplatz Legionärsstr./Bergkamen MC 024 191 50 x 50
Heinrich Robert Pelkum Hamm

6 E

MC 145 236 30 x 50 * Sportplatz Wielandstr. / Hamm MC 148 229 50 x 50
Grimberg 2 Nordberg Bergkamen

5 E

MC 058 201 30 x 30 * Sportplatz Nordbergstadion / Bergkamen MC 062 196 50 x 50
Prosper-Haniel Franz-Haniel Oberhausen Duisburg

8 C

LC 533 127 50 x 50      
Schacht 2 Bottrop Duisburg

8 F

    Wiese An der Welheimer Mark LC 600 095 50 x 50
Schacht 9 Bottrop Duisburg

8 G

LC 548 153 30 x 30 * Wiese Vossundern LC 5525 1530 50 x 50
Hünxe Hünxe Dorsten

3 C

LC 464 221 50 x 50 *      
Schacht 10 Kirchhellen Dorsten

3 B

LC 5376 1920 10 x 10 ** Wiese Am Feuerwachturm LC 540 195 50 x 50
Ibbenbüren Kraftwerk
Nordschacht
Ibbenbüren
Ibbenbüren
Tecklenburg
Tecklenburg

1 A
1 B

MC 138 938
MC 164 952
50 x 50
50 x 50
     
HGRW Ruhr   Herne Essen

9 A

LC 7125 1075 50 x 50 Sprotplatz Sodingen / Herne
Am Holzplatz
LC 799 119 50 x 50
Extern Magaog Krankenhaus
Bad Fredeburg
   

 

51 11 16 N
008 18 30 E
Re 345165
Ho 567235
  * für Transporthubschrauber CH-53 auf Ausweich-Hubschrauber-
Landeplätze zurückgreifen (Flächenbedarf 50 x 50)
   
Sportplatz
Holthausen
      51 10 49 N
008 21 07 E
Re 345463
Ho 567235
  ** Landeplatz nur für Rettungshubschrauber "Christoph" + "Bell UH 1 D"    

 

Hubschraubereinsatz bei der Grubenwehr

Dienstleister

Lufttransport Grubenwehr

Lufttransport Verletzte

Wichtig

Bundespolizei
Fliegerstaffel West

Ansprechpartner: Hr. Helbig (Leiter)
                      Hr. Böhm (Leiter Einsatz)

 

E-Mail:

 

Tel.-Nr.:

 

Fax-Nr.:


Bundesgrenzschutzstraße 100
53757 St. Augustin

Leitstelle


Bpolflg.stb1@polizei.bund.de

 

02241 / 238-2412

 

02241 / 238-3129

 

  Neben dem Anruf wird eine
Fax benötigt:

 

- Grund der Anforderung

- Anzahl und Namen der zu
  befördernden Personen

- Erklärung der Kostenübernahme,
  ggf. Feuerwehr benachrichtigen,
  Feuerwehr übernimmt
  Sicherungsmaßnahmen

Bundeswehr:
SAR Leitstelle-Land


Ansprechpartner: OTL rösen (Leiter)

E-Mail:

 

Tel.-Nr.

NOTRUF Tel.-Nr.

Fax-Nr.:

Manfred-von-Richthofen-Straße 8-20
48145 Münster


Leitstelle


SARLeitstelleLand@Bundeswehr.org

 

0251 / 935-4358 oder 4335

0251 / 135757#

0251 / 135759

 


 

 

Leitstelle

 

0251 / 936-4381

0251 / 135757

0251 / 135759

ggf. Fuerwehr benachrichtigen,
Feuerwehr übernimmt Sicherungs-
maßnahmen

 

 

 

Esco Steinsalzbergwerk Borth

RWE

Grube Dreislar

Grube Meggen

Bundeswehr

Schiefergrube Magog

Deponie Horm

Deponie Horm

Grube Schenkenbusch

Graf_Wittekind





August 2007

83.12.8.5-2007-5

Plan für die Auf- und Abseiltechniken
für Gruben- und Gasschutzwehren

A 4.6

Mit Schreiben vom 31.08.2007 hat die Deutsche Steinkohle AG der Bezirksregierung Arnsberg,
Abteilung Bergbau und Energie in NRW, den "Plan für die Auf- und Abseiltechniken für
Gruben- und Gasschutzwehren" angezeigt.

Besondere Ereignisse könnten den Einsatz von Auf- und Abseilmannschaften sowohl über Tage
als auch unter Tage erforderlich machen. Daher sollen innerhalb der DSK zukünftig eigene,
entsprechend dem angezeigten Plan, ausgebildete Seilmannschaften solche Aufgaben übernehmen.
Die Implementierung von Auf- und Seilmannschaften in den Gesamtrettungskonzept ist insgesamt
von Vorteil.

Die Bergwerke werden demnächst den v. g. Plan, gegen den seitens der Bezirksregierung Arnsberg,
Abteilung Bergbau und Energie in NRW, keine Einwendungen bestehen, bei den zuständigen
Bergämtern im Rahmen des Betriebsplanverfahrens einreichen.

 

Bezirksregierung Arnsberg
Abteiung Bergbau und Energie
Im Auftrag:

K ü g l e r



Titelbild Plan für die Auf- und Abseiltechniken für Gruben- und Gasschutzwehren

P l a n
über Auf- und Abseiltechniken
für Gruben- und Gasschutzwehren

 

Ausgabe August 2007

 

Inhaltsverzeichnis:

1 AUFGABEN

2 STÄRKE UND ZUSAMMENSETZUNG DER SEILMANNSCHAFT

3 ARBEITSMEDIZINISCHE UNTERSUCHUNG

4 AUSBILDUNG

4.1 Grundausbildung
4.1.1 Theoretischer Teil
4.1.2 Praktischer Teil
4.1.3 Abschluss der Grundausbildung
4.2 Fortbildung
4.3 Aus- und Fortbildung der Ausbilder
4.3.1 Inhalte
4.3.2 Ziele
4.4 Aus- und Fortbildung der Gerätewarte (PSA Sachkundige)
4.5 Allgemeines

5 PFLICHTEN DER MITGLIEDER DER SEILMANNSCHAFT

5.1 Gerätewarte ( PSA Sachkundige )
5.2 Leiter der Seilmannschaft

6 AUSRÜSTUNG DER SEILMANNSCHAFT

7 EINSATZ DER SEILMANNSCHAFT

7.1 Alarmierung
7.2 Einsatzgrundsätze

8 HILFELEISTUNG

9 STÖRUNGEN /UNFÄLLE

 

1 Aufgaben

Die Grubenwehren und Gasschutzwehren können über und unter Tage zur Rettung und
Bergung von Menschen eingesetzt werden. Zur schnellen Rettung aus Höhen oder Tiefen kann
der Einsatz von Seiltechniken vorteilhaft sein. Zur Lösung dieser Aufgaben sind spezielle
Trupps der Gruben- und Gasschutzwehren mit einer entsprechenden Ausrüstung ausgestattet
und werden regelmäßig geschult. Nach Abstimmung mit der Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen und Genehmigung eines Sonderbetriebsplanes können auch Arbeiten am Seil
durchgeführt werden.

2 Stärke und Zusammensetzung der Seilmannschaft

Die Aufstellung von Seiltrupps ist für eine Grubenwehr oder Gasschutzwehr nicht verpflichtend.
Ausgewählte Gruben- und Gasschutzwehren unterhalten entsprechend geschulte und
ausgerüstete Wehrmitglieder. Ein Seiltrupp besteht aus mindestens 3 Personen. Die Seil-
mannschaft einer Wehr besteht in der Regel aus 3 bis 4 Seiltrupps.

Die Seilmannschaft einer Wehr setzt sich mindesten aus folgenden Mitgliedern zusammen:

2 Leitung/ Ausbilder der Seiltruppe
8 Mitglieder der Seilmannschaft
2 Gerätewarte (Sachkundige nach BGG 906)

3 Arbeitsmedizinische Untersuchung

Mitglieder der Seiltrupps sind Atemschutzgeräteträger entsprechend dem Plan für das
Grubenrettungswesen. Bei allen regelmäßigen und zusätzlichen Tauglichkeitsuntersuchungen
werden die Mitglieder der Seilmannschaft nach dem Berufsgenossenschaftlichen Grundsatz
für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen G 41 (Arbeiten mit Absturzgefahr) untersucht.

4 Ausbildung

4.1 Grundausbildung

Die Grundausbildung der Mitglieder der Seiltrupps wird bei der Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen oder in der Wehr durchgeführt. Die Ausbildung umfasst mindestens 24 Stunden
und gliedert sich in einen theoretischen und praktischen Teil. Im Anschluss daran werden 2
Übungen innerhalb der Seiltrupps der Wehr von 8 Stunden absolviert.

4.1.1 Theoretischer Teil

In der theoretischen Ausbildung werden folgende Themen behandelt:

4.1.2 Praktischer Teil

In der praktischen Ausbildung werden die Wehrmänner an das Arbeiten mit der angelegten
Ausrüstung und den Seilen gewöhnt. Es werden Ab- und Aufseilübungen und Rettungsübungen
im Seiltrupp durchgeführt.

4.1.3 Abschluss der Grundausbildung

Die Anwärter werden in die Seiltruppe aufgenommen, wenn sie die erforderlichen Kenntnisse
nachgewiesen (theoretische Prüfung) und innerhalb des Seiltrupps eine Rettungsaktion ohne
Beanstandung durchgeführt haben.

4.2 Fortbildung

Zur Festigung und Vertiefung der Kenntnisse werden mindestens dreimal jährlich praktische
Übungen innerhalb der Wehr (alternativ bei der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen)
durchgeführt.

4.3 Aus- und Fortbildung der Ausbilder

Jeder Ausbilder hat eine Grundausbildung erhalten und eine mindestens einjährige Erfahrung
in der Seilmannschaft. Die Weiterbildung zum Ausbilder wird bei der Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen absolviert und dauert 3 Tage. Die Ausbilderschulungen werden im
Abstand von 3 Jahren wiederholt. Der Ausbilder muss eine Ausbildung als Nothelfer (Plan für
das Grubenrettungswesen und Plan für das Gasschutzwesen) nachweisen. Ausbilder sind in
ihrer Funktion jährlich mindestens viermal tätig. Jede Seilmannschaft hat mindestens zwei
Ausbilder. Ausbilder sind verantwortliche Personen im Sinne des § 58 BBergG.

4.3.1 Inhalte

4.3.2 Ziele

Die Teilnehmer sollen in der Lage sein Vorbereitung, Durchführung und Überwachung einer
Übung unter ausgewählten arbeitsplatzspezifischen Bedingungen, sowie Organisation und
Logistik der notwendigen Ausrüstung eigenständig zu koordinieren. Die Prüfungsinhalte setzen
sich zusammen aus einen Wissenstest und der Durchführung bzw. Leitung einer Rettungsübung.

4.4 Aus- und Fortbildung der Gerätewarte (PSA Sachkundige)

Gerätewarte werden als Sachkundige für persönliche Schutzausrüstung zur Überprüfung der
Gurte, Seile und des Zubehörs entsprechend der Vorschriften (BGG 906) ausgebildet und
nachgeschult.

4.5 Allgemeines

Über alle Personen der Seilmannschaften und deren Aus- und Fortbildung sind innerhalb der
Wehren Listen zu führen ( Anlage 1 ). Die Dokumentation der Übungen und Einsätze umfassen
folgende Punkte (Datum, beteiligte Personen, verantwortliche Ausbilder, Dauer der Übung
/ Einsatz, behandelte Themen, Art der Übung / Einsatzaufgabe, besondere Vorkommnisse,
Unterschrift des Einsatzleiters) ( Anlage 2 ). Zusätzlich wird ein mannbezogener Ausbildungs-
und Einsatznachweis geführt. Die Aufzeichnungen unterliegen der jährlichen Revision
durch die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen. Ohne nachgewiesene Fortbildung und
Nachweis der Tätigkeit (Ausbilder) verlieren Ausbildungs- und Ausbildernachweise ihre Gültigkeit.

5 Pflichten der Mitglieder der Seilmannschaft

Jedes Mitglied der Seilmannschaft hat sich auf Eignung für den Dienst untersuchen zu lassen.
Die Mitglieder sind verpflichtet, vor Übungen und Einsätzen dem Truppführer bzw. Leiter der
Seilmannschaft zu melden, wenn sie sich körperlich nicht voll leistungsfähig fühlen. Das Mitglied
der Seilmannschaft hat den Leiter der Seilmannschaft über Krankheiten und Unfälle zu
unterrichten, die eine wesentliche Beeinträchtigung für den Dienst im Seiltrupp verursachen
können.

Die Mitglieder der Seilmannschaft leisten bei der Ausbildung und im Einsatz den Anweisungen
des Leiters der Seilmannschaft / Ausbilders Folge.

Sie nehmen an den Übungen, Ausbildungen und Unterweisungen (Kapitel 4) planmäßig teil.
Vor jeder Aktion im Seil wird die Ausrüstung durch Inaugenscheinnahme geprüft.

5.1 Gerätewarte ( PSA Sachkundige )

Der Gerätewart ist verantwortlich für die mindestens jährliche Prüfung der Ausrüstung. Weiterhin
obliegt ihm die Buchführung ( Anlage 3 ).

5.2 Leiter der Seilmannschaft

Der Leiter der Seilmannschaft ist für die Einhaltung und Durchführung der Regelungen verantwortlich,
die im jeweils gültigen Plan festgelegt sind.

6 Ausrüstung der Seilmannschaft

Zu Übungen und Einsätzen werden nur Ausrüstungsteile verwendet, die den Anforderungen
der PSA-Richtlinien BGR 198/ 199 oder den Empfehlungen der BBG entsprechen. Die
Ausrüstungsteile sind baumustergeprüft und gekennzeichnet. Die Benutzung und die Lebensdauer
aller Ausrüstungsteile werden in einem Buch dokumentiert. Die Ausrüstung wird mindestens
jährlich geprüft (BGR 906). Vor Gebrauch wird die Ausrüstung durch Inaugenscheinnahme
durch den Benutzer geprüft. Die Lagerung des Materials erfolgt in trockener und lichtgeschützter
Umgebung. Die Ausrüstung ist vor dem Zugriff unbefugter Personen gesichert. Die
Mindestausrüstung wird in der Anlage 4 aufgelistet.

7 Einsatz der Seilmannschaft

7.1 Alarmierung

Das Alarmierungssystem der Grubenwehr/ Gasschutzwehr steht zur Verfügung. Bei alleiniger
Alarmierung der Seilmannschaft, kann diese Einschränkung durch eine frei wählbare Texteingabe
spezifiziert werden.

7.2 Einsatzgrundsätze

Für Arbeitseinsätze wird eine Mindeststärke von einem Seiltrupp zuzüglich eines Einsatzleiters
(mit Ausbilderqualifikation) festgelegt. Der Rettungseinsatz kann begonnen werden wenn
ein Seiltrupp vorhanden ist.
Neben der örtlich vorgeschriebenen persönlichen Schutzausrüstung ist das Tragen von für
Seilarbeiten geeigneten Handschuhen festgeschrieben.
Bei allen Einsätzen werden zwei getrennte Systeme (Tragseil und Sicherungsseil) verwendet.
Das Sicherungssystem ist bei Rettungseinsätzen immer eine Fremdsicherung. Der Sicherungsmann
hat immer Sicht- oder Rufkontakt zum Abseilenden oder nutzt eine ständige Kommunikations-
einrichtung z.B. (Grubenwehrtelefonsystem I oder Funksystem über Tage). Bei allen
Einsätzen besteht für den Einsatzleiter eine direkte telefonische Verbindungsmöglichkeit
zur Rettungsleitstelle der Feuerwehr oder zu einer intern besetzten Stelle (Einsatzleitung über
Tage, Grubenwehrrettungsstelle), die ein Hilfeleistungsersuchen weiterleiten kann.
Wird Atemschutz eingesetzt, so wird nach den gültigen Plänen (Plan für das Grubenrettungswesen
bzw. Plan für das Gasschutzwesen) verfahren.

8 Hilfeleistung

Die Gruben- und Gasschutzwehren die unter der Betreuung der Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen der DSK stehen und eine Seilmannschaft unterhalten, leisten sich bei größeren
Einsätzen gegenseitig Hilfe. Wird die Hilfe benachbarter Mannschaften in Anspruch genommen,
so werden ortskundige Personen bereitgestellt. Hilfeleistungsmannschaften werden
vor der Anfahrt/ vor dem Einsatz über das Ereignis und ihre Aufgaben unterrichtet.

9 Störungen /Unfälle

Bei Störungen mit der Ausrüstung im Einsatz, bei Übungen und bei Prüfungen oder bei Unfällen,
die mit dem Benutzen der Abseilausrüstung ursächlich zusammenhängen können, ist
grundsätzlich die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen zu informieren.
Hierdurch wird sichergestellt, dass solche Ereignisse und mögliche Schlussfolgerungen an alle
betroffenen Stellen im Unternehmen schnell kommuniziert werden können.



Anlage 1 Bild



Anlage 2 Bild



Anlage 3 Bild



Anlage 4 Bild



 

 

Grubenrettungsplan RAG 2012 Titelbild

 

 

Plan für das Grubenrettungswesen

Ausgabe September 2012

 

Inhaltsverzeichnis:

1    AUFGABEN

2    STÄRKE UND ZUSAMMENSETZUNG DER GRUBENWEHR

2.1  Stärke der Grubenwehr
2.2  Zusammensetzung
2.3  Sondermitglieder
2.4  Wegweiser

3    GRUBENWEHRMITGLIEDSCHAFT

3.1 Aufnahme in die Grubenwehr
3.2 Ausscheiden aus der Grubenwehr
3.3 Arbeitsmedizinische Untersuchung

4   AUSBILDUNG

4.1    Grundausbildung
4.1.1 Theoretischer Teil
4.1.2  Praktischer Teil
4.1.3  Abschluss der Grundausbildung
4.2    Aus- und Fortbildung der Gerätewarte
4.3    Aus- und Fortbildung der Oberführer und Truppführer
4.4    Nachschulung der Oberführer, Truppführer und Wehrmänner
4.4.1 Allgemeines
4.4.2 Übungen
4.4.3 Unterweisungen

5     PFLICHTEN DER GRUBENWEHRMITGLIEDER

5.1  Grubenwehrmitglieder
5.2  Gerätewarte
5.3  Truppführer
5.4  Oberführer
5.5  Stellvertretende Oberführer

6     AUSRÜSTUNG UND EINRICHTUNGEN DER GRUBENWEHR

6.1  Atemschutzgeräte der Grubenwehr
6.2  Sonstige Ausrüstung
6.3  Grubenrettungsstelle

7     EINSATZ DER GRUBENWEHR

7.1  Alarmierung
7.2  Einsatzleitung
7.3  Einsatzgrundsätze
7.3.1 Allgemeines
7.3.2 Ersteinsatz / Erkundungseinsatz
7.3.3 Stationärer Grubenwehreinsatz
7.3.4 Geplante Einsätze der Grubenwehr
7.3.5 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung
7.3.6 Schlauchgeräte
7.3.7 Behältergeräte
7.3.8 Gasfiltergeräte
7.4    Einsatz ohne Atemschutzgerät

8    HILFELEISTUNG

9    STÖRUNGEN / UNFÄLLE MIT ATEMSCHUTZGERÄTEN

10  NACHWEISUNGEN

11  RETTUNGSWERK

12  ANLAGEN ZUM HAUPTBETRIEBSPLAN

13  BETEILIGUNG DER HAUPTSTELLEN FÜR DAS GRUBENRETTUNGSWESEN

 

ANLAGEN

Anlage 1   Grundausbildung Wehrmann
Anlage 2   Grubenwehrübungen
Anlage 3    Nachschulung in der Nothilfe
Anlage 4    Vorschriften für das Anlegen von Atemschutzgeräten
Anlage 5    Regeln für das Prüfen und Warten von Geräten der Grubenwehr
Anlage 6    Einsatztabellen
Anlage 7    Meldung I und Meldung II
Anlage 8    Hauptbetriebsplan
Anlage 9    Fitnesstest der Grubenwehr

 

 

1 Aufgaben

Die Grubenwehr wird unter Tage eingesetzt zur Rettung und Bergung von Menschen und zur
Erhaltung von Sachwerten nach Explosionen sowie bei Grubenbränden und anderen Ereignissen,
bei denen eine Gefährdung durch schädliche Gase, Sauerstoffmangel oder Grubenwasser
eintreten kann.

2 Stärke und Zusammensetzung der Grubenwehr

2.1 Stärke der Grubenwehr

Die Zahl der Grubenwehrtrupps (Planstärke) wird im Einvernehmen mit der zuständigen
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen festgelegt. Die Mindestplanstärke einer Grubenwehr
im Steinkohlenbergbau beträgt 10 Trupps.

Abhängig von der

kann eine größere Planstärke festgelegt werden.

Ein Trupp besteht aus einem Truppführer und vier Wehrmännern.

Die festgelegte Planstärke ist mindestens einzuhalten. Die tatsächliche Stärke der Grubenwehr
(Ist-Stärke) kann über der Planstärke liegen, um auch bei unvorhersehbarem Ausscheiden
von Grubenwehrmitgliedern die Planstärke einzuhalten. Die Summe der Einzelstärke muss
die abgestimmte Gesamtplanstärke aller Grubenwehren der RAG ergeben.

2.2 Zusammensetzung

Die Grubenwehr setzt sich wie folgt zusammen:

1 Oberführer (AT-Angestellter),

8 stellvertretende Oberführer (möglichst AT-Angestellte),

10 Truppführer (bei 10 Trupps Planstärke),

40 Wehrmänner (bei 10 Trupps Planstärke),

1 Hauptgerätewart (möglichst Facharbeiter),

10 Gerätewarte (bei 10 Trupps Planstärke).

Zusätzlich werden mindestens 5 Wehrmänner als Gerätewarte ausgebildet.

Oberführer, stellvertretende Oberführer und Truppführer sind verantwortliche Personen.
Die für den Einsatz der Grubenwehr notwendigen Beschäftigungsgruppen des
Grubenbetriebes sind in der Grubenwehr vertreten.

2.3 Sondermitglieder

Sondermitglieder sind Mitglieder der Grubenwehr, die für den Ersteinsatz der Grubenwehr
nicht zur Verfügung stehen, da sie auch für andere Aufgaben im Rahmen des Rettungswerks
benötigt werden. Ansonsten können Sondermitglieder gemäß ihrer Grubenwehrausbildung
(stellv. Oberführer, Truppführer, Wehrmann) eingesetzt werden. Die Sondermitglieder einer
Grubenwehr sind Mitarbeiter des jeweiligen Bergwerks und

Im Mitgliederverzeichnis werden sie entsprechend ihrer Grubenwehrausbildung geführt und
ggf. zusätzlich als Sondermitglied gekennzeichnet. Sondermitglieder zählen nicht zur Planstärke.
Die für Mitglieder der Grubenwehr geltenden Regelungen bleiben unberührt.

Sachverständige für Rettungswesen, Brand- und Explosionsschutz, Sprengwesen, Gruben-
bewetterung, Gasausbruchs- und Gebirgsschlagsverhütung, Mess- und Regeltechnik,
Strahlenschutz und Arbeitsmediziner können mit Zustimmung der zuständigen Hauptstelle für
das Grubenrettungswesen in einer zentralen Grubenwehr eine Sondermitgliedschaft erhalten.

2.4 Wegweiser

In Sonderfällen, wenn keine eigene Grubenwehr unterhalten wird, werden Wegweiser zur
Führung der Hilfeleistungswehren eingesetzt. Wegweiser sind Atemschutzgeräteträger, die
zum Wehrmann ausgebildet werden und jährlich an mindestens zwei zweistündigen Gruben-
wehrübungen mit Atemschutzgeräten teilnehmen. Sie unterliegen ebenfalls den Bestimmungen
nach Abschnitt 3.3 "Arbeitsmedizinische Untersuchung".

3 Grubenwehrmitgliedschaft

3.1 Aufnahme in die Grubenwehr

Der Beitritt zur Grubenwehr ist freiwillig. Bewerbungen um Aufnahme werden an den
Oberführer gerichtet. In die Grubenwehr werden als Wehrmänner nur Personen
aufgenommen, die

- mindestens 18 Jahre alt sind,

- im Jahr vor der Aufnahme unter Tage gearbeitet haben und insgesamt mindestens 1 Jahr
  unter Tage gearbeitet haben. Diese Voraussetzung gilt nicht für Arbeitsmediziner als Sonder-
  mitglieder und für Gerätewarte.

- nach ärztlicher Bescheinigung für den Dienst in der Grubenwehr geeignet sind (Abschnitt 3.3),

- gem. Abschnitt 4.1 des Plans ausgebildet wurden.

Nach Abschluss der Grundausbildung sind die Anwärter mit der Eintragung in die
Mitgliederkartei in die Grubenwehr aufgenommen. Als Eintrittsdatum gilt dann der Tag
der ersten Grubenwehrübung.
Bei der Aufnahme wird ihnen der Plan für das Grubenrettungswesen ausgehändigt, dessen Empfang
sie durch Unterschrift bestätigen. Aus den “Pflichten der Grubenwehrmitglieder“ (Kapitel 5) ergibt
sich die für Grubenwehrmitglieder verbindliche Dienstanweisung.

Nach Aufnahme erhält das Grubenwehrmitglied einen geänderten RAG-Mitarbeiterausweis,
der ihn auch als Grubenwehrmitglied ausweist.

In die Grubenwehr eines Bergwerks werden nur Mitarbeiter des Bergwerks aufgenommen
(Ausnahmen sind zuständige Wetteringenieure des Servicebereiches).

Mitarbeiter der RAG, die nicht Mitarbeiter eines Bergwerkes sind, sowie Mitarbeiter anderer
Unternehmen, die für die RAG unter Tage arbeiten oder für die Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen arbeiten, können bei der Zentralen Wehr eine Mitgliedschaft erhalten.

Bei Verlegung wechselt ein Grubenwehrmitglied in die Grubenwehr des aufnehmenden Bergwerks.
Bei einem unverzüglichen Wechsel (innerhalb von 3 Monaten) handelt es sich um eine
Übernahme, für die die Aufnahmekriterien nicht gelten. Eine nahtlose Verlegung ist anzustreben.
Die Entscheidung über die Übernahme obliegt dem Oberführer der übernehmenden Grubenwehr
in Abstimmung mit der Werksleitung. Bei Verlegung in einen Servicebereich können
Grubenwehrmitglieder in der Grubenwehr eines Bergwerkes verbleiben, wenn ihr Arbeitsplatz
überwiegend auf dem Bergwerk ist oder sie wechseln zur Zentralen Wehr des Servicebereiches
BT.

3.2 Ausscheiden aus der Grubenwehr

Die Mitgliedschaft endet

Der Ausschluss eines Grubenwehrmitgliedes ist zulässig, wenn ein wichtiger Grund vorliegt.
Ein wichtiger Grund kann insbesondere dann vorliegen, wenn das Grubenwehrmitglied sein
jährliches Übungssoll nicht erfüllt. Vor der Ausschließung wird dem Mitglied Gelegenheit zur
Stellungnahme gegeben. Der Ausschluss wird dem Betroffenen durch den Oberführer schriftlich
mitgeteilt.

3.3 Arbeitsmedizinische Untersuchung

Bewerber und Mitglieder der Grubenwehr werden auf Eignung für den Dienst in der Grubenwehr
nach dem "Plan für die Durchführung der ärztlichen Untersuchung" untersucht. Nachuntersuchungen
für Mitglieder erfolgen spätestens vor Ablauf von 24 Monaten. Mitglieder vor Vollendung des
21. Lebensjahres und nach Vollendung des 40. Lebensjahres werden vor Ablauf von 12 Monaten
untersucht.

Nach Krankheiten und Unfällen, die eine wesentliche Beeinträchtigung für den Dienst in der
Grubenwehr verursachen können, wird eine erneute ärztliche Untersuchung auf Eignung
durch den Oberführer veranlasst. Erst nach Bestätigung der Eignung durch den Arzt kann der
Dienst in der Grubenwehr wieder aufgenommen werden.

Jedes Grubenwehrmitglied nimmt gemäß Anlage 9 an einem Fitnesstest teil, der im Abstand von
längstens 2 Jahren wiederholt werden muss. Grubenwehrmitglieder über 50 Jahre müssen diesen
Test jährlich absolvieren. Das Ergebnis ist dem Arzt bei der jeweils nächstfolgenden arbeits-
medizinischen Untersuchung vorzulegen.

4 Ausbildung

4.1 Grundausbildung

Die Grundausbildung der Grubenwehrmitglieder soll bei der zuständigen Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen durchgeführt werden. Die Ausbildung umfasst mindestens 40 Stunden
und gliedert sich in einen theoretischen und praktischen Teil.

Für die Ausbildung im Atemschutz sind nach BGR 190 mindestens 20 Stunden durchzuführen.
Wird die Grundausbildung innerhalb der Grubenwehr durchgeführt, so sind die Ausbildungszeiten
innerhalb eines halben Jahres abzuleisten und zu dokumentieren (Anlage 1). Zusätzlich wird
jedes Grubenwehrmitglied zum Nothelfer ausgebildet.

4.1.1 Theoretischer Teil

In der theoretischen Ausbildung werden folgende Themen behandelt:

4.1.2 Praktischer Teil

In der praktischen Ausbildung werden die Grubenwehrmänner an das Arbeiten mit angelegtem
Atemschutzgerät gewöhnt. Es werden eine Gewöhnungsübung im Regenerationsgerät, eine
Standardübung und eine Löschübung durchgeführt.

4.1.3 Abschluss der Grundausbildung

Die Anwärter werden in die Grubenwehr aufgenommen, wenn sie die erforderlichen Kenntnisse
nachgewiesen (theoretische Prüfung) und die Standardübung ohne Unterbrechung und
Beanstandung durchgeführt haben.

4.2 Aus- und Fortbildung der Gerätewarte

Als Gerätewarte werden nur Gruben- oder Gasschutzwehrmitglieder ausgebildet, die

Gerätewarte werden bei der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen in einem
Grundlehrgang ausgebildet und in Zeitabständen von längstens vier Jahren nachgeschult.

4.3 Aus- und Fortbildung der Oberführer und Truppführer

Grubenwehrführer werden bei der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
ausgebildet und in Zeitabständen von längstens zwei Jahren fortgebildet. Näheres regeln die
Lehrgangspläne der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen.

Darüber hinaus findet bei den Hauptstellen für das Grubenrettungswesen ein regelmäßiger
Erfahrungsaustausch statt (z. B. Oberführer-Tagungen und Oberführer-Besprechungen).

4.4 Nachschulung der Oberführer, Truppführer und Wehrmänner

4.4.1 Allgemeines

Die praktische Nachschulung der Grubenwehrführer und Wehrmänner erfolgt in
Übungsschichten und/oder in Übungen außerhalb der Schichtzeit. Die Übungen werden
möglichst gleichmäßig über das Jahr verteilt.

4.4.2 Übungen

Grubenwehrführer und Wehrmänner verfahren jährlich mindestens fünf Übungen mit frei
tragbaren umluftunabhängigen Atemschutzgeräten. Grubenwehrmitglieder mit einer
Mitgliedschaft < 5 Jahre verfahren eine sechste Übung mit besonderem Schwerpunkt.
Es sollen

verfahren werden.

In vom Oberführer fest zu legenden Abständen - jedoch mindestens zweimal im Jahr -
wird das Grubenwehrmitglied einer Konditionsprüfung unterzogen (Wertzahl mindestens
75 beim Dynavittrainer). Ein Dynavitwert von 100 ist anzustreben.

