13.01.2006

83.18.8-2000-12

Richtlinien über das explosionsfeste
Abdämmen von aufgegebenen Grubenbauen

A 2.15


An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalens (außer Düren)

Richtlinien der Bezirksregierung Arnsberg über das explosionsfeste Abdämmen von aufgegebenen
Grubenbauen

Rundverfügungen vom 21.04.1971, 15.03.1979 und 20.12.1985 - 18.13.1-2-1 -

Mit den nachfolgend bekannt gemachten Richtlinien werden die bisherigen Abdämmungs-Richtlinien
sowie zugehörige Ergänzungsverfügungen aktualisiert.

Die unter Beteiligung der Deutschen Steinkohle AG und der Bergämter erarbeitete Neufassung war
geboten, da sich der Stand der Technik beim Erstellen von Abschlussdämmen in Bezug auf die
bisherigen Richtlinien wesentlich geändert hat.

Darüber hinaus enthielten die vormaligen Richtlinien umfangreiche Anforderungen an das Sperren
aufgegebener Grubenbaue, das nach der geltenden Bergverordnung für die Steinkohlenbergwerke
(BVOSt) nicht mehr zulässig ist.

Ich bitte die aktualisierten Abdämmungs-Richtlinien betriebsplanmäßig zur Geltung zu bringen.

Die bisherigen „Richtlinien für Sperrung und Abdämmung von Grubenbauen im Steinkohlenbergbau“
vom 21.4.1971, - 18.13.1-2-1 - und zugehörige Ergänzungsverfügungen vom 15.3.1979 sowie vom
20.12.1985 werden hiermit aufgehoben.

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW

Im Auftrag:

K i r c h n e r



Richtlinien der Bezirksregierung Arnsberg
über das explosionsfeste Abdämmen von
aufgegebenen Grubenbauen
(Abdämmungs-Richtlinien)

Inhaltsverzeichnis

1.     Anwendungsbereich

2.     Begriffsbestimmungen

3.     Planung und Errichtung explosionsfester Dämme

4.     Überwachung explosionsfester Dämme
4.1   Prüfung nach Fertigstellung
4.2   Folgeprüfungen

5.   Dokumentation

Anlage 1  Standardberechnung explosionsfester Kurzdämme

Anlage 2   DSK-Regelungen zum Einsatz von mineralischen Baustoffen unter Tage

Anlage 3    Betriebsempfehlung: Bewetterung und Überwachung von Abschlussdämmen

Anlage 4    Dammtafel

 
1.   Anwendungsbereich

Diese Richtlinien gelten für das explosionsfeste Abdämmen von aufgegebenen Grubenbauen
im nordrhein-westfälischen Steinkohlenbergbau nach § 26 Abs. 1 BVOSt. Die Anforderungen
an die Überwachung und Dokumentation nach den Abschnitten 4 und 5 gelten auch für bereits
vorhandene Abschlussdämme.

Diese Richtlinien gelten nicht für Spezialdämme ( z. B. Brand- oder Wasserdämme ) sowie für
das Abdämmen und/oder Verfüllen aufgegebener Tagesschächte.

2.    Begriffsbestimmungen

Explosionsfeste Dämme:

Dämme in söhligen und geneigten Grubenbauen gelten als explosionsfest, wenn sie rechnerisch
einer statischen Druckbelastung von mindestens 5 bar in Richtung der Streckenachse standhalten.

In seigeren Grubenbauen müssen explosionsfeste Dämme einer statischen Druckbelastung von
mindestens 8 bar, die von oben auf den Damm wirkt, standhalten.

3.   Planung und Errichtung explosionsfester Dämme

Der Wetteringenieur ist sowohl bei der Wahl des Standortes von Abschlussdämmen  und eventuell
erforderlicher Zusatzmaßnahmen, wie Verpressarbeiten vor Aufnahme der Dammbauarbeiten, als
auch bei der Festlegung der Einbauten ( Entgasungs- und Entwässerungsleitung, Dammrohre )
maßgeblich am Entscheidungsprozess zu beteiligen. Auf Grund von Wetternetzberechnungen und
betrieblichen Erfahrungen hat der Wetteringenieur vor der Festlegung der Dammbaustelle und der
erforderlichen Dammeinbauten festzulegen, in welche Kategorie der Abschlussdamm voraussichtlich
eingestuft werden muss. Hiervon ausgehend ist nach dem nachfolgend dargestellten Entscheid-
ungsweg vorzugehen.

