15.12.1977

01.31.21-10-2

TAS

A 2.10

An die Bergämter des Landes NW

Betr.: Technische Anforderungen an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS)

Auf Grund des § 7 der Bergverordnung des Landesoberbergamts Nordrhein-Westfalen für
Schacht- und Schrägförderanlagen (BVOS) vom 20. Juli 1977 erläßt das Landesoberbergamt

"Technische Anforderungen an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS)" 1)

die bei der Erlaubniserteilung nach § 4 BVOS und der Betriebsplanzulassung nach § 5 BVOS
zugrunde zu legen sind.

Die in der Anlage beigefügten Technischen Anforderungen sind ab 1.1.1978 anzuwenden.
Gleichzeitig werden die Anlagen 1 bis 30 zu der bisherigen Bergverordnung für Hauptseilfahrt-
anlagen und die Anlagen 1 bis 24 zu der bisherigen Bergverordnung für mittlere und kleine
Seilfahrtanlagen außer Kraft gesetzt. Anlagen, die Vordruckmuster sowie Verzeichnisse von
Bauartzulassungen enthalten, können bis zur Herausgabe neuer Muster bzw. Verzeichnisse
weiterbenutzt werden; dies gilt nicht für die Muster einer Erlaubnis und eines Nachtrags zur
Erlaubnis für Errichtung und Betrieb mittlerer und kleiner Seilfahrtanlagen.

Die Technischen Anforderungen wurden von den Oberbergämtern gemeinsam erarbeitet und
werden gleichlautend in den Ländern der Bundesrepublik Deutschland in Kraft gesetzt.

Wenn bei geplanter Errichtung bzw. Änderung von Anlagen nach § 1 BVOS (Schacht- und
Schrägförderanlagen, Befahrungsanlagen, Hilfsfahr- und Notfahranlagen, Bühnen, Greiferanlagen
und Winden) diesen Anforderungen entsprochen wird, kann der Unternehmer in der Regel davon
ausgehen, daß die Bergbehörde gegen entsprechende Anträge auf Erlaubnis oder Betriebsplan-
zulassung keine Einwände erhebt. Das schließt jedoch nicht aus, daß die Bergbehörde im
Einzelfall zur Gefahrenabwehr weitergehende Sicherheitsanforderungen stellen kann. Auch der
Unternehmer kann im Einzelfall von den TAS abweichen, wenn er nachweist, daß die angestrebte
Sicherheit auf andere Weise gewährleistet wird. Abweichungen von den TAS bedürfen bis auf
weiteres der Zustimmung des Landesoberbergamts.

Die Technischen Anforderungen werden zugrunde gelegt

Für Förderseile und Bühnenseile ist folgendes zu beachten:

  1. Seile, die vor dem 31.12.1977 nach DIN 21254, Förderseile, Technische Lieferbedingungen,
    Ausgabe Januar 1969, bestellt und gefertigt wurden, aber erst 1978 geliefert werden, dürfen
    abweichend von TAS 6 verwendet werden.
  2. Seile, die nach dem 1.1.1978 bestellt werden, müssen TAS 6 entsprechen.

Für solche Bestellungen ist bis zum Inkrafttreten einer neuen Ausgabe der DIN 21254 zunächst
die Vorlage 0021254 und später der Normentwurf DIN 21254 (Gelbdruck) zum Anhalt zu nehmen.

Es wird darauf hingewiesen, daß, soweit in den TAS Empfehlungen enthalten sind, diese einen
im Einzelfall erreichten technischen Stand wiedergeben mit der Möglichkeit, diesen bei weiterer
Bewährung zu einem späteren Zeitpunkt verbindlich zu machen, oder in einzelnen Bergbaurevieren
eingeführte Einrichtungen und Maßnahmen berücksichtigen, die einen technischen Stand darstellen,
der in anderen Revieren auf andere Weise erreicht wird.

Ich bitte, die Zechen- und Grubenverwaltungen entsprechend zu unterrichten.

Dortmund, den 15.12.1977

Landesoberbergamt NW

C o e n d e r s


1) Soweit in den TAS auf Vorschriften der Verordnung ("VO") Bezug genommen wird, ist das im
    Lande Nordrhein-Westfalen die Bergverordnung für Schacht- und Schrägförderanlagen (BVOS)
    vom 20. Juli 1977, und soweit in den TAS "das Oberbergamt" genannt wird, ist das im Lande
    Nordrhein-Westfalen das Landesoberbergamt NW.


Hinweis:

Die TAS ist auch als Loseblatt-Sammlung unter der Verlagsnummer 459 beim Verlag Hermann
Bellmann, 4600 Dortmund 1, Postfach 13, erschienen.




06.07.1978

01.31.21-10-2

TAS

A 2.10


An die Bergämter des Landes NW

Betr.: Technische Anforderungen an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS)


Muster der Bremsberechnungen und Nachweis der Festigkeit des Bremsgestänges sowie
Austauschblätter mit Berichtigungen


Im Nachgang zu der Rundverfügung vom 15.12.1977 - 01.31.21-10-2 (Abschnitt A 2.10 des
Sammelblatts), mit der die Technischen Anforderungen an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS)
veröffentlicht wurden, erläßt das Landesoberbergamt als 1.Nachtrag dazu die Nrn.


3.11 Muster der Bremsberechnung für Anlagen mit Treibscheibe oder mit Trommeln bis zu
       2 Seillagen,

3.12 Muster der Bremsberechnung für Anlagen mit Bobinen,

3.13 Rechnerischer Nachweis der Festigkeit des Bremsgestänges,

10.7 Muster der Bremsberechnung für Winden mit maschinellem Antrieb (außer Spannwinden).


3.11 enthält unter Nr. 3.11.2.1 Rechengänge zur Ermittlung der Kräfte am Bremskrafterzeuger
ohne Bremsapparat, am Bremskrafterzeuger mit Bremsapparat und an Scheibenbremsapparaten
sowie unter Nr. 3.11.2.2 die Gestängeübersetzungen i für Bremsgestänge am Seilträger und iG
für Fahrbremsgestänge zwischen Antriebsmotor und Getriebe. Weiter werden unter Nr.3.11.2.3
die wirksamen Bremskräfte bei getrennter Fahr- und Sicherheitsbremse (nach Abb. 7), bei einer
einachsigen Fahr- und Sicherheitsbremse (nach Abb. 8) sowie bei 5 verschiedenen Schnellschluß-
bremsen (nach Abb. 9 bis 13) abgeleitet.

Für eine bestimmte Anlage werden zur Aufstellung der Bremsberechnung die jeweils zutreffenden
Berechnungsabschnitte aus den obengenannten Mustern zusammengestellt. Dabei sind auch die
textlichen Hinweise zu beachten.

3.12 ist gegliedert in Brechnungsanleitungen für Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 4 m/s und
über 4 m/s, und zwar jeweils mit einer oder zwei Bobinen.

10.7 enthält unter Nr. 10.7.5 das Muster zur Ermittlung der Bremsverzögerungen für Winden mit
mehr als 50 kN Nennzugkraft. Diese Berechnung ist nur bei schweren Winden erforderlich.

Der rechnerische Nachweis der Festigkeit des Bremsgestänges nach 3.13 wird nur bei Anlagen mit
Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s gefordert (bisher nur bei Hauptseilfahrtanlagen). Er wird in der
Regel vom Hersteller als Unterlage für die Bauartzulassung erstellt.

Gleichzeitig sind 17 Einzelblätter der TAS zum Austausch gegen die entsprechenden vorhandenen
Blätter beigefügt. Die neuen Blätter enthalten Berichtigungen zu einzelnen Absätzen der TAS, die
sich im Laufe des ersten halben Jahres nach Erlaß der Richtlinie als notwendig erwiesen haben.

Ich bitte, die Zechen- und Grubenverwaltungen entsprechend zu unterrichten.


Dortmund, den 6.7.1978

Landesoberbergamt NW

C o e n d e r s




15.12.1982

01.31.2-2-11 1) 

TAS

A 2.10


An die Bergämter des Landes NW

Betr.: Technische Anforderungen an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS)

hier: 2. Nachtrag mit Änderungen

Bezug: Rundverfügungen vom 15.12.1977 und 6.7.1978 - 01.31.21-10-2 - (SBl. A 2.10)


Im Nachgang zu den obengenannten Rundverfügungen, mit denen die Technischen Anforderungen
an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS) und der 1. Nachtrag veröffentlicht wurden, erläßt das
Landesoberbergamt hiermit den 2. Nachtrag vom 15.12.1982 mit zahlreichen Änderungen, die nach
den Erfahrungen beim Umgang mit den TAS und durch die technische Weiterentwicklung in den
letzten Jahren notwendig geworden sind.


Die Änderungen ergaben sich teils durch Verbesserungsvorschläge von Betreibern, Herstellern und
Sachverständigen, teils durch die technische Entwicklung, vor allem auf dem Gebiet der Elektronik,
teils auch durch Zurückziehen, Neufassen oder Überarbeiten von Normen, insbesondere

Darüber hinaus wurden redaktionelle Verbesserungen eingearbeitet.

Hinweise zu den Änderungen:

Die geänderten TAS sind vom Zeitpunkt der Veröffentlichung ab anzuwenden. Anlagen und Anlagenteile,
die vor diesem Zeitpunkt bereits errichtet, bestellt oder hergestellt worden sind, dürfen nach den bisher
gültigen Bestimmungen der TAS verwendet werden, sofern nicht die Bergbehörde im Einzelfall zur
Gefahrenabwehr die Erfüllung bestimmter Anforderungen des 2. Nachtrags verlangt.

Ich bitte, die Zechen- und Grubenverwaltungen entsprechend zu unterrichten.


Dortmund, den 15.12.1982

Landesoberbergamt NW

C o e n d e r s


1) neues Geschäftszeichen für TAS



22.12.1987
01.31.2.6-1-11 1)

TAS

A 2.10


An die Bergämter des Landes NW

Betr.: Technische Anforderungen an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS)

hier: 3. Nachtrag

Bezug: Rundverfügungen vom 15.12.1977 und 6.7.1978 - 01.31.21-10-2 sowie vom
          15.12.1982 - 01.31.2-2-11 - (SBl. A 2.10)


Im Nachgang zu den obengenannten Rundverfügungen, mit denen die Technischen Anforderungen
an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS), der 1. Nachtrag und der 2. Nachtrag veröffentlicht
wurden, erläßt das Landesoberbergamt hiermit den 3. Nachtrag vom 22.12.1987 mit zahlreichen
Änderungen, die durch die technische Weiterentwicklung in den letzten Jahren notwendig geworden
sind. Zum Teil war auch das Anheben des Sicherheitsstandes der Schacht- und Schrägförderanlagen
erforderlich. Weiterhin machte der Umgang mit den TAS redaktionelle Änderungen notwendig.


Hinweise zu wesentlichen Änderungen:

Abschnitt 1

Abschnitt 2

Abschnitt 3

Abschnitt 4

Abschnitt 5

In den Abschnitten 6, 7, 8, 9 und 10 sind nur kleinere und redaktionelle Änderungen der
Anforderungen vorgenommen worden.

Die geänderten TAS sind vom Zeitpunkt der Veröffentlichung ab anzuwenden. Anlagen und
Anlagenteile, die vor diesem Zeitpunkt bereits errichtet, bestellt oder hergestellt worden sind,
dürfen nach den bisher gültigen Bestimmungen der TAS verwendet werden, sofern nicht die
Bergbehörde im Einzelfall zur Gefahrenabwehr die Erfüllung bestimmter Anforderungen des
3. Nachtrags verlangt.

Ich bitte, die Zechen- und Grubenverwaltungen entsprechend zu unterrichten.

Dortmund, den 22.12.1987

Landesoberbergamt NW

S c h e l t e r


1) neues Geschäftszeichen für TAS




22.12.2000

01.31.2.6-2-14

TAS

A 2.10

An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen

Betr.: Technische Anforderungen an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS)

Hier: 4. Nachtrag: Anpassung der TAS an den aktuellen Stand der Elektrotechnik und
           Mikroelektronik

Bezug: Rundverfügungen vom 15.12.1977 und 6.7.1978 – 01.31.21-10-2 -,
                                    vom 15.12.1982 - 01.31.2-2-11 – sowie
                                    vom 22.12.1987 – 01.31.2.6-1-11 (SBl. A 2.10)

Im Nachgang zu den oben genannten Rundverfügungen, mit denen die Technischen Anforder-
ungen an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS), der 1. Nachtrag, der 2. Nachtrag und
der 3.Nachtrag veröffentlicht wurden, erlässt das Landesoberbergamt Nordrhein-Westfalen
hiermit den 4. Nachtrag mit zahlreichen Änderungen und Ergänzungen, die durch die technische
Weiterentwicklung in den letzten Jahren notwendig geworden sind. Zum Teil war auch das
Anheben des Sicherheitsniveaus der Schacht- und Schrägförderanlagen erforderlich. Weiterhin
machte der Umgang mit den TAS und die Umsetzung von Verwaltungsanweisungen redaktionelle
Änderungen notwendig.

In den TAS – letzter Stand 3. Nachtrag Dezember 1987 – sind zwar Anforderungen an normale
Steuerkreise, an Steuerkreise mit erhöhter Übertragungssicherheit und an Sicherheitsstromkreise
und sicherheitsgerichtete Schaltungen enthalten. Die formulierten Anforderungen sind aber für
konventionelle Schaltungen festgelegt und kennen noch nicht die mikroelektronischen Steuerungen.
Bei Verwendung von Steuerungen mit programmierbaren elektronischen Systemen im Rahmen der
Instandhaltung, Modernisierung oder Neuerrichtung von Anlagen nach § 1 der Bergverordnung
für Schacht- und Schrägförderanlagen konnten die TAS nur dem Sinn nach erfüllt werden. Die
erforderliche Anpassung des zur Zeit gültigen Regelwerkes im Wege des 4. Nachtrags zu den
TAS orientiert sich zunächst an dem technologischen Stand der in Betrieb befindlichen elektrischen
bzw. elektronischen Anlagen und Betriebsmittel und am Sicherheitsniveau der vorhandenen Normen
und anzuwendenden Richtlinien sowie am Stand der anerkannten Regeln der Technik.

Auf folgende wesentliche Anpassungen, Änderungen und Ergänzungen wird in diesem Zusammenhang
hingewiesen:

Weiterhin sind die Anforderungen an Einhängelastüberwachungseinrichtungen überarbeitet und
ergänzt worden.

Ferner ist der bei automatisch betriebenen Antriebsmaschinen im Abschnitt 5 definierte Begriff
„Notsteuerung“ durch die Bezeichnung „Eingeschränkte Handsteuerung“ ersetzt und eingehend
ausgearbeitet und geregelt worden.

Ergänzend zu den Anforderungen an die elektrische bzw. elektronische Ausrüstung von Schacht-
förderanlagen sind auch die Anforderungen an die Bremseinrichtungen von Befahrungsanlagen,
Hilfsfahranlagen, Notfahranlagen (TAS Abschnitt 9), Bühnen und Greiferanlagen (TAS Abschnitt 9)
sowie Winden (TAS Abschnitt 10) ebenfalls überarbeitet und deutlicher formuliert worden.

Zur Verdeutlichung der vorhandenen technischen Zusammenhänge sind einige Anforderungen
umgruppiert und dabei auch überarbeitet worden. Im Wesentlichen sind davon die in Abschnitt 5
genannten Anforderungen an die technische Ausführung von Fahrbrems- und Abfahrsperrkreisen,
die Anforderungen an Seilfahrerseilfahrtanlagen sowie die Anforderungen an automatisch betriebene
Schachtbeschickungseinrichtungen betroffen.

So sind die grundlegenden Anforderungen an die technische Ausführung von Fahrbrems- und
Abfahrsperrkreisen nicht mehr im Abschnitt 5, Einrichtungen für automatischen Betrieb, zu finden,
sondern in Zusammenhang mit den Anforderungen an Sicherheitskreise dem erweiterten Punkt 3.8
zugeordnet worden. Dies erscheint sinnvoll, da diese Funktions- bzw. Stromkreise mit einem dem
Sicherheitskreis entsprechenden Sicherheitsniveau ausgeführt werden sollen. Weiterhin war von
Bedeutung, dass diese, bisher in Abschnitt 5 bezogenen Anforderungen sich im Wesentlichen
auf die technische Ausführung mit programmierbaren elektronischen Systemen beziehen, die
seit einiger Zeit nicht nur bei automatisch, sondern auch bei handgesteuerten Antrieben von
Anlagen nach § 1 BVOS eingesetzt werden. Die Anforderungen an automatisch betriebene
Schachtbeschickungseinrichtungen sind aus organisatorischer Sicht und aufgrund der
Zuordnung aus dem Abschnitt 5 entfernt und nach Nr. 2.8.5, Schachtbeschickungsein-
richtungen, übertragen worden. Folglich beinhaltet Nr. 2.8.5 nun die Anforderungen an
sowohl von Hand gesteuerte als auch automatisch betriebene Schachtbeschickungseinrichtungen.
Aufgrund dieser Änderungen beinhaltet Abschnitt 5 nur noch die Anforderungen für die auto-
matische Steuerung der Antriebsmaschine.

Weiterhin ist zur Verdeutlichung des funktionellen und technischen Umfanges der Begriff
„Schachtsignalanlage“ durchgängig geändert und erweitert worden. Zukünftig soll die
Bezeichnung „Schachtüberwachungs- und signalanlage“ (Abschnitt 4) verwendet werden.
Dabei wird eine der Nr. 4.1.1 entsprechende Aufbau- und Wirkungsweise zugrunde gelegt,
die nun nicht mehr nur die mindestens erforderlichen Einrichtungen bzw. Anlagen (Hardware),
sondern ggf. auch Funktionen (Software) beinhaltet. Ferner beinhaltet Abschnitt 4 nun etliche
auf programmierbare elektronische Systeme bezogene Anforderungen sowie auch Anforderungen
an neue rechnerunterstütze Einrichtungen wie Schachthammersignaleinrichtungen mit Funküber-
tragungssystemen (neu: Nr. 4.7.3), oder mit Rechnern und Bildschirmen aufgebauten Registrier-
geräten (neue Nr. 4.12.4).

Ein wesentlicher Schwerpunkt des 4. Nachtrags ist die Erweiterung des Abschnitts 3 um
allgemeine Anforderungen an Busübetragungssyteme (neue Nr. 3.8.10), die in Sicherheits-,
Fahrbrems- und Abfahrsperrkreisen eingesetzt werden. Dabei wird unter anderem gefordert,
dass

Ein wesentlicher und mehrere Abschnitte der TAS durchziehender Aspekt des 4. Nachtrags
ist der Einsatz von programmierbaren elektronischen Systemen. Die bisherigen Anforderungen
an Anlagen bzw. Einrichtungen, die mit programmierbaren elektronischen Systemen wirken,
wird aufgabenspezifisch ergänzt. Dabei sind bei den Anforderungen an rechnerunterstützte
Anlagen, Einrichtungen und Betriebsmittel im Wesentlichen die auf die konventionelle analoge
oder digitale Technologie bezogenen und bisher verwendeten Begriffe und Definitionen bei-
behalten, erweitert oder sinngemäß übertragen worden. Da PES zum Lösen von Steuerungs-,
Regelungs- und Überwachungsaufgaben in allen Bereichen von Schachtförderanlagen eingesetzt
werden, sind die zu beachtenden Anforderungen den entsprechenden Abschnitten der TAS
zugeordnet worden.

Unter anderem wurden auch die folgenden PES-spezifischen Aspekte berücksichtigt:

Im Bereich der Signalanlagen und automatischen Steuerung von Fördermaschinen und -häspeln
sind zum einen aufgrund des Einsatzes von programmierbaren elektronischen Systemen und
aufgrund der Fernbedienung von Fördermaschinen und -häspeln oder des Einsatzes mehrerer
Bedienungsstände und Datenübertragungssystemen neue, sinngemäße Begriffe und Definitionen
eingeführt worden. Dabei wurde auch berücksichtigt, dass beim Einsatz von programmierbaren
elektronischen Systemen mit sicherheitlichen Aufgaben oft die logischen Verknüpfungen des
Sicherheitskreises der Fördermaschine, des Fahrbrems- und Abfahrsperrkreises der automatischen
Antriebssteuerung sowie des Notsignal- und Abfahrsperrkreises der Schachtüberwachungs- und
-signalanlage bautechnisch integriert d. h. von einem Rechnersystem oder zwei redundanten
Rechnersystemen gemeinsam gebildet werden.

Im Bereich der Signalanlagen und automatischen Steuerungen von Fördermaschinen und -häspeln
sind zum einen in Schachtsignalanlagen folgende Änderungen und Erweiterungen vorgenommen
worden:

und bei

Fördermaschinen und Förderhäspeln

Dies bedeutet zusammenfassend, dass mit dem 4. Nachtrag die TAS-Abschnitte 2 bis 5 und die
Abschnitte 8 bis 10 der TAS bearbeitet, d. h. geändert und erweitert worden sind. Im Einzelnen
sind das die Anforderungen an die „Einrichtung der Schächte und Schrägstrecken" (Abschnitt 2),
an „Fördermaschinen und Förderhäspel" (Abschnitt 3), an „Schachtsignal- und -fernsprechanlagen"
(Abschnitt 4), an „Einrichtungen für automatischen Betrieb" (Abschnitt 5), an „Befahrungsanlagen,
Hilfsfahranlagen, Notfahranlagen" (Abschnitt 8), an „Bühnen und Greiferanlagen" (Abschnitt 9) und
an „Winden" (Abschnitt 10).

Dortmund, den 22.12.2000

Landesoberbergamt NW

v. B a r d e l e b e n




12.12.2001

01.31.2.6-2001-2

TAS

A 2.10

An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen

Betr.: Technische Anforderungen an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS)

Hier: 5. Nachtrag: Anpassung und Abgrenzung der TAS an die neuen bauaufsichtlich eingeführten
        Stahlbaunormen DIN 18800 und des Eurocodes 3 (DIN ENV 1993, Teil 1-1)

Bezug: Rundverfügungen vom 15.12.1977 und 6.7.1978 – 01.31.21-10-2 -,
                                    vom 15.12.1982 - 01.31.2-2-11 – sowie
                                    vom 22.12.1987 – 01.31.2.6-1-11 – sowie
                                    vom 22.12.2000 – 01.31.2-6-2-14 - (SBl. A 2.10)

Im Nachgang zu den oben genannten Rundverfügungen, mit denen die Technischen Anforderungen
an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS), der 1. Nachtrag, der 2. Nachtrag und der 3.Nachtrag
und der 4. Nachtrag veröffentlicht wurden, erlässt die Bezirksregierung Arnsberg hiermit den
5.Nachtrag mit zahlreichen Änderungen und Ergänzungen.

Der 5. Nachtrag wurde notwendig, um das Regelwerk an die neue bauaufsichtlich eingeführte
Stahlbaunorm DIN 18800, Stand 1.Januar 1996, anzupassen. In den TAS sind für die Teile von
Schachtförderanlagen wie Bremsen, Seile usw. nicht nur die Schutzziele, sondern detaillierte
Berechnungsmethoden und -vorgänge vorgeschrieben, die sich an DIN- EN- oder ISO-Normen
orientieren oder durch Querverweise an diese fest gebunden sind. Letzteres ist der Fall bei der
Berechnung von Stahlbauten an Schachtförderanlagen (Führungsgerüste, Führungseinrichtungen,
Bühnenkonstruktionen, Fördermittelkonstruktionen usw.). Hierfür ist in den TAS die DIN 18800
Stahlbau, Teil 1, Stand März 1981, vorgeschrieben. Inzwischen liegt eine neue, überarbeitete und
verbindliche DIN 18800, Stand 1. Januar 1996, vor, die allerdings nicht nur einen jüngeren Stand
der Technik repräsentiert, sondern auch mit einem neuen, völlig unterschiedlichen Sicherheitskonzept
bei der Berechnung der Bauteile aufwartet.

Es genügt also nicht, den Anwendungshinweis in den TAS mit dem neuesten Datum zu versehen,
es ist dringend erforderlich, die TAS der neuen Norm und damit dem neuen Bemessungskonzept
anzupassen, weil künftig nur noch mit dem neuen Bemessungskonzept als Stand der Technik
gearbeitet werden wird, bzw. als gesetzliche Anforderungen zu beachten ist.

Im Übrigen ist bekannt, dass die neue Norm in einem EN-Entwurf aufgenommen wurde, der in
absehbarer Zeit als sog. Eurocode 3 (DIN-EN 1993) anzuwenden ist.

Im vorliegenden 5. Nachtrag wurden folgende wesentliche Anderungen bei der Bemessung von
Stahlbaueinrichtungen, wie z. B. Verlagerungen, Führungseinrichtungen, Bühnen, Fördermittel,
Gegengewichte usw., vorgenommen:

Die „Dauerhaftigkeit" der neuen DIN 18800 wird bei der Abmessung der Bauteile berücksichtigt,
z. B. in TAS-Nr. 9.1.1.2 bei der Berechnung kurzzeitig eingesetzter Arbeitsbühnen. Die Bemessung
der maschinellen Einrichtungen aus Stahl, wie z. B. Fördermaschinen, Förderhäspel, Seilscheiben,
Lasteneinhängemittel, Aufhängungen, Zwischengeschirre, Unterseilaufhängungen usw.
(Maschinenbau!) wurde nicht verändert.

Hier gilt nach wie vor, dass sich die Sicherheitszahlen auf die Bruchfestigkeit des Werkstoffs beziehen,
sofern nicht ausdrücklich auf die Streckgrenze Bezug genommen wird.

Im geänderten Text werden in Anlehnung an die DIN 18800 (11/90) die alten Norm- und Stahl-
bezeichnungen weiter verwendet. Die neuen Bezeichnungen können der DIN EN [10025] entnommen
werden (siehe aber auch TAS-Abschnitt 7 überarbeitete Tabelle 1). Zum Beispiel:

Werkstoff
RSt 37-2 (DIN 17100) entspricht S235 JRG2 (DIN En 10025).

Außerdem wird mit dem 5. Nachtrag zu den TAS die Gelegenheit genutzt, die TAS in anderen
Bereichen zu ertüchtigen, wie

Die Anpassung der Berechnungsverfahren für Stahlbauteile an Schachtförderanlagen geht auf
die Einführung der DIN 18800 mit der zugehörigen Anpassungsrichtlinie zurück, gleichwohl
auch in einschlägigen Fachkreisen noch unterschiedliche Auffassungen zu den neuen Nachweis-
verfahren bestehen. Probleme bei der Anerkennung rühren in den Fachkreisen besonders von
den aufwendigen Rechenverfahren her, die zukünftig für statische Nachweisführungen anzu-
wenden sind.

Der bislang durch die TAS festgeschriebene Sicherheitsstandard hat sich seit seiner Einführung
1977 bewährt und wird deshalb durch die Einführung des neuen Nachweisverfahrens nicht
geändert. Da davon auszugehen ist, dass das neue Berechnungsverfahren auch bei einschlägigen
Herstellern und Betreibern von Schachtförderanlagen nicht ohne Probleme sofort einzuführen ist,
wird es für zweckmäßig erachtet, für einen Übergangszeitraum von 3 Jahren die Anwendung der
bisherigen Berechnungsmethoden neben der neuen Berechnungsmethode nach DIN 18800 mit
der Anpassungsrichtlinie zuzulassen. Es bleibt für diesen Zeitraum dem Unternehmer überlassen,
das bisherige oder das künftige Nachweisverfahren anzuwenden.

Nach dem 12.Dezember 2004 dürfen statistische Nachweise für Stahlbauteile nur noch nach
dem Berechnungsverfahren der Anpassungsrichtlinie zur DIN 18800 geführt werden.

Dortmund, den 12.12.2001

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag:

E k h a r t   M a a t z




21.12.2005

83.01.31.2.6-2005-5

TAS

A 2.10

An die Bergämter des Landes NRW

Betr.: Technische Anforderungen an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS)

hier: 6. Nachtrag

Bezug: Rundverfügungen vom 15.12.1977 und 6.7.1978 – 01.31.21-10-2 -,
vom 15.12.1982 - 01.31.2-2-11 – sowie
vom 22.12.1987 – 01.31.2.6-1-11
vom 22.12.2000 – 01.31.2.6-2-14 sowie
vom 12.12.2001 – 01.31.2.6-2001-2 (SBl. A 2.10)

Im Nachgang zu den oben genannten Rundverfügungen, mit denen die Technischen
Anforderungen an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS) sowie Nachträge 1 bis 5
veröffentlicht wurden, erlässt die Bezirksregierung Arnsberg hiermit den 6. Nachtrag
vom 21.12.2005 mit zahlreichen Änderungen, die sich nach den Erfahrungen bei der
Anwendung der TAS und durch die technische Weiterentwicklung in den letzten Jahren,
insbesondere das Neufassen oder Überarbeiten von Normen, ergaben. Weiterhin machte
der Umgang mit den TAS vielfach redaktionelle Änderungen notwendig.

Im vorliegenden 6. Nachtrag wurden folgende wesentliche Änderungen vorgenommen:

Abschnitt 2

Abschnitt 6

  1. Runde Litzenseile und Flachseile sind in einer Norm zusammengefasst worden.
  2. Es werden auch Seildurchmesser von weniger als 18 mm zugelassen.
  3. Seile mit Stahleinlage (IWRC) werden zugelassen.
  4. Der rechnerische Seildurchmesser wird neu definiert und gilt nur noch für bestimmte
    Seilklassen als Nenndurchmesser.
  5. Je nach Seilklasse und Anwendung werden verschiedene Durchmessertoleranzen festgelegt.
  6. Zusätzlich zu den in DIN EN 12385-1 genannten Gefährdungen ist die Gefahr durch
    mangelnde Reibung neu aufgenommen worden.
  7. Anforderungen an die Drähte werden geändert.
  8. Seile dürfen nach bestimmten Regeln Drähte verschiedener Nennzugfestigkeit enthalten.
  9. Verzinkte Seile dürfen nach bestimmten Regeln Drähte verschiedener Verzinkungsklassen
    enthalten.
  10. Außer für Flachseile werden die Bruchkrafttabellen durch ausführliche Berechnungsanleitungen
    ersetzt.
  11. Der Bruchkraftnachweis ist abhängig von der Art der festgelegten Bruchkraft (ob ermittelte
    Bruchkraft oder ob Mindestbruchkraft) und davon, ob der Seilhersteller ein zertifiziertes
    Qualitätsmanagement betreibt oder nicht.
  12. Neuentwickelte Muster für die Werkstoffprüfbescheinigungen wurden an Abschnitt 6
    angefügt als Anhang A und Anhang B.

Weitere Änderungen wurden durch DIN EN 12385-1:2003-03 und DIN EN 12385-2:2003-04
vorgenommen.

Im übrigen werden verschlossene Seile ausschließlich in DIN EN 12385-Teil 7 behandelt (siehe
Hinweis hierzu in TAS Nr. 6.3.4.3.).

Der bekannte Aufbau des Abschnitts musste bei der Neufassung geringfügig geändert werden.

Der neue Text TAS Abschnitt 6 einschließlich der Muster für Werkstoffprüfbescheinigungen ist
als Anlage dieser Rundverfügung beigefügt.


Abschnitt 7

Abschnitt 8

Darüber hinaus wurden in allen Abschnitten kleinere und redaktionelle Verbesserungen sowie
aktuelle Querverweise eingearbeitet (siehe Anlage 2: Hinweise zur Einordnung des 6. Nachtrags).

Die geänderten TAS sind vom Zeitpunkt der Veröffentlichung ab anzuwenden. Anlagen und Anlagenteile,
die vor diesem Zeitpunkt bereits errichtet, bestellt oder hergestellt worden sind, dürfen nach den bisher
gültigen Bestimmungen der TAS verwendet werden, sofern nicht die Bezirksregierung Arnsberg,
Abteilung Bergbau und Energie in Nordrhein-Westfalen, im Einzelfall zur Gefahrenabwehr die Erfüllung
bestimmter Anforderungen des 6. Nachtrags verlangt.

Die geänderten TAS sind im Internetangebot der Bezirksregierung Arnsberg abrufbar, und zwar direkt
unter http://esb.bezreg-arnsberg.nrw.de.

Ich bitte, die Zechen und Grubenverwaltungen entsprechend zu unterrichten.

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag:

K i r c h n e r


Anlage 2: Hinweise zur Einordnung des 6. Nachtrages zu den TAS

 

Herausnehmen / Streichen

Einordnen / Ändern

1.

Abschnitt 2: Nr. 2.15 vollständig streichen

Einsetzen:

Nr. 2.15: In Schächten mit Seilfahrtanlagen muss zur Bergung und Flucht von Personen eine maschinelle Anlage (Hilfsfahranlage, Befahrungsanlage) verfügbar sein (siehe auch TAS Abschnitt 8, insbesondere Nr. 8.1.5). Dies gilt auch für Schächte mit Doppelförderanlagen.

Bei geringer Schachtteufe oder geringem zu überwindenden Höhenunterschied (< 50 m) kann ein Fahrtrum ausreichend sein.

In Abteufbetrieben muss eine Notfahranlage vorhanden sein (siehe Nr. 8.1.3).

2.

Abschnitt 6: Vollständig herausnehmen (Blatt 6/1 bis 6/10)

Abschnitt 6: Vollständig ersetzen durch Neufassung (s. Anlage 1 der Rundverfügung vom 21.12.2005 ) 01.31.2.6-2005

3.

Abschnitt 7:

Abschnitt 7:

3.1.

Blatt 7/1 Rückseite: Der Zusatz unter der Tabelle 1: Werkstoffe „An die Zwischengeschirrteile nach Nr. 2 der Tabelle – ausgenommen Kauschen, Bolzen, Ketten – müssen Probestücke zur Prüfung der mechanischen Eigenschaften des Werkstoffs angeschmiedet werden“ - ersatzlos streichen.

---

3.2.

---

In Nr. 7.3.6. Förderkübel und –behälter anfügen:

Nr. 7.3.6.5. Aufhängungen von Förderkübeln müssen DIN 21181

entsprechen.

 

 

Nr. 7.4.6. erweitern:

Nr.7.4.6. Als Aufhängungen für Förderkübel und –behälter dürfen nur geradlinige dreieckförmige Bügel mit rundem Querschnitt so-wie Kettengehänge eingesetzt werden.

3.3.

Streichen auf Blatt 7/18 Rückseite, letzte Zeile:

„Es muss sein σ L 12000 N/cm

Setze ein:

Es muss sein σ L 12000 N/cm

3.4.

Blatt 7/24 Rückseite, Überschrift:

Klammerausdruck „siehe auch § 67 Abs. 2 der BVOS"

ersatzlos streichen.

---

4.

---

 

4.1.

Blatt 8/2 Nr. 8.3.3. vollständig streichen

Nr. 8.3.3. einsetzen:

Nr. 8.3.3. Antriebe müssen zwei unabhängig voneinander wirken-de Bremseinrichtungen haben. Bandbremsen sind unzulässig. Die Bauart der Bremsapparate muss nach § 5 Abs. 1 der VO geneh-migt sein. Im Übrigen gilt Nr. 3.9.1.3.2. Abweichend von Satz 1 darf das Gestänge der beiden Bremsen so weit vereinigt sein, dass bei Störungen in der Steuerung der Fahrbremse die Sicher-heitsbremse nicht unwirksam wird.

Bei Bremseinrichtungen mit einem Bremsapparat ist eine Zugstange zulässig, wenn diese, abweichend von Nr. 8.3.4. Satz 4, eine mindest 6-fache Sicherheit – bezogen auf die Streckgrenze – aufweist.

Die Fahrbremse muss sich beim Loslassen des Hand- oder Fuß-hebels selbsttätig schließen.

Die Sicherheitsbremse muss auf den Seilträger oder eine auf gleicher Welle angeordnete Bremsscheibe einwirken. Sie muss ent-weder unmittelbar ausgelöst werden können oder bei mittelbarer Auslösung über Ventile müssen diese gemäß Nr. 3.9.5.9. ausge-führt sein. Ist ein Sicherheitsstromkreis vorhanden, so muss dieser gemäß Nr. 3.8. ausgelegt sein und bei Unterbrechung die auf den Seilträger oder dessen Welle wirkende Bremse auslösen. Ihre Bremskraft muss unabhängig von Antriebsenergien erzeugt wer-den, z. B. Dampf, elektrischer Strom, Druckluft, bei deren Ausblei-ben die Bremse unwirksam werden kann.

4.2.

 

Blatt 8.3. Rückseite einsetzen:

Nr. 8.5.3. Für Unterseile gilt Nr. 6.8.3.

4.3.

Blatt 8.3. : Nr. 8.6. vollständig streichen

Nr. 8.6. einsetzen:

8.6. Schachtüberwachungs- und –signalanlagen

Befahrungsanlagen und Hilfsfahranlagen müssen mit zwei vonein-ander unabhängigen Signalvorrichtungen ausgerüstet sein, die im Fahrbereich der Anlagen in jeder Teufe vom Fördermittel aus betä-tigt werden können, z. B. FTS-Anlage, Schachthammersignalein-richtung. Die damit gegebenen Signale müssen unmittelbar zum Stand des Maschinenführer gelangen. Diese Signalvorrichtungen müssen mindestens den Nrn. 4.2.1., 4.2.3., 4.2.9. sowie 4.3.1. bis 4.3.4. entsprechen; für Schachthammersignaleinrichtungen gilt ferner Nr. 4.7., für FTS-Anlagen die Nr. 4.8.

Es wird empfohlen, mindestens eine der beiden Signalvorrichtun-gen mit einer Sprechverständigung auszustatten, z. B. eine FTS-Anlage zu verwenden.

Für Notfahranlagen muss eine Schachthammersignaleinrichtung vorhanden sein, deren Zugseil über den gesamten Fahrweg vom Notfahrgestell aus leicht erreichbar sein muss. Auf diese Einrich-tung kann nur verzichtet werden, wenn vom Notfahrgestell das Zugseil der Schachthammersignaleinrichtung der Abteufanlage in dem gesamten Fahrweg einwandfrei erreichbar ist.

Wird bei einer Befahrungs-, Hilfsfahr- oder einer Notfahranlage eine Schachthammersignaleinrichtung mit einem Funkübertra-gungssystem eingesetzt, so sind die Nrn. 4.7.3.7. und 4.7.3.8. zu beachten.

5.

---

Nr. 9.1.1.1, 2. Spiegelstrich:

Ergänzung wie folgt vornehmen:

- Quer- und Längsträger jedes Bühnenbodens sowie Aufhänge-

stiele.

Nr. 9.1.1.2.: Ergänzung hinter den ersten Absatz:

Die Bühnenstiele müssen mindestens mit den Teilsicherheitsbei-werten γf = 2,2 und γm = 2,0 gegenüber der statischen Belastung beim Verfahren und im Ruhestand bemessen werden.

Bei dem Nachweisen sind Spannungsüberlagerungen zu berück-sichtigen. 

6.

Weitere redaktionelle Änderungen

sind vorzunehmen

6.1.

---

Jeweils den Begriff „Geländer" ergänzen um „nach DIN 21377"

in

  1. - 1.1.5.
  2. - 7.3.1.1.
  3. - 8.4.3.
  4. - 9.2.1.5.
  5. - 9.2.1.6.

6.2.

Bezüge auf die BVOS vom 4.12.2003 in den TAS berichtigen

 

 

 

In TAS Nr.: 

Hinweis auf BVOS (alt):

Ersetzen durch BVOS vom 4.12.2003:

 

1.1.12.

1.4.6.

2.5.4.3.1.

2.5.4.5.2.

3.1.10.

3.3.3. 

3.4.9.2..

3.6.16.

3.7.4. 

3.8.1.1. 

3.8.7.13. 

3.9.1.3.1. 

3.9.3.6.

3.9.3.13.

3.9.7.1. 

3.10.8.

4.1. 1)

4.11.2.2. 

5.1.1.

5.2.1. 

5.3.8. 

6.1.2.

6.2.9.2.

6.3.2.15.

7.1.4.

7.1.10.

7.2.3 .

7.4.9.

7.4.12.

7.4.15.4.

7.6.7.8.

8.1.1.

8.1.2.

8.1.3.

8.1.4.

8.1.5.

10.2.1.

§ 11 Abs. 2

§ 8 Abs. 2

§ 38 Abs.5

§ 39 Abs. 1 und 3

§ 67

§ 2 Abs. 7

§ 37 Abs. 2 und 3

§ 57 Abs. 16

§§ 4 und 5

§ 1 Abs. 1

§ 9 Abs. 5 und § 10 Abs. 5

§ 8 Abs. 1

§ 67 Abs. 2

§ 2 Abs. 7

§ 38 Abs. 6

§ 8 Abs. 2

§ 39 Abs. 1 und 2

§ 41 Abs. 3

§ 39 Abs. 1 und 3

§ 2 Abs. 7

§ 66

§ 15 Abs. 1

§ 16 Abs. 2

§ 30 Abs. 10

§ 72 Abs. 4 Nr. 1

§ 67 und § 67 Abs. 2

§ 8 Abs. 1

§ 8 Abs. 1

§ 8 Abs. 1

§ 16 Abs. 14

§ 67 Abs. 2

§ 2 Abs. 4

§ 2 Abs. 17

§ 2 Abs. 17

§ 34 Abs. 2

§ 38 Abs. 2

§ 8 Abs. 1

§ 2 Abs. 19

§ 5 Abs. 1 Ziffer 7

entfallen

§ 19 Abs. 1

§ 35

§ 2 Abs. 5

entfallen

entfallen

§§ 4 und 5

§ 1 Abs. 1

§ 13 Abs. 1

§ 5 Abs. 1

§ 35 Abs. 2

§ 2 Abs. 5

§ 20

§ 5 Abs. 1 Ziffer 6

§ 19 Abs. 1

§ 19 Abs. 4

§ 19 Abs. 1

§ 2 Abs. 5

§ 34

§ 10 Abs. 1

§ 11 Abs. 2

§ 11 Abs. 12

entfallen

§ 35 und § 35 Abs. 2

§ 5 Abs. 1

§ 5 Abs. 1

§ 5 Abs. 1

§ 16 Abs. 2

§ 35 Abs. 2

§ 2 Abs. 3

§ 2 Abs. 15

§ 2 Abs. 15

§ 17 Abs. 5

entfallen

§ 5 Abs. 1

6.3.

Fehlerberichtigung in TAS, 3., 4. und 5. Nachtrag

 

 

 

TAS Nr.:

streichen

einsetzen:

 

3.4.2.

3.4.12.9

3.6.1., 1. Abs.

3.6.13.1., Nr. 2

3.8.3., Nr. 3

3.9.6.1.

3.9.6.2.

3.9.7.3.

3.9.3.12.

3.9.3.13.

4.1.4.

4.1.4., 2. Abs.

4.3.8.

4.4.6., Satz 1

4.4.6., letzter Satz

4.6.2.9. 

4.6.2.2. 

Signalanlage nach 4.1.2.

3.4.12.9.

bauartmäßig zugelassen

verdeckte Spurlatten

Nr. 3.8.11.1

(Nr. 5.5.7.2. Ziffer 7)

 Nr. 5.5.7.2 Ziffer 7

µa

vom Oberbergamt

§ 2 Abs. 7 der VO

– Schachtfernsprecher nach Nr. 4.13.1.
Nr. 5.4.2

und 4.3.8

---

Signalgeber

Nr. 4.1.5

---

Signalanlage nach 4.1.

3.4.12.8.

Fahrtregler ausgerüstet sein, der nach § 5 Abs. 1 der VO geneh-migt ist
Übertreibsicherungen

Nr. 3.8.11.

(Nr. 5.4.7 Ziffer 7)

Nr. 5.4.7 Ziffer 7

µα

von der zuständigen Behörde

§ 2 Abs. 5 der VO

- Schachtfernsprecher nach Nr. 4.13.

Nr. 5.3.2 und 4.10.3.6.

---

Satz 1 ergänzen: , die bestimmungsgemäß benutzt werden müssen.
Befehlsgeber

Nr. 4.1.4

anfügen Abs. 2:

Bei Seilfahrt mit Nebenanschlägen müssen Fertigsignalgeber nach Nr. 4.4.6 oder Abfahrbefehlsgeber benutzt werden. 


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TAS / Dezember 2005                                                                         Blatt 0 / 1

Technische Anforderungen
an Schacht- und Schrägförderanlagen
(TAS)

Stand: Dezember 2005

Logo Bezirksregierung Arnsberg

Die Technischen Anforderungen an Schacht- und Schrägförderanlagen
wurden am 15. Dezember 1977 erlassen durch das

Bayerische Oberbergamt in München
- 4308 - 11/6 - 9092 -

Hessische Oberbergamt in Wiesbaden
- 76 c 10 - 20/16 -

Landesbergamt Baden-Württemberg in Freiburg
- 12 335 -

Landesoberbergamt Nordrhein-Westfalen in Dortmund
- 01.31.21 - 10 - 2 -

Oberbergamt in Clausthal-Zellerfeld
- 48/77 - B 1 b 6.1 IV -

Oberbergamt für das Saarland und das Land Rheinland-Pfalz
in Saarbrücken
- 1 3203/25/77 -


TAS / Dezember 2005                                                                    Blatt 0 / 2
Hinweis zur Blattnummerierung
Die Blätter der TAS sind abschnittsweise nummeriert, wobei die erste Zahl den Abschnitt
und die zweite Zahl das Blatt innerhalb des Abschnitts darstellt
(z. B.: Blatt 3 / 12 = 3. Abschnitt, 12. Blatt).

Inhalts-
übersicht

 

Blatt

1.

Fördergerüste und Abteufgerüste sowie Verlagerungen in Köpfen von Blindschächten und Schrägstrecken

 

1.1.

Fördergerüste und Abteufgerüste

1 / 1

1.2.

Verlagerungen und Einrichtungen in Köpfen von Blindschächten und Schrägstrecken sowie an Aufstellungsorten von Fördermaschinen und -häspeln untertage

1 / 1

1.3.

Prellträger und Fangstützen

1 / 2

1.4.

Seilscheiben für Förderseile

1 / 2

1.5.

Berechnung der Seilscheibenverlagerung im Kopf von Blindschächten

1 / 3

2.

Einrichtung der Schächte und Schrägstrecken

 

2.1. 

Schachttrume, Fahrtrume

2 / 1

2.2.

Schachtsumpf

2 / 2

2.3.

Freie Höhe, freie Teufe

2 / 3

2.4.

Führungseinrichtungen und deren Verlagerung

2 / 3

2.4.1.

Allgemeines

2 / 3

2.4.2.

Spurlatten

2 / 4

2.4.3.

Einstriche

2 / 5

2.4.4.

Anforderungen an Werkstoffe von Spurlatten und Einstrichen

2 / 5

2.4.5.

Berechnung der Spurlatten und Einstriche

2 / 6

2.4.6.

Berechnungsbeispiele

2 / 13

2.4.7.

Seilführungen

2 / 13

2.4.8.

Führungseinrichtungen im Bereich der freien Höhe und freien Teufe

2 / 15

2.5.

Zugänge und Anschläge

2 / 16

2.5.1.

Zugänge und Anschläge an Schächten und Schrägstrecken

2 / 16

2.5.2.

Zugänge an Abteufanlagen

2 / 17

2.5.3.

Schachtschleusen

2 / 17

2.5.4.

Schachtbeschickungseinrichtungen, Feststellvorrichtungen

2 / 18

3.

Fördermaschinen und Förderhäspel

 

3.1.

Allgemeine Anforderungen

3 / 1

3.2.

Antriebe

3 / 2

3.3.

Seilträger

3 / 3

3.4.

Bedienungsstände

3 / 4

3.5.

Teufenzeiger

3 / 7

3.6.

Geschwindigkeitsregelung und Geschwindigkeitsüberwachung bei Fördermaschinen

3 / 7

3.7.

Geschwindigkeitsüberwachung bei Förderhäspeln

3 / 9

3.8.

Sicherheitseinrichtungen mit Auslösung der Sicherheitsbremse oder der Fahrbremse oder der Abfahrsperrung

3 / 10

3.9.

Bremseinrichtungen

3 / 15a

3.10.

Allgemeine Anforderungen zur Bremsberechnung

3 / 15e

3.11.

Muster der Bremsberechnung für Anlagen mit Treibscheibe oder mit Trommeln bis zu 2 Seillagen

3 / 17

3.12.

Muster der Bremsberechnung für Anlagen mit Bobinen

3 / 30

3.13.

Rechnerischer Nachweis der Festigkeit des Bremsgestänges

3 / 41

4.

Schachtüberwachungs- und -signalanlagen sowie Schachtfernsprechanlagen für Seilfahrt- und Güterförderanlagen

 

4.1.

Schachtüberwachungs- und -signalanlagen - Allgemeines

4 / 1

4.2.

Stromversorgung und Überwachung der Schachtüberwachungs- und –signalanlagen

4 / 2

4.3.

Signaltechnische Betriebsmittel

4 / 4

4.4.

Allgemeine Anforderungen an Signalanschläge

4 / 4

4.5.

Betriebsarten und Signalumschaltung

4 / 5

4.6.

Einschlag- und Fertigsignalanlagen, Sohlenzuteilungsund –blockiereinrichtungen

4 / 6

4.6.1.

Einschlagsignalanlagen

4 / 6

4.6.2.

Fertigsignalanlagen

4 / 7

4.6.3.

Sohlenzuteilungs- bzw. –blockiereinrichtungen

4 / 7

4.7.

Schachthammersignaleinrichtung

4 / 8

4.8.

Fördermitteltelefonie- und -signalanlagen (FTS-Anlagen)

4 / 9

4.9.

Notsignalanlagen

4 / 10

4.10.

Seilfahrt-Sicherheitsschaltungen bzw. -Sicherheitsfunktionen

4 / 10

4.10.1.

Seilfahrtankündigungs- und –quittungseinrichtung

4 / 10

4.10.2.

Seilfahrtschalter und Seilfahrtleuchten bei Anlagen ohne Seilfahrtankündigungs- und –quittungseinrichtung

4 / 11

4.10.3.

Schachttorüberwachung durch Fördermaschinen- /Förderhaspelsperreinrichtung

4 / 11

4.10.4.

Abfahrsperrschaltung

4 / 12

4.11.

Optische Anzeigen

4 / 12

4.12.

Registriergeräte

4 / 13

4.13.

Schachtfernsprechanlagen

4 / 14

4.14.

Schachtüberwachungs- und -signalanlagen sowie Schachtfernsprechanlagen in Abteufbetrieben

4 / 14

4.15.

Schachtüberwachungs- und -signalanlagen sowie Schachtfernsprechanlagen in sonderbewetterten Grubenbauen

4 / 15

4.16. 

Mechanische Signalanlagen

4 / 15

5.

Einrichtungen für automatisch betriebene Antriebsmaschinen von Schachtförderanlagen

 

5.1.

Allgemeines

5 / 1

5.2. 

Anforderungen an die automatische Steuerung von Antriebsmaschinen

5 / 2

5.3.

Zusätzliche Anforderungen an Anlagen für automatische Selbstfahrerseilfahrt

5 / 4

5.4.

Sicherheits- und Überwachungseinrichtungen

5 / 6

5.5.

Anzeigen und Leuchtfelder

5 / 10

6.

Seile

 

6.1.

Allgemeines

6 / 1

6.2. 

Begriffe

6 / 2

6.3.

Förderseile

6 / 5

6.3.1

Anforderungen an die Stahldrähte vor der Verseilung

6 / 5

6.3.2.

Anforderungen an die Stahldrähte nach der Verseilung

6 / 5

6.3.3.