Jeder Grubenwehrmann verfährt jährlich mindestens eine Übung unter Aufsicht der
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen. Die Übungen können bei der Hauptstelle
für das Grubenrettungswesen oder im Übungshaus der Grubenwehr durchgeführt werden.
Die Vergleichbarkeit der Bedingungen ist hierbei gewährleistet.

Der Grubenwehr steht ein Übungsraum zur Verfügung, in dem bei erhöhter Temperatur
und Sichtbehinderung (Rauch/Nebel) besondere Übungsaufgaben durchgeführt werden.
Der Übungsraum ist mit einer auf die Truppstärke abgestimmten Zahl von Schlaggeräten
und Fahrradtrainern sowie Fahrten ausgerüstet.

Der Übungsraum ist mit einer Telefonleitung (Grubenwehrtelefon II) ausgerüstet, über
die der Trupp von jeder Stelle mit der Übungsaufsicht sprechen kann.

Der Übungsraum hat Notausgänge.

Die Übungen finden unter Aufsicht eines Oberführers und evtl. eines von ihm beauftragten
Truppführers statt. Die Aufsicht übt selbst nicht mit.

Kann ein Grubenwehrmitglied aus Gründen, die es nicht zu vertreten hat (im wesentlichen
Krankheit), nicht an mindestens 5 Übungen im Kalenderjahr teilnehmen, kann maximal
eine ausgefallene Übung spätestens in den ersten zwei Monaten des folgenden Kalender-
jahres bei der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen nachgeholt werden.

Übungen werden im Regelfall nicht in Räumen oder Grubenbauen mit schädlichen Gasen
oder Sauerstoffmangel durchgeführt. Feuerlöschübungen, bei denen mit dem Auftreten
schädlicher Gase oder Sauerstoffmangel zu rechnen ist, werden von der Grubenwehr
unter Beachtung der Regeln für den Ernstfall verfahren.

4.4.3 Unterweisungen

Theoretische Nachschulungen werden im Rahmen von Übungsschichten oder in Form
von mindestens vier zusätzlichen Unterweisungen von je zweistündiger Dauer durchgeführt.
Es werden mindestens die Themen der Grundausbildung behandelt.

Jährlich nimmt jedes Grubenwehrmitglied an einer Unterweisung der Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen teil.

Außerdem muss jedes Grubenwehrmitglied im Abstand von 2 Jahren in der Handhabung
von Löschgeräten der Grubenwehr theoretisch und praktisch ausgebildet werden.

Jedes Grubenwehrmitglied wird jährlich gemäß Anlage 3 in der Nothilfe nachgeschult.

Die Gerätewarte werden mindestens fünf Schichten im Jahr mit Wartungsarbeiten an
Atemschutzgeräten betraut.

5 Pflichten der Grubenwehrmitglieder

5.1 Grubenwehrmitglieder

Jedes Grubenwehrmitglied hat sich auf Eignung für den Dienst in der Grubenwehr
untersuchen zu lassen. Die Grubenwehrmitglieder sind verpflichtet, vor Übungen und
Einsätzen dem Truppführer bzw. dem Oberführer zu melden, wenn sie sich körperlich
nicht voll leistungsfähig fühlen. Das Grubenwehrmitglied hat den Oberführer über
Krankheiten und Unfälle zu unterrichten, die eine wesentliche Beeinträchtigung für den
Dienst in der Grubenwehr verursachen können. Das Grubenwehrmitglied hat dafür
Sorge zu tragen, dass es den Anforderungen der Übungen und Einsätze durch
ausreichende Kondition gewachsen ist.

Die Mitglieder der Grubenwehr leisten bei der Ausbildung und im Einsatz den
Anweisungen des Oberführers oder des von ihm beauftragten Grubenwehrführers Folge.

Sie nehmen an den Übungen, Ausbildungen und Unterweisungen (Kapitel 4) planmäßig
teil.

Das Anlegen der Geräte hat nach den Anlegevorschriften (Anlage 4) zu erfolgen.
Werden als Atemanschluss Mundstück und Nasenklemme eingesetzt, so gilt ein striktes
Sprechverbot. Bemerkt ein Mitglied der Grubenwehr bei der Benutzung von Atem-
schutzgeräten Unregelmäßigkeiten im eigenen Befinden oder am Atemschutzgerät,
so ist die für den Ablauf des Einsatzes oder der Übung verantwortliche Person darauf
hinzuweisen.

Die Grubenwehrmitglieder werden mit Alarmierungsempfänger ausgestattet und halten
diese empfangsbereit. Grubenwehrmitglieder, die direkt oder auf andere Weise alarmiert
worden sind, begeben sich unverzüglich zur Grubenrettungsstelle (bzw. zu der bei der
Alarmierung angegebenen Stelle) und halten sich für den Einsatz bereit.

5.2 Gerätewarte

Jeder Gerätewart hat sich auf übertragbare Hautkrankheiten, Lungentuberkulose und Infekt-
ionskrankheiten ärztlich untersuchen zu lassen. Bei jedem Verdacht auf Krankheiten, die der
Wartung von Atemschutzgeräten entgegenstehen, hat der Gerätewart sich zusätzlich ärztlich
untersuchen zu lassen.

Die Gerätewarte prüfen und warten die Geräte und Einrichtungen der Grubenwehr nach den
Regeln der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen (Anlage 5) und führen die entsprechenden
Nachweise. Nach jeder Benutzung sorgen sie dafür, dass eine ausreichende Zahl von Atem-
schutzgeräten wieder einsatzbereit zur Verfügung steht und nicht einsatzbereite Atemschutz-
geräte als "nicht einsatzbereit" gekennzeichnet werden. Der Gerätewart darf nur geprüfte
Atemschutzgeräte ausgeben. Diese Forderung gilt als erfüllt, wenn die letzte Prüfung
nicht länger als einen Monat zurückliegt und während dieser Zeit kein Unbefugter Zugang zu
den Geräten hatte.

Der Hauptgerätewart ist zusätzlich dafür verantwortlich, dass die Ausrüstung der Grubenwehr
einsatzbereit gehalten wird. Reichen die Bestände an einsatzfähigen Geräten, Ersatzteilen
und Zubehör sowie sonstigen Materialien in der Grubenrettungsstelle nicht aus, so hat der
Hauptgerätewart dies dem Oberführer zu melden.

Bei Übungen mit Atemschutzgeräten achtet der Hauptgerätewart darauf, dass alle vorhandenen
Geräte gleichmäßig eingesetzt werden. Der Hauptgerätewart führt die regelmäßige Schulung
der anderen Gerätewarte durch.

Die Gerätewarte unterstützen den Hauptgerätewart bei der Erfüllung seiner Aufgaben und
vertreten ihn nach Weisung des Oberführers.

5.3 Truppführer

Die Truppführer führen die Anweisungen aus, die sie vom Oberführer erhalten. Sie sind bei
den Übungen und im Ernstfall Vorgesetzte ihres Trupps. Die Truppführer sind verantwortlich
für ihren Trupp; z. B. vorschriftsmäßiges Anlegen der Atemschutzgeräte, Einhaltung der
Einsatzgrundsätze, Verteilung der Mess- und Arbeitsaufträge sowie die ordnungsgemäße
und vollständige Ausrüstung im Trupp.

Besondere Beobachtungen im Einsatz oder bei der Übung (z. B. Mängel an Geräten,
Abbruch der Übung oder des Einsatzes) werden dem Oberführer bzw. der Übungsaufsicht
gemeldet.

5.4 Oberführer

Der Oberführer ist für die Einhaltung und Durchführung der Regelungen verantwortlich,
die im jeweils gültigen Plan für das Grubenrettungswesen festgelegt sind. Der Oberführer
ist bei der Ausbildung, der Nachschulung und bei Einsätzen Vorgesetzter aller Grubenwehr-
mitglieder.

Der Oberführer ist dafür verantwortlich, dass

  1. die Grubenwehr nach Weisung der Einsatzleitung sachgemäß eingesetzt wird,

  2. nur die Grubenwehrmitglieder an Übungen oder Einsätzen teilnehmen, deren Eignung
    für den Dienst in der Grubenwehr vom Arzt bestätigt ist,

  3. die Übungen und Unterweisungen regelmäßig abgehalten und die Übungen ordnungs-
    gemäß beaufsichtigt werden (Abschnitt 4.4.1 und 4.1.2),

  4. besondere Beobachtungen bei der Übung oder beim Einsatz (z. B. Mängel an Geräten,
    Abbruch der Übung oder des Einsatzes) im Leistungsbuch bzw. Einsatztagebuch
    vermerkt werden,

  5. besondere Fehler an den Geräten sofort der zuständigen Hauptstelle für das Gruben-
    rettungswesen gemeldet werden,

  6. Unfälle, die mit dem Benutzen von Atemschutzgeräten ursächlich zusammenhängen
    können, der Bergbehörde und der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungs-
    wesen sofort fernmündlich gemeldet werden und das Atemschutzgerät sichergestellt
    wird,

  7. Bewerber um Aufnahme in die Grubenwehr, die die Voraussetzungen gem. Abschnitt 3.1
    erfüllen, ausgebildet werden. Er überzeugt sich von den Kenntnissen, die die Anwärter
    gem. Abschnitt 4.1.3 haben und händigt ihnen nach Aufnahme in die Grubenwehr den
    Plan für das Grubenrettungswesen und den Mitgliedsausweis aus.

  8. die Geschäftsführung der Grubenwehr ordnungsgemäß abgewickelt wird (z. B. Führen
    der Mitgliederkartei (Mitglieder- und Übungsbuch), des Leistungs- und Prüfungs-
    buches, des Mitgliederverzeichnisses und der Geräte- und Ausrüstungsnachweise
    der Grubenwehr).

Außerdem vergewissert er sich, dass

  1. seine Stellvertretung geregelt ist,

  2. die Grubenwehr über die notwendige Ausrüstung verfügt,

  3. die Grubenwehr in richtiger Stärke und Zusammensetzung einsatzbereit ist und
    sämtliche Mitglieder im Ernstfall schnellstens alarmiert und zum Einsatz gebracht
    werden können,

  4. geplante Einsätze der Grubenwehr mit der zuständigen Hauptstelle für das
    Grubenrettungswesen abgesprochen und der Bergbehörde betriebsplanmäßig
    angezeigt werden,

  5. der Notfallplan in der Grubenrettungsstelle verfügbar ist,

  6. Wetterführungsplan, Feuerlöschplan, Rohrleitungspläne (z. B. Wasser, Luft,
    Gasabsaugung, Dammbaustoffversorgung) und Inertisierungspläne dem neuesten
    Stand entsprechend in der Grubenrettungsstelle ausgehängt bzw. verfügbar sind,

  7. das Mitgliederverzeichnis an den unter Kapitel 10 genannten Stellen verfügbar ist,

  8. die unter Abschnitt 4.4 vorgesehenen Aus- und Fortbildungsfristen für Oberführer,
    stellv. Oberführer, Truppführer und Gerätewarte eingehalten werden,

  9. die Termine der Übungen und Unterweisungen der zuständigen Hauptstelle für
    das Grubenrettungswesen rechtzeitig mitgeteilt werden,

  10. entsprechend der Laufzeit des jeweiligen Hauptbetriebsplans der Vordruck zum
    Hauptbetriebsplan überprüft und zwischenzeitliche Änderungen oder Ergänzungen
    mit dem gleichen Vordruck der Bergbehörde mitgeteilt und eine Durchschrift
    dieser Mitteilung der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
    eingereicht werden,

  11. jedes Jahr bis zum 1. Februar der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungs-
    wesen der Jahresbericht und eine Durchschrift ohne Mitgliederverzeichnis der
    Bergbehörde eingereicht werden,

  12. der Bergbehörde und der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen

5.5 Stellvertretende Oberführer

Die stellvertretenden Oberführer unterstützen den Oberführer bei der Erfüllung seiner
Aufgaben und vertreten ihn.

6 Ausrüstung und Einrichtungen der Grubenwehr

6.1 Atemschutzgeräte der Grubenwehr

Zu Übungen und Einsätzen werden nur geeignete Atemschutzgeräte und Atemgarnituren
eingesetzt.

6.2 Sonstige Ausrüstung

In der Grubenrettungsstelle werden Messgeräte, Hilfsgeräte, Prüfgeräte und Geräte
zur Wiederbelebung bereitgehalten. Weiterhin werden für jedes Grubenwehrmitglied
Flammenschutzanzüge mit zugehöriger Unterbekleidung und für Einsätze bei Explosions-
gefahr Kopfhauben und Schutzhandschuhe bereitgehalten.

6.3 Grubenrettungsstelle

Die Ausrüstung der Grubenwehr wird in besonderen Räumen aufbewahrt, die nur für
die Grubenwehr bestimmt sind. Sie entspricht mindestens der von den Hauptstellen für
das Grubenrettungswesen empfohlenen Grundausrüstung.

7 Einsatz der Grubenwehr

7.1 Alarmierung

Es ist sichergestellt, dass die Mitglieder der Grubenwehr im Ernstfall unverzüglich
alarmiert werden. Außerdem können die Grubenwehrmitglieder, die sich im Arbeits-
einsatz unter Tage befinden, durch die im Betrieb vorhandenen Kommunikationsmittel
in kurzer Zeit benachrichtigt werden.

Das Alarmsystem wird monatlich mindestens einmal überprüft ("Geräteprobe").

Einmal pro Kalenderjahr wird die Grubenwehr ernstfallmäßig alarmiert ("Probealarm").
Das Ergebnis dieses Probealarms wird schriftlich festgehalten. Als Alarmzeit gilt
die Zeit vom Auslösen des Probealarms bis zur Meldung, dass zwei Grubenwehrtrupps
mit geschulterten Geräten, der Ausrüstung für den Ersteinsatz und zusätzlich ein Oberführer
oder ein Truppführer einsatzbereit in der Rettungsstelle sind. Der Probealarm wird beendet,
wenn die beiden Trupps die Bereitschaftsstelle unter Tage erreicht haben. Einzelheiten zur
Durchführung der Probealarme werden mit der zuständigen Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen abgestimmt.

Zusätzlich wird ein Probealarm, unter Einbeziehung aller Hilfeleistungswehren von der
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen organisiert.

Nach einer realen Alarmierung kann im laufenden Kalenderjahr auf die Probealarmierung
verzichtet werden.

7.2 Einsatzleitung

Bei Betriebsereignissen, die den Einsatz der Grubenwehr zur Rettung oder Bergung von
Personen erforderlich machen, leitet der Bergwerksdirektor oder sein Beauftragter das
Rettungswerk. Bei Einsätzen der Grubenwehr zur Erhaltung von Sachwerten nach
Explosionen und bei Grubenbränden wird sinngemäß verfahren. Die Einsatzleitung wird
grundsätzlich über Tage installiert.

Die Zusammensetzung der Einsatzleitung ist im Notfallplan geregelt.

Die Einsatzleitung unterrichtet den Oberführer über die jeweilige Lage und gibt ihm die
für den Grubenwehreinsatz erforderlichen Aufträge. Im Rahmen dieser Aufträge regelt
der an der Bereitschaftsstelle verantwortliche Oberführer den Einsatz der Grubenwehr.

In vereinbarten Zeitabständen berichtet er der Einsatzleitung. Besondere Beobachtungen
und Ereignisse werden unverzüglich gemeldet.

7.3 Einsatzgrundsätze

Die Einsatzgrundsätze sind zum einen abhängig von der Art des Einsatzes und zum
anderen von der Art der eingesetzten Atemschutzgeräte. Bei Anfahrt der Grubenwehr
sind alle verfügbaren und für den Personentransport zugelassenen Transportmittel zu nutzen.

7.3.1 Allgemeines

Nachstehende Regeln gelten grundsätzlich für den Einsatz der Grubenwehr mit Atem-
schutzgeräten. Sofern sich aufgrund der Art des Einsatzes oder der Auswahl des Atem-
schutzgerätes zusätzliche oder abweichende Regeln ergeben, sind diese in den
entsprechenden Abschnitten aufgeführt.

Anfahrt

Die Anfahrt der Grubenwehr wird grundsätzlich in unbelasteten Wettern durchgeführt.
Alle unter Tage befindlichen Grubenwehrmitglieder führen Filterselbstretter mit sich.

Bereitschaftsstelle

Die Bereitschaftsstelle wird - nach Abstimmung mit der Einsatzleitung - in der Regel
in einem durchgehenden Wetterstrom eingerichtet, der keine Brandgase oder Explosions-
schwaden enthält. Dabei wird beachtet, dass die Bereitschaftsstelle einerseits so nah wie
möglich am Einsatzort und andererseits in sicherer Entfernung liegen soll. Die Bereit-
schaftsstelle verfügt über möglichst zwei Fernsprechanschlüsse, einen Wasseranschluss
und ausreichende Beleuchtung. Hier werden die Atemschutzgeräte und die für den
Einsatz notwendige Ausrüstung gelagert. Darüber hinaus werden hier ein umluftunab-
hängiges Wiederbelebungsgerät, ein Schleifkorb und Mittel für die Erste Hilfe bereit-
gehalten.

Für Grubenwehrmitglieder, die Atemschutzgeräte der Grubenwehr (z. B. Sauerstoff-
schutzgeräte, Schlauchgeräte) oder Sauerstoffselbstretter tragen, werden die Filter-
selbstretter während des Einsatzes an der Bereitschaftsstelle zurückgelassen. Für die
aus dem Einsatz zurückkehrenden Grubenwehrmitglieder werden Getränke bereit-
gehalten.

Die Aufsicht an der Bereitschaftsstelle übt ein Oberführer oder vorübergehend ein
von ihm beauftragter Truppführer aus.

Die Bereitschaftsstelle ist ständig mit mindestens einem Gerätewart besetzt.

Über die Einsätze wird ein Einsatztagebuch geführt.

Bei außergewöhnlich schwierigen Einsätzen (z. B. Bergungseinsätze, Befahrung von
langen Bergen, Blindschächten und niedrigen Grubenbauen) steht ein Arzt zur
sofortigen Hilfeleistung an der Bereitschaftsstelle zur Verfügung.

Einsatz

Die Grubenwehr geht nur in geschlossenen Trupps vor (ein Truppführer und vier Mann).
Erscheint es nach Klärung der örtlichen Verhältnisse vertretbar, einen Grubenwehrtrupp
in geringerer Stärke einzusetzen, so kann der Oberführer dies im Einvernehmen mit
der Einsatzleitung anordnen. Unter den vorgehenden Grubenwehrmännern befindet
sich jedoch immer ein Truppführer.

Mit besonderen Aufgaben können auch einzelne Grubenwehrmitglieder beauftragt
werden, wenn deren laufende Überwachung sichergestellt ist. Der verantwortliche
Oberführer oder der von ihm beauftragte Truppführer erteilt die für den Einsatz
notwendigen Weisungen an die Truppführer.

Während des Einsatzes werden die sicherheitlich notwendigen Messungen
(z. B. CO, CH4 und Klimawerte) durchgeführt.

Beim Einsatz besteht zwischen der Bereitschaftsstelle und dem vorgehenden Trupp
(Truppführer) eine ständige Sprechverbindung. Nach einer Erkundung und bei
übersichtlichen Verhältnissen kann auf eine ständige Sprechverbindung verzichtet
werden, der Truppführer meldet sich dann in Abständen von höchstens 15 Minuten
bei der Bereitschaftsstelle. In jedem Trupp verfügt neben dem Truppführer ein
zweiter Mann über eine Sprechmöglichkeit.

Bei der Benutzung von Einrichtungen zur Personenbeförderung wird gewährleistet,
dass jederzeit ein Rückzug veranlasst werden kann. Das gleiche gilt, wenn Gruben-
wehrtrupps mit Schacht- und/oder Schrägförderanlagen in Grubenbaue fahren, in
denen Brandwetter abgeführt werden.

Grubenwehrmitglieder, die erst vor kurzem eine Krankheit überstanden haben
oder sich nicht voll einsatzfähig fühlen (z. B. Grippe, grippale Infekte, Erkältungs-
krankheiten, Nachwirkung von Alkoholgenuss), werden vom Einsatz ausgeschlossen.

Einsatz unter erschwerten klimatischen Bedingungen

Vor dem Einsatz werden die Grubenwehrmitglieder darauf hingewiesen, während
des Einsatzes nur kurze Pausen einzulegen und den Truppführer auf Anzeichen
einer beginnenden Wärmestauung aufmerksam zu machen (Harndrang, Gänsehaut,
Schwere in den Beinen, Kopfschmerzen, Seh- und Hörstörungen, Übelkeit usw.).
Der Oberführer wird über das mitgeführte Grubenwehrtelefon sofort von einem
derartigen Vorfall unterrichtet. Der Trupp tritt dann sofort den Rückmarsch an.

Für die aus dem Einsatz zurückkehrenden Grubenwehrmitglieder werden trockene
Kleidung und Getränke bereitgehalten.

Bei Einsätzen unter außergewöhnlich schwierigen Klimabedingungen ist ein Arzt
an der Bereitschaftsstelle anwesend. Außergewöhnlich schwierige Klimabedingungen
liegen dann vor, wenn die Einsatztabellen (Anlage 6) nur noch eine Einsatzdauer von
max. 25 Minuten (Einsatz in leichter Bekleidung oder Flammenschutzkleidung ohne
Kühlweste) oder weniger zulassen. Eine mögliche Einsatzdauerverlängerung durch
das Tragen von Kühlwesten ist hiervon unbenommen.

Einsatz in inerter Atmosphäre

Bei stationären Einsätzen werden zusätzlich ein umluftunabhängiges Wieder-
belebungsgerät, ein Defibrillator sowie ein Schleifkorb am Arbeitsplatz bereitgehalten.

Reservetrupp

Für jeden Grubenwehrtrupp im Einsatz wird ein Reservetrupp vorgehalten. Werden
von einer Bereitschaftsstelle aus mehrere Trupps eingesetzt, kann im Einvernehmen
mit der Einsatzleitung hiervon abgewichen werden. Der Reservetrupp besteht immer
aus einem Truppführer und vier Wehrmännern.

Der Truppführer des Reservetrupps hört den Sprechverkehr zwischen dem vorgehenden
Trupp und dem Oberführer an der Bereitschaftsstelle mit.

Einsatzdauer

Die Einsatzdauer beträgt im Allgemeinen 2 Stunden, beim Einsatz in Flammenschutz-
kleidung im Allgemeinen 90 Minuten.

Der Einsatztrupp misst die Klimawerte (Trockentemperatur, Feuchttemperatur bzw.
relative Feuchte) mit einem geeigneten Messgerät (z. B. Psychrometer) und meldet
die Ergebnisse dem Oberführer an der Bereitschaftsstelle. Die Klimawerte werden
beim Einsatz der Grubenwehr mindestens zu Beginn, nach 5 Minuten und in weiteren
Zeitabständen von 5 bis 15 Minuten gemessen.

Der Oberführer ermittelt anhand der in der Anlage 6 zusammengestellten Tabellen
die zulässige Dauer des Einsatzes. Hierbei werden unterschiedliche Bekleidungen
berücksichtigt:

Bei besonders anstrengenden Grubenwehreinsätzen in Grubenbauen mit geringer
Wetterbewegung (z. B. Befahrung von Bergen oder Blindschächten) oder bei einer
klimatischen Vorbelastung durch einen unmittelbar vorangegangenen langen
Anmarschweg in warmen Wettern werden - in Absprache mit der Einsatzleitung -
Abschläge von der zulässigen Einsatzdauer nach Einsatzdauertabelle vorgenommen.

Rückmarsch

Der Rückmarsch eines Einsatztrupps kann jederzeit unmittelbar durch den Oberführer
an der Bereitschaftsstelle und mittelbar durch die Einsatzleitung angeordnet werden.
Der Trupp geht immer geschlossen zurück.

Truppführer können unabhängig von ihren Aufträgen den Rückzug des Trupps
eigenverantwortlich antreten. Die Anordnung zum Rückmarsch des Einsatztrupps
wird dann vom Truppführer getroffen, wenn

Bei Rückmarsch eines Einsatztrupps geht der Reservetrupp diesem ggf. entgegen.

Der Reservetrupp führt eine eigene Sprechverbindung mit sich.

7.3.2 Ersteinsatz / Erkundungseinsatz

Anfahrt

Die Grubenwehr fährt grundsätzlich im Flammenschutzanzug und zugehöriger
Unterbekleidung an.

Trupp 1 und 2 fahren mit ihrer Grundausrüstung unverzüglich an, danach werden
zwei weitere Trupps mit zusätzlicher Ausrüstung zur Unterstützung nachgeschickt.

Bereitschaftsstelle

Beim Erst-/Erkundungseinsatz der Grubenwehr wird eine vorläufige Bereitschaftsstelle
eingerichtet, die eine telefonische Verbindung mit der Einsatzleitung hat.

Einsatz

Erst-/Erkundungseinsätze werden ausschließlich mit frei tragbaren umluftunabhängigen
Atemschutzgeräten durchgeführt. Vor dem Einsatz wird je nach Situationslage die
Art der Bekleidung mit der Einsatzleitung abgestimmt. Beim Einsatz der Grubenwehr
in vollständiger Flammenschutzkleidung werden grundsätzlich die Atemschutzgeräte
unabhängig von der Zusammensetzung der Umgebungsatmosphäre angelegt.

Reservetrupp

Der Oberführer darf die Grubenwehr erst dann einsetzen, wenn mindestens ein
Reservetrupp bereitsteht.

Zur Rettung von Menschen kann der Oberführer jedoch - abweichend hiervon -
die Grubenwehr auch schon dann einsetzen, wenn noch kein Reservetrupp bereitsteht,
aber mit dem baldigen Eintreffen des erforderlichen Reservetrupps an der vorläufigen
Bereitschaftsstelle gerechnet wird.

Der jeweilige Reservetrupp hält sich mit geschultertem Atemschutzgerät so nahe
wie möglich zum Einsatzbereich auf. Der Truppführer des Reservetrupps hört den
Sprechverkehr zwischen der Bereitschaftsstelle und dem Einsatztrupp mit.

7.3.3 Stationärer Grubenwehreinsatz

Bei stationären Arbeiten der Grubenwehr wird eine Bereitschaftsstelle eingerichtet,
an der sich zur Sicherung der eingesetzten Grubenwehrmitglieder zwei Wehrmänner
mit frei tragbaren umluftunabhängigen Atemschutzgeräten bereithalten. Hierbei ist
der Arbeitsplatz nicht weiter als 100 m von den Sicherungspersonen entfernt.

Bei größeren Entfernungen wird ein vollständiger Reservetrupp bereitgehalten.
Die Sicherungspersonen bzw. der Reservetrupp halten sich in einem unbelasteten
Wetterstrom auf. Am Arbeitsplatz werden ggf. ein umluftunabhängiges Wieder-
belebungsgerät, ein Defibrillator sowie ein Schleifkorb bereitgehalten.

Eine Sprechverbindung wird zwischen Bereitschaftsstelle und Einsatzort hergestellt;
falls hierbei keine ständige Sprechverbindung gewählt wird, wird am Arbeitsplatz
ein Grubenwehrtelefonverstärker oder ein Telefonhörer mit Heulruf installiert, um
eine ständige Ansprechbarkeit des Trupps zu gewährleisten. Wird der Sauerstoff-
selbstretter nicht vom Trupp mitgeführt, so werden Sauerstoffselbstretter am
Arbeitsplatz sowie in den zu befahrenden Grubenbauen im Abstand von 25 m
stationiert.

7.3.4 Geplante Einsätze der Grubenwehr

Neben den kurzfristig erforderlichen Einsätzen der Grubenwehr bei Rettungswerken
sowie zur Brandbekämpfung oder Beseitigung von Gefahrensituationen außerhalb
von Rettungswerken wird die Grubenwehr zu geplanten Einsätzen herangezogen.

Geplante Einsätze zur Einengung und Wiedergewinnung von Brandfeldern werden
unter Beachtung des Abschnitts "Öffnen von Brandfeldern" der "Richtlinien für den
Brandschutz unter Tage" durchgeführt.

Darüber hinaus wird die Grubenwehr eingesetzt zum Öffnen und Befahren abgedämmter
oder gesperrter Grubenbaue, in denen mit Ansammlungen schädlicher Gase und/oder
mit Sauerstoffmangel zu rechnen ist.

Für geplante Einsätze wird der Bergbehörde ein Sonderbetriebsplan vorgelegt.
Die Vorbereitung und Durchführung von geplanten Einsätzen wird mit der zuständigen
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen abgestimmt.

Der am Einsatz beteiligte Personenkreis wird vor dem Einsatz über Art und Umfang
des Einsatzes sowie über besonders zu beachtende Regeln unterrichtet. Mittelbar
beteiligte Personen werden rechtzeitig informiert, ebenso die verantwortlichen Personen
eventuell betroffener Nachbarbetriebspunkte.

Für geplante Einsätze gelten ansonsten die Einsatzgrundsätze entsprechend den
Erst-/Erkundungseinsätzen.

7.3.5 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung

Mit Regenerationsgeräten für Arbeit und Rettung werden nur Grubenwehrmitglieder
eingesetzt.

Regenerationsgeräte mit Drucksauerstoff werden nur benutzt, wenn deren letzte
Prüfung nicht länger als einen Monat zurückliegt. Werden die Geräte nicht am Mann
zur Bereitschaftsstelle transportiert, so wird vor dem Gebrauch eine Gesamtprüfung
der Geräte durchgeführt. Für den Ersteinsatz werden nur ungebrauchte Alkali- bzw.
Atemkalkpatronen und Sauerstoffflaschen, die über einen ausreichenden Vorratsdruck
(> 180 bar) verfügen, eingesetzt.

Mit dem Regenerationsgerät Dräger PSS BG 4 kann von einem Grubenwehrmann
innerhalb von 8 Stunden ein zweiter Einsatz ohne Erneuerung der Atemkalkpatrone
und ohne Austausch der Sauerstoffflasche verfahren werden. Die Einsatzbedingungen
und insbesondere Einsatzdauer des Zweiteinsatzes sind der Restgebrauchszeit anzupassen.

Während des Einsatzes wird der Sauerstoffvorrat jedes einzelnen Atemschutzgerätes
in Abständen von längstens 15 Minuten überprüft.

Jeder Grubenwehrtrupp nimmt mindestens einen Sauerstoffselbstretter mit in den Einsatz.

Die Einsatzdauer für Grubenwehreinsätze mit angelegtem Regenerationsgerät beträgt
im allgemeinen zwei Stunden, beim Tragen von Flammenschutzkleidung im allgemeinen
90 Minuten. Entsprechend den Klimawerten im Einsatzbereich wird die Einsatzdauer
gemäß den Einsatztabellen verkürzt.

In Sonderfällen kann die Einsatzdauer im Einvernehmen mit der Einsatzleitung
überschritten werden; sie ist jedoch abhängig vom Sauerstoffverbrauch der eingesetzten
Grubenwehrmitglieder.

Nach jedem Einsatz wird eine Ruhepause von mindestens zwei Stunden eingelegt.

7.3.6 Schlauchgeräte

Mit Druckluftschlauchgeräten oder dem Atemschutz- und Kühlanzug werden Einsätze
von Grubenwehrmitgliedern aber auch - mit Zustimmung der Bergbehörde - Einsätze
von Personen, die nicht der Grubenwehr angehören, durchgeführt.

Der Einsatz von Schlauchgeräten unter Tage wird in Zusammenarbeit mit der zuständigen
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen durchgeführt; es werden nur Geräte eingesetzt,
deren letzte Prüfung nicht länger als einen Monat zurückliegt.