Anlage 1 Flussdiagramm

Explosionsfeste Abschlussdämme werden üblicherweise als Kurzdämme aus mineralischen
Dammbaustoffen mit hoher Biegezugfestigkeit errichtet. Die erforderliche Festigkeit dieser
Dämme ist rechnerisch nachzuweisen. Dabei sind zu erwartende Einwirkungen des Gebirgsdrucks
auf den Damm  zu berücksichtigen. Bauweise, Material und Einbauten der Abschlussdämme
müssen so beschaffen sein, dass äußere Einflüsse (z.B. aggressive Wässer,  Luftfeuchtigkeit oder
Temperatur) die Explosionsfestigkeit nicht beeinflussen können. Die Standardberechnungsverfahren
sind in der Anlage  1 dargestellt. Abweichungen von den Standardberechnungsverfahren bedürfen
einer Prüfung durch einen dafür anerkannten Sachverständigen oder einer anerkannten sachverständigen
Stelle.

Abschlussdämme sind mit einer ausreichenden Anzahl von Dammrohren zur Bewetterung sowie
mit Schnüffelrohren zu versehen. Alle durch den Damm führenden Rohre und ihre Armaturen
müssen einer statischen Druckbelastung von mindestens 5 bar standhalten. Die Rohre sind so
einzubauen, dass sie von der befahrbaren Seite jederzeit zugänglich sind.

Bei der Errichtung der Dämme sind die „DSK-Regelungen zum Einsatz von mineralischen Baustoffen
unter Tage“ (s. Anlage 2) zu berücksichtigen.

4.   Überwachung explosionsfester Dämme

Zur Bewetterung und Überwachung von Abschlussdämmen ist die Betriebsempfehlung
„Bewetterung und Überwachung von Abschlussdämmen“ zu beachten (s. Anlage 3).
Zusätzlich ist Folgendes zu beachten:

4.1    Prüfung nach Fertigstellung

Spätestens 14 Tage nach Beendigung der Abdämmungsarbeiten muss eine Prüfung nach
§ 4 Abs. 2 BVOSt durch eine verantwortliche Person erfolgen. Dabei sind festzustellen:

  1. der Zustand des Dammes und des umgebenden Gebirges sowie des Dammanschlusses
    an das Gebirge,

  2. das Wetterdruckgefälle am Damm (Unterschied der statischen Drücke vor und hinter
    dem Damm),

  3. die Wirksamkeit des Dammabschlusses durch Prüfung auf  Wettereintritts- oder
    Gasaustrittsstellen,

  4. der Gehalt der Wetter vor dem Damm an CH4 und anderen schädlichen Gasen; die
    Feststellung des Gehalts an anderen schädlichen Gasen kann entfallen, wenn die zuständige
    verantwortliche Person (Brandschutz- und Wettersteiger) es nach den örtlichen Gegebenheiten
    nicht für notwendig hält,

  5. bei ausziehenden Dämmen die Gehalte an CH4 und anderen schädlichen Gasen
    - insbesondere CO - im geöffneten Schnüffelrohr.

Bei Dämmen, die zum Abschluss vorher nicht durchschlägiger Grubenbaue dienen, können die
Feststellungen nach den Buchstaben b. und c. entfallen.

4.2 Folgeprüfungen

Weitere Prüfungen nach § 4 Abs. 2 BVOSt  sind in Abständen von 14 Tagen über einen Zeitraum
von mindestens 6 Wochen entsprechend Abschnitt 4.1 a. bis e. vorzunehmen. Daran anschließend
ist entsprechend Abschnitt  4.1. a. bis e. mindestens jährlich zu prüfen. Über die jährlichen Prüfungen
nach Abschnitt 4.1 b. hinaus ist das Wetterdruckgefälle am Damm nach wesentlichen Änderungen
der Wetter- oder Druckverteilung zu ermitteln (z.B. Druckänderungen im Bereich von Dämmen).

Besteht die Gefahr, dass die Dichtheit oder Explosionsfestigkeit  eines Dammes durch äußere Einflüsse,
z.B. durch Abbaueinwirkungen beeinträch-tigt wird, so sind für die Überwachung kürzere Fristen
festzulegen.

Bei Dämmen, die zum Abschluss vorher nicht durchschlägiger Grubenbaue dienen, können die
Feststellungen nach Abschnitt 4.1 b. und c. auch bei den weiteren Prüfungen entfallen.