Anforderungen an die Förderseile und Bühnenseile

6 / 7

6.3.4.

Sonstige Anforderungen

6 / 8

6.4.

Unterseile

6 / 10

6.4.1.

Anforderungen an die Drähte

6 / 10

6.4.2.

Anforderungen an die Unterseile

6 / 10

6.4.3.

Sonstige Anforderungen

6 / 10

6.5.

Greiferseile

6 / 10

6.6.

Führungs- und Reibseile

6 / 11

6.7.

Sonstige Seile

6 / 11

6.8.

Seilsicherheiten

6 / 11

6.9.

Verwendung gebrauchter Seile

6 / 11

Anhang A

Muster für die Bescheinigung über Werkstoffprüfungen nach § 10 Abs. 1 der VO

 

Anhang B

Muster für die Bescheinigung über Werkstoffprüfungen nach § 10 Abs. 1 der VO

 

7.

Fördermittel, Gegengewichte, Zwischengeschirre, Unterseilaufhängungen

 

7.1.

Allgemeines

7 / 1

7.2.

Sicherheiten gegenüber der statischen Belastung

7 / 2

7.3.

Zusätzliche Anforderungen an Fördermittel und Gegengewichte

7 / 3

7.3.1.

Dach und Tragböden

7 / 3

7.3.2.

Gegengewichte

7 / 4

7.3.3.

Hängestreben

7 / 4

7.3.4.

Fördergefäße

7 / 4

7.3.5.

Führungselemente

7 / 4

7.3.6.

Förderkübel und –behälter

7 / 6

7.3.7.

Zusätzliche Anforderungen an Fördermittel und Gegengewichte bei Anlagen mit Seilführung

7 / 6

7.4.

Zusätzliche Anforderungen an Zwischengeschirre und Unterseilaufhängungen

7 / 6

7.5.

Anforderungen an Königstangen bei vorhandenen Anlagen

7 / 9

7.6.

Berechnung der Fördermittel, Gegengewichte, Zwischengeschirre und Unterseilaufhängungen

7 / 9

7.6.1.

Allgemeines zu den Kraftannahmen

7 / 9

7.6.2.

Aufhängebleche

7 / 11

7.6.3.

Querträger und Längsträger im Kopf- und Fußrahmen

7 / 15

7.6.4. 

Hängestreben

7 / 17

7.6.5.

Verbindungselemente (Niete, Schrauben)

7 / 18

7.6.6.

Anschlussbleche an Förderkübeln und Behältern so wie Kettenanschlussbleche

7 / 19

7.6.7.

Zwischengeschirre und Unterseilaufhängungen

7 / 19

8.

Befahrungsanlagen, Hilfsfahranlagen, Notfahranlagen

 

8.1.

Allgemeines

8 / 1

8.2.

Einrichtungen am und im Schacht

8 / 1

8.3.

Antriebe (einschließlich Bremsen)

8 / 2

8.4.

Fördermittel und Zwischengeschirre

8 / 3

8.5.

Seile

8 / 3

8.6.

Schachtüberwachungs- und –signalanlagen

8 / 3

9.

Bühnen und Greiferanlagen

 

9.1.

Verfahrbare Arbeitsbühnen

9 / 1

9.2.

Feste Arbeits- und Überwachungsbühnen

9 / 2

9.3.

Schutzbühnen

9 / 3

9.4.

Greiferanlagen

9 / 8




TAS / Dezember 2005                                                                              Blatt 0 / 4

10.

Winden

 

10.1.

Allgemeines

10 / 1

10.2.

Bremsen

10 / 1

10.3.

Sperreinrichtungen

10 / 2

10.4.

Vorgelege

10 / 2

10.5.

Seilträger

10 / 2

10.6.

Zusätzliche Anforderungen an handbetriebene Winden

10 / 2

10.7.

Muster der Bremsberechnung für Winden mit maschinellem Antrieb (außer Spannwinden)

10 / 4

11.

Begriffsbestimmungen

 

 
Sachwortverzeichnis

Verzeichnis der Abbildungen

1.

Abschnitt

 

1.

Seitenansicht eines Blindschachtkopfes mit Kräfteparallelogramm am Seil

1 / 3

 

 

 

2.

Abschnitt

 

1.

Querschnitt durch die Spurlatten und Führungsschuhe

2 / 4

2.

Verbindung von Spurlattenenden

2 / 5

3a/b

Schnittzeichnungen durch Fahrtrum, mit eingemauerten Einstrichen, mit Einstrichen auf Konsolen und mit Beanspruchungskräften

2 / 8a

4.

Kraftangriff an einer Spurlatte zwischen zwei Einstrichen (Durchbiegung)

2 / 12

5.

Auflagekraft an einem Einstrich

2 / 13

6.

Schraubverbindung von Spurlatte und Einstrich

2 / 13

 

 

 

3.

Abschnitt

 

1a/b

Zusammenstellung der Massen für doppeltrümige Anlagen mit Unterseil

3 / 18

2.

Federdiagramm einer Schraubendruckfeder

3 / 19

3a

Scheibenbremse, Anordnung der Bremskrafterzeuger

3 / 22

3b

Wirkungsweise eines Bremskrafterzeugerpaares

3 / 22

4a/b

Federkennlinie (einschließlich Federwirkungsgrad)

3 / 22

5a/b

Übersetzung der Kräfte im Bremsgestänge

3 / 23

6.

Bremsgestänge der Fahrbremse, die zwischen Motor und Getriebe angeordnet ist

3 / 23

7.

Getrennte Fahr- und Sicherheitsbremse (bis 2 m/s)

3 / 24

8.

Einachsige Fahr- und Sicherheitsbremse

3 / 24

9.

Vereinigte Fahr- und Sicherheitsbremse mit Kraftangriff am Hauptbremshebel

3 / 24

10.

Vereinigte Fahr- und Sicherheitsbremse mit Kraftangriff am Hebel 1

3 / 25

11.

Vereinigte Fahr- und Sicherheitsbremse mit Kraftangriff an der Verbindungsstange 8

3 / 25

12.

Vereinigte Fahr- und Sicherheitsbremse mit Kraftangriff am Hauptbremshebel

3 / 26

13. 

Vereinigte Fahr- und Sicherheitsbremse als Auslassbremse mit Kraftangriff am Hauptbremshebel

3 / 26

14.

Umfangskraft bei der kritischen Teufe

3 / 33

15.

Umfangskraft bei vollem Förderkübel in der Endteufe

3 / 33

16. 

Flächenpressung im Bolzenlager

3 / 46

17.

Bremsbackenträger

3 / 47

18.

Hauptwelle

3 / 47

19.

Bremswelle 4

3 / 48

20.

Winkelhebel

3 / 48

21.

Hebel 1

3 / 49

22.

Hebel 2

3 / 50

23.

Hauptbremshebel

3 / 50

24a/b

Zugstange

3 / 51

25.

Bremsbackenträger

3 / 54


6.

Abschnitt

 

1.

Nennabmessungen von Flachseilen

6 / 2

2.

Bemaßung von Litzen

6 / 2

3.

Schlagart von Litzenseilen Gleichschlag

6 / 3

4.

Schlagart von Litzenseilen Kreuzschlag

6 / 3

 

 

 

7.

Abschnitt

 

1.

Kopfrahmen-Bezeichnungen

7 / 2

2a 

Bremsführungsschuhe

7 / 4

2b

Zusätzliche Bremsführungsschuhe

7 / 5

3.

Ausführungsformen der Aufhängebleche, verschiedene Aufhängebleche

7 / 12-13

4.

Kraftangriff und Biegemoment-Kennlinie bei Aufhängeblechen mit mehreren Bolzenbohrungen

7 / 14

5.

Annahme des Kraftangriffs im Kopf- und Fußrahmen

7 / 15


TAS / Dezember 2005                                                                            Blatt 0 / 5

6.

Fördermittel mit einem Aufhängeblech

7 / 15

7.

Fördermittel mit zwei Aufhängeblechen

7 / 16

8-9.

Fördermitteldarstellungen mit Biegemoment-Kennlinien

7 / 16-17

10a – c

Fördermittel mit 8 (6) (4) Hängestreben

7 / 18

11.

Skizze der Anschlussbleche mit Lage der angreifenden Kräfte und der zu Berechnenden Querschnitte

7 / 19

12. – 14.

Bolzenverbindungen mit Darstellung der angreifenden Kräfte und Kraftverteilungen

7 / 20

15.

Lage der Bohrungen in Laschen

7 / 21

16.

Kreuzgelenkstück Form LG (Lasche / Gabel)

7 / 21

17.

Winkelhebel in drei Ansichten

7 / 22

18.

Traverse

7 / 22

19.

Schäkel in drei Ansichten

7 / 23

20a

Aufhängebügel

7 / 23

20b 

Aufhängebügel

7 / 24

21.

Kette

7 / 24

22.

Aufhängung an zwei Seilen oder Ketten

7 / 25

23.

Aufhängung an vier Seilen oder Ketten

7 / 25

24.

Königsstange mit Abmessungen und Angaben der zu berechnenden Querschnitte

7 / 25

9.

Abschnitt

 

1.

einteilige Bühne

9 / 4

2.

geteilte, gegeneinander versetzte Bühnen mit dazwischenliegender Schutzwand

9 / 4

3. und 4.

Schüttguthöhe in Abhängigkeit von der spezifischen Fallenergie

9 / 5

5.

Tragwerk mit Schüttgutkegel

9 / 5

6.

Kennlinienschar, Eindringweg in Abhängigkeit von der spezifischen Fallenergie

9 / 6

7. und 8.

Einteilige Bühne

9 / 6 - 7

9. – 11.

Ansichten einer geteilten Bühne

9 / 7


Verzeichnis der Tabellen

2.

Abschnitt

 

1.

Bemessung von Spurlatten und Einstrichen (bis 4 m/s)

2 / 7

2.

Widerstands- und Trägheitsmomente von genormten Holzspurlatten DIN 21341

2 / 9 - 10

 

 

 

3.

Abschnitt

 

1.

Berechnung der Seilrutschgrenzen, eµ1-Werte

3 / 28

2.

Tabelle der zulässigen Druckspannung bei Knickbeanspruchung

3 / 53

 

 

 

5.

Abschnitt

 

1.

Anzeigen und Leuchtfelder

5 / 7

 

 

 

6.

Abschnitt

 

1.

Drahtmindestdurchmesser für Förder-, Bühnen- und Flachseile

6 / 1

2.

Zulässige Abweichungen der Zugfestigkeit

6 / 5

3.

Grenzmaße vom Draht-Nenndurchmesser

6 / 5

4.

Mindestbiegezahlen für runde Drähte

6 / 6

5. 

Mindestverwindezahlen für runde Drähte

6 / 6

6.

Mindestwerte des Flächengewichtes des Zinküberzuges

6 / 7

7.

Zulässige Abweichungen vom Seil-Nenndurchmesser bei Rundlitzenseilen sowie von der Nennbreite und –dicke bei Flächenseilen

6 / 8

8.

Mindestbiegezahlen von Runddrähten aus gebrauchten Förderseilen

6 / 9

7.

Abschnitt

 

1.

Werkstoffe für Fördermittel, Gegengewichte, Zwischengeschirre und Unterseilaufhängungen

7 / 1

2.

Breite der abzuspanenden Brennzone bezogen auf die Blechdicke

7 / 2

3a

Mindestmaße der Bremsführungsschuhe ohne Schleißplatten

7 / 5

3b

Mindestmaße der Bremsführungsschuhe mit Schleißplatten

7 / 5

4.

Empfohlene Drehmomente von Klemmschrauben

7 / 8

5. 

Nachziehfristen

7 / 8

6.

Anzahl der Rundseilklemmen bei Rundlitzenseilen 6 × 19 Standard und Warrington-Verbund

7 / 8

7.

Anzahl der Seilklemmen bei Flachseilen

7 / 9

8.

Grenzkraft einer Klemme

7 / 9

 

 

 

9.

Abschnitt

 

1.

Beiwerte a

9 / 4


Hinweis: Sicherheitszahlen beziehen sich auf die Bruchfestigkeit des Werkstoffs, sofern
               nicht ausdrücklich auf die Streckgrenze Bezug genommen wird.



TAS / Dezember 2005                                                                   Blatt 1 / 1

1. Fördergerüste und Abteufgerüste sowie Verlagerungen in Köpfen von
    Blindschächten und Schrägstrecken

1.1. Fördergerüste  und  Abteufgerüste

1.1.1. Unter Förder- und Abteufgerüsten sind auch Fördertürme sowie Verlagerungen von
          Führungseinrichtungen in Führungsgerüsten zu verstehen.

1.1.2. Tragende Teile von Gerüsten müssen aus Stahl, Stahlbeton oder Spannbeton bestehen.

1.1.3. Tragende Stahlbauteile von Gerüsten müssen mindestens 8 mm dick sein. Es wird
          empfohlen, diese Teile 10 mm oder dicker zu bemessen. Bei allseitig geschlossenen
          Hohlprofilen muss die Wanddicke mindestens 6 mm, bei Füllstäben mindestens 4 mm
          betragen. (Für Abteufgerüste gilt dies erst, wenn sie nach dem 1.1.1978 gefertigt worden sind.)

1.1.4. Stahlbauteile von Gerüsten müssen mit einem Korrosionsschutz versehen sein. Die
          Verlagerung der Führungsgerüste muss zugänglich sein.

1.1.5. Aufstiege und Umgänge in und an Gerüsten sind so einzurichten, dass Personen, die
          diese Einrichtungen benutzen, nicht gefährdet werden können. Aufstiege und Umgänge
          müssen ausreichend beleuchtet werden können. Sie müssen Geländer nach DIN 21377 und,
          soweit erforderlich, Fußleisten haben. Aufstiege mit mehr als 90 gon Neigung und mehr
          als 5 m Länge müssen mit einer Absturzsicherung oder einem durchgehenden Rückenschutz,
          der 3 m über dem Fußpunkt des Aufstiegs beginnt, versehen sein.

1.1.6. Fördertürme von mehr als 25 m Höhe über der Hängebank mit Turmfördermaschinen oder
         -häspeln müssen mit Aufzügen versehen sein.

          Es wird empfohlen, auch an Fördergerüsten Aufzüge vorzusehen.

1.1.7. Gerüste von Seilfahrtanlagen und Güterförderanlagen mit Fahrgeschwindigkeiten von mehr
          als 2 m/s sind mit geeigneten Hebezeugen zum Auswechseln von Seilscheiben und anderen
          Bauteilen auszurüsten, falls nicht ortsveränderliche Hebezeuge eingesetzt werden können.

1.1.8. Gerüste müssen mit einer Blitzschutzanlage ausgerüstet sein. Für die Errichtung der Blitz-
          schutzanlagen gilt VDE 0185.

          Sofern der höchste Punkt des Gerüstes von einer Seilscheibe mit aufliegendem Seil gebildet
          wird, ist die Blitzschutzanlage mit besonderen Auffangstangen über der Seilscheibe zu versehen.

1.1.9. Verlagerungen (Auflager) von Fördergerüsten, bei denen mit bergbaulichen Einwirkungen
           zu rechnen ist, müssen so ausgeführt werden, dass diese Einwirkungen ausgeglichen
           werden können.

1.1.10.1 Gerüste sind nach DIN 4118 zu entwerfen, zu berechnen und auszuführen.Hierbei sind
              die „Anpassungsrichtlinien Stahlbau“ zu beachten. Beanspruchungen, die durch zusätzliche
              maschinelle Einrichtungen in Gerüsten hervorgerufen werden, sind entsprechend zu
              berücksichtigen, z. B. Krananlagen.

1.1.10.2. Fördergerüste von Anlagen, die nur zeitlich begrenzten Ausrichtungsarbeiten dienen,
              dürfen mit den Lastannahmen für Abteufgerüste entworfen und berechnet werden.

1.1.11. Für die Bemessung und Ausführung der Führungseinrichtungen und deren Verlagerungen
            in Gerüsten gilt Nr. 2.4.

1.1.12. Die Seilkräfte, für die ein Gerüst berechnet ist, z. B. Förderseillast, Seilbruchlast nach
            DIN 4118 Nr. 3.4, dürfen um höchstens 10 v. H. erhöht werden, wenn ein Sachver-
            ständiger (§ 2 Abs. 19 der VO) das Gerüst daraufhin untersucht hat, ob nach dem
            baulichen Zustand eine Erhöhung der Seilkräfte ohne Änderung der Tragfähigkeit des
            Gerüstes zulässig ist.

1.2   Verlagerungen und Einrichtungen in Köpfen von Blindschächten und Schrägstrecken 
        sowie an Aufstellungsorten von Fördermaschinen und - häspeln untertage

1.2.1. In Blindschächten und Schrägstrecken müssen Verlagerungseinrichtungen (Träger und
          Unterzüge) für Seilscheiben (Ablenkscheiben sind Seilscheiben [siehe auch DIN 22410]),
          Fördermaschinen, Förderhäspel, Winden und Führungsseile aus Stahl bestehen. Teile
          mit Schweißverbindungen dürfen nur aus gut schweißbarem Stahl bestehen.

1.2.2. Verlagerungseinrichtungen nach Nr. 1.2.1. dürfen nicht am Schachtausbau befestigt werden,
          sofern nicht die Bergbehörde im Erlaubnis oder Zulassungsverfahren eine Abweichung bewilligt.

1.2.3. Verlagerungseinrichtungen müssen mit einem Korrosionsschutz versehen sein. Dies gilt nicht
          für Verlagerungen von Abteufeinrichtungen, wenn diese Verlagerungen nach dem Abteufen
          wieder ausgebaut werden.

1.2.4.1. Verlagerungseinrichtungen müssen bei statischer Belastung durch Betriebskraft
            und Eigengewicht mit den Teilsicherheitsbeiwerten gf = 2,2 (Einwirkungen) und 
            gm = 2,0 (Widerstandsgrößen) im Sinne der DIN 18800 bemessen werden. Die
            Stahlqualität muss mindestens RSt 37-2 sein. Für die Mindestdicken der Bauteile
            gilt Nr. 1.1.3. Dynamische Zusatzkräfte brauchen nicht berücksichtigt zu werden.


TAS / Dezember 2001                                                                        Blatt 1 / 2

1.2.4.2. Auflager von Trägern sind auf Druckspannung zu berechnen. Bezüglich der
            weiteren Berechnung im Nachweisverfahren ist die oben genannte
            „Anpassungsrichtlinie Stahlbau“ zu berücksichtigen (Unterschiedliches Sicher-
             heitskonzept für die Tragkonstruktion und die Bemessung der Auflagerbereiche).
             Hierbei sind die ermittelten Schnittgrößen durch die entsprechenden Teilsicherheits-
             beiwerte gf zu teilen.

             Unabhängig von der Berechnung müssen Träger oder Unterzüge mindestens 40 cm
             tief aufliegen.

             Als zulässige Druckspannung sind zugrunde zu legen:

1.2.5. Ankerschrauben zur Befestigung von Verlagerungen oder Lagerböcken sollen in
         Anlehnung an Element (714) „Außergewöhnliche Kombinationen“ gegen die auf sie
         entfallende anteilige Seilbruchkraft bemessen werden. Hierbei sind die Teilsicherheits-
         beiwerte gf = 1,0 (Einwirkungen) und gm = 1,0 (Widerstandsgrößen) einzusetzen und
         der Nachweis nach Element (809) zu führen.

         Biege- und Scherbeanspruchungen sind möglichst zu vermeiden.

         Die Ankerschrauben sind gegen Korrosion zu schützen.

1.2.6. Im Bereich von Seilscheibenträgern müssen zur Überwachung und Wartung der Lager
          Umgänge oder Bühnen vorhanden sein. Sie sind so einzurichten, dass Personen, die
          diese Einrichtungen benutzen, nicht gefährdet werden können.

          Für die Bemessung von Umgängen und Bühnen mit zugehörigen Treppen gilt DIN 4118
          Nr. 4.2.5 Verkehrslasten. Hierbei ist die „Anpassungsrichtlinie Stahlbau“, Abschnitt 4.8
          zu berücksichtigen.

1.2.7. Für Köpfe von Blindschächten und Schrägstrecken sowie für Seilkanäle, die nicht durch-
          gehend bewettert werden, sind Bewetterungseinrichtungen vorzusehen.

1.2.8. Für die Bemessung und Ausführung der Führungseinrichtungen und deren Verlagerungen 
          im Kopf von Blindschächten gilt Nr. 2.4.

1.3. Prellträger und Fangstützen

1.3.1. Hauptseilfahrtanlagen sowie Güterförderanlagen mit Fahrgeschwindigkeiten von mehr als
          4 m/s müssen mit Prellträgern und Fangstützen (Fangklinken) ausgerüstet sein. Prellträger
          sind so auszulegen, dass sie beim Übertreiben das Fördermittel oder Gegengewicht aufhalten;
          Fangstützen sind so auszulegen, dass sie Fördermittel oder Gegengewichte sicher auffangen
          können.

          Es wird empfohlen, auch bei mittleren und kleinen Seilfahrtanlagen Prellträger und Fangstützen
          vorzusehen.

          Dies gilt für Schrägförderanlagen entsprechend.

          An Anlagen mit Kübelförderung sind keine Fangstützen erforderlich; Seilscheibenträger können
          hier auch als Prellträger dienen.

1.3.2. Prellträger müssen so angeordnet sein, dass die Seileinbände freien Durchgang haben und bei
          einem Übertreiben nicht auf Seilscheiben oder Seilträger auflaufen, bevor das Fördermittel oder
          Gegengewicht an die Prellträger stößt.

1.3.3. Unter den Prellträgem sind geeignete energieverzehrende Einrichtungen vorzusehen. Prellhölzer
          müssen mindestens 20 cm dick sein.

          Die Sätze 1 und 2 gelten nicht für Abteufanlagen.

1.3.4. Fangstützen müssen unterhalb der Prellträger so angebracht sein, dass die Strecke, die ein 
          Fördermittel oder Gegengewicht nach dem Anprall an die Prellträger bis zum Aufsetzen auf
          die Fangstützen zurückfällt (Fallhöhe), höchstens 500 mm beträgt. Aufbauten auf den Dächern
          der Fördermittel oder auf den Gegengewichten, z. B. stabile Geländer, Schutzdächer sowie 
          beim Übertreiben mitgenommene Schachtdeckel sind bei der Anordnung der Fangstützen zu
          berücksichtigen.

1.3.5. Fangstützen dürfen nicht überschlagen können und müssen in ihre Ausgangslage zurückfallen.

1.3.6. Fangstützenträger sind so auszubilden, dass sie beim Auffangen von Fördermitteln oder
          Gegengewichten nicht ausweichen können.

1.3.7. Prellträger und Fangstützen sind nach DIN 4118 zu berechnen und auszuführen. Hierbei ist die
          „Anpassungsrichtlinie Stahlbau“, Abschnitt 4.8, zu berücksichtigen.

1.4. Seilscheiben (Ablenkscheiben sind Seilscheiben [siehe auch DIN 22410]) für Förderseile

1.4.1. Der Nenndurchmesser von Seilscheiben muss

           betragen. Dabei ist die zu erwartende Flächenpressung des Seils in der Seilscheibenrille zu
           berücksichtigen (Nr. 1.4.8).


TAS / Dezember 2005                                                                             Blatt 1 / 3

            Zur Erhöhung der Seilaufliegezeit wird empfohlen,

            als Seilscheibendurchmesser vorzusehen.

1.4.2. Der Nenndurchmesser von Seilscheiben ist auf den Rillengrund im Neuzustand zu beziehen. Bei
          gefütterten Seilscheiben bleibt das Futter unberücksichtigt.

1.4.3. Seilscheiben und deren Achsen müssen - bezogen auf die Streckgrenze

1.4.4. Für den Winkel der Seilablenkung zwischen Seilscheiben und Seilträger gilt Nr. 3.3.13.

1.4.5. Im Steinkohlenbergbau untertage und in Grubenbauen anderer Bergbauzweige, die brand-
          oder explosionsgefährdet sind, müssen Seilscheibenfutter und deren Befestigung aus schwer
          entflammbarem Werkstoff (Prüfung des Werkstoffs z. B. durch Versuchsgrubengesellschaft
          mbH, Dortmund) bestehen.

1.4.6. Seilscheiben von Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s sollen möglichst mit Seil-
          scheibenfutter versehen sein. Falls bei rollengeführten Fördermitteln und Gegengewichten
          elektrostatische Aufladungen auftreten können, sind geeignete Maßnahmen zur Ableitung
          dieser Aufladungen zu treffen.

          Werkstoffe für Seilscheibenfutter müssen nach § 5 Abs. 1 Ziffer 7 der VO allgemein zugelassen
           sein.

1.4.7. Rillen in Seilscheiben zur Aufnahme von Seilscheibenfuttern sind so herzustellen, dass Kerb-
          spannungen so gering wie möglich gehalten werden. Bei elastischen Futtern müssen die Seil-
          scheibenkränze die horizontalen Querkräfte (Axialkräfte) aufnehmen können.

1.4.8. Bei einer Schachtförderanlage mit einem Verhältnis des Seildurchmessers d zum Seilscheiben-
          durchmesser D von etwa 1 : 100 soll die Flächenpressung des Seils in der Seilscheibenrille
          bei größtem Trumgewicht (GZ) 200 N/cm2 nicht überschreiten.

          (Überschlägige Berechnung: [2 × GZ / d × D])

1.4.9. Es wird empfohlen, den Abstand zwischen Seilträger und Seilscheiben möglichst groß zu wählen.

1.4.10. Es wird empfohlen, bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten von mehr als 4 m/s im Fördergerüst
            ortsfeste Vorrichtungen zur Aufnahme eines Supports zum Bearbeiten der Seillaufrillen
            vorzusehen.

1.4.11. Wenn Seilscheibentröge vorhanden sind, müssen diese ausreichend große Abfluss- und
             Reinigungsöffnungen besitzen.

1.5. Berechnung der Seilscheibenverlagerung im Kopf von Blindschächten

1.5.1. Seilscheibenträger nach Abbildung 1 werden beansprucht:

Abbildung 1

Abbildung 1: Seitenansicht eines Blindschachtkopfes mit Kräfteparallelogramm am Seil.

Die Druck- bzw. Zugbeanspruchung durch F2 sowie die Biegung durch das Eigengewicht des
Seilscheibenträgers sind so unbedeutend, dass sie abweichend von Nr. 1.2.4.1 unberücksichtigt bleiben
können.

Beim Nachweisverfahren sind die Teilsicherheitsbeiwerte g= 2,2 (Einwirkungen) und gm = 2,0
(Widerstandsgrößen) im Sinne der DIN 18 800 einzusetzen.


TAS / Dezember 2005                                                                             Blatt 1 / 4

Werden die Seilscheibenträger auf Unterzüge verlagert, bleibt das Eigengewicht der Unterzüge
unberücksichtigt. Für diese Unterzüge genügt der getrennte Nachweis in vertikaler und horizontaler
Kraftrichtung.

Eine Zusammensetzung der Beanspruchungen ist dabei nicht erforderlich.

1.5.2. Das zusätzliche Biegemoment, das sich aus der Kraft F2 und dem Abstand x nach Abbildung 1
          ergibt, muss zusätzlich in der Berechnung der Seilscheibenträger und Unterzüge berücksichtigt
          werden.


TAS / Dezember 2005                                                                    Blatt 2 / 1

2. Einrichtung der Schächte und Schrägstrecken

2.1. Schachttrume, Fahrtrume

2.1.1. In Schächten werden Schachttrume in der Regel durch Schachteinstriche und
          ähnliche Einbauten gebildet.

2.1.2. Förder- und Gegengewichtstrume sind so zu bemessen und einzurichten, dass der
          freie Durchgang der Fördermittel und Gegengewichte, auch im Hinblick auf Gebirgs-
          bewegungen, Spurlattenverschleiß und Spiel der Führungsschuhe, auch bei Rollen-
          führung, gewährleistet ist. Dies gilt sinngemäß auch dann, wenn keine abgegrenzten
          Trume vorhanden sind.

          An Anlagen mit festen Führungen sind folgende Mindestabstände vorzusehen:

          An Anlagen mit Seilführung sind folgende Mindestabstände einzuhalten:

          An Abteufanlagen mit Kübelförderung genügt ein Abstand von 25 cm von einem Fördermittel
          oder einem Führungsseil bis zur Schachtwand oder zu Schachteinbauten und von 40 cm zwischen
          den Fördermitteln sowie von 40 cm zwischen den Führungsseilen benachbarter Trume.

2.1.3. Führungseinrichtungen und ihre Verlagerungen (Nr. 2.4) dürfen nicht zur Verlagerung
          oder Befestigung anderer betrieblicher Einrichtungen (z.B. Wendelrutschen, Falltreppen,
          Rohrleitungen, Kabel und Leitungen) dienen. (Das Bergamt kann eine abweichende
          Regelung im Einzelfall treffen.)

2.1.4. Nr. 2.1.3 gilt nicht für

2.1.5. In Schächten mit Seilfahrtanlagen muss zur Bergung und Flucht von Personen eine maschinelle
          Anlage (Hilfsfahranlage, Befahrungsanlage) verfügbar sein (siehe auch TAS Abschnitt 8,
          insbesondere Nr. 8.1.5). Dies gilt auch für Schächte mit Doppelförderanlagen.

          Bei geringer Schachtteufe oder geringem zu überwindenen Höhenunterschied (< 50 m) kann
          ein Fahrtrum ausreichend sein. In Abteufbetrieben muss eine Notfahranlage vorhanden sein
          (siehe Nr. 8.1.3).

2.1.6. Das Fahrtrum ist so anzuordnen, zu bemessen und auszuführen, dass es im Notfall von den
          Fördermitteln aus erreicht werden kann. Es muss mit angelegtem Atemschutzgerät befahrbar
          sein. Der engste Querschnitt des Fahrtrums in Schächten muss wenigstens 0,6 m × 0,8 m
          betragen.

2.1.7. Fahrtrume sind bis in den Schachtsumpf (Schachtsohle oder Bühne), bei Blindschächten auch
          bis in den Blindschachtkopf, bei Schrägstrecken bis zu den Endpunkten, in Abteufschächten
          bis wenigstens 30 m oberhalb der Abteufsohle zu führen. In Bereichen, die mit Fördermitteln
          nicht erreicht werden können, ist das Fahrtrum so zu bemessen, dass dort Verletzte im
          Schleifkorb befördert werden können, sofern nicht besondere Einrichtungen zum Verletzten-
          transport vorhanden sind.

2.1.8. Fahrtrume in Schächten und Schrägstrecken über 25 gon bis 75 gon Neigung müssen
          entsprechend der Neigung mit Stufen, Treppen oder Fahrten ausgerüstet sein. Wenigstens an
          einer Seite ist ein Handlauf anzubringen, sofern nicht die Holme der Fahrten oder Rohrleitungen
          oder dergleichen als Handlauf benutzt werden können.

          Fahrten müssen miteinander fest verbunden und in Abständen von höchstens 20 m verlagert sein.

2.1.9.  Fahrtrume in Schächten und Schrägstrecken

2.1.9.1 Fahrtrume in Schächten und Schrägstrecken über 75 gon Neigung müssen mit Fahrten und
            Ruhebühnen ausgerüstet sein. Fahrten dürfen höchstens 90 gon Neigung, Ruhebühnen
            höchstens 8 m Abstand voneinander haben; dies gilt nicht für Fahrten im Bereich betriebs-
            notwendiger querschnittsverengender Einbauten, z. B. Schachtschleusen, Rieselgutbunker.
           
            Für die Bemessung der Ruhebühnen ist DIN 4118 zum Anhalt zu nehmen. Hierbei ist die
            "Anpassungsrichtlinie Stahlbau", Abschnitt 4.8 zu berücksichtigen.


TAS / Dezember 2001                                                                                       Blatt 2 / 2

2.1.9.2. Fahrten müssen so eingebaut werden, dass sie die Durchsteigeöffnungen der Ruhebühnen
             überdecken. An den Ruhebühnen und Anschlägen müssen die Fahrten mindestens 1 m höher
             sein, oder es sind feste Handgriffe anzubringen. Jede einzelne Fahrte muss fest eingebaut sein.
             Eine Befestigung durch Annageln ist nicht zulässig.

2.1.9.3. Fahrten mit mehr als 90 gon Neigung müssen ab 3 m über den Ruhebühnen mit einem
             Rückenschutz versehen sein, wenn der Abstand zwischen Fahrte und den Einbauten oder
             dem Schachtausbau mehr als 60 cm beträgt. In solchen Fällen kann die Bergbehörde
             abweichend von Nr. 2.1.9.1 größere Abstände der Ruhebühnen erlauben oder auf den
             Einbau der Ruhebühnen verzichten.

2.1.10.1. Fahrten und Ruhebühnen müssen aus Stahl bestehen. (Gemäß Empfehlung des Ständigen
               Ausschusses für die Betriebssicherheit und den Gesundheitsschutz im Steinkohlenbergbau
               und in den anderen mineralgewinnenden Industriezweigen der EG in Luxemburg.) Sie
               müssen verzinkt (Der Zinküberzug durch Feuerverzinken soll DIN 50976 ,Korrosionsschutz;
               durch Feuerverzinken auf Einzelteile aufgebrachte Überzüge, Anforderungen und Prüfungen',
               der Zinküberzug durch galvanische Verzinkung soll DIN 50961 ,Korrosionsschutz;
               galvanische Zinküberzüge auf Eisenwerkstoffen' entsprechen.) oder mit einem gleichwertigen
               Korrosionsschutz versehen sein.

2.1.10.2. Fahrten müssen zwischen den Holmen mindestens 30 cm breit sein; die Oberkanten der
               Sprossen dürfen höchstens 28 cm Abstand voneinander haben.

2.1.10.3. Fahrten müssen so verlegt sein, dass die Sprossen einen Abstand von mindestens 15 cm
               von den Schachteinbauten oder von der Schachtwandung haben.

2.1.11. Fahrtrume müssen an den Ruhebühnen und entlang der Fahrten so gesichert sein, dass
            niemand unabsichtlich in andere Schachttrume geraten kann. Die Sicherungen müssen so
            beschaffen sein, dass Personen von Fördermitteln und auch von Gegengewichten, die zur
            Schachtbefahrung eingerichtet sind, in das Fahrtrum übertreten können.

2.1.12. An den Anschlägen sind Zugänge und Einstiege zu Fahrtrumen zu kennzeichnen. Sie müssen
            jederzeit zugänglich sein.

2.2. Schachtsumpf

2.2.1. Unterhalb des tiefsten Seilfahrt- oder Förderanschlags muss - außer bei Abteufanlagen -
          ein Schachtsumpf vorhanden sein.

          Dies gilt auch für Schrägförderanlagen (Streckenstumpf bis zur Ortsbrust).

2.2.2.1. Innerhalb der Unterseilbucht muss mindestens ein Führungsholz angebracht sein, dass nach
             oben begrenzt beweglich sein soll und nur geringe Kräfte aufnehmen darf. Bei Rundunterseilen
             können Führungsseilscheiben eingebaut werden.

2.2.2.2. Hauptseilfahrtanlagen und andere Anlagen müssen mit einer elektrischen Führungsholz-
             überwachung ausgerüstet sein.

2.2.2.3. Es wird empfohlen, zusätzliche Fahrungshölzer einzubauen, insbesondere bei runden
             Unterseilen.

2.2.3. Führen Förderanlagen in Schächten nicht bis zur tiefsten Sohle, oder ist der Schachtsumpf
          besonders tief, so ist unterhalb der Verlagerung von Führungseinrichtungen oder unterhalb
          der Unterseilbucht eine begehbare Bühne, z. B. Gitterrostbühne, einzubauen.

          Erforderlichenfalls ist eine weitere Bühne nach Nr. 2.2.5.3 vorzusehen.

2.2.4. In Schachtsümpfen sind Bewetterungseinrichtungen vorzusehen, wenn der zulässige Gehalt
          der Wetter an CHoder anderen schädlichen Gasen im Sumpf überschritten wird, oder
          wenn matte Wetter oder unzulässige Klimawerte im Sumpf auftreten können.

2.2.5.1. Bei Wasserzufluss müssen Einrichtungen zum Sümpfen vorhanden sein.

2.2.5.2. In Schächten mit Hauptseilfahrtanlagen oder automatisch gesteuerten Seilfahrtanlagen
             sowie in Schächten mit Seilfahrtanlagen, in denen mit plötzlichen Wasserzuflüssen
             gerechnet werden muss, ist der Wasserstand im Sumpf selbsttätig zu überwachen.
             Am Bedienungsstand der Antriebsmaschine oder an einer ständig besetzten Stelle muss
             das Überschreiten des höchsten zulässigen Wasserstandes optisch angezeigt werden.

2.2.5.3. Steht im Schachtsumpf ständig Wasser, so müssen mindestens Laufstege vorhanden sein,
             um betriebliche Einrichtungen im Sumpf überwachen zu können.

             Bei einer betriebsüblichen Wassersäule von mehr als 1,50 m ist anstelle der Laufstege
             eine begehbare Gitterrostbühne einzubauen.

2.2.6. Zur Beseitigung von Rieselgut und dergleichen aus Schachtsümpfen müssen geeignete
          Einrichtungen vorhanden sein.

          Geeignete Einrichtungen sind unter anderem


TAS / Dezember 2001                                                                                   Blatt 2 / 3

2.3. Freie Höhe , freie Teufe

2.3.1. Oberhalb der höchsten Betriebsstellung des Fördermittels oder Gegengewichts muss
          eine freie Höhe, unterhalb der tiefsten Betriebsstellung des Fördermittels oder
          Gegengewichts muss - außer bei Abteufanlagen - eine freie Teufe vorhanden sein.
          Die freie Teufe muss wenigstens der freien Höhe entsprechen.

2.3.2. Freie Höhe und freie Teufe sind Strecken, um die ein Fördermittel oder Gegengewicht
          seine äußerste Betriebsstellung (Als äußerste Betriebsstellung des Fördermittels gilt nicht
          das Vorsetzen des Fördermitteldaches bei Schachtbefahrungen sowie das Verfahren des
          Fördermittels über die Endanschläge hinaus, z. B. bei Langmaterialtransport.) bei Seilfahrt
          oder Güterförderung nach oben oder unten überfahren kann, bevor dieses Fördermittel
          oder Gegengewicht oder ein von ihm hochgehobener Schachtdeckel an einem Hindernis
          einen stoßweisen Widerstand findet (Bei der Festlegung der freien Höhe sind Aufbauten
          auf den Dächern der Fördermittel oder auf den Gegengewichten, z. B. stabile Geländer,
          Schutzdächer, erforderlichenfalls zu berücksichtigen.) oder das Zwischengeschirr gefährdet
          wird.

2.3.3. Die freie Höhe wird nach oben begrenzt z. B. durch

           Die freie Teufe wird nach unten begrenzt z. B. durch

2.3.4. Freie Höhe und freie Teufe müssen wenigstens betragen:

2 m bei Fahrgeschwindigkeiten bis 2 m/s,
3 m bei Fahrgeschwindigkeiten über 2 bis 4 m/s,
5 m bei Fahrgeschwindigkeiten über 4 bis 6 m/s,
10 m bei Fahrgeschwindigkeiten über 6 m/s.

Bei Abteufanlagen muss die freie Höhe wenigstens betragen:

2 m bei Fahrgeschwindigkeiten bis 4 m/s,
5 m bei Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s.

An Anlagen mit Führungsschlitten ist die freie Höhe auf dessen Oberkante zu beziehen.

2.4. Führungseinrichtungen und deren Verlagerung

2.4.1. Allgemeines

2.4.1.1. Fördermittel und Gegengewichte in Schächten und Schrägstrecken müssen an geeigneten
             Einrichtungen geführt werden (feste Führungen oder Seilführungen). Für Befahrungs-
             anlagen, Hilfsfahranlagen und Notfahranlagen gilt Nr. 8.2.6.

2.4.1.2. Fördermittel von Abteufanlagen mit Seilführung müssen von den Prellträgern bis wenigstens
             50 m oberhalb der Schachtsohle geführt werden. Dies gilt nicht, solange bei Teufbeginn
             keine Führungseinrichtungen eingebaut werden können.

             Als Prellträger gelten auch Seilscheibenträger, wenn der Führungsschlitten an diese anstößt,
             bevor der Einband auf die Seilscheibe aufläuft (vergleiche Nr. 1.3.1).

2.4.1.3. Führungseinrichtungen in Schächten sind

             einschließlich ihrer Befestigungen und Verlagerungen, z. B. Spurlattenhalter, Konsolen,
             Einstriche, Seileinbände, Aufhängungen und Spannvorrichtungen. Spurlattenhalter und
             Konsolen müssen aus Stahl bestehen.

2.4.1.4. Führungseinrichtungen in Schrägstrecken sind

             einschließlich ihrer Befestigungen und ihres Unterbaus


TAS / Dezember 2001                                                                                    Blatt 2 / 4

2.4.1.5. Führungseinrichtungen, ihre Befestigungen und Verlagerungen sind, soweit erforderlich,
             mit einem Schutz gegen Korrosion, Pilzbefall oder Salzkristallisation im Holz zu versehen.

2.4.1.6. Bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 12 m/s sowie bei Anlagen mit Stahl-Spurlatten
             und Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s müssen Führungsrollen eingebaut werden.

2.4.1.7. Im Bereich der freien Höhe und freien Teufe sind die Führungseinrichtungen so auszuführen,
             dass Fördermittel oder Gegengewichte beim Übertreiben abgebremst werden. Dies gilt nicht
             für Abteufanlagen mit Seilführungen.

2.4.1.8. In Schächten sind bei Verwendung von Führungsschlitten Spurlatten nicht zulässig. Das gilt
             nicht für kleine Seilfahrtanlagen beim Abteufen bis 100 m Teufe, wenn durch eine geeignete
             Ausbildung des Führungsschlittens ein Entgleisen oder Festklemmen ausgeschlossen ist.

2.4.1.9. Werden Führungseinrichtungen am Schachtausbau befestigt, so muss dieser die sich daraus
              ergebenden Belastungen aufnehmen können.

2.4.2. Spurlatten

2.4.2.1. Spurlatten können als Kopf- oder Seitenführungen angeordnet sein. Als Spurlatten gelten
             auch Schienenführungen sowie Eckführungen, wenn diese auf dem gesamten Fahrweg
             angeordnet sind.

2.4.2.2. Jede Spurlatte muss an mindestens 3 Einstrichen, Konsolen oder dergleichen befestigt sein.
             Dies gilt nicht für Endstücke und Klappspurlatten. Verschraubungen von Führungseinrichtungen
             müssen mit geeigneten Schraubensicherungen versehen sein. Federringe und dergleichen sind
             keine geeigneten Sicherungselemente. Holzspurlatten dürfen nicht angenagelt werden.

             Der Überstand der Spurlatte über den Schraubenkopf muss unter Berücksichtigung von
             Nr. 2.4.2.8.2 mindestens 15 mm betragen.

2.4.2.3. Im Bereich von Spurlattenunterbrechungen, z. B. an den Anschlägen, müssen Eck- oder
             Seitenführungen vorhanden sein. Dies ist nicht erforderlich, wenn durch die Bauart der
             Fördermittel oder Gegengewichte oder durch selbsttätig überwachte Klapp- oder
             Hubspurlatten ein Entgleisen verhindert wird. Bei Fördermitteln mit Führungsrollen sind
             an Spurlattenunterbrechungen nur selbsttätig überwachte Klapp- oder Hubspurlatten zulässig;
             dies gilt nicht für die Endanschläge.

2.4.2.4.1. Bei Fördermitteln und Gegengewichten mit Führungsschuhen muss die Spurweite (Maß
                zwischen zwei gegenüberliegenden Spurlatten) etwa 10 mm größer sein als das Spurmaß
                (Maß zwischen den stirnseitigen Gleitflächen der Führungsschuhe der Fördermittel oder
                Gegengewichte).

                Die Maulweite (lichte Weite) der Führungsschuhe soll 10 mm größer sein als die Breite
                der unverschlissenen Spurlatte (Abbildung 1). Bei Fördermitteln und Gegengewichten
                mit Rollenführung darf die Spurweite um mehr als 10 mm größer sein als das Spurmaß.

                Maulweite und Spurmaß der zusätzlichen Führungsschuhe müssen so gewählt werden,
                dass die Führungsschuhe ein Entgleisen und Anecken, z. B. an Spurlattenhaltern, verhindern.
                Im normalen Betrieb sollen sie die Spurlatten nicht berühren.

2.4.2.4.2. Unter Berücksichtigung des Verschleißes der Spurlatte, der Durchbiegung von Spurlatte
                und Einstrich sowie einer eventuellen Abbaueinwirkung muss der Führungsschuh die Spurlatte
                um wenigstens 40 mm überdecken (Mindest-Eingrifftiefe).

TAS Abschnitt 2 - Abbildung 1 - Querschnitt durch die Spurlatten und Führungsschuhe

                 Abbildung 1: Querschnitt durch die Spurlatten und Führungsschuhe.

2.4.2.5. Die Verbindung der Spurlatten miteinander muss ein Ausweichen der Spurlattenenden
             unter dem Druck (Stoß) der Führungsschuhe oder Führungsrollen verhindern. Sie ist auf
             einen Einstrich, eine Konsole oder dergleichen zu legen und bei Anlagen mit Fahrge-
             schwindigkeiten über 4 m/s mit Spurlattenhaltern auszuführen.

             Spurlattenhalter sollen ein Ausrichten des Spurlattenstranges ermöglichen.

2.4.2.6. Abweichend von Nr. 2.4.2.5 kann bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 4 m/s die
             Verbindung von Holzspurlatten auch zwischen zwei Einstrichen liegen. Derartige
             Verbindungen sind nach Abbildung 2 auszuführen.

              Jedes Spurlattenende muss bei Holzspurlatten mit mindestens 3 versetzt angeordneten
              Schrauben befestigt werden.

TAS Abschnitt 2 - Abbildung 2 - Verbindung von Spurlattenenden

Abbildung 2: Verbindung von Spurlattenenden.


TAS / Dezember 2001                                                                           Blatt 2 / 5

2.4.2.7. Zwischen den Stößen der Spurlattenenden muss ein Spiel vorhanden sein.

2.4.2.8.1. Stahlspurlatten müssen ersetzt werden, wenn ein Querschnittselement um mehr
                als 6 mm geschwächt ist oder nur noch die Hälfte seiner ursprünglichen Dicke besitzt.

2.4.2.8.2. Holzspurlatten müssen ersetzt werden, wenn der in Tabelle 2 angegebene Verschleiß
                auf der Vorderseite um 5 mm oder auf den Flanken um insgesamt 5 mm überschritten
                wird.

2.4.2.8.3. Nach dem Auswechseln von Holzspurlatten muss erforderlichenfalls zwischen alten
                und neuen Spurlatten ein schlanker Übergang an der Vorderseite und den Flanken
                hergestellt werden. Der Übergang muss je nach Stärke des Verschleißes mehrere Meter
                lang sein, z. B. Steigung £ 0,5 v. H.

2.4.2.9. Schienenführungen mit Rollen oder mit Führungsschuhen dürfen nur bei Anlagen mit
             Fahrgeschwindigkeiten bis 4 m/s eingebaut werden.

             Hierbei muss das Verhältnis von Fördermittelhöhe zu Fördermittelbreite mindestens
             1,5 betragen. Schienenführungen mit Klauen sind nicht zulässig.

2.4.3. Einstriche

2.4.3.1. Werden Einstriche in das Schachtmauerwerk, den Beton oder das feste Gebirge
              eingelassen, so muss die Auflagerlänge in der Einstrichmittellinie mindestens 25 cm
              betragen und die der Schachtmitte zugewandte Einstrichseite mindestens 15 cm tief
              in das Mauerwerk, den Beton oder das Gebirge hineinragen.

2.4.3.2. Werden Einstriche auf Konsolen verlagert, so soll die Bauart der Konsolen ein Ausrichten
             der Einstriche ermöglichen. Bei Holzeinstrichen soll die Auflagerlänge auf den Konsolen
             mindestens das 1,3-fache der Einstrichbreite betragen.

2.4.3.3. Werden Konsolen mit Ankern befestigt, so müssen die Anker im Schachtausbau sicher
             verspannt werden können; andernfalls müssen sie bis ins feste Gebirge reichen. Die
             Einbauanweisungen der Hersteller, insbesondere für Klebeanker, sind zu beachten.

2.4.3.4. An Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 4 m/s können die Einstriche auch an
             den Stahlringen des Schachtausbaus befestigt werden.

2.4.3.5. An Anlagen mit Holzspurlatten darf der Einstrich- oder Konsolenabstand nicht mehr
             als 3,0 m betragen.

2.4.3.6. Wird bei Stahlspurlatten ein größerer Einstrich- oder Konsolenabstand als 4,50 m
              gewählt, so müssen

2.4.4. Anforderungen an Werkstoffe von Spurlatten und Einstrichen

2.4.4.1. Holzspurlatten:

             Holzeinstriche:

             Spurlatten und Einstriche aus Stahl:


TAS / Dezember 2001                                                                                Blatt 2 / 6

2.4.4.2. Zulässige Spannungen und Werkstoffkennwerte:

             Zulässige Biegespannungen für Holz mittlerer Gürte nach DIN 1052-1 und
             DIN 10252-1 (A1):

Fichte, Kiefer, Lärche

s zul

= 10

N/mm2

 

E

= 10

N/mm2

Eiche, Karri, Jarrah, Pitchpine

s zul

= 11,0

N/mm2

 

E

= 1,25 × 104

N/mm2

Bongossi (Azobe)

s zul

= 25

N/mm2

 

E

= 1,7 × 104

N/mm2

            Zulässige Druckspannungen für Holz:

            in Faserrichtung/senkrecht zur Faserrichtung, auch gültig für Lochleibungsdruck

Fichte, Kiefer, Lärche

s zul

= 8,5/2

N/mm2

Eiche, Karri, Jarrah, Pitchpine

s zul

= 10/3

N/mm2

Bongossi (Azobe)

s zul

= 20/8

N/mm2

           Teilsicherheitsbeiwerte für Stahl:

           Für das Nachweisverfahren der stählernen Einrichtungen sind die Teilsicherheitsbeiwerte
           g f = 1,5 (Einwirkungen) und g m = 1,3 (Widerstandsgrößen) im Sinne der DIN 18000
            einzusetzen.

           Die charakteristischen Werkstoffkennwerte sind der DIN 18800, 11.90, zu entnehmen.

           Kleinere Schrauben als M 16 dürfen mit Rücksicht auf die Korrosionsgefahr nicht verwendet
           werden.

           Reibungszahlen:

           Stahl auf Stahl   µ1 = 0,15
           Holz auf Stahl    µ2 = 0,4
           Holz auf Holz     µ3 = 0,5
           (auch bei verzinkten Spurlatten und Einstrichen).

           Zulässige Druckspannung:

2.4.5. Berechnung der Spurlatten und Einstriche

          Die in den folgenden Nummern (z. B. Nr. 2.4.5.4 bis Nr. 2.4.5.9) genannten Formeln gelten
          im wesentlichen für die Bemessung von Spurlatten und Einstrichen aus Holz.

          Für die Bemessung von Spurlatten und Einstrichen aus Stahl sind sinngemäß in den o.g. Nummern
          die Angaben für die Einwirkungen (Lastangaben) zu entnehmen. Die Bemessung kann dann unter
          Berücksichtigung der in Nr. 2.4.4.2 genannten Teilsicherheitsbeiwerte erfolgen.