Werden die Geräte am Druckluftnetz betrieben, so liegt der Luftanschluss mit dem
entsprechenden Absperrventil im Frischwetterstrom. Das Absperrventil und der
Leitungsdruck (Manometer am Druckluftfeinfilter) werden von einer Person überwacht.
Die Schlauchlänge beträgt max. 50 m. Jeder Gerätträger nimmt einen Sauerstoff-
selbstretter mit in den Einsatz und deponiert das Gerät in der unmittelbaren Nähe
des Einsatzortes. Zur Sicherung der eingesetzten Personen halten sich 2 Grubenwehr-
männer mit frei tragbaren umluftunabhängigen Atemschutzgeräten in unmittelbarer Nähe
des Arbeitsplatzes bereit.

Der Einsatz wird immer von einem Truppführer begleitet und überwacht.

Die Einsatzdauer beträgt im allgemeinen 2 Stunden, danach wird eine Pause von
mindestens 1 Stunde eingehalten. Entsprechend den Klimawerten im Einsatzbereich
und der Einsatzbekleidung wird beim Einsatz von Druckluftschlauchgeräten die
Einsatzdauer gemäß den Einsatzdauertabellen (Anlage 6) ggf. verkürzt. Bei Verkürzung
der Einsatzdauer aufgrund der klimatischen Bedingungen (Einsatzdauertabellen) wird
eine 2-stündige Pause eingehalten.

Beim Atemschutz- und Kühlanzug werden bis zu einer Trockentemperatur von 50 °C
im allgemeinen 2-stündige Einsätze verfahren, danach wird eine Pause von mindestens
1 Stunde eingehalten. Darüber hinaus werden die Einsatzdauer sowie die Pausendauer
im Einzelfall mit der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen festgelegt.
Die Konzentrationen der schädlichen Gase überschreiten beim Einsatz des Atem-
schutzanzuges nicht das 100-fache der höchstzulässigen Konzentration an Schadstoffen
in der Umgebungsatmosphäre. Personen, die im Atemschutzanzug eingesetzt werden,
tragen Gehörschutz.

Die Personen werden in der Handhabung der Geräte unterwiesen.

In Sonderfällen kann die Einsatzdauer von zwei Stunden im Einvernehmen mit der
Einsatzleitung überschritten werden.

7.3.7 Behältergeräte

Behältergeräte werden nur von Grubenwehrmitgliedern eingesetzt.

Es werden nur solche Geräte benutzt, deren letzte Gesamtprüfung nicht mehr als
einen Monat zurückliegt. Vor dem Einsatz wird eine Kurzprüfung der Geräte
durchgeführt. Der Einsatz von Behältergeräten wird in Zusammenarbeit mit der
zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen durchgeführt. Die Gerätträger
werden von Mitarbeitern der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
in der Handhabung der Geräte unterwiesen. Erst- und Erkundungseinsätze im Ernstfall
werden nicht mit Behältergeräten durchgeführt. Während des Einsatzes wird der
Atemluftvorrat jedes einzelnen Atemschutzgerätes in Abständen von längstens
5 Minuten überprüft.

Jedes Truppmitglied nimmt einen Sauerstoffselbstretter mit in den Einsatz.

Die Einsatzdauer für Grubenwehreinsätze mit angelegtem Behältergerät richtet sich
im Allgemeinen nach dem Atemluftvorrat der Geräte. Entsprechend den Klimawerten
im Einsatzbereich und der Einsatzbekleidung wird die Einsatzdauer gemäß den
Einsatzdauertabellen (Anlage 6) ggf. verkürzt.

Nach jedem Einsatz wird eine Ruhepause von mindestens einer Stunde eingelegt.
Bei Verkürzung der Einsatzdauer aufgrund der klimatischen Bedingungen
(Einsatztabellen) wird eine 2-stündige Pause eingehalten.

7.3.8 Gasfiltergeräte

Mit Gasfiltergeräten werden Grubenwehrmitglieder aber auch - mit Zustimmung
der Bergbehörde - Personen, die nicht der Grubenwehr angehören, eingesetzt.
Der Einsatz von Gasfiltergeräten wird in Zusammenarbeit mit der zuständigen
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen durchgeführt.

Es werden nur Atemanschlüsse eingesetzt, deren letzte Prüfung höchstens 6 Monate
zurückliegt. Die Atemanschlüsse werden arbeitstäglich persönlich zugeteilt und danach
einer Reinigung und Desinfektion unterzogen.

Der Einsatz wird immer von einem Truppführer der Grubenwehr begleitet und
überwacht. Der Truppführer trägt als Atemanschluss eine Vollmaske. In der Nähe
des Arbeitsbereiches ist eine Kommunikationseinrichtung zu einer ständig besetzten
Stelle über Tage vorhanden. Eine Bereitschaftsstelle und Sicherungspersonen werden
im Regelfall nicht eingerichtet bzw. eingesetzt.

Jeder Träger eines Gasfiltergerätes führt zusätzlich einen Filterselbstretter mit.

CO-Filterarbeitsgeräte

Als Einsatzgeräte stehen nur noch FSR 990 zur Verfügung. Die Eignung der Geräte
ist von der Prüfstelle für Atemschutzgeräte bescheinigt. Die Einsatzdauer beträgt im
Allgemeinen eine Stunde. Entsprechend den Klimawerten im Einsatzbereich wird die
Einsatzdauer gemäß den Einsatztabellen (Anlage 6) ggf. verkürzt.

Ein Truppführer vermerkt im Einsatztagebuch die Einsatzzeiten. Der Truppführer
überprüft den Sauerstoffgehalt (mind. 18 Vol.-%), den CO-Gehalt (max. 500 ppm)
der Wetter und die Trockentemperatur (< 32 °C) mit Handmessgeräten. Der Sauer-
stoffgehalt und die Konzentration an CO werden kontinuierlich mit einem Handmessgerät
gemessen. Die Klimawerte werden einmal je Schicht ermittelt; die Wettergeschwindigkeit
beträgt mindestens 0,5 m/s.

Die Personen werden in der Handhabung der Geräte und den besonderen Einsatz-
grundsätzen (z. B. Sprechverbot für Träger von Mundstücken) unterwiesen.

Sonstige Gasfiltergeräte

Zum Schutz vor anderen Gasen können Personen unter Tage mit Gasfiltern eingesetzt
werden. Der Truppführer überprüft den Sauerstoffgehalt (mind. 18 Vol.-%) und die
Konzentration der schädlichen Gase. Die Einsatzdauer beträgt im Allgemeinen 2 Stunden;
danach wird eine Pause von 30 Minuten eingehalten. Die Haltbarkeit, Gebrauchsdauer
und Einsatzgrenzen der Filter richten sich nach den Herstellerangaben in der
Gebrauchsanleitung.

7.4 Einsatz ohne Atemschutzgerät

Bei einem CO-Gehalt der Wetter zwischen 30 und 50 ppm können Personen zur
Sicherung des laufenden Bergwerkbetriebes über die Zeitdauer von 8 Stunden pro Tag
beschäftigt werden. Hierbei sind, unter Beteiligung des Werksarztes, besonders
gefährdete Personen von solchen Arbeiten auszuschließen.

Bei einem CO-Gehalt der Wetter zwischen 50 und 100 ppm dürfen Personen zu
Rettungs-, Bergungs-, Brandbekämpfungs- und Sicherungsarbeiten bis 6 Stunden
pro Tag eingesetzt werden. Nicht-Grubenwehrmitglieder dürfen zur Unterstützung
der Grubenwehr auf freiwilliger Basis und in Abstimmung mit dem Werksarzt
(uneingeschränkte Klimatauglichkeit muss vorliegen) eingesetzt werden. Der Einsatz
wird von einem Truppführer begleitet und überwacht.

Bei einem CO-Gehalt der Wetter von 100 bis 200 ppm werden ausschließlich
Grubenwehrmitglieder eingesetzt. Ihre Atemschutzgeräte werden in unmittelbarer Nähe
des Einsatzortes zum Anlegen bereitgehalten. Bei diesen CO-Gehalten arbeiten die
Grubenwehrmitglieder nicht länger als 90 Minuten ununterbrochen. Auf jeden Arbeits-
einsatz folgt eine wenigstens zweistündige Pause in CO-freien Wettern. Die Gesamt-
dauer des Arbeitseinsatzes eines Grubenwehrmitgliedes beträgt höchstens 4,5 Stunden
pro Tag. Die 90-minütige Arbeitszeit umfasst sowohl den An- und Abmarsch zur
Einsatzstelle als auch die Verweildauer dort. Mitgeführte Atemschutzgeräte dürfen
nicht zu einer Verlängerung der 90-Minuten-Frist genutzt werden, ausgenommen sind
unvorhersehbare Ereignisse.

Der Kohlenmonoxidgehalt der Wetter ist mit mindestens einer ortsfesten, schreibenden
CO-Messeinrichtung mit Fernübertragung zu einer ständig besetzten Stelle zu überwachen
oder - sofern eine solche Messeinrichtung noch nicht eingebaut werden konnte - durch
CO-Handmessgeräte kontinuierlich festzustellen. Auch bei betriebener CO-Messein-
richtung sind bei CO-Gehalten über 50 ppm CO-Handmessungen an den Arbeitsstellen
durchzuführen. Die stationären Messgeräte müssen bei Erreichen des vorgeschriebenen
Grenzwertes ein akustisches und optisches Warnsignal auslösen. Bei CO-Gehalten
zwischen 50 und 200 ppm werden zusätzlich einmal je Schicht Gasproben entnommen
und auf schnellstem Wege analysiert. Alle Personen werden über die Wirkung von CO
auf den Menschen unterwiesen. Grubenbaue, in denen der CO-Gehalt der Wetter mehr
als 200 ppm beträgt, werden nur mit angelegten Atemschutzgeräten betreten.

Der Rückmarsch nach dem Einsatz ist zu berücksichtigen.

8 Hilfeleistung

Bei Grubenunglücken leistet die Grubenwehr auf benachbarten Bergwerken Hilfe nach
dem Hilfeleistungsplan / Hauptrettungsplan. Mit den entsprechend ausgerüsteten Trupps
rücken in jedem Fall ein Oberführer und ein Gerätewart aus. Der Oberführer meldet
sich in der Grubenrettungsstelle bzw. an der bei der Alarmierung angegebenen Stelle.

Bei gleichzeitigem Einsatz mehrerer Grubenwehren auf einem Bergwerk werden die
Aufgaben- und Verantwortungsbereiche der Oberführer durch die Einsatzleitung
festgelegt und gegeneinander abgegrenzt.

Wird die Hilfe benachbarter Grubenwehren in Anspruch genommen, so werden
ortskundige Personen bereitgestellt. Hilfeleistungswehren werden vor der Anfahrt
über das Ereignis und ihre Aufgaben unterrichtet. Ersatzmannschaften und Gerätewarte
werden rechtzeitig bereitgestellt.

9 Störungen / Unfälle mit Atemschutzgeräten

Bei Störungen im Einsatz, bei Übungen und bei Prüfungen oder bei Unfällen, die
mit dem Benutzen von Atemschutzgeräten ursächlich zusammenhängen können,
ist grundsätzlich jede Veränderung am Gerät einschließlich des Lösens oder
Nachstellens von Verbindungen, z. B. des Atemanschlusses, zu vermeiden.

Der Truppführer oder Gerätewart hat, nachdem er den Atemluftvorrat abgelesen hat,
die Atemluftflasche des betreffenden Gerätes zu schließen. Der Atemanschluss ist
unverändert am Gerät zu belassen. Das Gerät ist dann durch den Oberführer
unverzüglich ohne jede weitere Veränderung der zuständigen Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen zur Verfügung zu stellen.

Bei Schlauchgeräten, CO-Filterarbeitsgeräten, Behältergeräten und Sauerstoff-
selbstrettern ist sinngemäß zu verfahren.

10 Nachweisungen

Für die unter Abschnitt 3.3 vorgesehenen Untersuchungen wird die ärztliche
Bescheinigung benutzt (Plan für die Durchführung der ärztlichen Untersuchungen).
Nach Vordrucken der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen werden folgende
Nachweisungen geführt:

Ein Mitgliederverzeichnis wird bereitgehalten

11 Rettungswerk

Der Aufgabenbereich und die Verantwortlichkeit der an einem Rettungswerk beteiligten
Personen sind im "Notfallplan" festgelegt. Dieser Plan wird sinngemäß auch bei anderen
Einsätzen der Grubenwehr angewendet.

In diesem Plan werden u.a. geregelt:

  1. die Alarmierung der an einem Rettungswerk beteiligten Personen,

  2. die Sofortmaßnahmen des vorläufigen Einsatzleiters,

  3. die Aufgaben der Einsatzleitung,

  4. die Aufgaben der übrigen beteiligten Personen.

Ferner enthält der Plan eine Reihe von Vordrucken, die an den in Frage kommenden
Stellen vorrätig sind (z. B. Büro der Einsatzleitung), sowie Verzeichnisse über Einsatz-
materialien, die auf der Schachtanlage (z. B. in Löschkammern bzw. -zügen), ggf. bei
der Werksdirektion Zentrale Technik; bereitgehalten werden. Außerdem liegen dem
Plan die ein Rettungswerk berührenden Richtlinien und Pläne als Anlagen bei.

Der Notfallplan wird im Büro der Einsatzleitung, in der Grubenrettungsstelle und
an sonstigen erforderlichen Stellen verfügbar gehalten. Er wird mindestens halbjährlich
durch das Bergwerk überprüft und aktualisiert.

12 Anlagen zum Hauptbetriebsplan

Die besonderen Verhältnisse der Grubenwehr (Planstärke und Zusammensetzung,
Ausbildung, Alarmierung, Bereitschaftsdienst, Ausrüstung) sowie Ergänzungen zum Plan
werden der Bergbehörde mit dem Hauptbetriebsplan (Anlage 8) eingereicht.
Zwischenzeitliche Änderungen oder Ergänzungen werden der Bergbehörde mitgeteilt.
Eine Durchschrift dieser Mitteilungen wird bei der zuständigen Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen archiviert.

13 Beteiligung der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen

Das Bergwerksunternehmen unterhält eine Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
oder ist einer Hauptstelle für das Grubenrettungswesen angeschlossen.

Den Hauptstellen für das Grubenrettungswesen sind u.a. die folgenden Aufgaben
übertragen:

  1. Beratung, Unterstützung und Mitwirkung bei Rettungswerken und Einsätzen
    der Grubenwehr;

  2. Beratung in Fragen der Ausrüstung und Organisation der Grubenwehren;

  3. Aufstellung des Hilfeleistungsplans bzw. des Hauptrettungsplans für Grubenwehren;

  4. Mitwirkung bei der Festlegung und Anpassung der Planstärke der Grubenwehr;

  5. Jährliche Überprüfung der Grubenwehr und der Grubenrettungsstelle (u. a.
    Atemschutzgeräte und Einrichtungen, arbeitsmedizinische Untersuchung, Übungssoll);

  6. Durchführung von Lehrgängen für Oberführer, Truppführer, Wehrmänner und
    Gerätewarte;

  7. Unterstützung des Oberführers bei der Ausbildung und Nachschulung der
    Grubenwehrmitglieder;

  8. Untersuchung von Atemschutzgeräten der Grubenwehr nach Unfällen oder
    Störungen;

  9. Überprüfung der Chemikal-Sauerstoffselbstretter auf Weiterverwendbarkeit;

  10. Beratung und Ausbildung im vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz.



    Anlage 1
Grundausbildung Wehrmann    
     
Ausbildungsplan    
     
Name:______________________ Grubenwehr:_______________  
     
Unterweisungsthema Unterweisung
am:

Unterschrift

Oberführer

Atmung des Menschen, schädliche Gase, Sauerstoffmangel,
Belastung im Atemschutz, Klimaeinsätze

   

Einteilung der Atemschutzgeräte, Funktion des Sauerstoffselbstretters,
Funktion des Kreislaufgerätes (BG 4)

   

Plan für das Grubenrettungswesen, Pflichten der Grubenwehrmitglieder,
Einsatzgrundsätze

   

Einsatz der Grubenwehr
Alarmierung, Ausrüstung Trupp 1 – 4

   

Messen von Gasen
elektr. Gasmessgeräte, Prüfröhrchen, Gasprobenahme für Vollanalysen

   

Grubenbrände – Ursachen, Vorbeugung und Brandbekämpfung,
Raum- und Objektinertisierung

   
Grubenbild und Wetterführung    
Wiederbelebung; Umgang mit dem Oxylator und Defibrillator    
Anlegen Sauerstoffselbstretter; Anlegen der Flammenschutzkleidung    

Gewöhnungsübung im Atemschutz
(Atemschutzmaske mit Partikelfilter)

   
Gewöhnungsübung im Kreislaufgerät (1 Stunde)    
Standardübung der Grubenwehr    

Löschübung
Schnellverschläge, Dammrohrmontage, Löschgeräte,
Löschangriff mit Wasser und Pulver

   
Theoretische Prüfung bestanden    
Dynavittest (erreichte Dynavitzahl ....................)    
Nothelferausbildung vom ..............................    
Löschhelferausbildung vom ..............................    


Anlage 2

Grubenwehrübungen

Standardübung von zwei Stunden Dauer

Standardübungen werden bei Trockentemperaturen von ca. 30 °C durchgeführt.

Die Bekleidung der Übungsteilnehmer besteht aus Frottee-Unterwäsche und
der Anzughose des Flammenschutzanzuges.

Es werden neben der Befahrung des Übungshauses 3 x 60 Schläge am Schlaggerät
gezogen und eine Ausdauerleistung von 15 Minuten (auf dem Fahrradtrainer) erbracht.

Belastungsstufen für den Ausdauerteil der Grubenwehrstandardübung
Länge des Ausdauerteils: 15 Minuten

Gewicht (kg)

Anfangsleistung
Länge 2 Min (W)

2. Stufe
Ab der 3. Min. (W)

3. Stufe
Ab der 6. Min. (W)

59 bis 62

75

95

115

63 bis 66

80

100

120

67 bis 70

85

105

125

71 bis 75

90

110

130

76 bis 79

95

115

135

80 bis 83

100

120

140

84 bis 87

105

 125

145

88 bis 91

110

130

150

92 bis 95

115

135

155

96 bis 100

120

140

 160

101 bis 105

125

145

165

105 bis 110

 130

150

170

111 bis 115

135

155

175

116 bis 120

140

160

180

Übung mit Flammenschutzkleidung

Diese Übungen werden im Rahmen und nach Maßgabe der Einsatztabelle
für Flammenschutzkleidung durchgeführt (z. B. ttr = 28 °C und tf = 20 °C
=> Übungsdauer 90 Minuten); die Übungsdauer richtet sich nach den Klimawerten
entsprechend der Einsatztabelle für Flammenschutzkleidung (Anlage 6).

Die Bekleidung der Übungsteilnehmer ist die Flammenschutzkleidung.

Während der 90-Minuten-Übung werden von jedem Übungsteilnehmer am
Schlaggerät zu Beginn 60 Schläge, in der Mitte 50 Schläge und am Ende
40 Schläge gezogen (Kraftteil) und 20 m Fahrte geklettert.

Sonstige Übungen

Bei den übrigen zweistündigen und vierstündigen Übungen im Übungsraum oder
unter Tage werden je nach Bedarf und Ausbildungsauftrag auch andere
grubenwehrbezogene Arbeiten, z. B. Anbohren von Rohrleitungen, Errichten von
Verschlägen, Retten von Verunglückten, Erste Hilfe und Wiederbelebungsarbeiten,
Errichten von Dämmen und Verschlägen, Herstellen von Nachrichtenverbindungen,
Entnehmen von Brandgasproben, Befahren von Bergen und Blindschächten
durchgeführt.



Anlage 3

Nachschulung in der Nothilfe

Lernziele sind insbesondere

Ausbildungsdauer jährlich fünf Stunden. Abwechselnd werden entweder die
Lerninhalte der allgemeinen Nachschulung oder die der speziellen Nachschulung
vermittelt.

Lerninhalte der allgemeinen Nachschulung:

Lerninhalte der speziellen Nachschulung:

Lernmittel

Leitfaden der Nothelferausbildung der RAG oder Vergleichbares, Notfallkoffer
Bergbau 2002, Vakuummatratze-Bergbau, einheitliche Schulungsunterlagen zu
speziellen Themen.

Ausbilder

Allgemeine Nachschulung: Heilgehilfe mit Ausbilderqualifikation / ggf. Ausbilder
einer anerkannten Hilfsorganisation jeweils unter Mitwirkung des Leiters des
ärztlichen Hilfswerkes.

Spezielle Nachschulung: Arzt mit Rettungsdiensterfahrung / ggf. Rettungsassistent
mit Kenntnissen der Verhältnisse im Bergbau jeweils in Zusammenarbeit mit dem
Leiter des ärztlichen Hilfswerkes.





Anlage 4

Vorschriften für das Anlegen von Atemschutzgeräten

1. Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung (PSS BG 4)

Reihenfolge des Anlegevorgangs

 

2. Druckluft-Schlauchgeräte

3. Sauerstoffselbstretter

Anlegen im Grubenwehrtrupp bei Ausfall eines anderen Atemschutzgerätes:

Falls andere Atemschutzgeräte eingesetzt werden, sind die Mitarbeiter von der
zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, die den Einsatz begleiten,
oder von ihnen besonders unterwiesene Truppführer der Grubenwehr für das
Anlegen der Geräte verantwortlich.





Anlage 5

Regeln für das Prüfen und Warten von Geräten der Grubenwehr

1. Prüffristen und Prüfen von Atemschutzgeräten

   Atemschutzgeräte werden mit einem geeigneten Prüfgerät nach der jeweils gültigen
   Prüfanleitung der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen geprüft. Bei ordnungs-
   gemäßem Befund wird das Gerät als einsatzbereit gekennzeichnet (Datum und
   Unterschrift (Kurzzeichen) des Gerätewartes).

1.1 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung

      Prüfung (die letzte Prüfung darf nicht länger als 1 Monat zurückliegen):

Die Ergebnisse der Prüfung werden einmal im Monat in das Prüfungsbuch
eingetragen.

1.2 Sauerstoffselbstretter

Vor der Mitnahme

Jährliche Prüfung

Kontrolle der Unversehrtheit des Tragebehälters und der Plombierung

Dichtheit und Gesamtgewicht des verschlossenen Gerätes

Die Ergebnisse der jährlichen Prüfung werden in das Prüfungsbuch eingetragen.

2. Prüfen der Vollmasken

Vollmasken werden mindestens vierteljährlich, nach Einsätzen und Übungen
sowie nach Reparaturen und Wartungsarbeiten (auch nach dem Wechsel der
Sprechmembran) - entsprechend der Betriebsanleitung - mit einem Prüfgerät
auf Dichtheit geprüft.

Das Ergebnis der vierteljährlichen Prüfung wird in das Prüfungsbuch eingetragen.

3. Prüfen von automatischen Wiederbelebungsgeräten

Wiederbelebungsgeräte werden nach der jeweils gültigen Prüfanleitung der
Hauptstellen für das Grubenrettungswesen geprüft. Nach ordnungsgemäßem
Befund werden die Geräte als einsatzbereit gekennzeichnet (Datum und
Unterschrift (Kurzzeichen) des Gerätewartes). Es wird ein Prüfungsbuch geführt.

 

Wiederbelebungsgerät Oxylator FR 300/B- Bergbau:

Vor der Mitnahme

Gesamtprüfung nach starker
Beanspruchung und nach Instandsetzung
benutzter Geräte spätestens im Abstand
von zwei Monaten

Im Abstand von zwei Jahren

Kontrolle des Sauerstoffvorrats

Vollständigkeit nach Stückliste,
Sauerstoffvorrat

Sicherheitstechnische Kontrolle durch den Hersteller/ oder autorisierte Personen der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen

 

Funktion des Lungenautomaten

 

 

Dichtheit der Hoch- und Mitteldruckteile

 

 

4. Prüfen der Mess- und Hilfsgeräte

Mess- und Hilfsgeräte, die für den Einsatz der Grubenwehr bereitgehalten
werden, werden monatlich geprüft, das Ergebnis wird in einem Prüfungsbuch
eingetragen. Der Einsatz und die Überwachung von Handmessgeräten und
tragbaren Messeinrichtungen erfolgen gemäß den entsprechenden Richtlinien
der Bezirksregierung Arnsberg.

5. Überprüfen von Sauerstoffverteilern

Sämtliche Sauerstoffverteiler werden in Abständen von 6 Jahren vom Hersteller
vollständig überholt. Die Überholung wird in Listen dokumentiert.

6. Überprüfen der Membranen und Dichtungen

6.1 Sauerstoffschutzgeräte

Dichtungen und Ventile aus Gummi oder Kunststoff werden mindestens
einmal im Jahr geprüft (Alterung, Brüchigkeit, Verformung usw.). Sie werden
spätestens alle 6 Jahre ausgewechselt, sofern nicht vom Hersteller kürzere Fristen
angegeben sind.

6.2 Vollmasken für Regenerationsgeräte

Sprechmembranen, Dichtungen und Ventilscheiben werden nach jedem Einsatz
geprüft (Alterung, Brüchigkeit, Verformung usw.). Spätestens alle 6 Jahre werden
diese Teile ausgewechselt, sofern nicht vom Hersteller kürzere Fristen angegeben
sind.

7. Reinigung und Desinfektion

7.1 Atemanschlüsse (Vollmasken) für Regenerationsgeräte

Die Atemanschlüsse werden nach jeder Benutzung gereinigt und desinfiziert.
Werden mehrere Einsätze nacheinander von derselben Person durchgeführt,
kann auf die Desinfektion verzichtet werden.

Alle Atemanschlüsse werden mindestens halbjährlich gereinigt und desinfiziert.
Bei luftdicht verpackten Atemanschlüssen alle zwei Jahre.

7.2 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung

Atembeutel, Minimumventil, Entwässerungsventil, Überdruckventil, Atemluft-
kühler und Faltenschläuche mit Ein- und Ausatemventil werden nach jeder
Benutzung gereinigt und desinfiziert.

Atembeutel, Minimumventil, Entwässerungsventil, Überdruckventil, Atemluft-
kühler und Faltenschläuche mit Ein- und Ausatemventil und Faltenschläuche
werden mindestens halbjährlich gereinigt und desinfiziert.

8. Umgang mit Sauerstoff

8.1 Allgemeines

Als Sauerstoff für Atemzwecke wird ausschließlich medizinischer Sauerstoff
eingesetzt. Im Umfüllraum gilt Rauchverbot.

8.2 Räume

Alle Räume, in denen Sauerstoff umgefüllt oder gelagert wird, sind ausreichend
be- und entlüftet. Die Türen dieser Räume sind Feuer hemmend ausgeführt, nach
außen aufgehend und selbsttätig schließend.

8.3 Umfüllpumpe

Der Betrieb der Sauerstoffumfüllpumpe erfolgt nach Herstelleranweisung;
demnach wird nach 25 Betriebsstunden bzw. mindestens halbjährlich eine Wartung
durch den Hersteller oder durch autorisierte Personen der Hauptstellen für das
Grubenrettungswesen durchgeführt. Bewegliche Druckleitungen werden einmal
im Jahr durch einen Sachkundigen überprüft. Außerdem wird die Sauerstoff-
umfüllpumpe in Abständen von 4 Jahren durch einen Sachverständigen untersucht.

Sauerstoffvorratsflaschen werden in Abständen von 10 Jahren der amtlichen
Druckprobe unterzogen.

8.4 Sauerstoffflaschen der Regenerationsgeräte

Sauerstoffflaschen mit 2 l Inhalt (auch 2,5 l Inhalt Flaschen des Oxylators)
werden in Abständen von 5 Jahren amtlich geprüft. Die erfolgten Prüfungen
werden in Listen erfasst. Es werden nur solche Flaschen gefüllt, deren Prüfdatum
noch nicht abgelaufen ist. Vollständig entleerte und geprüfte Sauerstoffflaschen
werden vor dem Füllen mit Sauerstoff gespült. Der Transport von Sauerstoff-
flaschen erfolgt ausschließlich mit aufgeschraubtem Verschlussstopfen.





Anlage 6

A 2.6 - Anlage 6 (1)

A 2.6 - Anlage 6 (2)

A 2.6 - Anlage 6 (3)

A 2.6 - Anlage 6 (4)





Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 1

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 2

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 3

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 4

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 5

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 6

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 7

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 8

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7 Bild 9



Anlage 8

Grubenrettungsplan RAG Anlage 8 Bild 1

Grubenrettungsplan RAG Anlage 8 Bild 2

Grubenrettungsplan RAG Anlage 8 Bild 3

Grubenrettungsplan RAG Anlage 8 Bild 4



Anlage 9

Fitnesstest der Grubenwehr

Der Test wird im Höchstabstand von zwei Jahren an sportmedizinisch überprüften und geeigneten
Geräten durchgeführt. Es werden die Muskelgruppen Rücken, Bauch, Kniestrecker, Kniebeuger,
Schulter und Brust getestet.

Zu erreichende Mindestwerte (Drehmomente):

Anmerkung:

Die o.g. Werte wurden spezifisch an Geräten der Fa. David International Ltd., Neu-Ulm ermittelt.
Werte vergleichbarer Geräte anderer Hersteller müssen den festgelegten Mindestwerten angepasst
werden.

Beurteilung:

Je Muskelgruppe kann bei Erreichen der o. g. Mindestwerte ein Punkt erzielt werden
(insgesamt maximal 6 Punkte). Für das Bestehen des Tests werden 4 Punkte benötigt.
Wird der Test nicht bestanden, soll er nach einem Training innerhalb eines halben Jahres
wiederholt werden.

Im Rahmen des Wiederholungstests kann nach fachlichem Ermessen ggf. eine zusätzliche
Untersuchung an einem geeigneten Gerät zum Test der Rumpfmuskulatur durchgeführt und in die Bewertung einbezogen werden.

Jedes Grubenwehrmitglied erhält eine gezielte Trainingsempfehlung und legt das Ergebnis
des Tests, ggf. auch des Wiederholungstests, bei der jeweils hierauf folgenden
arbeitsmedizinischen Untersuchung dem Arzt vor.

Ein wiederholtes Nichtbestehen des Tests ist ein Ausschlusskriterium für die Grubenwehr-
mitgliedschaft. In einem solchen Fall ist das Ergebnis dem zuständigen Arbeitsmediziner
unverzüglich vorzulegen. Grubenwehrmitglieder über 50 Jahre müssen zum Schutz ihrer
Gesundheit einmal pro Jahr einen erfolgreichen Test nachweisen.

Zusätzlich wird am Testtag ein Ausdauerleistungstest zur individuellen Trainingssteuerung
durchgeführt.