5. Dokumentation

Für  jeden Abschlussdamm sind  Nachweise mit folgenden  Angaben zu füh-ren und verfügbar zu halten:

  1. Kennzeichnung,

  2. Ortsangabe,

  3. Maße des Grubenbaues an der Einbaustelle (größte Höhe und Breite nach Lüften des
    Verzuges ohne Auskerbungen für die Widerlager bzw. Stützwände),

  4. Bauart (z. B. Länge des Dammkerns, verwendeter Baustoff),

  5. Datum der Fertigstellung,

  6. Datum und Ergebnis der Prüfung nach Abschnitt 4.1,

  7. Datum und Ergebnisse der Folgeprüfungen nach Abschnitt 4.2,

  8. nachträgliche bauliche Änderungen und Abdichtungsmaßnahmen.

Die Nachweise für Dämme sind auch dann weiterhin aufzubewahren, wenn der Damm selbst
nicht mehr zugänglich ist.

Abschlussdämme sind durch Tafeln (s. Anlage 4) mit Angaben zum Datum, der Richtung des
ermittelten Wetterdruckgefälles, Dammnummer und Unterschrift des Prüfers zu kennzeichnen.

Abschlussdämme sind dem Markscheider zu melden und in das Grubenbild einzutragen sowie
gem. § 16 Abs. 6 ABBergV im Bewetterungsplan darzustellen.


Bild Anlage 1


Anlage 2

DSK-Regelungen zum Einsatz von mineralischen Baustoffen unter Tage

1   Anwendungsbereich

Diese Regelungen gelten für alle Grubenbaue der Bergwerke in der DSK. Sie beschreiben die
grundsätzlichen,  zu berücksichtigenden Gesichtspunkte beim Einsatz von mineralischen Baustoffen
gemäß nachfolgender Definitionen. Vom Anwendungsbereich ausgenommen sind die maschinen-
technischen Aspekte, die Einrichtungen zum Einbringen von Baustoffen gemäß Anlage 1, sowie
Sonderbaustoffe, wie z.B. Injektions- und Ankermörtel.

2   Definitionen

Hinterfüllen: 

Verfüllen von Hohlräumen zwischen den mit Verzugsmatten und Abdichtgewebe  (z.B. Jute) hinterlegten Stahlbögen und dem Gebirge.

Durchspritzen:

Verfüllen von Hohlräumen zwischen den mit offenen Verzugsmatten versehenen Stahlbögen und dem Gebirge durch radialen Auftrag des  Baustoffes. Hierbei kann der Verzug mit eingespritzt  werden.

Versiegeln:

Verschließen von Rissen und Klüften durch Auftrag mit nicht weiter definierter Spritzstärke, um dichte Oberflächen zu schaffen.

Anspritzen / Torkretieren: 

Auftragen von anhaftendem Baustoff mit oder ohne bewehrende(n) Fasern in definierter Spritzstärke.

Konsolidieren:

Anspritzen freigelegter Gesteinsflächen mit  soforttragenden Baustoffen ( 5 N/mm² nach 1 h ) zur schnelleren Sicherung gegen Stein- und Kohlenfall.

3   Allgemeine Anforderungen


4   Besondere Anforderungen bei der Anwendung der Spritzverfahren

Bei der Anwendung des Nassspritzverfahrens (hydromechanische oder hydraulische Verarbeitung)
sind folgende Gesichtspunkte zu beachten:

Bei der Anwendung des Trockenspritzverfahrens (pneumatische Verarbeitung) ist insbesondere
zu beachten, dass die Funktion und der Zustand der Bedüsungseinrichtung unmittelbar  vor
Aufnahme und sowie nach Ende der Spritzarbeiten  geprüft werden.

Anlagen

Anlage 2 Bild 1

  Anlage 2 Bild 2

Anlage 2 - Anlage 2

Betriebsanweisung

für Personen, die mit hydraulisch abbindenden Baustoffen umgehen

Ausgabe: Juli 1989
RAG-Nr. 849203

1. Allgemeines

1.1 Diese Betriebsanweisung gilt für Personen, die mit Baustoffen umgehen. Zum Beispiel bei dem
     Herstellen von Streckenbegleitdämmen,

1.2 Mit Baustoffen dürfen nur Personen umgehen, die hierfür unterwiesen und beauftragt sind.

1.3 Die meisten hydraulisch abbindenden Bau- und Zumischstoffe können durch ihre ätzende
      Wirkung Schädigungen der Haut hervorrufen. Besonders gefährdet sind Augen, Schleimhäute
      und Wunden sowie Reib- und Schwitzstellen.