2.4.5.1 Spurlatten und Einstriche sind als frei aufliegende Träger auf zwei Stützen zu berechnen. Es sind
            jeweils die größten Biegelängen zugrunde zu legen. Bei Doppelförderanlagen in einem Schacht
            ist die Horizontalkraft nur einmal angreifend anzunehmen. Bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten
            über 4 m/s sind auch die Konsolen zu berechnen; der Auflagerpunkt der Einstriche ist dabei als
            Gelenkpunkt anzusehen. Die auf diesen Punkt wirkenden horizontalen und vertikalen Kräfte sind
            aus Fx, Fy und F(Nr. 2.4.5.3) zu ermitteln, wobei jeweils diejenige Spurlattenbefestigungsstelle
            zugrunde zu legen ist, die die größte Auflagerkraft ergibt.

            Es ist auch nachzuweisen, dass die zulässigen Druckspannungen von Mauerwerk, Beton oder
            Gebirge an den Auflagerstellen von Einstrichen oder Konsolen nicht überschritten werden.

            Bei gestoßenen Einstrichen muss die Stoßverbindung das an dieser Stelle wirkende Biegemoment
            mit den zulässigen Spannungen aufnehmen.

            Werden die Einstriche gegen die Schachtwand abgestützt, so müssen diese Stützen auf Knickung
             aus horizontaler Kraftwirkung berechnet werden (siehe z. B. DIN 18800, Teil 2, Abschnitt 3).

            Hierbei sind die unter Nr. 2.4.4.2 genannten Teilsicherheitsbeiwerte zu berücksichtigen.

            Wenn Spurlatten direkt an Konsolen befestigt sind, soll die Durchbiegung von Holzspurlatten
            1/400 und von Stahlspurlatten 1/700 des lotrechten Konsolenabstandes nicht überschreiten.

             Bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 4 m/s, einer Gewichtskraft des Fördermittels
             < = 100 kN und einem Einstrichabstand bis zu 300 cm können die Führungseinrichtungen
             nach folgender Tabelle 1 bemessen werden:


TAS / Dezember 2001                                                                               Blatt 2 / 7

TAS Abschnitt 2 - Tabelle 1 - Bemessung von Spurlatten und Einstrichen (bis 4 m/s)


TAS / Dezember 2001                                                                                  Blatt 2 / 8

2.4.5.2. Der Berechnung von Spurlatten und Einstrichen ist das Fördermittelgewicht zugrunde 
             zu legen. Q ist die Gewichtskraft eines beladenen Fördermittels einschließlich
             Zwischengeschirr und Unterseilaufhängung.

2.4.5.3 Es sind folgende Kräfte anzunehmen:

       Die Befestigung der Schienen an den Einstrichen oder Konsolen ist sinngemäß nach Nr. 2.4.6.3 
       nachzuweisen.

2.4.5.4. Mit der Gewichtskraft Q, dem Einstrichabstand l, den Biegelängen a, b, c nach Abbildung 3a
             und der zulässigen Biegespannung s zul  sind die erforderlichen Widerstandsmomente W für
             Spurlatten und Einstriche gegen Biegung in der z-Richtung zu ermitteln:

             W z Sp =  F z  x  l  /  4 x s zul

             W z E  =   F z  x a x b /  (a x b)  x  s zul

        Danach ist ein Einstrichquerschnitt zu wählen, dessen Widerstandsmoment in z-Richtung gleich
        oder größer als der ermittelte Wert sein muss.

        Bei der Wahl des Querschnitts von Holzspurlatten muss das Widerstandsmoment der
        verschlissenen Spurlatte nach Tabelle 2 gleich oder größer als der ermittelte Wert sein. Der
        Querschnitt der entsprechenden unverschlissenen Spurlatte ist ebenfalls aus Tabelle 2 zu
        entnehmen.


TAS / Dezember 2001                                                                                     Blatt 2 / 8a

TAS Abschnitt 2 - Abbildung 3a

Abbildung 3a. Schnittzeichnungen durch Fahrtrum, mit eingemauerten Einstrichen, 
                      mit Einstrichen auf Konsolen und mit Beanspruchungskräften.

TAS Abschnitt 2 - Abbildung 3b

Abbildung 3b. Schnittzeichnungen durch Fahrtrum, mit eingemauerten Einstrichen,
                       mit Einstrichen auf Konsolen und mit Beanspruchungskräften.

1) Alle Kräfte in dieser Abbildung haben den Index „sch“.


TAS / Juli 2004                                                                                                  Blatt 2 / 9

Tas - 2 - Tabelle 2 - 1

Tas - 2 - Tabelle 2 - 2


TAS / Juli 2004 Blatt 2 / 10

Tas - 2 - Tabelle 2 - 3 

Tas - 2 - Tabelle 2 - 4


TAS / Dezember 2001 Blatt 2 / 11

2.4.5.5. Für die gewählten Spurlatten ist nachzuweisen, dass das Widerstandsmoment der
             verschlissenen Spurlatte in x-Richtung ebenfalls ausreichend ist:

           Tas - 2 - Formel 2.4.5.5

             Ein Nachweis erübrigt sich, wenn das Widerstandsmoment der verschlissenen Spurlatte
             größer als 0,8 × Wz ist.

2.4.5.6. Für die gewählten Einstriche ist nachzuweisen, dass das Widerstandsmoment in y-Richtung
             ausreichend ist:

           Tas - 2 - Formel 2.4.5.6

            Ein Nachweis erübrigt sich, wenn das Widerstandsmoment Wy größer als 0,25 × Wz ist.

2.4.5.7. h-Verfahren

             Bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s, einem Einstrichabstand über 300 cm und
             einer Gewichtskraft des Fördermittels über 100 kN ist eine rechnerische Betrachtung der
             Durchbiegung des Systems Spurlatten/Einstriche vorzunehmen. Dabei wird das dynamische
             Verhalten der Führungseinrichtungen hinsichtlich ihrer Steifigkeit in z-Richtung berechnet. Die
             Steifigkeitsunterschiede im Spurlattenstrang sollen so klein wie möglich sein. Dies wird erreicht,
             wenn der Quotient h der Produkte von Trägheitsmoment und Elastizitätsmodul, jeweils von
             Einstrich und Spurlatten, einen bestimmten Wert hat:

             Tas - 2 - Formel 2.4.5.7 Nr.1

              begrenzt wird.

              Wenn Spurlatten direkt an Konsolen befestigt sind, entfällt eine Nachrechnung nach
              diesem Verfahren. Dann ist nach Nr. 2.4.5.1 die Steifigkeit zu ermitteln.

              Der h-Wert ergibt sich auch aus der Durchbiegung:

              Tas - 2 - Formel 2.4.5.7 Nr.2

              Bei der Durchführung der Berechnung wird zunächst aus dieser Formel h bestimmt.

              ist h < 1,

              so ist das Trägheitsmoment der gewählten S p u r l a t t e nach der Formel

              Tas - 2 - Formel 2.4.5.7 Nr.3

               nachzuprüfen (Ist h < 0,5, so ist mit dem Wert 0,5 zu rechnen).

               Ist der berechnete Wert J Sp größer als das Trägheitsmoment der ursprünglich gewählten
               Spurlatte, so ist ein entsprechend größeres Spurlattenprofil zu wählen, damit die Steifigkeit
               der Spurlatte der des gewählten Einstrichs angenähert wird.

               Ist dagegen J Sp gleich oder kleiner als das Trägheitsmoment der ursprünglich gewählten
               Spurlatte, so können die gewählten Profile von Spurlatten und Einstrichen verwendet werden.

               Ist h > 1,

               so, ist das Trägheitsmoment des gewählten E i n s t r i c h s nach der Formel

               Tas - 2 - Formel 2.4.5.7 Nr.4

              nachzuprüfen (Ist h > 2,0, so ist mit dem Wert 2,0 zu rechnen).

              Ist der so berechnete Wert J E größer als das Trägheitsmoment des ursprünglich gewählten
              Einstrichs, so ist ein entsprechend größeres Einstrichprofil zu wählen, damit die Steifigkeit
              des Einstrichs der der gewählten Spurlatte angenähert wird.

              Ist dagegen J E gleich oder kleiner als das Trägheitsmoment des ursprünglich gewählten
              Einstrichs, so können die gewählten Profile von Spurlatten und Einstrichen verwendet werden.


TAS / Dezember 2001                                                                                              Blatt 2 / 12

2.4.5.8. Durchbiegung

             Die Durchbiegung von Spurlatten und Einstrichen ist in z-Richtung für einen Kraftangriff
             z w i s c h e n den Einstrichen und einen Kraftangriff an einem Einstrich zu berechnen.

            Dabei ist:

            f Sp 1 = Durchbiegung der Spurlatte bei Kraftangriff zwischen zwei Einstrichen,

            f E 1 = Durchbiegung des Einstrichs bei Kraftangriff zwischen zwei Einstrichen = 1/2

            f E 2 = Durchbiegung des Einstrichs bei Kraftangriff am Einstrich.

 Tas - 2 - Abbildung 4

Tas - 2 - Formel 2.4.5.8

     Der größere Wert von f ges und f E 2 ist maßgebend für die Ermittlung der Mindest-Eingrifftiefe
     der Führungsschuhe an der Spurlatte; sie soll größer als 40 mm sein (vergleiche Nr. 2.4.2.4.2).

2.4.5.9. Berechnung der Druckspannung an den Auflagern von Einstrichen und Konsolen

            Die Druckspannung ist nach folgender Berechnung in horizontaler und vertikaler Richtung
            zu ermitteln:

 Tas - 2 - Formel 2.4.5.9


TAS / Dezember 2001                                                                               Blatt 2 / 13

        Hierbei ist F*x oder F*z diejenige horizontale Auflagerkraft (Komponente oder Anteil 
        von Fx bzw. Fz), die die Einstriche auf ihre Auflager ausüben, während F*y (Komponente
        oder Anteil von Fy) sich aus der vertikalen Aussagekraft und dem anteiligen Eigengewicht
        der Führungseinrichtungen ergibt.

Tas - 2 - Abbildung 5

2.4.5.10. Befestigung der Spurlatten an den Einstrichen

              Der Berechnung ist die vertikale Kraft Fy =  0,25  ×  Q/12  und

                                          die horizontale Kraft Fx = 0,8 ×  Q/12  zugrunde zu legen.

              Dabei dürfen die aus dem Reibungsschluss zwischen Spurlatte und Einstrich
              übertragbare Kraft FR und die aus dem zulässigen Lochleibungsdruck auf die Schraube
              übertragbare Kraft FL addiert werden.

             Bei Spurlattenhaltern ist nachzuweisen, dass deren Verbindungen mit den Einstrichen
             die gleichen Kräfte übertragen können.

2.4.5.11. Abstützung der Spurlatten an den Enden des Fahrweges

               Sofern die Spurlattenstränge oberhalb der freien Höhe und unterhalb der freien Teufe 
              auf besonderen Trägern oder Konsolen verlagert werden, ist die Verlagerung zu berechnen;
              dabei ist für den einzelnen Spurlattenstrang die Last des beladenen Fördermittels anzunehmen.

              Abweichend von Nr. 2.4.4.2 sind bei Stahlträgern die Teilsicherheitsbeiwerte
              g f = 1,00 und  g m = 1,00 zu berücksichtigen.

             Werden mehrere Spurlattenstränge auf einer Verlagerung abgestützt, so ist der ungünstigste
              Belastungsfall anzunehmen.

2.4.6. Berechnungsbeispiele

2.4.6.1. Befestigung der Spurlatten an den Einstrichen

             Anmerkung: Es ist davon auszugehen, dass normale Schrauben so angezogen sind, dass
                                die zulässige Grenzzugspannung der gewählten Schrauben nach DIN 18800,
                                Teil 1, Element (809) etwa erreicht ist.

                                Für hochfeste Schrauben gilt DIN 18800, Teil 1(11.90) und für die Reibungs-
                                zahlen und Vorspannkräfte DIN 18800, Teil 7 (5.83) einschließlich Anhang A

2.4.6.1.1. B e i s p i e l :

Spurlatte aus Holz, Einstrich aus Stahl

Tas - 2 - Abbildung 6

          Dieses Beispiel zeigt eine Verbindung von Bauwerksteilen nach „altem“ Sicherheitskonzept (Holz)
          und „neuem“ Sicherheitskonzept (Stahl).

2.4.7. Seilführungen

2.4.7.1. Zur Führung von Fördermitteln und Gegengewichten an Seilen sind je Fördermittel und
             Gegengewicht in der Regel 4 Führungsseile vorzusehen.

             Für Abteufanlagen (Kübelförderungen) sowie für schmale Gegengewichte genügen jeweils
             2 Führungsseile.

2.4.7.2. Führungsseile sind an einer Längsseite des Fördermittels oder Gegengewichts paarweise
             möglichst nahe an den Außenkanten oder andernfalls möglichst nahe an den 4 Ecken
             anzuordnen. Für Kübelförderungen gilt Nr. 2.4.7.9


TAS / Dezember 2005                                                                                             Blatt 2 / 14

2.4.7.3. Sind Reibseile (Abstandsseile) erforderlich, so müssen mindestens 2 Seile zwischen den
             Fördermitteln oder zwischen Fördermittel und Gegengewicht vorhanden sein. Werden
             4 Seile eingebaut, so sind sie möglichst im Rechteck anzuordnen.

2.4.7.4. Schacht

2.4.7.4.1. Der Abstand zwischen Schachtwand oder Schachteinbauten und Fördermittel oder
                Gegengewicht richtet sich nach Nr. 2.1.2.

2.4.7.4.2. Innerhalb der freien Höhe und der freien Teufe sind verbreiterte oder zusammengezogene
                Spurlatten nach Nr. 2.4.8. einzubauen. Als Übergang von der Seilführung auf die
                verbreiterten oder zusammengezogenen Spurlatten sind Spurlatten oder Eckführungen
                einzubauen (feste Einführungen). Flanken und Vorderfläche der Spurlatten sind einzuziehen,
                Eckführungen entsprechend zu erweitern; dabei soll die Steigung möglichst gering sein
                (etwa 2 Grad). Feste Einführungen sind so auszulegen, dass sie den beim Einfahren der
                Fördermittel oder Gegengewichte auftretenden Beanspruchungen gewachsen sind.

                Es wird empfohlen, Einziehungen oder Erweiterungen wie folgt auszulegen:

                z. B. Einziehung der Spurlatten bei Mittelführung auf den Flanken von 36 auf 12 cm und
                        auf der Stirnseite von 18 auf 12 cm.

2.4.7.4.3. Beim Übergang von der Seilführung auf die feste Führung muss die Fahrgeschwindigkeit
                zwangsläufig herabgesetzt werden, z. B. durch Einfahrüberwachung oder Fahrtregler.

2.4.7.5. Anschläge

2.4.7.5.1. An Anschlägen ohne feste Einführungen müssen zum Betreten und Verlassen der
                Fördermittel bewegliche Bühnen mit Geländer nach DIN 21377 und Schutzdach sowie
                Einrichtungen zum zentrierten Festhalten der Fördermittel vorhanden sein.

                Bühnen sind so auszulegen, dass niemand beim Übertritt vom Fördermittel zur Bühne und
                zum Anschlag versehentlich daneben treten und abstürzen kann.

2.4.7.5.2. Die Bündigstellung des Fördermittels vor der beweglichen Bühne muss dem Maschinenführer
                durch eine vom Fördermittel abhängige Einrichtung optisch angezeigt werden.

2.4.7.5.3. Die Bühne und die Einrichtung zum zentrierten Festhalten des Fördermittels dürfen nur bei
                vorstehendem Fördermittel betätigt werden können. Schachttore dürfen erst geöffnet 
                werden können, wenn das Fördermittel zentriert und die Bühne ausgefahren ist.

                Diese Einrichtungen dürfen erst dann in ihre Ausgangslage zurückgebracht werden können,
                wenn die Schachttore geschlossen sind.

2.4.7.5.4. Fördermittel dürfen nur verfahren werden können, wenn sich die Einrichtungen nach
                Nr. 2.4.7.5.1. in ihrer Ausgangslage befinden.

2.4.7.6. Förderseile

2.4.7.6.1. In Einseil-Förderanlagen sollen drehungsarme Seile eingebaut sein, andernfalls müssen die
                Abstände nach Nr. 2.1.2 größer sein. Sofern bei Mehrseilanlagen keine drehungsarmen
                Seile vorgesehen sind, müssen paarweise links und rechts geschlagene Förderseile
                eingebaut werden.

2.4.7.7. Führungsseile und Reibseile (Abstandsseile) 1)

2.4.7.7.1. Für Führungsseile und Reibseile sollen Macharten bevorzugt werden, die sich unter
                Wirkung einer ungeführten Last nicht aufdrehen.

                Die Nennfestigkeit der Drähte darf 1770 N/mm2 nicht überschreiten (vergleiche Nr. 6.3.1).

                Es wird empfohlen, voll- oder halbverschlossene Seile oder Seile mit möglichst großem
                Durchmesser der Außendrähte zu wählen.

2.4.7.7.2. Die Seile sind mit Führungsseil-Klemmkauschen oder Vergussmuffen zu befestigen.
                Träger an der Befestigungsstelle müssen die Belastung durch das Seilgewicht und die
                größte Spannkraft sicher aufnehmen können. Sie sind nach DIN 4118 zu berechnen und
                auszuführen. Hierbei ist die "Anpassungsrichtlinie Stahlbau", Abschnitt 4.8, zu beachten.

               Vergussköpfe sind nach DIN 18800 bzw. nach Firmenanweisungen herzustellen.

               Der Seileintritt in den Vergusskopf muss auch im eingebauten Zustand prüfbar sein.

2.4.7.7.3. An Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s sind Führungsseile vor den Befestigungs-
                stellen so zu führen, dass keine horizontalen Schwingungen in die Befestigungen eingeleitet
                werden.

2.4.7.7.4. Die Seile müssen so gespannt sein, dass Fördermittel und Gegengewichte unter Berück-
                sichtigung der Abstände nach Nr. 2.1.2 sicher geführt werden. Dazu soll die Spannkraft
                in der Regel mindestens 10 kN je 100 m Führungsseillänge betragen.

                Bei Teufen bis zu 400 m kann eine Spannkraft bis zum Doppelten des oben genannten
                Wertes erforderlich sein, bei Teufen von mehr als 1000 m kann das 0,8-fache des oben
                genannten Wertes ausreichen.

                Werden die Seile oben gespannt, muss die Spannkraft um das Eigengewicht der Seile höher
                sein. Wird die Spannkraft nicht durch Gewichte erzeugt, so muss sie jederzeit messbar sein.


1)  Die Dauer der Verwendung von Führungs- und Reibseilen (Abstandsseilen) soll 20 Jahre nicht
     überschreiten.


TAS / Dezember 2001                                                                                Blatt 2 / 15

2.4.7.7.5. Zur Vermeidung von Resonanzschwingungen muss die Spannkraft der Seile unterschiedlich
               sein. Dabei sollen die größte und kleinste Seilspannung um höchstens ± 5 v. H. von dem
               Mittelwert der Spannkräfte abweichen.

2.4.7.7.6. Werden Spanngewichte eingebaut, so sind Vorrichtungen zum Anheben und Absetzen der
                Gewichte vorzusehen.

2.4.7.7.7. Federn dürfen zum Spannen der Seile nur eingebaut sein, wenn keine unzulässigen
                Änderungen der Spannkraft durch Temperaturschwankungen eintreten können. Für die
                Federn muss eine Federkennlinie vorliegen. An der Federspannvorrichtung müssen Marken
                vorhanden sein, an denen jederzeit die Federspannung abgelesen werden kann.

2.4.7.8. Für Fördermittel und Gegengewichte von Anlagen mit Seilführung gilt Nr. 7.3.7.

2.4.7.9. Seilführungen bei Abteufanlagen

2.4.7.9.1. Für Abteufanlagen (Kübelförderungen) gelten die Nrn. 2.4.1.2, 2.4.7.1 und 2.4.7.7.1
                sowie Nr. 2.4.7.7.4 mit der Abweichung, dass bei Teufen über 500 m die Spannkraft 
                mindestens 7 kN je 100 m Teufe betragen muss. Spannkraft und Kraft aus dem Eigen-
                gewicht des Seiles müssen dabei an der oberen Verlagerung mindestens 60 kN betragen.

2.4.7.9.2. Gleichschlagseile sind nicht zulässig.

2.4.7.9.3. Bei Kübelförderanlagen können Seilwirbel zwischen Karabinerhaken und Förderseil
                eingebaut sein.

2.4.7.9.4. Die unteren Enden der Führungsseile müssen im Schacht an einer besonderen Verlagerung
                befestigt sein, z. B. Spannlager nach DIN 21194. Für Umlenkrollen oder Umlenkscheiben
                gilt Nr. 9.1.2.3 in Verbindung mit Nr. 9.1.5.2.

                Für den Nachweis der Spannlager sind die Teilsicherheitsbeiwerte g = 2,2 und m= 2,0
                im Sinne der DIN 18800 einzusetzen. Als Einwirkung ist die erforderliche Spannkraft
                einzusetzen.

2.4.7.9.5. Die oberen Enden der Führungsseile sind auf Trommelwinden zu befestigen, mit denen
                die erforderliche Spannkraft (vergleiche Nr. 10.1.3) erzeugt werden kann.

2.4.8. Führungseinrichtungen im Bereich der freien Höhe und freien Teufe

2.4.8.1. Zum Abbremsen der Fördermittel und Gegengewichte im Bereich der freien Höhe und
             freien Teufe sind geeignete Einrichtungen vorzusehen.

            Dazu sind Spurlatten seitlich zu verbreitern oder - außer in Gerüsten - zusammenzuziehen.

            Dies kann durch Verbreitern oder - außer in Gerüsten - durch Zusammenziehen der Spurlatten
            geschehen. Bei der Verwendung von energieadsorbierenden Abbremsvorrichtungen sind diese
            so auszulegen, dass sie bei Seilfahrt in jedem Betriebsfall sicher vor dem Erreichen des Prell-
            trägers zum Stillstand gebracht werden. Die maximale Verzögerung soll hierbei 9,81 m/s2
            nicht überschreiten.

2.4.8.2. Verbreiterte und zusammengezogene Spurlatten müssen aus Holz bestehen, auch wenn
             sonst Stahlspurlatten eingebaut sind. Für Schienenführungen gilt Nr. 2.4.8.9.

             Spurlattenverbreiterungen dürfen nicht durch Aufnageln, Anschrauben oder Aufkleben
             von Keilen oder Leisten hergestellt werden.

2.4.8.3. Für verbreiterte (verdickte) Spurlatten gilt folgendes:

             Die einzelne Spurlatte muss auf jeder Flanke stetig mindestens um je 5 cm breiter werden,
             d. h. insgesamt um mindestens 10 cm.

             Die Verbreiterung soll bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s eine Steigung von
             etwa 1 : 100 aufweisen und darf sich höchstens über 5 m Länge erstrecken. Bei anderen
             Anlagen soll die Steigung etwa 1 : 40 betragen.

2.4.8.4. Für zusammengezogene Spurlattenstränge gilt folgendes:

             Jeder Spurlattenstrang muss so in das Förder- oder Gegengewichtstrum hineingezogen
             werden, dass sich die Spurweite stetig und symmetrisch um mindestens 20 cm verringert.

             Die Verringerung der Spurweite soll bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s
             eine Steigung von etwa 1 : 50 aufweisen und darf sich höchstens über 5 m Länge erstrecken.
             Bei anderen Anlagen soll die Steigung etwa 1 : 20 betragen.

2.4.8.5. Nach Erreichen des Höchstmaßes der Verbreiterung oder Zusammenziehung müssen die
             Führungsflächen der Spurlatten wieder parallel verlaufen.

2.4.8.6. Das Abbremsen der Fördermittel und Gegengewichte soll nach Möglichkeit in der freien
             Teufe früher beginnen als in der freien Höhe.

2.4.8.7. Zusammengezogene Spurlatten müssen horizontal abgestützt werden.

2.4.8.8. Sind Fördermittel oder Gegengewichte durch Rollen geführt, so müssen die Spurlatten am
             Beginn der bremsenden Verbreiterung bereits auf das der Maulweite der zusätzlich
             vorhandenen Führungsschuhe entsprechende Maß verbreitert sein. Daher muss vor der
             bremsenden Verbreiterung zusätzlich ein Auflaufkeil vorhanden sein, der eine stärkere
             Steigung als der Bremskeil besitzen darf.


TAS / Dezember 2001                                                                                  Blatt 2 / 16

2.4.8.9. Bei Anlagen mit Schienenführung (Nr. 2.4.2.9) können die Einrichtungen zum
             Abbremsen auch aus Stahl bestehen. An Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über
             4 m/s sind zur Abbremsung verbreiterte Holzspurlatten nach Nr. 2.4.8.3 einzubauen.

2.4.8.10. An Schrägförderanlagen müssen im Bereich der freien Höhe und freien Teufe
               Seitenbremsen oder andere gleichwertige Einrichtungen und Prellböcke eingebaut sein.

2.4.8.11. An Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 1 m/s können anstelle der verbreiterten oder
               zusammengezogenen Spurlatten elastische Puffereinrichtungen mit einem Pufferweg von
               mindestens 20 cm eingesetzt werden.

2.5. Zugänge und Anschläge

2.5.1. Zugänge und Anschläge an Schächten und Schrägstrecken

2.5.1.1. Schächte, schachtähnliche Grubenbaue (z. B. Bunker im Gebirge, Rolllöcher) und Schräg-
             strecken müssen so abgeschlossen und gesichert sein, dass Personen nicht unabsichtlich in
             den Schacht oder die Strecke gelangen oder durch Fördermittel oder Gegengewichte
             gefährdet werden können.

2.5.1.2.1. Zur Seilfahrt oder Förderung dienende Zugänge zu den Fördertrumen (Anschläge) müssen
                Tore haben, die verhindern, dass Personen unabsichtlich in die Fördertrume gelangen oder
                Streckenfördermittel (z. B. Wagen, Teckel, Lokomotiven, EHB-Gefäße) eingeschoben
                werden können. Außerdem muss der Übertritt vom Fördermittel zum Anschlag so 
                ausgebildet sein, dass niemand beim Betreten oder Verlassen des Fördermittels unabsichtlich
                abstürzen kann. Wenigstens an einer Anschlagseite (Signalseite des Anschlags) müssen die
                Tore auch vom Fördermittel aus ohne Gefahr für die Fahrenden zu öffnen und zu schließen
                sein.

                Erforderlichenfalls müssen Betätigungsvorrichtungen vorhanden sein, mit denen vom Förder-
                mittel aus Hubspurlatten, Tore und Schwingbühnen bedient werden können.

                Die Sätze 3 und 4 gelten nicht für Schrägförderanlagen.

2.5.1.2.2. Der Abstand zwischen Schachttor und Fördermittelverschluss darf nur so groß sein, dass
                sich niemand zwischen geschlossenem Schachttor und Fördermittelverschluss aufhalten kann.
                Andernfalls ist dieser Zwischenraum zu überwachen (Zwischenraumüberwachung).

                Dies gilt nicht für Schrägförderanlagen.

2.5.1.3. Zugänge zu Gegengewichtstrumen müssen verschlossen oder verschließbar sein; dies gilt auch
              für Förderanlagen mit 2 Fördermitteln, von denen das eine ständig als Gegengewicht dient.

              Das Gegengewichtstrum muss so eingerichtet sein, dass jede Gegengewichtsseite wenigstens
              an einer Stelle zu Überwachungszwecken zugänglich ist und wenigstens abschnittsweise
              eingehend besichtigt werden kann.

2.5.1.4. Für Schachttore, die gleichzeitig Tore von Schachtschleusen sind, gilt Nr. 2.5.3.

2.5.1.5. Steuerungen von Schachttoren, Schleusentoren, Schwingbühnen und Hubspurlatten müssen
             so ausgeführt sein, dass bei Ausfall oder

             Wiederkehr der Betriebsenergie kein gefährlicher Betriebszustand eintreten kann.

2.5.1.6. An Seilfahrtanlagen mit Abfahrbefehls- oder Fertigsignalgabe vom Fördermittel aus müssen
             die Schachttore selbsttätig auf ihren Schließzustand überwacht werden; bei geöffnetem 
             Schachttor muss die Abfahrt verhindert sein (siehe Nr. 5.3).

2.5.1.7. Außer den Toren nach den Nrn. 2.5.1.2.1 und 2.5.1.4 sind an Anschlägen, von oder zu
             denen Güterförderung stattfindet, Sicherheitsvorrichtungen anzubringen, die bei Abwesenheit
             des Fördermittels verhindern, dass Streckenfördermittel in den Schacht oder die Schrägstrecke
             hineingeschoben werden können. Dies gilt auch für die Ablaufseite der Anschläge, wenn
             Streckenfördermittel zum Schacht oder zur Strecke zurücklaufen können.

2.5.1.8. Sicherheitsvorrichtungen nach Nr. 2.5.1.7 müssen selbsttätig wirken.

2.5.1.9. Kippriegel an den Anschlägen sind nur zulässig, wenn keine Aufschiebeeinrichtungen oder
             Schwingbühnen vorhanden sind.

2.5.1.10. An Anschlägen, an denen von Hand aufgeschoben wird, müssen Querstangen oder
               Handgriffe aus Stahl sowie Fußleisten als Stütze für die Anschläger vorhanden sein.

2.5.1.11. Seilfahrt- und Förderanschläge müssen mit einer ortsfesten Beleuchtungseinrichtung
               versehen sein.

2.5.1.12. Bei zweiseitig angelegten Anschlägen sind beide Seiten durch einen Fahrweg zu verbinden.
               Dies gilt nicht für Nebenanschläge.

2.5.1.13. Untertage müssen Zugänge zu den Fördertrumen und Fahrwege im Bereich des Schacht-
               querschnitts gegen fallende Gegenstände aus dem Schacht gesichert sein, z. B. durch
               Kopfschutzbühnen.

               Ausführung und Berechnung richten sich nach Nr. 9.3.1.

               Dies gilt auch für Schrägstrecken, wenn auf Grund des Einfallens Gefahren durch fallende
               Gegenstände auftreten können.

2.5.1.14. Schachtabdeckungen an Zugängen müssen gegenüber der statischen Belastung durch
               Betriebskraft und Eigengewicht (charakteristischer Wert der Einwirkung) bemessen werden.
               Hierbei sind die Teilsicherheitsbeiwerte g f = 2,2 und g m = 2,0 zu berücksichtigen.

               Ausführung und Berechnung richten sich nach Nr. 9.2.


TAS / Dezember 2001                                                                                Blatt 2 / 17

2.5.1.15. Für Seilfahrtbühnen und zugehörige Treppen ist eine Verkehrslast von mindestens
               5 kN/m2 anzunehmen (vergleiche DIN 4118, Abschnitt 4.2.5.). Die Dimensionierung
               der einzelnen Bauteile richtet sich nach Nr. 2.4.4.2 bzw. nach den dort genannten
               Teilsicherheitsbeiwerten.

2.5.2. Zugänge an Abteufanlagen

2.5.2.1. Beim Abteufen müssen Bühnen vorhanden sein, mit denen Schächte und schachtähnliche
             Grubenbaue an der Rasenhängebank oder an der Sohle, von welcher abgeteuft wird,
             abzudecken sind.

             Zugänge beim Auffahren (Abteufen) von Schrägstrecken sind, soweit erforderlich,
             entsprechend zu sichern.

2.5.2.2. Durchgangsöffnungen in den Abdeckungen müssen mit Schachtklappen ausgerüstet und
             so gesichert sein, dass bei geöffneten Schachtklappen Personen nicht unbeabsichtigt
             abstürzen und lose Gegenstände nicht in den Schacht hineinfallen können.

             Dies gilt auch für zusätzlich vorhandene Kippklappen an Kippbühnen.

             Der Öffnungs- und Schließzustand der Schachtklappen und Kippklappen muss am
             Bedienungsstand der Antriebsmaschine optisch angezeigt werden, sofern er nicht ohne
             weiteres erkennbar ist.

            Werden diese Klappen nur von einem Anschlägerstand aus bedient, so muss auch die Stellung
            der von dort nicht sichtbaren Klappe dem Anschläger optisch angezeigt werden.

2.5.2.3. Alle Bühnen und Klappen sind gegenüber der statischen Belastung durch Betriebslast und
             Eigengewicht (charakteristischer Wert der Einwirkung) zu bemessen. Für das Nachweis-
             verfahren sind die Teilsicherheitsbeiwerte g f = 2,2 und g m = 2,0 einzusetzen.

             Ausführung und Berechnung dieser Bühnen und Klappen richten sich nach Nr. 9.2.

2.5.2.4. Abteufanlagen müssen mit einer Vorrichtung ausgerüstet sein, die am Stand des Förder-
             maschinisten oder Haspelführers warnt, wenn beim Einhängen des Kipphakens oder
             während des Kippvorgangs die Kippklappen oder die Schachtklappen nicht vollständig
             geschlossen sind oder geöffnet werden.

             Dies gilt nicht bei einer zwangsweisen Verriegelung zwischen den Klappen und der Kipp-
             vorrichtung, die das Offnen der Klappen während des Kippvorgangs und das Kippen bei
             nicht vollständig geschlossenen Klappen verhindert.

2.5.2.5. Zugänge an Abteufanlagen müssen mit einer ortsfesten Beleuchtungseinrichtung versehen sein.

2.5.3. Schachtschleusen

2.5.3.1. Tore von Schachtschleusen, die gleichzeitig Schachttore nach Nr. 2.5.1.2.1 sind, müssen so
             eingerichtet sein, dass sie nur bei vorstehendem Fördermittel und aufgelegter Fahrbremse
             geöffnet werden können. Ferner muss sichergestellt sein (z. B. durch elektrische Verriegelung),
             dass die Schleusentore geschlossen sind, bevor ein Fördermittel aus dem Schleusenbereich
             herausfährt.

             Schleusentore an Nebenanschlägen brauchen nicht vom Fördermittel aus geöffnet werden
             zu können.

2.5.3.2. An Anschlägen, an denen Fördermittel oder Gegengewichte Schachtdeckel anheben, müssen
             die Schachttore so überwacht sein, dass Fördermittel oder Gegengewichte nur bei
             geschlossenen Toren in den Anschlagbereich einfahren oder aus diesem herausfahren können.

2.5.3.3. Befehle zum Öffnen oder Schließen von Schleusentoren und von Toren nach Nr. 2.5.3.2. 
             dürfen nicht gespeichert werden können.

             Bei nicht von Hand bewegten Toren muss der Schließvorgang jederzeit unterbrochen werden
             können.

2.5.3.4. Abweichend von Nr. 2.5.3.1 ist es zulässig, dass die Schleusentore bei Güterförderung durch
             das einfahrende Fördermittel geöffnet werden; dabei darf keine erhöhte Wetterausgleichs-
             strömung (Wetterkurzschluss) auftreten.

2.5.3.5. Nicht von Hand bewegte Tore von Schachtschleusen dürfen bei der Betriebsart "Seilfahrt" nur
             von derjenigen Anschlagseite aus geschlossen werden können, die signaltechnisch betriebsbereit
             geschaltet ist.

2.5.3.6. Schleusentore an Nebenanschlägen sind mit den Schleusentoren an dem zugeordneten
             Anschlag so zu verriegeln, dass diese Tore erst geschlossen werden können, wenn die Tore
             an den Nebenanschlägen geschlossen sind.

             Nicht von Hand bewegte Schleusentore an Nebenanschlägen dürfen nur dann geöffnet werden
             können, wenn "Seilfahrt mit Nebenanschlägen" eingeschaltet ist, ein Tragboden des Fördermittels
             vorsteht und ein Schleusentor des zugeordneten Anschlags geöffnet ist.

2.5.3.7. Alle Schleusentore müssen so ausgeführt und verriegelt sein, dass

             keine gefährlichen Betriebszustände und erhöhte Wetterausgleichsströmungen (Wetterkurz-
             schlüsse) auftreten können.


TAS / Dezember 2001                                                                                       Blatt 2 / 18

2.5.3.8. Torschalter von Schleusentoren müssen doppelt vorhanden sein und sich gegenseitig
             auf Nicht-Übereinstimmung der Schaltstellungen überwachen. Jede Nicht-Übereinstimmung
             der Schaltstellungen soll eine Störmeidung nach Nr. 2.5.3.9 auslösen.

             Sind die Befehlsgeber von Schleusentoren nicht doppelt vorhanden (Zwei-Hand-Schaltung),
             so müssen in jedem möglichen Arbeitsbereich der durch die Schleusentore beeinträchtigt
             werden kann, Not-Aus-Schalter vorhanden sein.

2.5.3.9. Das Ansprechen einer Überwachung nach den Nrn. 2.5.3.2 oder 2.5.3.8 muss optisch und
             akustisch am Bedienungsstand der Antriebsmaschine angezeigt werden. Die akustische
             Meldung darf abschaltbar sein. Bei automatisch betriebenen Maschinen muss die Anzeige
             optisch an einer ständig besetzten Stelle erfolgen. Die nächste Abfahrt muss gesperrt werden.

2.5.3.10. Bei Langmaterialförderung in Schachtschleusen muss durch geeignete Einrichtungen oder
               Ausbildung der Schleuse eine erhöhte Wetterausgleichsströmung verhindert werden.

2.5.4. Schachtbeschickungseinrichtungen (siehe auch Nrn. 4.2.2, 4.2.9 und 4.3.8), Feststellvor-
          richtungen

2.5.4.1. Allgemeines

2.5.4.1.1. Zu Schachtbeschickungseinrichtungen gehören insbesondere

    1. bei Wagenförderung
      1. Schachtsperren,
      2. Aufschieber,
      3. Schwingbühnen oder Schiebebühnen,
      4. Abteilsperren,
      5. Wagenbremsen,
      6. Vordrücker und Vorzieher, soweit sie mit Einrichtungen nach Nr. 1 bis 5 in 
           Verbindung stehen,
      7. Wagenhaltevorrichtungen auf der Ablaufseite (Aufhalter/Abzieher/Rücklaufsperre);
       

    2. bei Gefäßförderung an der Füllstelle:
      1. Überleitvorrichtungen zum Gefäß,
      2. Fülltaschen,
      3. Messtaschen mit Verschlüssen, Messbandanlagen an der Entladestelle,
      4. Überleitvorrichtungen zum Gefäß oder
      5. Entladetaschen oder
      6. das erste abfördernde Förderband;
       

    3. bei Materialförderung ohne Förderwagen
      1. Hebezeuge,
      2. Krananlagen, EHB-Laufkatzen und dergleichen mit zugehörigen Bündigsetzvor-
          richtungen,
      3. Gabelstapler und andere gleislose Beschickungsfahrzeuge;
       
    4. bei Materialförderung mit Förderwagen oder gleislosen Geräten geeignete Schub-
      oder Zugfahrzeuge als Beschickungsfahrzeuge anstelle von Einrichtungen nach Buchstabe
      a) Ziffer 2 oder Buchstabe c).

          Die Einrichtungen sind nach den anerkannten Regeln der Technik herzustellen.

2.5.4.1.2. Steuerhebel von Beschickungseinrichtungen müssen selbsttätig in die Nullstellung zurück-
                gehen, wenn sie losgelassen werden. Dies gilt nicht, wenn durch elektrische Verriegelung
                erreicht wird, dass Steuerbefehle erst wirksam werden, wenn zuvor der Steuerhebel in
                seiner Nullstellung war.

                Automatische Beschickungseinrichtungen (Nr. 2.5.4.5) dürfen beim Einfahren des Förder-
                mittels oder nach Umschalten auf automatischen Betrieb nur dann selbsttätig anlaufen,
                wenn der Steuerhebel in der Nullstellung steht (Nullstellungszwang).

2.5.4.1.3. Der Beschickungsvorgang darf erst eingeleitet werden können, wenn das Fördermittel
                am Anschlag anwesend ist und - bei Gestellförderung - die Schachttore geöffnet sind.

2.5.4.1.4. Bei Seilfahrt, Schachthammerbetrieb, Revisionsbetrieb mit Signalgabe vom Fördermittel
                oder vom Anschlag, z. B. Seilrevision, dürfen mit dem Einschalten der Betriebsart oder
                -weise zwangsläufig nur noch die zugeordneten Schachttore und Schwingbühnen betätigt
                werden können.

                Beim Umschalten der Betriebsarten oder -weisen dürfen Schachttore und Schwingbühnen
                ihre jeweilige Lage nicht ändern.

                In Zeiten der Förderruhe darf die Beschickungseinrichtung nur soweit abgeschaltet werden,
                dass Fahrende die Fördermittel gefahrlos betreten und verlassen können.

2.5.4.1.5. Bei Materialförderung ohne Förderwagen dürfen außer den Schachttoren nur die dazu 
                nötigen Beschickungsvorrichtungen betätigt werden können.

2.5.4.1.6. Überbrückungen zwangsläufig gesperrter Teile von Beschickungseinrichtungen dürfen nur
                über Schlüsselschalter oder -taster erfolgen; Überbrückungen sind am Anschlag durch
                Warnblinkleuchten anzuzeigen.

2.5.4.1.7. Wagenabdrücker, Hebezeuge und Krananlagen, die in Fördertrume hineinragen können,
                sind mit der Schachtförderanlage zu verriegeln.

               Außerdem sind sie, auch wenn sie nicht in Fördertrume hineinragen können, erforderlichen-
               falls mit der Beschickungseinrichtung zu verriegeln.

2.5.4.1.8. Vorrichtungen zum Aufsetzen von Fördermitteln an den Anschlägen sind nicht zulässig.
                Abweichend hiervon sind Vorrichtungen zum Bündigsetzen und Feststellen der Förder-
                mittel an Anschlägen zulässig, wenn diese Vorrichtungen selbsttätig überwacht werden.


TAS/ Dezember 2001                                                                 Blatt 2 / 19

               Sie müssen mit der Fördermaschine oder dem Förderhaspel so verriegelt sein, dass
              der freie Durchgang der Fördermittel während des Treibens gewährleistet ist. Klemm-
               kauschen dürfen nur eingebaut werden, wenn beim Feststellen der Fördermittel kein
               Hängseil entstehen kann.

2.5.4.1.9. An Schachbeschickungseinrichtungen müssen Steuerstromkreise für Aufschieber und
                Schachtsperren so ausgelegt werden, dass ein Leiterbruch, ein einfacher Leiterschluss
                oder ein einfacher Erdschluss in den Kabeln und Leitungen außerhalb von Gehäusen
                nicht zum ungewollten Anlauf des Aufschiebers und nicht zum ungewollten Absenken
                der Schachtsperre führt sowie ein Stillsetzen der Antriebe nicht verhindert wird. Dies
                gilt auch für Rückhalte- und Abziehvorrichtungen auf der Ablaufseite, wenn diese
                Seite bei der Seilfahrt benutzt wird.

                 Sätze 1 und 2 gelten auch für Einfachfehler in elektronischen Bauteilen von Steuer-
                 stromkreisen.

2.5.4.1.10. Anforderungen an automatisch betriebene Beschickungseinrichtungen siehe Nr. 5.3
                  und an Beschickungsfahrzeuge siehe Nr. 2.5.4.4.

2.5.4.2. Wagenförderung

2.5.4.2.1. An allen Anlagen müssen an der Aufschiebeseite der Anschläge mindestens Schacht-
                sperren und Aufschieber und an der Ablaufseite erforderlichenfalls Rücklaufsperren
                vorhanden sein; an Anschlägen mit gelegentlichem Förderbetrieb oder bei Wagen-
                gewichten unter 1 t kann auf Aufschieber verzichtet werden.

                Streckenhäspel sind für das Beschicken der Tragböden nicht zulässig.

2.5.4.2.2. An allen Anlagen - unabhängig von der Fahrgeschwindigkeit - mit einem Förderbetrieb
                von mehr als 150 Zügen/Schicht müssen an den Anschlägen zusätzlich zu den Schacht-
                sperren Abteilsperren vorhanden sein.

                 Abteilsperren müssen auch bei Anlagen mit mehrbödigen Fördermitteln oder Förder-
                 mitteln mit mehr als einem Wagen auf dem Tragboden vorhanden sein.

                 Zwischen Schachtsperre und Abteilsperre dürfen nur die für einen Tragboden bestimmten
                Wagen aufgestellt werden können, anderenfalls sind zusätzliche Sperren anzuordnen.
                 Die Sperren sind so zu bemessen, dass sie nicht überrollt werden können.

2.5.4.2.3. An Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s und einem Förderbetrieb von mehr
                als 150 Zügen/Schicht müssen die einzelnen Teile der Schachtbeschickungseinrichtung
                untereinander und mit den Schachttoren so verriegelt sein, dass sie zwangsläufig nur in
                der jeweils zulässigen Reihenfolge wirksam werden können. Dies gilt insbesondere für
                die Reihenfolge

              Abweichend davon dürfen Schachttore und Bühnen zwangsläufig auch gleichzeitig
              angesteuert oder betätigt werden.

2.5.4.2.4. An Anlagen nach Nr. 2.5.4.2.3 muss beim Umsetzen zum letzten Tragboden die
                Abteilsperre selbsttätig in Sperrstellung gehen, damit nach dem Beschicken des letzten
                Tragbodens so lange keine Förderwagen zwischen Abteil- und Schachtsperre stehen,
                bis das Fördermittel den Anschlagbereich verlassen hat.

2.5.4.2.5 Unabhängig von den Forderungen unter den Nrn. 2.5.4.2.3 und 2.5.4.2.4 müssen
               verriegelt sein:

              weiterhin darf der Aufschieber nicht selbsttätig durch das Absenken der Schachtsperre
              anlaufen.

              Zusätzlich bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s und einem Förderbetrieb
              von mehr als 150 Zügen/Schicht:


TAS / Dezember 2005                                                                               Blatt 2 / 20

2.5.4.2.6. Muss die Verriegelung nach den Nrn. 2.5.4.2.3 bis 2.5.4.2.5 bei Wartungs- oder
                Instandsetzungsarbeiten an Beschickungseinrichtungen aufgehoben werden, darf
                dadurch kein gefährlicher Betriebszustand eintreten können.

2.5.4.2.7. An Förderanlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s muss die Ruhestellung der
                Schachtsperren und Bühnen so überwacht werden, dass während des Treibens das
                Notsignal ertönt oder Nothaft ausgelöst wird, wenn die Überwachung anspricht.
                Zusätzlich muss an Anschlägen mit einem Förderbetrieb von mehr als 150 Zügen/Schicht
                das Lichtraumprofil der Fördermittel selbsttätig überwacht werden; diese Überwachung
                ist mit der Fördermaschine oder dem Förderhaspel so zu verriegeln, dass kein gefährlicher
                Betriebszustand eintreten kann.

2.5.4.2.8. Bei Energieausfall müssen Schacht- und Abteilsperren selbsttätig schließen; dies gilt auch
                beim Quittieren der Betriebsweise "Seilfahrt" nach Nr. 4.10.1.4. Bühnen dürfen nur dann
                selbsttätig gehoben oder zurückgefahren werden, wenn dabei Personen nicht gefährdet
                werden können. Bei Wiederkehr der Energie müssen diese Teile bis zu einer erneuten
                Betätigung ihrer Steuerorgane in Ruhestellung bleiben.

2.5.4.2.9. Bei Seilfahrt dürfen nur Schachttore und Schwingbühnen betätigt werden können. An
                anderen Teilen der Schachtbeschickungseinrichtungen muss die Energie für Antriebe und
                Steuerung abgeschaltet sein.

2.5.4.3. Gefäßförderung

2.5.4.3.1. Fördergefäße dürfen nicht überladen werden können. Dazu müssen Einrichtungen zur
                volumetrischen oder gravimetrischen Begrenzung der Gefäßfüllung vorhanden sein.

                Die gravimetrischen Messwerte müssen durch Registriergeräte aufgezeichnet werden.

                Wenn die zulässige Belastung der Fördergefäße durch wechselndes Schüttgewicht des
                Fördergutes überschritten werden kann, muss gravimetrisch dosiert werden.

2.5.4.3.2. Füll- und Messtaschen sind daraufhin zu überwachen, dass sie weder überladen noch
                doppelt gefüllt werden können. Die Beschickungseinrichtungen von Messbandanlagen
                sowie zufördernde Bänder oder Wippeinrichtungen sind dabei so rechtzeitig abzuschalten,
                dass die zulässige Füllmenge und das zulässige Füllgewicht nicht überschritten werden.

2.5.4.3.3. Nach Einfahren eines Fördergefäßes in die Füllstelle darf mit dem Beladen des Gefäßes
                erst begonnen werden können, wenn die Überleitvorrichtungen aus ihrer Ruhestellung
                ausgefahren und wirksam sind. Nach dem Beladen darf das Gefäß erst wieder anfahren
                können, wenn die Überleitvorrichtungen in ihre Ruhelage zurückgefahren sind.

2.5.4.3.4. Das Fördergefäß darf erst in die Entladestelle fahren oder entleert werden können, wenn
                die vollständige Entladung gewährleistet ist.

2.5.4.3.5. Gefäßverschlüsse, die zugleich als Überleitvorrichtungen dienen, sind nach der Ausfahrt
                des Gefäßes aus der Entladestelle mindestens an einer Stelle im Schacht auf ihren
                Schließzustand zu überwachen.

                Die Überwachungseinrichtung muss im Störungsfall das Notsignal oder Nothalt auslösen.

2.5.4.3.6. Klappbare Seilfahrttragböden in Fördergefäßen von Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten
                über 4 m/s müssen bei Güterförderung auf ihren Öffnungszustand überwacht werden.
                An Seilfahrtanschlägen muss in geeigneter Weise gewarnt werden, wenn Gefahr besteht,
                dass Fahrende bei geöffnetem Tragboden in das Gefäß stürzen können.

2.5.4.3.7. Falls Seilfahrttragböden von Fördergefäßen während des Be- oder Entladevorganges
                betreten oder verlassen werden können, muss während dieser Zeit am Anschlag optisch
                gewarnt werden.

2.5.4.3.8. Für Materialtransporte ohne Förderwagen auf Fördergefäßen gilt Nr. 2.5.4.1.5.

2.5.4.4. Besondere Anforderungen beim Einsatz von Beschickungsfahrzeugen

2.5.4.4.1. Im Steinkohlenbergbau dürfen untertage und an Ausziehschächten übertage nur schlag-
                wettergeschützte Beschickungsfahrzeuge (Schub- oder Zugfahrzeuge, Gabelstapler)
                eingesetzt werden.

2.5.4.4.2. Schlagwettergeschützte Beschickungsfahrzeuge müssen eindeutig und auffallend
                gekennzeichnet sein.

2.5.4.4.3. Beschickungsfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren müssen mit zugelassenen bordfesten
                Feuerlöscheinrichtungen ausgerüstet sein.

                Abweichend davon genügen bei Gabelstaplern Handfeuerlöscher mit mindestens
                10 kg Löschmittelinhalt. Als Verbrennungsmotoren sind nur Dieselmotoren zulässig.

2.5.4.4.4. An den Anschlägen müssen Schachtsperren oder gleichwertige Einrichtungen vorhanden
                sein, die in Sperrstellung Beschickungsfahrzeuge, Förderwagen oder dergleichen sicher
                aufhalten können.

2.5.4.4.5. Beim Einsatz von Beschickungsfahrzeugen auf der Ablaufseite des Schachtes müssen
                dort auch mindestens Schachtsperren vorhanden sein (vergleiche Nr. 2.5.4.2.1).

2.5.4.4.6. Bedienungsstände und Schachtstühle, gegebenenfalls auch Fördermittel, sind gegen
                Beschädigungen beim Betrieb von Beschickungsfahrzeugen in geeigneter Weise zu schützen.