 

Plan für das Grubenrettungswesen Esco Borth

 

 

Plan für das Grubenrettungswesen, RAG / esco - Werk Borth

Ausgabe September 2012

Inhaltsverzeichnis:

1    AUFGABEN

2    STÄRKE UND ZUSAMMENSETZUNG DER GRUBENWEHR

2.1  Stärke der Grubenwehr
2.2  Zusammensetzung
2.3  Sondermitglieder

3    GRUBENWEHRMITGLIEDSCHAFT

3.1 Aufnahme in die Grubenwehr
3.2 Ausscheiden aus der Grubenwehr
3.3 Arbeitsmedizinische Untersuchung

4   AUSBILDUNG

4.1    Grundausbildung
4.1.1 Theoretischer Teil
4.1.2  Praktischer Teil
4.1.3  Abschluss der Grundausbildung
4.2    Aus- und Fortbildung der Gerätewarte
4.3    Aus- und Fortbildung der Oberführer und Truppführer
4.4    Nachschulung der Oberführer, Truppführer und Wehrmänner
4.4.1 Allgemeines
4.4.2 Übungen
4.4.3 Unterweisungen

5     PFLICHTEN DER GRUBENWEHRMITGLIEDER

5.1  Grubenwehrmitglieder
5.2  Gerätewarte
5.3  Truppführer
5.4  Oberführer
5.5  Stellvertretende Oberführer

6     AUSRÜSTUNG UND EINRICHTUNGEN DER GRUBENWEHR

6.1  Atemschutzgeräte der Grubenwehr
6.2  Sonstige Ausrüstung
6.3  Grubenrettungsstelle

7     EINSATZ DER GRUBENWEHR

7.1  Alarmierung
7.2  Einsatzleitung
7.3  Einsatzgrundsätze
7.3.1 Allgemeines
7.3.2 Ersteinsatz / Erkundungseinsatz
7.3.3 Stationärer Grubenwehreinsatz
7.3.4 Geplante Einsätze der Grubenwehr
7.3.5 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung
7.4    Einsatz ohne Atemschutzgerät

8    HILFELEISTUNG

9    STÖRUNGEN / UNFÄLLE MIT ATEMSCHUTZGERÄTEN

10  NACHWEISUNGEN

11  RETTUNGSWERK

12  BETEILIGUNG DER HAUPTSTELLEN FÜR DAS GRUBENRETTUNGSWESEN

 

ANLAGEN

Anlage 1   Grundausbildung Wehrmann, Ausbildungsplan
Anlage 2   Grubenwehrübungen
Anlage 3    Nachschulung in der Nothilfe
Anlage 4    Vorschriften für das Anlegen von Atemschutzgeräten
Anlage 5    Regeln für das Prüfen und Warten von Geräten der Grubenwehr
Anlage 6    Einsatzzeittabelle für Grubenwehren im Salzbergbau
Anlage 7a   Meldung über den Einsatz der Grubenwehr mit Atemschutzgeräten
Anlage 7b   Meldung über Störungen an Atemschutzgeräten/ Unfälle mit Atemschutzgeräten
               der Grubenwehr
Anlage 8    An die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
Anlage 9    Fitnesstest der Grubenwehr

 

 

1 Aufgaben

Die Grubenwehr wird unter Tage eingesetzt zur Rettung und Bergung von Menschen und
zur Erhaltung von Sachwerten nach Explosionen sowie bei Grubenbränden und anderen
Ereignissen, bei denen eine Gefährdung durch schädliche Gase, Sauerstoffmangel oder
Grubenwasser eintreten kann.

 

2 Stärke und Zusammensetzung der Grubenwehr

2.1 Stärke der Grubenwehr

Die Planstärke der Grubenwehr des Steinsalzbergwerkes Borth beträgt 22 Personen.

Ein Trupp besteht aus einem Truppführer und vier Wehrmännern.

Die tatsächliche Stärke der Grubenwehr (Iststärke) kann bis zu 25% über der Planstärke
liegen, um auch bei unvorhersehbarem Ausscheiden von Grubenwehrmitgliedern die
Planstärke einzuhalten. Eine Planstärke von 25 Personen wird angestrebt.

 

2.2 Zusammensetzung

Die Grubenwehr setzt sich wie folgt zusammen:

1 Oberführer

2 stellvertretende Oberführer nehmen auch die Funktion der Truppführer wahr

3 Truppführer

16 Wehrmänner

1 Hauptgerätewart (kann Wehrmann sein), möglichst techn. Berufsausbildung

4 Gerätewarte (kann Wehrmann sein) s. HGW.

Oberführer, stellvertretende Oberführer und Truppführer sind verantwortliche Personen.
Die für den Einsatz der Grubenwehr notwendigen Beschäftigungsgruppen des
Grubenbetriebes sind in der Grubenwehr vertreten.

2.3 Sondermitglieder

Sondermitglieder sind Mitglieder der Grubenwehr, die für den Ersteinsatz der Grubenwehr
nicht zur Verfügung stehen, da sie auch für andere Aufgaben im Rahmen des Rettungswerks
benötigt werden.

- Vertreter der Werksleitung,
- Bereichsleiter,
- Wetteringenieur des Bergwerks,
- Markscheider,
- Abteilungsleiter Wettertechnik,
- Gerätewart,
- Schriftführer.

Im Mitgliederverzeichnis werden sie entsprechend ihrer Grubenwehrausbildung geführt und
ggf. zusätzlich als Sondermitglied gekennzeichnet. Sondermitglieder zählen nicht zur Planstärke.
Die für Mitglieder der Grubenwehr geltenden Regelungen bleiben unberührt.

 

3 Grubenwehrmitgliedschaft

3.1 Aufnahme in die Grubenwehr

Der Beitritt zur Grubenwehr ist freiwillig. Bewerbungen um Aufnahme werden an den Oberführer
gerichtet. In die Grubenwehr werden als Wehrmänner nur Personen aufgenommen, die

- mindestens 18 Jahre alt sind,

- im Jahr vor der Aufnahme unter Tage gearbeitet haben und insgesamt mindestens 1 Jahr
  unter Tage gearbeitet haben. Diese Voraussetzung gilt nicht für Arbeitsmediziner als Sonder-
  mitglieder und Gerätewarte.

- nach ärztlicher Bescheinigung für den Dienst in der Grubenwehr geeignet sind (Abschnitt 3.3),

- gem. Abschnitt 4.1 des Plans ausgebildet wurden.

Nach Abschluss der Grundausbildung sind die Anwärter mit der Eintragung in die Mitgliederkartei
in die Grubenwehr aufgenommen. Als Eintrittsdatum gilt dann der Tag der ersten Grubenwehrübung.
Bei der Aufnahme wird ihnen der Plan für das Grubenrettungswesen ausgehändigt, dessen Empfang
sie durch Unterschrift bestätigen. Aus den “Pflichten der Grubenwehrmitglieder“ (Kapitel 5) ergibt
sich die für Grubenwehrmitglieder verbindliche Betriebsanweisung.

In die Grubenwehr eines Bergwerks werden nur Mitarbeiter des Bergwerks aufgenommen

Bei Verlegung wechselt ein Grubenwehrmitglied in die Grubenwehr des aufnehmenden Bergwerks.
Bei einem unverzüglichen Wechsel (innerhalb von 3 Monaten) handelt es sich um eine Übernahme,
für die die Aufnahmekriterien nicht gelten. Die Entscheidung über die Übernahme obliegt dem
Oberführer der übernehmenden Grubenwehr in Abstimmung mit der Werksleitung. Bei Verlegung
in einen Servicebereich können Grubenwehrmitglieder in der Grubenwehr eines Bergwerkes
verbleiben, wenn ihr Arbeitsplatz überwiegend auf dem Bergwerk ist.

3.2 Ausscheiden aus der Grubenwehr

Die Mitgliedschaft endet

Der Ausschluss eines Grubenwehrmitgliedes ist zulässig, wenn ein wichtiger Grund vorliegt.
Ein wichtiger Grund kann insbesondere dann vorliegen, wenn das Grubenwehrmitglied sein
jährliches Übungssoll nicht erfüllt. Vor der Ausschließung wird dem Mitglied Gelegenheit zur
Stellungnahme gegeben. Der Ausschluss wird dem Betroffenen durch den Oberführer schriftlich
mitgeteilt.

3.3 Arbeitsmedizinische Untersuchung

Bewerber und Mitglieder der Grubenwehr werden auf Eignung für den Dienst in der Grubenwehr
nach dem "Plan für die Durchführung der ärztlichen Untersuchung" untersucht. Nachuntersuchungen
für Mitglieder erfolgen spätestens vor Ablauf von 24 Monaten. Mitglieder vor Vollendung des
21. Lebensjahres und nach Vollendung des 40. Lebensjahres werden vor Ablauf von 12 Monaten
untersucht.

Nach Krankheiten und Unfällen, die eine wesentliche Beeinträchtigung für den Dienst in der
Grubenwehr verursachen können, wird eine erneute ärztliche Untersuchung auf Eignung
durch den Oberführer veranlasst. Erst nach Bestätigung der Eignung durch den Arzt kann der
Dienst in der Grubenwehr wieder aufgenommen werden.

Jedes Grubenwehrmitglied nimmt gemäß Anlage 9 an einem Fitnesstest teil, der im Abstand von
längstens 2 Jahren wiederholt werden muss. Grubenwehrmitglieder über 50 Jahre müssen diesen
Test jährlich absolvieren. Das Ergebnis ist dem Arzt bei der jeweils nächstfolgenden arbeits-
medizinischen Untersuchung vorzulegen.

4 Ausbildung

4.1 Grundausbildung

Die Grundausbildung der Grubenwehrmitglieder soll bei der zuständigen Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen durchgeführt werden. Die Ausbildung umfasst mindestens 40 Stunden
und gliedert sich in einen theoretischen und praktischen Teil.

Für die Ausbildung im Atemschutz sind nach BGR 190 mindestens 20 Stunden durchzuführen.
Wird die Grundausbildung innerhalb der Grubenwehr durchgeführt, so sind die Ausbildungszeiten
innerhalb eines halben Jahres abzuleisten und zu dokumentieren (Anlage 1). Zusätzlich wird
jedes Grubenwehrmitglied zum Nothelfer ausgebildet.

4.1.1 Theoretischer Teil

In der theoretischen Ausbildung werden folgende Themen behandelt:

4.1.2 Praktischer Teil

In der praktischen Ausbildung werden die Grubenwehrmänner an das Arbeiten mit angelegtem
Atemschutzgerät gewöhnt. Es werden eine Gewöhnungsübung im Regenerationsgerät, eine
Standardübung und eine Löschübung durchgeführt.

4.1.3 Abschluss der Grundausbildung

Die Anwärter werden in die Grubenwehr aufgenommen, wenn sie die erforderlichen Kenntnisse
nachgewiesen (theoretische Prüfung) und die Standardübung ohne Unterbrechung und Beanstandung
durchgeführt haben.

4.2 Aus- und Fortbildung der Gerätewarte

Als Gerätewarte werden nur Grubenwehrmitglieder ausgebildet, die

Gerätewarte werden bei der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen in einem
Grundlehrgang ausgebildet und in Zeitabständen von längstens vier Jahren nachgeschult.

Der Hauptgerätewart nimmt die Nachschulung der Gerätewarte dreimal jährlich vor.

Die Instandhaltung der Atemschutzgeräte nach den Übungen wird unter Aufsicht des
Hauptgerätewartes von den Gerätewarten gleichmäßig vorgenommen bzw. durch seinen
Vertreter.

4.3 Aus- und Fortbildung der Oberführer und Truppführer

Grubenwehrführer werden bei der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
ausgebildet und spätestens nach Ablauf von zwei Kalenderjahren fortgebildet. Näheres
regeln die Lehrgangspläne der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen.

Darüber hinaus findet bei den Hauptstellen für das Grubenrettungswesen ein regelmäßiger
Erfahrungsaustausch statt (z. B. Oberführer-Tagungen und Oberführer-Besprechungen).

4.4 Nachschulung der Oberführer, Truppführer und Wehrmänner

4.4.1 Allgemeines

Die praktische Nachschulung der Grubenwehrführer und Wehrmänner erfolgt in Übungsschichten
und/oder in Übungen außerhalb der Schichtzeit. Die Übungen werden möglichst gleichmäßig
über das Jahr verteilt.

4.4.2 Übungen

Grubenwehrführer und Wehrmänner verfahren jährlich mindestens fünf Übungen mit frei tragbaren
umluftunabhängigen Atemschutzgeräten.

Grundsätzlich gilt, 1 Übung im Jahr in Flammschutzkleidung.

Ausnahmsweise kann anstelle von Untertageübungen mit 2 Stunden Dauer auch im Übertage-
betrieb geübt werden. Hierbei wird der Schwierigkeitsgrad eines Übungshauses mindestens
erreicht (Befahrung des Treppenhauses Schacht 1, Befahrung von Bandbrücken, Benutzung
des Fahrradtrainers).

In vom Oberführer fest zu legenden Abständen - jedoch mindestens zweimal im Jahr - wird
das Grubenwehrmitglied einer Konditionsprüfung unterzogen (Wertzahl mindestens 75 beim
Dynavittrainer). Ein Dynavitwert von 100 ist anzustreben.

Die Übungen im Übungshaus finden unter Aufsicht eines Oberführers oder eines stellver-
tretenden Oberführers statt. Die Aufsicht übt selbst nicht mit. Bei allen anderen Übungen im
Bergwerk oder Tagesbetrieb übt der jeweilige Truppführer auch die Aufsicht aus.

Übungen werden im Regelfall nicht in Räumen oder Grubenbauen mit schädlichen Gasen oder
Sauerstoffmangel durchgeführt. Feuerlöschübungen, bei denen mit dem Auftreten schädlicher
Gase oder Sauerstoffmangel zu rechnen ist, werden von der Grubenwehr unter Beachtung
der Regeln für den Ernstfall verfahren.

4.4.3 Unterweisungen

Theoretische Nachschulungen werden im Rahmen von Übungsschichten oder in Form von
mindestens vier zusätzlichen Unterweisungen von je zweistündiger Dauer durchgeführt. Es
werden mindestens die Themen der Grundausbildung behandelt.

Jährlich nimmt jedes Grubenwehrmitglied an einer Unterweisung der Hauptstelle für das
Grubenrettungswesen teil.

Außerdem muss jedes Grubenwehrmitglied im Abstand von 2 Jahren in der Handhabung von
Löschgeräten der Grubenwehr theoretisch und praktisch ausgebildet werden.

Jedes Grubenwehrmitglied wird jährlich gemäß Anlage 3 in der Nothilfe nachgeschult.

Die Gerätewarte werden mindestens fünf Schichten im Jahr mit Wartungsarbeiten an
Atemschutzgeräten betraut.

5 Pflichten der Grubenwehrmitglieder

5.1 Grubenwehrmitglieder

Jedes Grubenwehrmitglied hat sich auf Eignung für den Dienst in der Grubenwehr untersuchen
zu lassen. Die Grubenwehrmitglieder sind verpflichtet, vor Übungen und Einsätzen dem
Truppführer bzw. dem Oberführer zu melden, wenn sie sich körperlich nicht voll leistungsfähig
fühlen. Das Grubenwehrmitglied hat den Oberführer über Krankheiten und Unfälle zu unterrichten,
die eine wesentliche Beeinträchtigung für den Dienst in der Grubenwehr verursachen
können. Das Grubenwehrmitglied hat dafür Sorge zu tragen, dass es den Anforderungen der
Übungen und Einsätze durch ausreichende Kondition gewachsen ist.

Die Mitglieder der Grubenwehr leisten bei der Ausbildung und im Einsatz den Anweisungen
des Oberführers oder des von ihm beauftragten Grubenwehrführers Folge.

Sie nehmen an den Übungen, Ausbildungen und Unterweisungen (Kapitel 4) planmäßig teil.

Das Anlegen der Geräte hat nach den Anlegevorschriften (Anlage 4) zu erfolgen. Werden als
Atemanschluss Mundstück und Nasenklemme eingesetzt, so gilt ein striktes Sprechverbot.
Bemerkt ein Mitglied der Grubenwehr bei der Benutzung von Atemschutzgeräten Unregel-
mäßigkeiten im eigenen Befinden oder am Atemschutzgerät, so ist die für den Ablauf des
Einsatzes oder der Übung verantwortliche Person darauf hinzuweisen.

Grubenwehrmitglieder, die alarmiert worden sind, begeben sich unverzüglich zur Gruben-
rettungsstelle (bzw. zu der bei der Alarmierung angegebenen Stelle) und halten sich für
den Einsatz bereit.

5.2 Gerätewarte

Jeder Gerätewart hat sich auf übertragbare Hautkrankheiten, Lungentuberkulose und Infekt-
ionskrankheiten ärztlich untersuchen zu lassen. Bei jedem Verdacht auf Krankheiten, die der
Wartung von Atemschutzgeräten entgegenstehen, hat der Gerätewart sich zusätzlich ärztlich
untersuchen zu lassen.

Die Gerätewarte prüfen und warten die Geräte und Einrichtungen der Grubenwehr nach den
Regeln der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen (Anlage 5) und führen die entsprechenden
Nachweise. Nach jeder Benutzung sorgen sie dafür, dass eine ausreichende Zahl von Atem-
schutzgeräten wieder einsatzbereit zur Verfügung steht und nicht einsatzbereite Atemschutz-
geräte als "nicht einsatzbereit" gekennzeichnet werden. Der Gerätewart darf nur geprüfte
Atemschutzgeräte ausgeben. Diese Forderung gilt als erfüllt, wenn die letzte Prüfung
nicht länger als einen Monat zurückliegt und während dieser Zeit kein Unbefugter Zugang zu
den Geräten hatte.

Der Hauptgerätewart ist zusätzlich dafür verantwortlich, dass die Ausrüstung der Grubenwehr
einsatzbereit gehalten wird. Reichen die Bestände an einsatzfähigen Geräten, Ersatzteilen
und Zubehör sowie sonstigen Materialien in der Grubenrettungsstelle nicht aus, so hat der
Hauptgerätewart dies dem Oberführer zu melden.

Bei Übungen mit Atemschutzgeräten achtet der Hauptgerätewart darauf, dass alle vorhandenen
Geräte gleichmäßig eingesetzt werden. Der Hauptgerätewart führt die regelmäßige Schulung
der anderen Gerätewarte durch.

Die Gerätewarte unterstützen den Hauptgerätewart bei der Erfüllung seiner Aufgaben und
vertreten ihn nach Weisung des Oberführers.

5.3 Truppführer

Die Truppführer führen die Anweisungen aus, die sie vom Oberführer erhalten. Sie sind bei
den Übungen und im Ernstfall Vorgesetzte ihres Trupps. Die Truppführer sind verantwortlich
für ihren Trupp; z. B. vorschriftsmäßiges Anlegen der Atemschutzgeräte, Einhaltung der
Einsatzgrundsätze, Verteilung der Mess- und Arbeitsaufträge sowie die ordnungsgemäße und
vollständige Ausrüstung im Trupp.

Besondere Beobachtungen im Einsatz oder bei der Übung (z. B. Mängel an Geräten, Abbruch
der Übung oder des Einsatzes) werden dem Oberführer bzw. der Übungsaufsicht gemeldet.

5.4 Oberführer

Der Oberführer ist für die Einhaltung und Durchführung der Regelungen verantwortlich, die im
jeweils gültigen Plan für das Grubenrettungswesen festgelegt sind. Der Oberführer ist bei der
Ausbildung, der Nachschulung und bei Einsätzen Vorgesetzter aller Grubenwehrmitglieder.

Der Oberführer ist dafür verantwortlich, dass

  1. die Grubenwehr nach Weisung der Einsatzleitung sachgemäß eingesetzt wird,

  2. nur die Grubenwehrmitglieder an Übungen oder Einsätzen teilnehmen, deren Eignung für
    den Dienst in der Grubenwehr vom Arzt bestätigt ist,

  3. die Übungen und Unterweisungen regelmäßig abgehalten und die Übungen ordnungsgemäß
    beaufsichtigt werden (Abschnitt 4.4.1 und 4.1.2),

  4. besondere Beobachtungen bei der Übung oder beim Einsatz (z. B. Mängel an Geräten,
    Abbruch der Übung oder des Einsatzes) im Leistungsbuch bzw. Einsatztagebuch vermerkt
    werden,

  5. besondere Fehler an den Geräten sofort der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungs-
    wesen gemeldet werden,

  6. Unfälle, die mit dem Benutzen von Atemschutzgeräten ursächlich zusammenhängen können,
    der Bergbehörde und der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen sofort
    fernmündlich gemeldet werden und das Atemschutzgerät sichergestellt wird,

  7. Bewerber um Aufnahme in die Grubenwehr, die die Voraussetzungen gem. Abschnitt 3.1
    erfüllen, ausgebildet werden. Er überzeugt sich von den Kenntnissen, die die Anwärter
    gem. Abschnitt 4.1.3 haben und händigt ihnen nach Aufnahme in die Grubenwehr den
    Plan für das Grubenrettungswesen und den Mitgliedsausweis aus.

  8. die Geschäftsführung der Grubenwehr ordnungsgemäß abgewickelt wird (z. B. Führen
    der Mitgliederkartei (Mitglieder- und Übungsbuch), des Leistungs- und Prüfungsbuches,
    des Mitgliederverzeichnisses und der Geräte- und Ausrüstungsnachweise der Grubenwehr).

Außerdem vergewissert er sich, dass

  1. seine Stellvertretung geregelt ist,

  2. die Grubenwehr über die notwendige Ausrüstung verfügt,

  3. die Grubenwehr in richtiger Stärke und Zusammensetzung einsatzbereit ist und sämtliche
    Mitglieder im Ernstfall schnellstens alarmiert und zum Einsatz gebracht werden können,

  4. geplante Einsätze der Grubenwehr mit der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungs-
    wesen abgesprochen und der Bergbehörde betriebsplanmäßig angezeigt werden,

  5. der Notfallplan in der Grubenrettungsstelle verfügbar ist,

  6. Bewetterungsplan, Feuerlöschplan, Rohrleitungsplan, Wasser in der Grubenrettungsstelle
    vorhanden sind,

  7. das Mitgliederverzeichnis an den unter Kapitel 10 genannten Stellen verfügbar ist,

  8. die unter Abschnitt 4.4 vorgesehenen Aus- und Fortbildungsfristen für Oberführer, stellv.
    Oberführer, Truppführer und Gerätewarte eingehalten werden,

  9. die Termine der Übungen und Unterweisungen der zuständigen Hauptstelle für das Gruben-
    rettungswesen rechtzeitig mitgeteilt werden,

  10. entsprechend der Laufzeit des jeweiligen Hauptbetriebsplans der Vordruck zum Hauptbetriebs-
    plan überprüft und zwischenzeitliche Änderungen oder Ergänzungen mit dem gleichen
    Vordruck der Bergbehörde mitgeteilt und eine Durchschrift dieser Mitteilung der zuständigen
    Hauptstelle für das Grubenrettungswesen eingereicht werden,

  11. jedes Jahr bis zum 1. Februar der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
    der Jahresbericht und eine Durchschrift ohne Mitgliederverzeichnis der Bergbehörde
    eingereicht werden,

  12. bei der Bergbehörde und der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
    eingereicht werden:

5.5 Stellvertretende Oberführer

Die stellvertretenden Oberführer unterstützen den Oberführer bei der Erfüllung seiner Aufgaben
und vertreten ihn.

6 Ausrüstung und Einrichtungen der Grubenwehr

6.1 Atemschutzgeräte der Grubenwehr

Zu Übungen und Einsätzen werden nur geeignete Atemschutzgeräte und Atemgarnituren eingesetzt.

6.2 Sonstige Ausrüstung

In der Grubenrettungsstelle werden Messgeräte, Hilfsgeräte, Prüfgeräte und Geräte zur Wieder-
belebung bereitgehalten. Weiterhin werden für jedes Grubenwehrmitglied Flammenschutzanzüge
mit zugehöriger Unterbekleidung und für Einsätze bei Explosionsgefahr Kopfhauben und
Schutzhandschuhe bereitgehalten.

6.3 Grubenrettungsstelle

Die Ausrüstung der Grubenwehr wird in besonderen Räumen aufbewahrt, die nur für die
Grubenwehr bestimmt sind. Sie entspricht mindestens der von den Hauptstellen für das
Grubenrettungswesen empfohlenen Grundausrüstung.

7 Einsatz der Grubenwehr

7.1 Alarmierung

Es ist sichergestellt, dass die Mitglieder der Grubenwehr im Ernstfall unverzüglich alarmiert
werden. Außerdem können die Grubenwehrmitglieder, die sich im Arbeitseinsatz unter Tage
befinden, durch die im Betrieb vorhandenen Kommunikationsmittel in kurzer Zeit benachrichtigt
werden.

Das Alarmsystem wird regelmäßig überprüft ("Geräteprobe").

Einmal pro Kalenderjahr wird die Grubenwehr ernstfallmäßig alarmiert ("Probealarm").
Das Ergebnis dieses Probealarms wird schriftlich festgehalten. Als Alarmzeit gilt die Zeit
vom Auslösen des Probealarms bis zur Meldung, dass zwei Grubenwehrtrupps mit
geschulterten Geräten, der Ausrüstung für den Ersteinsatz und zusätzlich ein Oberführer oder
ein Truppführer einsatzbereit in der Rettungsstelle sind. Der Probealarm wird beendet, wenn
die beiden Trupps die Bereitschaftsstelle unter Tage erreicht haben. Einzelheiten zur Durchführung
der Probealarme werden mit der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
abgestimmt.

In begründeten Fällen kann ein zusätzlicher Probealarm unter Einbeziehung von Hilfeleistungs-
wehren unter Beteiligung der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen organisiert werden.

Nach einer realen Alarmierung kann im laufenden Kalenderjahr auf die Probealarmierung verzichtet
werden.

7.2 Einsatzleitung

Bei Betriebsereignissen, die den Einsatz der Grubenwehr zur Rettung oder Bergung von Personen
erforderlich machen, leitet der Werkleiter oder sein Beauftragter das Rettungswerk.
Bei Einsätzen der Grubenwehr zur Erhaltung von Sachwerten nach Explosionen und bei
Grubenbränden wird sinngemäß verfahren. Die Einsatzleitung wird grundsätzlich über Tage
installiert.

Die Zusammensetzung der Einsatzleitung ist im Notfallplan geregelt.

Die Einsatzleitung unterrichtet den Oberführer über die jeweilige Lage und gibt ihm die für den
Grubenwehreinsatz erforderlichen Aufträge. Im Rahmen dieser Aufträge regelt der an der
Bereitschaftsstelle verantwortliche Oberführer den Einsatz der Grubenwehr.

In vereinbarten Zeitabständen berichtet er der Einsatzleitung. Besondere Beobachtungen und
Ereignisse werden unverzüglich gemeldet.

7.3 Einsatzgrundsätze

Die Einsatzgrundsätze sind zum einen abhängig von der Art des Einsatzes und zum anderen
von der Art der eingesetzten Atemschutzgeräte. Bei Anfahrt der Grubenwehr sind alle PKW
zugelassen.

7.3.1 Allgemeines

Nachstehende Regeln gelten grundsätzlich für den Einsatz der Grubenwehr mit Atemschutzgeräten.
Sofern sich aufgrund der Art des Einsatzes oder der Auswahl des Atemschutzgerätes zusätzliche
oder abweichende Regeln ergeben, sind diese in den entsprechenden Abschnitten aufgeführt.

Anfahrt

Die Anfahrt der Grubenwehr wird grundsätzlich in unbelasteten Wettern durchgeführt. Alle unter
Tage befindlichen Grubenwehrmitglieder führen Sauerstoffselbstretter mit.

Bereitschaftsstelle

Die Bereitschaftsstelle wird - nach Abstimmung mit der Einsatzleitung - in der Regel in einem
durchgehenden Wetterstrom eingerichtet, der keine Brandgase oder Explosionsschwaden
enthält. Dabei wird beachtet, dass die Bereitschaftsstelle einerseits so nah wie möglich am
Einsatzort und andererseits in sicherer Entfernung liegen soll. Die Bereitschaftsstelle verfügt
über mindestens einen Fernsprechanschluss und ausreichende Beleuchtung. Hier werden die
Atemschutzgeräte und die für den Einsatz notwendige Ausrüstung gelagert. Darüber hinaus
werden hier ein umluftunabhängiges Wiederbelebungsgerät, ein Schleifkorb, ein Defibrillator
und Mittel für die Erste Hilfe bereitgehalten.

Für Grubenwehrmitglieder, die Atemschutzgeräte tragen, werden die Sauerstoffselbstretter
während des Einsatzes an der Bereitschaftsstelle zurückgelassen.

Für die aus dem Einsatz zurückkehrenden Grubenwehrmitglieder werden Getränke bereit-
gehalten.

Die Aufsicht an der Bereitschaftsstelle übt ein Oberführer oder vorübergehend ein von ihm
beauftragter Truppführer aus.

Die Bereitschaftsstelle ist ständig mit mindestens einem Gerätewart besetzt.

Über die Einsätze wird ein Einsatztagebuch geführt.

Bei außergewöhnlich schwierigen Einsätzen (z. B. Bergungseinsätze, Befahrung von langen
Bergen, Blindschächten und niedrigen Grubenbauen) steht ein Arzt zur sofortigen Hilfeleistung
an der Bereitschaftsstelle zur Verfügung.

Einsatz

Die Grubenwehr geht nur in geschlossenen Trupps vor (ein Truppführer und vier Mann).
Erscheint es nach Klärung der örtlichen Verhältnisse vertretbar, einen Grubenwehrtrupp in
geringerer Stärke einzusetzen, so kann der Oberführer dies im Einvernehmen mit der
Einsatzleitung anordnen. Unter den vorgehenden Grubenwehrmännern befindet sich jedoch
immer ein Truppführer.

Jeder Trupp führt einen Sauerstoffselbstretter mit.

Mit besonderen Aufgaben können auch einzelne Grubenwehrmitglieder beauftragt werden,
wenn deren laufende Überwachung sichergestellt ist. Der verantwortliche Oberführer oder
der von ihm beauftragte Truppführer erteilt die für den Einsatz notwendigen Weisungen an
die Truppführer.

Während des Einsatzes werden die sicherheitlich notwendigen Messungen (z. B. CO, CH4
und Klimawerte) durchgeführt.

Beim Einsatz besteht zwischen der Bereitschaftsstelle und dem vorgehenden Trupp (Truppführer)
eine ständige Sprechverbindung. Nach einer Erkundung und bei übersichtlichen Verhältnissen
kann auf eine ständige Sprechverbindung verzichtet werden, der Truppführer meldet
sich dann in Abständen von höchstens 15 Minuten bei der Bereitschaftsstelle. In jedem
Trupp verfügt neben dem Truppführer ein zweiter Mann über eine Sprechmöglichkeit.

Bei der Benutzung von Einrichtungen zur Personenbeförderung wird gewährleistet, dass jederzeit
ein Rückzug veranlasst werden kann. Das gleiche gilt, wenn Grubenwehrtrupps mit Schacht-
und/oder Schrägförderanlagen in Grubenbaue fahren, in denen Brandwetter abgeführt werden.

Grubenwehrmitglieder, die erst vor kurzem eine Krankheit überstanden haben oder sich nicht
voll einsatzfähig fühlen (z. B. Grippe, grippale Infekte, Erkältungskrankheiten, Nachwirkung
von Alkoholgenuss), werden vom Einsatz ausgeschlossen.

Einsatz unter erschwerten klimatischen Bedingungen

Vor dem Einsatz werden die Grubenwehrmitglieder darauf hingewiesen, während des Einsatzes
nur kurze Pausen einzulegen und den Truppführer auf Anzeichen einer beginnenden
Wärmestauung aufmerksam zu machen (Harndrang, Gänsehaut, Schwere in den Beinen,
Kopfschmerzen, Seh- und Hörstörungen, Übelkeit usw.). Der Oberführer wird sofort von
einem derartigen Vorfall unterrichtet. Der Trupp tritt dann sofort den Rückmarsch an.

Für die aus dem Einsatz zurückkehrenden Grubenwehrmitglieder werden trockene Kleidung
und Getränke bereitgehalten.

Bei Einsätzen unter außergewöhnlich schwierigen Klimabedingungen ist ein Arzt an der Bereit-
schaftsstelle anwesend. Außergewöhnlich schwierige Klimabedingungen liegen dann vor, wenn
die Einsatztabellen (Anlage 6) nur noch eine Einsatzdauer von max. 25 Minuten (Einsatz in leichter
Bekleidung oder Flammenschutzkleidung ohne Kühlweste) oder weniger zulassen. Eine mögliche
Einsatzdauerverlängerung durch das Tragen von Kühlwesten ist hiervon unbenommen.

Einsatz in inerter Atmosphäre

Bei stationären Einsätzen werden zusätzlich ein umluftunabhängiges Wiederbelebungsgerät, ein
Defibrillator sowie ein Schleifkorb am Arbeitsplatz bereitgehalten.