1.4 Betriebsanleitung, Betätigungs- und Wartungsanweisung des Herstellers der Maschine sowie
     die Verarbeitungshinweise für den Baustoff sind zu beachten.

1.5 Hinweis- und Warnschilder beachten.

1.6 Undichte Maschinen und Leitungen könne zu Verletzungen und Staubentwicklungen führen.
      Festgestellte Mängel an Maschinen oder Leitungen sofort beseitigen. Ist dies nicht möglich,
      die zuständige Aufsichtsperson benachrichtigen. Können durch Mängel Personen gefährdet
      werden, muß die Anlage außer Betrieb genommen werden.

2. Persönliche Körperschutzmittel

2.1 Beim Umgang mit Baustoffen müssen persönliche Körperschutzmittel getragen werden
     (z. B. Augen-/Gesichtsschutz, Atemschutz, Schutzkleidung, Stulpenhandschuhe).

2.2 Freie Körperstellen schützen (z. B. durch Hautschutzcreme).

3. Maßnahmen bei Hautkontakt mit Baustoffen

3.1 Augenspritzer sind mit viel Wasser auszuspülen. Der werksärztliche Dienst ist unverzüglich
      aufzusuchen.

3.2 Spritzer auf der Haut sofort gründlich mit Wasser abwaschen.

4. Betriebsvorbereitung

4.1 Vor Aufnahme des Betriebes den sicheren Standort und die ordnungsgemäße Installation der 
      Anlage überprüfen (besonders bei mobilen Anlagen). Sicherstellen, daß ausreichende Betätigungs-
      freiräume vorhanden sind.

4.2 Vor Aufnahme des Betriebes auf Vorhandensein und Funktionsfähigkeit überprüfen:

4.2 Bei zentraler Baustoffversorgung auf die richtige Anwahl der anfordernden Betriebe achten
     (Rohrleitungsweiche).

4.3 Vor Aufnahme des Betriebes überprüfen, ob sich keine Personen im Gefahrenbereich aufhalten.

5.  Betrieb

5.1 Bei laufendem Betrieb auf folgendes achten:

5.2 Niemals Schutzvorrichtungen ändern oder entfernen.

6. Betriebsstörungen, Wartungs- und Reparaturarbeiten

6.1 Störungsbeseitigungen, Wartungs- und Reparaturarbeiten dürfen nur bei stillgesetzter und
     druckentlasteter Anlage durchgeführt werden.Die Anlage gegen unbefugtes Wiedereinschalten
     sichern.

6.2 Beseitigung von Leitungsverstopfern

7. Nach Betrieb

7.1 Nach Beendigung der Baustoffversorgung

7.2 Nach Beendigung der Arbeiten die Anlage gegen unbefugte Inbetriebnahme sichern.

8. Zusätzliche betriebliche Anweisungen


Anlage 3

Betriebsempfehlung

Bewetterung und Überwachung von Abschlussdämmen

Allgemeines

Diese Betriebsempfehlung soll den Wetteringenieuren einen Leitfaden für die Auslegung und
Überwachung der Bewetterung an Abschlussdämmen geben, so dass Gefahren durch Austreten
von CHoder anderen schädlichen Gasen schon frühzeitig in der Planungsphase und im laufenden
Betrieb vermieden werden können.

Gesetzliche Vorschriften

  1. Gemäß § 16 Absatz 1 ABBergV hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass alle untertägigen
    Arbeitsstätten mit einem ausreichendem Sicherheitsspielraum so bewettert werden, dass eine
    Atmosphäre aufrechterhalten bleibt, die

    - für die Sicherheit und Gesundheit unbedenklich ist,
    - den durch Explosionen und atembare Stäube bedingten Gefahren Rechnung trägt,
    - den Arbeitsbedingungen während der Arbeitszeit unter Berücksichtigung der angewandten
       Arbeitsmethoden und körperlichen Beanspruchung der Beschäftigten angemessen ist.