TAS / Dezember 2005                                                                         Blatt 2 / 21

2.5.4.4.7. Bei schienengebundener Wagenförderung muss auf Gleisen, die zum Schacht hin
                geneigt sind, eine zweite Sperre vorhanden sein.

                Der Abstand zu der Schachtsperre darf nur so groß sein, dass die für einen Tragboden
                bestimmten Fördereinheiten aufgestellt werden können und genügend Bewegungsspiel-
                raum für das Beschickungsfahrzeug vorhanden ist.

2.5.4.4.8. Über die Anforderungen nach den Nrn. 2.5.4.2.7 und 2.5.4.2.8 hinaus muss durch
                geeignete Vorrichtungen gewährleistet sein, dass die Schwingbühnen nicht aus der
                Arbeitsstellung bewegt werden können, wenn sich Beschickungsfahrzeuge oder Lasten
                darauf befinden.

2.5.4.4.9. Wenn der Fahrer des Beschickungsfahrzeuges nicht zugleich Anschläger ist, sind
                zwischen diesen Personen Verständigungseinrichtungen vorzusehen.

2.5.4.4.10. Wenn der Fahrer des Beschickungsfahrzeuges zugleich Anschläger ist, kann der
                  Abfahrsperrschalter nach Nr. 4.10.4 so angeordnet sein, dass er von dem Fahrzeug
                  aus für den Fahrer leicht erreichbar ist.

2.5.4.4.11. Es wird empfohlen, Bereiche, die zur Beschickung mit Fahrzeugen eingerichtet sind, 
                  von den Bereichen, die der Seilfahrt dienen, sicher zu trennen.

2.5.4.4.12. Außerdem gelten die Nrn. 2.5.4.1.4 bis 2.5.4.1.9.

2.5.4.4.13. Bei Beschickungseinrichtungen nach Nr. 2.5.4.1.1 Ziffer c muss bei deren Bedienung
                  mit einer Fernsteuerung gewährleistet sein, dass die Fernbedienung nur möglich ist,
                  wenn der Bediener direkt Sicht zum Fördermittel hat und keine Fremdbeeinflussung
                  möglich ist.

2.5.4.5. Anforderungen an automatische Schachtbeschickungseinrichtungen

2.5.4.5.1. Allgemeines

                Automatische Beschickungseinrichtungen dürfen beim Einfahren des Fördermittels oder
                nach Umschalten auf automatischen Betrieb nur dann selbsttätig anlaufen,

2.5.4.5.2. Automatischer Betrieb liegt vor, wenn durch Steuerimpulse, siehe § 19 Abs. 1 der VO,
                programmierte Bewegungsabläufe für das Beschicken und Entladen der Fördermittel
                eingeleitet und selbsttätig durchgeführt werden.

2.5.4.5.3. Steuerimpulse zum Ingangsetzen und Stillsetzen von Beschickungseinrichtungen können

2.5.4.5.4. Automatische Steuerungen müssen so errichtet werden, dass bei einem Ausfall oder einer
                Störung die Wirksamkeit der Sicherheitseinrichtungen nicht beeinträchtigt werden kann.

2.5.4.5.5. Ausfall und Wiederkehr der Energiezufuhr dürfen nicht zu gefährlichen Betriebszuständen
                führen können, auch wenn inzwischen die Betriebsart geändert worden ist. Bei Ausfall
                der Energiezufuhr müssen gespeicherte Abfahrbefehle gelöscht werden.

2.5.4.5.6. Nach einer Sicherheitsabschaltung, z. B. Not-Halt, dürfen die Einrichtungen zunächst nur
                mit Handbedienung wieder in Gang gesetzt werden können. Für das Wiedereinschalten
               der automatischen Steuerung gilt Nr. 2.5.4.5.8.

2.5.4.5.7. Betätigungseinrichtungen und optische Anzeigen sind in übersichtlicher Form so
                anzuordnen, dass die Anlage von Fahrenden und Anschlägern leicht bedient werden kann.

               Betätigungssymbole müssen auf einem Bergwerk gleiche Bedeutung haben.

2.5.4.5.8. Das Umschalten von einer automatischen Betriebsart auf eine andere automatische
                Betriebsart darf nur wirksam werden, wenn

2.5.4.5.9. Mit dem Umschalten müssen alle gespeicherten Befehle gelöscht werden.


TAS / Dezember 2001                                                                                  Blatt 2 / 22

2.5.4.5.10. An automatischen Beschickungseinrichtungen müssen Steuerstromkreise für
                  Aufschiebeeinrichtungen und Schachtsperren so ausgelegt werden, dass ein
                  Leiterbruch, ein einfacher Leiterschluss oder ein einfacher Erdschluss in den Kabeln
                  und Leitungen außerhalb von Gehäusen nicht zum ungewollten Anlauf der Aufschiebe-
                  einrichtungen und nicht zum ungewollten Absenken der Schachtsperre führt sowie ein
                  Stillsetzen der Antriebe nicht verhindert wird.

                 Dies gilt auch bei elektronischen Bauteilen der entsprechenden Steuerstromkreise für
                 Einfachfehler mit den o. a. Auswirkungen.

2.5.4.5.11. An Stellen, an denen Personen durch den automatischen Betrieb der Beschickungs-
                  einrichtungen gefährdet werden können, müssen Nothaltgeber vorhanden sein.
                  Nothaltgeber müssen in einem Sicherheitsstromkreis der Beschickungseinrichtungen
                  liegen.

2.5.4.5.12. Automatische Beschickungseinrichtungen können in folgenden Steuerungsarten
                  betrieben werden:

      1. Automatischer Betrieb - ohne Anschläger - mit Anschläger,
      2. Handbedienung mit vorgegebenen Bewegungsabläufen und Verriegelungen sowie
        Einzelbetätigung der zugehörigen Antriebe (verriegelter Handbetrieb),
      3. Handbedienung bei Störungen nach Überbrücken der automatischen Steuerung
        oder der Verriegelung mit Einzelbetätigung der zugehörigen Antriebe
        (unverriegelter Handbetrieb),
      4. Reparaturbetrieb; wenn dabei Teile der Beschickungseinrichtung in die Fördertrume
        bewegt werden, muss die Antriebsmaschine der Förderanlage gesperrt sein,
        andernfalls müssen entsprechende Überwachungen nach Nr. 2.5.4.1.2 sowie
        die Überwachungen nach Nr. 5.4.6 Ziffern 8 bis 10 wirksam bleiben.

2.5.4.5.13. Steuerungsarten nach Nr. 2.5.4.5.12 Ziffern 1 und 2 dürfen am Bedienungsstand der
                  Antriebsmaschine und/oder der Beschickungseinrichtung, die Steuerungsarten nach
                  Nr. 2.5.4.5.12 Ziffern 3 und 4 nur am jeweiligen Bedienungsstand der Beschickungs-
                  einrichtung eingeschaltet werden können.

2.5.4.5.14. Die Steuerimpulse können bei den einzelnen Steuerungsarten mit folgenden Befehlen 
                  gegeben werden:

      1. Automatischer Betrieb ohne Anschläger Befehlsgeber zum Einleiten des
        Automatikbetriebes, Abfahrimpuls aus der Beschickungseinrichtung,
      2. Automatischer Betrieb mit Anschläger Befehlsgeber zum Einleiten der
        Beschickung, Abfahrbefehlsgeber oder Abfahrimpuls,
      3. Handbedienung Befehlsgeber für Einzelbetätigung, Abfahrbefehlsgeber,
      4. Reparaturbetrieb Schalter oder Ventile am Ort (kein Abfahrbefehl oder
        Signal zur Antriebsmaschine)

2.5.4.5.15. Beim automatischen Beschicken von Fördermitteln darf der Abfahrimpuls erst dann zur
                  Antriebsmaschine durchgeschaltet werden, wenn alle betriebsmäßig in die Fördertrume
                   hineinragenden Teile der Beschickungs- sowie der Be- und Entladeeinrichtungen sich
                  wieder außerhalb der Fördertrume befinden. Dies gilt nicht für überwachte Schwingbühnen
                  am untersten Anschlag.

2.5.4.5.16. Beim automatischen Beschicken von Fördergestellen darf nach dem Beschicken des
                  letzten Tragbodens der Abfahrimpuls gleichzeitig mit dem Impuls zum Schließen der
                  Schachttore gegeben werden. Dies gilt nicht für Schleusentore nach Nr. 2.5.3. Das
                  Vorstehen des vorletzten Tragbodens muss dabei überwacht werden, damit nach 
                  Beschicken des letzten Tragbodens kein weiterer Beschickungsvorgang eingeleitet
                  werden kann.

2.5.4.5.17. Beim automatischen Beschicken von Fördergestellen muss der Gleisraum vor und
                  hinter dem Schacht an beiden Seiten durch Ketten oder Geländer abgesperrt sein.
                  Sind zwei Förderanlagen in einem Schacht vorhanden, so muss eine derartige Absperrung
                  auch zwischen den Beschickungseinrichtungen der beiden Förderanlagen eingebaut sein.

                 Außerdem müssen vor und hinter dem Schacht an geeigneten Stellen Warnleuchtfelder
                 mit der Aufschrift "Achtung! Automatische Beschickung" angebracht sein. Sie müssen
                 selbsttätig aufleuchten, wenn die Beschickungseinrichtung einer Förderanlage auf 
                 automatischen Betrieb geschaltet wird. Anstelle der Warnleuchtfelder können Blink-
                 leuchten eingesetzt werden.

2.5.4.5.18. Beim automatischen Beschicken von Fördergestellen finden zusätzlich die
                  Nrn. 2.5.4.1.2 Abs. 2, 2.5.4.1.6, 2.5.4.2.7 und 2.5.4.1.4 Anwendung.

2.5.4.5.19. Kann bei Anlagen mit automatischer Beschickung der Fördermittel die Antriebsmaschine
                  auch von Hand bedient werden, gelten die Nrn. 2.5.4.5.1 bis 2.5.4.5.18 entsprechend.

                  Im Falle der Handbedienung müssen die Abfahrbefehlsgeber das Fertigsignal auslösen.



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3. Fördermaschinen und Förderhäspel

3.1. Allgemeine Anforderungen

3.1.1. Fördermaschinen sind Antriebsmaschinen von Schacht- und Schrägförderanlagen
          mit einer höchsten zulässigen Fahrgeschwindigkeit von mehr als 4 m/s, Förderhäspel
          sind Antriebsmaschinen von Schacht- und Schrägförderanlagen mit einer höchsten
          zulässigen Fahrgeschwindigkeit bis 4 m/s.

3.1.2. Zu Fördermaschinen und Förderhäspeln gehören

          mit zugehörigen Fundamenten und Verlagerungen. Sie sind nach den anerkannten Regeln
          der Technik herzustellen.

3.1.3. Fördermaschinen und Förderhäspel müssen den betrieblich auftretenden Beanspruchungen,
          die sich beim Anfahren, Treiben, Verzögern und Bremsen ergeben, gewachsen sein. Die
          dynamischen Beanspruchungen beim Anfahren, Verzögern und Bremsen müssen dabei
          mindestens durch einen Zuschlag von 10 v. H. zu den statischen Belastungen berücksichtigt
          werden.

          Seilträger mit Welle und Lagern sowie zugehörige Verankerungen müssen so bemessen werden,
          dass sie - bezogen auf die Streckgrenze - eine mindestens einfache Sicherheit gegenüber der
          Seilbruchkraft, in Richtung des Seilzuges wirkend, aufweisen. Bei Treibscheibenanlagen ist in
          einem Trum die Seilbruchkraft und im anderen Trum 1/3 der Seilbruchkraft anzunehmen.

           Abteufmaschinen brauchen nicht auf Seilbruchkraft berechnet zu werden. Stattdessen muss
           bei 1,65-facher Betriebskraft eine mindestens 5-fache Sicherheit gegen Bruch vorhanden sein.

           Für die Bemessung der Fundamente ist DIN 4118 zugrunde zu legen.

           Hierbei ist die „Anpassungsrichtlinie Stahlbau“, Abschnitt 4.8, zu beachten. Für Anker-
           schrauben findet Nr. 1.2.5 Anwendung.

3.1.4.1. Zur Bemessung von Wellen sind unter anderem die Torsions- und die Biegebeanspruchung
             beim Anfahren oder - wenn sie größer sind - beim Nennmoment zugrunde zu legen.

3.1.4.2. Bei Gleichstromfördermaschinen, deren Antriebsmotor mit der Seilträgerwelle unmittelbar
             gekuppelt ist, muss der magnetische Zug an der Seilträgerwelle zusätzlich berücksichtigt werden,
             insbesondere bei einseitig gelagerter Motorwelle.

3.1.4.3. Wellen, die innerhalb des Kraftflusses von den Antriebsmotoren bis zum Seilträger liegen,
              sollen keine, auch nicht konstruktiv bedingte, Kerben oder radialen Anbohrungen haben.
              Dies gilt nicht für Nuten zur Aufnahme von Keilen oder Passfedern und für Kupplungs-
              Verzahnungen.

              Übergänge im Bereich von Durchmesseränderungen müssen mit möglichst großen Radien
              und einem Mittelrauwert (nach DIN ISO 1302) von höchstens Ra = 6,3 hergestellt sein.

3.1.4.4. Die Seilträgerwelle von Fördermaschinen und Förderhäspeln sowie die Motorwelle von
             langsam laufenden Gleichstrommotoren müssen auf Risse und Lunker untersucht sein.

3.1.5. Bei der Bemessung von Getrieben für Fördermaschinen und Förderhäspel sind, insbesondere
          im Hinblick auf Gewaltbruch (Zahnfußfestigkeit) und auf die Dauerfestigkeit der Zahnflanken
          (Grübchensicherheit), das Kippmoment oder das 3-fache Nennmoment zugrunde zu legen.

3.1.6. Es wird empfohlen, die Umlaufschmierung sicherheitlich wichtiger Lager, z. B. von Seilträger-
          wellen, mit Überwachungseinrichtungen zu versehen. 1)

3.1.7. Fördermaschinen und Förderhäspel müssen mit einer Not-Aus-Einrichtung ausgerüstet sein;
          diese muss ständig betriebsbereit sein.

          Die zugehörigen Not-Aus-Schalter müssen als solche gekennzeichnet sein.

          Not-Aus-Schalter müssen mindestens an jedem Bedienungsstand angeordnet sein. Wenn im
          Maschinenraum kein Bedienungsstand eingerichtet ist, muss in der Nähe der Antriebsmaschine
          ein Not-Aus-Schalter vorhanden sein. Nach Betätigen eines Not-Aus-Schalters muss die
          Antriebsmaschine so gesperrt sein, dass sie von einer anderen Stelle aus nicht wieder
          eingeschaltet werden kann.

          Auslöseorgane der Sicherheitsbremse gelten als Not-Aus-Schalter.

3.1.8. Fördermaschinen und Förderhäspel müssen mit Einrichtungen gegen unbefugtes Bedienen
          versehen sein, oder die Räume mit den Bedienungsständen müssen gegen unbefugtes Betreten
          gesichert werden.

3.1.9. In Grubenbauen, die durch Grubengas gefährdet werden können, ist anzustreben, Hilfs- und
          Sicherheitsstromkreise in der Zündschutzart Eigensicherheit auszuführen.

3.1.10. An Fördermaschinen und Förderhäspeln dürfen Schweißarbeiten nur von geprüften Schweißern
            vorgenommen werden (vergleiche § 35 der VO in Verbindung mit DIN EN 287, Teil 1 sowie
            DIN 18800, Teil 1 (11.90) und DIN 18800, Teil 7 (05/83)).

3.1.11. Förderanlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 12 m/s müssen zur Vermeidung gefährlicher
            Betriebszustände bei Abwärtsfahrten überladener Fördergestelle oder nicht vorschriftsmäßig
            entleerter Gefäße geeignete Einrichtungen zur Überwachung der Einhängelast besitzen. Dies
            gilt nicht für Anlagen beim Abteufen.


1) Für die Überwachung des Schmierölumlaufs wird empfohlen, Vorrichtungen zu verwenden, die
    nicht nur den Ölfluss, sondern auch die Durchflussmenge überwachen.

TAS / Dezember 2000                                                                            Blatt 3 / 2

            Das Ansprechen der Einrichtung zur Überwachung der Einhängelast soll unabhängig von
            der eingeschalteten Betriebsart und Betriebsweise bei Überschreiten der maximal zulässigen
            einhängenden Überlast um höchstens 15 % sowie bei der Beschleunigung der Fördermittel
            spätestens bei einer Geschwindigkeit von 6 m/s erfolgen.

           Beim Ansprechen der Einrichtung zur Überwachung der Einhängelast muss bei Handbedienung
           bis zum Stillstand der Fördermaschine am Bedienungsstand eine optische Anzeige und
           mindestens das Notsignal ausgelöst werden.

           Bei automatischem Betrieb muss beim Ansprechen der Einrichtung zur Überwachung der
           Einhängelast mindestens der Fahrbremskreis und am Bedienungsstand eine optische Anzeige
           ausgelöst werden.

           Nach dem Ansprechen der Einhängelastüberwachung darf beim Betrieb mit und ohne Förder-
           maschinist eine Weiterfahrt mit einhängender Überlast nur mit deutlich reduzierter und selbsttätig
           begrenzter Fördergeschwindigkeit möglich sein.

           Die optische Anzeige am Bedienungsstand der Fördermaschine, siehe Absatz 3, und die
           Auslösung der Einhängelastüberwachung müssen bis zur Beseitigung der Auslöseursache
           gespeichert bleiben.

           Beim Ansprechen der Einhängelastüberwachung muss bei Handbedienung die Geschwindigkeit
           der Fördermaschine selbsttätig und unabhängig von der Richtung der Weiterfahrt auf maximal
           6 m/s begrenzt werden.

           Die Funktionsfähigkeit und die Ansprechschwelle der Einhängelastüberwachungseinrichtung
           müssen prüfbar sein.

           Gemäß Nr. 3.10.6 sind die rechnerischen Verzögerungen durch die Sicherheitsbremse zu
           ermitteln. Dies gilt auch für Förderanlagen, die mit Einhängelastüberwachungseinrichtungen
           ausgerüstet sind.

3.2. Antriebe

3.2.1. Der Bemessung von Antriebsmotoren nach Nr. 3.1.3 ist zugrunde zu legen:

          1. für Elektromotoren:

              DIN EN 60034-1, Klassifikation VDE 0530 Teil 1,
              z. B. beim mechanischen Teil:       das Anfahrmoment, auch als Belastung im Dauerbetrieb,
              z. B. bei der Erwärmung:              die Grenzerwärmung nach DIN EN bei einem
                                                                  Förderspiel  einschließlich Pausen,

          2. für andere Motoren:

              das Anfahrmoment mit einem ausreichenden Zuschlag als Nennmoment;
              dies gilt auch für Dampfmaschinen.

3.2.2. Zwischen Antriebsmotoren und Seilträger dürfen keine Ausrückvorrichtungen oder ausrückbare
          Kupplungen vorhanden sein.

          Dies gilt nicht für Zweitrommel- oder Zweibobinenanlagen mit Versteckvorrichtung sowie für
          Schaltgetriebe, die nur bei aufgelegter Fahrbremse geschaltet werden können.

3.2.3.1. Bei Antrieben mit Drehstrom-Asynchronmotoren muss die zulässige Fahrgeschwindigkeit bei
             Seilfahrt und Güterförderung gleich sein und der Nenndrehzahl entsprechen.

             Dies gilt nicht, wenn durch polumschaltbare Motoren, durch den Fahrtregler oder durch
             besondere Drehzahlregelung die zulässigen Fahrgeschwindigkeiten selbsttätig eingehalten
             werden können. Die dabei auftretende Verlustwärme muss in ausreichendem Umfang abgeführt
             werden.

3.2.3.2. Antriebe mit Schleifringläufermotoren müssen eine Einrichtung haben, die den Motorläufer beim
             Überschreiten der synchronen Drehzahl selbsttätig kurzschließt. Der Läuferkurzschluss
             (Generatorbremsung) muss optisch angezeigt werden.

             Dieser selbsttätige Läuferkurzschluss darf nur in der Nullstellung des Fahrhebels aufgehoben
             werden können, sofern nicht besondere Bremsschaltungen angewandt werden. Wird der Läufer
             außerdem bei untersynchroner Drehzahl in der Endauslage des Fahrhebels kurzgeschlossen, so
             muss dieser Läuferkurzschluss durch eine zweite Leuchte angezeigt werden, wenn er nur in der
             Nullstellung des Fahrhebels aufgehoben werden kann.

3.2.3.3. Antriebe mit Schleifringläufermotoren müssen selbsttätige Überwachungseinrichtungen besitzen
             für

3.2.4.1. Hydraulische Antriebe müssen mit einem Fahrhebel ausgerüstet sein. Dieser muss selbsttätig in
             die Nullstellung zurückgeführt werden, sobald er losgelassen wird.

3.2.4.2. Die Antriebe der hydraulischen Pumpen müssen mit dem Fahrhebel so verriegelt sein, dass sie
             nur in der Nullstellung des Fahrhebels anlaufen können.

3.2.4.3. Hydraulische Antriebe müssen mit Einrichtungen zur selbsttätigen Druck- und Temperatur-
             überwachung ausgerüstet sein.

3.2.4.4. Als hydraulische Antriebe dürfen nur hydrostatische Antriebe eingesetzt werden, die geeignete
             Einrichtungen zum Verzögern besitzen.

             Es wird empfohlen, diese Antriebe mit geschlossenem Kreislauf auszulegen.


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3.2.4.5. Hydraulische Antriebe im Steinkohlenbergbau untertage sind unter Berücksichtigung der berg-
             behördlichen Bestimmungen für Hydraulikflüssigkeiten auszulegen.

3.2.5.1. Dampf- und Druckluftantriebe müssen mit einem Fahrventil (Fahrschieber) ausgerüstet sein.
             Dieses muss bei Antrieben ohne Fahrtregler selbstschließend sein.

3.2.5.2. Dampfmaschinen sind mit besonderen Füllungsregelungen für das Verzögern, das Auflegen der
             Sicherheitsbremse, das Einhängen von Lasten und das Anfahren von Endschaltern auszurüsten.

3.2.5.3. Es wird empfohlen, Druckluftantriebe zusätzlich mit einer Auspuffbremse auszurüsten.

3.2.6. Als Verbrennungsmotoren dürfen untertage keine Benzinmotoren eingesetzt werden.

          Dieselmotoren müssen den einschlägigen bergbehördlichen Bestimmungen entsprechen. Sie
          dürfen an Fördermaschinen und Förderhäspeln nur in Verbindung mit hydrostatischen Antrieben
          eingesetzt werden.

3.2.7. Fördermaschinen müssen an Leonardsätzen und an Fördermotoren von Getriebemaschinen
          Einrichtungen zur Drehzahlüberwachung besitzen.

3.3. Seilträger

3.3.1. Der Durchmesser des Seilträgers (Seillaufdurchmesser Mitte Seil/Mitte Teil) muss betragen:

3.3.2. Verstärkungen zwischen den Wandungen des Seilträgers - Schottenbleche - sollen weder mit
          der Nabe noch mit dem Seillaufmantel oder dessen ringförmigen Verstärkungen verbunden
          werden.

3.3.3. Bremsflächen auf dem Seilträger und Bremsbeläge müssen so ausgelegt und bearbeitet sein,
          dass mindestens zwei kurz aufeinander folgende Sicherheitsbremsungen beim Einhängen der
          betriebsüblichen Überlast (vergleiche § 2 Abs. 5 der VO) mit Höchstgeschwindigkeit nicht zu
          einer Zerstörung der Bremsbeläge oder einer anderen unzulässigen Beeinträchtigung der
          Bremswirkung führen.

3.3.4.1. Treibscheiben müssen mit einem vom Oberbergamt zugelassenen Futter für den Seillauf
             ausgerüstet sein, das die erforderliche Treibfähigkeit, auch unter Berücksichtigung der
             Seilschmierung, gewährleistet.

             Dazu müssen Treibscheibenfutter sowie Tränkungsmittel und Schmierstoffe der Förderseile
             aufeinander abgestimmt sein.

             Gegebenenfalls ist ein Nachweis durch Gutachten eines vom Oberbergamt anerkannten
             Sachverständigen zu erbringen.

3.3.4.2. Sofern Treibscheibenfutter nicht in sich verkeilt oder nicht durch Formschluss gehalten
             werden, muss ihre Befestigung so ausgeführt sein, dass sie nachgespannt werden kann.

            Es wird empfohlen, Befestigungen in Kunststoff auszuführen; übertage kann dafür auch
            Aluminium eingesetzt werden.

3.3.4.3. Im Steinkohlenbergbau untertage und in Grubenbauen anderer Bergbauzweige, die brand-
             oder explosionsgefährdet sind, darf für Treibscheibenfutter und dessen Befestigung nur
             schwerentflammbarer Werkstoff verwendet werden. Der Nachweis muss durch Gutachten
             eines vom Oberbergamt anerkannten Sachverständigen erbracht werden.

3.3.4.4. Der Radius der Seillaufrille muss dem Seildurchmesser angepasst sein. Die Rillentiefe soll
             beim Einbau des Futters mindestens 0,5 × Seilnenndurchmesser betragen. Bei Anlagen mit
             übereinander liegenden Seilscheiben (d. h. ohne Seilablenkung) kann die Rillentiefe bis auf
             0,4 × Seilnenndurchmesser verringert sein.

3.3.5. Futterbefestigungen von Treibscheiben müssen die im Seillauf auftretenden Kräfte (Fliehkräfte
          an der Scheibe, Adhäsionskräfte zwischen Seil und Futter am Ablaufpunkt, horizontale
          Querkräfte - Axialkräfte -) aufnehmen können, insbesondere auch bei elastischem Treib-
          scheibenfutter.

3.3.6. An Fördermaschinen müssen zum Bearbeiten der Seillaufrillen ortsfeste, Vorrichtungen zur
          Aufnahme eines Werkzeugschlittens (Support) vorhanden sein.

3.3.7. Falls zur Begrenzung des Seillaufs Bordscheiben erforderlich sind, muss deren Höhe mindestens
          das 1,5-fache des Seilnenndurchmessers betragen.

3.3.8. Seilträger von Trommelfördermaschinen und -häspeln müssen mit Bordscheiben versehen sein
          und das Förderseil in einer Lage aufnehmen können. Der Trommelgrund muss mit Seilrillen
          versehen sein; dies gilt nicht für Seilträger von Abteufanlagen, bei denen Seile mit unter-
          schiedlichen Durchmessern aufgelegt werden sollen.

          Bei der Bemessung der Trommeln ist die Schnürspannung zu berücksichtigen.

          Abweichend von Satz 1 darf das Seil in mehr als einer Lage aufgewickelt werden, wenn nach-
          gewiesen wird, dass die Trommeln dazu entsprechend eingerichtet sind, z. B. dass der
          einwandfreie Übergang von einer auf die nächste Seillage und ein gleichmäßiges Aufwickeln


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          des Seiles gewährleistet sind und dass die Bordscheiben die oberste Seillage mindestens um
          das 1,5-fache des Seilnenndurchmessers überragen und den auftretenden Belastungen
          gewachsen sind.

3.3.9. Wenn Zweitrommelanlagen oder Zweibobinenanlagen mit Versteckeinrichtung ausgerüstet sind,
          muss zum Verstecken eine Bremse für die Lostrommel vorhanden sein. An Anlagen mit Fahr-
          geschwindigkeiten über 4 m/s muss ein Messgerät zum Messen der aufgebrachten Bremskraft
          vorhanden sein, sofern nicht der Bremsdruck für die Lostrommel angezeigt wird.

3.3.10. Trommeln und Bobinen sind so auszulegen, dass auch bei tiefster Stellung des Fördermittels
            noch zwei Seilwindungen auf dem Seilträger verbleiben. Außerdem sind, soweit erforderlich,
            zusätzliche Seillängen für das Abhauen der Seile zu berücksichtigen.

3.3.11. Förderseile von Trommel- und Bobinenmaschinen müssen am Seilträger mit mindestens zwei
            Seilklemmen befestigt sein. Einführungen der Seile müssen möglichst schlank hergestellt werden.

3.3.12. Die Speichen von Bobinen müssen zur Seilschonung mit geeignetem Werkstoff gefüttert sein.
            Die oberen Speichenenden sind so auszubilden, dass das Seil einwandfrei einlaufen kann.

            Der Innenabstand zwischen den gefütterten Speichen darf die Breite des Flachseiles höchstens
            um das Maß der Seilnenndicke überschreiten.

3.3.13. Der Seilablenkwinkel zwischen Seilträger und Seilscheiben soll nicht mehr als 1 Grad 30'
            betragen, sofern keine besonderen Seilführungseinrichtungen vorhanden sind.

            An Bobinen ist eine seitliche Ablenkung der Seile nicht zulässig.

3.3.14. Falls bei Fördermitteln und Gegengewichten mit Rollenführungen elektrostatische Aufladungen
            auftreten können, sind geeignete Maßnahmen zur Ableitung dieser Aufladungen zu treffen.

3.4. Bedienungsstände

3.4.1. Fördermaschinen und Förderhäspel, die nicht ausschließlich für automatischen Betrieb bestimmt
          sind, müssen mit einem Bedienungsstand zur Handbedienung ausgerüstet sein.

          Die Handbedienung kann

  1. in räumlicher Nähe zur Antriebsmaschine am Vor-Ort-Bedienungsstand

    oder

  2. in räumlicher Nähe zur Antriebsmaschine an mehreren Vor-Ort-Bedienungsständen

    oder

  3. nur am Fernbedienungsstand nach den Nrn. 3.4.10 und 3.4.11

    oder

  4. sowohl am Vor-Ort- als auch am Fernbedienungsstand erfolgen.

         Sind Förderanlagen gemäß den Punkten b, c oder d ausgeführt, so sind nicht nur die
         Nrn. 3.4.1 bis 3.4.9 sondern auch die Nrn. 3.4.10 und 3.4.11 zu beachten.

         An ausschließlich für automatischen Betrieb bestimmten Antriebsmaschinen muss mindestens
         eine eingeschränkte Handsteuerung nach Nr. 5.1.8.4 vorhanden sein, die auch außerhalb des
         Maschinenraumes liegen kann.

3.4.2. Bedienungsstände müssen mit mindestens folgenden Einrichtungen versehen sein:

3.4.3. Für eingeschränkte Handsteuerungen gilt Nr. 5.1.8.4. Außerdem finden die Nrn. 3.4.4,
          3.4.9.1 und 3.4.9.2 entsprechende Anwendung.

3.4.4. Bedienungsstände müssen so angeordnet und eingerichtet sein, dass der Fördermaschinist
          oder Haspelführer bei seiner Tätigkeit nicht durch Störgeräusche, Blendung oder Klima-
          einflüsse abgelenkt oder behindert wird.

3.4.5. Die Bewegungsrichtungen von Bedienungselementen und Teufenzeigern müssen sinnfällig
          auf die Bewegung des Seilträgers abgestimmt sein (siehe DIN 22400 - Führerstände von
          Fördermaschinen, Förderhäspeln und Winden im Bergbau).

3.4.6. Geschwindigkeitsmesser müssen so beschaffen sein, dass die angezeigte oder aufgezeichnete
          Geschwindigkeit nicht unter der tatsächlichen Fahrgeschwindigkeit liegt.


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           An dem Geschwindigkeitsmesser müssen die bei Seilfahrt und Güterförderung zulässigen
           Geschwindigkeiten deutlich gekennzeichnet sein.

           Bei Hauptseilfahrtanlagen müssen gemäß Nr. 4.12.2 die Werte des Geschwindigkeitsmessers
           gemeinsam mit einer Zeiteinteilung aufgezeichnet werden und auch wieder reproduziert
           werden können.

3.4.7. An dem Strommesser muss der Nennstrom bzw. an der Drehmomentenanzeige das Nenn-
          moment des elektrischen Antriebsmotors, auf dem Druckmesser von Dampf-, Druckluft- und
          Hydraulikantrieben müssen der Mindestdruck, mit dem die Maschine noch gefahren werden darf,
          und der Nenndruck deutlich gekennzeichnet sein.

3.4.8. An dem Bremsdruckmesser muss der Mindestbremsdruck deutlich gekennzeichnet sein.

3.4.9. Beleuchtung von Bedienungsständen

3.4.9.1. Bedienungsstände müssen so beleuchtet werden können, dass die Antriebsmaschine sicher
             zu bedienen ist und die Anzeigen gut erkennbar sind.

             Dies gilt sinngemäß auch für außerhalb von Bedienungsständen angeordnete Teufenzeiger
             und andere Anzeigen sowie für Seilzeichen am Seilträger.

3.4.9.2. An Bedienungsständen muss eine Notbeleuchtung vorhanden sein.

             Bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s muss beim Ausfall der Beleuchtung eine
             Notbeleuchtung an dem zugeteilten Bedienungsstand selbsttätig eingeschaltet werden.

             Dies gilt auch als erfüllt, wenn die Beleuchtung nach Nr. 3.4.9 auf eine andere Stromquelle
             umgeschaltet werden kann.

3.4.10. Fernbedienung von Antriebsmaschinen

3.4.10.1. Fördermaschinen dürfen außerhalb des Fördermaschinenraumes nur über leitungsgebundene
               Einrichtungen fernbedient werden können, z. B. elektrische, elektronische, optoelektronische,
               hydraulische oder pneumatische Übertragungseinrichtungen.

3.4.10.2. An fernbedienten Förderhäspeln dürfen neben elektrischen, hydraulischen oder pneumatischen
               Fernbedienungsmitteln auch mechanische Vorrichtungen eingesetzt werden, wenn der Abstand
               zwischen Bedienungsstand und Förderhaspel höchstens 15 m beträgt. Seilzüge müssen
               vorgespannt sein, Fahrventile müssen selbsttätig schließen, wenn Seilzüge brechen. Es wird
               empfohlen, anstelle von Seilzügen flexible Gestänge, z. B. Flexballzüge, einzubauen.

3.4.10.3. Werden Förderanlagen für die Fernbedienung mit mehreren Bedienungsständen ausgerüstet,
                so sind diese Stände und die zugehörigen Übertragungseinrichtungen als feste und
                zusammengehörige Bestandteile der fernbedienten Schachtförderung zu betrachten.

                Dementsprechend gelten für die komplette Anlage bis hin zum Fernbedienungsstand die
                Anforderungen der VO und der TAS.

                An fernbedienten Fördermaschinen oder Häspeln dürfen Busübertragungssysteme die
                Meldungen oder Signale für das Auslösen der zugehörigen Sicherheits- und Überwachungs-
                kreise (Notsignalanlage, Abfahrsperr-, Fahrbremskreis) übertragen. Sie müssen den
                Anforderungen von Nr. 3.8.7 an Sicherheitskreise genügen.

                Werden Einschlagsignale mit einem eigenständigen, leitungsgebundenen von dem Busüber-
                tragungssystem unabhängigen z. B. seriellen Datenübertragungssystem erfasst, übertragen
                und auch wieder ausgegeben, so müssen die Übertragungsleitungen auf Kurzschluss,
                Unterbrechung und Erdschluss überwacht werden.

3.4.10.4. Beim Betrieb von einem Fernbedienungsstand aus muss der Ausfall oder die Unterbrechung
               von Fernbedienungsmitteln das Stillsetzen der Antriebsmaschine bewirken.

               Das Ansprechen von Überwachungseinrichtungen bzw. -funktionen der Busübertragungs-
               systeme darf nicht unbemerkt bleiben und muss mindestens auf einen der o. g. Sicherheits-
               und Überwachungskreise der Förderanlage wirken.

               Das Wiederanfahren der Anlage vom Fernbedienungsstand aus darf nach dem Ansprechen
               von Überwachungseinrichtungen bzw. -funktionen der Busübertragungssysteme erst nach
               Beseitigung der Störung und nach Quittierung möglich sein.

3.4.10.5. Beim Betrieb von einem Fernbedienungsstand aus gilt für die Umschaltung vom Hand- in
               den Automatikbetrieb Nr. 5.2.7.

3.4.11. Anlagen mit mehreren Bedienungsständen

3.4.11.1. An Anlagen mit mehreren Bedienungsständen müssen die Bedienungseinrichtungen so
               verriegelt sein, dass jeweils nur ein Bedienungsstand betriebsbereit geschaltet werden kann.

               Das Umschalten von einem auf einen anderen Bedienungsstand darf bei Handsteuerung nur 
               bei stehender Antriebsmaschine und aufgelegter Fahrbremse möglich sein.

               Bei automatisch betriebener Antriebsmaschine darf die Umschaltung von einem auf einen 
               anderen Bedienungsstand auch bei nicht aufgelegter Fahrbremse möglich sein.

3.4.11.2 Beim Betrieb eines aktiven Fernbedienungsstandes muss seine Betriebsbereitschaft am
              Betriebsort optisch angezeigt werden.

              Ferner soll die Erfüllung der Einschaltbedingungen (Einschaltbetriebsbereitschaft) eines
              Bedienungsstandes optisch angezeigt werden.


TAS / Dezember 2000                                                                                    Blatt 3 / 6

3.4.11.3. In einen betriebsbereiten Bedienungsstand darf von einer anderen Stelle aus nicht eingegriffen
               werden können; dies gilt nicht für NOT-AUS-Einrichtungen und für die Befehlsgeber für das
               Auslösen der Sicherheitsbremse.

               Wenn an den Bedienungsständen die Befehlsgeber für das Auslösen des Fahrbremskreises
                (Nothaltgeber) und des Abfahrsperrkreises vorhanden sind, müssen diese auch bei nicht
               eingeschaltetem Bedienungsstand betriebsbereit sein.

3.4.11.4. Eine Umschaltung auf den anderen Bedienungsstand darf nur von dem jeweils betriebsbereiten
               Stand aus möglich sein (Abgabeprinzip).

3.4.11.5. Ist von dem betriebsbereiten Bedienungsstand im Handbetrieb auf den anderen Stand
               umgeschaltet worden, so darf die Umschaltung erst dann wirksam werden, wenn dies an dem 
               anderen Stand quittiert worden ist (Abgabe- und Quittierungsprinzip). Die Quittung muss
               gegen unbefugte Betätigung gesichert sein, z. B. durch einen Schlüsselschalter.

3.4.11.6. Beim Einschalten eines Bedienungsstandes darf auch bei gleichzeitiger Betätigung eines
               Befehlsgebers oder bei ausgelegtem Steuer oder Fahrbremshebel ein Steuerbefehl nicht
               sofort, sondern erst nach der vorherigen Nullstellung wirksam werden (Nullstellungszwang).

3.4.11.7. Beim Ausschalten eines Bedienungsstandes dürfen keine Fahrbefehle oder Fahrsignale
               (z. B. Um- oder Nachsetzen) in den programmierbaren elektronischen Systemen o. ä.
               gespeichert bleiben.

               Die Speicher für Fahrbefehle oder Fahrsignale müssen auf Hängenbleiben überwacht werden.

3.4.11.8. Bei Anlagen, die mit mehreren Bedienungsständen ausgerüstet sind, gilt für jeden Stand
               sinngemäß auch Nr. 3.4.10.

3.4.12. Bedienungsstände für die Fernbedienung von Antriebsmaschinen

3.4.12.1. Bedienungsstände für die Fernbedienung von Antriebsmaschinen (Fördermaschinen oder
               -häspel) müssen wie die Vor-Ort-Bedienungsstände gemäß den Anforderungen von
               Nr. 3.4.2 bis 3.4.11 ausgeführt sein.

3.4.12.2. Fernbedienungsstände sollten mindestens alle die optischen und akustischen Meldungen
               beinhalten, die auch an Vor-Ort-Bedienungsständen der Fördermaschinen oder -häspel
               unmittelbar wahrgenommen werden können.

               Dies bedeutet, dass nicht nur die am Vor-Ort-Bedienungsstand wahrnehmbaren optischen und
               akustischen Meldungen bzw. Anzeigen zum Fernbedienungsstand hin übermittelt und dort auch
               angezeigt werden müssen, sondern dass auch die Ausblicke auf den Seilträger, d. h. Treib-
               scheibe, Trommel oder Bobine, mit dem Förderseil, den Bremskränzen und Bremsbacken
               sowie ggf. auf das Bremsgestänge oder die Scheibenbremselemente übertragen werden.

3.4.12.3. Die Wirksamkeit, d. h. die Aktualisierungsfähigkeit der optischen und der akustischen
               Informationsübertragung sowie des Bildschirminhaltes der Fernübertragung sollte am Fern-
               bedienungsstand erkennbar sein.

3.4.12.4. Beim Ausfall der optischen oder akustischen Informationsübertragungseinrichtung gemäß
               Nr. 3.4.12.2 darf zwangsläufig kein Betrieb vom Fernbedienungsstand aus möglich sein.

3.4.12.5. Es wird empfohlen, auch die Ausblicke auf die vom Vor-Ort-Bedienungsstand aus sichtbaren
               und ggf. nicht übertragenen Meldungen der Schalt- und Steuerschränke z. B. der Förder-
               motorenergieversorgung, Lüfter o. ä. ebenfalls zum Fernbedienungsstand hin zu übertragen.

3.4.12.6. Fernbedienungsstände müssen mindestens alle manuellen Befehlsgeber, Steuerhebel, Schalter,
               Taster und Quittierungsschalter beinhalten, die direkt am Vor-Ort-Bedienungsstand oder in
               unmittelbarer Nähe der fernbetätigten Fördermaschinen vorhanden und auch für den entfernten
               Betrieb von Bedeutung sind.

3.4.12.7. Beim Betrieb vom Fernbedienungsstand aus darf der sichere Betrieb der Förderanlage nicht
               durch Datenübertragungssysteme beeinträchtigt werden.

               Dabei darf

              Anmerkung:
              
               Dabei wird insbesondere hingewiesen auf die Nrn. 3.9.6.1 und 3.9.6.2 sowie 3.9.6.6 und 3.9.6.7.

               Ferner sind gemäß Nr. 3.9.7.12 vor der Inbetriebnahme beim Betätigen der Sicherheitsbremse
               am Fernbedienungsstand Messungen der Bremsverzögerungen durch die Sicherheitsbremse
               einschließlich der Zeiten nach Nr. 3.9.5.7 erforderlich, die auch die Reaktionszeiten der
               gesamten Übertragungseinrichtungen beinhalten.

               Gemäß Nr. 3.9.5.4 und 3.9.7.9 dürfen beim Betrieb vom Fernbedienungsstand Einfachfehler in
               der Ansteuerung der Fahrbremse oder der Sicherheitsbremse während des Treibens nicht zum
               ungewollten Aufbau einer Bremskraft führen, die bei Treibscheibenanlagen einen Seilrutsch und
               bei Trommel- und Bobinenanlagen einen unzulässige  Bremsverzögerung bewirken.


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3.4.12.8. Beim Anfahren der End- oder der Übertreibschalter dürfen deren Überbrückungssignale
               vom Fernsteuerstand aus über die Übertragungssysteme betätigt werden, wenn eine gleich-
               wertige Sicherheit wie beim Betrieb vom Vor-Ort-Bedienungsstand gewährleistet wird.

3.5. Teufenzeiger

3.5.1. Fördermaschinen und Förderhäspel müssen mit Teufenzeigern ausgerüstet sein, die die Fahrwege
          der Fördermittel getrennt voneinander abbilden und den jeweiligen Stand der Fördermittel 
          anzeigen.

          Teufenzeiger können mit einer zusätzlichen Feinanzeige ausgestattet sein.

          Am Teufenzeiger von Fördermaschinen muss der Treibscheibenfutterverschleiß berücksichtigt
          werden können.

3.5.2. Teufenzeiger müssen vom Seilträger, dessen Nabe oder Welle formschlüssig angetrieben werden.
          Antrieb über Schnurlauf oder Reibungskupplung ist nicht zulässig. Bei elektrischen Teufenzeigern
          gelten die Sätze 1 und 2 nur für den Antrieb der Gebergeräte; jedoch sind abweichend von Satz 1
          auch berührungslose Impulsgeber mit Impulsüberwachung zulässig, wobei diese auch von der
          Seilscheibe angetrieben werden können.

          An Antriebsmaschinen mit Bobinen oder Trommeln mit mehr als zwei Seillagen können
          Teufenzeiger oder Gebergeräte auch von den Seilscheiben formschlüssig angetrieben werden;
          dabei muss Seilscheibenschlupf spätestens am oberen Ende des Fahrwegs überwacht werden.

3.5.3. Bei elektrischen Teufenzeigern darf nach einem Spannungsausfall beim Wiederkehren der
          Spannung

  1. keine falsche Stellung der Fördermittel angezeigt werden können,

    oder
  2. beim Wiederanfahren so lange nur mit einer Geschwindigkeit von höchstens 2 m/s
    gefahren werden können, bis der Teufenzeiger nachgestellt worden ist.

3.5.4. Wenn ohne Seilzeichen gefahren werden soll, muss der Teufenzeiger entweder so genau
           anzeigen, dass die Fördermittel an den Anschlägen bündig vorgesetzt werden können, oder 
           es muss eine besondere Bündigkeitsanzeige vorhanden sein.

3.5.5. An Fördermaschinen und Förderhäspeln mit Versteckvorrichtung muss die Teufenanzeige für 
          jedes Fördermittel von der zugehörigen Trommel oder Bobine aus angetrieben werden.

          Dies gilt bei elektrischen Teufenzeigern für die Gebergeräte.

          Abweichend von Satz 2 ist bei elektrischen Teufenzeigern ein gemeinsamer Geber an der
          Hauptwelle ausreichend, wenn

  1. die Bremskraft für die Lostrommel von einem Bremsapparat erzeugt wird und
  2. die Anzeigen für Los- und Festtrommel getrennt und elektrisch mit der Versteck-
    vorrichtung gekoppelt sind.

3.5.6. Teufenzeiger müssen mit vorhandenen Fahrtreglern, Teufenzeiger-Endschaltern und 
          gegebenenfalls Sohlenschaltwerken in einem zwangsläufigen Zusammenhang stehen, so
          dass beim Verstellen eines dieser Teile die anderen Teile mit verstellt werden.

          Bauteile von Teufenzeigern dürfen mit Fahrtreglern vereinigt sein.

3.5.7. An Anlagen mit zwei Fördermitteln muss die Teufenanzeige getrennt für jedes Fördermittel
          eingestellt werden können. Dies gilt bei elektrischen Teufenzeigern für die Empfängergeräte.

          Wenn an Teufenzeigern von Treibscheibenanlagen Vorrichtungen zur Korrektur des
          Seilrilleneinlaufs vorhanden sind, ist die getrennte Einstellung der Teufenanzeige nicht
          erforderlich.

          Außerdem muss an Treibscheibenanlagen die Teufenanzeige für beide Fördermittel
          gemeinsam mit einer Einrichtung nachgestellt werden können, z. B. nach Seilrutsch, Seilwandern.

          Selbsttätige Teufenzeiger-Nachstellvorrichtungen müssen in ihrem Nachstellbereich begrenzt
          sein (höchstens ± 5 m). Für diese Nachstellvorrichtungen gelten die Anforderungen nach
          Nr. 3.6.9 entsprechend.

3.5.8. Teufenzeigerkupplungen müssen gegen selbsttätiges Verstellen oder Lösen zuverlässig 
          gesichert sein.

          Bei Anlagen mit Fahrtregler (Fördermaschinen) oder mit einer vom Teufenzeiger gesteuerten
          Einfahrüberwachung muss die Teufenzeigerkupplung so überwacht sein, dass bei ausgerasteter
          Kupplung kein Treiben möglich ist.

3.5.9. Fördermaschinen und Förderhäspel müssen mit einem akustischen Warngerät, z. B. Glocke,
          versehen sein, das selbsttätig ertönt, sobald die Entfernung des Fördermittels oder Gegengewichts
          von den Endanschlägen noch etwa dem doppelten Seilträgerumfang entspricht. Für Bobinen gilt
          der Umfang bei größtem Wickeldurchmesser.

3.6. Geschwindigkeitsregelung und Geschwindigkeitsüberwachung bei Fördermaschinen

3.6.1. Fördermaschinen müssen mit einem Fahrtregler ausgerüstet sein, der nach § 5 Abs. 1 der VO
          genehmigt ist. Dieser führt und überwacht das Treiben der Fördermittel durch den Schacht.

         Abweichend von Satz 1 kann bei Abteuffördermaschinen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 6 m/s
         statt des Fahrtreglers eine Geschwindigkeitsüberwachungseinrichtung eingesetzt werden; diese
         muss mindestens nach Nr. 3.7 ausgelegt sein.


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3.6.2.1. Der Fahrtregler muss das Überschreiten der jeweils eingestellten Höchstgeschwindigkeit
             um mehr als 2 m/s verhindern.

3.6.2.2. Der Fahrtregler muss die Fördermaschine bei Seilfahrt und Güterförderung am Ende des
             Fahrweges so führen, dass bei den in der Werksbescheinigung oder dem Datenblatt festgelegten
             Verzögerungswerten die Endanschläge mit einer Fahrgeschwindigkeit von höchstens 2 m/s
             durchfahren werden können. Abweichend hiervon darf die Geschwindigkeit bis zu 4 m/s betragen,
             wenn dabei gewährleistet ist, dass nach Ansprechen eines Endschalters gemäß Nr. 3.8.11 die
             Fördermittel und Gegengewichte durch Sicherheitsbremsung zum Stillstand gebracht werden,
             ohne die Prellträger zu erreichen.

             Für Fahrtregler von Abteuffördermaschinen gelten abweichend von den Sätzen 1 und 2 die
             Nrn. 3.6.15 bis 3.6.17.

3.6.3. Der Fahrtregler muss zur Geschwindigkeitsbegrenzung auf die Energiezufuhr und erforderlichen-
          falls auf die Fahrbremse oder die elektrische Bremsung einwirken.

3.6.4. An Anlagen mit unterschiedlichen Höchstgeschwindigkeiten für Seilfahrt und Güterförderung 
          muss der Fahrtregler vom Bedienungsstand aus entsprechend umgestellt werden können. Dem
          Fördermaschinisten muss die Schaltstellung am Bedienungsstand angezeigt werden.

3.6.5. Mechanische Fahrtregler sowie die Istwertgeber von elektrischen, hydraulischen oder
          pneumatischen Fahrtreglern müssen von der Seilträgerwelle formschlüssig angetrieben werden.

3.6.6. Bauteile von Fahrtreglern und Teufenzeigern dürfen miteinander vereinigt sein.

3.6.7. Fahrtreglerkupplungen müssen entsprechend Nr. 3.5.8 ausgebildet sein und überwacht werden.

3.6.8. Fahrtregler müssen für jedes Fördermittel und Gegengewicht unabhängig voneinander eingestellt
          werden können. Dies gilt nicht für Treibscheibenanlagen, wenn Vorrichtungen zur Korrektur des
          Seilrilleneinlaufs vorhanden sind.

          Außerdem muss bei Treibscheibenanlagen der Fahrtregler für beide Fördermittel gemeinsam mit
          einer Einrichtung nachgestellt werden können.

3.6.9. Anlagen, die automatisch betrieben werden können, müssen mit einer Nachstellvorrichtung 
          ausgerüstet sein, durch die der Fahrtregler auf die wirkliche Stellung des Fördermittels oder
          Gegengewichts selbsttätig nachgestellt wird. Der Nachstellbereich muss auf ± 5 m begrenzt sein.