Reservetrupp

Für jeden Grubenwehrtrupp im Einsatz wird ein Reservetrupp vorgehalten. Werden von einer
Bereitschaftsstelle aus mehrere Trupps eingesetzt, kann im Einvernehmen mit der Einsatzleitung
hiervon abgewichen werden. Der Reservetrupp besteht immer aus einem Truppführer und
vier Wehrmännern.

Der Truppführer des Reservetrupps hört den Sprechverkehr zwischen dem vorgehenden
Trupp und dem Oberführer an der Bereitschaftsstelle mit.

Einsatzdauer

Die Einsatzdauer beträgt im allgemeinen 2 Stunden, beim Einsatz in Flammenschutzkleidung
im Allgemeinen 90 Minuten.

Der Einsatztrupp misst die Klimawerte (Trockentemperatur, bei Bedraf auch Feuchttemperatur
bzw. relative Feuchte) mit einem geeigneten Messgerät (z. B. Psychrometer) und meldet die
Ergebnisse dem Oberführer an der Bereitschaftsstelle. Die Klimawerte werden beim Einsatz
der Grubenwehr nach Vorgabe des Oberführers in weiteren Zeitabständen gemessen.

Der Oberführer ermittelt anhand der in der Anlage 6 zusammengestellten Tabellen die zulässige
Dauer des Einsatzes. Hierbei werden unterschiedliche Bekleidungen berücksichtigt:

Bei besonders anstrengenden Grubenwehreinsätzen in Grubenbauen mit geringer Wetterbewegung
(z. B. Befahrung von Bergen oder Blindschächten) oder bei einer klimatischen Vorbelastung
durch einen unmittelbar vorangegangenen langen Anmarschweg in warmen Wettern werden
- in Absprache mit der Einsatzleitung - Abschläge von der zulässigen Einsatzdauer nach
Einsatzdauertabelle vorgenommen.

Rückmarsch

Der Rückmarsch eines Einsatztrupps kann jederzeit unmittelbar durch den Oberführer an der
Bereitschaftsstelle und mittelbar durch die Einsatzleitung angeordnet werden. Der Trupp geht
immer geschlossen zurück.

Truppführer können unabhängig von ihren Aufträgen den Rückzug des Trupps eigenverantwortlich
antreten. Die Anordnung zum Rückmarsch des Einsatztrupps wird dann vom Truppführer
getroffen, wenn

Bei Rückmarsch eines Einsatztrupps geht der Reservetrupp diesem ggf. entgegen.

Der Reservetrupp führt eine eigene Sprechverbindung mit sich.

Ausfahrt / Rückweg

Nach dem Einsatz der Grubenwehr sind alle verfügbaren PKW für den Rückweg zum Schacht
zu nutzen.

7.3.2 Ersteinsatz / Erkundungseinsatz

Anfahrt

Die Grubenwehr fährt in der vom Oberführer nach Art des Einsatzes festgelegten Kleidung an.

Trupp 1 und 2 fahren mit ihrer Grundausrüstung unverzüglich an, danach wird mindestens 1 Trupp
mit zusätzlicher Ausrüstung zur Unterstützung oder als Reservetrupp nachgeschickt.

Bereitschaftsstelle

Beim Erst-/Erkundungseinsatz der Grubenwehr wird eine vorläufige Bereitschaftsstelle eingerichtet,
die eine telefonische Verbindung mit der Einsatzleitung hat.

Einsatz

Erst-/Erkundungseinsätze werden ausschließlich mit frei tragbaren umluftunabhängigen
Atemschutzgeräten durchgeführt. Vor dem Einsatz wird je nach Situationslage die Art der
Bekleidung mit der Einsatzleitung abgestimmt. Beim Einsatz der Grubenwehr in vollständiger
Flammenschutzkleidung werden grundsätzlich die Atemschutzgeräte unabhängig von der
Zusammensetzung der Umgebungsatmosphäre angelegt.

Reservetrupp

Der Oberführer darf die Grubenwehr erst dann einsetzen, wenn mindestens ein Reservetrupp
bereitsteht.

Zur Rettung von Menschen kann der Oberführer jedoch - abweichend hiervon - die
Grubenwehr auch schon dann einsetzen, wenn noch kein Reservetrupp bereitsteht, aber mit
dem baldigen Eintreffen des erforderlichen Reservetrupps an der vorläufigen Bereitschaftsstelle
gerechnet wird.

Der jeweilige Reservetrupp hält sich mit geschultertem Atemschutzgerät so nahe wie möglich
zum Einsatzbereich auf. Der Truppführer des Reservetrupps hört den Sprechverkehr zwischen
der Bereitschaftsstelle und dem Einsatztrupp mit.

7.3.3 Stationärer Grubenwehreinsatz

Bei stationären Arbeiten der Grubenwehr wird eine Bereitschaftsstelle eingerichtet, an der
sich zur Sicherung der eingesetzten Grubenwehrmitglieder zwei Wehrmänner mit frei tragbaren
umluftunabhängigen Atemschutzgeräten bereithalten. Hierbei ist der Arbeitsplatz nicht weiter als
100 m von den Sicherungspersonen entfernt.

Bei größeren Entfernungen wird ein vollständiger Reservetrupp bereitgehalten. Die Sicherungs-
personen bzw. der Reservetrupp halten sich in einem unbelasteten Wetterstrom auf. Am
Arbeitsplatz werden ggf. ein umluftunabhängiges Wiederbelebungsgerät, ein Defibrillator sowie
ein Schleifkorb bereitgehalten.

Eine Sprechverbindung wird zwischen Bereitschaftsstelle und Einsatzort hergestellt.

7.3.4 Geplante Einsätze der Grubenwehr

Neben den kurzfristig erforderlichen Einsätzen der Grubenwehr bei Rettungswerken sowie zur
Brandbekämpfung oder Beseitigung von Gefahrensituationen außerhalb von Rettungswerken
wird die Grubenwehr zu geplanten Einsätzen herangezogen.

Geplante Einsätze zur Einengung und Wiedergewinnung von Brandfeldern werden unter Beachtung
des Abschnitts "Öffnen von Brandfeldern" der "Richtlinien für den Brandschutz unter Tage"
durchgeführt.

Darüber hinaus wird die Grubenwehr eingesetzt zum Öffnen und Befahren abgedämmter oder
gesperrter Grubenbaue, in denen mit Ansammlungen schädlicher Gase und/oder mit Sauerstoffmangel
zu rechnen ist.

Für geplante Einsätze wird der Bergbehörde ein Sonderbetriebsplan vorgelegt. Die Vorbereitung
und Durchführung von geplanten Einsätzen wird mit der zuständigen Hauptstelle für das Gruben-
rettungswesen abgestimmt.

Der am Einsatz beteiligte Personenkreis wird vor dem Einsatz über Art und Umfang des Einsatzes
sowie über besonders zu beachtende Regeln unterrichtet. Mittelbar beteiligte Personen werden
rechtzeitig informiert, ebenso die verantwortlichen Personen eventuell betroffener Nachbarbetriebs-
punkte.

Für geplante Einsätze gelten ansonsten die Einsatzgrundsätze entsprechend den Erst-/Erkundungs-
einsätzen.

7.3.5 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung

Mit Regenerationsgeräten für Arbeit und Rettung werden nur Grubenwehrmitglieder eingesetzt.

Regenerationsgeräte mit Drucksauerstoff werden nur benutzt, wenn deren letzte Prüfung nicht
länger als einen Monat zurückliegt. Werden die Geräte nicht am Mann zur Bereitschaftsstelle
transportiert, so wird vor dem Gebrauch eine Gesamtprüfung der Geräte durchgeführt. Für
den Ersteinsatz werden nur ungebrauchte Alkali- bzw. Atemkalkpatronen und Sauerstoffflaschen,
die über einen ausreichenden Vorratsdruck (> 180 bar) verfügen, eingesetzt.

Mit dem Regenerationsgerät Dräger PSS BG 4 kann von einem Grubenwehrmann innerhalb
von 8 Stunden ein zweiter Einsatz ohne Erneuerung der Atemkalkpatrone und ohne Austausch
der Sauerstoffflasche verfahren werden. Die Einsatzbedingungen und insbesondere Einsatzdauer
des Zweiteinsatzes sind der Restgebrauchszeit anzupassen.

Während des Einsatzes wird der Sauerstoffvorrat jedes einzelnen Atemschutzgerätes in Abständen
von längstens 15 Minuten überprüft.

Jeder Grubenwehrtrupp nimmt mindestens einen Sauerstoffselbstretter mit in den Einsatz.

Die Einsatzdauer für Grubenwehreinsätze mit angelegtem Regenerationsgerät beträgt im allgemeinen
zwei Stunden, beim Tragen von Flammenschutzkleidung im Allgemeinen 90 Minuten. Entsprechend
den Klimawerten im Einsatzbereich wird die Einsatzdauer gemäß den Einsatztabellen verkürzt.

In Sonderfällen kann die Einsatzdauer im Einvernehmen mit der Einsatzleitung überschritten
werden; sie ist jedoch abhängig vom Sauerstoffverbrauch der eingesetzten Grubenwehrmitglieder.

Nach jedem Einsatz wird eine Ruhepause von mindestens zwei Stunden eingelegt.

 

7.4 Einsatz ohne Atemschutzgerät

Bei einem CO-Gehalt der Wetter zwischen 30 und 50 ppm können Personen zur Sicherung
des laufenden Bergwerkbetriebes über die Zeitdauer von 8 Stunden pro Tag beschäftigt werden.
Hierbei sind, unter Beteiligung des Werksarztes, besonders gefährdete Personen von
solchen Arbeiten auszuschließen.

Bei einem CO-Gehalt der Wetter zwischen 50 und 100 ppm dürfen Personen zu Rettungs-,
Bergungs-, Brandbekämpfungs- und Sicherungsarbeiten bis 6 Stunden pro Tag eingesetzt
werden. Nicht-Grubenwehrmitglieder dürfen zur Unterstützung der Grubenwehr auf freiwilliger
Basis und in Abstimmung mit dem Werksarzt (uneingeschränkte Klimatauglichkeit muss vorliegen)
eingesetzt werden. Der Einsatz wird von einem Truppführer begleitet und überwacht.

Bei einem CO-Gehalt der Wetter von 100 bis 200 ppm werden ausschließlich Grubenwehr-
mitglieder eingesetzt. Ihre Atemschutzgeräte werden in unmittelbarer Nähe des Einsatzortes
zum Anlegen bereitgehalten. Bei diesen CO-Gehalten arbeiten die Grubenwehrmitglieder
nicht länger als 90 Minuten ununterbrochen. Auf jeden Arbeitseinsatz folgt eine wenigstens
zweistündige Pause in CO-freien Wettern. Die Gesamtdauer des Arbeitseinsatzes eines
Grubenwehrmitgliedes beträgt höchstens 4,5 Stunden pro Tag. Die 90-minütige Arbeitszeit
umfasst sowohl den An-und Abmarsch zur Einsatzstelle als auch die Verweildauer dort.
Mitgeführte Atemschutzgeräte dürfen nicht zu einer Verlängerung der 90-Minuten-Frist
genutzt werden, ausgenommen sind unvorhersehbare Ereignisse.

Der Kohlenmonoxidgehalt der Wetter ist mit mindestens einer ortsfesten, schreibenden CO-
Messeinrichtung  an nicht schwerentflammbaren nichtselbstverlöschenden Bandanlagen mit
Fernübertragung zu einer ständig besetzten Stelle zu überwachen oder - sofern eine solche
Messeinrichtung noch nicht eingebaut werden konnte - durch CO-Handmessgeräte
kontinuierlich festzustellen. Auch bei betriebener CO-Messeinrichtung sind bei CO-Gehalten
über 50 ppm CO-Handmessungen an den Arbeitsstellen durchzuführen. Die stationären
Messgeräte müssen bei Erreichen des vorgeschriebenen Grenzwertes 30 ppm Voralarm und
50 ppm ein akustisches und optisches Warnsignal auslösen. Bei CO-Gehalten zwischen 50
und 200 ppm werden zusätzlich einmal je Schicht Gasproben entnommen und auf schnellstem
Wege analysiert. Alle Personen werden über die Wirkung von CO auf den Menschen
unterwiesen. Grubenbaue, in denen der CO-Gehalt der Wetter mehr als 200 ppm beträgt,
werden nur mit angelegten Atemschutzgeräten betreten.

Der Rückmarsch nach dem Einsatz ist zu berücksichtigen.

8 Hilfeleistung

Ungeachtet der Regelungen im Hilfeleistungsplan der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
würde die Borther Grubenwehr – auf Anforderung – auf Nachbarbergwerken selbstverständlich
Hilfe leisten.

Mit den entsprechend ausgerüsteten Trupps rücken in jedem Fall ein Oberführer und ein
Gerätewart aus. Der Oberführer meldet sich in der Grubenrettungsstelle bzw. an der bei
der Alarmierung angegebenen Stelle.

Bei gleichzeitigem Einsatz mehrerer Grubenwehren auf einem Bergwerk werden die Aufgaben-
und Verantwortungsbereiche der Oberführer durch die Einsatzleitung festgelegt und gegen-
einander abgegrenzt.

Wird die Hilfe benachbarter Grubenwehren in Anspruch genommen, so werden ortskundige
Personen bereitgestellt. Hilfeleistungswehren werden vor der Anfahrt über das Ereignis und
ihre Aufgaben unterrichtet. Ersatzmannschaften und Gerätewarte werden rechtzeitig bereitgestellt.

9 Störungen / Unfälle mit Atemschutzgeräten

Bei Störungen im Einsatz, bei Übungen und bei Prüfungen oder bei Unfällen, die mit dem Benutzen
von Atemschutzgeräten ursächlich zusammenhängen können, ist grundsätzlich jede Veränderung
am Gerät einschließlich des Lösens oder Nachstellens von Verbindungen, z. B. des Atem-
anschlusses, zu vermeiden.

Der Truppführer oder Gerätewart hat, nachdem er den Atemluftvorrat abgelesen hat, die
Atemluftflasche des betreffenden Gerätes zu schließen. Der Atemanschluss ist unverändert
am Gerät zu belassen. Das Gerät ist dann durch den Oberführer unverzüglich ohne jede weitere
Veränderung der zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen zur Verfügung
zu stellen. Bei CO-Filterarbeitsgeräten, und Sauerstoffselbstrettern ist sinngemäß zu verfahren.

10 Nachweisungen

Für die unter Abschnitt 3.3 vorgesehenen Untersuchungen wird die ärztliche Bescheinigung
benutzt. Nach Vordrucken der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen werden folgende
Nachweisungen geführt:

Ein Mitgliederverzeichnis wird bereitgehalten

11 Rettungswerk

Der Aufgabenbereich und die Verantwortlichkeit der an einem Rettungswerk beteiligten
Personen sind im Notfallplan festgelegt. Dieser Plan wird sinngemäß auch bei anderen
Einsätzen der Grubenwehr angewendet.

In diesem Plan werden u.a. geregelt:

  1. die Alarmierung der an einem Rettungswerk beteiligten Personen,

  2. die Sofortmaßnahmen des vorläufigen Einsatzleiters,

  3. die Aufgaben der Einsatzleitung,

  4. die Aufgaben der übrigen beteiligten Personen.

Der Notfallplan wird im Büro der Einsatzleitung, in der Grubenrettungsstelle und an sonstigen
erforderlichen Stellen verfügbar gehalten. Er wird bei Bedarf durch das Bergwerk überprüft
und aktualisiert.

12 Beteiligung der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen

Das Bergwerksunternehmen unterhält eine Hauptstelle für das Grubenrettungswesen oder ist
einer Hauptstelle für das Grubenrettungswesen angeschlossen.

Den Hauptstellen für das Grubenrettungswesen sind u.a. die folgenden Aufgaben übertragen:

  1. Beratung, Unterstützung und Mitwirkung bei Rettungswerken und Einsätzen der Grubenwehr;

  2. Beratung in Fragen der Ausrüstung und Organisation der Grubenwehren;

  3. Aufstellung des Hilfeleistungsplans bzw. des Hauptrettungsplans für Grubenwehren;

  4. Mitwirkung bei der Festlegung und Anpassung der Planstärke der Grubenwehr;

  5. Jährliche Überprüfung der Grubenwehr und der Grubenrettungsstelle (u. a. Atemschutzgeräte
    und Einrichtungen, arbeitsmedizinische Untersuchung, Übungssoll);

  6. Durchführung von Lehrgängen für Oberführer, Truppführer, Wehrmänner und Gerätewarte;

  7. Unterstützung des Oberführers bei der Ausbildung und Nachschulung der Grubenwehrmitglieder;

  8. Untersuchung von Atemschutzgeräten der Grubenwehr nach Unfällen oder Störungen;

  9. Überprüfung der Chemikal-Sauerstoffselbstretter auf Weiterverwendbarkeit;

  10. Beratung und Ausbildung im vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz.



    Anlage 1
Grundausbildung Wehrmann    
     
Ausbildungsplan    
     
Name:______________________ Grubenwehr:_______________  
     
Unterweisungsthema Unterweisung
am:

Unterschrift

Oberführer

Atmung des Menschen, schädliche Gase, Sauerstoffmangel,
Belastung im Atemschutz, Klimaeinsätze

   

Einteilung der Atemschutzgeräte, Funktion des Sauerstoffselbstretters,
Funktion des Kreislaufgerätes (BG 4)

   

Plan für das Grubenrettungswesen, Pflichten der Grubenwehrmitglieder,
Einsatzgrundsätze

   

Einsatz der Grubenwehr
Alarmierung, Ausrüstung Trupp 1 – 4

   

Messen von Gasen
elektr. Gasmessgeräte, Prüfröhrchen, Gasprobenahme für Vollanalysen

   

Grubenbrände – Ursachen, Vorbeugung und Brandbekämpfung,
Raum- und Objektinertisierung

   
Grubenbild und Wetterführung    
Wiederbelebung; Umgang mit dem Oxylator und Defibrillator    
Anlegen Sauerstoffselbstretter; Anlegen der Flammenschutzkleidung    

Gewöhnungsübung im Atemschutz
(Atemschutzmaske mit Partikelfilter)

   
Gewöhnungsübung im Kreislaufgerät (1 Stunde)    
Standardübung der Grubenwehr    

Löschübung
Schnellverschläge, Dammrohrmontage, Löschgeräte,
Löschangriff mit Wasser und Pulver

   
Theoretische Prüfung bestanden    
Dynavittest (erreichte Dynavitzahl ....................)    
Nothelferausbildung vom ..............................    
Löschhelferausbildung vom ..............................    


Anlage 2

Grubenwehrübungen

Standardübung von zwei Stunden Dauer

Standardübungen werden bei Trockentemperaturen von ca. 30 °C durchgeführt.

Die Bekleidung der Übungsteilnehmer besteht aus Frottee-Unterwäsche und
der Anzughose des Flammenschutzanzuges.

Es werden neben der Befahrung des Übungshauses 3 x 60 Schläge am Schlaggerät
gezogen und eine Ausdauerleistung von 15 Minuten (auf dem Fahrradtrainer) erbracht.

Belastungsstufen für den Ausdauerteil der Grubenwehrstandardübung
Länge des Ausdauerteils: 15 Minuten

Gewicht (kg)

Anfangsleistung
Länge 2 Min (W)

2. Stufe
Ab der 3. Min. (W)

3. Stufe
Ab der 6. Min. (W)

59 bis 62

75

95

115

63 bis 66

80

100

120

67 bis 70

85

105

125

71 bis 75

90

110

130

76 bis 79

95

115

135

80 bis 83

100

120

140

84 bis 87

105

 125

145

88 bis 91

110

130

150

92 bis 95

115

135

155

96 bis 100

120

140

 160

101 bis 105

125

145

165

105 bis 110

 130

150

170

111 bis 115

135

155

175

116 bis 120

140

160

180

Übung mit Flammenschutzkleidung

Diese Übungen werden im Rahmen und nach Maßgabe der Einsatztabelle
für Flammenschutzkleidung durchgeführt (z. B. ttr = 28 °C und tf = 20 °C
=> Übungsdauer 90 Minuten); die Übungsdauer richtet sich nach den Klimawerten
entsprechend der Einsatztabelle für Flammenschutzkleidung (Anlage 6).

Die Bekleidung der Übungsteilnehmer ist die Flammenschutzkleidung.

Während der 90-Minuten-Übung werden von jedem Übungsteilnehmer am
Schlaggerät zu Beginn 60 Schläge, in der Mitte 50 Schläge und am Ende
40 Schläge gezogen (Kraftteil) und 20 m Fahrte geklettert.

Sonstige Übungen

Bei den übrigen zweistündigen und vierstündigen Übungen im Übungsraum oder
unter Tage werden je nach Bedarf und Ausbildungsauftrag auch andere
grubenwehrbezogene Arbeiten, z. B. mit dem standortüblichen Equipment,
Retten von Verunglückten, Erste Hilfe und Wiederbelebungsarbeiten,
Errichten von Dämmen und Verschlägen und Brandbekämpfung,
Entnehmen von Brandgasproben durchgeführt.



Anlage 3

Nachschulung in der Nothilfe

Lernziele sind insbesondere

Ausbildungsdauer jährlich fünf Stunden. Abwechselnd werden entweder die
Lerninhalte der allgemeinen Nachschulung oder die der speziellen Nachschulung
vermittelt.

Lerninhalte der allgemeinen Nachschulung:

Lerninhalte der speziellen Nachschulung:

Lernmittel

Leitfaden der Nothelferausbildung der RAG oder Vergleichbares, Notfallkoffer
Bergbau 2002, Vakuummatratze-Bergbau, einheitliche Schulungsunterlagen zu
speziellen Themen.

Ausbilder

Allgemeine Nachschulung: Heilgehilfe mit Ausbilderqualifikation / ggf. Ausbilder
einer anerkannten Hilfsorganisation.



Anlage 4

Vorschriften für das Anlegen von Atemschutzgeräten

1. Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung (PSS BG 4)

Reihenfolge des Anlegevorgangs

 

2. Sauerstoffselbstretter

Anlegen im Grubenwehrtrupp bei Ausfall eines anderen Atemschutzgerätes:

Falls andere Atemschutzgeräte eingesetzt werden, sind die Mitarbeiter von der
zuständigen Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, die den Einsatz begleiten,
oder von ihnen besonders unterwiesene Truppführer der Grubenwehr für das
Anlegen der Geräte verantwortlich.





Anlage 5

Regeln für das Prüfen und Warten von Geräten der Grubenwehr

1. Prüffristen und Prüfen von Atemschutzgeräten

   Atemschutzgeräte werden mit einem geeigneten Prüfgerät nach der jeweils gültigen
   Prüfanleitung der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen geprüft. Bei ordnungs-
   gemäßem Befund wird das Gerät als einsatzbereit gekennzeichnet (Datum und
   Unterschrift (Kurzzeichen) des Gerätewartes).

1.1 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung

      Prüfung (die letzte Prüfung darf nicht länger als 1 Monat zurückliegen):

Die Ergebnisse der Prüfung werden einmal im Monat in das Prüfungsbuch
eingetragen.

1.2 Sauerstoffselbstretter

Vor der Mitnahme

Jährliche Prüfung

Kontrolle der Unversehrtheit des Tragebehälters und der Plombierung

Dichtheit und Gesamtgewicht des verschlossenen Gerätes

Die Ergebnisse der jährlichen Prüfung werden in das Prüfungsbuch eingetragen.

2. Prüfen der Vollmasken

Vollmasken werden mindestens vierteljährlich, nach Einsätzen und Übungen
sowie nach Reparaturen und Wartungsarbeiten (auch nach dem Wechsel der
Sprechmembran) - entsprechend der Betriebsanleitung - mit einem Prüfgerät
auf Dichtheit geprüft.

Das Ergebnis der vierteljährlichen Prüfung wird in das Prüfungsbuch eingetragen.

3. Prüfen von automatischen Wiederbelebungsgeräten

Wiederbelebungsgeräte werden nach der jeweils gültigen Prüfanleitung der
Hauptstellen für das Grubenrettungswesen geprüft. Nach ordnungsgemäßem
Befund werden die Geräte als einsatzbereit gekennzeichnet (Datum und
Unterschrift (Kurzzeichen) des Gerätewartes). Es wird ein Prüfungsbuch geführt.

 

Wiederbelebungsgerät Oxylator FR 300/B- Bergbau:

Vor der Mitnahme

Gesamtprüfung nach starker
Beanspruchung und nach Instandsetzung
benutzter Geräte spätestens im Abstand
von zwei Monaten

Im Abstand von zwei Jahren

Kontrolle des Sauerstoffvorrats

Vollständigkeit nach Stückliste,
Sauerstoffvorrat

Sicherheitstechnische Kontrolle durch den Hersteller/ oder autorisierte Personen der Hauptstellen für das Grubenrettungswesen

 

Funktion des Lungenautomaten

 

 

Dichtheit der Hoch- und Mitteldruckteile

 

 

4. Prüfen der Mess- und Hilfsgeräte

Mess- und Hilfsgeräte, die für den Einsatz der Grubenwehr bereitgehalten
werden, werden monatlich geprüft, das Ergebnis wird in einem Prüfungsbuch
eingetragen. Der Einsatz und die Überwachung von Handmessgeräten und
tragbaren Messeinrichtungen erfolgen gemäß den entsprechenden Richtlinien
der Bezirksregierung Arnsberg.

5. Überprüfen von Sauerstoffverteilern

Sämtliche Sauerstoffverteiler werden in Abständen von 6 Jahren vom Hersteller
vollständig überholt. Die Überholung wird in Listen dokumentiert.

6. Überprüfen der Membranen und Dichtungen

6.1 Sauerstoffschutzgeräte

Dichtungen und Ventile aus Gummi oder Kunststoff werden mindestens
einmal im Jahr geprüft (Alterung, Brüchigkeit, Verformung usw.). Sie werden
spätestens alle 4 Jahre ausgewechselt, sofern nicht vom Hersteller kürzere Fristen
angegeben sind.

6.2 Vollmasken für Regenerationsgeräte

Sprechmembranen, Dichtungen und Ventilscheiben werden nach jedem Einsatz
geprüft (Alterung, Brüchigkeit, Verformung usw.). Spätestens alle 6 Jahre werden
diese Teile ausgewechselt, sofern nicht vom Hersteller kürzere Fristen angegeben
sind.

7. Reinigung und Desinfektion

7.1 Atemanschlüsse (Vollmasken) für Regenerationsgeräte

Die Atemanschlüsse werden nach jeder Benutzung gereinigt und desinfiziert.
Werden mehrere Einsätze nacheinander von derselben Person durchgeführt,
kann auf die Desinfektion verzichtet werden.

Alle Atemanschlüsse werden mindestens halbjährlich gereinigt und desinfiziert.
Bei luftdicht verpackten Atemanschlüssen alle zwei Jahre.

7.2 Regenerationsgeräte für Arbeit und Rettung

Atembeutel, Minimumventil, Entwässerungsventil, Überdruckventil, Atemluft-
kühler und Faltenschläuche mit Ein- und Ausatemventil werden nach jeder
Benutzung gereinigt und desinfiziert.

Atembeutel, Minimumventil, Entwässerungsventil, Überdruckventil, Atemluft-
kühler und Faltenschläuche mit Ein- und Ausatemventil und Faltenschläuche
werden mindestens halbjährlich gereinigt und desinfiziert.

8. Umgang mit Sauerstoff

8.1 Allgemeines

Als Sauerstoff für Atemzwecke wird ausschließlich medizinischer Sauerstoff
eingesetzt. Im Umfüllraum gilt Rauchverbot.

8.2 Räume

Alle Räume, in denen Sauerstoff umgefüllt oder gelagert wird, sind ausreichend
be- und entlüftet. Die Türen dieser Räume sind Feuer hemmend ausgeführt, nach
außen aufgehend und selbsttätig schließend.

8.3 Umfüllpumpe

Der Betrieb der Sauerstoffumfüllpumpe erfolgt nach Herstelleranweisung;
demnach wird nach 25 Betriebsstunden bzw. mindestens halbjährlich eine Wartung
durch den Hersteller oder durch autorisierte Personen der Hauptstellen für das
Grubenrettungswesen durchgeführt. Bewegliche Druckleitungen werden einmal
im Jahr durch einen Sachkundigen überprüft. Außerdem wird die Sauerstoff-
umfüllpumpe in Abständen von 4 Jahren durch einen Sachverständigen untersucht.

Sauerstoffvorratsflaschen werden in Abständen von 10 Jahren der amtlichen
Druckprobe unterzogen.

8.4 Sauerstoffflaschen der Regenerationsgeräte

Sauerstoffflaschen mit 2 l Inhalt (auch 2,5 l Inhalt Flaschen des Oxylators)
werden in Abständen von 5 Jahren amtlich geprüft. Die erfolgten Prüfungen
werden in Listen erfasst. Es werden nur solche Flaschen gefüllt, deren Prüfdatum
noch nicht abgelaufen ist. Vollständig entleerte und geprüfte Sauerstoffflaschen
werden vor dem Füllen mit Sauerstoff gespült. Der Transport von Sauerstoff-
flaschen erfolgt ausschließlich mit aufgeschraubtem Verschlussstopfen.






Grubenrettungswesen Esco Borth Tabelle Einsatzdauer



Anlage 7a

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 1

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 2

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 3

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 4

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 5

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 6

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7a Bild 7



Grubenrettungsplan RAG Anlage 7b Bild 1

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7b Bild 2

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7b Bild 3

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7b Bild 4

Grubenrettungsplan RAG Anlage 7b Bild 5



Grubenrettungsplan Esco Borth Anlage 8 Bild 1

Grubenrettungsplan Esco Borth Anlage 8 Bild 2

Grubenrettungsplan Esco Borth Anlage 8 Bild 3

Grubenrettungsplan Esco Borth Anlage 8 Bild 4



Anlage 9

Fitnesstest der Grubenwehr

Der Test wird im Höchstabstand von zwei Jahren an sportmedizinisch überprüften und geeigneten
Geräten durchgeführt. Es werden die Muskelgruppen Rücken, Bauch, Kniestrecker, Kniebeuger,
Schulter und Brust getestet.

Zu erreichende Mindestwerte (Drehmomente):

Anmerkung:

Die o.g. Werte wurden spezifisch an Geräten der Fa. David International Ltd., Neu-Ulm ermittelt.
Werte vergleichbarer Geräte anderer Hersteller müssen den festgelegten Mindestwerten angepasst
werden.

Beurteilung:

Je Muskelgruppe kann bei Erreichen der o. g. Mindestwerte ein Punkt erzielt werden
(insgesamt maximal 6 Punkte). Für das Bestehen des Tests werden 4 Punkte benötigt.
Wird der Test nicht bestanden, soll er nach einem Training innerhalb eines halben Jahres
wiederholt werden.

Im Rahmen des Wiederholungstests kann nach fachlichem Ermessen ggf. eine zusätzliche
Untersuchung an einem geeigneten Gerät zum Test der Rumpfmuskulatur durchgeführt und
in die Bewertung einbezogen werden.

Jedes Grubenwehrmitglied erhält eine gezielte Trainingsempfehlung und legt das Ergebnis des
Tests, ggf. auch des Wiederholungstests, bei der jeweils hierauf folgenden arbeitsmedizinischen
Untersuchung dem Arzt vor.

Ein wiederholtes Nichtbestehen des Tests ist ein Ausschlusskriterium für die Grubenwehr-
mitgliedschaft. In einem solchen Fall ist das Ergebnis dem zuständigen Arbeitsmediziner
unverzüglich vorzulegen. Grubenwehrmitglieder über 50 Jahre müssen zum Schutz ihrer
Gesundheit einmal pro Jahr einen erfolgreichen Test nachweisen.