  2. Gemäß § 32 Absatz 2 BVOSt müssen nicht durchschlägige Grubenbaue durch Sonderlüfter
    oder durch gleichwertige Einrichtungen (Stoßlutten) bewettert werden (Sonderbewetterung).
    Dies gilt nicht für söhlige Grubenbaue bis zu 6 m Länge und Schachtsümpfe, wenn der
    zulässige Gehalt der Wetter an CH4 oder anderen schädlichen Gasen nicht überschritten
    wird 1) .

  3. Desweiteren müssen gemäß § 26 BVOSt aufgegebene Grubenbaue an den Zugängen durch
    explosionsfeste Dämme abgeschlossen werden. Die Bauart dieser explosionsfesten Dämme
    und deren Überwachung sind in den Richtlinien des Landesoberbergamtes Nordrhein-Westfalen
    für die Sperrung und Abdämmung von Grubenbauen im Steinkohlenbergbau vom 21.04.1971
    in der Fassung vom 20.12.1985 – 18.13.1 II 1 – (Dammbau-Richtlinien) geregelt.


1) Änderung gemäß BVOSt vom 10.01.2000 in der Fassung vom 01.05.2001: "Dies gilt nicht
    für söhlige Grubenbaue bis zu 6 m Länge ohne anschließende Abschlussdämme und Schacht-
    sümpfe, wenn der zulässige Gehalt der Wetter an CH4 oder anderen schädlichen Gasen nicht
    überschritten wird."

Begriffsbestimmungen

Abschlussdämme

Die im Grubengebäude vorhandenen Abschlussdämme lassen sich in mehrere Kategorien einteilen.
Es liegt in der Verantwortung des Wetteringenieurs diese Einteilung vorzunehmen. Diese Einteilung
muss nach relevanten Änderungen in der Wetterverteilung erneut vorgenommen werden und die
entsprechenden Maßnahmen festgelegt werden.

Einziehende Abschlussdämme

Einziehende Abschlussdämme zeichnen sich dadurch aus, dass unabhängig von Luftdruck-
schwankungen, Öffnen oder Schließen von Wettertüren oder sonstigen Druckschwankungen im
Grubengebäude das Druckgefälle immer in Richtung des abgedämmten Grubenbaues gerichtet ist.

Ausziehende Abschlussdämme

Ausziehende Abschlussdämme zeichnen sich dadurch aus, dass unabhängig von Luftdruck-
schwankungen, Öffnen oder Schließen von Wettertüren oder sonstigen Druckschwankungen im
Grubengebäude das Druckgefälle immer in Richtung des offenen Grubengebäudes gerichtet ist.

Abschlussdämme mit wechselndem Druckgefälle

Abschlussdämme mit wechselndem Druckgefälle zeichnen sich dadurch aus, dass abhängig von
Luftdruckschwankungen, Öffnen oder Schließen von Wettertüren oder sonstigen Druck-
schwankungen im Grubengebäude das Druckgefälle sowohl in Richtung des offenen Gruben-
gebäudes als auch  in Richtung des abgedämmten Grubenbaues gerichtet sein kann.

Maßnahmen vor Errichtung von Abschlussdämmen

Der Wetteringenieur ist sowohl bei der Wahl des Standortes von Abschlussdämmen und eventuell
erforderlicher Zusatzmaßnahmen, wie Verpressarbeiten vor Aufnahme der Dammbauarbeiten, als
auch bei der Festlegung der Einbauten (Entgasungs- und Entwässerungsleitung; Dammrohre)
maßgeblich am Entscheidungsprozess zu beteiligen.

Anlage 1 Flussdiagramm

Auf Grund von Wetternetzberechungen und betrieblichen Erfahrungen hat der Wetteringenieur
vor der Festlegung der Dammbaustelle und den erforderlichen Dammeinbauten festzulegen, in
welche Kategorie der Abschlussdamm voraussichtlich eingestuft werden muß. Hiervon
ausgehend ist nach oben dargestellten Entscheidungsbaum vorzugehen.

Bewetterung von Abschlussdämmen

Gemäß § 32 Absatz 1 BVOSt ist die Bewetterung von Grubenbauen, hier Streckenstümpfen
vor Abschlussdämmen, so auszulegen, dass der zulässige Gehalt der Wetter an CH4 oder
anderen schädlichen Gasen nicht überschritten wird. Bei der Auswahl der Bewetterungsform
sind durch den Wetteringenieur folgende Aspekte mit einzubeziehen:

Sind Gefahren durch CH4-Zuströme oder Zuströme durch andere schädliche Gase nicht auszuschließen,
können, gemäß der Entscheidung des Wetteringenieurs, die folgenden Zusatzmaßnahmen zur Anwendung
kommen:

Die Überwachung mit Hilfe stationärer Messeinrichtungen ist so zu gestalten, dass bei Erreichen
der vorgeschriebenen Grenzwerte an einer ständig besetzten Stelle Warnsignale ausgelöst werden.