          Mechanische Nachstellvorrichtungen müssen so überwacht werden, dass sie

         Fahrtregler und/oder Teufenzeiger mit Impulsgebern oder elektronischer Verarbeitung der
         Messwerte müssen so überwacht werden, dass bei Zählersprüngen über 5 m die Sicherheits-
         bremse ausgelöst wird. Dies gilt auch beim Synchronisieren. Wahlweise kann elektrisch verzögert
         werden, wenn dabei mindestens die durch den Fahrtregler bewirkte Verzögerung erreicht wird;
         eine Wiederanfahrt darf erst nach Beseitigung der Störung möglich sein.

3.6.10. Es wird empfohlen, bei Fahrtreglern für Treibscheibenanlagen den Verschleiß des Treib-
            scheibenfutters zu berücksichtigen (Seileinlaufkorrektur).

3.6.11. Am Fahrtregler und am Seilträger muss mindestens je ein Drehzahl-Istwertgeber vorhanden sein;
            einer davon muss netzspannungsunabhängig sein, z. B. durch permanent erregten Tachodynamo.

3.6.12. Störungen in der Istwertbildung und der wegabhängigen Sollwertvorgabe der Geschwindigkeit
            dürfen in der Steuerung und Regelung der Fördermaschine sowie in der Überwachung nicht zu
            gefährlichen Betriebszuständen führen können.

3.6.13.1. Fahrtregler müssen mindestens mit folgenden, von der Steuerung unabhängigen, prüfbaren
               Überwachungseinrichtungen ausgerüstet sein:

  1. für die jeweils eingestellte Höchstgeschwindigkeit während der Gleichlaufperiode,
  2. für die Verzögerung am Ende des Fahrweges (kontinuierliche oder schachtabhängige
    punktweise Überwachung;
    beim Ansprechen dieser Verzögerungsüberwachungen müssen Fördermittel und Gegen-
    gewichte rechtzeitig zum Stillstand kommen, ohne in die Übertreibsicherungen einzufahren),
  3. für den Übertragungsweg vom Seilträger zum Fahrtregler.

3.6.13.2. Bei der kontinuierlichen Verzögerungsüberwachung (Hüllkurve) muss das Einsetzen dieser
               Überwachung durch einen Schachtschalter, bei unterschiedlichen Güter- und Seilfahrthöchst-
               geschwindigkeiten durch zwei, diesen Geschwindigkeiten zugeordnete Schachtschalter
               festgestellt werden.

               Unabhängig davon sind mindestens zwei Schachtschalter im beginnenden Verzögerungs-
               bereich zusätzlich vorzusehen.

               Parallel zur Überwachung nach den Sätzen 1 bis 2 müssen durch diese Schachtschalter auch
               die jeweilige Istgeschwindigkeit sowie ihre Schaltreihenfolge überwacht werden.

               Im Bereich des Fahrwegendes ist das Erreichen der minimalen Überwachungsspannung
               z. B. durch Schachtschalter, festzustellen.


TAS / Dezember 2005                                                                               Blatt 3 / 9

3.6.13.3. Bei der schachtabhängigen punktleisen Verzögerungsüberwachung ist eine ausreichende 
               Anzahl von Schachtschaltern anzubringen (siehe Nr. 3.6.13.1 Ziffer 2). Die Schachtschalter
               sind in ihrer Schaltreihenfolge zu überwachen.

               Elektronische Betriebsmittel für die Auswertung müssen zweifach (redundant) vorhanden sein.
               Hierauf kann verzichtet werden, wenn zusätzlich eine kontinuierliche Überwachung vorgesehen
               wird.

               Der Überwachungssollwert braucht nicht in Schaltstufen reduziert zu werden, wenn

  1. die Schachtschalter gemäß TAS-Nr. 3.6.13.3 überwacht werden

    und
  2. das Einsetzen dieser Überwachung bei unterschiedlichen Güterförderungs- und Seil-
    fahrthöchstgeschwindigkeiten durch zwei, diesen Geschwindigkeiten zugeordneten
    Schaltsignale festgestellt wird.

3.6.14. Bei Fahrtreglern für Treibscheiben-, Trommel- oder Bobinenfördermaschinen und Seilführung
            der Fördermittel, die mit einer kontinuierlichen und einer schachtabhängigen Überwachung 
            ausgeführt sind, braucht

3.6.15. Bei Fahrtreglern für Trommel- oder Bobinenfördermaschinen braucht abweichend von
            Nr. 3.6.13.2 und Nr. 3.6.13.3 die Überwachung der Verzögerung an den Enden des Fahrweges
            nicht schachtabhängig zu sein.

3.6.16. Der Fahrtregler von Abteuffördermaschinen muss die Fördermaschine bei Seilfahrt und
            Güterförderung an den Enden des Fahrweges mit Hilfe geeigneter Schachtschalter und
            sonstiger Einrichtungen zum Verzögern (z. B. Teufenzeigerschalter, mechanisches oder
            elektronisches Kopierwerk) so führen, dass die Antriebsmaschine stillgesetzt wird, wenn sich
            die Fördermittel einer Aufsetzmöglichkeit, z. B. Bühne, Abteufsohle, oder den geschlossenen
            Schachtklappen bis auf höchstens 3 m Abstand nähern.

            Über diese Haltepunkte hinaus und im Bereich der offenen Schachtund Kippklappen muss der
            Fahrtregler die Fahrgeschwindigkeit auf höchstens 2 m/s begrenzen.

            Mit dem Signalumschalter sind die Haltepunkte 3 m vor der Abteufsohle oder 3 m vor der
            Bühne am Fahrtregler einzuschalten. Wenn der Fördermaschinist im Verzögerungsbereich an
            den Enden des Fahrwegs anhält und die Fahrbremse auflegt, braucht das Stillsetzen durch den
            Fahrtregler in diesem Bereich nicht wirksam zu sein.

            Dafür sind entsprechende Verriegelungen zwischen Fahrtregler, Fahrbremse, Schachtschalter 
            vorzusehen.

3.6.17. Bei Bobinenfördermaschinen ist zur Fahrwegkontrolle ein Vergleich der Fahrtreglerstellung mit
            dem Seilweg auf der Seilscheibe durchzuführen; der Seilweg ist mit einem Geber an der Seil-
            scheibe zu erfassen.

3.7. Geschwindigkeitsüberwachung bei Förderhäspeln

3.7.1. Förderhäspel müssen mit einer Einrichtung versehen sein, die das Überschreiten der zulässigen 
          Höchstgeschwindigkeiten um mehr als 20 v. H. verhindert.

          Bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 2 m/s darf abweichend davon die Überschreitung bis
          zu 0,5 m/s betragen. Die Sätze 1 und 2 gelten nicht für Druckluft- und Dampfförderhäspel.

3.7.2. Förderhäspel mit Fahrgeschwindigkeiten über 2 m/s müssen eine Einrichtung besitzen, die
          gewährleistet, dass die Endanschläge mit höchstens 2 m/s durchfahren werden können. Bei
          Treibscheibenhäspeln muss die Einrichtung durch Schachtschalter ausgelöst werden.

          Die Sätze 1 und 2 gelten nicht für Druckluft- und Dampfförderhäspel.

3.7.3. Die Einrichtungen nach Nrn. 3.7.1 und 3.7.2 müssen am Seilträger oder an der Seilträgerwelle
          formschlüssig angebracht sein. Antrieb über Schnurlauf oder Reibungskupplung ist nicht zulässig.

          Abweichend von Satz 1 dürfen

3.7.4. Die Einrichtungen nach den Nrn. 3.7.1 und 3.7.2 müssen bauartmäßig zugelassen sein.
          Abweichend davon ist eine Bauartzulassung nicht erforderlich für Fliehkraftschalter und für
          Tachodynamos mit Grenzwertkontakten in Relaistechnik. Die Funktion dieser Fliehkraftschalter
          und Tachodynamos mit Grenzwertkontakten ist in Anträgen nach den § 4 der VO nachzuweisen.


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3.8. Sicherheitseinrichtungen mit Auslösung der Sicherheitsbremse oder der Fahrbremse
       
oder der Abfahrsperrung

3.8.1.1. Schachtförderanlagen (vergleiche § 1 Abs. 1 der VO) müssen zum Schutz von Personen mit
             Sicherheits- und Überwachungseinrichtungen ausgerüstet sein, die beim Ansprechen je nach
             Erfordernis

  1. die Sicherheitsbremse auslösen (Sicherheitskreis) oder
  2. die Antriebsmaschine bis auf Schleichgeschwindigkeit elektrisch verzögern und dann
    die Fahrbremse auflegen (Fahrbremskreis)
    oder
  3. ein begonnenes Treiben nicht beeinflussen, jedoch eine erneute Abfahrt verhindern
    (Abfahrsperrkreis).

             Der Fahrbremskreis ist vorwiegend für das Stillsetzen automatisch gesteuerter Antriebe
             vorgesehen (s. Nr. 5).

3.8.1.2. Alle Sicherheits- und Überwachungseinrichtungen, die die Sicherheitsbremse, die Fahrbremse
             oder die Abfahrsperrung auslösen, müssen einzeln auf ihre Wirkung revidiert werden können;
             gegebenenfalls sind Vorrichtungen zur Vortäuschung von Störungen oder Fehlern vorzusehen.

             Während der Revision dürfen Meldungen und Steuerimpulse nicht unbeabsichtigt ausgelöst 
             werden.

3.8.1.3 Ferner können bei Anlagen, die sowohl von Hand bedient als auch automatisch gesteuert
            werden die Funktionen der Sicherheits- und Überwachungseinrichtungen bautechnisch
            zusammengefasst sein; z. B.

3.8.2. Die Sicherheitsbremse muss jederzeit willkürlich von dem Fördermaschinisten oder Haspelführer
          ausgelöst werden können.

          Die Sicherheitsbremse darf nach dem Auslösen erst wieder gelüftet werden können, wenn der
          Fahrhebel in Nullstellung steht und die Fahrbremse aufliegt. Vorher darf die Energiezufuhr zur
          Antriebsmaschine nicht eingeschaltet werden können.

3.8.3. Die Sicherheitsbremse muss mindestens in folgenden Fällen ausgelöst werden:

3.8.4. Bei Fördermaschinen und Förderhäspeln mit Dampf- oder Druckluftantrieb gelten für das
          Auslösen der Sicherheitsbremse auch die Ziffern 5 und 6 von Nr. 3.8.3.

3.8.5. Zusätzlich zu den in den Nrn. 3.8.3 und 3.8.4 angeführten Fällen muss bei handbedienten
          Antriebsmaschinen entweder die Sicherheitsbremse ausgelöst werden oder das Notsignal
          ertönen, wenn


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  1. eine Überwachungseinrichtung für die Unterseilbucht anspricht,
  2. überwachte Hub- oder Klappspurlatten während des Treibens nicht geschlossen sind,
  3. überwachte Verschlüsse von Fördergefäßen bei oder unmittelbar nach Beginn des
    Treibens nicht geschlossen sind,
  4. überwachte Schwing- oder Schiebebühnen oder andere bewegliche Teile sich während
    des Treibens nicht außerhalb der Fördertrume befinden; dies gilt nicht für ortsfeste
    Überwachungsbühnen nach Nr. 9.2, wenn „Revisionsbetrieb“ eingeschaltet ist (Nr. 4.1.3).

         Für automatisch betriebene Anlagen gilt Nr. 5.4.6.

3.8.6. Weitere Auslösungen der Sicherheitsbremse, die für erforderlich gehalten werden, bleiben
           vorbehalten.

3.8.7. Sicherheitskreise

3.8.7.1. Alle Auslösungen der Sicherheitsbremse sind in einem oder mehreren eigenen Sicherheitskreisen
             zusammenzufassen. Sicherheitskreise bewirken nach ihrem Ansprechen das Stillsetzen und
             verhindern das Ingangsetzen der Antriebsmaschine.

3.8.7.2. Zu Sicherheitskreisen gehören

  1. Befehlsgeräte, z. B. Schachtschalter, Grenzwertgeber, Druckwächter;
  2. Übertragungsmittel, z. B. Kabel, Leitungen, Funkstrecken, Schläuche und Rohrleitungen;
  3. Empfänger, z. B. Relais, Tonfrequenzempfänger, Verarbeitungsgeräte;
  4. Stellglieder, z. B. Schaltgeräte, Ventile, Arbeitszylinder, Bremsmagnete.

          Sicherheitskreise können aus elektrischen, magnetischen, hydraulischen, pneumatischen und
          mechanischen Betriebsmitteln bestehen.

          Elektrische Stromkreise als Bestandteile von Sicherheitskreisen sind Sicherheitsstromkreise.

3.8.7.3. Das Wirkglied von Steuerkreisen, das als Befehlsgerät im Sicherheitskreis wirkt (Schnittstelle
             Steuerkreis/Sicherheitskreis), muss den Anforderungen an Bauteile sicherheitsgerichteter
             Schaltungen nach Nr. 3.8.7.5.1 entsprechen.

             Hydraulische und pneumatische Betriebsmittel in Sicherheitskreisen müssen sicherheitsgerichtet
             wirken, wenn sie drucklos werden.

3.8.7.4. Sicherheitsstromkreise können nach

             ausgeführt sein.

             Bei Anwendung des Arbeitsstromprinzips muss die gleiche Funktionssicherheit wie beim
             Ruhestromprinzip gewährleistet sein.

             Für elektronische Schaltungen gilt dies sinngemäß.

3.8.7.5. Sicherheitsstromkreise

3.8.7.5.1. Sicherheitsstromkreise müssen so aufgebaut werden, dass entweder ihre bestimmungs-
                gemäßen Funktionen nach Nr. 3.8.7.1 erhalten bleiben oder die Sicherheitsbremse 
                unverzüglich ausgelöst wird, wenn einer der folgenden Fehler auftritt:

  1. Versagen der Schaltkontakte von Befehlsgebern; bei zwangsläufig öffnenden Schalt-
    kontakten in Ruhestromkreisen (VDE 0660) braucht mit diesem Fehler nicht gerechnet
    zu werden;
     
  2. Nichtabfall oder Nichtanzug von elektromagnetischen Bauteilen; bei Relais nach
    VDE 0435 und Schützen nach VDE 0660 Teil 1 braucht mit diesen Fehlern nicht
    gerechnet zu werden, wenn
     
    - die Prüfspannung der Relais und Schütze um eine Stufe höher gewählt wird, als für die
       jeweilige Reihenspannung in VDE 0435 oder in VDE 0660 Teil 1 angegeben ist und
    - bei Relais der Dauerstrom und bei Schützen der Nennbetriebsstrom der Kontakte nicht
       überschritten werden kann;
     
  3. Schlüsse oder Unterbrechungen in kontaktlosen Bauteilen; mit diesen Fehlern braucht 
    nicht gerechnet zu werden, wenn die kontaktlosen Bauteile den Anforderungen nach
    DIN EN 50020/ VDE 0170/0171 Teil 7, Abschnitte 7 und 8, entsprechen und daher
    als nicht störanfällig gelten;
     
  4. Schlüsse oder Unterbrechungen im Innern von Gehäusen; folgende Fälle brauchen
    nicht berücksichtigt zu werden:
     
    - Schlüsse in Leitungen mit äußerer Umhüllung oder mit Mantel,
    - Schlüsse in sonstigen Leitungen, wenn diese Leitungen gegen Körper zusätzlich isoliert
       sind,
    - Schlüsse zwischen aktiven Teilen, Schlüsse zwischen Leiterbahnen gedruckter
       Schaltungen sowie Schlüsse zwischen aktiven Teilen und Leiterbahnen, wenn die
       Luft- und Kriechstrecken nach DIN EN 50020/VDE 0170/0171 Teil 7, Tabelle 2
       bemessen sind (in Räumen mit einer relativen Feuchte von weniger als 75 v. H. können
       die Luft- und Kriechstrecken auch nach VDE 0110, Isolationsgruppe C, bemessen
       werden.);
     
  5. Schlüsse oder Unterbrechungen in Kabeln oder Leitungen außerhalb von Gehäusen,
    z. B. Erdschluss, Leiterschluss zwischen beliebigen Leitern und Leiterbruch, mit Ausnahme
    einpoliger Erdschlüsse, wenn sie die Wirksamkeit des Sicherheitsstromkreises auch beim
    Auftreten eines weiteren Erdschlusses nicht beeinträchtigen;
     
  6. Fehlverhalten bei Spannungsausfall und -wiederkehr sowie durch Über- und Unter-
    spannungen;
     
  7. Fehlverhaften durch elektrische Beeinflussung. Mit dem gleichzeitigen Entstehen zweier
    voneinander unabhängiger Fehler braucht nicht gerechnet zu werden.

              Die Grenzwerte, bei deren Über- oder Unterschreiten mit einem Fehlverhaften nach den
              Buchstaben f) und g) zu rechnen ist, müssen vom Hersteller angegeben sein.


TAS / Dezember 2001                                                                                 Blatt 3 / 12

              Die bestimmungsgemäße Funktion eines Sicherheitsstromkreises oder eines Teils davon 
              kann auch durch andere sicherheitsgerichtete Schaltungen, z. B. redundante Schaltungen
              (Äquivalenz- oder Antivalenzschaltung), gewährleistet werden.*)

3.8.7.5.2. In sicherheitsgerichteten Schaltungen nach Nr. 3.8.7.5.1 dürfen Fehler und Redundanzverlust
                nicht unbemerkt bleiben. Wenn die bestimmungsgemäße Funktion des Sicherheitsstromkreises
                erhalten bleibt, müssen Fehler oder Redundanzverlust spätestens beim nächsten Auslösen der
                Sicherheitsbremse oder beim nächsten betriebsüblichen Schaltvorgang zu erkennen sein. Im
                letzten Fall darf ein begonnenes Treiben beendet werden; danach darf eine Wiederanfahrt
                nicht möglich sein.

3.8.7.5.3. Folgende Kombinationen von Sicherheitseinrichtungen gelten als sicherheitsgerichtet im
                Sinne des letzten Absatzes von Nr. 3.8.7.5.1:

                Für diese Sicherheitseinrichtungen gelten zusätzlich Nr. 3.8.7.5.2 und Nr. 3.8.7.13.

3.8.7.5.4. Folgende Sicherheitseinrichtungen, deren Befehlsgeräte betriebsüblich nicht betätigt werden,
                brauchen nicht doppelt vorhanden zu sein:

               Für diese Sicherheitseinrichtungen gilt zusätzlich Nr. 3.8.7.13.

3.8.7.6. Sicherheitsstromkreise müssen auf Isolationsfehler überwacht werden.

             Erdschluss ist mindestens am Bedienungsstand der Antriebsmaschine optisch anzuzeigen,
             gegebenenfalls als Sammelstörmeldung.

             Absatz 1 gilt nicht für elektronisch arbeitende Teile von Sicherheitsstromkreisen, wenn durch
             andere Maßnahmen, z. B. redundante Schaltungen, gewährleistet ist, dass Erdschlüsse nicht
             zu fehlerhaftem Betrieb führen.

3.8.7.7. Durch Magnete betätigte Schalter mit Wirkung auf den Sicherheitsstromkreis sind nur zulässig,
             wenn der Wechsel der Schalterstellungen überwacht werden kann. Zur Überwachung genügt
             das Anfahren der Schalter mit dem zugehörigen Magneten.

             Sind mehrere Magnetschalter oder Magnete nahe beieinander angebracht, muss die Zuordnung
             von Schaltern und Magneten eindeutige Informationen ergeben.

            Es wird empfohlen, Magnetschalter zu verwenden, die


TAS / Dezember 2005                                                                                     Blatt 3 / 13

            Es wird empfohlen, Magnetschalter und zugehörigen Magneten so anzubringen, dass sie nur
            aneinander vorbei und nicht aufeinander zu bewegt werden. Die zulässigen Abstände zwischen
            Schalter und Magnet dürfen nicht über- oder unterschritten werden. Magnete für Schachtend-
            schalter müssen überwacht werden, erforderlichenfalls durch einen zusätzlichen Magnetschalter
            im Verzögerungsbereich vor den Endanschlägen.

3.8.7.8. Hydraulische oder pneumatische Sicherheitskreise (Für die Auslösungen gilt Nr. 3.8.3, 
             Ziffern 1 bis 8 und 11 bis 15.) müssen mindestens folgenden Anforderungen genügen:

  1. Der zulässige Betriebsdruck darf nicht überschritten werden können; dazu müssen
    geeignete Druckbegrenzungseinrichtungen vorhanden sein.
  2. Druckabfall während des Treibens darf nicht zu gefährlichen Betriebszuständen führen
    können.
  3. Pneumatische Antriebe sind mit Wartungseinheiten, hydraulische Antriebe mit Filtern
    (max. 25 µm Maschenweite) auszurüsten. Hydraulische Antriebe dürfen ohne
    wirksames Filter nicht betrieben werden können.
  4. Bei hydrostatischen Antrieben, die zum Verzögern (Bremsen) benutzt werden, dürfen
    keine Druckstöße auftreten können, die zu ruckartigen Verzögerungen führen.
  5. Alle druckbeaufschlagten Teile müssen den auftretenden Beanspruchungen, insbesondere
    den Schwellbelastungen, gewachsen sein.
  6. Es wird empfohlen, bei Drücken über 10 bar
    - keine Schneid- oder Klemmringverschraubungen,
    - soweit möglich, Rohrleitungen statt Schlauchleitungen zu verwenden.

3.8.7.9. Mit dem Einfallen der Sicherheitsbremse muss die Energiezufuhr zur Antriebsmaschine
             selbsttätig unterbrochen werden, z. B. bei Elektroantrieben: stromlos machen.

             An Förderhäspeln mit Fallgewichtsbremse (Nr. 3.9.1.3.2) darf die Unterbrechung der Energie-
             zufuhr von der sich auflegenden Bremse bewirkt werden.

             Bei Sicherheitsbremsung muss durch geeignete Vorrichtungen gewährleistet sein, dass der
             Motor kein treibendes oder bremsendes elektrisches Moment mehr abgibt (Schaltung zum
             Abbau von eventuellen Restspannungen).

3.8.7.10. Bei Revisionen mit Auslösung der Sicherheitsbremse darf das Auflegen der Sicherheitsbremse
               überbrückt werden können, wenn eine besondere Schaltung vorhanden ist und dabei keine 
               gefährlichen Betriebszustände auftreten können.

3.8.7.11. Für Meldelampen am Bedienungsstand muss eine Lampenprüfeinrichtung vorhanden sein.

               Es wird empfohlen, bei umfangreichen Überwachungseinrichtungen eine Störungserfassung
               vorzusehen.

3.8.7.12. Sicherheitskreise müssen durch Beschreibungen und Schaltungsunterlagen, bei Verwendung
               programmierbarer Geräte auch durch die betreffenden Programme, dokumentiert sein.
               (Gegebenenfalls Kurzbeschreibung mit Funktionsplänen nach DIN EN 61082-1 bis 3 sowie
                 DIN 66001. Das Programm muss schriftlich vorliegen; das gilt auch für Änderungen.)

3.8.7.13. In die nach § 13 Abs. 1 der VO geforderten Betriebsanweisungen sind für die jeweilige Anlage
               die erforderlichen Maßnahmen zur Überwachung der Sicherheitskreise aufzunehmen. Von den
               Herstellern angegebene Maßnahmen und Überwachungsfristen sind zu berücksichtigen.

3.8.8. Fahrbremskreis

3.8.8.1. Anlagen, die automatisch gesteuert werden, müssen mit einem Fahrbremskreis ausgerüstet sein.

3.8.8.2. Alle Auslösungen für das Auflegen der Fahrbremse nach elektrischem Verzögern der Antriebs-
             maschine sind in einem besonderen Stromkreis oder in einer besonderen Funktionsgruppe,
            dem Fahrbremskreis, zusammenzufassen.

            Elektrische Stromkreise als Bestandteile von Fahrbremskreisen sind Fahrbremsstromkreise.

3.8.8.3. Der Fahrbremskreis muss nach dem Ruhestromprinzip wirken und der elektrische Teil auf
             Isolationsfehler überwacht werden; andernfalls muss der elektrische Teil den Anforderungen
             an Sicherheitsstromkreise nach Nr. 3.8.7 genügen.

             Beim Einsatz von programmierbaren elektronischen Systemen ist insbesondere Nr. 3.8.7.5.3
             zu beachten.

3.8.9. Abfahrsperrkreis

3.8.9.1. Alle Auslösungen für das Verhindern einer neuen Abfahrt nach beendetem Treiben und
             nach Auflegen der Fahrbremse sind in einem besonderen Stromkreis oder in einer
             besonderen Funktionsgruppe, dem Abfahrsperrkreis, zusammenzufassen. Dieser Abfahr-
             sperrkreis muss das Durchschalten eines Abfahrimpulses und das Lüften der Fahrbremse
             verhindern.

3.8.9.2. Der Abfahrsperrkreis muss nach dem Ruhestromprinzip wirken und der elektrische Teil
             auf Isolationsfehler überwacht werden, andernfalls muss er den Anforderungen an Sicher-
             heitsstromkreise nach Nr. 3.8.7 genügen.

             Elektrische Stromkreise als Bestandteile von Abfahrsperrkreisen sind Abfahrsperrstromkreise.

             Beim Einsatz von programmierbaren elektronischen Systemen ist insbesondere Nr. 3.8.7.5.3
             zu beachten.


TAS / Dezember 2000 Blatt 3 / 14

3.8.10. Allgemeine Anforderungen an Busübertragungssysteme für Sicherheits-, Fahrbrems- und
            Abfahrsperrkreise sowie Notsignalanlagen

3.8.10.1.1. Für den wechselseitigen Austausch zwischen mehreren programmierbaren elektronischen
                  Systemen, können auch leitungsgebundene elektronische Datenübertragungssysteme mit
                  zugehörigen wenig-adrigen Schachtkabeln, z. B. Feldbus, eingesetzt werden.

3.8.10.1.2. Mit zentralen programmierbaren elektronischen Systemen aufgebaute Schachtüberwachungs-
                  und -signalanlagen bzw. automatische Antriebssteuerungen, die mit viel-adrigen Kabeln
                  wirken, werden dementsprechend nicht als Anlagen mit Busübertragung (Feldbus) bezeichnet,
                  auch wenn die Systeme an der Antriebsmaschine serielle oder parallele Busübertragungs-
                  systeme besitzen, die z. B. ein- oder zweikanalige Systeme signaltechnisch koppeln, für die
                  Visualisierung oder Fernübertragung von Anlagenzuständen oder für den örtlich begrenzten
                  Datenaustausch zwischen dem Fahrtregler, der Maschinensteuerung der Bremseinrichtung
                  o. ä. vorgesehen sind.

3.8.10.1.3. Sind andere Busübertragungssysteme untrennbar, funktionell oder bautechnisch sowie für
                  den Betrieb der programmierbaren elektronischen Systeme einer Schachtüberwachungs-
                  und -signalanlage oder automatischen Antriebssteuerung erforderlich, so werden diese als
                  deren feste Bestandteile angesehen.

3.8.10.1.4. Zusammengehörende Schnittstellen bzw. Busübertragungssysteme und die zugehörigen
                  Kabel bzw. Leitungen zwischen programmierbaren elektronischen Systemen oder sonstigen
                  Einrichtungen, Baugruppen oder Geräten sind deutlich und eindeutig zu kennzeichnen, so
                  dass deren Verwendungszwecke und ggf. Vertauschungen erkennbar sind.

3.8.10.1.5. Die Übertragungskabel und -leitungen der Busübertragungssysteme sind insbesondere
                  außerhalb von Gehäusen so zu verlegen, dass elektromagnetische oder hochfrequente
                  Beeinflussungen keine gefährlichen Betriebszustände bewirken.

3.8.10.1.6. Die Übertragungskabel und -leitungen sowie die Steckverbinder von funktionsredundanten
                  homogenen Busübertragungssystemen sind so auszuführen und zu verlegen, dass bei einem
                  Fehler (Leitungskurzschluss) oder Fehler in den Steckverbindern bzw. Muffen die Unab-
                  hängigkeit der beiden Systeme nicht aufgehoben wird und ggf. unbemerkt bleibt.

3.8.10.2. Busübertragungssysteme von Schachtüberwachungs- und -signalanlagen oder automatischen
               Antriebssteuerungen, die Meldungen oder Signale für das Auslösen der zugehörigen
               Sicherheits- und Überwachungskreise (Notsignalanlage, Abfahrsperr-, Fahrbremskreis)
               übertragen, müssen den Anforderungen an Sicherheitsstromkreise gemäß Nr. 3.8.7 genügen.

3.8.10.3. Das Ansprechen von Überwachungseinrichtungen bzw. -funktionen der Busübertragungs-
               systeme darf nicht unbemerkt bleiben und muss mindestens auf einen der Sicherheits- und
               Überwachungskreise der Förderanlage wirken.

               Das Wiederanfahren der Anlage nach dem Ansprechen von systeminternen Überwachungs-
               einrichtungen bzw. -funktionen der Busübertragungssysteme darf erst nach Beseitigung der
               Störung und nach Quittierung möglich sein.

3.8.10.4. Die sicherheitlich bedeutsamen Busübertragungssysteme einer Förderanlage dürfen nur als
               unabhängige und unbeeinflussbare Insel-Systeme betrieben werden und keine signal- und
               bautechnischen Verbindungen mit Bussystemen besitzen, die außerhalb der Schachtförder-
               anlage wirken.

               Dies gilt auch für interne und externe Buseinrichtungen der zentralen und dezentralen
               sicherheitsrelevanten programmierbaren elektronischen Systeme einer Schachtförderanlage.

3.8.10.5. Mit Busübertragungssystemen aufgebaute Schachtüberwachungs- und -signalanlagen sowie
               automatische Antriebssteuerungen dürfen nur mit Schnittstellen für die Visualisierung von
               Anlagenzuständen oder die Übertragung von Betriebs- oder Störmeldungen ausgerüstet sein.

               Beim Betrieb der Schachtförderanlage dürfen keine Geräte angeschlossen sein, mit denen
               Ferneingriffe in den Steuerungsablauf, in die Sicherheits- und Überwachungskreise sowie
               Änderungen der Software möglich sind.

3.8.10.6. Bei sicherheitlich relevanten Busübertragungssystemen darf ein zufällig auftretender Fehler
               nicht zu gefährlichen Betriebszuständen führen; z. B. zum Verlust der Abschaltfähigkeit der 
               Sicherheits- und Überwachungseinrichtungen, zu ungewollten Bewegungen des Seilträgers,
               zum Abfahren der gesperrten Antriebsmaschine.

3.8.10.7. Einfachfehler in Busübertragungssystemen, die auch auf die Ansteuerung der Fahrbremse
               oder der Sicherheitsbremse wirken, dürfen während des Treibens nicht zum ungewollten 
              Aufbau einer Bremskraft führen, die eine unzulässige Bremsverzögerung bewirkt (s. Nr. 3.9.5.4).

3.8.10.8. Störungen in der Busübertragung der Fahrbremsensteuerung dürfen die Auslösung der
               Sicherheitsbremse nicht unwirksam machen (s. Nr. 3.9.5.4 und Nr. 3.4.12.7).

3.8.10.9. An Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s müssen Busübertragungen so ausgelegt
               sein, dass die Anforderungen gemäß Nr. 3.9.5.7 erfüllt werden; d. h. die Ansprechzeit
               zwischen Ansprechen der Sicherheitseinrichtung bis zum Anlegen der Bremsbacken muss
               unter 0,2 s liegen.


TAS/ Dezember 2000 Blatt 3 / 15

3.8.10.10. Der Verlust der Reaktionsfähigkeit (Hängenbleiben oder Stillstand) von sicherheitlich
                 relevanten Busübertragungssystemen darf nicht unbemerkt bleiben und nicht erst durch
                 Redundanzüberwachungen erkannt werden.

                 Beim Verlust der Reaktionsfähigkeit müssen die bestimmungsgemäßen Sicherheits-
                 funktionen des Sicherheits- und Überwachungskreises ausgelöst werden.

3.8.10.11. Sicherheitlich relevante Busübertragungssysteme müssen mindestens eine Hammingdistanz
                  (Hd) von 4 und klar definierte Prozeduren, Datenrahmen und Dateninhalte besitzen.

3.8.10.12. Werden sicherheitlich relevante Busübertragungssysteme mit unterschiedlichen
                  Bearbeitungs-Prioritäten ausgeführt, so müssen diese klar definiert sein.

                  Bei systeminternen und -externen Busübertragungssystemen von Schachtüberwachungs-
                  und -signalanlagen oder automatischen Antriebssteuerungen müssen die Meldungen oder
                  Signale für das Auslösen der zugehörigen Sicherheits- und Überwachungskreise
                  (Notsignalanlage, Abfahrsperr- und Fahrbremskreis) zumindest mit jeweils höchster
                  Priorität und möglichst interruptfrei übertragen werden (s. Nr. 3.8.7 oder Nr. 3.8,8
                  bzw. Nr. 3.8.9).

3.8.10.13. Funktionsredundante bau- und wirkungsgleiche (homogene) Busübertragungssysteme
                 sind mit unterschiedlichen Prozeduren in der Anwendersoftware oder mit zeitlich
                 voneinander abweichenden Zyklen (asynchrone Datenübertragung) auszuführen und 
                 zu betreiben.

3.8.10.14. In den Anwenderprogrammen der zugehörigen programmierbaren elektronischen Systeme
                 sind die für die Datenübertragung bzw. den Datenaustausch verwendeten Softwareteile,
                 z. B. Datenwörter, Telegramme, deutlich und eindeutig zu kennzeichnen.

3.8.10.15. Weiterhin sind die jeweils ggf. festgelegten und auch eingestellten (implementierten) 
                 Parameter der Datenübertragung zu dokumentieren, bei denen die Übertragung sicher
                 funktioniert; z. B. Prioritäten, Übertragungsformate, Datenrahmen, Übertragungs-
                 geschwindigkeit.

3.8.10.16. Bei vernetzten programmierbaren elektronischen Systemen müssen Adressfehler oder
                 das Vorhandensein mehrerer gleichartiger Adressen erkannt werden.

                 Bei Feststellung gleichartiger Adressen müssen die bestimmungsgemäßen Sicherheits-
                 funktionen des Sicherheits- und Überwachungskreises ausgelöst werden.

3.8.10.17. Die Anwesenheit bzw. die Funktionsfähigkeit der über Adressen angeschlossenen
                 Baugruppen muss zyklisch überwacht werden.

                 Beim Ansprechen dieser Überwachung müssen die bestimmungsgemäßen Sicherheits-
                 funktionen des Sicherheits- und Überwachungskreises ausgelöst werden.

3.8.10.18. Durch geeignete Maßnahmen in der Anwendersoftware muss eine Busüberlastung, die
                 zu unerwünschten langen Reaktionszeiten führt, vermieden werden.

3.8.10.19. Die maximal zulässige Reaktionszeit des Busübertragungssystems muss mit Wirkung auf
                 den Fahrbrems- oder Sicherheitskreis überwacht werden, z. B. durch Watch-Dog-
                 Schaltungen oder -funktionen.

                 Beim Ansprechen dieser Überwachung müssen die bestimmungsgemäßen Sicherheits-
                 funktionen des Sicherheits- und Überwachungskreises ausgelöst werden.

3.8.11. Endschalter

3.8.11.1. Endschalter müssen vorhanden sein:

               Der untere Schachtendschalter darf bei eintrümigen Anlagen entfallen, wenn das Fördermittel
               am unteren Anschlag betriebsmäßig aufgesetzt wird, z. B. beim Abteufen.

              An Anlagen mit Dampf- oder Druckluftantrieb darf auf elektrische Schachtendschalter
              verzichtet werden.

              Anlagen mit einem elektronischen Fahrtregler oder einem elektronischen Teufenzeiger brauchen
              nicht mit Fahrtregler- oder Teufenzeigerendschaltern ausgerüstet zu sein, wenn statt dessen ein
              Schachtschalter zum Synchronisieren des Fahrtreglers oder Teufenzeigers auf die Fördermittel-
              stellung vorhanden ist.

3.8.11.2. Endschalter müssen nach dem Übertreiben der Fördermittel und Gegengewichte überbrückt
               werden können. Die Überbrückung muss selbsttätig aufgehoben werden, sobald das Förder-
              mittel oder Gegengewicht aus dem Endschalterbereich zurückgefahren ist. Die Überbrückung
              elektrischer Endschalter muss am Bedienungsstand optisch angezeigt werden.

             Es wird empfohlen, die Steuerung so einzurichten, dass nach Ansprechen des letzten Schacht-
             endschalters nur in Gegenrichtung wieder angefahren werden kann.

3.8.11.3. An Bobinenförderanlagen dürfen anstelle von Teufenzeiger- oder Fahrtreglerendschaltern
               zusätzliche Schachtendschalter eingebaut sein; diese müssen gegen den vorhandenen (ersten)
               Schachtendschalter in der Höhe versetzt sein.


TAS/ Dezember 2005                                                                              Blatt 3 / 15a

3.8.12. Hängseilüberwachung

3.8.12.1. Trommel- und Bobinenförderanlagen - außer beim Abteufen - müssen mit einer geeigneten
               Hängseilüberwachungseinrichtung ausgerüstet sein, die über den gesamten Fahrweg das
               Hängenbleiben des Fördermittels erkennt.

               Das gilt auch für Treibscheibenförderanlagen.

3.8.12.2. Bei handbedienten Antriebsmaschinen muss nach dem Ansprechen der Überwachungs-
               einrichtung das Notsignal oder die Sicherheitsbremse ausgelöst werden.

              Für automatische Anlagen gelten die Nrn. 5.4.3 und 5.4.6 Nr. 7.

3.8.12.3. Nach dem Ansprechen der Überwachung muss eine Wiederanfahrt in Aufwärtsrichtung
               möglich sein.

3.8.12.4. Bei Treibscheibenförderanlagen kann zur Überwachung eines hängengebliebenen Fördermittels
               auch die Führungsholzüberwachung nach Nr. 2.2.2.2 verwendet werden. Dabei darf der
               Abstand zwischen Unterseilbucht und Führungsholz nicht größer als 1,50 m sein.

3.9. Bremseinrichtungen

3.9.1. Allgemeine Anforderungen

3.9.1.1. Fördermaschinen und Förderhäspel müssen mindestens mit zwei Bremseinrichtungen
             ausgerüstet sein. Eine Bremse muss als Sicherheitsbremse unmittelbar auf den Seilträger wirken.

             Die Bremsen müssen Backenbremsen sein, die als Trommelbremsen radial oder als Scheiben-
             bremsen axial wirken können.

3.9.1.2. Bremseinrichtungen bestehen aus:

           Mehrere Bremskrafterzeuger gleicher Bauart in einer Bremseinrichtung können mit einer
           gemeinsamen Betätigungs- und Steuereinrichtung ausgerüstet sein.

          Bremskrafterzeuger mit Betätigungs- und Steuereinrichtungen bilden zusammen den Brems-
          apparat.

3.9.1.3.1. Die Bauart der Bremsapparate muss nach § 5 Abs. 1 der VO zugelassen sein. Mehrere
                Bremskrafterzeuger mit Bremslüftgeräten in einer Bremseinrichtung gelten als Bremsapparat.

3.9.1.3.2. Abweichend von Nr. 3.9.1.3.1 bedürfen die Bremsapparate bei Bremseinrichtungen mit nicht
                regelbarer Fahrbremse und getrennt angeordneter Sicherheitsbremse keiner Bauartzulassung,
                wenn die Bremskräfte durch Gewicht oder Federn erzeugt werden.

                Dies gilt auch für Bremsapparate, bei denen die Fahrbremse durch Hand- oder Fußhebel oder
                durch Lüftzylinder gelüftet wird. Bremseinrichtungen nach den Sätzen 1 und 2 dürfen nur an
                Förderhäspeln mit Fahrgeschwindigkeiten bis 2 m/s eingebaut werden.

3.9.1.4. An jedem Bremsapparat muss ein Leistungsschild mit den in der Bauartzulassung geforderten
             Angaben angebracht sein.

3.9.1.5. Bei Gestängebremsen wirkt der Bremsapparat nach Nr. 3.9.1.2 über das Gestänge auf die
             Bremsbacken, die die Bremskraft auf Bremsflächen übertragen.

             Gestängebremsen müssen aus Fahrbremse und Sicherheitsbremse bestehen, die entweder
             voneinander getrennt oder in einzelnen Bauteilen miteinander vereinigt sein können. Fahr- und
             Sicherheitsbremse dürfen nur soweit vereinigt sein, dass die Förderanlage bei Störungen an der
             Steuerung der Fahrbremse oder bei Bruch einer Zugstange noch durch die Sicherheitsbremse
            stillgesetzt werden kann.

3.9.1.6. Bei gestängelosen Scheibenbremsen übertragen einander gegenüberliegende Bremskraft-
             erzeuger (Bremskrafterzeugerpaare) die Bremskräfte unmittelbar auf die Bremsflächen.
             Dabei wird durch getrennte Steuerungen Fahrbremsung oder Sicherheitsbremsung bewirkt.

             Die Bremskräfte dürfen in beiden Fällen durch dieselben Federn erzeugt werden.

3.9.1.7. Die Bremskraft der Sicherheitsbremse muss mit der gespeicherten Kraft von Gewichten oder
             Federn erzeugt werden. Beim Auslösen soll die Massenwirkung durch ein absinkendes Brems-
             gewicht gering bleiben.

3.9.1.8. An allen Bremseinrichtungen mit Bremsgewichten muss ausreichend freier Raum unter und
             neben den Gewichten vorhanden sein.

3.9.1.9. An Förderhäspeln ohne Drehzahlregelung mit Zweihebelsteuerung muss sich die Fahrbremse
             selbsttätig schließen, wenn der Fahrbremshebel losgelassen wird.

             An Förderhäspeln mit Drehzahlregelung und Zweihebelsteuerung muss beim Loslassen eines
             Hebels das Stillsetzen der Antriebsmaschine selbsttätig erfolgen und nach Stillstand die
             Fahrbremse sich auflegen.

            An Förderhäspeln mit Einhebelsteuerung gelten die Sätze 1 und 2 entsprechend.

            Für automatisch betriebene Anlagen gilt Nr. 5.2.7 Satz 1; für hydraulische Antriebe Nr. 3.2.4.1.


TAS / Dezember 2005                                                                                 Blatt 3 / 15b

3.9.1.10. Nach dem Auslösen der Sicherheitsbremse muss die Fahrbremse weiterhin funktionsfähig
               bleiben. Dies gilt nicht bei Energieausfall.

             Ist die Fahrbremskraft beim Auslösen der Sicherheitsbremse bereits größer als die Sicherheits-
             bremskraft, so muss die größere Fahrbremskraft erhalten bleiben.

3.9.1.11. Die Sicherheitsbremse darf nur gelöst werden können, wenn die Fahrbremse aufliegt.

3.9.2. Anordnung der Bremsen

3.9.2.1. Gestängebremsen können wie folgt angeordnet sein:

3.9.2.2. Fördermaschinen und Förderhäspel mit Gestängebremsen müssen zwei Bremsbackenpaare
            mit je einer Zugstange besitzen; sie müssen auf zwei voneinander getrennte Bremsflächen wirken.

3.9.2.3. Bei Anlagen mit zwei Trommeln oder zwei Bobinen genügt je Trommel oder Bobine ein
             Bremsbackenpaar. Mindestens die Sicherheitsbremse muss unmittelbar auf beide Seilträger
             wirken.

3.9.2.4. Gestängelose Bremsen müssen aus mindestens zwei Bremskrafterzeugerpaaren bestehen.
             Die im Einzelfall erforderliche Anzahl ergibt sich unter Berücksichtigung der betriebsüblichen
             Überlast aus der Bremsberechnung.

3.9.3. Ausführung der Bremseinrichtungen

3.9.3.1. Teile von Bremseinrichtungen, die Bremskräfte übertragen (außer Gehäuse, Federn und Kolben),
             müssen aus Normwerkstoffen mindestens der Güte R St 37-2 (DIN EN 10025) bestehen,
             Bolzen mindestens aus Werkstoffen der Güte C 35 (DIN EN 10083-1 und 2).

             Vergütete oder legierte Stähle sind zulässig, soweit sie in Bezug auf Kerbschlagzähigkeit und
             Reinheitsgrad gleichwertig sind.

3.9.3.2. Falls Zug-, Druck- und Gewichtshaltestangen im Bremsgestänge ein Gewinde haben, muss
             dies ein Rundgewinde nach DIN 20400 sein.

             Der Übergang vom vollen Stangenquerschnitt zum Gewinde muss mit einem feingeschlichteten
             ausreichenden Freischnitt hergestellt werden.

3.9.3.3. Gewichtsplatten müssen so gehalten und geführt werden, dass Gewinde an den Haltestangen
             nicht auf Biegung beansprucht werden.

3.9.3.4. Lager und Gelenke im Bremsgestänge müssen mit Verschleißbuchsen (in besonderen Fällen
             empfiehlt es sich, Bolzenlager mit Kugelgelenkschalen auszurüsten.) ausgerüstet sein.

             Die Flächenpressung soll 3000 N/cm2 nicht überschreiten. Für Anlagen mit Fahrgeschwindig-
             keiten über 4 m/s ist die Flächenpressung rechnerisch nachzuweisen (Nrn. 3.13.4 bis 3.13.8).

3.9.3.5. Bolzen, Keile, Schraubverbindungen und Hebel müssen gegen unbeabsichtigtes Lösen
             gesichert sein, sofern sie nicht selbsthemmend sind. Bei dynamisch beanspruchten Teilen
             sind Federringe unzulässig.

3.9.3.6. Schweißungen an Bremszugstangen sind im Einzelfall zulässig, wenn Werkstoffe, Schweiß-
             verfahren und Prüfverfahren vorher mit dem Oberbergamt abgestimmt worden sind. (Hierfür
             ist außerdem eine Ausnahmebewilligung von § 35 Abs. 2 der VO zu beantragen.)

             Für Schweißarbeiten an anderen Teilen von Bremseinrichtungen gilt Nr. 3.1.10.

3.9.3.7. Nietverbindungen im Bremsgestänge dürfen nicht mit Versenknieten ausgeführt sein.

3.9.3.8. Wird die Bremskraft durch Federn erzeugt, dürfen nur Druckfedern vorhanden sein. Diese
             müssen gegen unzulässiges Ausknicken, auch bei Federbruch, gesichert sein. Die Federkraft
             ist nachzuweisen, z. B. durch eine Federkennlinie.

3.9.3.9. Bei Scheibenbremsapparaten dürfen Schubkräfte nicht auf Druckkolben übertragen
             werden können.

3.9.3.10. Druckrohre und Druckschläuche von Bremsapparaten, die mit Hydraulikflüssigkeit
               betrieben werden, müssen so angeordnet oder verkleidet sein, dass bei Undichtigkeit
               keine Flüssigkeit auf die Bremsfläche gelangen kann. An jedem Scheibenbremselement
               muss das Lecköl abgeführt werden können.

3.9.3.11. Das Hydrauliksystem muss entlüftet werden können.

3.9.3.12. Im Steinkohlenbergbau untertage müssen Bremsapparate so ausgelegt sein, dass von
              der zuständigen Behörde zugelassene Hydraulikflüssigkeiten eingesetzt werden können.

3.9.3.13. Bremsbeläge sind so auszulegen, dass mindestens zwei kurz aufeinander folgende
               Sicherheitsbremsungen beim Einhängen, der betriebsüblichen Überlast (vergleiche
               § 2 Abs. 5 der VO) mit Höchstgeschwindigkeit nicht zu einer Zerstörung der Brems-
               beläge oder einer anderen unzulässigen Beeinträchtigung der Bremswirkung führen
               (vergleiche Nr. 3.3.3).

3.9.3.14. Bremsbeläge und deren Befestigung müssen an Anlagen untertage aus schwer
               entflammbaren Werkstoffen bestehen.

3.9.3.15. Bremskränze oder Bremsscheiben sind gegen Seilschmiere zu schützen.

3.9.3.16. Bremsscheiben sind zum Schutze gegen unzulässige Verformung zu überwachen.
               Unzulässig sind Verformungen, die zu einem Schleifen an den gelüfteten Bremsbelägen
               führen. Hierzu wird z. B. eine Strahlungswärme-Überwachung an den Stirnflächen
               empfohlen.

               Für Trommelbremsen wird eine Durchmesser-Ausdehnungsüberwachung der
               Bremskränze, z. B. durch Näherungsschalter, zum Schutz gegen unzulässige
               Erwärmung empfohlen.


TAS / Dezember 2000                                                                      Blatt 3 / 15c

3.9.3.17. Fußlager von Bremsbackenträgern müssen ausgebaut werden können und leicht
               zugänglich sein. Fußlager und Fußlagerschrauben müssen gegen Korrosion
               geschützt sein.

3.9.3.18. Lager und Gelenke von Bremseinrichtungen müssen wartungsfrei sein oder
               geschmiert werden können.

3.9.4. Mechanische Festigkeit von Bremseinrichtungen

3.9.4.1. Die Bremseinrichtung muss einer Belastung durch die in den einzelnen Teilen jeweils
             auftretende größte statische Kraft mit mindestens 3-facher Sicherheit - bezogen auf
             die Streckgrenze - standhalten können.

            Wenn sich die Bremskräfte von vereinigten Fahr- und Sicherheitsbremsen addieren können,
             müssen die Teile, auf die die summierte Bremskraft wirkt, eine - bezogen auf die
             Streckgrenze - mindestens 2-fache Sicherheit gegenüber der summierten Bremskraft
             aufweisen; zusätzlich gilt Satz 1 für die Teile, auf die die stärkere Bremse wirkt.

3.9.4.2. Die Ankerschrauben der Fußlager von Bremsbackenträgern und der Träger von
             Scheibenbremsapparaten müssen - bezogen auf die Streckgrenze - eine mindestens
             5-fache Sicherheit gegenüber der größten hier auftretenden Zugkraft besitzen. Bei
             Addition der Bremskräfte gemäß Nr. 3.9.4.1 ist mindestens eine 3-fache Sicherheit
             - bezogen auf die Streckgrenze - einzuhalten.

             Wenn Vorrichtungen vorhanden sind, die Scherkräfte von den Ankerschrauben
             fernhalten, z. B. Rahmen, Zuglaschen, genügen für die Ankerschrauben auch die in
             Nr. 3.9.4.1 genannten Sicherheiten.

3.9.4.3. Die Flächenpressung zwischen Bremsbelag und Bremsfläche soll bei Backenbremsen
             (Bei Drehstromfördermaschinen ohne elektrische Bremsung ist die Erwärmung der
              Bremsflächen durch die Wirkung des Fahrtreglers gegebenenfalls besonders zu
              berücksichtigen.) 80 N/cm2 und bei Scheibenbremsen 150 N/cm2 nicht überschreiten.

3.9.4.4. Die Anforderungen nach Nrn. 3.9.4.1 bis 3.9.4.3 sind für Bremseinrichtungen von
             Fördermaschinen rechnerisch nachzuweisen; bei Förderhäspeln ist in der Werks-
             bescheinigung zu bestätigen, dass die Anforderungen erfüllt sind.

3.9.5. Steuerung der Bremseinrichtungen

3.9.5.1. Die Fahrbremse von Fördermaschinen sowie von Förderhäspeln mit Fahrgeschwindig-
             keiten über 2 m/s muss derart regelbar sein, dass bei bestimmten Bremshebelauslagen
             stets die gleichen Bremskräfte wirksam werden.

3.9.5.2. Abweichend von Nr. 3.9.5.1 braucht die Fahrbremse nicht regelbar zu sein

3.9.5.3. Bei elektropneumatisch oder elektrohydraulisch gesteuerten Fahrbremsen muss sich bei
             einem Spannungsausfall selbsttätig ein Fahrbremsdruck einstellen, der dem Bremsdruck
             der Sicherheitsbremse entspricht; falls dies nicht geschieht, muss die Sicherheitsbremse
             ausgelöst werden.