Zusätzlich wird am Testtag ein Ausdauerleistungstest zur individuellen Trainingssteuerung
durchgeführt.



09.05.1986

18.42.6-2-8

Plan für die Ausbildung
von Explosionsschutzsteigern

A 4.7

An die Bergämter des Landes NW

Betr.: Ausbildung von Explosionsschutzsteigern

Der Steinkohlenbergbauverein in Essen hat mit Schreiben vom 1.4.1986 den
'Plan für die Ausbildung von Staubsteigern' vorgelegt. Diesem Plan hat das Landesoberbergamt
nach § 44 der Bergverordnung des Landesoberbergamts Nordrhein-Westfalen für die
Steinkohlenbergwerke (BVOSt) vom 20.2.1970 zugestimmt.

Der beiliegende Plan tritt an die Stelle des bisher geltenden 'Plan für die Ausbildung
zum Staubsteiger' für den folgende Zustimmungen erteilt wurden:

Oberbergamt in Bonn vom 12.4.1966 - 42 IV 146/66 - i.d.F. vom 31.7.1969 - 31.25./4 -

Oberbergamt in Dortmund vom 29.4.1966 - 23/10-112.44/2461/66 - i.d.F. vom
23.7.1969 - 18.42.6 I 2 -

Diese Zustimmungen habe ich widerrufen.

Dortmund, den 09.05.1986

Landesoberbergamt NW
In Vertretung:

P i l g r i m

(Dieser Plan ist auch in Heftform unter der Verlagsnummer 354 (Ausgabe Mai 1986)
beim Bellmann-Verlag, 4600 Dortmund 1, Postfach 13, erschienen.)



Plan für die Ausbildung von Explosionsschutzsteigern

1. Allgemeines

1.1. Rechtliche Grundlagen

Nach § 42 Abs. 1 BVOSt ist für die Überwachung der Maßnahmen und Einrichtungen zur Sicherung
gegen Kohlenstaubexplosionen unter Tage ein Explosionsschutzsteiger zu bestellen.

Nach § 42 Abs. 2 BVOSt müssen Explosionschutzsteiger nach einem der Bezirksregierung Arnsberg,
Abteilung Bergbau und Energie anzuzeigenden Plan ausgebildet worden sein.

1.2. Persönliche Voraussetzungen

An der Ausbildung nehmen Personen teil, die die zur Erfüllung der Aufgaben und Befugnisse einer
verantwortlichen Person im Steinkohlenbergbau unter Tage erforderliche Fachkunde, Zuverlässigkeit
und körperliche Eignung besitzen.

2. Dauer, Gliederung und Inhalt der Ausbildung

Die Ausbildung erfolgt in einem überbetrieblichen Lehrgang von 10 Tagen Dauer. Sie besteht aus
einer theoretischen Ausbildung, Besichtigungen und Grubenfahrten und umfaßt folgende Sachgebiete:

3. Ausbildungsabschluß und Teilnahmebescheinigung

Die Ausbildung wird durch einen Leistungsnachweis abgeschlossen.
Über die erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildung wird eine Bescheinigung entsprechend
anliegendem Muster ausgefertigt.

4. Fortbildung

In Fortbildungsveranstaltungen, die bei Bedarf, spätestens nach Ablauf von 3 Jahren stattfinden,
werden die Explosionsschutzsteiger über den jeweiligen Stand, insbesondere über Weiter-
entwicklungen der Maßnahmen und Einrichtungen zur Sicherung gegen Kohlenstaubexplosionen
unter Tage unterrichtet.

5. Organisation und Durchführung

Die Ausbildung und Fortbildung von Explosionsschutzsteigern wird im Auftrage der Bergbau-
unternehmen vom Steinkohlenbergbauverein unter Beteiligung der Versuchsgrubengesellschaft mbH
und der Bergbau-Versuchsstrecke durchgeführt.

Vorstehendem 'Plan für die Ausbildung von Staubsteigern' einschließlich der Anlage 'Bescheinigung
über die Ausbildung zum Staubsteiger' wird nach § 44 der Bergverordnung des Landesoberbergamts
Nordrhein-Westfalen für die Steinkohlenbergwerke (BVOSt) vom 20.2.1970 zugestimmt.

Geschäftszeichen 18.42.6-2-8

Dortmund, den 9.5.1986

Landesoberbergamt NW
In Vertretung:

P i l g r i m



Anlage


 


25.07.1994

24.8-1-18

Ausbildungspläne
nach den Brandschutz-Richtlinien
für den Steinkohlenbergbau über Tage

A 4.7


An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen

Betr.: Ausbildung von Brand- und Explosionsschutzbeauftragten und von Brandschutz-
          gerätewarten im Steinkohlenbergbau über Tage


Die DMT - Gesellschaft für Forschung und Prüfung mbH hat den aktualisierten Plan für
die Ausbildung von Brand- und Explosionsschutzbeauftragten und den Plan für die Ausbildung
von Brandschutzgerätewarten im Steinkohlenbergbau über Tage vorgelegt.

Diesen in der Anlage beigefügten Plänen hat das Landesoberbergamt Nordrhein - Westfalen
nach Nr. 6.1 und Nr. 9.2 der Richtlinien des Landesoberbergamts NW für den Brandschutz im
Steinkohlenbergbau über Tage (Brandschutz - Richtlinien über Tage) vom 4.7.1991 (SBl. A 2.7)
zugestimmt.

Der erstgenannte Plan ersetzt den bisherigen Plan für die Ausbildung von Brand- und Explosions-
schutzbeauftragten im Steinkohlenbergbau über Tage, dessen Zustimmung vom 16.1.1985 damit
gegenstandslos geworden ist.

Dortmund, den 25.07.1994

Landesoberbergamt NRW

F o r n e l l i



Anlage 1

Plan für die Ausbildung
von Brand- und Explosionsschutzbeauftragten
im Steinkohlenbergbau über Tage

Stand: Juni 1994


1. Allgemeines

1.1. Rechtliche Grundlagen

Aufgrund der Bergverordnung des Landesoberbergamtes Nordrhein - Westfalen für die
Steinkohlenbergwerke (BVOSt) vom 20.2.1970 (in der derzeit gültigen Fassung) und der
Richtlinien des Landesoberbergamtes Nordrhein - Westfalen für den Brandschutz im
Steinkohlenbergbau über Tage (Brandschutz - Richtlinien über Tage) vom 4.7.1991 ist
zur Überwachung der Maßnahmen und Einrichtungen des Brand- und Explosionsschutzes
ein Beauftragter zu bestellen. Der örtliche Zuständigkeitsbereich dieser Person soll
demjenigen des in Betracht kommenden Betriebsleiters oder Betriebsführers entsprechen.
Für die Ausbildung von Brand- und Explosionsschutzbeauftragten kommen bestellte Personen
in Frage, die eine Aufsichtstätigkeit in Betrieben des Steinkohlenbergbaus ausgeübt haben
bzw. ausüben und die möglichst über Erfahrungen auf dem Gebiet des Brand- und
Explosionsschutzes verfügen (z.B. als ehemalige Mitglieder einer Betriebs-, Werkfeuerwehr
oder Gasschutzwehr).

1.2 Allgemeine Zielsetzung

Ziel der Ausbildung ist die Vermittlung von Kenntnissen auf dem Gebiet des Brand- und
Explosionsschutzes.

Nach Abschluß der Ausbildung soll der Teilnehmer in der Lage sein, die Aufgaben als
Brand- und Explosionsschutzbeauftragter fachgerecht zu erfüllen.

2. Gliederung und Ausbildung

2.1. Sachliche Gliederung

Die Ausbildung gliedert sich in

  • eine betriebliche und
  • eine überbetriebliche Ausbildung.

Sie wird bei Bedarf durch Fortbildungsveranstaltungen ergänzt.

2.1.1 Betriebliche Ausbildung

Dieser Teil der Ausbildung erfolgt in den Betrieben. Inhalt und Durchführung richten sich
nach den Betriebserfordernissen unter Berücksichtigung der Fähigkeiten und Vorkenntnisse
der auszubildenden Personen.

Zu der betrieblichen Ausbildung gehören die Teilnahme an Betriebsbegehungen und an
Besichtigungen der Brand- und Explosionsschutzeinrichtungen sowie von Stellen für die
Wartung und Instandsetzung brandschutztechnischer Geräte und Einrichtungen.

2.1.2 Überbetriebliche Ausbildung

Die überbetriebliche Ausbildung wird im Auftrag der Bergbauunternehmen von der
DMT - Fachstelle für Brand- und Explosionsschutz über Tage - Bergbau - Versuchsstrecke,
Dortmund, der DMT - Gesellschaft für Forschung und Prüfung mbH, durchgeführt.

2.1.3 Fortbildung

In Fortbildungsveranstaltungen werden den Brand- und Explosionsschutzbeauftragten
insbesondere bedeutsame Fort- und Weiterentwicklungen auf dem Gebiet des Brand- und
Explosionsschutzes vermittelt.

2.2 Zeitliche Gliederung

Die Dauer der betrieblichen Ausbildung und der Fortbildung richtet sich nach den jeweiligen
Erfordernissen.

Die überbetriebliche Ausbildung dauert insgesamt 10 Arbeitstage.

3. Inhalte der betrieblichen und überbetrieblichen Ausbildung

Dem Ausbildungsziel entsprechend werden zu folgenden Themen Kenntnisse vermittelt:

3.1 Vorschriften für den Brand- und Explosionsschutz

  • allgemeingültige Regelungen
  • bundes- und landesrechtliche Vorschriften
  • bergbehördliche Regeln
  • technische Regeln

3.2 Überblick und Einführung

  • Grundlagen der Verbrennungs- und Explosionsvorgänge
  • Beurteilungskriterien brennbarer Stoffe (Kennwerte und Klassen von brennbaren Gasen,
    Flüssigkeiten, Dämpfen, Stäuben und Stoffen)

3.3 Brandschutzbedürftige und explosionsgefährdete Bereiche, Räume und Anlagen

  • Abgrenzung und Kennzeichnung
  • brandschutzbedürftige Räume, Anlagen und Einrichtungen
  • explosionsgefährdete Bereiche, Räume und Anlagen

3.4 Brandschutz

3.4.1 Branderkennung und -meldung

  • Sinneswahrnehmung
  • Meßgeräte
  • Brandmeldeanlagen
  • Feuermelder

3.4.2 Feuerlöschkräfte

  • Löschhelfer
  • Löschmannschaften, Betriebsfeuerwehren
  • Werkfeuerwehren
  • Mitglieder von Gasschutzwehren
  • Aufsichtspersonen
  • Hilfeleistungsfeuerwehren

3.4.3 Alarmierung der Feuerlöschkräfte

3.4.4 Baulicher Brandschutz

  • Baustoffe und Bauteile
  • Brandabschnitts - Unterteilung
  • Rettungs- und Fluchtwege
  • Rauch- und Wärmeabzugseinrichtungen und -anlagen

3.4.5 Löschwasserversorgung

  • Löschwassermengen
  • Löschwasser - Entnahmestellen
  • Löschwasserleitungsnetz

3.4.6 Löschwasserrückhaltung

3.4.7 Löschmittel und ihre Wirkungsweise

3.4.8 Feuerlöschgeräte, -anlagen und -einrichtungen

  • Feuerlöschgeräte
  • Feuerlöscheinrichtungen
  • Feuerlöschanlagen

3.5 Vorbeugender und konstruktiver Explosionsschutz

3.5.1 Verhindern oder Einschränken explosionsfähiger Atmosphären

  • Raumluftüberwachung
  • Lüftung
  • Inertisierung

3.5.2 Verhindern von Zündquellen

  • elektrische Anlagen und Betriebsmittel
  • mechanische und elektrostatische Funken
  • Flammen, heiße Gase, heiße Oberflächen
  • pyrophore Stoffe

3.5.3 Beschränken von Explosionsauswirkungen

  • druckfeste Bauweise
  • Druckentlastung
  • Unterdrückung

3.6 Arbeiten in brand- und explosionsgefährdeten Bereichen, Räumen und Anlagen

  • Schweiß-, Brenn-, Löt-, Trenn- und Schleifarbeiten
  • Außerbetriebnahme, Öffnen, Wiederinbetriebnahme von Leitungen und Apparaten
    für brennbare Gase
  • Umgang mit brennbaren Gasen und Flüssigkeiten

3.7 Pläne für den Brand- und Explosionsschutz über Tage

3.8 Überwachung der Maßnahmen und Einrichtungen des Brand- und Explosionsschutzes

  • Unterweisung der Löschhelfer und Aufsichtspersonen
  • Überprüfungen und Prüfungen
  • Nachweise
  • Brandschauen.

4. Ausbildungsabschluß

Die Ausbildung wird durch einen Leistungsnachweis abgeschlossen.
Über die erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildung wird eine Bescheinigung ausgefertigt (Anhang).

Vorstehendem Plan für die Ausbildung von Brand- und Explosionsschutzbeauftragten im
Steinkohlenbergbau über Tage stimme ich gemäß Nr. 6.1 der Richtlinien des Landesoberbergamts NW
für den Brandschutz im Steinkohlenbergbau über Tage (Brandschutz - Richtlinien über Tage) vom
4.7.1991 -24.8-1-18 - zu.

Geschäftszeichen: 24.8-1-18

Dortmund, den 25.7.1994

Landesoberbergamt NRW

F o r n e l l i



Anhang zu Anlage 1

Bescheinigung

über die Ausbildung zum Brand- und Explosionsschutzbeauftragten

Herr _________________________________ geboren am ______________________


von der _______________________________________________________________


hat an der Ausbildung zum


Brand- und Explosionsschutzbeauftragten

gemäß dem 'Plan für die Ausbildung von Brand- und Explosionsschutzbeauftragten im
Steinkohlenbergbau über Tage', dem das Landesoberbergamt Nordrhein - Westfalen am 25.7.94
unter dem Geschäftszeichen 24.8.-1-18 zugestimmt hat, mit Erfolg teilgenommen.


Die betriebliche Ausbildung erfolgte unter der Leitung von


Herrn _________________________________________________________________


bei ___________________________________________________________________


Für die betriebliche Ausbildung


______________________ ________________________________

(Ort, Datum) (Unterschrift, Name, Dienststellung)


Die überbetriebliche Ausbildung erfolgte bei der DMT - Fachstelle für Brand- und Explosionsschutz
über Tage, Bergbau - Versuchsstrecke, Dortmund, in der Zeit


vom __________________________ bis _____________________________________

und


vom __________________________ bis _____________________________________


 

Dortmund, den ____________________


DMT - Fachstelle für

Brand- und Explosionsschutz

Bergbau - Versuchsstrecke Lehrgangsleiter


______________________________ _____________________________



Anlage 2

Plan für die Ausbildung
von Brandschutzgerätewarten
im Steinkohlenbergbau über Tage

Stand: Juni 1994


1. Allgemeines

1.1. Rechtliche Grundlagen

Aufgrund der Richtlinien des Landesoberbergamtes Nordrhein - Westfalen für den
Brandschutz im Steinkohlenbergbau über Tage (Brandschutz - Richtlinien über Tage)
vom 4.7.1991 sind zur Überwachung der Maßnahmen und Einrichtungen des Brandschutzes
Brandschutzgerätewarte zu benennen. Der örtliche Zuständigkeitsbereich dieser Personen soll
demjenigen des in Betracht kommenden Brand- und Explosionsschutzbeauftragten entsprechen.
Für die Ausbildung von Brandschutzgerätewarten kommen Personen in Frage, die möglichst
über Erfahrungen auf dem Gebiet des Brandschutzes verfügen (z.B. als ehemalige Mitglieder
einer Betriebs-, Werkfeuerwehr oder Gasschutzwehr).

1.2 Allgemeine Zielsetzung

Nach Abschluß der Ausbildung soll der Teilnehmer in der Lage sein, die Aufgaben als
Brandschutzgerätewart fachgerecht zu erfüllen.

Ziel der Ausbildung ist die Vermittlung von Kenntnissen auf dem Gebiet des Brandschutzes.


2. Gliederung und Ausbildung

2.1. Sachliche Gliederung

Die Ausbildung gliedert sich in

  • eine betriebliche und
  • eine überbetriebliche Ausbildung.

Sie wird bei Bedarf durch Fortbildungsveranstaltungen ergänzt.

Zu der betrieblichen Ausbildung gehören die Teilnahme an Betriebsbegehungen und an
Besichtigungen der Brand- und Explosionsschutzeinrichtungen sowie von Stellen für die
Wartung und Instandsetzung brandschutztechnischer Geräte und Einrichtungen.

2.1.1 Betriebliche Ausbildung

Dieser Teil der Ausbildung erfolgt in den Betrieben. Inhalt und Durchführung richten sich
nach den Betriebserfordernissen unter Berücksichtigung der Fähigkeiten und Vorkenntnisse
der auszubildenden Personen.

2.1.2 Überbetriebliche Ausbildung

Die überbetriebliche Ausbildung wird im Auftrag der Bergbauunternehmen von der
DMT - Fachstelle für Brand- und Explosionsschutz über Tage - Bergbau - Versuchsstrecke
der DMT - Gesellschaft für Forschung und Prüfung mbH, durchgeführt.

2.1.3 Fortbildung

In Fortbildungsveranstaltungen werden den Brandschutzgerätewarten insbesondere bedeutsame
Fort- und Weiterentwicklungen auf dem Gebiet des Brandschutzes vermittelt.

2.2 Zeitliche Gliederung

Die überbetriebliche Ausbildung dauert mindestens 4 Arbeitstage.

Die Dauer der betrieblichen Ausbildung und der Fortbildung richtet sich nach den jeweiligen
Erfordernissen.

3. Inhalte der betrieblichen und überbetrieblichen Ausbildung

Dem Ausbildungsziel entsprechend werden zu folgenden Themen Kenntnisse und Fertigkeiten
vermittelt:

3.1 Vorschriften für den Brandschutz

  • allgemeingültige Regelungen
  • bundes- und landesrechtliche Vorschriften
  • bergbehördliche Regeln
  • technische Regeln
  • Prüfanweisungen für Feuerlöscher

3.2 Überblick und Einführung

  • Grundlagen der Verbrennung
  • Löschmittel und ihre Wirkungsweise

3.3 Brandschutzbedürftige Räume und Anlagen

  • Abgrenzung und Kennzeichnung
  • brandschutzbedürftige Räume, Anlagen und Einrichtungen

3.4 Branderkennung und -meldung

  • Sinneswahrnehmung
  • Meßgeräte
  • Brandmeldeanlagen
  • Feuermelder

3.5 Feuerlöschkräfte

  • Löschhelfer
  • Löschmannschaften, Betriebsfeuerwehren
  • Werkfeuerwehren
  • Hilfeleistungsfeuerwehren

3.6 Alarmierung der Feuerlöschkräfte

3.7 Baulicher Brandschutz

  • Baustoffe und Bauteile
  • Brandabschnitts - Unterteilung
  • Rettungs- und Fluchtwege
  • Rauch- und Wärmeabzugseinrichtungen und -anlagen

3.8 Löschwasserversorgung

  • Löschwassermengen
  • Löschwasser - Entnahmestellen
  • Löschwasserleitungsnetz

3.9 Löschwasserrückhaltung

3.10 Feuerlöschgeräte, -anlagen und -einrichtungen

  • Rechtsgrundlagen, Prüfvorschriften, Normen
  • Aufbau und Wirkungsweise von Feuerlöschgeräten
  • Prüfung und Wartung, Instandsetzung von Feuerlöschgeräten
  • Aufbau und Wirkungsweise von Feuerlöscheinrichtungen und -anlagen.

4. Ausbildungsabschluß

Die Ausbildung wird durch einen Leistungsnachweis abgeschlossen.

Über die erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildung wird eine Bescheinigung ausgefertigt (Anhang).


Vorstehendem Plan für die Ausbildung von Brandschutzgerätewarten im Steinkohlenbergbau
über Tage stimme ich gemäß Nr. 9.2 der Richtlinien des Landesoberbergamtes NW für den
Brandschutz im Steinkohlenbergbau über Tage (Brandschutz - Richtlinien über Tage) vom
4.7.1991 - 24.8-1-18 - zu.


Geschäftszeichen: 24.8-1-18

Dortmund, den 25.7.1994

Landesoberbergamt NRW

F o r n e l l i



Anhang zu Anlage 2

Bescheinigung

über die Ausbildung zum Brandschutzgerätewart

Herr _______________________________ geboren am ______________________________

von der _____________________________________________________________________

hat in der Zeit vom _______________________ bis _______________________

an der Ausbildung zum

Brandschutzgerätewart

für den Bergbau über Tage

gemäß dem 'Plan für die Ausbildung von Brandschutzgeratewarten im Steinkohlenbergbau über Tage',
dem das Landesoberbergamt Nordrhein - Westfalen am 25.07.94 unter dem Geschäftszeichen
24.8-1-18 zugestimmt hat, mit Erfolg teilgenommen.

Das Ausbildungsprogramm umfaßte u.a. folgende Bereiche:

  • Rechtsgrundlagen (Vorschriften, Pläne)
  • Anwendung und Wirkungsweise von Löschmitteln
  • Prüfung, Wartung und Instandsetzung von Feuerlöschgeräten nach Norm
  • Prüfung und Wartung von Feuerlöscheinrichtungen und -anlagen
  • Schriftliche Erfolgskontrolle

Dortmund, den ______________________

DMT - Fachstelle für Brand- und Explosionsschutz

Bergbau - Versuchsstrecke Lehrgangsleiter

___________________________ ________________________



Plan für die Ausbildung von Brandschutzgerätewarten

im Steinkohlenbergbau unter Tage

Stand: September 2007

1. Allgemeines

1.1. Rechtliche Grundlagen

Aufgrund der Richtlinien für den Brandschutz im Steinkohlenbergbau unter Tage
(Brandschutz-Richtlinien) vom 19.12.2001 – 83.18.8-2000-13 - sind zur
Überwachung der Maßnahmen und Einrichtungen des Brandschutzes Brandschutz-
gerätewarte zu benennen.

Für die Ausbildung von Brandschutzgerätewarten kommen Personen in Frage, die
möglichst über Erfahrungen auf dem Gebiet des Brandschutzes verfügen.

1.2 Allgemeine Zielsetzung

Nach Abschluss der Ausbildung soll der Teilnehmer in der Lage sein, die Aufgaben als
Brandschutzgerätewart fachgerecht zu erfüllen.

Ziel der Ausbildung ist die Vermittlung von Kenntnissen auf dem Gebiet des Brandschutzes.

2. Gliederung und Ausbildung

2.1. Sachliche Gliederung

Die Ausbildung gliedert sich in

  • eine betriebliche und
  • eine überbetriebliche Ausbildung.

Sie wird bei Bedarf durch Fortbildungsveranstaltungen ergänzt.

Zu der betrieblichen Ausbildung gehören die Teilnahme an Betriebsbegehungen der
Brandschutzeinrichtungen und die Wartung und Instandsetzung brandschutztechnischer
Geräte und Einrichtungen.

2.1.1 Betriebliche Ausbildung

Dieser Teil der Ausbildung erfolgt in den Betrieben.
Inhalt und Durchführung richten sich nach den Betriebserfordernissen unter Berücksichtigung
der Fähigkeiten und Vorkenntnisse der auszubildenden Personen.

2.1.2 Überbetriebliche Ausbildung

Die überbetriebliche Ausbildung wird von der Haupstelle für das Grubenrettungswesen der
DSK durchgeführt.

2.1.3 Fortbildung

In Fortbildungsveranstaltungen werden den Brandschutzgerätewarten insbesondere bedeutsame
Fort- und Weiterentwicklungen auf dem Gebiet des Brandschutzes vermittelt.

2.2 Zeitliche Gliederungen

Die überbetriebliche Ausbildung dauert  mindestens 3 Arbeitstage.
Die Dauer der betrieblichen Ausbildung und der Fortbildung richtet sich nach den jeweiligen
Erfordernissen.

3. Inhalte der betrieblichen und überbetrieblichen Ausbildung

Dem Ausbildungsziel entsprechend werden zu folgenden Themen Kenntnisse und Fertigkeiten vermittelt:

  • Bergbehördliche Brandschutzvorschriften
  • Prüfvorschriften und Normen
  • Überwachung und Prüfung der BuT- Feuerlöschgeräte
  • Grundlagen der Verbrennung
  • Atemgifte
  • tragbare Messgeräte für Gas und Temperatur
  • Gasprobennahme
  • Grundlagen der Entstehung, Verhütung, Erkennung und Bekämpfung von Grubenbränden
  • Löschmittel und ihre Wirkungsweise
  • Aufbau von BuT- Feuerlöschgeräten
  • Aufbau, Einbau und Überprüfung von Selbsttätigen Wasserlösch- und Schaumlöschanlagen
  • Aufbau, Einbau und Überprüfung von BuT Einrichtungen und Anlagen
  • Erstellung und Überprüfung von Dämmen
  • Brandschutz in Gurtförderstrecken
  • Brandschutz in maschinellen Streckenvortrieben und Abbaubetrieben
  • Aufbau der Inertisierung

Praktische Handhabung

  • der BuT-Feuerlöschgeräte
  • der BuT-einrichtungen und -anlagen
  • Wassermengenmessung
  • Wiederherstellen von benutzten BuT-Feuerlöschgeräten
  • Anbohrvorrichtung
  • Gas - Messgeräten
  • Gasprobennahme

4. Ausbildungsabschluß

Über die Teilnahme an der Ausbildung wird eine Bescheinigung ausgefertigt (Anhang).

5. Nachschulung

Die Nachschulung ist jährlich und mit einer Dauer von einem Tag durchzuführen



Anhang

Bescheinigung

über die Ausbildung zum Brandschutzgerätewart


Herr _______________________________ geboren am ______________________________

vom _____________________________________________________________________

hat in der Zeit vom _______________________ bis _______________________

an einem Lehrgang

Brandschutzgerätewart unter Tage

gemäß dem 'Plan für die Ausbildung von Brandschutzgerätewarten im Steinkohlenbergbau unter Tage',
dem die Bezirksregierung Arnsberg-Abteilung Bergbau und Energie- am 20.09.2007 unter dem
Geschäftszeichen 83.18.43.5-2007-1 zugestimmt hat, teilgenommen.

Das Ausbildungsprogramm umfasste u.a. folgende Punkte:

  • Rechtsgrundlagen (Vorschriften, Pläne)
  • Anwendung und Wirkungsweise von Löschmitteln
  • Prüfung, Wartung und Instandsetzung von Feuerlöschgeräten
  • Prüfung und Wartung von Feuerlöscheinrichtungen und -anlagen


Herne, den ______________________


 


29.11.2002

83.16.4-2002-1


Plan für die Ausbildung zum Lokomotivführer

 
A 4.11


An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen

Betr.: Plan für die Ausbildung zum Lokomotivführer

Die Deutsche Steinkohle AG hat der Bezirksregierung Arnsberg, Abt. Bergbau und Energie in NRW
gemäß § 44 Abs. 1 BVOSt den aktualisierten Plan für die Ausbildung zum Lokomotivführer
angezeigt und bestätigt, dass in den Betrieben der DSK die Mitarbeiter, die Lokomotiven führen,
nunmehr nach diesem Plan ausgebildet und unterwiesen werden.

In dem Plan wurden die Voraussetzungen für eine verkürzte Ausbildung zum Lokomotivführer
und der Personenkreis für diese verkürzte Ausbildung aufgenommen.

Der nachfolgend bekannt gemachte Plan ersetzt damit den bisherigen "Plan für die Ausbildung
zum Lokomotivführer" vom 05.06.1986 - 16.4-1-8 -.

Dortmund, den 29.11.2002

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag:

K i r c h n e r



Plan für die Ausbildung zum Lokomotivführer

Der für die Deutsche Steinkohle AG (DSK) anzuzeigende Plan für die Ausbildung zum Lokomotivführer,
wie auch der Plan für die verkürzte Ausbildung zum Lokomotivführer orientieren sich inhaltlich am
"Plan für die Ausbildung zum Lokomotivführer", der ehemals vom LOBA im LOBA- Sammelblatt A 4.11
unter dem Aktenzeichen 05.06.1986-16.4-1-8 veröffentlicht wurde.

Zielgruppe für die standardmäßige Ausbildung zum Lokomotivführer sind Mitarbeiter, die regelmäßig
in der Produkten- und Materialförderung als Lokomotivführer eingesetzt werden. Sie berechtigt zum
uneingeschränkten Führen der in der Prüfbescheinigung aufgeführten Lokomotivart /-arten.

Zielgruppe für die verkürzte Ausbildung zum Lokomotivführer sind verantwortliche Personen sowie
Mitarbeiter, die nicht in der Produkten- und Materialförderung als Lokomotivführer eingesetzt werden,
wie z.B. Beschäftigte, die in mit Wartungs- und Reparaturarbeiten beauftragt sind. Die Fahrerlaubnis
wird mit Einschränkungen versehen, die auf der Prüfbescheinigung vermerkt werden.

Voraussetzungen für die Ausbildung zum Lokomotivführer

Generelle Voraussetzungen für die Ausbildungsgänge zum Lokomotivführer:

  • Eignung als Lokomotivführer gemäß arbeitsmedizinischer Untersuchung und Beurteilung und
  • Erfolgreicher Abschluss einer Ausbildung zum Nothelfer.

Für die standardmäßige Ausbildung zum Lokomotivführer sollen darüber hinaus in der Regel folgende
Voraussetzungen erfüllt werden:

  • Abschlug der Facharbeiterprüfung der Fachrichtungen Maschinen-, Elektro- oder Bergtechnik und
  • 3-jährige Tätigkeit unter Tage, davon 6 Monate im Bereich der gleisgebundenen Förderung.

Voraussetzungen für die verkürzte Ausbildung zum Lokomotivführer:

  • mindestens 1 Jahr Tätigkeit als verantwortliche Person unter Tage oder
  • Abschluß der Facharbeiterprüfung der Fachrichtungen Maschinen-, Elektro- oder Bergtechnik und
  • Ausführung von Wartungs- und Reparaturarbeiten und
  • 1-jährige Tätigkeit unter Tage, davon mindestens 1 Monat im Bereich der gleisgebundenen Förderung.

Ablauf der Ausbildung zum Lokomotivführer

Die Ausbildung erfolgt für die zu fahrende Lokomotivart (Diesel-, Akku- oder Fahrdrahtlokomotiven)
und gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Zum Fahren anderer Lokomotivarten
ist eine ergänzende Ausbildung erforderlich.