Bei Erreichen unzulässiger CH4-Gehalte ist sicherzustellen, dass die gegebenenfalls im Streckenstumpf
vorhandenen nicht eigensicheren elektrischen Betriebsmittel unverzögert abgeschaltet werden.
Bei Neuinstallationen elektrischer Betriebsmittel muß eine selbsttätige Abschaltung vorgesehen werden.

Maßnahmen nach Errichtung von Abschlussdämmen

Nach der Fertigstellung von Abschlussdämmen ist eine Abnahme gemäß Abschnitt 5.4 der
Dammbau-Richtlinien durch eine hierfür bestellte verantwortliche Person erforderlich. In
Abschnitt 5.4 der Dammbau-Richtlinien wird sowohl die Abnahme als auch die weitere
Überwachung der Abschlussdämme geregelt. Somit können eventuell erforderliche Nachdicht-
maßnahmen unverzüglich festgelegt und in die Wege geleitet werden. Es wird hier die Kontrolle
des äußeren Zustandes der Dämme, Bestimmung des Druckgefälles an den Dämmen, Kontrolle
der Dichtigkeit sowie die Überwachung hinsichtlich CH4 oder anderer schädlicher Gase vor den
Dämmen und auch hinter den Dämmen (Schnüffelrohr-Probe) gefordert. Bei Abdämmungen von
nicht durchschlägigen Grubenbauen brauchen die Prüfungen nicht im vollen Umfang durchgeführt
werden. Diese Prüfungen müssen spätestens 14 Tage nach Beendigung der Abdämmarbeiten und
dann anschließend in Abständen von 14 Tagen über einen Zeitraum von mindestens 6 Wochen
durchgeführt werden. Danach müssen die Prüfungen in mindestens jährlichen Abständen wiederholt
werden. Diese Intervalle müssen verkürzt werden, wenn die Dichtigkeit oder Widerstandsfähigkeit
eines Dammes beeinträchtigt wird.

Die hierfür bestellte verantwortliche Person nimmt die Bewetterungsmaßnahmen ab.

Gemäß Abschnitt 3.3.3 der Wetterdruck-Richtlinien vom 06.12.1972 ist der Druckabfall der
Wetter im Grubengebäude nach wesentlichen Änderungen der Wetterverteilung zu ermitteln. Nach
Abschnitt 5.2 der Richtlinie ist bei Änderungen der Druckverteilung zu beachten, dass in abgedämmten
Grubenbauen der bestehende Zustand gestört oder die Brandgefahr durch verstärkte Schleichwetter-
ströme erhöht werden kann. In Abschnitt 5.5 der Dammbau-Richtlinien wird darauf hingewiesen,
dass die Auswertung der Überwachungsmaßnahmen im Zusammenhang mit der Wetterüberwachung
des gesamten Grubengebäudes zu sehen ist. In diesem Zusammenhang sind auch Abbaueinwirkungen
auf die abgedämmten Grubenbaue, Änderungen des barometrischen Luftdruckes sowie Änderungen
im Wetternetz mit in die Bewertungen einzubeziehen. Vor Wetterumstellungen ist daher die Beeinflussung
der Abschlussdämme zu ermitteln und eventuell erforderliche Maßnahmen festzulegen. Hierzu kann
es erforderlich werden, die Bewetterungsform des Streckenstumpfes den neuen Gegebenheiten
anzupassen.

Nach erfolgter Wetterumstellung sind die beeinflussten Dämme zu überprüfen.

Erhebliche Beeinflussungen im Ausgasungsverhalten von Dämmen können sich durch Abdämmungs-
maßnahmen von Nachbarbergwerken ergeben. Werden Grubenbaue – insbesondere Ausziehschächte –
abgedämmt oder abgeworfen, so können sich über weitverzweigte untertägige Verbindungen und
Dämme zusätzliche Gaszuströme einstellen. Ein enger Informationsaustausch zwischen den
betroffenen Bergwerken ist unbedingt herzustellen.


Anlage 4

Anlage 4