3.9.5.4. Störungen am Bremsdruckgeber oder am Regler der Fahrbremse dürfen die Sicherheits-
             bremse nicht unwirksam machen können.

             Einfachfehler in der Ansteuerung der Fahrbremse oder Sicherheitsbremse dürfen während
             des Treibens nicht zum ungewollten Aufbau einer Bremskraft führen, die unzulässige
             Bremsverzögerungen bewirkt.

3.9.5.5. An pneumatisch betätigten Fahrbremsen darf der Bremsdruck den rechnerischen
             Mindestdruck um höchstens 50 v. H. überschreiten können.

3.9.5.6. An Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 4 m/s muss die Sicherheitsbremse so 
             eingerichtet sein, dass sie schnell eingreift und die Massenwirkung durch ein
             absinkendes Bremsgewicht gering bleibt.

3.9.5.7. An Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s muss die Steuerung der Sicherheits-
             bremse so ausgelegt sein, dass die Ansprechzeit (Zeit vom Auslösen der Bremse bis
             zum Anlegen der Bremsbacken) unter 0,2 s liegt und die anschließende Schwellzeit
             (Zeit bis zum Erreichen der vollen Bremskraft der Sicherheitsbremse) zwischen 0,3 s
              und 0,5 s beträgt.

              Eine Verlängerung der Schwellzeit bis 1,0 s kann toleriert werden. In diesem Fall ist
              eine mögliche Verlängerung der Bremswege bei den Festlegungen nach den
              Nrn. 3.6.2.2 Satz 2 sowie 3.6.13.1 Ziffer 2 und 3.6.13.3 zu berücksichtigen;
              unbeschadet dessen gilt Nr. 3.9.7.2.1.

              Die o. g. Ansprechzeiten gelten auch für fernbediente Fördermaschinen nach den
              Nrn. 3.4.10 oder 3.4.11. Bei jedem Bedienungsstand bzw. bei den Einrichtungen für
              die eingeschränkte Handsteuerung sind Übertragungszeiten der Signale zum Auslösen
              der Bremse als Bestandteile der Ansprechzeit anzusehen.


TAS / Dezember 2005                                                                          Blatt 3 / 15d

3.9.5.8. Wenn die Sicherheitsbremse nach ihrer Auslösung während des ganzen Bremsvorgangs
              mit einer Teilbremskraft wirkt, müssen nachStillstand des Seilträgers das Bremsgewicht
              oder die Federn der Sicherheitsbremse die Bremskraft übernehmen (Wirkung als
              Haltebremse).

3.9.5.9. Elektropneumatische und elektrohydraulische Auslöseventile der Sicherheitsbremse
             müssen doppelt vorhanden, voneinander unabhängig und so geschaltet sein, dass auch 
            bei Ausfall eines Ventils oder einer Ventilansteuerung die Sicherheitsbremsung gewährleistet
             ist.

             Der Ausfall bereits eines Ventils muss beim Auflegen oder Lüften der Sicherheitsbremse am
             Bedienungsstand angezeigt werden (gegebenenfalls genügt eine indirekte Anzeige), das
             Lüften der Sicherheitsbremse muss dann verhindert sein. Die Ventilspulen und ihre
             Schaltungen müssen den Anforderungen an Sicherheitsstromkreise entsprechen.

3.9.5.10. Bei der Sicherheitsbremsung darf die Bremskraft umstellbar und/oder regelbar sein,
               um die zulässigen Verzögerungen einzuhalten.

3.9.5.11. Sind mehrere Bremsapparate vorhanden, muss die Bremskraft in allen Bremsapparaten
                möglichst gleichmäßig aufgebaut werden (Ausgleich von Unsymmetrien).

3.9.5.12. Bei Bremsapparaten für Hydraulikbremsen ohne Druckspeicher muss beim Auslösen
               der Sicherheitsbremse die Energiezufuhr zum Lüften der Bremse, d. h. zum Pumpenmotor,
               selbsttätig abgeschaltet werden.

3.9.6. Besondere Vorrichtungen

3.9.6.1. Die äußerste betriebssichere Stellung der Bremsbacken, die mit Rücksicht auf den
             Verschleiß des Bremsbelages und die Bauart der Bremseinrichtung zulässig ist, muss 
             angezeigt werden. Es wird empfohlen, den Bremsbackenverschleiß selbsttätig zu überwachen.

            Bei ferngesteuerten Fördermaschinen/-häspeln muss zusätzlich eine optische und akustische
            Meldung am Bedienungsstand erfolgen. Bei automatisch betriebenen Anlagen muss die
            nächste Abfahrt gesperrt werden (Nr. 5.4.7 Ziffer 7).

3.9.6.2. Bei Scheibenbremsen müssen Verschleiß des Bremsbelages und Lüftweg an jedem Brems-
             krafterzeuger überwacht werden. An handgesteuerten Anlagen muss das Ansprechen der
             Verschleißüberwachung am Bedienungsstand gemeldet werden, für automatisch betriebene
             Anlagen gilt Nr. 5.4.7 Ziffer 7. Beim Ansprechen der Lüftwegüberwachung muss die
             Sicherheitsbremse ausgelöst werden (Nr. 3.8.3 Ziffer 2).

3.9.6.3. Bremsapparate, in denen die Bremskraft durch Druckluft, Hydraulikflüssigkeit oder Dampf
             erzeugt wird, müssen mit einem Druckmesser ausgerüstet sein, der den Druck im Brems-
             zylinder anzeigt.

3.9.6.4. Dampfbetriebene Bremseinrichtungen müssen mit einer Entwässerungseinrichtung versehen
             sein.

             Druckluftbetriebene Bremseinrichtungen müssen mit einer Wartungseinheit (Wasserabscheider,
             Staubabscheider, gegebenenfalls Öler) ausgerüstet sein. Für die Steuerluft sind Feinstaubfilter
             vorzusehen, möglichst mit Verschmutzungsanzeige.

            Mit Hydraulikflüssigkeit betriebene Bremseinrichtungen müssen Entlüftungsvorrichtungen
            haben und mit Filtern ausgerüstet sein, möglichst mit Verschmutzungsanzeige. Es wird 
            empfohlen, die Maschenweite der Filter unter 25 µm zu wählen.

3.9.6.5. An Bremseinrichtungen von Fördermaschinen müssen zu Messzwecken Anschlüsse für
             Eichmanometer und Druckgeber vorhanden sein.

             An Bremseinrichtungen mit Federn als Bremskrafterzeuger muss die Federkraft nachweisbar
             sein.

3.9.6.6. An Bremsapparaten müssen zur Überwachung des Schließzustandes der Fahrbremse
             geeignete Vorrichtungen angebracht werden können, z. B. bei Fernsteuerung oder
             automatischer Steuerung.

3.9.6.7. Fördermaschinen/-häspel müssen mit einer Fahrbremsüberwachung ausgerüstet sein, die
             die Sicherheitsbremse auslöst, wenn die Fahrbremse nicht ordnungsgemäß gelüftet oder
             aufgelegt wird.

3.9.7. Bremswirkungen

3.9.7.1. Fahrbremse und Sicherheitsbremse müssen jede für sich die statische Belastung durch die
             betriebsübliche Überlast bei der Seilfahrt und der Güterförderung im Stillstand mit mindestens
             3-facher Sicherheit halten. Die betriebsübliche Überlast ergibt sich aus der Bremsberechnung.
             Bei Schwertransporten, die die betriebsübliche Überlast überschreiten, ist gegebenenfalls
             eine besondere Nachrechnung erforderlich, vergleiche § 20 der VO.

3.9.7.2.1. An Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s muss beim Einhängen der betriebs-
                üblichen Überlast eine Verzögerung durch die Fahrbremse von mindestens 2 m/s 2
                gewährleistet sein.

               Durch die Sicherheitsbremse muss unter den gleichen Verhältnissen eine Verzögerung von
               mindestens 1,2 m/s 2 und höchstens 2,5 m/s 2 erreicht werden.

               Bei Treibscheibenanlagen soll die durch die Sicherheitsbremse bewirkte Verzögerung beim
               Einhängen wenigstens 10 v. H. unter der Verzögerung liegen, bei der rechnerisch Seilrutsch
               eintritt.

               Bei Anlagen mit Bobinen oder Trommeln mit mehr als 2 Seillagen darf die Verzögerung
               abweichend von Satz 2 höchstens 4 m/s 2 betragen.

3.9.7.2.2. Für Treibscheibenanlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s ist eine Berechnung der 
                Seilrutschgrenze erforderlich. Die Seilrutschgrenze ist für folgende Belastungsfälle nach-
                zuweisen:


TAS / Dezember 2005                                                                             Blatt 3 / 15e

3.9.7.3. Für Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 4 m/s ist eine Berechnung der Seilrutschgrenze
             nicht erforderlich, wenn das Verhältnis der größten statischen Seillast zur kleinsten statischen
             Seillast (Verhältnis der Trumgewichte) den Wert von 0,8 × eµ × α nicht überschreitet.

             Für das größte Trumgewicht ist die größte betriebsübliche Überlast zugrunde zu legen
             (Nr. 3.11.4.1).

3.9.7.4. Nr. 3.9.7.2.2 gilt auch für die Verzögerung durch den Fahrtregler sowie für die Verzögerung
             durch die Fahrbremse von automatisch betriebenen Anlagen.

3.9.7.5. Während einer Sicherheitsbremsung dürfen sich die Bremskräfte der Fahr- und der Sicher-
             heitsbremse nicht selbsttätig addieren können.

3.9.7.6. Bei Bremsen, deren Bremskraft sich mit dem Verschleiß des Bremsbelages verringert,
             z. B. Federkraftbremsen, muss die Verringerung der Bremskraft beim Berechnen der
             Verzögerung der Sicherheitsbremse berücksichtigt werden.

3.9.7.7. An Anlagen mit Verstecktrommeln oder -bobinen muss die auf beide Seilträger wirkende
             Bremse jede Trommel oder Bobine mit mindestens 1,5-facher Sicherheit halten, wenn das
             leere Fördermittel oder das Gegengewicht in der tiefsten Stellung steht. Dies gilt auch für
             besondere Bremsen, die nur zum Verstecken dienen.

3.9.7.8. An Abteufanlagen sowie an eintrümigen anderen Anlagen darf die Verzögerung durch die
             Sicherheitsbremse bei aufwärtsgehendem leeren Fördermittel höchstens 6 m/s 2 betragen.

3.9.7.9. An Anlagen mit automatisch gesteuerter oder fernbedienter Antriebsmaschine darf die
             Bremskraft der Sicherheitsbremse und der Fahrbremse während des Treibens nur so groß
             werden können, dass bei Treibscheibenanlagen kein Seilrutsch und bei Trommel- und
             Bobinenanlagen keine unzulässige Bremsverzögerung auftritt (vergleiche Nr. 3.9.7.4).

             Einfachfehler in der Fernsteuerung der Fahrbremse oder Sicherheitsbremse dürfen während
             des Treibens nicht zum ungewollten Aufbau einer Bremskraft führen, die unzulässige Brems-
             verzögerungen bewirkt (siehe Nr. 3.4.12.7 und Nr. 3.8.10.7).

3.9.7.10. Sofern an Antriebsmaschinen mit Vorgelege eine Massenbremse vorhanden ist, muss diese
               so eingestellt sein, dass sie parallel mit der Fahr- und Sicherheitsbremse eingreift. Sie darf
               keine nennenswerte Bremswirkung am Seilträger ausüben. In der Bremsberechnung sind 
               die zum Abbremsen der Masse des Motorläufers und gegebenenfalls des Getriebes
               erforderliche und die an der Massenbremse eingestellte Bremskraft anzugeben (auf Seilmitte
               bezogen).

3.9.7.11. Die Bremswirkungen sind rechnerisch nachzuweisen. Der für die Wirkung der Fahrbremse,
               für das Lüften der Sicherheitsbremse und für das Spannen von Bremsfedern erforderliche
               Mindestdruck ist nachzuweisen (siehe Nr. 3.10).

3.9.7.12. Die Bremswirkungen von Fördermaschinen sind vor der Inbetriebnahme der Anlagen zu
               messen, insbesondere

                Die gleichmäßige Beanspruchung der Bremszugstangen ist festzustellen, gegebenenfalls
                durch Messung des Kraftverlaufs in Zug- und Druckstangen.

               Bei Abteuffördermaschinen sind die Bremsverzögerungen durch die Sicherheitsbremse in 
               Abhängigkeit von der Teufe zu messen.

3.10. Allgemeine Anforderungen zur Bremsberechnung

3.10.1. Zum Nachweis der Bremswirkungen von Fahr- und Sicherheitsbremse, gegebenenfalls
            Versteckbremse, sind zu berechnen:

  1. bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 4 m/s:
    - Bremssicherheit von Fahr- und Sicherheitsbremse,
    - Mindestdruckauslösung (siehe Nr. 3.8.3),
    - Verhältnis der Trumgewichte an Treibscheibenanlagen;
     
  2. bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s:
    - Bremssicherheit von Fahr- und Sicherheitsbremse,
    - Mindestdruckauslösung (siehe Nr. 3.8.3),
    - Seilrutschgrenzen an Treibscheibenanlagen,
    - Verzögerung durch Fahr- und Sicherheitsbremse,
    - mechanische Festigkeit des Bremsgestänges.

            Bei Trommelanlagen mit mehr als 2 Seillagen und Bobinenanlagen ist jeweils das ungünstigste
            Lastmoment zugrunde zu legen.

3.10.2. Bremssicherheit

           Bremssicherheit ist das Verhältnis der Bremskraft zur Gewichtskraft aus der betrieblichen Überlast.

           Die Bremskraft ist, ausgehend vom jeweiligen Bremsgewicht oder der Antriebskraft am Brems-
           krafterzeuger unter Berücksichtigung der Übersetzungsverhältnisse von Gestänge und Getriebe,
           der Reibungszahl und des Wirkungsgrades zu bestimmen.

           Die betriebsübliche Überlast ist unter Berücksichtigung der Gewichte von Fördermitteln und
           Gegengewichten, der Nutzlasten, eines eventuellen Belastungsausgleichs und gegebenenfalls
           unterschiedlicher Seilgewichte und/oder Wickelradien zu bestimmen.

3.10.3. Mindestdruckauslösung, Lüftwegüberwachung

            Die Mindestdruckauslösung muss die Sicherheitsbremse auslösen, wenn der für die Fahrbremse
            erforderliche Mindestdruck oder der zum Lüften von Bremsgewichten oder zum Spannen von
            Bremsfedern erforderliche Lüftdruck unterschritten wird; sie ist auf den höchsten erforderlichen
            Wert einzustellen.


TAS / Dezember 2005                                                                                      Blatt 3 / 16

            Die Lüftwegüberwachung muss die Sicherheitsbremse auslösen, wenn der erforderliche
            Lüftweg der Bremsen nicht erreicht wird. Die Überwachung ist wenigstens auf den kleinsten
            erforderlichen Lüftweg einzustellen.

3.10.4. Trumgewichte

             Bei Treibscheibenanlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 4 m/s ist das Verhältnis der Seillasten
             in beiden Trumen (Trumgewichte) zu bestimmen.

3.10.5. Seilrutschgrenze

           Bei Treibscheibenanlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s ist die rechnerische Seilrutsch-
           grenze unter Berücksichtigung der bewegten Massen und der Reibungszahl zwischen Treib-
           scheibenfutter und Seil sowie des Umschlingungswinkels für folgende Belastungsfälle zu 
           bestimmen:

          An Treibscheibenanlagen darf die Seilrutschgrenze bei Sicherheitsbremsung nicht überschritten
          werden; daher ist die Bremskraft während des Verzögerns gegebenenfalls zu verringern
          (Teilbremskraft).

          Bei Drucklufteinlassbremsen wird hierzu ein verringerter Fahrbremsdruck (Teilbremsdruck)
          eingestellt, bei Federkraftauslassbremsen wird ein bestimmter Restdruck gehalten
          (die Bremskraft ergibt sich dann als Differenz zwischen Federkraft und Lüftkraft).

3.10.6. Verzögerungen

            Die rechnerische Verzögerung durch die Fahrbremse ist für die betriebsübliche Überlast
            abwärts (Einhängen) zu ermitteln, auch bei Förderanlagen, die nur zur Aufwärtsförderung
            bestimmt sind.

            Die rechnerische Verzögerung durch die Sicherheitsbremse ist für folgende Belastungsfälle
            zu ermitteln:

           jeweils auch bei Förderanlagen, die nur zur Aufwärtsförderung bestimmt sind.


1) Bei Gegengewichtsanlagen für Aufwärts- und Abwärtsfahrt.

3.10.7. Bremsgestänge

            Die mechanische Festigkeit des Bremsgestänges ist ohne Berücksichtigung von
            Wirkungsgraden für die größte Abtriebskraft des jeweiligen Bremskrafterzeugers
            zu berechnen.

3.10.8. Reibungszahlen

           Als Reibungszahlen sind bei der Berechnung einzusetzen:

            µ 1 = 0,25 zwischen Treibscheibenfutter und Seil.

            Wenn in der Zulassung nach § 5 Abs. 1 Ziffer 6 der VO eine geringere Reibungszahl festgelegt
             ist oder aufgrund der Betriebsverhältnisse mit einer geringeren Reibungszahl gerechnet werden
             muss, gilt der geringere Wert.

             Bei Futter aus organischen Werkstoffen muss vor jedem Auflegen neuer Futterklötze erneut
             nachgewiesen werden, dass die in der Zulassung festgelegte Reibungszahl erreicht wird;

             µ 2 = 0,40 zwischen Bremsbelag und Bremsflächen.

3.10.9. Wirkungsgrade

            Als Wirkungsgrade sind bei der Berechnung einzusetzen:

            h 1 = 0,9 - bei Gestängebremsen nach Nr. 3.11.2.3.1, Abb. 7;
                          - bei Gestängebremsen mit Bremsapparat, wenn Sicherheitsbremse als Haltebremse
                             wirkt;
                          - bei Lüfteinrichtungen von Gestängebremsen;

           h 2 = 0,8 - bei Gestängebremsen mit Bremsapparat
                           a) für die Fahrbremswirkung,
                           b) für die Sicherheitsbremswirkung bei Teilbremskraft oder mit Restdruck,
                           c) für die Bremsen nach Nr. 3.11.2.3.2, Abb. 8;

            h 3 = 0,9 - bei gestängelosen Bremsen mit Scheibenbremsapparaten. (in den Federkennlinien
                            nach Nr. 3.11.2.1.3, Abb. 4, ist der Wirkungsgrad für das Lüften bereits
                            berücksichtigt.)

             Höhere Wirkungsgrade sind nachzuweisen.

3.10.10. Schrägförderanlagen

             Die vorstehenden Anforderungen gelten für Schrägförderanlagen entsprechend. Bei der
             Bremsberechnung nach Nr. 3.11 sind jedoch alle Lasten durch Berücksichtigung des größten
             Neigungswinkels der Schrägstrecke zu reduzieren.


TAS / Dezember 2000                                                                                     Blatt 3 / 17

3.11. Muster der Bremsberechnung für Anlagen mit Treibscheibe oder mit Trommeln 
         bis zu 2
Seillagen (Für Anlagen mit Trommel oder Doppeltrommel, bei denen die Seile
         in mehr als 2 Lagen gewickelt werden, kann das Muster der Bremsberechnung für Winden
         nach Nr. 10.7 zum Anhalt genommen werden)

         Gliederung der Nummer 3.11.

3.11.1. Ermittlung der Überlasten

3.11.1.1. Zusammenstellung der Massen

               Abbildung: 1a, 1b, Doppeltrümige Anlage mit Unterseil und verschiedenen Anordnungen
                                            von Treib- und Ablenkscheiben.

3.11.1.2. Betriebsübliche Überlasten bei verschiedenen Belastungsfällen

3.11.2. Ermittlung der Bremskräfte

3.11.2.1. Kräfte am Bremskrafterzeuger, Mindestdruckauslösung, Lüftwegüberwachung

3.11.2.1.1. Bremskrafterzeugung durch voneinander getrennte Fahr- und Sicherheitsbremse

                  (Abbildung 7) Abbildung 2. Feder-Diagramm einer Schraubendruckfeder.

3.11.2.1.2. Bremskrafterzeugung mit Bremsapparaten nach den Abbildungen 8 bis 13

3.11.2.1.3. Bremskrafterzeugung mit Scheibenbremsapparaten nach Abbildung 3 und 4.

                  Abbildung: 3a, Scheibenbremse.

                  Abbildung: 3b, Wirkungsweise eines Bremskrafterzeugerpaares.

                  Abbildung: 4a, 4b, Federkennlinien (einschließlich 1 Federwirkungsgrad)

3.11.2.2. Übersetzung der Kräfte im Bremsgestänge (Abb. 5)

3.11.2.2.1. Bremsgestänge am Seilträger

                  Abbildung: 5a, 5b, Seilträger mit Bremsbacken und Bremsgestänge.

                 Abbildung: 6, Bremsgestänge der Fahrbremse mit Getriebe und Motor.

3.11.2.2.2. Bremsgestänge der Fahrbremse, die zwischen Motor und Getriebe angeordnet ist

3.11.2.2.3. Übersetzung der Kräfte bei gestängelosen Bremsen (Scheibenbremsen)

3.11.2.3. Wirksame Bremskräfte am Seillaufdurchmesser (mit h 1 = 0,9 oder h 2 = 0,8
                nach Nr. 3.10.9)

3.11.2.3.1. Getrennte Fahr- und Sicherheitsbremse nach Abbildung 7
                   (für Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 2 m/s)

                  Abbildung: 7, Beispiel für Bremslüftung mit Lüftzylinder.

3.11.2.3.2. Einachsige Fahr- und Sicherheitsbremse nach Abbildung 8 (keine Addition der
                  Bremskräfte von Fahr- und Sicherheitsbremse möglich)

                  Abbildung: 8, Einachsige Fahr- und Sicherheitsbremse.

3.11.2.3.3. Vereinigte Fahr- und Sicherheitsbremse nach Abbildung 9 mit Kraftangriff am
                  Hauptbremshebel (keine Addition der Bremskräfte von Fahr- und Sicherheitsbremse
                  möglich)

                  Abbildung: 9, Vereinigte Fahr- und Sicherheitsbremse.

3.11.2.3.4. Vereinigte Fahr- und Sicherheitsbremse nach Abbildung 10 mit Kraftangriff am Hebel 1
                  (Addition der Bremskräfte von Fahr- und Sicherheitsbremse beim Auflegen beider
                   Bremsen möglich)

                   Abbildung: 10, Vereinigte Fahr- und Sicherheitsbremse.

3.11.2.3.5. Vereinigte Fahr- und Sicherheitsbremse nach Abbildung 11 mit Kraftangriff an der
                  Verbindungsstange 8 (Addition der Bremskräfte von Fahr- und Sicherheitsbremse durch 
                  besondere Vorrichtung möglich)

                 Abbildung: 11, Vereinigte Fahr- und Sicherheitsbremse.

3.11.2.3.6. Vereinigte Fahr- und Sicherheitsbremse nach Abbildung 12 mit Kraftangriff am Haupt-
                   bremshebel (Addition der Bremskräfte von Fahr- und Sicherheitsbremse beim Auflegen
                   beider Bremsen)

                   Abbildung: 12, Vereinigte Fahr- und Sicherheitsbremse

3.11.2.3.7. Vereinigte Fahr- und Sicherheitsbremse als Auslassbremse nach Abbildung 13 mit
                   Kraftangriff am Hauptbremshebel (keine Addition der Bremskräfte von Fahr- und
                   Sicherheitsbremse möglich)

                   Abbildung: 13, Vereinigte Fahr- und Sicherheitsbremse als Auslassbremse

3.11.2.3.8. Scheibenbremsen nach Abbildung 3a und 3b:

3.11.3. Bremssicherheiten als Verhältnis der Bremskräfte zu den betriebsüblichen Überlasten

3.11.4. Bestimmung der Treibfähigkeit von Treibscheiben

3.11.4.1. Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 4 m/s; Verhältnis der Trumgewichte

3.11.4.2. Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s; Berechnung der Seilrutschgrenzen.

3.11.4.2.1. Flurförderanlagen mit zwei Seilscheiben

3.11.4.2.2. Bei Turmförderanlagen mit einer Seilscheibe

3.11.5. Bremsverzögerungen bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s

3.11.5.1. Ermittlung der reduzierten Massen von Seilscheiben, Seilträger, Motorläufer und Getriebe

3.11.5.2. Zusammenstellung der bewegten Massen nach den Nrn. 3.11.1.1 und 3.11.5.1

3.11.5.3. Bremsverzögerungen aus den Bremskräften, den betriebsüblichen Überlasten und den
               bewegten Massen

3.11.5.3.1. Fahrbremse

3.11.5.3.2. Sicherheitsbremse (Nr. 3.11.: 24 Seiten)

                 Hinweis: Für Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 4 m/s brauchen nur die Nrn. 3.11.1
                               bis. 3.11.3 und bei Treibscheibenanlagen zusätzlich die Nr. 3.11.4.1 berücksichtigt
                               zu werden. Die ausreichende Festigkeit des Bremsgestänges ist in der Werks-
                               bescheinigung für den Förderhaspel zu bestätigen.


TAS / Dezember 1982                                                                              Blatt 3 / 18

3.11.1. Ermittlung der Überlasten

   Tas - 3 - Abbildung 1

Tas - 3 - Abbildung 2


TAS / Dezember 1982                                                                      Blatt 3 / 19

Tas - 3 - 11.2

3.11.2. Ermittlung der Bremskräfte 1)

3.11.2.1. Kräfte am Bremskrafterzeuger, Mindestdruckauslösung, Lüftwegüberwachung

3.11.2.1.1. Bremskrafterzeugung durch voneinander getrennte Fahr- und Sicherheitsbremse
                  (Abbildung 7)

                  Diese Bremsen werden mit Hand- oder Fußhebel, pneumatisch oder hydraulisch gelüftet.

                  Am Bremskrafterzeuger ergeben sich folgende Kräfte:

                  Gewichtskraft der Fahrbremse                                                 F oF = kN

                  Gewichtskraft der Sicherheitsbremse                                        F oS = kN

                  Bei Federkraftbremsen (nach Federkennlinie Abbildung 2) 2)

                                                                                                                 F oF min = kN

                                                                                                                 F oS min = kN

                                                                                                                 F oS max = kN

  Feder-Diagramm einer Schraubendruckfeder

   Tas - 3 - Abbildung 2a


1)   Kräfte in kN; Flächen in cm2; Drücke in kN/cm2;
      Umrechnungsfaktor: 1 kN/cm2 = 100 bar; eingestellte Drücke in bar.

2) siehe Nr. 3.9.7.6.



TAS / Dezember 1987 Blatt 3 / 20

 

Tas - 3 - 20a

Tas - 3 - 20b


1) Bei Förderhäspeln genügt F oF min

TAS / Dezember 1982                                                                        Blatt 3 / 21

Tas - 3 - 21a

3.11.2.1.3. Bremskrafterzeugung mit Scheibenbremsapparaten nach Abbildung 3 und 4

  Tas - 3 - 21b


1) vergleiche Nr. 3.9.7.6.

2) Bei Förderhäspeln genügt F oF min



TAS / Dezember 1982                                                                    Blatt 3 / 22

   Tas - 3 - 22a

Tas - 3 - 22b


TAS / Dezember 1982                                                                  Blatt 3 / 23

Tas - 3 - 23a

Tas - 3 - 23b


TAS / Dezember 1982                                                                           Blatt 3 / 24

Tas - 3 - 24a

Tas - 3 - 24b


TAS / Dezember 1982                                                                     Blatt 3 / 25

Tas - 3 - 25a

Tas - 3 - 25b


TAS / Dezember 1982                                                                      Blatt 3 / 26

Tas - 3 - 26a

Tas - 3 - 26b


TAS / Dezember 1982                                                                         Blatt 3 / 27

Tas - 3 - 27a

3.11.3. Bremssicherheiten als Verhältnis der Bremskräfte zu den betriebsüblichen Überlasten

            Als Überlast Ü ist der entsprechende Wert aus Nr. 3.11.1.2 einzusetzen; für die 
            Erdbeschleunigung g kann der abgerundete Wert 10 m/s2 eingesetzt werden.


1) Mit den Formeln für den Restdruck kann der aus der Federkennlinie entnommene Wert
    pR nachgeprüft werden.

   Tas - 3 - 27b

     Für Anlagen mit Gegengewicht ist zusätzlich das Verhältnis der Trumgewichte bei 
     leerem Fördermittel nachzuweisen.

3.11.4.2. Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s; Berechnung der Seilrutschgrenzen

              Massen nach Nr. 3.11.1.1 und Überlasten nach Nr. 3.11.1.2 einsetzen;
              Wert von eµ1a aus nachstehender Tabelle entnehmen;

              GSch nach Nr. 3.11.5.1 einsetzen, bei Mehrseilförderanlagen G Sch × z4, wobei z4 die
              der Anzahl der Seile entsprechende Zahl der Seilscheiben ist.


TAS / Dezember 1982                                                                                     Blatt 3 / 28

  Tas - 3 - 28a

  Tas - 3 - 28b


TAS / Dezember 1982                                                                     Blatt 3 / 29

   Tas - 3 - 29a

   Tas - 3 - 29b


TAS Dezember / 1982                                                               Blatt 3 / 29a

   Tas - 3 - 29c

      Bei Treibscheibenanlagen dürfen die oben ermittelten Verzögerungswerte der
      Sicherheitsbremse – außer im Fall c – die Verzögerungsgrenzwerte a1 bis a6 nach
      Nr. 3.11.4.2, bei denen Seilrutsch auftreten kann, nicht erreichen.

      Bei Belastungsausgleich ist eine zusätzliche Berechnung der Bremsverzögerung mit dem
      Belastungsausgleich erforderlich.

      An Abteufanlagen und an eintrümigen anderen Anlagen darf die Verzögerung durch die
      Sicherheitsbremse bei Aufwärtsfahrt mit leerem Fördermittel 6 m/s2 nicht überschreiten.


TAS / Dezember 2000                                                                              Blatt 3 / 30

3.12. Muster der Bremsberechnung für Anlagen mit Bobinen.
         Gliederung der Nummer 3.12.

3.12.1. Zusammenstellung der Daten
            (bei Anlagen mit 2 Bobinen gilt das Datenblatt für jede der beiden Bobinen)

3.12.2. Bremsberechnung für Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 4 m/s und einer Bobine
3.12.2.1. Ermittlung der Umfangskräfte an den Bremskränzen
3.12.2.1.1. Umfangskraft bei vollem Förderkübel in der kritischen Teufe
3.12.2.1.2. Umfangskraft bei vollem Förderkübel in der Endteufe
3.12.2.2. Ermittlung der Bremskräfte
3.12.2.3. Bremssicherheiten als Verhältnis der Bremskräfte zu der maximalen Umfangskraft in
               kritischer Teufe

3.12.3. Bremsberechnung für Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 4 m/s und zwei Bobinen

3.12.4. Bremsberechnung für Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s und zwei Bobinen
3.12.4.1. Ermittlung der Umfangskräfte an den Bremskränzen
3.12.4.1.1. Umfangskraft bei aufgewickeltem Seil und Förderkübel am oberen Anschlag
3.12.4.1.2. Umfangskraft bei vollem Förderkübel in kritischer Teufe
                  Abbildung 14: Umfangskraft am Seilträger (voller Förderkübel in kritischer Teufe)
3.12.4.1.3. Umfangskraft bei vollem Förderkübel in der Endteufe
                  Abbildung 15: Umfangskraft am Seilträger (voller Förderkorb in der Endteufe)
3.12.4.1.4. Umfangskraft beim Verstecken mit leerem Förderkübel in kritischer Teufe
3.12.4.2. Ermittlung der Bremskräfte
3.12.4.3. Bremssicherheiten als Verhältnis der Bremskräfte zu den maximalen Umfangskräften
3.12.4.4. Ermittlung der reduzierten Massen von Seilträger, Antrieb, Seilscheibe und Seilzug
3.12.4.4.1. Vom Wickelradius unabhängige Massen
3.12.4.4.2. Vom Wickelradius abhängige Massen auf der Bobinenseite mit dem vollen
                  Förderkübel
3.12.4.4.3. Zusammenstellung der bewegten Massen
3.12.4.5. Bremsverzögerungen aus den Bremskräften, Umfangskräften und bewegten Massen,
               bezogen auf den Wickelradius
3.12.4.5.1. Fahrbremse
3.12.4.5.2. Sicherheitsbremse

3.12.5. Bremsberechnung für Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s und einer Bobine
3.12.5.1. Ermittlung der Umfangskräfte, Bremskräfte und Bremssicherheiten
3.12.5.2. Ermittlung der reduzierten Massen von Seilträger, Antrieb, Seilscheibe und Seilzug
3.12.5.2.1. Vom Wickelradius unabhängige Massen
3.12.5.2.2. Vom Wickelradius abhängige Massen mit vollem und mit leerem Förderkübel
3.12.5.2.3. Zusammenstellung der bewegten Massen
3.12.5.3. Bremsverzögerungen aus den Bremskräften, Umfangskräften und bewegten Massen,
               bezogen auf den Wickelradius
3.12.5.3.1. Fahrbremse
3.12.5.3.2. Sicherheitsbremse. (Nr. 3.12.: 19 Seiten)


TAS / Dezember 1982                                                                             Blatt 3 / 31

           Tas - 3 - 31a

              Tas - 3 - 31b


TAS / Dezember 1987                                                                        Blatt 3 / 32

                 Tas - 3 - 32a

              Tas - 3 - 32b


TAS / Dezember 1982                                                                        Blatt 3 / 33

               Tas - 3 - 33a

                    Tas - 3 - 33b


TAS / Dezember 1987                                                                               Blatt 3 / 34

             Tas - 3 - 34a

          Tas - 3 - 34b


TAS / Dezember 1982                                                             Blatt 3 / 35

             Tas - 3 - 35a

               Tas - 3 - 35b


TAS / Dezember 1982                                                          Blatt 3 / 36

         Tas - 3 - 36a

         Tas - 3 - 36b


TAS / Dezember 1982                                                               Blatt 3 / 37

        Tas - 3 - 37a

3.12.5. Bremsberechnung für Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s und einer Bobine

3.12.5.1. Ermittlung der Umfangskräfte, Bremskräfte und Bremssicherheiten im Rechengang
wie Nrn. 3.12.4.1 bis 3.12.4.3 mit folgenden Abweichungen:

a) Ermittlung der Umfangskräfte nach Nr. 3.12.4.1 jeweils ohne Abzug der Kraft FUo, da
    kein leerer Förderkübel auf der Gegenseite vorhanden ist;

b) Zusätzlich sind die Umfangskräfte für den leeren Förderkübel wie folgt zu berechnen:

  Tas - 3 - 37b

c) Berechnung der Bremskräfte nach Nr. 3.12.4.2, jedoch ohne Berücksichtigung der
    Versteckbremse;

d) Berechnung der Bremssicherheiten nach Nr. 3.12.4.3, jedoch ohne Berücksichtigung
    der Versteckbremse.


TAS / Dezember 1982                                                                                Blatt 3 / 38

      Tas - 3 - 38a

           Tas - 3 - 38b


TAS / Dezember 1982                                                                       Blatt 3 / 39

f) Seilwindungen W auf der Bobine über dem kleinsten Arbeitsradius ro bei vollem
    Förderkübel am oberen Anschlag und in kritischer Teufe sowie bei leerem Förderkübel
    in dessen kritischer Teufe:

    Reduzierte Masse, bezogen auf den Bremskranz, bei den Wickelradien rmax, rK und
    rK leer (für den Radius ro bei Endteufe LE gibt es keine zusätzliche Seilmasse auf der Bobine)

            Tas - 3 - 39a

        Tas - 3 - 39b


TAS / Juli 1978                                                                                      Blatt 3 / 40

          Tas - 3 - 40

 


TAS / Dezember 2000                                                            Blatt 3 / 41

3.13. Rechnerischer Nachweis der Festigkeit des Bremsgestänges
(Nur für Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten
über 4 m/s [siehe Nr. 3.9.4.4]).

Gliederung der Nummer 3.13.

3.13.1. Allgemeine Bemerkungen

3.13.2. Ermittlung der Kräfte in den Fußlagern der Bremseinrichtungen nach Nr. 3.11.2

3.13.3. Ermittlung der Kräfte in den unter Nr. 3.11.2 aufgeführten Bremseinrichtungen

3.13.4. Berechnung der Bolzen

           Abbildung 16: Bolzenlagerung
          
Abbildung 17: Bremsbackenbolzen

3.13.5. Berechnung der Ankerschrauben

3.13.6. Berechnung der Wellen oder gegebenenfalls des Winkelhebels mit Hauptbolzen sowie
           des Bolzens 4

           Abbildung 18: Hauptwelle
          
Abbildung 19: Bremswelle
          
Abbildung 20: Winkelhebel

3.13.7. Berechnung der Hebel

           Abbildung 21: Hebel 1
          
Abbildung 22: Hebel 2
          
Abbildung 23: Hauptbremshebel

3.13.8. Berechnung der Zug- und Druckstangen

           Abbildung 24a: Zugstange
          
Abbildung 24b: Zugstange
          
Tabelle der zulässigen Druckspannung bei Knickbeanspruchung

3.13.9. Flächenpressung an den Bremsflächen

3.13.10. Berechnung des Bremsbackenträgers

           Abbildung 25: Bremsbackenträger


TAS / Dezember 1982                                                         Blatt 3 / 42

3.13.1. Allgemeine Bemerkungen

Die Festigkeitsberechnung wird - ohne Berücksichtigung von Wirkungsgraden - für die Kräfte
durchgeführt, für die der Hersteller die Bremseinrichtung ausgelegt hat. Im Betrieb dürfen diese
Kräfte nicht überschritten werden können.

Die Kräfte, für die eine Bremseinrichtung ausgelegt ist, sind:

bei Erzeugung der Bremskraft

bei Erzeugung der Lüftkraft FBL

Der nach Herstellerangaben zulässigen Abtriebskraft F A am Ausgang des Bremsapparates
entspricht im folgenden Verb.

Für die einzelnen Teile des Bremsgestänges sind die in Nr. 3.9.4 geforderten Sicherheiten
nachzuweisen. Die Sicherheit ist bei Zug- und Biegebeanspruchung (σz, σb) auf die Streckgrenze (σS),
bei Druckbeanspruchung (
σd) auf die zulässige Knickspannung bzw. die Streckgrenze zu beziehen.
Die zulässigen Flächenpressungen (p
F) nach Nrn. 3.9.3.4 und 3.9.4.3 sind einzuhalten.

Wenn sich die Kräfte von Fahr- und Sicherheitsbremse nicht addieren können, ist für die Teile,
die beide Bremsen gemeinsam haben, der Nachweis mit den Kräften der stärkeren Bremse zu führen.

Falls sich die Kräfte von Fahr- und Sicherheitsbremse addieren können, kann der Nachweis nach
den Nrn. 3.9.4.1 und 3.9.4.2 für die gemeinsamen Teile wie folgt geführt werden:

Tas - 3 - 42a

Tas - 3 - 42b

3.13.2.3. Bei der Gestängeanordnung nach Abbildung 5a in Nr. 3.11.2 können die Bremsbackenträger
stark aus der Vertikalen und/oder die Zugstangen stark aus der Horizontalen geneigt sein. In diesem
Fall ergeben sich größere Kräfte, die graphisch zu ermitteln sind. Dann entfällt eine Berechnung
nach Nrn. 3.13.2.1 und 3.13.2.2.


TAS / Dezember 1982                                                     Blatt 3 / 43

3.13.3. Ermittlung der Kräfte in den unter Nr. 3.11.2 aufgeführten Bremseinrichtungen

Tas - 3 - 43a

Tas - 3 - 43b


TAS /Juli 1978                                                   Blatt 3 / 44

Tas - 3 - 44a

Tas - 3 - 44b


TAS / Dezember 1987                                          Blatt 3 / 45

Tas - 3 - 45a

Tas - 3 - 45b

 


TAS / Dezember 1987 Blatt 3 / 46

 

Tas - 3 - 46a

Tas - 3 - 46b


TAS / Dezember 1982 Blatt 3 / 47
Tas - 3 - 47a
tas_3_47b

TAS / Dezember 1982                                     Blatt 3 / 48



TAS / Dezember 1982                                     Blatt 3 / 49

tas_3_49a

tas_3_49b


 

TAS_3_50a

TAS_3_50b


 

TAS_3_51a

TAS_3_52a

 


TAS / Dezember 1982                                                             Blatt 3 / 52


TAS_3_52a

TAS_3_52a


TAS / Dezember 1982                                                                     Blatt 3 / 53


TAS_3_52a

TAS_3_52a


TAS / Dezember 1982                                                                             Blatt 3 / 54


TAS_3_52a

TAS_3_52a



TAS / Dezember 2005                                                                               Blatt 4 / 1

4. Schachtüberwachungs- und -signalanlagen sowie Schachtfernsprechanlagen für
    Seilfahrt- und Güterförderanlagen

4.1. Schachtüberwachungs - und - signalanlage
       Allgemeines 1)

       Jede Seilfahrtanlage und jede Güterförderanlage, deren Fördermaschine oder Förderhaspel
       für Handbedienung oder nicht ausschließlich für automatischen Betrieb eingerichtet ist,
       müssen mit einer elektrischen Schachtüberwachungs- und -signalanlage ausgerüstet sein. 2)

       Für Anlagen, die sowohl mit Handbedienung als auch automatisch betrieben werden, gelten
       die Nrn. 5.1.8.1 und 5.1.8.2.

       Für Anlagen, die ausschließlich automatisch betrieben werden, gelten die Nrn. 5.1.8.3 und
       5.1.8.4.

       Für Anlagen beim Abteufen gilt Nr. 4.14.

       Für Befahrungs- und Hilfsfahranlagen gilt Nr. 8 und für Bühnenanlagen gilt Nr. 9.

4.1.1. Aufbau und Wirkungsweise von Schachtüberwachungs- und -signalanlagen

          Elektrische Überwachungs- und -signalanlagen müssen mindestens Einrichtungen, Anlagen
          oder Funktionen beinhalten für die:

    1. Abgabe, Übertragung und den Empfang akustischer Einzelsignale, z. B. Einschlag-
      weckeranlage, Tonfrequenzanlage,

    2. Notsignalgabe (Notsignalanlage),

    3. Signalgabe im Schachthammerbetrieb (Schachthammersignaleinrichtung),

    4. sohlenabhängige Signalblockierung oder freigabe z. B. Sohlenblockiereinrichtung,
      Sohlenbereichssignale des Teufenzeigers oder des Fahrtreglers,

    5. Sperrung oder Freigabe der Fördermaschine oder des Förderhaspels, z. B. Förder-
      maschinen  / Förderhaspelsperreinrichtung,

    6. Seilfahrtankündigung- und -quittierung und die Schachttorüberwachung bei Seilfahrt-
      anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 2 m/s und bei anderen Seilfahrtanlagen mit
      Nebenanschlägen (Bühnen, Keller),

    7. Seilfahrteinschaltung am Bedienungsstand der Antriebsmaschine und die Seilfahrtanzeige
      an den Anschlägen bei Seilfahrtanlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 2 m/s,

    8. Fertigsignalgabe bei allen Seilfahrtanlagen mit Nebenanschlägen,

    9. Stromversorgung und Überwachung der Schachtüberwachungs und -signalanlage an der
      Antriebsmaschine und ggf. an den Anschlägen,

    10. optische und akustische Anzeige von Signalen oder Meldungen an der Antriebsmaschine
      und an den Anschlägen,

    11. Überwachung der Anschläge und des Fördertrums sowie ggf. des Fördermittels,

    12. Ein- und Umschaltung der Betriebsarten und -weisen, so dass ein gleichzeitiges Signal-
      geben zur Antriebsmaschine von mehreren Orten einer Förderanlage aus verhindert wird,

    13. Signalregistrierung, bei Hauptseilfahrtanlagen,

    14. Überwachung der Unterseilbucht (z. B. Führungsholzüberwachung) und ggf. des
      Schachtsumpfes oder des Förderseiles (Hängseilüberwachung), s. Nr. 3.8.12.

    15. eine eigene gegen Fremdeinflüsse geschützte mündliche unmittelbare und ausschließliche
      Verständigung bei der Schachtbefahrung vom Fördermittel aus mit dem Maschinenführer
      z. B. eine Fördermitteltelefonieanlage oder ein Funksprechgerät.


1) Definition des Begriffes Signal siehe § 19 Abs. 1 der VO

2) Bei Neuanlagen sind mechanische Signalanlagen nicht mehr zulässig. Für bestehende
    Anlagen gilt Nr. 4.16.


4.1.1.1. Werden in der Schachtförderung für den wechselseitigen Austausch zwischen den am Antrieb
              befindlichen zentralen programmierbaren elektronischen Systemen (PES) der Signal-,
              Steuerungs- und Überwachungseinrichtungen und den Anschlägen im Schacht die Informat-
              ionen, d. h. Meldungen und Signale, nicht vieladrige Schachtkabel eingesetzt, sondern
              elektronische Datenübertragungssysteme mit zugehörigen wenigadrigen Schachtkabeln, so
              kann die komplette Anlage als Schachtüberwachungs- und -signalanlage mit Busübertragung
              bezeichnet werden.

              Für die Busübertragung gilt sinngemäß Nr. 3.8.10.

4.1.1.2. Mit zentralen programmierbaren elektronischen Systemen aufgebaute Schachtüberwachungs-
             und -signalanlagen, die mit vieladrigen Schachtkabeln wirken, werden dementsprechend nicht
             als Anlagen mit Busübertragung (Feldbus) bezeichnet. Dies gilt auch, wenn die Systeme an der
             Antriebsmaschine serielle oder parallele Busübertragungssysteme besitzen, die z. B. ein- oder
             zweikanalige Systeme signaltechnisch koppeln, für die Visualierung oder Fernübertragung von
             Anlagenzuständen oder für den örtlich begrenzten Datenaustausch zwischen dem Fahrtregler,
             der Maschinensteuerung, der Bremseinrichtung o. ä. vorgesehen sind.

4.1.1.3. Sind andere Busübertragungssysteme untrennbar, funktionell oder bautechnisch sowie für den
             Betrieb der programmierbaren elektronischen Systeme in einer Schachtüberwachungs- und
             -signalanlage erforderlich, so werden diese als deren feste Bestandteile angesehen.


TAS / Dezember 2005                                                                                   Blatt 4 / 2

4.1.2. Es wird empfohlen, Einrichtungen zur mündlichen Verständigung bei Schachthammerbetrieb
          nach Nr. 4.1.1 Punkt 15 einzusetzen, die zusätzlich auch eine Signaleinrichtung zur Abgabe
          von Einschlag- oder ggf. von Sperrsignalen vom Fördermittel aus besitzen, die in einer
          zugehörigen Betriebsart wirksam sind.

4.1.3. An Stellen, an denen Seile, Fördermittel oder andere Einrichtungen regelmäßig geprüft werden
          (Revisionsstellen), müssen Einrichtungen zur Signalgabe zum Bedienungsstand der Antriebs-
           maschine vorhanden sein; z. B. für die Betriebsart "Seilrevision".

4.1.4. Abweichend von Nr. 4.1.1 Punkt 8 können Seilfahrtanlagen mit der Betriebsart "Selbstfahrer-
          seilfahrt" mit Fertigsignalgabe vom Fördermittel aus eingerichtet sein. An diesen Anlagen,
          deren Antriebsmaschinen nicht für automatischen Betrieb ausgerüstet sind, müssen zusätzlich
          vorhanden sein:

          An den Anschlägen:

                und, soweit erforderlich,

                Auf den zur Selbstfahrerseilfahrt bestimmten Fördermitteln:

                Beim Betätigen einer Ruftaste oder einer Zielwahltaste muss ein entsprechendes Leuchtfeld
                am Bedienungsstand der Antriebsmaschine eingeschaltet werden.

4.1.5. Wird an Anlagen mit automatischer Beschickung der Fördermittel die Antriebsmaschine ständig
           von Hand bedient, muss eine Fertigsignalanlage nach Nr. 4.6.2 vorhanden sein. Dies gilt nicht für
           Gefäßförderanlagen.

4.2. Stromversorgung und Überwachung der Schachtüberwachungs - und - signalanlagen

4.2.1. Elektrische Schachtüberwachungs- und -signalanlagen können mit Gleichstrom, Wechselstrom,
          Tonfrequenz-Wechselstrom oder Hochfrequenz- Wechselstrom betrieben werden.

          Elektrische Schachtüberwachungs- und -signalanlagen sollen aus einem gemeinsamen Wechsel-
          spannungsnetz gespeist werden. Einrichtungen bzw. Anlagenteile können eigene Wechselspann-
          ungsversorgungen besitzen, z. B. Registriergeräte, programmierbare elektronische Steuerungs-
          oder Visualisierungssysteme, Fördermitteltelefonie- und -signalanlagen (FTS-Anlagen) oder
          elektronischer Schachthammer.

          Der Ausfall einer separaten Stromversorgung darf nicht unbemerkt bleiben und nicht zu
          gefährlichen Betriebszuständen führen können.

          Für Gleichstromanlagen ist nur Gleichrichterbetrieb, ggf. in Verbindung mit Akkumulatoren,
          zulässig.

          Die Stromversorgung kann in Verbindung mit Akkumulatoren, Wechselrichtern oder unter-
          brechungsfreien Stromversorgungen gepuffert werden.

4.2.2. Die Schachtüberwachungs- und -signalanlage jeder Seilfahrt- oder Güterförderanlage muss aus
          Stromquellen gespeist werden, die keine leitenden (galvanischen) Verbindungen mit einem anderen
          Netz oder mit Erde besitzen; dies gilt nicht für den Schutzleiter, für die Isolationsüberwachungs-
          einrichtung und für die Energieversorgung nach Nr. 4.2.4.2 Satz 2 sowie für programmierbare
          elektronische Systeme, s. Nr. 4.2.10 bzw. 4.2.11, von Schachtüberwachungs und -signalanlagen.

          An die Stromquelle einer Schachtüberwachungs- und -signalanlage dürfen nur Stromverbraucher
          angeschlossen werden, die zum Betrieb oder Überwachen des zugehörigen Schachtförderbetriebes
          dienen, z. B. Schachtsperren, Schachtbeschickungseinrichtungen.

          Ferner darf die Notbeleuchtung angeschlossen werden.

4.2.3. An der Einspeisestelle muss die Schachtüberwachungs- und -signalanlage allpolig abschaltbar
          sein.

          Werden Teile der Schachtüberwachungs- und -signalanlage separat eingespeist, so müssen
          diese separaten Einspeisungen vor Ort allpolig abschaltbar sein und dürfen bei Abschaltung
          nicht zu gefährlichen Betriebszuständen führen können. Abschaltungen von Stromversorgungen
          für separate Anlagen oder Einrichtungen an den Sohlen oder Anschlägen sollen die übrigen
          Funktionen oder Bereiche nicht beeinträchtigen.


TAS / Dezember 2000                                                                                       Blatt 4 / 3

           Bei mit Kleinspannungen nach DIN VDE 100 Teil 410 gespeisten programmierbaren
           elektronischen Systemen von Schachtüberwachungs- und -signalanlagen kann die Abschaltung
           des spannungsführenden Leiters des Systems auch einpolig erfolgen.

           Beim Wiedereinschalten der Schachtüberwachungs- und -signalanlage nach einer Abschaltung
           darf kein gefährlicher Betriebszustand eintreten können. Die eingeschaltete Betriebsart muss
           erhalten bleiben.