Inhalte der Ausbildung zum Lokomotivführer:

Der theoretische Teil der Ausbildung hat mindestens folgende Inhalte:

Technische Ausbildung

1. Bauart, sicherheitstechnische Ausstattung und Handhabung der Lokomotiven

Bremssysteme / Bremsweg
Zulässige Anhängelast
Beleuchtung
Sandstreuer
Anschlagpunkte
Bordeigene Feuerlöschanlage (Dieselloks)
Not-Aus (Elektroloks)

2. Abstellräume, Werkstätten, Lade- und Umfüllräume

Energieversorgung / Umweltschutz
Akkumulator / Tiefentladungen
Dieselmotoren
Betankungsanlagen

3. Überprüfung, Pflege und Wartung von Lokomotiven

Kontrolle der Lokomotiven
Wartungspläne
Reparaturanweisungen

4. Bahnanlagen und Fahrbetrieb

Gleisbau / Weichen
Fahrtmeldungen
Mitfahren von Personen
Einsatz von Fern- / Abblendlicht, roter Schlussleuchte
Benutzung akustischer Signalgeber
Personenzugsignalanlage
Sicherheitsfahrschaltung (SiFa-Taste)

Sicherheitliche Ausbildung

1. gesetzliche und betriebliche Regelungen

DSK Dienstanweisung
T.A.G. (Auszüge) DIN-Blätter Gleisbau Sicherheitsabstände
Weichen- und Streckenprofilfreiheit

2. Gefahrenschwerpunkte im Lokomotivbetrieb

Signale
Langsamfahrstrecken An- / Abkuppeln
Zusammenstellen von Zügen Ausrangieren defekter Wagen
Rangierarbeiten und Hilfsmittel Störungen an Weichen und Gleisanlagen
Entgleisen / Aufgleisen

Praktischer Teil der Ausbildung:

1. Tätigkeit in der Lokomotivwerkstatt

Wartung und Reparatur von Lokomotiven

2. Fahrübungen außerhalb der regelmäßigen Förderung

Technische und praktische Einweisung
Ein- /Aussteigen bei Lokomotiven
Fahrweise im Förder- und im Verschiebebetrieb Verwendung des Sandstreuers An- / Abkuppeln
Abstellen und Festlegen von Transporteinheiten

3. Fahren in der Produkten- und Materialförderung unter Anleitung eines erfahrenen Lokomotivführers

Fahrweise im Förderbetrieb

Prüfung

Im Anschluss an die Ausbildung erfolgt eine theoretische und eine praktische Prüfung, bei der die
Personen ihre Befähigung (Kenntnisse und Fertigkeiten) zum Fahren von Lokomotiven vor einem
Prüfungsausschuss nachweisen, dem folgende Personen angehören:

  • die für den Lokomotivbetrieb bestellte verantwortliche Person
  • eine Fachkraft für Arbeitssicherheit
  • ein Mitglied der Betriebsvertretung

Über die erfolgreiche Teilnahme an der Ausbildung wird eine Bescheinigung, aus der die Lokomotivart
und im Falle der verkürzten Ausbildung folgende Einschränkungen hervorgehen, ausgestellt.

Einschränkungen im Falle der verkürzten Ausbildung zum Lokomotivführer:

kein Regeltransport von Personen und Material
max. 2 Personenwagen im Zugverband
max. 10 Materialwagen im Zugverband

Ergänzende Ausbildung zum Fahren einer anderen Lokomotivart

In einem theoretischen Teil werden in mindestens 3 Doppelstunden insbesondere die Inhalte der
Wartungs-, Reparatur- und Bedienungsanleitung für die entsprechende Lokomotivart vermittelt.

Der praktische Teil besteht aus mindestens 1 Schicht, die in der Lokomotivwerkstatt mit Wartungs-
und Reparaturarbeiten verbracht wird und mindestens 1 Schicht Fahren der Lokomotive und von
Zügen unter Anleitung eines erfahrenen Lokomotivführers.

Die ergänzende Ausbildung wird mit einer Prüfung abgeschlossen, über die eine Bescheinigung
ausgestellt wird.

Nachschulung

Im Zeitabstand von maximal 3 Jahren werden Lokomotivführer mit Standardausbildung nachgeschult.
Können sie nicht mindestens 2 Einsätze als Lokomotivführer im Jahr nachweisen, sind sie vor einem
erneuten Einsatz als Lokomotivführer nachzuschulen.

Lokomotivführer mit verkürzter Ausbildung werden in Abständen von höchstens einem Jahr nachgeschult.
Sie sollten ebenfalls mindestens 2 Einsätze als Lokomotivführer im Jahr haben. Andernfalls muss die
praktische Nachschulung Fahrübungen entsprechend des Planes für die verkürzte Ausbildung enthalten.

Zeitplan für die Ausbildung

 

Normale
Dauer

Verkürzt

Theoretische Ausbildung

Dauer in
Doppel-
stunden

Dauer in
Doppel
stunden

Technische Ausbildung

 

 

Bauart, sicherheitstechnische Ausstattung und Handhabung der Lokomotiven

2

1,5

Abstellräume, Werkstätten, Lade- und Umfüllräume

1

0,5

Überprüfung, Pflege und Wartung von Lokomotiven

1,5

1

Bahnanlagen und Fahrbetrieb

1,5

1

Sicherheitliche Ausbildung

 

 

gesetzliche und betriebliche Regelungen

3

2

Gefahrenschwerpunkte im Lokomotivbetrieb

3

2

Praktische Ausbildung

Dauer in
Schichten

Dauer in
Schichten

Tätigkeit in der Lokomotivwerkstatt (Wartung und Reparatur)

2

 

Fahrübungen außerhalb der regelmäßigen Förderung

4

1

Fahren in der Produkten- und Materialförderung unter Anleitung eines erfahrenen Lokomotivführers

5

1

Prüfung

1

1



25.03.2011

62.17.8-2011-1

Plan für Grundlehrgänge und Wiederholungslehrgänge
im Sprengwesen des Steinkohlenbergbaus

A 4.13

Betr.: Plan für die Ausbildung und Unterweisung im Sprengwesen des Steinkohlenbergbaus

Aufgrund verschiedener Änderungen in den Sprengvorschriften und insbesondere im Hinblick
auf den am 16.02.2011 herausgegebenen "Muster-Betriebsplan für den Umgang mit Sprengmitteln
im Steinkohlenbergbau" (veröffentlicht im Sammelblatt unter A 2.13) wurde der o. a. Ausbildungs-
und Unterweisungsplan in Abstimmung mit den Fachstellen für Sprengwesen der RAG sowie
der DEKRA-EXAM entsprechend aktualisiert.

Mit Schreiben vom 17.02.2011 hat die RAG der Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung
Bergbau und Energie in NRW, gemäß § 5 Abs. 2 BVOSt den aktualisierten Plan angezeigt und
bestätigt, dass die in den Betrieben der RAG mit Sprengmitteln umgehenden Personen nunmehr
nach diesem Plan ausgebildet und unterwiesen werden.

Der nachfolgend bekannt gemachte Plan ersetzt damit den bisherigen "Plan für die Ausbildung
und Unterweisung im Sprengwesen des Steinkohlenbergbaus" vom 19.12.2000 - 17.8-2000-10 -.

Dortmund, den 25.03.2011

Bezirksregierung Arnsberg,
Abteilung Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag:

K ü g l e r 



Plan für Grundlehrgänge und Wiederholungslehrgänge
im Sprengwesen des Steinkohlenbergbaus

Inhaltsverzeichnis

0.   Allgemeines

1.   Grundlehrgänge im Sprengwesen (G)

1.1 Befähigungsscheininhaber

1.2 Sprengbeauftragte (SPB)

1.3 Sprengmittelausgeber (SPA)

1.4 Sprenghelfer (SPH)

1.5 Sprengtechnisch ausgebildete verantwortliche Personen (SVP)

2.    Wiederholungslehrgänge im Sprengwesen (W)

2.1 Befähigungsscheininhaber

2.2 Sprengbeauftragte

2.3 Sprenghelfer

2.4 Sprengtechnisch ausgebildete verantwortliche Personen

3.    Sonderlehrgänge im Sprengwesen (S)

3.1 Lehrsprengbeauftragte (LSB)

3.2 Entspannungssprengen (SE)

 

0.         Allgemeines

Der Plan für die Ausbildung im Sprengwesen nach § 5 Abs. 2 BVOSt vom 10.01.2000
in der zur Zeit gültigen Fassung regelt in Verbindung mit § 37 der Ersten Verordnung zum
Sprengstoffgesetz (1. SprengV) in der z. Zt. gültigen Fassung die Ausbildung von Personen,
die die tatsächliche Gewalt über explosionsgefährliche Stoffe bei der Empfangnahme, dem
Überlassen, dem Transport, dem Aufbewahren und dem Verwenden ausüben.

Dies sind:

  • Befähigungsscheininhaber,
  • Sprengbeauftragte,
  • Sprengmittelausgeber,
  • Sprenghelfer,
  • Sprengtechnisch ausgebildete verantwortliche Personen
  • Lehrsprengbeauftragte und
  • im Entspannungssprengen ausgebildeten Personen.

Darüber hinaus erfolgen nach dem vorliegenden Plan die regelmäßigen Wiederholungslehrgänge der

  • Befähigungsscheininhaber,
  • Sprengbeauftragten,
  • Sprengmittelausgeber,
  • Sprenghelfer                                                                                           
  • Sprengtechnisch ausgebildeten verantwortlichen Personen und
  • Lehrsprengbeauftragten.

Es sind nur Personen zu einem Lehrgang zuzulassen, wenn bei ihnen Versagungsgründe
gemäß § 8a Abs. 1 und 2 und § 8b Abs. 1 SprengG nicht vorliegen.

Die Zuverlässigkeit und die persönliche Eignung werden durch eine Unbedenklichkeits-Bescheinigung
der für die Erteilung der Erlaubnis oder des Befähigungsscheines zuständigen Behörde nachgewiesen.
Die Unbedenklichkeitsbescheinigung ist bei Lehrgangsaufnahme nicht älter als 1 Jahr.

Die Ausbildung und die Wiederholungslehrgänge obliegen einer hierzu anerkannten Fachstelle
oder einem anerkannten Sachverständigen. Bei der Ausbildung und den Wiederholungslehrgängen
werden erforderlichenfalls Befähigungsscheininhaber und Lehrsprengbeauftragte der Bergwerke
sowie ggf. weitere fachkundige Personen beteiligt. Die Zeitvorgaben der jeweiligen Stoffpläne
verstehen sich als Unterrichtsstunden.

Der zuständigen Behörde wird Gelegenheit zur Teilnahme an den Lehrgängen gegeben.

Über die Teilnahme an den Lehrgängen wird ein Nachweis geführt.

Die Ausbildung der Sprengmittelausgeber kann in Abstimmung mit der anerkannten Fachstelle
auch von einem Befähigungsscheininhaber, der der zuständigen Behörde namhaft gemacht
worden ist, geleitet werden.

Die Wiederholungslehrgänge für alle betroffenen Personenkreise erfolgen in Zeitabständen
von längstens 3 Jahren. Für verantwortliche Personen, die länger als 5 Jahre nicht an einem
Wiederholungslehrgang teilgenommen haben und die wieder Sprengarbeiten beaufsichtigen sollen,
erfolgt die Teilnahme an einem Wiederholungslehrgang für Sprengbeauftragte in dem Umfang,
wie sie für Sprengbeauftragte vorgesehen ist. Für verantwortliche Personen, die länger als 8 Jahre
nicht an einem Lehrgang teilgenommen haben und die wieder Sprengarbeiten beaufsichtigen sollen,
ist ein erneuter Grundlehrgang erforderlich.

Jeder Lehrgangsschicht soll eine Ruhezeit für die Teilnehmer von wenigstens 8 Stunden vorausgehen.

Die theoretische Prüfung der Befähigungsscheininhaber und der Sprengbeauftragten wird im
Beisein eines Vertreters der zuständigen Behörde und eines Vertreters des Lehrgangsträgers
abgelegt. Ansonsten ist die Teilnahme eines Vertreters des Lehrgangsträgers ausreichend.
Über die Prüfungsergebnisse wird eine Niederschrift angefertigt. Sie wird vom Prüfer und
vom Behördenvertreter unterzeichnet.

Über die erfolgreiche Teilnahme an einem Lehrgang wird dem Lehrgangsteilnehmer ein
Fachkundezeugnis, aus dem die vermittelte Fachkunde hervorgeht, ausgestellt.
Dieses wird vom Lehrgangsleiter und vom Behördenvertreter unterzeichnet.

Die betrieblichen Jahresunterweisungen durch einen Befähigungsscheininhaber sind nicht
Gegenstand dieses Planes.

1.         Grundlehrgänge zur Ausbildung im Sprengwesen

1.1         Ausbildung zum Befähigungsscheininhaber

1.1.1      Voraussetzungen

Zur Ausbildung zum Befähigungsscheininhaber werden nur verantwortliche Personen mit
sprengtechnischer Ausbildung benannt.

1.1.2      Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt insgesamt 20 Ausbildungsschichten und beinhaltet eine
schriftliche und eine praktische Prüfung. Die Ausbildung beinhaltet 17 Schichten theoretische
Ausbildung einschließlich theoretischer Prüfung, 2 Lehrschichten mit den Sprengsteigern
auf den Bergwerken und eine Schicht praktische Prüfung. An einem Lehrgang sollen nicht
mehr als 10 Personen teilnehmen.

Die praktische Prüfung wird gruppenweise durchgeführt.

                                                                                                                

1.1.3 Stoffplan 

Stunden

  - Aufgaben des Befähigungsscheininhabers

  3

  - Gesetze, Verordnungen, Richtlinien, Betriebsanweisungen, sonstige Regelungen

32

  - Betriebsplan- und Erlaubnisverfahren

  5

  - Sicherheit bei der Sprengarbeit

  8

  - Sprengmittelwirtschaft, Führung des Verzeichnisses für explosionsgefährliche
  Stoffe, Abrechnung, Statistik


  4

  - Organisationsformen der Sprengarbeit

  4

  - Sprengtechnische Begriffe

  4

  - Für den Steinkohlenbergbau zugelassene Sprengmittel und ihre Verwendung

24

  - Bohr- und Sprengtechnik

  6

  - Sprengverfahren, Einbruchsarten, Ausführung der Sprengarbeit,
   sprengtechnische Richtwerte und Entspannungssprengen

  6

  - Entwerfen von Sprengplänen und Leitsprengbildern

  6

  - praktische Übungen unter Tage
       im Sprengmittellager
    -   in Sprengbetrieben
    -   Sprengschwadenbeurteilung




16

  - Sprengtechnische Vorführungen

  8

  - Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit

  2

  Theoretische Prüfung

  8

  2 Lehrschichten mit einem Befähigungsscheininhaber

16

  praktische Prüfung unter Tage

  8

 

1.2        Ausbildung zum Sprengbeauftragten (SPB)

1.2.1      Voraussetzungen

Zur Ausbildung werden nur Personen benannt, die mindestens 21 Jahre alt sind und für die
der Betrieb schriftlich nachweist, dass die Teilnehmer wenigstens 1 Jahr an Betriebspunkten
mit Sprengarbeit Vororttätigkeiten verrichtet haben oder als Sprenghelfer ausgebildet sind.

1.2.2      Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt insgesamt 16 Schichten. Sie beinhaltet 9 Schichten theoretische
Ausbildung, 1 Schicht theoretische Prüfung, 5 Schichten praktische Ausbildung und 1 Schicht
praktische Prüfung.

An einem Lehrgang sollen nicht mehr als 10 Personen teilnehmen. Nach bestandener
theoretischer Prüfung erfolgt die praktische Ausbildung auf den Bergwerken unter Anleitung
von Lehrsprengbeauftragten. Einem LSB sollen dabei gleichzeitig nicht mehr als 2 Teilnehmer
zugeteilt werden. Der Sprengsteiger führt einen Nachweis über die Übungsschichten; hierin
vermerkt er, an welchen Tagen, an welchen Betriebspunkten und mit welchen LSB die
Sprengarbeiten durchgeführt worden sind. Der Nachweis muss bei der praktischen Prüfung
vorliegen.

Nach dem Verfahren der Übungsschichten werden die Teilnehmer im Beisein eines
Befähigungsscheininhabers und eines Lehrsprengbeauftragten an einem geeigneten Betriebspunkt
unter Tage praktisch geprüft. Die praktische Prüfung wird in Gruppen von nicht mehr als
6 Teilnehmern durchgeführt.

 

1.2.3 Stoffplan

 Stunden

  Theoretische Ausbildung (1. bis 9. Schicht)

 

  -  Aufgaben und Verantwortung des Sprengbeauftragten

  2

  - Vorschriften für das Sprengwesen, Betriebsanweisungen, sonstige Regelungen

16

  - Gefahren bei der Sprengarbeit

  7

  - Für den Steinkohlenbergbau zugelassene Sprengmittel und ihre Verwendung

11

  Sprengtechnische Begriffe

  1

  - Verhalten im Sprengmittellager

  2

  - Bohr- und Sprengtechnik

  4

  - Benutzung des CH4-Handmeßgerätes

  1

  - praktische Sprengausbildung unter Tage in einem Sprengbetrieb

16

  - Sprengtechnische Vorführungen

  8

  - Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit

  2

  - Entspannungssprengen

  2

  Theoretische Prüfung (10. Schicht)

  8

  Praktische Ausbildung (11. bis 15. Schicht)

 

  - Während der 5 Übungsschichten hat jeder Teilnehmer unter Anleitung eines
   Lehrsprengbeauftragten an wenigstens 3 verschiedenartigen Betriebspunkten
   Sprengarbeit durchzuführen



40

  Praktische Prüfung (16. Schicht)

  8


1.3         Ausbildung zum Sprengmittelausgeber (SPA)

1.3.1      Voraussetzungen

Zur Ausbildung werden nur Personen benannt, die mindestens 21 Jahre alt sind und wenigstens
6 Monate unter Tage ohne Berücksichtigung der Ausbildungszeit tätig waren, sowie über eine
ausgeglichene Sehleistung und ausreichende Farbsehtüchtigkeit verfügen und körperlich in der
Lage sind, diese Tätigkeit hinreichend auszuführen.

1.3.2      Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt mindestens 25 Schichten. Sie beinhaltet:

  • 3 Schichten theoretische Ausbildung,
  • 2 Schichten in einer geeigneten Ausbildungsstätte, der die zuständige Behörde
    zugestimmt hat.
  • 20 Schichten praktische Ausbildung im Sprengmittellager unter Anleitung eines erfahrenen
    Sprengmittelausgebers.

      Praktische Ausbildung durch Einarbeitung (6. bis 25. Schicht)

  • Während der 20 Schichten Einarbeitung wohnt jeder Teilnehmer unter Anleitung eines
    erfahrenen Sprengmittelausgebers allen Arbeiten eines Sprengmittelausgebers bei.

An einem Lehrgang sollen bei der theoretischen Ausbildung nicht mehr als 5 Personen und
bei der praktischen Ausbildung im Sprengmittellager nicht mehr als 2 Personen teilnehmen.

 

1.3.3 Stoffplan Stunden
  Theoretische Ausbildung (1. bis 3. Schicht)  
  - Aufgaben und Verantwortung des Sprengmittelausgebers      2
  - Vorschriften für den Sprengmittelausgeber, Betriebsanweisungen und sonstige
   Regelungen

     7
  - Richtlinien für die Errichtung und den Betrieb von Sprengmittellagern      4
  - Lagerbuchführung      3
  - Für den Steinkohlenbergbau zugelassene Sprengstoffe und Zündmittel und
   ihre Verwendung 

     3
  - Für den Steinkohlenbergbau zugelassene Zündmaschinen, Zündkreisprüfer und
   sonstiges Sprengzubehör

     2
  - Verhalten im Sprengmittellager      3
  Ausbildung an geeigneter Ausbildungsstätte (4. bis 5. Schicht)  
  - Steckwand: Ladungsbeeinflussung      1
  - Standortanforderungen und Ausstattung eines Sprengstoffsammeltransportbehälter
   (SSTB)
     1
  - Umgang und Verhalten bei der Entnahme aus dem SSTB, Begleitzettelwirtschaft      4
  - Handhabung und Verwendung von Sprengstoff      2
  - Sprengzubehör, Beschaffenheit und Verwendung      2
  - Zündmaschinenkiste: Standortanforderungen, Kennzeichnung und Inhalte      1
  - Zündleitung: Typen, Verlegungskriterien, häufige Zündleitungsdefekte und
   Fehlersuche
     3
  - CH4-Messungen      1
  - Reihen- und Parallelschaltung: Aufbau und Funktionsprinzip      1

1.4         Ausbildung zum Sprenghelfer (SPH)

1.4.1      Voraussetzungen

Zur Ausbildung werden nur Personen benannt, die mindestens 18 Jahre alt sind und für die
der Betrieb schriftlich nachweist, dass die Teilnehmer wenigstens 6 Monate an Betriebspunkten
mit Sprengarbeiten beschäftigt waren.

 

1.4         Ausbildung zum Sprenghelfer (SPH)

1.4.1      Voraussetzungen

Zur Ausbildung werden nur Personen benannt, die mindestens 18 Jahre alt sind und für die
der Betrieb schriftlich nachweist, dass die Teilnehmer wenigstens 6 Monate an Betriebspunkten
mit Sprengarbeiten beschäftigt waren.

1.4.2      Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt insgesamt  5 Schichten. An einem Lehrgang sollen nicht mehr
als 10 Personen teilnehmen. In der letzten Schicht erfolgt die Ausbildung unter Tage in Gruppen
zu höchstens 10 Teilnehmern im Beisein eines Befähigungsscheininhabers und eines Lehrspreng-
beauftragten. Hierbei haben die Teilnehmer die erforderlichen Kenntnisse nachzuweisen.

 

1.4.3 Stoffplan       Stunden
  - Aufgaben und Verantwortung des Sprenghelfers      2
  - Vorschriften für das Sprengwesen, Betriebsanweisungen, sonstige Regelungen      3
  - Sprengmittel und ihre Handhabung      8
  - Gefahren bei der Sprengarbeit      5
  - Bohr- und Sprengtechnik
   ·   Einbrüche
   ·   Vorgaben, Seitenabstände
   ·   Sichere Handhabung der Sprengmittel
   ·   Sprengstoffverteilung im Bohrloch
   ·   Laden der Löcher
   ·   Schaltungsarten von Sprengzündern
   ·   Besatz
   10
  - Anbringen des Zünders an die Ladung      4
  - Praktische Ausbildung unter Tage      8

 

1.5          Ausbildung zur sprengtechnisch ausgebildeten verantwortlichen Person (SVP)
                    im Sinne der § 58 ff Bundesberggesetz

1.5.1      Voraussetzungen

Zur Ausbildung werden nur verantwortliche Personen benannt, die mindestens 21 Jahre alt sind.

1.5.2      Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt insgesamt 10 Schichten. An einem Lehrgang sollen nicht mehr
als 10 Personen teilnehmen. Zum Abschluss der Ausbildung findet eine Prüfung statt.

 

1.5.3  Stoffplan  Stunden
  - Aufgaben der verantwortlichen Personen bei der Überwachung der Sprengarbeit      4
  - Gesetze, Verordnungen, Betriebsanweisungen, sonstige Regelungen    12
  - Für den Steinkohlenbergbau zugelassene Sprengmittel und ihre Verwendung    10
  - Gefahren und Gefahrenabwehr bei der Sprengarbeit      8
  - Sprengtechnische Begriffe      2
  - Bohr- und Sprengtechnik      6
  - Entspannungssprengen      2
  - Organisation der Sprengarbeit im Betrieb      2
  - Ausbildung unter Tage in einem Sprengbetrieb    16
  - Sprengtechnische Vorführungen      6
  - Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit      4
  - Theoretische Prüfung      8


2.         Wiederholungslehrgänge (W) im Sprengwesen

2.1         Wiederholungslehrgänge für Befähigungsscheininhaber      

2.1.1      Ablauf des Wiederholungslehrgangs

Die Dauer des Wiederholungslehrgangs beträgt 2 Schichten. An einem Wiederholungslehrgang
sollen nicht mehr als 20 Personen teilnehmen.

 

2.1.2 Stoffplan Stunden
  - Neuerungen im Vorschriftenwesen und Regelwerk      5
  - Weiterentwicklungen der Sprengmittel und der Sprengtechnik      2
  - Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit      3
  - Erfahrungsaustausch      6

 

2.2         Wiederholungslehrgang für Sprengbeauftragte

2.2.1      Ablauf des Wiederholungslehrgangs

Die Dauer des Wiederholungslehrgangs beträgt 5 Schichten.

An einem Wiederholungslehrgang sollen nicht mehr als 10 Personen teilnehmen.

An einer der  5 Lehrgangsschichten erfolgt eine praktische Schulung an einem Betriebspunkt
mit Sprengarbeit unter Tage. Das gilt insbesondere bei Sprengbeauftragten, die in den letzten
12 Monaten nicht mindestens 5 Sprengeinsätze schriftlich nachweisen können.

Für Sprengbeauftragte, die mindestens 5 Sprengschichten in den letzten 12 Monaten verfahren
haben, kann ersatzweise die Befahrung und Aufnahme eines Betriebspunkts mit Sprengarbeit
unter Tage erfolgen.

In der letzten Lehrgangsschicht findet eine Prüfung statt.

 

2.2.2  Stoffplan  Stunden
  Theoretischer Teil  
  - Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit      3
  - Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Sprengmittel und der Sprengtechnik      2
  - Neuerungen im Vorschriftenwesen und im betrieblichen Regelwerk      3
  - Vertiefung von Ausbildungsinhalten      8
  - Entspannungssprengen      2
  - Theoretische Prüfung      8
  Praktischer Teil  
  - Arbeiten im Sprengmittellager und an einem Betriebspunkt mit Sprengarbeit      8
  praktische Übungen an geeigneter Ausbildungsstätte, insbesondere
   - Fehlersuche in Zündleitung und Zünderkreis,
   - Versagersuche und Behandlung
   - Sprengung in Senk- und Baustellen, Knäppersprengung im Streb
   - Absperrsimulationen




     6

 

2.3         Wiederholungslehrgang für Sprenghelfer

2.3.1      Ablauf des Wiederholungslehrgangs

Die Dauer des Wiederholungslehrganges beträgt wenigstens 1. Schicht. An einem
Wiederholungslehrgang sollen nicht mehr als 10 Personen teilnehmen.

 

2.3.2  Stoffplan    Stunden
  - Gefahren bei der Sprengarbeit      3
  - Besprechung von Unfällen      1
  - Betriebsbezogene Vertiefung von Ausbildungsinhalten      2
  - Anbringen des Zünders an die Ladung      1
  - Bohrarbeit und Zeitstufenverteilung      1

 

2.4         Wiederholungslehrgang für die sprengtechnisch ausgebildete verantwortliche Person

2.4.1      Ablauf des Wiederholungslehrgangs

Die Dauer des Wiederholungslehrgangs beträgt wenigstens 1 Schicht.

An einem Wiederholungslehrgang sollen nicht mehr als 20 Personen teilnehmen.

 

2.4.2 Stoffplan Stunden
  - Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit      2
  - Neuerungen im Vorschriftenwesen und Regelwerk      2
  - Weiterentwicklungen der Sprengmittel und der Sprengtechnik      2
  - Entspannungssprengen      2

 

3.         Sonderlehrgänge im Sprengwesen (S)

3.1       Sonderlehrgang zum Lehrsprengbeauftragten (LSB)

3.1.1      Voraussetzungen

Zur Ausbildung werden in der Regel nur Sprengbeauftragte benannt, die zuvor wenigstens
3 Jahre lang selbständig Sprengarbeit ausgeführt haben und für die Tätigkeit als Lehrspreng-
beauftragte geeignet erscheinen. Die Ausbildung beginnt mit einem Eingangstest.

3.1.2      Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt 5 Schichten. An einem Lehrgang sollen nicht mehr als
6 Personen teilnehmen.

Während der letzten Ausbildungsschicht haben die Teilnehmer die erforderlichen Kenntnisse
nachzuweisen.

Der erfolgreiche Abschluss des Sonderlehrgangs gilt als Wiederholungslehrgang für Spreng-
beauftragte.

 

3.1.3  Stoffplan  Stunden
  Aufgaben des Lehrsprengbeauftragten      2
  Vertiefen der Ausbildungsinhalte für Sprengbeauftragte    16
  Anleitung zur Lehrtätigkeit      2
  Anleitung zur selbständigen Beratung am Betriebspunkt      3
  Sprengmittelwirtschaft      3
  Praktische Ausbildung unter Tage      8
  Abfassen von Berichten      4
  Entspannungssprengen      2

 

3.2         Sonderlehrgang für das Entspannungssprengen (SE)

3.2.1      Voraussetzungen

Zur Ausbildung werden nur Sprengbeauftragte und sprengtechnisch ausgebildete verantwortliche
Personen benannt.

3.2.2      Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der sprengtechnischen Ausbildung beträgt 1 Stunde. Sie wird ergänzt durch eine
1-stündige allgemeine Unterweisung über das Erkennen und die Verhinderung von Gebirgs-
schlaggefahren.

3.2.3      Stoffplan

  • am Entspannungssprengen beteiligte Personen
  • Sicherheitsmaßnahmen
  • Grundsätze für das Entspannungssprengen
  • Fertigen der Ladungen mit Sprengschnur
  • Fertigen der Ladungen ohne Sprengschnur
  • Durchführung der Ladearbeit
  • Maßnahmen nach dem Zünden
  • Protokollführung


 26.05.2003

83.17.4-2003-1

 Plan für die Ausbildung und Unterweisung im Sprengwesen für den Nichtkohlenbergbau
unter Tage

 A 4.13


An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen

Aufgrund verschiedener Änderungen in den Sprengvorschriften sowie der Neufassungen der
nordrhein-westfälischen Bergverordnungen wurde der o. a. Ausbildungs- und Unterweisungsplan
von der DMT-Fachstelle für Sprengwesen in Abstimmung mit der Bezirksregierung Arnsberg
aktualisiert.

Mit Schreiben vom 07.05.2003 hat die Barbara Rohstoffbetriebe GmbH der Bezirksregierung
Arnsberg gem. § 11 Abs. 3 BVOESSE den aktualisierten Plan angezeigt und bestätigt, dass
die in ihrem Betrieb mit Sprengmitteln umgehenden Personen künftig nach diesem Plan
ausgebildet und unterwiesen werden.

Der nachfolgend bekannt gemachte Plan ersetzt den "Plan für die Ausbildung zum Spreng-
befähigten für die Erzbergwerke und für die Steine- und Erden- Betriebe" vom 7.1.1974
- 17.4-1-19 - sowie den "Plan für die Ausbildung und Unterweisung zur sprengbefähigten
Aufsichtsperson (Sprengsteiger) für den Nichtkohlenbergbau" vom 21.3.1980 - 17.4-2-2 -,
die damit gegenstandslos werden.

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag:

M i c h a e l  K i r c h n e r



Plan für die Ausbildung und Unterweisung
im Sprengwesen für den Nichtkohlenbergbau
unter Tage

Inhaltsübersicht

0.

Allgemeines

 

 

1.

Ausbildung im Sprengwesen

1.1

Sprengsteiger und Befähigungsscheininhaber

1.2

Sprengbeauftragte

 

 

2.

Unterweisung im Sprengwesen

2.1

Sprengsteiger und Befähigungsscheininhaber

2.2

Sprengbeauftragte

0.

Allgemeines

 

Der Plan für die Ausbildung und Unterweisung im Sprengwesen nach § 11 Abs. 3
BVOESSE vom 1.6.1999 i. d. F. vom 21.12.2000 regelt in Verbindung mit § 37
der Ersten Verordnung zum Sprengstoffgesetz (1. SprengV) vom 23.06.1998 die
Ausbildung zum
- Sprengsteiger und Befähigungsscheininhaber
- Sprengbeauftragten.

Darüber hinaus erfolgen nach dem vorliegenden Plan die regelmäßigen Unter-
weisungen der
- Sprengsteiger und Befähigungsscheininhaber,
- Sprengbeauftragten.

Es werden nur Personen ausgebildet, die die erforderliche Zuverlässigkeit besitzen.
Der Nachweis der Zuverlässigkeit zur Erlangung eines Erlaubnisscheins nach § 7
Sprengstoffgesetz bzw. eines Befähigungsscheins nach § 20 Sprengstoffgesetz
erfolgt durch Vorlage einer Unbedenklichkeitsbescheinigung, für die übrigen
Personen durch Vorlage eines polizeilichen Führungszeugnisses.