4.2.4. Schachtüberwachungs- und -signalanlagen müssen auf Isolationsfehler überwacht werden.

4.2.4.1. Werden Teile der Schachtüberwachungs- und -signalanlagen ständig voneinander galvanisch
              getrennt betrieben, müssen diese Teile der Anlage auf Erdschluss überwacht werden, falls
              durch Erdschluss Fehlsignale entstehen können.

              Anmerkung: Für die Anforderungen an Isolationsüberwachungsgeräte siehe auch
                                    DIN VDE 0118 Teil 3 Abschn. 13.4.4 1).

              Eigensichere Schachtüberwachungs- und -signalanlagen müssen nach Nr. 3.8.7 bis 3.8.9
              ausgeführt sein, da diese nicht auf Erdschluss bzw. Isolationsfehler überwacht werden können.

4.2.4.2. Gleichstromanlagen müssen auf Spannungsabfall überwacht werden.

             Auf eine Unterspannungsüberwachung der Geberstromkreise kann verzichtet werden, wenn jeder
             Geber einer Schachtüberwachungs und -signalanlage antivalent oder redundant und mit Kurz-
             schlussüberwachung wirkt.

4.2.4.3. Antivalenz- oder Äquivalenzverlust muss dabei angezeigt werden.

             Die Informationen der Signalgeber oder -melder sind unabhängig voneinander der Eingabeebene
             zuzuführen. Die Leitungen zwischen sicherheitsrelevanten Gebern bzw. Meldern und der Ein-
             gangsebene der Auswertesysteme müssen auf Kurzschluss und Unterbrechung überwacht sein;
             bei Antivalenzschaltung genügt die Überwachung auf Kurzschluss.

4.2.4.4. Die Überwachungseinrichtung von Gleichstromanlagen muss die Schachtüberwachungs- und
             -signalanlage bei einem Spannungsabfall von mehr als 10 v. H. der Nennspannung sofort und
             bei Absinken des Isolationswertes einer Ader unter 250 Ohm/V innerhalb von 45 s nach Auftreten
             des Fehlers abschalten. Tritt der letztgenannte Fehler während eines Treibens auf, kann die
             Abschaltung auch nach Beendigung des Treibens erfolgen. Der Fehler muss optisch und
             akustisch am Bedienungsstand der Antriebsmaschine angezeigt werden. Die optische Anzeige
             darf erst abgeschaltet werden können, wenn der Fehler beseitigt ist.


1) Isolationsüberwachungen

4.2.5. Bei Anlagen mit geerdeten programmierbaren elektronischen Systemen darf ein Erdschluss nicht
          unbemerkt bleiben.

4.2.6. Die Abschalteinrichtung der Isolationsüberwachung darf durch einen Schalter oder Taster
          unwirksam gemacht werden. Bei derart unwirksam gemachter Isolationsüberwachung müssen
          für einen Notbetrieb nur Einschlagwecker, Notsignal, Schachthammersignal oder FTS-Anlage
          sowie die vorhandene Fördermaschinen-/-haspelsperreinrichtung wieder betriebsbereit geschaltet
          werden können.

          Die Überbrückung muss am Bedienungsstand der Antriebsmaschine dauernd optisch angezeigt
          werden; die Torleuchten dürfen dabei nicht eingeschaltet werden können.

4.2.7. Bei überbrückter Abschalteinrichtung der Isolationsüberwachung dürfen Antriebsmaschinen
          und Beschickungseinrichtungen nicht mehr automatisch betrieben werden können, und bei
          Selbstfahrerseilfahrtanlagen nach Nr. 5.3 muss der Abfahrbefehl oder das Fertigsignal gesperrt
          sein.

4.2.8. Abweichend von Nr. 4.2.4.4 brauchen Signalanlagen ohne Relais - ausgenommen das
          Notsignal-Dehnrelais - beim Absinken des Isolationswertes nicht selbsttätig abgeschaltet zu
          werden. Ein Absinken des Isolationswertes unter 100 Ohm/V muss am Bedienungsstand
          der Antriebsmaschine optisch und akustisch angezeigt werden.

4.2.9. An Tonfrequenz-Wechselstrom- und Hochfrequenz-Wechselstromanlagen muss die Über-
           tragungsstrecke überwacht werden, z. B. durch Überwachung des Pilottons. Ein Ausfall der
          Anlage muss optisch und akustisch am Bedienungsstand der Antriebsmaschine angezeigt werden.

4.2.10. Bei zweikanalig aufgebauten Schachtüberwachungs- und -signalanlagen, deren einer Kanal
            mit programmierbaren elektronischen Systemen, z. B. speicherprogrammierbaren Steuerungs-
            oder Rechnersystemen, und deren anderer Kanal mit herkömmlichen Mitteln der Relaistechnik
            aufgebaut werden, gelten die zuvor genannten Punkte für die mit Relaistechnik aufgebauten
            Stromkreise.

            Beim Einsatz von programmierbaren elektronischen Systemen sind bei der Überwachung dieser
            Systeme und der Koppelebenen die Angaben des Herstellers bei der Überwachung der 
            Spannungs- bzw. Stromversorgung und bei der Isolationsüberwachung zugrunde zu legen.

            Weiterhin können die programmierbaren elektronischen Systeme abweichend von Nr. 4.2.2
            leitende (galvanische) Verbindungen mit einem anderen Netz oder mit Erde besitzen.

4.2.11. Bei zweikanalig aufgebauten Schachtüberwachungs- und -signalanlagen, die in beiden Kanälen
            mit programmierbaren elektronischen Systemen und mit separat gespeisten Relais-Koppelebenen
            aufgebaut werden, gelten die zuvor genannten Punkte für die Stromkreise der Koppelebenen,
            wenn nicht durch sicherheitsrelevante Maßnahmen in den redundanten Strukturen der pro-
            grammierbaren elektronischen Systeme gleichwertige Sicherheiten erreicht werden.


TAS/ Dezember 2005                                                                                          Blatt 4 / 4

            Die Stromversorgungen der programmierbaren elektronischen Systeme sind gemäß Nr. 4.2.4.4
            auszuführen, wenn nicht durch strukturelle Maßnahmen Fehler der Stromversorgungen erkannt
            werden und die Fehler keine gefährlichen Zustände herbeiführen können.

            Beim Einsatz von programmierbaren elektronischen Systemen sind bei der Überwachung dieser
            Systeme und der Koppelebenen die Angaben des Herstellers bei der Überwachung der
            Spannungs- bzw. Stromversorgung und bei der Isolationsüberwachung zugrunde zulegen.

            Weiterhin können die programmierbaren elektronischen Systeme abweichend von Nr. 4.2.2
            leitende (galvanische) Verbindungen mit einem anderen Netz oder mit Erde besitzen.

4.2.12. Für die Stromversorgung und die Überwachung der mit Bustechniken ausgeführten
            Koppelebenen von programmierbaren elektronischen Systemen in Schachtüberwachungs-
            und -signalanlagen gelten die Nrn. 4.2.10 und 4.2.11.

4.3. Signaltechnische Betriebsmittel

4.3.1. Elektrische Schachtüberwachungs- und -signalanlagen sind so zu errichten, dass Personen
          durch direktes oder indirektes Berühren nicht gefährdet sowie Brände und Explosionen
          vermieden werden.

          Diese Anforderungen gelten als erfüllt, wenn die Vorschriften der Elektrozulassungs-
          Bergverordnung (EIZulBergV) und der Elektro- Bergverordnung (EIBergV) sowie die vom
          Verband Deutscher Elektrotechniker herausgegebenen allgemein anerkannten Regeln der Technik
          (VDE-Bestimmungen), insbesondere DIN VDE 0105 Teil 11, DIN VDE 0118,
          DIN VDE 0170/0171, DIN VDE 0800 eingehalten sind.

          Dies gilt auch für elektrische Betriebsmittel mit eingebauter eigener Stromquelle.

4.3.2. Im Steinkohlenbergbau dürfen in Schachtüberwachungs- und -signalanlagen nur schlagwetter-
          geschützte elektrische Betriebsmittel und eigensichere elektrische Anlagen verwendet werden.

          In Fördermaschinen- oder Förderhaspelräumen übertage brauchen keine schlagwettergeschützten
          Betriebsmittel oder eigensicheren Anlagen verwendet zu werden.

4.3.3. Schachtüberwachungs- und -signalanlagen müssen bis zu einem Spannungsabfall auf 90 v. H.
          der Nennspannung noch zuverlässig arbeiten.

4.3.4. Schachtüberwachungs- und -signalanlagen müssen so ausgeführt sein, dass sie von anderen
          elektrischen Anlagen - auch im Falle elektrischer Fehler - nicht nachteilig beeinflusst werden
          können. Dies ist insbesondere bei der Unterbringung von Teilen dieser Anlagen in gemeinsamen
          Gehäusen und bei Arbeiten an diesen Anlagen zu beachten.

4.3.5. Signaladern oder Busübertragungssysteme einer Schachtüberwachungs- und -signalanlage einer
          Seilfahrt- oder Güterförderanlage sind in eigenen Kabeln oder Leitungen zu führen. Die
          gemeinsame Unterbringung der Signaladern von Schachtüberwachungs- und -signalanlagen
          verschiedener Förderanlagen in einem Kabel oder einer Leitung ist nicht zulässig.

4.3.6. Im Kabel oder in der Leitung einer Schachtüberwachungs- und -signalanlage dürfen außer den
          Signaladern auch die Fernsprechadern für die zugehörige Förderanlage und die zur Steuerung der
          Schachtbeschickungs- und -überwachungseinrichtungen benötigten Adern mitgeführt werden.

          Dies gilt in sinngemäßer Weise auch für Busübertragungssysteme der Schachtüberwachungs- und
          -signalanlage.

4.3.7. Steuer- und Überwachungsstromkreise von Schachtbeschickungs und -überwachungs-
          einrichtungen dürfen in die Schachtüberwachungs- und -signalanlage einbezogen werden.

4.3.8. Bei der gemeinsamen Unterbringung von Adern verschiedener Einrichtungen nach Nrn. 4.3.7 muss
          gewährleistet sein, dass eine gegenseitige nachteilige Beeinflussung nicht möglich ist.

4.3.9. In Schächten sind Kabel und Leitungen in Abständen von höchstens 8 m zu befestigen, sofern
          sie nicht mit mindestens 5-facher Sicherheit selbsttragend sind.

          Die festen Verlagerungen der Kabel und Leitungen müssen so bemessen sein, dass sie jeweils
          das Gewicht eines mindestens 40 m langen Kabel- und Leitungsstranges sicher aufnehmen
          können; dies ist rechnerisch nachzuweisen.

4.4. Allgemeine Anforderungen an Signalanschläge

       Anmerkung: Für Magnetschalter in Schachtsignalanlagen siehe Nr. 3.8.7.7 i. V. mit DIN VDE 0118
       Teil 2 Abschnitt 13.7 und Teil 3 Abschnitt 10.4.

4.4.1. An den Signalanschlägen sind die Signaleinrichtungen übersichtlich und so anzuordnen, dass
          Anschläger und Selbstfahrer die Einrichtungen von einem sicheren Standort aus bedienen und den
          Ablauf des Förder- und Seilfahrtbetriebes beobachten können.

          Leuchtfelder und optische Anzeigen sind gut sichtbar anzubringen.

          Beschriftungen müssen eindeutig erkennbar sein.

          Die Sätze 1 und 2 gelten sinngemäß auch für Signaleinrichtungen an Bedienungsständen von
          Antriebsmaschinen.


TAS / Dezember 2005                                                                                      Blatt 4 / 5

4.4.2. Bedienungselemente von Schachtüberwachungs- und -signalanlagen, z. B. Schalter, Taster,
          müssen so angebracht oder geschützt sein, dass sie nicht unbeabsichtigt oder zufällig betätigt
          werden können.

4.4.3. Ist ein Anschlag sowohl an der Aufschiebe- als auch an der Ablaufseite mit Signaleinrichtungen
          ausgerüstet, oder sind Signaleinrichtungen sowohl am Anschlag als auch an einem Steuerstand
          vorhanden, so dürfen die Einrichtungen nur jeweils an einer Stelle betriebsbereit geschaltet sein.
          Eine Umschaltung auf eine andere Stelle darf nur von der betriebsbereiten Stelle aus möglich sein.

          Notsignalgeber sowie vorhandene Sperrschalter müssen an allen Stellen ständig betriebsbereit
          sein.

          Die Sätze 1 und 2 gelten nicht für zusätzliche Fertigsignalgeber an der Ablaufseite von Anschlägen
          mit Wetterschleusen. Die Betriebsbereitschaft der jeweils eingeschalteten Stelle muss auf der
          entsprechenden Anschlagseite oder am Steuerstand optisch angezeigt werden.

4.4.4. Mit Steuerständen ausgerüstete Seilfahrtanschläge müssen am Schacht zusätzlich mindestens
          Einrichtungen für akustische Einzelsignale sowie Notsignalgeber besitzen.

4.4.5. Zentrale Steuerstände von Doppelförderanlagen sind mit getrennten Signaleinrichtungen für jede
          Förderanlage auszurüsten.

4.4.6. Zur Seilfahrt benutzte Nebenanschläge müssen mit Notsignalgebern, Fertigsignalgebern,
          Fertigleuchten, Seilfahrtleuchten und Torüberwachungseinrichtungen ausgerüstet sein, die
          bestimmunggsgemäß benutzt werden müssen. Andere Befehlsgeber sind dort nicht zulässig.

4.4.7. Wenn Seilfahrtanschläge und Güterförderanschläge voneinander getrennt auf verschiedenen
          Ebenen angeordnet sind, darf bei der gewählten Betriebsweise nur der dazu gehörende Anschlag
          betriebsbereit geschaltet werden können.

4.5. Betriebsarten und Signalumschaltung

4.5.1. Die Signalumschaltung ist eine Betriebsartenwahl, mit der insbesondere folgende Betriebsarten
          eingeschaltet werden:

    1. zweitrümiger Betrieb mit Sammelanschlag,

    2. eintrümiger Betrieb mit Sammelanschlag,

    3. eintrümiger Betrieb ohne Sammelanschlag (Einkorbbetrieb),

    4. Selbstfahrerseilfahrt,

    5. Schachthammerbetrieb,

    6. Revision mit Signalgabe vom Fördermittel,

    7. Revision mit Signalgabe vom Anschlag, z. B. Förderseil- oder Unterseilrevision,

    8. Lang- oder Schwermaterialtransport.

4.5.2. Die Umschaltung nach Nr. 4.5.1 muss mit einem Schalter oder einer Kombination von
          Tastern so vorgenommen werden können, dass nicht gleichzeitig mehrere Betriebsarten
          eingeschaltet und auch  wirksam sind.

4.5.3. Die eingeschaltete Betriebsart muss selbsttätig und eindeutig am Bedienungsstand der
          Antriebsmaschine angezeigt werden. Darüber hinaus muss die Betriebsart nach Nr. 4.5.1
          Ziffer 2 auch an dem eingeschalteten Sammelanschlag und die Betriebsart nach Nr. 4.5.1
          Ziffern 1 und 2 an dem betriebsbereiten Anschlag ebenfalls selbsttätig und eindeutig angezeigt
          werden.

          Die zu den einzelnen Betriebsarten gehörenden Schaltstellungen oder Taster müssen dement-
          sprechend eindeutig gekennzeichnet sein.

4.5.4. Nach Einschalten entsprechend Nr. 4.5.1 Ziffer 3 dürfen Ausführungssignalgeber an dem
          abgeschalteten Sammelanschlag nicht mehr wirksam sein. Dies gilt auch für den Rückfrage-
          signalgeber.

4.5.5. Nach Einschalten des Einkorbbetriebes entsprechend Nr. 4.5.1 Ziffer 3 müssen die Ausführ-
          ungssignale von den Anschlägen unmittelbar zum Bedienungsstand der Antriebsmaschine gehen
          (vergleiche Nr. 4.6.1.2). Wenn beide Fördermittel gleichzeitig an Anschlägen vorstehen können,
          müssen an dem Anschlag, an dem das nicht benutzte Fördermittel vorsteht, über den Schacht-
          toren des betreffenden Trums Leuchtfelder mit der Aufschrift "Nicht einsteigen" aufleuchten.

          Jedes Leuchtfeld muss doppelt vorhanden oder ein Leuchtfeld mit zwei Lichtquellen ausgerüstet
          sein (siehe außerdem Nr. 4.10.3.4).

4.5.6. Wenn der Abstand zwischen zwei Anschlägen (außer Nebenanschlägen) gleich oder kleiner als
          die Länge eines Fördermittels ist, müssen beim Umschalten auf die Betriebsarten nach Nr. 4.5.1
          Ziffern 1 bis 3 über den Schachttoren des nicht betriebsbereiten Anschlags dauernd Leuchtfelder
          mit der Aufschrift "Nicht einsteigen" aufleuchten.

4.5.7. Beim Umschalten der Betriebsarten müssen gespeicherte Ausführungssignale gelöscht werden
          und fehlerhaft anstehende Signale auf die Notsignalanlage wirken.

4.5.8. Nach Einschalten des Schachthammerbetriebes gemäß Nr. 4.5.1 Ziffer 5 müssen an den
          Anschlägen alle Signalgeber, ausgenommen Notsignalgeber, zwangsläufig abgeschaltet sein.
          Bei Betätigung des Schachthammers müssen die Signale unmittelbar am Bedienungsstand der
          Antriebsmaschine ertönen.

4.5.9. Nach Einschalten einer Revisionsbetriebsart


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          dürfen außer dem Notsignalgeber nur die Signalgeber an der betriebsbereiten Revisionsstelle
          eingeschaltet sein. Bei Betätigung der Signalgeber müssen die Signale unmittelbar am
          Bedienungsstand der Antriebsmaschine ertönen.

          Sind für eine Förderanlage mehrere Revisionsstellen vorhanden, so darf jeweils nur eine
          Revisionsstelle betriebsbereit sein.

4.5.10. Nach Einschalten des Lang- oder Schwermaterialtransportes entsprechend Nr. 4.5.1 Ziffer 8
            dürfen außer dem Notsignal nur die dafür vorgesehenen Signalgeber eingeschaltet sein. Bei
            Betätigung der Signalgeber müssen die Signale unmittelbar am Bedienungsstand der Antriebs-
            maschine ertönen.

4.6. Einschlag - und Fertigsignalanlagen, Sohlenzuteilungs - und - blockiereinrichtungen

4.6.1. Einschlagsignalanlagen

4.6.1.1. Einschlagsignalanlagen sind für die Betätigung, Übertragung und Ausgabe von Einzelsignalen
             zu konzipieren und bestehen dementsprechend aus den Einschlagsignalgebern, dem Über-
             tragungsweg und dem Signalempfänger.

             Einzelsignale sind akustische Signale von kurzer Dauer (etwa 200 ms) mit scharfer Begrenzung
             des Signaltones.

             Signalempfänger bilden die akustischen Einzelsignale.

             Signalempfänger für die Ausgabe der Einzelsignale sind akustische Tonausgabeeinrichtungen;
             das sind

             Signalgeber sind Einschlaggeber und können als Taster (Einschlag) mit Auslösung eines einzigen
             Einzelsignales oder als Gruppentaster mit Auslösung einer zugeordneten Gruppe von Einzel-
             signalen bestehen; z. B. mehrere Einzelsignale für Fahrtrichtung aufwärts.

4.6.1.2. Einzelsignale müssen gegeben werden können:

    1. bei zweitrümigem Betrieb und eintrümigem Betrieb mit Sammelanschlag:
      - von den Anschlägen zum Sammelanschlag,
      - vom Sammelanschlag zum Bedienungsstand der Antriebsmaschine,
      - vom Sammelanschlag zu den Anschlägen (Rückfragesignale);

    2. bei eintrümigem Betrieb ohne Sammelanschlag (Einkorbbetrieb):
      - von den Anschlägen zum Bedienungsstand der Antriebsmaschine,
      - vom Bedienungsstand der Antriebsmaschine zu den Anschlägen (Rückfragesignale).

            Signale, die von einem Anschlag zum Sammelanschlag gegeben werden, dürfen nicht gleichzeitig
            optisch als Vorsignal am Bedienungsstand der Antriebsmaschine erscheinen.

4.6.1.3. Einzelsignale müssen an der Signalempfangsstelle und, außer bei Schachthammerbetrieb, auch
             an der Signalabgabestelle ertönen.

             Einzelsignale müssen ertönen

    1. bei zweitrümigem Betrieb und eintrümigem Betrieb mit Sammelanschlag:
      - an den Anschlägen und am Sammelanschlag,
      - am Sammelanschlag und am Bedienungsstand der Antriebsmaschine,
      - am Sammelanschlag und an den Anschlägen (Rückfragesignale);

    2. bei eintrümigem Betrieb ohne Sammelanschlag (Einkorbbetrieb):
      - an den Anschlägen und am Bedienungsstand der Antriebsmaschine,
      - am Bedienungsstand der Antriebsmaschine und an den Anschlägen (Rückfragesignale).

            Am Sammelanschlag müssen die von anderen Anschlägen kommenden und die zur Antriebs-
            maschine gegebenen Signale verschieden klingen.

4.6.1.4. In gleichstromgespeisten Schachtüberwachungs- und -signalanlagen müssen die Einschlag-
             wecker oder die ähnlichen akustischen Ausgabeeinrichtungen zur Sicherung der Signalgabe
             hintereinander (in Reihe) geschaltet sein, mindestens jedoch die Einschlagwecker am signal-
             abgebenden und am signalempfangenden Anschlag.

             Beim Einsatz von Anlagen mit elektronischen Schallgebern für Tonfrequenz- oder Hoch-
             frequenz-Wechselstrom können die Schallgeber auch parallel geschaltet werden, wenn die
             Signalverzweigung (gemeinsamer Ausgangspunkt der Parallelschaltung) an der Antriebs-
             maschine erfolgt.

             Beim Einsatz eines Busübertragungssystems muss als Rückmeldung des an der Maschine
             empfangenen Signals das am Empfänger an der Maschine ausgelöste Signal auch die gleiche
             Struktur (Byte, Telegramm) haben.


TAS / Dezember 2005                                                                                  Blatt 4 / 7

            Werden die Einschlagsignale im Schacht mit einem Bussystem übertragen, so muss das gleiche
            Verknüpfungsergebnis an alle Teilnehmer (Sohlen) am signalgebenden und -empfangenden Ort
            übertragen werden.

4.6.1.5. Einrichtungen für Einzelsignale müssen so ausgeführt sein, dass die Signale deutlich und nicht zu
             schnell aufeinander folgend gegeben werden können.

4.6.1.6. In Schachtüberwachungs- und -signalanlagen mit Tonfrequenz-Wechselstrom muss die
             Frequenz des Signaltones für die Einzelsignale zwischen 1000 und 1200 Hz liegen. Das
             Frequenzverhältnis zwischen Einzelsignal- und Notsignalton muss mindestens 2,6:1 betragen.

             Die Empfänger für das Einschlag- und Notsignal können bautechnisch integriert sein, so dass
             diese Signale von einem gemeinsamen akustischen Lautgeber ausgegeben werden. Dabei
             müssen Einschlag- und Notsignale deutlich unterschieden werden können.

4.6.1.7. Sind in einem Schacht mehrere Förderanlagen vorhanden, müssen die von den Anschlägen
             - bei Abteufanlagen die von der Schachtsohle oder der verfahrbaren Bühne - zum Sammel-
             anschlag gegebenen Einzelsignale der zugehörigen Schachtüberwachungs- und -signalanlagen
             verschieden klingen und außerdem optisch angezeigt werden (Trumleuchte nach Nr. 4.11.2.1).

4.6.2. Fertigsignalanlagen

4.6.2.1. Fertigsignalanlagen dürfen nur bei den Betriebsarten nach Nr. 4.5.1 Ziffern 1 bis 3 und 8
             eingeschaltet werden können. Die Einschlagweckeranlage darf gleichzeitig betriebsbereit sein.

4.6.2.2. Fertigsignalgeber müssen durch ihre Stellung oder durch eine Kontrolllampe das abgegebene
             Fertigsignal erkennen lassen.

             Bei Seilfahrt mit Nebenanschlägen müssen Fertigsignalgeber nach Nr. 4.4.6. oder Abfahr-
             befehlsgeber benutzt werden.

             Am Bedienungsstand der Antriebsmaschine muss das Fertigsignal akustisch durch einen Rassel-
             wecker (Fertigwecker) und optisch durch eine Fertiglampe angezeigt werden. Diese Anzeige
            darf erst geschaltet werden, nachdem alle betriebsbereiten Fertigsignalgeber betätigt worden sind.

4.6.2.3. Alle gespeicherten Fertigsignale müssen gelöscht werden, wenn

4.6.2.4. Wenn Schachtüberwachungseinrichtungen, z. B. Hubspurlatten oder Führungsholzüberwachung,
             angesprochen haben, dürfen Fertigsignale nicht wirksam werden; gespeicherte Fertigsignale
             müssen gelöscht werden.

            Es wird empfohlen, Überwachungseinrichtungen an den Anschlägen, z. B. für Schachtsperren,
            Aufschieber, Schwingbühnen, Wagenzu und -ablauf (Profilüberwachung), in diese Schaltung
            einzubeziehen.

4.6.2.5. Fertigsignalanlagen sind so mit der Notsignalanlage (Nr. 4.9) zu verbinden, dass das Notsignal
             ertönt, wenn nach Öffnen der Bremsen ein Fertigsignalgeber eingeschaltet bleibt oder betätigt
             wird oder ein gespeichertes Fertigsignal nicht gelöscht worden ist.

4.6.2.6. Es muss verhindert sein, dass bei

            selbsttätig Fertigsignale ausgelöst werden können.

4.6.2.7. Die Fertigsignalgeber eines Anschlags dürfen nur dann betriebsbereit sein, wenn die Signal-
             bereitschaft dieses Anschlags hergestellt ist.

4.6.2.8. Fertigsignalanlagen, die nur zum Signalgeben bei Güterförderung dienen, müssen bei der
             Betriebsweise "Seilfahrt" abgeschaltet sein.

4.6.2.9. An Anlagen nach Nr. 4.1.4 oder 5.3.9 mit Fertigsignalgabe vom Fördermittel aus muss bei
             eingeschalteter Selbstfahrerseilfahrt, nachdem die betriebsbereiten Fertigsignalgeber betätigt
             worden sind, an allen Anschlägen eine akustische Warneinrichtung, z. B. Rasselwecker, als
             Abfahrwarnung ertönen. Die Abfahrwarnung muss wenigstens 3 s dauern, bevor das Fertig-
             signal zum Bedienungsstand der Antriebsmaschine durchgeschaltet und die Fahrbremse
             freigegeben wird, und muss danach bis zum Lüften der Fahrbremse weiter ertönen.

             Falls der Maschinenführer nicht innerhalb von ca. 10 s die Fahrbremse lüftet, darf keine Abfahrt
             mehr möglich sein, bevor ein neues Fertigsignal gegeben wird.

4.6.2.10. An Anlagen mit überwachten Schachttoren (Nr. 4.10.3) muss bei eingeschalteter Seilfahrt das
              Notsignal ertönen, wenn nach dem zuletzt gegebenen Fertigsignal noch ein Schachttor offen
              steht.

4.6.3. Sohlenzuteilungs- bzw. -blockiereinrichtungen

4.6.3.1. An Förderanlagen mit mehreren Anschlägen muss die Schachtüberwachungs- und
             -signalanlage so ausgeführt sein, dass ein gleichzeitiges Signalgeben von mehreren Anschlägen
             aus - mit Ausnahme der Notsignalgabe - verhindert wird (Sohlenzuteilungs- bzw. -blockier-
             einrichtung). Dies gilt nicht für Sammelanschläge und für Förderanlagen mit nur zwei
             Anschlägen, von denen einer Sammelanschlag ist.


TAS / Dezember 2000                                                                                         Blatt 4 / 8

4.6.3.2. Für die Sohlenblockierung sind nur Fahrtregler, Teufenzeigerschalter oder ähnliche parametrierte
             oder programmierte Schaltsignale eines elektronischen Teufenzeigers, mechanische oder
             elektronische Sohlenschaltwerke, Schachtschalter oder andere selbsttätig wirkende Einrichtungen
             zulässig. Abweichend hiervon können bei dicht zusammenliegenden Anschlägen (etwa Länge
             des Fördermittels +10 m) und bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 2 m/s nicht selbsttätig
             wirkende Einrichtungen eingesetzt werden, sofern damit eine einwandfreie Sohlenzuteilung bzw.
             -blockierung möglich ist, z. B. handbetätigter Umschalter am Bedienungsstand der Antriebs-
             maschine.

4.6.3.3. Der Abstand der Schaltpunkte der Sohlenzuteilung bzw. -blockiereinrichtung ist für Anschläge,
             an denen regelmäßig Langmaterial gefördert wird, so zu wählen, dass dort die Signale für den
             Langmaterialtransport mit der Einschlagsignalanlage gegeben werden können.

4.6.3.4. An den Anschlägen muss die jeweilige Betriebsbereitschaft der Signalgeber optisch angezeigt
             werden (Sohlenleuchte).

4.6.3.5. Am Bedienungsstand der Antriebsmaschine und am Sammelanschlag muss durch beschriftete
             Leuchtfelder optisch angezeigt werden, welcher Anschlag jeweils betriebsbereit geschaltet ist.

4.7. Schachthammersignaleinrichtung

4.7.1. Grundlegende Anforderungen

4.7.1.1. Die Schachthammersignaleinrichtung ist für die Signalgabe in der Betriebsart "Schachthammer-
             betrieb" bestimmt.

4.7.1.2. Schachthammersignale müssen unmittelbar zum Bedienungsstand der Antriebsmaschine gehen
             (Nr. 4.5.8) und auf die Einschlagsignalanlage nach Nr. 4.6.1 oder auf einen eigenen nur dem
             Schachthammer zugeordneten Signalempfänger wirken.

4.7.1.3. Eine Schachthammersignaleinrichtung kann entweder in Form

4.7.1.4. Die Wirksamkeit der Schachthammersignaleinrichtung muss bis zum Ende der freien Höhe und
             bis zum Ende der freien Teufe reichen.

4.7.1.5. Bei der Betriebsart "Schachthammerbetrieb" müssen an den Anschlägen alle Signalgeber, außer
             den Notsignalgebern, zwangsläufig abgeschaltet sein (Nr. 4.5.8).

4.7.1.6. Bei nicht eingeschalteter Betriebsart "Schachthammerbetrieb" muss jedes Betätigen des
             Schachthammersignalgebers optisch oder akustisch am Bedienungsstand der Antriebsmaschine
             angezeigt werden. Eine akustische Anzeige muss sich deutlich von anderen akustischen Signalen
             unterscheiden.

4.7.1.7. Es wird empfohlen, im Schacht Vorrichtungen einzubauen, mit denen Schachthammersignale
             auch an der Abgabestelle gehört werden können.

4.7.1.8. Es wird empfohlen, in der Betriebsart "Schachthammerbetrieb" eine Sprechverständigung zum
             Maschinenführer vorzusehen, sofern nicht die besondere Betriebsart "Revision mit Signalgabe
             vom Fördermittel" (Nr. 4.5.1 Ziffer 6) vorhanden und einschaltbar ist.

4.7.1.9. Es wird empfohlen, Schachtüberwachungs- und -signalanlagen so auszuführen, dass bei
             gestörter Betriebsart "Schachthammerbetrieb" die Umschaltung in die gesonderte Betriebsart
             "Revision mit Signalgabe vom Fördermittel" und auch in umgekehrte Richtung möglich ist.

4.7.2. Schachthammertaste mit Zugseilbetätigung

4.7.2.1. Die im Bereich der freien Höhe angeordnete Schachthammertaste muss mit einem Zugseil
             betätigt werden können. Das Zugseil muss in geeigneten Abständen gegen einen möglichen
             Absturz gesichert sein, außer in Schächten ohne Einbauten und in Abteufschächten.

4.7.2.2. Das Zugseil muss von den Fördermitteln und von verfahrbaren Bühnen aus betätigt werden
             können. An den Anschlägen ist das Zugseil so abzuschirmen, dass es nur von den Förder-
             mitteln aus erreicht werden kann.

             In Schachtschleusen sind ggf. für das Betätigen der Schachthammertaste geeignete Hilfs-
             einrichtungen vorzusehen.

4.7.2.3. Zugseile müssen verzinkt sein; ihr Durchmesser soll mindestens 8 mm betragen.

4.7.2.4. Durch geeignete Vorrichtungen im Bereich der Schachthammertaste müssen Nachschläge
             beim Betätigen des Zugseils verhindert werden, z. B. durch Stoßdämpfer.

4.7.2.5. Es wird empfohlen, lange Schachthammer-Seilzüge in mehrere Abschnitte aufzuteilen, die
             jeweils auf eigene Schachthammertasten wirken.

4.7.3. Schachthammersignaleinrichtungen mit Funkübertragungssystem

4.7.3.1. In einem Schachtbereich darf gleichzeitig nur ein Handsender wirksam sein.

             Die Sprechverständigung oder die Signalgabe des Funkübertragungssystems dürfen vorhandene
             FTS-Anlagen nicht beinträchtigen.

4.7.3.2. In einem Schachtbereich müssen das Funkübertragungssystem der Schachthammersignal-
             einrichtung und die Fördermitteltelefonie- und -signalanlage unabhängig voneinander sein und
             dürfen sich nicht gegenseitig beeinflussen oder beeinträchtigen können.


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             Dies gilt auch gegenüber entsprechenden Anlagen, Einrichtungen und Systemen in derselben
             Förderanlage oder ggf. anderen Förderanlagen.

4.7.3.3. Beim Einsatz von Schachthammersignaleinrichtungen mit Funkübertragungssystemen sind in
             Schachtschleusen ggf. geeignete Hilfseinrichtungen vorzusehen.

4.7.3.4. Das Funkübertragungssystem darf zusätzlich zu der Einschlagsignalgabe auch eine Sprechver-
             ständigung zum Steuerstand der Antriebsmaschine und ein separates unabhängiges Signal
             (Aufmerksamkeitssignal) beinhalten, das bei Betätigung den Maschinisten zum Umschalten auf
             die FTS-Anlagen oder ggf. auf eine zusätzliche, von der in Betrieb befindlichen vollständig
             unabhängigen mechanischen oder elektronischen Schachthammersignaleinrichtung veranlasst.

4.7.3.5. Die Übertragung der Einschlagsignale muss gegenüber der Sprache vorrangig sein.

4.7.3.6. Die Anforderungen an FTS-Anlagen gemäß Nr. 4.8, z. B. hinsichtlich der Überwachung der
             Betriebsbereitschaft der Signaltaste, der Funkübertragung und der Empfangseinrichtungen gelten
             sinngemäß auch für elektronische Schachthammersignaleinrichtungen.

             Die Funktionsfähigkeit der Funkübertragung muss z. B. mit einem Pilottonverfahren permanent
             oder nach spätestens 12 s zyklisch überwacht werden. Am Signalabgabeort und am Steuerstand
             der Antriebsmaschine muss die Wirksamkeit der Übertragung erkennbar sein; z. B. durch einen
             zyklisch empfangenen und hörbaren "Pilotton".

4.7.3.7. Beim Einsatz einer elektronischen Schachthammersignaleinrichtung muss auf einem Fördermittel
             am Ort der Signalgabe stets eine zweite unabhängige Einschlagsignal- und Verständigungs-
             möglichkeit verfügbar sein.

             Es wird empfohlen, z. B.

           einzusetzen.

4.7.3.8. Können in einer Förderanlage zwei separate elektronische Schachthammersignaleinrichtungen
             wirksam geschaltet werden, dürfen die Einschlagsignalgeber nur mit jeweils zugeordneten und
             voneinander unabhängigen Betriebsarten wirksam geschaltet werden.

4.7.3.9. Zur Erhöhung der Verfügbarkeit kann eine elektronische Schachthammersignaleinrichtung mit
             zwei Handsendern ausgeführt sein. Im Störungsfalle kann am Maschinensteuerstand von dem
             gestörten auf einen am gleichen Ort vorhandenen zweiten Handsender umgeschaltet (Reserve-
             umschaltung) werden.

             Die zwei Handsender dürfen dabei zwar den gleichen Träger (Trägerfrequenz) aber nicht die
             gleichen Signal-Kanäle verwenden. Der jeweils betriebsbereit geschaltete Kanal muss am
             Bedienungsstand der Antriebsmaschine angezeigt werden.

4.7.3.10. Die funktechnischen Einrichtungen einer Schachthammersignaleinrichtung dürfen nur mit den
               für die Förderanlage vorgesehenen Handsendern und nicht mit möglicherweise in anderen
               über- oder untertägigen Bereichen des Bergwerks eingesetzten Handsendern betrieben
               werden können.

4.7.3.11. Werden in einem Schacht in mehreren Förderanlagen oder in räumlich benachbarten
                Schächten Schachthammersignaleinrichtungen mit Funkübertragungssystem eingesetzt, so
                müssen die Handsender eindeutig zugeordnet werden können und dementsprechend
                gekennzeichnet sein.

4.7.3.12. Die stationären Geräte der Schachthammersignaleinrichtung mit Funkübertragung müssen
               aus der gemeinsamen Stromquelle der übrigen Schachtüberwachungs- und -signalanlage
               versorgt werden und sind entsprechend Nr. 4.2.4.2 mindestens auf Unterspannung zu
               überwachen.

               Das Ansprechen dieser Überwachungen ist am Steuerstand der Antriebsmaschine mindestens
               optisch und mit einem quittierbaren akustischen Störmeldesignal anzuzeigen.

4.8. Fördermitteltelefonie- und -signalanlagen (FTS-Anlagen)

4.8.1. FTS-Anlagen müssen so ausgeführt sein, dass auch während des Treibens gesprochen und
          Signal gegeben werden kann. Ein Signal muss vorrangig vor der Sprechverständigung über-
          tragen werden.

4.8.2. In einer FTS-Anlage darf jeweils nur eine Signaltaste betriebsbereit sein.

4.8.3 Das Hängen bleiben einer betätigten Signaltaste muss überwacht werden. Dabei muss das
         Hängen bleiben spätestens 3 s nach einer Betätigung erkannt und gemäß Nr. 4.8.5 angezeigt
         werden.

4.8.4. In Schächten mit mehreren Förderanlagen dürfen mehrere FTS-Anlagen nur eingesetzt
          werden, wenn sie sich nicht gegenseitig beeinflussen.

         Dies gilt auch für FTS-Anlagen in benachbarten Schächten.

         Bei der Auswahl der FTS-Anlage sind eventuell mögliche Beeinflussungen durch andere
         betriebliche Funkanlagen zu berücksichtigen.


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4.8.5. Die Betriebsbereitschaft der Signalstromkreise von FTS-Anlagen muss elektrisch überwacht
           werden.

          Eine Störung oder der Ausfall der Signalübertragung muss am Bedienungsstand der Antriebs-
          maschine optisch und akustisch angezeigt werden. Die akustische Meldung darf abschaltbar
          sein; das Wiedereinschalten der Signalübertragung darf erst durch Betätigen einer Wiederein-
          schalttaste möglich sein.

4.8.6. Das am Bedienungsstand der Antriebsmaschine ankommende Signal muss an der Abgabestelle
          auf dem Fördermittel wahrnehmbar sein.

4.8.7. Die Verständigung über die FTS-Anlage zwischen Personen auf dem Fördermittel und dem
          Maschinenführer darf über zusätzliche Lautsprecher auch an andere der Schachtförderung
          zugeordnete Arbeitsplätze übertragen werden können.

4.8.8. Die Nrn. 4.8.1, 4.8.2 und 4.8.4 gelten auch für Funksprechgeräte mit Signaltaste. Es wird
          empfohlen, auch für diese Geräte die Forderungen nach den Nrn. 4.8.3, 4.8.5 und 4.8.6 zu
          verwirklichen.

4.9. Notsignalanlagen

4.9.1. An allen Anschlägen, an denen Signale gegeben werden können, sind Notsignalgeber und
          -empfänger einzubauen. Außerdem müssen an den Bedienungsständen der Antriebsmaschine
          Notsignalempfänger vorhanden sein. Notsignalanlagen sind so zu schalten, dass beim Betätigen
          eines Notsignalgebers alle Notsignalempfänger gleichzeitig ertönen.

          An Nebenanschlägen und Revisionsanschlägen sind Notsignalempfänger nicht erforderlich,
          wenn der Notsignalempfänger des betreffenden Anschlags dort gut wahrnehmbar ist.
          Notsignalgeber sind rot zu kennzeichnen.

          Anstelle von Notsignalgebern können auch Nothaltgeber nach Nr. 5.2.5 eingebaut werden.

4.9.2. In gleichstromgespeisten Schachtüberwachungs- und -signalanlagen sind als Notsignalempfänger
          Hupen einzubauen.

4.9.3. An Schachtüberwachungs- und -signalanlagen mit Tonfrequenz-Wechselstrom darf als
          Notsignalempfänger der Lautsprecher der Einzelsignalanlage benutzt werden, wobei die
          Frequenz des Notsignaltons zwischen 300 und 500 Hz liegen muss. Für das Frequenzverhältnis
          zwischen Einzelsignal- und Notsignalton gilt Nr. 4.6.1.6.

4.9.4. Hupen oder Signalgeräte für andere Fernmeldezwecke, die im Ton mit Notsignalen verwechselt
          werden können, sind im Bereich der Schachtüberwachungs- und -signalanlage nicht zulässig.

4.9.5. Alle Notsignalgeber müssen dauernd betriebsbereit sein und beim Betätigen unmittelbar die
          Notsignalempfänger einschalten. Bei Hauptseilfahrtanlagen muss gleichzeitig am Bedienungsstand
          der Antriebsmaschine eine Warnlampe mit der Aufschrift "Halt" aufleuchten und so lange
          eingeschaltet bleiben, wie die Notsignalempfänger ertönen.

4.9.6. Nach Auslösen eines Notsignals müssen die Notsignalempfänger mindestens 5 s lang ertönen.
          Gleichzeitig müssen automatisch betriebene Antriebsmaschinen und automatisch betriebene
          Schachtbeschickungseinrichtungen selbsttätig stillgesetzt werden,

4.9.7. Sind in einem Schacht mehrere Förderanlagen vorhanden, muss das an einer Förderanlage
          ausgelöste Notsignal am Bedienungsstand der anderen Förderanlage optisch angezeigt werden.

4.9.8. Bei Anlagen, die sowohl von Hand bedient als auch automatisch gesteuert werden, können die
          Funktionen der Notsignalanlage und des Fahrbremskreises gerätetechnisch zusammengefasst
          sein.

          Beim Einsatz von programmierbaren elektronischen Systemen ist insbesondere Nr. 3.8.7.5.3 zu
          beachten.

          Werden in einer Notsignalanlage zwischen Notsignalgebern und -empfängern Busübertragungs-
          systeme eingesetzt, so müssen diese Nr. 3.8.10 genügen.

4.10. Seilfahrt - Sicherheitsschaltungen bzw . - Sicherheitsfunktionen

4.10.1. Seilfahrtankündigungs- und -quittungseinrichtung

4.10.1.1. Für Seilfahrtankündigungs- und -quittungseinrichtungen sind erforderlich:

               Diese Schalter oder Taster müssen - außer am Sammelanschlag - über die Sohlen-
               blockiereinrichtung betriebsbereit geschaltet werden.

              Sie müssen Schaltstellungen für die Betriebsweise "Güterförderung" und "Seilfahrt" sowie
              gegebenenfalls für "Seilfahrt mit Nebenanschlägen" besitzen.

             Außerdem müssen beschriftete Leuchtfelder an allen Anschlägen und am Bedienungsstand
             der Antriebsmaschine vorhanden sein, auf denen die Betriebsweise "Seilfahrt" angezeigt wird.
             Die Betriebsweise "Güterförderung" muss am Sammelanschlag und am Bedienungsstand
             der Antriebsmaschine angezeigt werden.

4.10.1.2. Wenn bei zweitrümigem Betrieb an einem betriebsbereit geschalteten Anschlag von einer
               auf eine andere Betriebsweise umgeschaltet wird, muss wenigstens am Gegenanschlag ein
               Rasselwecker ertönen und ein Leuchtfeld aufleuchten. Wenn daraufhin am Gegenanschlag
               auf die gleiche Betriebsweise umgeschaltet wird, muss der Rasselwecker verstummen und
               die Leuchte erlöschen; gleichzeitig muss ein Rasselwecker am Bedienungsstand der
               Antriebsmaschine ertönen. Dieser Rasselwecker muss sich im Klang deutlich von anderen
               Rasselweckern, z. B. dem Fertigwecker, unterscheiden. Außerdem müssen die Leuchtfelder
              der bisher eingeschalteten Betriebsweise verlöschen und alle bereits gespeicherten Fertigsignale
              oder Abfahrbefehle gelöscht werden.


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             Nach Betätigen des Quittungsschalters oder -tasters am Bedienungsstand der Antriebs-
             maschine müssen die Leuchtfelder der neuen Betriebsweise aufleuchten und der Rassel-
             wecker verstummen.

            An Förderanlagen, an denen die Schachtüberwachungs- und -signalanlage nicht auf die
            Betriebsart "Einkorbbetrieb" umzustellen ist, kann der Maschinenführer, wenn am Gegen-
            anschlag noch kein Anschläger anwesend ist, z. B. Schichtbeginn, über einen im Maschinenraum
            angeordneten Überbrückungstaster nach Ankündigung vom Sammelanschlag "Seilfahrt" und
            "Güterförderung" einschalten.

            Dieser Taster darf nicht vom Sitz oder Stand des Maschinenführers aus erreichbar sein.

4.10.1.3. Bei eintrümigem Betrieb ohne Sammelanschlag (Einkorbbetrieb) muss der Seilfahrtschalter
               oder -taster des betriebsbereit geschalteten Anschlags unmittelbar auf den Rasselwecker
               am Bedienungsstand der Antriebsmaschine einwirken.

4.10.1.4. Spätestens beim Quittieren der Betriebsweise "Seilfahrt" müssen, soweit vorhanden, die
               Fördermaschinen-/-haspelsperreinrichtung wirksam und Schachtbeschickungseinrichtungen
               entsprechend gesperrt werden.

              Nach dem Quittieren der Betriebsweise "Seilfahrt" dürfen nur Schachttore und Schwingbühnen
              betätigt werden können.

              Anmerkung:
              Es wird empfohlen, bereits mit dem Ankündigen der "Seilfahrt" die Fördermaschinen-/
              -haspelsperreinrichtung wirksam zu schalten.

              Torleuchten an offenen Schachttoren sollten jedoch erst dann aufleuchten, wenn "Seilfahrt"
              quittiert worden ist.

4.10.1.5. Der Seilfahrtquittungsschalter ist bei Hauptseilfahrtanlagen mit der Umstellvorrichtung des
               Fahrtreglers oder dem Geschwindigkeitsumschalter der elektrischen Antriebsmaschine
               sowie gegebenenfalls mit der Fertigsignalanlage, der Fördermaschinensperreinrichtung und
               der Schachtbeschickungseinrichtung so zu vereinigen, dass das Umschalten der Betriebsweise
               mit einem einzigen Schaltvorgang vorgenommen wird. Für mittlere und kleine Seilfahrtanlagen
               gilt dies entsprechend, wenn eine Seilfahrtankündigungs- und -quittungseinrichtung vorhanden
               ist.

4.10.1.6. An Seilfahrtanlagen mit Nebenanschlägen müssen die Seilfahrtschalter folgende Schalt-
               stellungen besitzen:

                Bei "Seilfahrt mit Bühnen/Kellern" müssen an sämtlichen Nebenanschlägen die Seilfahrt-
                leuchten eingeschaltet und die Signalgeber betriebsbereit sein.

                Bei "Seilfahrt ohne Bühnen/Keller" müssen an sämtlichen Nebenanschlägen die Seilfahrtleucht-
                felder ausgeschaltet und die Signalgeber unwirksam sein.

4.10.2. Seilfahrtschalter und Seilfahrtleuchten bei Anlagen ohne Seilfahrtankündigungs- und -quittungs-
            einrichtung

4.10.2.1. An Anlagen ohne Seilfahrtankündigungs- und -quittungseinrichtung muss ein Seilfahrtschalter
               am Bedienungsstand der Antriebsmaschine eingebaut sein. Er dient zum Ein- und Ausschalten
               der Seilfahrtleuchten, die an allen Seilfahrtanschlägen vorhanden sein müssen.

               Für Abteufanlagen gilt Nr. 4.14.2.

4.10.2.2. Die Schaltstellung des Seilfahrtschalters muss eindeutig gekennzeichnet sein.

4.10.2.3. Die optischen Seilfahrtanzeigen (Seilfahrtleuchten) müssen mit "Seilfahrt" beschriftet sein.

4.10.3. Schachttorüberwachung durch Fördermaschinen-/Förderhaspelsperreinrichtung

4.10.3.1. An Seilfahrtanlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 2 m/s und anderen Seilfahrtanlagen mit
               Nebenanschlägen (Bühnen, Keller) müssen bei der Betriebsweise "Seilfahrt" die Schachttore
               an den Auf und Absteigeseiten aller Anschläge, von und zu denen Seilfahrt stattfinden darf,
               derart überwacht werden, dass schon beim Öffnen eines Tores die geschlossene Fahrbremse
               nicht gelöst werden kann, und zwar unabhängig von der Stellung des Abfahrsperrschalters
               nach Nr. 4.10.4.1.

               Dies gilt auch für überwachte Fördermittelverschlüsse.

4.10.3.2. Wird bei gelöster Fahrbremse ein überwachtes Schachttor oder ein überwachter Förder-
               mittelverschluss bei der Betriebsweise "Seilfahrt" geöffnet, muss das Notsignal ertönen. Für
               Nebenanschläge gilt außerdem Nr. 4.10.3.3.

4.10.3.3. An Nebenanschlägen sowie anderen Anschlägen, die ausschließlich zur Seilfahrt benutzt
               werden, müssen die Schachttore bei Seilfahrt und bei Güterförderung ständig überwacht
               werden.

               Das gilt nicht für Schachttore, die bei einer Revisionsbetriebsart geöffnet sein müssen.

4.10.3.4. Wird beim Einkorbbetrieb ein Schachttor des nicht benutzten Trums geöffnet, muss das
                Notsignal ertönen.


TAS / Dezember 2000                                                                                          Blatt 4 / 12

4.10.3.5. Wenn der Abstand zwischen zwei Anschlägen - außer Nebenanschlägen - gleich oder
               kleiner als die Länge eines Fördermittels ist, muss beim Öffnen eines Schachttores an
               dem nicht betriebsbereiten Anschlag in den Fällen Nr. 4.5.1 Ziffern 1 bis 4 das Notsignal
               ausgelöst werden.

4.10.3.6. An allen Anschlägen mit überwachten Schachttoren sind Torleuchten so anzuordnen, dass
               sie für die auf- und absteigenden Personen gut sichtbar sind. Sie dürfen nur in der Betriebs-
               weise "Seilfahrt" leuchten, solange die zugehörigen Tore geöffnet sind und die geschlossene
               Fahrbremse nicht gelöst werden kann.

               Bei elektrischen Anlagen in der Zündschutzart "Eigensicherheit" können die Torleuchten
               durch Betriebsleuchten an den Anschlägen ersetzt werden. Die Betriebsleuchten müssen
               jedoch für die auf- und absteigenden Personen gut sichtbar sein; ggf. sind Blinkleuchten zu
               verwenden.