Die Ausbildung und Unterweisung der Sprengsteiger und Sprengberechtigten wird
von einer hierzu anerkannten Fachstelle oder einem anerkannten Sachverständigen
geleitet. Die Ausbildung der Sprengberechtigten kann in Abstimmung mit der
anerkannten Stelle auch vom Inhaber eines Befähigungsscheines nach § 20 Spreng-
stoffgesetz, der vom Inhaber der für den betreffenden Betrieb geltenden Erlaubnis
nach § 7 Sprengstoffgesetz bestimmt worden ist und dem Bergamt namhaft gemacht
worden ist, geleitet werden. Bei der Ausbildung und Unterweisung werden erforder-
lichenfalls weitere fachkundige Personen beteiligt.

Der Bergbehörde wird Gelegenheit zur Teilnahme an den Ausbildungslehrgängen
gegeben.

An einer Ausbildung oder Unterweisung sollen nicht mehr als 20 Personen teilnehmen.

Die Unterweisungen für alle betroffenen Personenkreise erfolgen in Zeitabständen von
längstens drei Jahren.

Für den Personenkreis der Sprengbeauftragten erfolgt nach längstens sechs Jahren
eine weitere Prüfung der Zuverlässigkeit durch Vorlage eines neuen polizeilichen
Führungszeugnisses.

Jeder Ausbildung und Unterweisung soll eine Ruhezeit für die Teilnehmer von
wenigstens acht Stunden vorausgehen.

Der Leiter der Ausbildung hat dafür Sorge zu tragen, dass die Ausbildung nach
diesem Plan durchgeführt wird und ihr Ziel erreicht. Hierzu hat er in Übereinstimmung
mit dem zuständigen Bergamt geeignete Personen zu bestimmen, die die Ausbildung
durchführen. Er hat über die planmäßige Ausbildung eines jeden Teilnehmers einen
schriftlichen Nachweis zu führen.

Die Ausbildung schließt mit einer Prüfung ab. Über die erfolgreiche Teilnahme wird
dem Bergwerksunternehmer und dem Teilnehmer eine gleichlautende Bescheinigung
ausgehändigt.

Die betrieblich erforderlichen jährlichen Unterweisungen durch Sprengsteiger sind
nicht Gegenstand dieses Planes.

 

 

1.

Ausbildung

1.1

Ausbildung zum Sprengsteiger und Befähigungsscheininhaber

1.1.1

Voraussetzungen

Zur Ausbildung zum Sprengsteiger werden nach Möglichkeit nur verantwortliche
Personen mit sprengtechnischer Vorbildung benannt.

 

 

1.1.2

Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt insgesamt 10 Ausbildungsschichten und beinhaltet
eine schriftliche und eine praktische Prüfung. Die Ausbildung beinhaltet sieben
Schichten theoretische Ausbildung einschließlich theoretischer Prüfung sowie zwei
Schichten praktische Ausbildung unter Tage und eine Schicht praktische Prüfung.

Die praktische Prüfung wird gruppenweise durchgeführt.

 

 

1.1.3

Stoffplan
- Aufgaben des Sprengsteigers
- Gesetze, Verordnungen, Richtlinien, Betriebsanweisungen, sonstige Regelungen
- Betriebsplan- und Erlaubnisverfahren
- Sicherheit bei der Sprengarbeit
- Sprengmittelwirtschaft, Führung des Verzeichnisses für explosionsgefährliche Stoffe,
   Abrechnung, Statistik
- Organisationsformen der Sprengarbeit
- Sprengtechnische Begriffe
- Für den Bergbau zugelassene Sprengmittel und ihre Verwendung
- Bohr- und Sprengtechnik
- Sprengverfahren, Einbruchsarten, Ausführung der Sprengarbeit, sprengtechnische
   Richtwerte
- Entwerfen von Sprengplänen und Leitsprengbildern
- praktische Übungen unter Tage
        - im Sprengmittellager
        - in Sprengbetrieben
        - Sprengschwadenbeurteilung
- Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit
- praktische Prüfung unter Tage

 

 

1.2

Ausbildung zum Sprengbeauftragten

1.2.1

Voraussetzungen

An der Ausbildung dürfen nur Personen teilnehmen, deren Zuverlässigkeit überprüft
worden ist. Die Anwärter müssen mindestens 21 Jahre alt sein und bei mindestens
20 Sprengungen als Helfer beschäftigt gewesen sein.

 

 

1.2.2

Theoretische Ausbildung

Die Dauer der theoretischen Ausbildung beträgt mindestens 18 Unterrichtsstunden
an drei Arbeitstagen. Hierbei ist vorausgesetzt, dass die Anwärter in der Ersten Hilfe
und in der Handhabung von Feuerlöschern ausgebildet sind. Andernfalls hat sich
diese Ausbildung anzuschließen.

Die sicherheitlichen Belange sowie die besonderen Gegebenheiten des Bergbau-
zweiges und Betriebes, in dem die Lehrgangsteilnehmer beschäftigt sind, sind
angemessen zu berücksichtigen.

 

 

1.2.3.

Stoffplan

- Allgemeines
  Aufbau, Eigenschaften, Empfindlichkeiten und Wirkungsweisen der im Betrieb
  gebräuchlichen Sprengstoffe und Zündmittel sowie des Sprengzubehörs.
- Bundesrechtliche und bergbehördliche Vorschriften für das Sprengwesen
- Sprengtechnik
- Sprengladungen
   Form, Aufbau (einschließlich Anordnung der Zündmittel), Lage, Anbringung und
   Wirkung.
- Sprengverfahren
  Bohrlochsprengungen mit Einbruchsarten, schonendem Sprengen u. a. m., 
  Knäpper- und Auflegersprengungen.
- Sprengörter
  Sprengen im Abbau, in Streckenvortrieben und beim Schachtteufen.
- Durchführung der Sprengarbeit
  Herrichten der Schlagpatrone, Laden der Bohrlöcher, Einbringen des Besatzes, 
  Kuppeln, Zündung, Gefahr der Frühzündung (z. B. durch elektrostatische Aufladung,
  Streuströme, Funkverkehr), Absperren des Gefahrenbereiches, Einhalten von
  Wartezeiten, Sprengschwaden.
  Sicherungsarbeiten nach dem Sprengen, Behandeln von Sprengversagern.
  Auswirkung des Sprengens auf die Umgebung.
  Wetterführung im Bereich des Sprengortes.
  Sprengschwaden: Gefahren und deren Vermeidung bzw. Minimierung, Maßnahmen
  bei Schwadenvergiftung.
- Nachweisführung
  Führung und Aufbewahrung des Nachweises über Erhalt und Verbrauch von
  Sprengmitteln.
- Ursachen und Folgen des Unbrauchbarwerdens von Sprengstoffen und Zündmitteln,
   Erkennen von verdorbenen Sprengstoffen sowie beschädigten Zündmitteln.

 

 

1.2.4

Praktische Ausbildung

Nach der theoretischen Ausbildung werden die Anwärter in Gruppen zu max. 3
Auszubildenden von der für die Sprengarbeit zuständigen verantwortlichen Person
oder von einem von dieser bestimmten Sprengbeauftragten praktisch in der
Sprengarbeit ausgebildet. Die Dauer der praktischen Ausbildung wird von dem
zuständigen Bergamt festgelegt, sie beträgt jedoch mindestens 3 Schichten.

 

 

1.2.5

Prüfung

Jeder Lehrgang ist mit einer Prüfung abzuschließen. Diese gliedert sich in einen
theoretischen und einen praktischen Teil.

Die Prüfung wird vom Leiter der Ausbildung im Beisein je eines Vertreters des
zuständigen Bergamtes und einer anerkannten Fachstelle für Sprengwesen durchgeführt.

a) Theoretische Prüfung
    Die theoretische Prüfung ist im allgemeinen schriftlich, kann aber teilweise durch
    die Beantwortung mündlicher Prüfungsfragen ersetzt oder ergänzt werden.

b) Praktische Prüfung
    Nach bestandener theoretischer Prüfung wird eine praktische Prüfung an einem
    geeigneten Betriebspunkt durchgeführt. Dafür werden Gruppen von höchstens
    sieben Anwärtern gebildet.

Über das Ergebnis der Prüfung entscheidet der Leiter der Ausbildung nach
Abstimmung mit dem Vertreter des Bergamtes und dem Vertreter der Fachstelle
für Sprengwesen.

 

 

2.

Unterweisung im Sprengwesen

2.1

Unterweisung der Sprengsteiger und Befähigungsscheininhaber

2.1.1

Ablauf der Unterweisung

Die Dauer der Unterweisung beträgt eine Schicht. An einer Unterweisung sollen
nicht mehr als 20 Personen teilnehmen.

 

 

2.1.2

Stoffplan
- Neuerungen im Vorschriftenwesen und Regelwerk
- Weiterentwicklungen der Sprengmittel und der Sprengtechnik
- Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit
- Erfahrungsaustausch

 

 

2.2

Unterweisung der Sprengbeauftragten

2.2.1

Ablauf der Unterweisung

Die Dauer der Unterweisung beträgt eine Schicht. An einer Unterweisung sollen
nicht mehr als 20 Personen teilnehmen.

 

 

2.2.2

Stoffplan
- Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit
- Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Sprengmittel und der Sprengtechnik
- Neuerungen im Vorschriftenwesen und im betrieblichen Regelwerk
- Vertiefung von Ausbildungsinhalten



12.12.2005

17.8-2005-10

Plan für die Ausbildung und Unterweisung im Sprengwesen für das Steinsalzbergwerk Borth unter Tage

A 4.13

Aufgrund verschiedener Änderungen in den Sprengvorschriften sowie der Neufassungen
der nordrhein-westfälischen Bergverordnungen wurde der o.a. Ausbildungs- und Unter-
weisungsplan von der DMT-Fachstelle für Sprengwesen in Abstimmung mit der
Bezirksregierung Arnsberg aktualisiert.

Mit Schreiben vom 05.Oktober 2005 hat die esco-european salt company GmbH & Co.KG
der Bezirksregierung Arnsberg gem. § 11 Abs. 3 BVOESSE den aktualisierten Plan angezeigt
und bestätigt, dass die in ihrem Betrieb mit Sprengmitteln umgehenden Personen künftig
nach diesem Plan ausgebildet und unterwiesen werden. 

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag:

H a h n



PLAN FÜR DIE AUSBILDUNG UND NACHSCHULUNG IM SPRENGWESEN
FÜR DAS STEINSALZBERGWERK BORTH UNTER TAGE

Inhaltsübersicht

0.     Allgemeines

1.     Ausbildung im Sprengwesen

1.1 Sprengtechnische Aufsichtspersonen
1.2 Sprengbeauftragte
1.3 Sprenghelfer und Sprengmittelausgeber

2.   Nachschulung

3.   Jährliche Unterweisungen

0.   Allgemeines

Befähigungsschein: Die Fachkunde für Befähigungsscheininhaber kann durch die erfolgreiche
Teilnahme an einem Lehrgang erworben werden, dessen Ausbildungsplan aufgrund landesrechtlicher
Vorschriften nach § 37 der 1.Spreng V anerkannt wurde, oder durch eine erfolgreiche Teilnahme
an einem staatlichen anerkannten Lehrgang nach § 32 der 1.Spreng V.

Der Plan für die Ausbildung und Nachschulung im Sprengwesen nach § 11 Abs. 3 BVOESSE
vom 1.6.1999 i. d. F. vom 21.12.2000 regelt in Verbindung mit § 37 der Ersten Verordnung zum
Sprengstoffgesetz (1. SprengV) in der zur Zeit gültigen Fassung die Ausbildung für

  • sprengtechnische Aufsichtspersonen

  • Sprengbeauftragte,

  • Sprenghelfer und Sprengmittelausgeber

Darüber hinaus erfolgen nach dem vorliegenden Plan die regelmäßigen Nachschulungen der

  • sprengtechnischen Aufsichtspersonen sowie

  • Sprengbeauftragten.

Es werden nur Personen ausgebildet, die die erforderliche Zuverlässigkeit und die persönliche
Eignung besitzen. Der Nachweis der Zuverlässigkeit erfolgt durch Vorlage einer Unbedenk-
lichkeitsbescheinigung. Die Ausbildung und Nachschulung der sprengtechnischen Aufsichts-
personen und Sprengbeauftragten wird von einer hierzu anerkannten Fachstelle oder einem
anerkannten Sachverständigen geleitet. Bei der Ausbildung wird der Befähigungsscheininhaber
beteiligt. Die Ausbildung der Sprenghelfer und Sprengmittelausgeber wird vom Befähigungs-
scheininhaber durchgeführt. Eine Nachschulung ist für diesen Personenkreis nicht notwendig.
Der Bergbehörde wird Gelegenheit zur Teilnahme an den Ausbildungslehrgängen gegeben.

An einer Ausbildung oder Nachschulung sollen nicht mehr als 20 Personen teilnehmen. Die
Nachschulungen für alle betroffenen Personenkreise erfolgen in Zeitabständen von längstens
fünf Jahren.

Nach längstens fünf Jahren erfolgt eine weitere Prüfung der Zuverlässigkeit durch Vorlage
einer neuen Unbedenklichkeitsbescheinigung. Jeder Ausbildung und Nachschulung soll eine
Ruhezeit für die Teilnehmer von wenigstens acht Stunden vorausgehen.

Der Leiter der Ausbildung und Nachschulung hat dafür Sorge zu tragen, dass die Ausbildung
nach diesem Plan durchgeführt wird und ihr Ziel erreicht. Hierzu hat er in Übereinstimmung
mit dem zuständigen Bergamt geeignete Personen zu bestimmen, die die Ausbildung und
Nachschulung durchführen. Er hat über die planmäßige Ausbildung und Nachschulung eines
jeden Teilnehmers einen schriftlichen Nachweis zu führen. Die Ausbildung schließt mit einer
Prüfung ab. Bei der Nachschulung erfolgt nur eine mündliche Überprüfung der erlangten
Fachkenntnisse. Über die erfolgreiche Teilnahme an Prüfungen und Nachschulungen werden
dem Bergwerksunternehmer sowie dem Teilnehmer gleichlautende Bescheinigungen ausgehändigt.

1.    Ausbildung im Sprengwesen

1.1    Sprengtechnische Aufsichtspersonen

1.1.1  Voraussetzungen

Zur Ausbildung zur sprengtechnischen Aufsicht werden nur verantwortliche Personen mit
sprengtechnischer Vorbildung benannt. Hierbei ist vorausgesetzt, dass die Anwärter in der
Ersten Hilfe und in der Handhabung von Feuerlöschern ausgebildet sind.

1.1.2  Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt insgesamt 10 Ausbildungsschichten und beinhaltet eine
schriftliche und eine praktische Prüfung. Die Ausbildung beinhaltet sieben Schichten
theoretische Ausbildung einschließlich theoretische Prüfung sowie zwei Schichten
praktische Ausbildung unter Tage und eine Schicht praktische Prüfung. Die praktische
Prüfung wird gruppenweise durchgeführt.

1.1.3 Ausbildungsinhalt

  • Aufgaben der sprengtechnischen Aufsichtspersonen

  • Gesetze, Verordnungen, Richtlinien, Betriebsanweisungen, sonstige Regelungen

  • Betriebsplan- und Erlaubnisverfahren

  • Sicherheit bei der Sprengarbeit

  • Sprengmittelwirtschaft, Führung des Verzeichnisses für explosionsgefährliche Stoffe,

  • Abrechnung und Statistik

  • Organisationsformen der Sprengarbeit

  • Sprengtechnische Begriffe

  • Für den Bergbau zugelassene Sprengmittel und ihre Verwendung

  • Bohr- und Sprengtechnik

  • Sprengverfahren, Einbruchsarten, Ausführung der Sprengarbeit, sprengtechnische Richtwerte

  • Entwerfen von Sprengplänen und Leitsprengbildern

1.1.3  praktische Ausbildung unter Tage

  • im Sprengmittellager

  • in Sprengbetrieben

  • Sprengschwadenbeurteilung

  • Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit

1.2  Sprengbeauftragte

1.2.1  Voraussetzung

Die Anwärter müssen mindestens 21 Jahre alt sein und bei mindestens 20 Sprengungen
als Helfer mitgewirkt haben. Hierbei ist vorausgesetzt, dass die Anwärter in der Ersten Hilfe
und in der Handhabung von Feuerlöschern ausgebildet sind.

1.2.2  Ablauf der Ausbildung

Die Dauer der Ausbildung beträgt 5 Ausbildungsschichten. Die Ausbildung beinhaltet
3 Schichten Theorie, 2 Schichten Prüfung, davon eine Schicht theoretische und eine Schicht
praktische Prüfung.

1.2.3   Ausbildungsinhalt

  • Aufbau, Eigenschaften, Empfindlichkeiten und Wirkungsweisen der auf der Grube
    gebräuchlichen Sprengstoffe und Zündmittel sowie des Sprengzubehörs.

  • Bergbehördliche Vorschriften

  • Sprengtechnik

  • Sprengladungen - Form, Aufbau (einschließlich Anordnung der Zündmittel), Lage,
    Anbringung und Wirkung

  • Sprengverfahren - Bohrlochsprengungen mit Einbruchsarten, schonendem Sprengen
    u.a.m. Knäpper- und Auflegersprengungen

  • Sprengörter - Sprengen im Abbau, in Streckenvortrieben und beim Schachtteufen

  • Durchführung der Sprengarbeit - Herrichten der Schlagpatrone, Laden der Bohrlöcher,
    Besatz einbringen, Kuppeln, Zündung, Gefahr der Frühzündung, (z.B. durch
    elektrostatische Aufladung, Streuströme, Funkverkehr), Absperren des Gefahrenbereiches,
    Einhalten von Wartezeiten, Sprengschwaden.

  • Sicherheitsarbeiten nach dem Sprengen, Behandeln von Sprengversagern Auswirkung der
    Sprengung auf die Umgebung Wetterführung im Bereich des Sprengortes

  • Gefahren bei Sprengschwaden und deren Beseitigung, Maßnahmen bei Schwadenvergiftung

  • Führung und Aufbewahrung des Nachweises über Erhalt und Verbrauch von Sprengmitteln

  • Unbrauchbare Sprengmittel - Ursachen und Folgen des Unbrauchbarwerdens von
    Sprengstoffen und Zündmitteln

  • Erkennen von verdorbenen Sprengstoffen sowie beschädigten Zündmitteln

1.2.4  praktische Ausbildung unter Tage

  • im Sprengmittellager

  • in Sprengbetrieben

  • Sprengschwadenbeurteilung

  • Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit

1.2.5 Prüfung

Die theoretische Prüfung ist im Allgemeinen schriftlich, kann aber teilweise durch die
Beantwortung mündlicher Prüfungsfragen ersetzt oder ergänzt werden.

Nach bestandener theoretischer Prüfung wird eine praktische Prüfung an einem geeigneten
Betriebspunkt durchgeführt. Dafür werden Gruppen von max. 7 Anwärtern gebildet. Eine
Wiederholung der Prüfung ist höchstens einmal zulässig.

1.3  Sprenghelfer und Sprengmittelausgeber

1.3.1.1 Voraussetzungen

Die Anwärter müssen mindestens 21 Jahre alt sein. Hierbei ist vorausgesetzt, dass die
Anwärter in der Ersten Hilfe und in der Handhabung von Feuerlöschern ausgebildet sind.

1.3.2 Praktische Ausbildung

Zukünftige Sprenghelfer erlangen praktische Grundkenntnisse im Umgang mit Sprengmitteln
durch die Mitwirkung bei der Sprengarbeit vor Ort. Diese beträgt min. 20 Schichten.
Dabei werden sie bei der Ausführung ihrer praktischen Sprengarbeit vom Befähigungs-
scheininhaber oder dessen Stellvertreter beobachtet und anschließend beurteilt.

Zukünftige Sprengmittelausgeber sollen als Voraussetzung zumindest ausgebildete Sprenghelfer
sein und vom Sprengmittelausgeber in der Führung des Sprengmittellagers eingewiesen und
abschließend vom Befähigungsscheininhaber beurteilt werden.

1.3.3 Theoretische Ausbildung

Diese beträgt eine Schicht, mindestens aber 6 Stunden. Themenstoff ist der Inhalt der
Dienstanweisung für Sprengbeauftragte und Sprenghelfer, sowie der allgemeine praktische
Umgang mit Sprengmitteln im Betrieb. Sprengmittelausgeber erhalten zusätzlich die
Dienstanweisung für Sprengmittelausgeber. Zum Abschluss erfolgt eine mündliche Abfrage
der erworbenen Fachkenntnisse durch den Befähigungsscheininhaber oder dessen Stellvertreter.

2.  Nachschulung

2.1   Ablauf der Nachschulung

Die Dauer der Nachschulung beträgt eine Schicht. An einer Nachschulung sollen nicht mehr
als 20 Personen teilnehmen.

2.1.1 Stoffplan

  • Neuerungen im Vorschriftenwesen und Regelwerk

  • Weiterentwicklung der Sprengmittel und der Sprengtechnik

  • Unfälle und besondere Vorkommnisse bei der Sprengarbeit

  • Erfahrungsaustausch

  • Vertiefung von Ausbildungsinhalten

  • Überprüfung der Fachkenntnisse

3.   Jährliche Unterweisung

Die betrieblichen jährlichen Unterweisungen für die in der Sprengarbeit tätigen Personen
werden vom Befähigungsscheininhaber durchgeführt.



05.05.1994

18.33.3-2-11

Plan für die Ausbildung der Wettersteiger

A 4.18

Plan für die Ausbildung der Wettersteiger vom 05.05.1994

gemäß § 38 Abs. 2 der Bergverordnung für die Steinkohlenbergwerke vom 10.01.2000

Stand: 05.07.2002

1. Allgemeines

1.1. Zur Ausbildung als Wettersteiger werden nur Personen bestimmt,

1.1.1. die den im Hinblick auf die für die Sicherheit erhebliche Bedeutung der Grubenbewetterung 
          zu stellenden Anforderungen an die Zuverlässigkeit und Qualifikation voll genügen und
          grubentauglich sind,

1.1.2. die das Abschlusszeugnis einer Bergfachschule oder einer noch weitergehenden bergmännischen
          Ausbildungsstätte, z.B. Fachhochschule, besitzen,

1.1.3. deren Ausbildungsabschluss nach Ziffer 1.1.2 im Allgemeinen nicht mehr als 10 Jahre zurückliegt
          und

1.1.4. die über wenigstens zwei Jahre als verantwortliche Person beschäftigt gewesen sind sowie über
          ausreichende betriebliche Erfahrungen im Untertagebetrieb eines Steinkohlenbergwerks verfügen.

1.2. Die Ausbildung wird von Ausbildungsstellen durchgeführt, die die Bezirksregierung Arnsberg hierfür
       anerkannt hat. Sie findet in Gruppen von möglichst nicht mehr als 20 Teilnehmern statt.

1.3. Zur Aufrechterhaltung der Qualifikation als Wettersteiger ist eine regelmäßige Teilnahme an
       Nachschulungslehrgängen der unter 1.2 angeführten Ausbildungsstellen erforderlich.

2. Ablauf der Ausbildung

2.1. Die Ausbildung umfasst etwa 40 Ausbildungstage. Sie besteht aus

- einem theoretischen Teil,
- einem praktischen Teil,
- einer Auswertung wettertechnischer Messungen sowie
- einer theoretischen und praktischen Prüfung.

Die Ausbildung wird während des Lehrgangs durch ein Praktikum von mindestens vier Tagen
auf der Schachtanlage des Teilnehmers ergänzt. Dieses Praktikum umfasst Messübungen und
Befahrungen mit einem erfahrenen Wettersteiger. Der Teilnehmer sollte vor Beginn des Lehrgangs
mit den wettertechnischen Verhältnissen seiner Schachtanlage und den Aufgaben des Wettersteigers
durch Mitarbeit in der Wetterabteilung des Bergwerks vertraut gemacht werden.

2.2. Bei der Ausbildung der Wettersteiger wird der jeweils neueste Stand der Wettertechnik und
       des behördlichen Regelwerkes zugrunde gelegt.

Der theoretische Teil umfasst Vorträge, Lehrgespräche und Übungen über folgende Gebiete:

- Hauptbewetterung
- Sonderbewetterung
- Ausgasung
- Grubenklima
- Messtechnik
- Wetterberichterstattung
- Behördliches Regelwerk
- Angrenzende Fachgebiete
(Grubenbrand, Explosionsschutz, Sprengtechnik)

Der praktische Teil umfasst:

- Messungen am Lüfter, im Wetterkanal und im Grubengebäude (Geschwindigkeit, Querschnitt, Druck)
- Druckmessungen in einem geschlossenen Wetterweg
- Gasmessungen in einem Abbau
- Messübungen an ortsfesten Messgeräten
- Messübungen in einem sonderbewetterten Betrieb

einschließlich der Auswertung.

2.3 Zum Abschluss des Lehrgangs findet eine theoretische und praktische Abschlussprüfung statt,
die von der ausbildenden Fachstelle durchgeführt wird. Der Termin der Abschlussprüfung wird der
Bezirksregierung Arnsberg rechtzeitig vorher angezeigt.

Jeder Teilnehmer, der die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, erhält eine Bescheinigung.

3. Die Nachschulung der Wettersteiger und ihrer Stellvertreter über den neuesten Stand der Wettertechnik
    und des bergbehördlichen Regelwerkes wird in jährlichen Abständen in eintägigen Lehrgängen
    durchgeführt.



05.05.1994

18.33.3-2-11

Plan für die Ausbildung der Wettermänner

A 4.18

Plan für die Ausbildung der Wettermänner vom 05.05.1994

gemäß § 38 Abs. 2 der Bergverordnung für die Steinkohlenbergwerke vom 10.01.2000

Stand: 05.07.2002

A.  Allgemeines

1. Als Wettermänner werden nur Personen ausgebildet, die über eine ausreichende bergmännische
    Erfahrung verfügen.

2. Die Ausbildung erfolgt in einem Lehrgang, der mindestens eine Unterrichtsschicht, zwei
    Belehrungsschichten unter Tage und eine Einweisungsschicht in seinem Fahrbereich umfasst.

3. Die Ausbildung erfolgt durch vom Unternehmer beauftragte fachkundige Personen.

4. An einem Lehrgang sollten nicht mehr als 15 Personen teilnehmen. Für die Belehrungsschichten
    sollten Gruppen von möglichst nicht mehr als fünf Teilnehmern gebildet werden.

5. Die Ausbildung wird mit einer Prüfung durch eine vom Unternehmer beauftragte Person
    abgeschlossen.

6. Nach bestandener Prüfung wird dem Lehrgangsteilnehmer eine Betriebsanweisung für Wettermänner
    ausgehändigt. Der Empfang der Betriebsanweisung ist durch Unterschrift zu bestätigen.

B. Ausbildung

1. Theoretische Ausbildung

  • Kurze Darstellung der Grubenbewetterung, Besprechung von Bewetterungseinrichtungen
    wie Wetterschleusen, Sonderbewetterungsanlagen, Gasabsaugeanlagen, Messstationen
  • Feststellen von Methan, anderen schädlichen Gasen und Sauerstoffmangel sowie
    Handhabung und Überprüfung der dazu eingesetzten tragbaren Messgeräte und
    Handmessgeräte (die Einweisung in die Messtechnik ist bei Einführung anderer
    Messgeräte erneut vorzunehmen)
  • Feststellen besonderer Ereignisse wie Einwirkungen von Gebirgsbewegungen auf
    wettertechnische Betriebsmittel, Brandursachen
  • Meldung von Feststellungen
  • Erläuterung der Betriebsanweisung und einschlägiger bergbehördlicher Vorschriften

2.  Praktische Ausbildung

  • Befahrung von Betriebspunkten unter Tage: Abbau- und Raubbetriebe, sonderbewetterte
    Aus- und Vorrichtungsbetriebe, besondere Betriebspunkte wie Blindschachtköpfe,
    Schachtsümpfe und Abdämmungen; wettertechnische Einrichtungen
  • Durchführung von CH4-Messungen im freien Wetterquerschnitt in Hohlräumen und
    in Schnüffelrohren, Messübungen mit Sonden

3.  Betriebliche Einweisung in den Fahrbereich

  • Vertrautmachen mit den örtlichen Verhältnissen, Vorführung der Messstellen und
    Ausführung der Messungen (diese Einweisung ist bei Verlegung des Wettermannes
    in einen anderen Fahrbereich zu wiederholen)


05.05.1994

18.33.3-2-11

Plan für die Ausbildung der Mitglieder
von Wettermesstrupps

A 4.18

Plan für die Ausbildung von in Wettermesstrupps tätigen Personen vom 05.05.1994

gemäß § 38 Abs. 2 der Bergverordnung für die Steinkohlenbergwerke vom 10.01.2000

Stand: 05.07.2002

A.  Allgemeines

1.  Zur Ausbildung werden Personen benannt, die

  • in einer angemessenen Zeit durch ihre Mitarbeit in der Wetterabteilung ihres Bergwerks mit
    den wettertechnischen Verhältnissen des Bergwerks vertraut gemacht wurden und
  • im Hinblick auf die sicherheitlichen Aufgaben eine entsprechende Zuverlässigkeit und
    Qualifikation erkennen lassen.

2.  Die Ausbildung erfolgt in einem Lehrgang, der mindestens drei Unterrichtsschichten und 
     zwei Belehrungsschichten unter Tage umfasst. Für die Übernahme besonderer Aufgaben, 
     z. B. Überprüfung ortsfester Messanlagen, Überwachung der Sonderbewetterung in 
     mechanisierten Streckenvortrieben oder der Gasabsaugung werden zusätzliche Unterweisungen 
     ggf. von der benannten Fachstelle vorgenommen.

3.  Die Ausbildung erfolgt durch eine vom Unternehmer beauftragte fachkundige Person.

4.  An einem Lehrgang sollen nicht mehr als 15 Personen teilnehmen. Bei den Belehrungsschichten 
     sollen Gruppen von möglichst nicht mehr als fünf Teilnehmern gebildet werden.

5.  Die Ausbildung wird mit einer Prüfung durch eine vom Unternehmer beauftragte Person 
     abgeschlossen.

6.  Nach bestandener Prüfung wird dem Lehrgangsteilnehmer eine Betriebsanweisung für die 
     in Wettermesstrupps tätigen Personen ausgehändigt. Der Empfang der Betriebsanweisung 
     ist durch Unterschrift zu bestätigen.

B.  Ausbildung

1.  Theoretische Ausbildung

  • Einführung in die Grubenbewetterung unter besonderer Berücksichtigung des Bergwerks,
    Haupt- und Sonderbewetterung, Betriebsmittel zur Verteilung der Wetter in der Grube,
    Betriebsmittel und Aufbau der Sonderbewetterungsanlagen, Wetterabteilungen
  • Entstehung und Vorkommen schädlicher Gase, Sauerstoffmangel, Methanzustrom in
    Ausrichtungs-, Vorrichtungs-, Abbau- und Raubbetrieben, Methanschichten und ihre Beseitigung,
    Beherrschung der Ausgasung durch Bewetterung und Gasabsaugung
  • Grubenklima
  • Wettertechnische Messungen, Messverfahren, Handhabung und Überprüfung von tragbaren
    Messgeräten und Handmessgeräten zur Messung von Wettergeschwindigkeit, Querschnitt,
    Wettertemperaturen, Wetterdruck und Gasgehalten, Messungen in den Gasabsaugeanlagen.
    Entnahme von Wetterproben, Auswertung von Messungen (die Einweisung in die Messtechnik
    ist bei Einführung anderer Messgeräte erneut vorzunehmen)
  • Feststellen eines Grubenbrandes
  • Verhalten bei Feststellen schadhafter Einrichtungen und unzulässiger Zustände, Meldung der
    Feststellungen
  • Erläuterung der Betriebsanweisung und einschlägiger bergbehördlicher Vorschriften

2.  Praktische Ausbildung

  • Handhabung der Messgeräte
  • Befahrung der verschiedenen Betriebspunkte und Durchführung wettertechnischer Messungen
  • Befahrung der wettertechnischen Einrichtungen