4.10.3.7. Lassen sich die Schachttore ohne Gefährdung der Fahrenden vom Fördermittel aus nicht
               öffnen oder schließen, muss ein vom Fördermittel aus erreichbarer Schalter vorhanden sein,
               durch den bei geschlossenem Schachttor die Sperrung der Fahrbremse bewirkt und die
               zugehörige Torleuchte eingeschaltet werden kann.

4.10.3.8. Die Fördermaschinen-/-haspelsperreinrichtung bzw. verbindungs oder speicherprogramm-
               ierbare elektronische Systeme mit gleichrangigen Funktionen müssen den Anforderungen
               an Sicherheitskreise nach Nr. 3.8.7 oder Abfahrsperrkreise nach Nr. 3.8.9 genügen.

4.10.3.9. Fördermaschinen-/-haspelsperreinrichtungen dürfen eine Überbrückungs- oder Entriegel-
               ungsvorrichtung für Not- oder Störungsfälle, z. B. Störungen im Stromkreis der Sperrein-
               richtung, besitzen.

               Diese Vorrichtungen müssen in geeigneter Weise gegen missbräuchliches Benutzen gesichert
               sein.

               Bei überbrückter oder entriegelter Sperreinrichtung darf eine Fertigsignal- oder Abfahr-
               befehlsgabe vom Fördermittel aus nicht möglich sein.

               Das Überbrücken oder Entriegeln der Sperreinrichtung ist am Bedienungsstand der Antriebs-
               maschine optisch anzuzeigen.

4.10.3.10. Am Bedienungsstand der Antriebsmaschine muss angezeigt werden, ob überwachte
                 Schachttore geöffnet oder geschlossen sind.

4.10.4. Abfahrsperrschaltung

4.10.4.1. Abfahrsperrschalter

    1. Seilfahrt- und Güterförderanlagen müssen an allen Anschlägen
      - außer an Nebenanschlägen - sowie an Stellen, an denen diese Anlagen regelmäßig
      überwacht werden, z. B. zur Revision, mit Abfahrsperrschaltern versehen sein, mit
      denen die Fördermaschinen-/-haspelsperreinrichtung wirksam geschaltet werden kann.
       

    2. Die Sperrschaltung ist so zu schalten, dass die Antriebsmaschine bei aufgelegter
      Fahrbremse und unabhängig von der Stellung überwachter Schachttore nach 4.10.3
      gesperrt wird.
       

    3. Die Sperrung der Antriebsmaschine muss dort, wo der Schalter betätigt wurde, durch
      eine besondere, von der aufliegenden Fahrbremse abhängigen Leuchte angezeigt werden.

    4. Die Sperrung des Antriebes darf nur mit dem Schalter, mit dem sie eingeschaltet worden
      ist, wieder ausgeschaltet werden können.

4.10.4.2. Am Bedienungsstand der Antriebsmaschine muss die Wirksamkeit der Abfahrsperrschaltung
               durch Leuchtfelder angezeigt werden.

4.10.4.3. Zusätzlich zu Nr. 4.10.4.1 sind auch andere Überwachungseinrichtungen, die für die Führung
              der Fördermittel im Schacht erforderlich sind, insbesondere Klapp- und Hubspurlatten, oder
              die in den Fördermittelbereich hineinragen können, insbesondere Schwingbühnen, Halte- oder
              Aufsetzklinken, Klappstücke oder Energieversorgungen von Krananlagen, in die Abfahrsperr-
              schaltung einzubeziehen.

4.10.4.4. Die Nrn. 4.10.3.8 und 4.10.3.9 gelten für die Abfahrsperrschaltung entsprechend.
               (Anmerkung: Sicherheitsstromkreis, Überbrückung)

4.11. Optische Anzeigen

4.11.1. Farbgebung und Beschriftung der Leuchtfelder und sonstiger optischer Signale

4.11.1.1. Für die Farbgebung der Leuchtfelder oder der leuchtenden Schriften in Textanzeigefeldern
               oder auf Bildschirmen und sonstiger optischer Signale gilt:


TAS / Dezember 2005 Blatt 4 / 13

4.11.1.2. Leuchten und Leuchtfelder sind entsprechend ihrer Funktionsanzeige zu beschriften,
               z. B. "Seilfahrt", "Seilfahrt mit Bühnen", "Seilfahrt ohne Bühnen". Dies gilt nicht bei
               unverwechselbaren Anzeigen, z. B. Torleuchten, Kontrollleuchten der Fertigsignalgeber.

              Bei eigensicheren Anlagen gelten Schriftfelder mit zugeordneten Anzeigeleuchten als
              beschriftete Leuchtfelder.

4.11.2. Zusätzliche optische Anzeigen

4.11.2.1. Zusätzlich zu den in Nr. 4.11.1 genannten Leuchten und Leuchtfeldern oder leuchtenden
               Schriften in Textanzeigefeldern oder auf Bildschirmen müssen Trumleuchten (Nr. 4.6.1.7)
               nach Betätigen der Signalgeber an den Anschlägen zwangsläufig eingeschaltet werden.

              Sie müssen zwangsläufig gelöscht werden, wenn

4.11.2.2. Akustische Sohlenmeldesignale nach § 19 Abs. 4 der VO dürfen durch optische Sohlen-
               meldesignale ersetzt werden. Für solche Signale müssen an allen Anschlägen Zielgeber mit
               optischer Anzeige des gewählten Zieles vorhanden sein.

4.11.2.3. Sind Fördermaschinen-/-haspelsperreinrichtungen nicht vorhanden, wird empfohlen, an allen
               Anschlägen und am Bedienungsstand der Antriebsmaschine Leuchtfelder oder leuchtenden
               Schriften in Textanzeigefeldern oder auf Bildschirmen mit der Aufschrift "Bremse zu"
               vorzusehen. Sie müssen aufleuchten, wenn die Bremse der Antriebsmaschine geschlossen ist.
               Diese Leuchtfelder oder leuchtenden Schriften in Textanzeigefeldern oder auf Bildschirmen
               müssen dauernd betriebsbereit sein oder durch den Seilfahrtquittungsschalter / Taster
               (Nr. 4.10.1.1) bzw. den Seilfahrtschalter (Nr. 4.10.2.1) betriebsbereit geschaltet werden.

4.11.3. Bildschirmeinsatz in Schachtüberwachungs- und -signalanlagen

4.11.3.1. Die Wirksamkeit, d. h. die Aktualisierungsfähigkeit der optischen Informations-Übertragung
               und deren Darstellung auf Bildschirmen muss am Bedienungsstand der Antriebsmaschine
               erkennbar sein.

4.11.3.2. Beim Ausfall der optischen und akustischen Informationsübertragung darf ein begonnenes
               Treiben beendet werden und anschließend zwangsläufig kein Betrieb möglich sein.

4.11.3.3. Werden in Schachtüberwachungs- und -.signalanlagen sowie automatischen Antriebs-
                steuerungen für die Anzeige von Leuchtfeldern oder leuchtenden Schriften in Textanzeige-
                feldern Bildschirmsysteme eingesetzt, so sollen mindestens die Meldungen:

             durch zusätzliche, separate und von den Bildschirmgeräten unabhängige Einrichtungen
             am Bedienungsstand der Antriebsmaschine und/oder an den Signalanschlägen angezeigt
             werden.

4.12. Registriergeräte

4.12.1. Schachtüberwachungs- und -signalanlagen von Hauptseilfahrtanlagen müssen mit
            Registriergeräten ausgerüstet sein.

4.12.2. Mindestens folgende Signale und Betriebsvorgänge müssen, möglichst gemeinsam,
            aufgezeichnet werden:

            Verschiedene Vorgänge können auf eine Spur gelegt werden, wenn sie ausreichend zu
            unterscheiden sind.

4.12.3. Bei der Registrierung müssen die Einzelsignale so aufgezeichnet werden, dass sie deutlich
            erkennbar sind.

4.12.4. Werden Registriereinrichtungen- mit Rechnersystemen aufgebaut, so sind gemäß den
            Dokumentationsrichtlinien die verwendete Hard- und Software zu dokumentieren.


TAS / Dezember 2000                                                                              Blatt 4 / 14

4.12.5. Speicher von Registriergeräten der Schachtsignalanlagen sind so auszulegen, dass die
            registrierten Ereignisse gespeichert und wieder abgerufen werden können; Ausdrucke
            müssen mit zeitlich gespreizter Auflösung möglich sein.

            Bei Förderanlagen mit einer besonders großen Zahl zu registrierender Ereignisse, z. B.
            hochbeanspruchte Anlagen, müssen entweder weitere oder größere Speicher verwendet
            werden.

            Bei Erreichen der Endkapazität der Speicher muss der Speicherinhalt dokumentiert
            werden, z. B. auf maschinenlesbare Datenträger oder Ausdrucke, sofern nicht eine
            ständige Dokumentation erfolgt.

            Das Erreichen der Endkapazität der Speicher darf nicht unbemerkt bleiben.

            Sofern nicht eine ständige Dokumentation des Speicherinhalts durch Ausdrucke oder
            externe maschinenlesbare Datenträger sondern durch den festeingebauten Datenträger
            der Registriereinrichtung erfolgt, muss das Speichern in der Art eines Durchschieberegisters
            erfolgen. Dabei darf das Überschreiben der Anfangsdaten jeweils erst nach einem Zyklus
            von mindestens 6 Monaten erfolgen. Das Erreichen der Endkapazität des festeingebauten
            Speichermediums (z. B. Festplatte) kann dabei unbemerkt bleiben, wenn durch Störungen
            verursachte kürzere Zykluszeiten vom System erkannt und auch dokumentiert sowie vom
            Wartungspersonal bemerkt werden können.

4.13. Schachtfernsprechanlagen

4.13.1. Jede Seilfahrtanlage und Güterförderanlage muss zur mündlichen Verständigung zwischen
            den Anschlägen und dem Bedienungsstand der Antriebsmaschine sowie dem Steuerstand
            der eingeschränkten Handsteuerung nach Nr. 3.4.1 mit einer Fernsprechanlage ausgerüstet
            sein. Dies gilt nicht für Nebenanschläge (Bühnen, Keller).

4.13.2. Die Fernsprechanlagen müssen jederzeit eine Verständigung zwischen sämtlichen Sprech-
            stellen ermöglichen; mit dem Bedienungsstand der Antriebsmaschine und dem Steuerstand
            der eingeschränkten Handsteuerung muss auch dann Verbindung aufgenommen werden
            können, wenn von anderer Stelle bereits gesprochen wird.

4.13.3. Am Bedienungsstand der Antriebsmaschine sowie an dem Steuerstand der eingeschränkten
            Handsteuerung nach Nr. 3.4.1 ist der Fernsprecher so anzubringen, dass der Maschinen-
            führer ihn von seinem Platz aus benutzen kann.

4.13.4. Es wird empfohlen, an Stellen, an denen regelmäßig Seile überwacht werden, zur mündlichen
            Verständigung mit dem Bedienungsstand der Antriebsmaschine oder mit dem Steuerstand
            der eingeschränkten Handsteuerung eine Fernsprechanlage vorzusehen.

4.13.5. Der Klang des Fernsprechanrufs muss sich von dem des Einzel- und des Notsignals so
            unterscheiden, dass eine Verwechslung ausgeschlossen ist.

4.13.6. Bei Anlagen mit Tonfrequenz-Wechselstrom darf der Lautsprecher der Einzel- und Not-
            signalanlage nicht Bestandteil der Fernsprechanlage sein.

4.13.7. Schachtfernsprechanlagen müssen unabhängig von anderen Fernsprechanlagen errichtet
            werden. Für Schachtfernsprechanlagen gelten die Nrn. 4.3.1, 4.3.2, 4.3.4, 4.3.7, 4.4.1
            und 4.4.5.

4.13.8. Es wird empfohlen, zur Verständigung zwischen dem Bedienungsstand der Antriebsmaschine
            und dem Sammelanschlag oder dem sonstigen obersten Anschlag zusätzlich eine Gegen-
            sprechanlage vorzusehen.

4.14. Schachtüberwachungs - und - signalanlagen sowie Schachtfernsprechanlagen in
         Abteufbetrie
ben

4.14.1. Abteufanlagen müssen mit einer Einrichtung für akustische Einzelsignale von der
            Schachtsohle und gegebenenfalls von der verfahrbaren Bühne zur Hängebank oder
            zum obersten Anschlag (Sammelanschlag) ausgerüstet sein. Von dort muss eine weitere
            Einrichtung für akustische Einzelsignale zum Bedienungsstand der Antriebsmaschine und
            gegebenenfalls zum Bedienungsstand der Bühnenwinde vorhanden sein.

           Abweichend von Satz 1 ist für das Verfahren der Bühne und für Schwertransporte eine
           unmittelbare Signalgabe zum Bedienungsstand der Antriebsmaschine zulässig, sofern
           gewährleistet ist, dass von keiner anderen Stelle aus Signal gegeben werden kann - mit
           Ausnahme von Notsignalen. Es muss gewährleistet sein, dass dabei nicht gegen geschlossene
           Schachtklappen gefahren werden kann.

           Für Rücksignale vom Sammelanschlag zur Schachtsohle oder gegebenenfalls zur Bühne
           müssen geeignete Einrichtungen vorhanden sein.

4.14.2. Abteufanlagen, bei denen die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten für Güterförderung und
            Seilfahrt unterschiedlich sind, müssen mindestens mit einem Umschalter am Bedienungsstand
           der Antriebsmaschine ausgerüstet sein, mit dem die Seilfahrtleuchten am Bedienungsstand und
           am Sammelanschlag geschaltet werden können.

4.14.3. Bei schlittengeführten Fördermitteln muss mindestens die Durchfahrt der Führungsschlitten
            durch die Schachtklappen bei der Abwärtsfahrt überwacht werden (Führungsschlittenüber-
            wachung).


TAS / Dezember 2000                                                                              Blatt 4 / 15

4.14.4. Auch wenn die Abteufsohle oder die verfahrbare Bühne mit Signalgebern für Einzelsignale
            ausgerüstet ist, muss eine Schachthammersignaleinrichtung vorhanden sein, die von diesen
           Stellen erreichbar und ständig betriebsbereit ist. Dabei gelten Nr. 4.7.1 mit der Abweichung,
            dass die Signale nur am oberen Anschlag (Sammelanschlag) ertönen dürfen, sowie bei
            Schachthammersignaleinrichtungen mit Zugseilbetätigung Nr. 4.7.2.2, Satz 1, die Nrn. 4.7.2.3
            bis 4.7.2.5 und Nr. 4.7.1.7.

4.14.5. Jede Abteufanlage muss zur mündlichen Verständigung zwischen Schachtsohle, verfahrbarer
            Bühne, Hängebank oder oberstem Anschlag und den Bedienungsständen der Antriebs-
            maschine und der Bühnenwinde mit einer Fernsprechanlage ausgerüstet sein, die jederzeit
            eine Verständigung zwischen sämtlichen Sprechstellen ermöglicht.

4.14.6. Es wird empfohlen, auch für andere als in Nr. 4.13.4 genannte Bühnenanlagen eine Fernsprech-
            anlage vorzusehen, sofern nicht Fördermitteltelefonie- und -signalanlagen oder Funksprech-
            geräte mit Signaltaste verwendet werden.

4.14.7. Für Schachtüberwachungs- und -signalanlagen sowie Fernsprechanlagen in Abteufbetrieben
            gelten weiterhin die Anforderungen der folgenden Nummern:

4.2

Stromversorgung und Überwachung der Schachtüberwachungs- und -signalanlagen,
jedoch mit der Maßgabe, dass eine Isolationsüberwachung nach Nr. 4.2.8 oder eine
Überwachung der Betriebsbereitschaft nach Nr. 4.2.7 genügt, und beim Einsatz von
programmierbaren elektronischen Systemen (PES) die Nrn. 4.2.10 und 4.2.11 zu
beachten sind,

4.3

Betriebsmittel,

4.5

Signalumschalter, außer Nrn. 4.5.5 bis 4.5.10,

4.6.1

Einrichtungen für Einzelsignale, außer Nr. 4.6.1.3,

4.6.3.1

Signalzuteilung, außer Sohlenblockiereinrichtung,

4.6.3.5

Optische Anzeige der Betriebsbereitschaft,

4.10.2

Seilfahrtschalter und Seilfahrtleuchten in Verbindung mit Nr. 4.14.2,

4.11.1

Farbgebung und Beschriftung der Leuchtfelder,

4.14.5

Fernsprechanlagen beim Abteufen sowie Nrn. 4.13.5 bis 4.13.8 mit dem Zusatz,
dass als Anrufmittel auch Tonfrequenz-Generatoren zulässig sind, und zusätzlich
Nrn. 4.3.7 und 4.15.1.

4.15. Schachtüberwachungs- und  -signalanlagen sowie Schachtfernsprechanlagen
        in sonderbewetterten Grubenbauen

4.15.1 In sonderbewetterten Grubenbauen, die durch Grubengas gefährdet werden können,
          müssen elektrische Schachtüberwachungs- und -signalanlagen sowie Fernsprechanlagen,
          beim Ansprechen des Wetterstromwächters selbsttätig abgeschaltet werden.
          Das Abschalten muss am Bedienungsstand der Antriebsmaschine optisch und akustisch
          angezeigt werden und darf zeitlich begrenzt überbrückbar sein. Die akustische Anzeige
          darf abschaltbar sein.

         Eine Abschaltung ist nicht erforderlich, wenn Geräte eingesetzt werden, die für den
         Einsatz in sonderbewetterten Grubenbauen, die durch Grubengas gefährdet werden können,
         zugelassen bzw. hinsichtlich ihrer Schlagwetterschutzart geeignet sind.

4.15.2. Mindestens die Fernsprechanlagen im sonderbewetterten Bereich müssen in der
           Zündschutzart Eigensicherheit ausgeführt sein.

4.16 Mechanische Signalanlagen

4.16.1 Mechanische Signalanlagen, die in vorhandenen Förderanlagen eingebaut sind, bestehen aus:

    1. Einrichtungen für akustische Einzelsignale,
    2. Einer Schachthammersignaleinrichtung,
    3. Einer Einrichtung für Notsignale, sofern eine Sohlenblockiereinrichtung vorhanden ist.

         Alle Signale, die gleichzeitig ertönen können, müssen verschieden klingen.

4.16.2 Einzelsignale müssen gegeben werden können:

                und, sofern nicht ein Seilfahrtschalter und Seilfahrtleuchten nach Nr. 4.10.2
                eingebaut sind:

                bei Einkorbbetrieb

4.16.3 Für die Schachthammersignaleinrichtung gelten die Nrn. 4.7.1 und 4.7.2

4.16.4 Vorrichtungen für Notsignale müssen so beschaffen sein, dass ein Notsignal jederzeit von
            jedem Anschlag aus zum Bedienungsstand der Antriebsmaschine gegeben werden kann.

            Notsignale sind rot zu kennzeichnen.


TAS / Dezember 2000                                                                         Blatt 4 / 16

4.16.5. Die Signalgeber müssen an der Aufstieg- oder Aufschiebeseite eines jeden Anschlags
            angebracht sein.

4.16.6. Die Zugseile der Signalgeber sind im Schacht so zu führen, dass sie durch Fördermittel
           oder Gegengewichte nicht beschädigt und dass sie überwacht werden können.

           Zugseile dürfen nur über bewegliche Rollen abgelenkt werden.

           Zugseile müssen so vorgespannt sein, dass eine einwandfreie Signalgabe möglich ist.

4.16.7. Pneumatische Signalempfänger müssen in der Energiezufuhrleitung mit einer
           Wartungseinheit ausgerüstet sein (Wasserabscheider, Filter, Öler).



TAS / Dezember 2005                                                                            Blatt 5 / 1

5. Einrichtungen für automatisch betriebene Antriebsmaschinen von Schacht-
    förderanlagen

5.1. Allgemeines

5.1.1. Automatischer Betrieb liegt vor, wenn durch Steuerimpulse (Definition des Begriffs 
         "Abfahrbefehl (Steuerimpuls)" siehe § 19 Abs. 1 der VO) programmierte Bewegungs-
         abläufe eingeleitet und selbsttätig durchgeführt werden.

         An Schachtförderanlagen ist zu unterscheiden:

5.1.2. Steuerimpulse zum Ingangsetzen und Stillsetzen von Antriebsmaschinen können

          ausgelöst werden.

5.1.3. Automatisch betriebene Antriebsmaschinen können stillgesetzt werden durch

5.1.4. Automatische Steuerungen müssen so beschaffen und geschaltet sein, dass bei
         einem Ausfall oder einer Störung die Wirksamkeit der Sicherheitseinrichtungen
         nicht beeinträchtigt werden kann.

5.1.5. Ausfall und Wiederkehr der Energiezufuhr dürfen nicht zu gefährlichen Betriebs-
          zuständen führen können, auch wenn inzwischen die Betriebsart geändert worden ist.
          Bei Ausfall der Energiezufuhr müssen gespeicherte Abfahrbefehle gelöscht werden.

5.1.6. Nach einer Sicherheitsbremsung darf die Antriebsmaschine zunächst nur mit Hand-
          bedienung wieder in Gang gesetzt werden können.

          Für das Wiedereinschalten der automatischen Steuerung gilt Nr. 5.2.7.

          Abweichend von Absatz 1 darf nach Ausfall und Wiederkehr der Energiezufuhr die
          Sicherheitsbremse selbsttätig gelüftet werden können, wenn die zuvor eingeschaltete
          Betriebsart der automatischen Steuerung erhalten bleibt; bei zuvor eingeschalteter
          Betriebsart "Anschlägersteuerung" darf jedoch eine selbsttätige Umschaltung auf die
          Betriebsart "Selbstfahrerseilfahrt" erfolgen. Eine notwendige Synchronisierungsfahrt
          darf nur mit Schleichgeschwindigkeit möglich sein.

5.1.7.1. An allen Anschlägen, von denen aus Tragböden von Fördermitteln betreten werden
             können, müssen überwachte Schachttore vorhanden sein (siehe Nr. 5.4.7, Ziffer 1).

             Die Torüberwachung ist so zu schalten, dass die Antriebsmaschine bei geöffnetem
             Tor und bei aufgelegter Fahrbremse gesperrt wird.

             Die Überwachung der Schachttore muss in allen Betriebsweisen (Seilfahrt/Güter-
             förderung), außer bei den Betriebsarten "Revision mit Signalgabe vom Fördermittel" 
             (Schachtrevision), "Langteiltransport" und "Revision mit Signalgabe vom Anschlag" 
             (z. B. Seilrevision) an Anschlägen mit sonst überwachten Schachttoren, wirksam sein.

             Diese Überwachung braucht bei "Güterförderung" nicht wirksam zu sein, wenn
             Abfahrsperrschalter nach Nr. 5.1.7.4 vorhanden sind.

             Bei "Seilfahrt" muss die Sperrung der Antriebsmaschine dort, wo das Tor geöffnet
             wurde, durch die Torleuchte nach Nr. 5.3.2 angezeigt werden, die von der aufliegenden
             Fahrbremse abhängig ist.

             Bei "Güterförderung" dürfen Fördermittel im Anschlagbereich bei offenen Schachttoren
             umgesetzt oder nachgesetzt werden. Hierzu müssen die zugehörigen Befehlsgeber
             (siehe Nr. 5.2.2) so ausgeführt sein, dass sie mit getrennten Kontakten die örtlichen
             Torschalter überbrücken und den Abfahrimpuls durchschalten.

             Ferner muss überwacht werden, dass bei offenem Schachttor und nicht anstehendem
             Abfahrimpuls der Abfahrsperrkreis wieder wirksam ist.

             Die Sperrung der Antriebsmaschine muss durch besondere Leuchten angezeigt werden,
             die von der aufliegenden Fahrbremse abhängig sind.

5.1.7.2. Jedes überwachte Schachttor muss mit zwei voneinander getrennten Schaltern ausgerüstet
             sein, die sich gegenseitig auf Nicht-übereinstimmung der Schaltstellungen überwachen.
             Jede Nichtübereinstimmung muss eine Sperrung der Abfahrt bewirken. Die Störung muss
             am Bedienungsstand oder in dessen Nähe optisch angezeigt werden. Beide Schalter dürfen
             in einem Gehäuse untergebracht sein.

5.1.7.3. Nr. 5.1.7.2 gilt auch für überwachte Fördermittelverschlüsse von Selbstfahrerseilfahrtanlagen.

             Bei Störung des Übertragungsweges zwischen Fördermittel und Antriebsmaschine dürfen
             die Kontakte der überwachten Fördermittelverschlüsse durch einen verschließbaren Schalter
             am Bedienungsstand der Antriebsmaschine überbrückt werden können. Die Überbrückung
             muss auf dem Fördermittel und am Bedienungsstand erkennbar sein. (z.B. Hinweisschilder).
             Mit der Überbrückung müssen alle Steuerfunktionen vom Fördermittel zur Antriebsmaschine
             unwirksam und die Abfahrt gesperrt werden. Danach darf nur noch mit Handbedienung
             gefahren werden können.

5.1.7.4. An allen Anschlägen, von denen aus Tragböden von Fördermitteln betreten werden können,
             müssen Abfahrsperrschalter vorhanden sein. Ihre Schaltung richtet sich nach Nr. 4.10.4.


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            Auf diese Abfahrsperrschalter kann verzichtet werden, wenn in Förderanlagen mit
            überwiegend automatischem Betrieb für die Betriebsweise "Güterförderung" eine
            Überbrückungs- und Überwachungsschaltung nach Nr. 5.1.7.1 eingerichtet ist.

            An Stellen, an denen diese Anlagen regelmäßig überwacht werden, z. B. Revisionsstellen,
            müssen ebenfalls Abfahrsperrschalter vorhanden sein, wenn dort nicht Nothaltgeber
            (siehe Nr. 5.2.5) vorgesehen sind. Am Betätigungsort muss durch eine besondere, von
            der aufgelegten Fahrbremse abhängige Leuchte die Sperrung der Antriebsmaschine
            angezeigt werden.

5.1.8.1. Anlagen, die bei der Güterförderung automatisch gesteuert und bei Seilfahrt von Hand
             bedient werden, müssen einen Bedienungsstand nach Nr. 3.4.2 und eine Signalanlage
             nach den Nrn. 4.1.1 und 4.1.2 mit Nothaltgebern nach Nr. 5.2.5 besitzen.

5.1.8.2. Anlagen, die bei Seilfahrt und Güterförderung vorwiegend automatisch betrieben werden,
             müssen für den Fall der Handbedienung einen Bedienungsstand nach Nr. 3.4.2 sowie
             entweder signaltechnische Einrichtungen nach Nr. 5.3.9 oder eine Signalanlage nach den
             Nrn. 4.1.1 und 4.1.2 mit Nothaltgebern nach Nr. 5.2.5 besitzen. Sofern die Befehlsgeber
             auch bei Handbedienung Funktionen der Signalanlage erfüllen, brauchen diese Einrichtungen
             nur einmal vorhanden zu sein.

             Zusätzlich ist eine eingeschränkte Handsteuerung nach Nr. 5.1.8.4 zulässig.

             Ist eine Handbedienung vorhanden können die dafür vorgesehenen Einrichtungen bei der
             eingeschränkten Handsteuerung mit genutzt werden.

5.1.8.3. Anlagen, die bei Seilfahrt und Güterförderung nur automatisch betrieben werden können,
             sowie automatisch betriebene Güterförderanlagen, die nicht zur Seilfahrt eingerichtet sind,
             müssen eine eingeschränkte Handsteuerung der Antriebsmaschine nach Nr. 5.1.8.4 besitzen,
             um die Anlage im Störungsfall noch von Hand bedienen zu können.

5.1.8.4. Eingeschränkte Handsteuerung

5.1.8.4.1. Die eingeschränkte Handsteuerung nach Nr. 5.1.8.3 muss mindestens mit Einrichtungen

               versehen sein.

               Fahrbefehle zum Beschleunigen dürfen nicht gespeichert werden.

               Als Signaleinrichtungen müssen mindestens

                vorhanden sein.

                Gegebenenfalls kann zusätzlich eine Schachthammersignalanlage nach Nr. 4.7 oder
                ein Funksprechgerät mit Signaltaste nach Nr. 4.8.8 als Signaleinrichtung verwendet
                werden.

                Außerdem finden die Nrn. 3.4.4, 3.4.9.1 und 3.4.9.2 entsprechende Anwendung.

5.1.8.4.2. Die eingeschränkte Handsteuerung nach Nr. 5.1.8.3 darf nur am zugehörigen Steuerstand
               einzuschalten sein. Der Schalter muss verschließbar sein. Der Steuerstand der ein-
               geschränkten Handsteuerung ist kein Bedienungsstand nach den Nrn. 5.1.8.1 und 5.1.8.2.

5.1.8.4.3. Bei eingeschalteter eingeschränkter Handsteuerung müssen mindestens die Auslösungen
               der Sicherheitsbremse nach Nr. 3.8.3 Ziffer 1, 2 und 9 erhalten bleiben.

               Endschalter können gemäß Nr. 5.2.14 auf die Fahrbremse wirken.

               Dabei darf nach dem Anfahren des Endschalters und dem Auflegen der Fahrbremse das
               Wiederanfahren nur in Gegenrichtung möglich sein.

               Zusätzlich muss die Fahrgeschwindigkeit überwacht werden. Die Befehlsgeber für
               automatischen Betrieb müssen unwirksam geschaltet sein.

5.1.8.4.4. Bei eingeschränkter Handsteuerung muss die Fahrgeschwindigkeit deutlich reduziert sein
                und darf maximal 2 m/s oder bei Haspelanlagen maximal 50 % der Höchstgeschwindigkeit
                betragen.

5.1.8.4.5. Bei der Gesperrt-/Freischaltung muss an jedem Anschlag ein Gesperrt-/Freischalter so
                angeordnet sein, dass er vom Fördermittel und vom Anschlag aus betätigt werden kann.
                Er darf nur wirksam sein, wenn das Fördermittel am Anschlag vorsteht. In Sperrstellung
                muss er die Antriebsmaschine und die geschlossene Fahrbremse sperren. Die beiden
                Schaltstellungen müssen am Schalter optisch angezeigt werden. Bei Freischaltung muss
                am Steuerstand der eingeschränkten Handsteuerung ein Abfahrsignal ausgelöst werden.

5.1.9. Automatisch betriebene Anlagen müssen Schachtfernsprechanlagen nach Nr. 4.13.1 besitzen.

5.1.10. Betätigungseinrichtungen und optische Anzeigen sind in übersichtlicher Form so anzuordnen,
            dass die Anlage von Fahrenden und Anschlägern leicht bedient werden kann.

            Betätigungssymbole müssen auf einem Bergwerk gleiche Bedeutung haben.

5.2. Anforderungen an die automatische Steuerung von Antriebsmaschinen

5.2.1. Bei automatischer Steuerung darf die Antriebsmaschine nur auf entsprechende
          Abfahrbefehle hin selbsttätig in Gang gesetzt werden


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          können. Der Bewegungsablauf muss dann wie vorgegeben durchgeführt werden, wobei
          der Verzögerungsweg auf die betriebsübliche Überlast (§ 2 Abs. 5 der VO) beim Einhängen
          einzustellen ist; dies gilt auch, wenn in der Regel mit dieser Überlast aufwärts gefördert wird.

          Abweichend hiervon darf der Verzögerungsbeginn bei Güterförderung auch mit einer Last-
          messeinrichtung ermittelt werden.

5.2.2. Ein Abfahrbefehl kann in den einzelnen Betriebsarten mit folgenden Befehlsgebern gegeben
          werden:

a) Selbstfahrerseilfahrt

Abfahrbefehlsgeber, der vom Fördermittel aus betätigt wird,
Ruftaste, die vom Anschlag aus betätigt wird,

b) Seilfahrt mit Anschlägersteuerung

Abfahrbefehlsgeber, der vom Anschlag aus betätigt wird,

c) Güterförderung mit Anschlägersteuerung

Abfahrbefehlsgeber, der vom Anschlag aus betätigt wird,

d) Güterförderung mit automatischer Beschickung

Abfahrbefehlsgabe durch die Beschickungseinrichtung

e) Schachtbefahrung

Abfahrbefehlsgeber, der vom Fördermittel oder ggf. vom Gegengewicht aus betätigt wird,

f) Seilrevisionsbetrieb

Abfahrbefehlsgeber, der an dem betreffenden Revisionsanschlag betätigt wird,

g) Lang- oder Schwermaterialtransport

Abfahrbefehlsgeber, der an dem betreffenden Lang- oder Schwermaterialtransport betätigt wird.

          Befehlsgeber für das Nachsetzen der Fördermittel (Bewegungen im Anschlagbereich) und
          Befehlsgeber für das Umsetzen mehrbödiger Fördermittel dürfen nur bei den Betriebsarten
          nach a), b), c) und g) betriebsbereit sein.

5.2.3. Befehlsgeber zum Nachsetzen der Fördermittel müssen getrennte Tasten für "Auf" und 
         "Hängen" haben. Die Befehle dürfen nicht gespeichert werden können (Dauerimpulsgeber).
         Sie dürfen nur in einem bestimmten Anschlagbereich und nur dann wirksam sein, wenn
         das Fördermittel anwesend ist. Bei zweitrümiger Betriebsweise darf der Befehlsgeber zum
         Nachsetzen nur wirksam sein, wenn am Gegenanschlag die Schachttore geschlossen sind.

5.2.4. Befehlsgeber für das Umsetzen mehrbödiger Fördermittel dürfen mit Abfahrbefehlsgebern
         vereinigt sein. Die Befehle dürfen nicht gespeichert werden können (Dauerimpulsgeber).
         Bei zweitrümiger Betriebsweise dürfen Befehlsgeber für das Umsetzen nur wirksam werden,
         wenn sie an beiden Anschlägen betätigt worden sind.

5.2.5. Nothaltgeber müssen an den Anschlägen - und bei Selbstfahrerseilfahrt zusätzlich auch auf
          den dafür bestimmten Fördermitteln - vorhanden sein. Nothaltgeber müssen auch an Stellen,
          an denen diese Anlagen regelmäßig überwacht werden, z. B. zur Revision, vorhanden sein.
          (Nicht zu verwechseln mit den Not-Aus-Gebern nach Nr. 3.1.7).

         Das Betätigen von Nothaltgebern muss

          Nothaltgeber müssen rot gekennzeichnet und außer bei "eingeschränkter Handsteuerung" 
          ständig betriebsbereit sein. Nothaltgeber müssen mit einer Wiedereinschaltsperre versehen sein,
          die auch bei Handbetrieb ein Ingangsetzen der Antriebsmaschine verhindert. Nothalt vom
          Fördermittel aus muss außerdem eine Alarmmeldung an einer ständig besetzten Stelle auslösen.

          Bei Störung des Übertragungsweges zwischen Fördermittel und Antriebsmaschine darf der
          Nothaltgeber auf dem Fördermittel durch einen verschließbaren Schalter am Bedienungsstand
          der Antriebsmaschine überbrückt werden können. Die Überbrückung muss auf dem Fördermittel
          und am Bedienungsstand erkennbar sein (z. B. Hinweisschilder). Mit der Überbrückung müssen
          alle Steuerfunktionen vom Fördermittel zur Antriebsmaschine unwirksam und die Abfahrt gesperrt
          werden. Danach darf nur noch mit Handbedienung gefahren werden können.

5.2.6. Automatisch gesteuerte Antriebsmaschinen dürfen mit einer Vorrichtung zur Ferneinschaltung
          ausgerüstet sein, wenn dabei die gleiche Sicherheit wie beim Einschalten am Bedienungsstand
          gewährleistet ist.

5.2.7. Das Umschalten der Antriebsmaschine auf automatische Steuerung darf nur wirksam werden,
          wenn mindestens die Fahrbremse aufgelegt ist und der Steuerhebel in Nullstellung steht und
          kein Fertigsignal ansteht. Nach dem Umschalten muss ein Betätigen des Steuerhebels und des
          Fahrbremshebels unwirksam bleiben oder unmöglich sein.

5.2.8. Das Umschalten der Antriebsmaschine von automatischer Steuerung auf Handbedienung darf
          nur wirksam werden, wenn die Fahrbremse aufliegt und der Steuerhebel in Nullstellung steht.


TAS / Dezember 2000                                                                                           Blatt 5 / 4

          Vor dem Umschalten wirksame Fördermittelverschlussüberwachungen müssen wirksam bleiben.
          Dies gilt auch für die Schachttorüberwachungen, wenn vor dem Umschalten "Seilfahrt" geschaltet
          war.

5.2.9. Der Schalter zum Umschalten von Handbedienung auf automatische Steuerung und umgekehrt
          muss am Bedienungsstand oder in dessen Nähe angeordnet und gegen unbefugte Betätigung
          gesichert sein, z. B. Schlüsselschalter.

5.2.10. Umschalteinrichtungen für die Betriebsarten nach Nr. 5.2.2 müssen an den dafür eingerichteten
            Anschlägen vorhanden sein.

           Es darf jeweils nur eine Betriebsart eingeschaltet werden können und mit den zugehörigen
           Einrichtungen betriebsbereit sein.

           An den Anschlägen - außer Nebenanschlägen - muss die eingeschaltete Betriebsart optisch
           angezeigt werden (siehe Nr. 5.5.1).

5.2.11. Das Umschalten von einer automatischen Betriebsart auf eine andere automatische Betriebsart
            darf nur wirksam werden, wenn

5.2.12.1. Die automatische Betriebsart "Seilfahrt/Güterförderung mit Anschlägersteuerung" darf nur an
               zwei entsprechend geschalteten Anschlägen wirksam sein.

5.2.12.2. Abfahrbefehlsgeber dürfen bei automatischer Anschlägersteuerung nur vom Anschlag aus
               betätigt werden können.

5.2.12.3. An den Anschlägen für automatische Anschlägersteuerung müssen vorhanden sein:

5.2.12.4. An Anlagen, die auch für automatische Selbstfahrerseilfahrt eingerichtet sind, müssen die auf
              den Fördermitteln befindlichen

               mindestens auch bei Seilfahrt mit automatischer Anschlägersteuerung betriebsbereit sein.

5.2.13. Die automatischen Betriebsarten "Revision mit Signalgabe vom Fördermittel (Schachtbefahrung)"
           und "Revision mit Signalgabe vom Anschlag" (z. B. "Seilrevision" dürfen nur mit Schlüsselschaltern
           geschaltet werden können. Solange eine dieser Betriebsarten eingeschaltet ist, darf von keiner 
         anderen Stelle aus auf eine andere automatische Betriebsart oder auf Handbedienung umgeschaltet
           werden können. Satz 2 gilt nicht für Anlagen mit eingeschränkter Handsteuerung (Nr. 5.1.8.4).

            Abweichend von Satz 2 darf von der automatischen Betriebsart "Revision mit Signalgabe vom
            Fördermittel (Schachtbefahrung)" und "Revision mit Signalgabe vom Anschlag“ (z. B.
            "Seilrevision") mit einem Schlüsselschalter am Bedienungsstand der Antriebsmaschine auf 
            Handbedienung umgeschaltet werden können

5.2.14. In den automatischen Betriebsarten "Revision mit Signalgabe vom Fördermittel" (Schacht-
            befahrung) und "Revision mit Signalgabe vom Anschlag" (z. B. Seilrevision) darf beim
            Anfahren der Endschalter abweichend von Nr. 3.8.3 statt der Sicherheitsbremse die
            Fahrbremse ausgelöst werden. Ein Wiederanfahren darf danach nur in Gegenrichtung
            möglich sein. Dies gilt auch bei eingeschalteter eingeschränkter Handsteuerung.

5.3. Zusätzliche Anforderungen an Anlagen für automatische Selbstfahrerseilfahrt

5.3.1. Bei Selbstfahrerseilfahrt mit automatisch gesteuerter Antriebsmaschine dürfen Abfahrbefehlsgeber
          nur vom Fördermittel aus betätigt werden können.

5.3.2. An Anlagen für automatische Selbstfahrerseilfahrt müssen an den Seilfahrtanschlägen vorhanden
         sein:


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           und, soweit erforderlich,

           Zielwahltasten an den Anschlägen können zugleich als Ruftasten wirken.

5.3.3. An Anlagen für automatische Selbstfahrerseilfahrt müssen auf den dafür bestimmten
         Fördermitteln vorhanden sein:

        Zielwahltasten auf den Fördermitteln können zugleich als Abfahrbefehlsgeber wirken.

        Es wird empfohlen, auch eine Sprechverständigung zwischen Fördermitteln und Anschlägen
        einzurichten.

5.3.4.1. Automatische Selbstfahrerseilfahrt darf mit Einzelsteuerung oder mit Sammelsteuerung
            durchgeführt werden.

5.3.4.2. An Anlagen mit Einzelsteuerung darf

5.3.4.3. An Anlagen mit Sammelsteuerung müssen die Impulse der Ruftasten und Zielwahltasten
            gespeichert werden, um die damit eingegebenen Fahrziele programmgemäß anfahren zu
            können.

            Für Notfälle, z. B. Verletztentransport, können Vorrangschaltungen vorgesehen werden.

5.3.4.4. Auf einen Abfahrbefehl darf die Antriebsmaschine nur in Gang gesetzt werden können,
             wenn

    1. die Betriebsart "automatische Selbstfahrerseilfahrt" eingeschaltet ist,

    2. die Schachttore am Abfahranschlag sowie die Fördermittelverschlüsse geschlossen
      sind,

    3. die Abfahrwarnung nach Nr. 4.6.2.9 Satz 1 abgelaufen ist.

5.3.5.1. Bei automatischer Selbstfahrerseilfahrt in zweitrümiger Betriebsweise zwischen den
            Endanschlägen genügt ein Abfahrbefehl zum Auslösen der Abfahrwarnung und
            Ingangsetzen der Antriebsmaschine; dabei gelten die Nrn. 5.3.4.2 bis 5.3.4.4 für beide
            Fördermittel und beide Endanschläge.

5.3.5.2. Wird bei zweitrümigen Anlagen automatische Selbstfahrerseilfahrt im Einkorbbetrieb
            durchgeführt, müssen die Schachttore am Trum des nicht benutzten Fördermittels in
            die Überwachung nach Nr. 5.1.7.2 einbezogen sein.

5.3.6.1. An Anlagen ohne Sammelsteuerung muss, solange kein Ziel eingegeben ist oder keine
            Ruftaste betätigt wird, an den Anschlägen und am Bedienungsstand der Antriebsmaschine
            ein Leuchtfeld mit der Aufschrift „Frei“ aufleuchten (Nr. 5.5.1), wenn

5.3.6.2. Anlagen ohne Sammelsteuerung müssen ebenfalls "Frei" melden, wenn bei vorstehendem
            Fördermittel nach der Zieleingabe nicht innerhalb von etwa 10 s das Schachttor oder der
            Fördermittelverschluss geöffnet wird.

5.3.7. An Anlagen mit Sammelsteuerung darf ein Abfahrbefehl erst etwa 10 s nach dem Stillsetzen
         der Antriebsmaschine wirksam werden, wenn in dieser Zeit weder ein Schachttor noch ein
         Fördermittelverschluss geöffnet worden ist.

5.3.8. An den Seilfahrtanschlägen müssen in Übereinstimmung mit § 34 der VO Tafeln mit
          Anweisungen über das Bedienen der Anlage bei Selbstfahrerseilfahrt und das Verhalten der
          Fahrenden bei Störungen angebracht sein.

          Dies gilt auch für die zur Selbstfahrerseilfahrt zugelassenen Tragböden der Fördermittel.

5.3.9. An Anlagen, die mit den in den Nrn. 5.3.2 und 5.3.3 aufgeführten Betriebsmitteln zur Selbst-
          fahrerseilfahrt ausgerüstet sind und deren Antriebsmaschinen wahlweise von Hand bedient werden
          können, müssen im Falle der Handbedienung abweichend von Nr. 4.1.1


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5.4. Sicherheits - und Überwachungseinrichtungen
       
(Zusätzliche Anforderungen zum Sicherheitskreis nach Nr. 3.8)

5.4.1.1. In die selbsttätige Überwachung automatisch betriebener Anlagen müssen alle Anlagenteile
             einbezogen werden, die bei Störungen oder Schäden Gefahren für Leben und Gesundheit
             von Personen herbeiführen oder ungewollte Bewegungen zur Folge haben können.

            Dies gilt auch für Teile von Beschickungseinrichtungen, z. B. Schwingbühnen, Aufschieber,
            Überleitvorrichtungen, sowie für Vorrichtungen zum Überwachen der Schachtverhältnisse,
            z. B. Wasserstand oder Rieselgutstand im Schachtsumpf, Öffnungszustand von Hubspurlatten.

5.4.1.2. Beim Einsatz programmierbarer elektronischer Systeme dürfen Programm- oder Verarbeitungs-
             fehler nicht zu gefährlichen Betriebszuständen führen. Programme und Programmänderungen
             müssen ausreichend getestet sein und dokumentiert werden.

5.4.2. Durch das Ansprechen von Sicherheits- und Überwachungseinrichtungen darf die vorher
          eingeschaltete Betriebsart nicht selbsttätig verändert werden.

5.4.3. Treibscheibenanlagen mit automatischer Steuerung der Antriebsmaschine müssen mit einer
          Seilrutschüberwachung und einer Hängseilüberwachung ausgerüstet sein. Als Hängseil-
          überwachung kann die Unterseil-Führungsholzüberwachung benutzt werden.

          Trommel- und Bobinenanlagen mit Spurlattenführung und automatischer Steuerung der Antriebs-
          maschine müssen mit einer Hängseilüberwachung ausgerüstet sein.

5.4.4. Sicherheits- und Überwachungseinrichtungen müssen je nach Erfordernis

    1. die Sicherheitsbremse auslösen (Sicherheitskreis) oder
    2. die Antriebsmaschine bis auf Schleichgeschwindigkeit elektrisch verzögern und die
      Fahrbremse auflegen (Fahrbremskreis) oder
    3. ein begonnenes Treiben nicht beeinflussen, jedoch eine neue Abfahrt verhindern
      (Abfahrsperrkreis).

           Sicherheits- und Überwachungseinrichtungen müssen nach Nr. 3.8.1.2 einzeln revidierbar sein.

5.4.5.1. Die Sicherheitsbremse muss - zusätzlich zu den unter Nr. 3.8.3 genannten Fällen - mindestens
             ausgelöst werden, wenn

    1. ein Steuerimpuls zum Lüften oder Auflegen der Fahrbremse nicht ausgeführt wird,

    2. nach dem Umschalten auf Automatikbetrieb (Nr. 5.2.7) der Steuerhebel wirksam bleibt,

    3. eine Steuerspannung ausfällt,

    4. an der Antriebsmaschine bei Stillstand unzulässige Ströme auftreten, z. B. fehlerhafte
      Ankerströme,

    5. nach dem Ansprechen des Fahrbremskreises das Verzögern nach Nr. 5.4.4 b) nicht
      ausgeführt wird,

    6. nach Sperrung der Abfahrt durch den Abfahrsperrkreis die Fahrbremse gelüftet wird.

            Für die Auslegung der o. g. Auslösungen im Sicherheitsstromkreis gilt Nr. 3.8.7.

5.4.5.2. Das Auflegen der Sicherheitsbremse muss an einer ständig besetzten Stelle durch ein optisches
             und akustisches Signal angezeigt werden. Das akustische Signal darf an dieser Stelle von Hand
             gelöscht werden können. Das optische Signal darf erst nach Lüften der Sicherheitsbremse
             verlöschen.

5.4.5.3. Für das Wiederanfahren nach Sicherheitsbremsung gelten die Nrn. 3.8.2 und 5.1.6.

5.4.6. Der Fahrbremskreis muss mindestens ausgelöst werden, wenn

    1. ein Schachttor am Abfahranschlag geöffnet wird, solange das Fördermittel noch im
      Anschlagbereich fährt,

    2. ein überwachter Fördermittelverschluss nach einem Abfahrbefehl oder während des
      Treibens geöffnet wird,

    3. Nothalt gegeben wird,

    4. die Antriebsmaschine entgegen der vorgegebenen oder gewählten Fahrtrichtung fährt,

    5. bei Schachtbefahrung die Signalübertragung vom Fördermittel ausfällt,

    6. Treibscheibe und Seilscheiben unterschiedliche Umfangsgeschwindigkeiten haben
      (Seilrutschüberwachung),

    7. eine Überwachungseinrichtung für die Unterseilbucht oder eine Hängseilüberwachung
      anspricht,

    8. überwachte Hub- oder Klappspurlatten während des Treibens nicht geschlossen sind,

    9. überwachte Verschlüsse von Fördergefäßen bei oder kurz nach Beginn des Treibens
      nicht geschlossen sind,

    10. Überwachte Schwing- oder Schiebebühnen oder andere bewegliche Teile sich während
      des Treibens nicht außerhalb der Fördertrume befinden; dies gilt nicht für ortsfeste
      Überwachungsbühnen nach Nr. 9.2, wenn "Revisionsbetrieb" eingeschaltet ist,

    11. in den automatischen Betriebsarten "Revision mit Signalgabe vom Fördermittel"
      (Schachtbefahrung) und "Revision mit Signalgabe vom Anschlag" "Seilrevision" der
      Schachtendschalter angefahren wird (Nr. 5.2.14), sofern nicht nach Nr. 3.8.3 die
      Sicherheitsbremse ausgelöst wird.

         Eine Wiederanfahrt darf erst nach Beseitigung der Störung und nach erneuter Abfahrwarnung
         (Nr. 4.6.2.9) möglich sein.


TAS / Dezember 2000                                                                             Blatt 5 / 7

         Für die Auslegung der o. g. Auslösungen des Fahrbremskreises gilt Nr. 3.8.8.

5.4.7. Der Abfahrsperrkreis muss mindestens dann eine Abfahrt verhindern, wenn

    1. am Abfahranschlag bei bündig vorstehendem Fördermittel ein Schachttor - bei
      eingeschalteter Selbstfahrerseilfahrt auch ein überwachter Fördermittelverschluss -
      offen ist oder ein Abfahrsperrschalter betätigt wurde,

    2. Nothalt ansteht,

    3. der Be- oder Entladevorgang bei Gefäßförderung oder die automatische Beschickung
      bei Gestellförderung nicht ordnungsgemäß abgelaufen ist,

    4. nach Umschalten der Betriebsarten die jeweils zugehörigen Befehlsgeber nicht richtig
      geschaltet sind,

    5. bei Selbstfahrerseilfahrt die Trägerfrequenz der FTS-Anlage ausfällt oder das
      Schleppkabel oder eine Ader desselben unterbrochen ist oder Aderschluss auftritt,

    6. eine Erdschlussüberwachung für Signal-, Steuer- oder Sicherheitsstromkreise anspricht
      oder ein anderweitig erfasster Erdschluss in einem dieser Kreise auftritt,

    7. unzulässiger Bremsbackenverschleiß vorhanden ist,

    8. Übertemperaturen an der Fördermaschine (Fördermaschine nach Nr. 3.1.1) auftreten,
      z. B. in Wicklungen, im Lager, im Getriebe,

    9. die Schmierölversorgung gestört ist, z. B. im Getriebe,

    10. der Wasserstand oder der Rieselgutstand im Schachtsumpf eine unzulässige Höhe
      erreicht,

    11. die Auslösekriterien nach den Ziffern 5, 8, 9, 10 in Nr. 5.4.6 vorliegen, während ein Förder-
      mittel an einem Anschlag bündig steht,

    12. an Antriebsmaschinen untertage die zulässige Temperatur der Steuerwiderstände oder
      Bremsauslösemagnete überschritten wird,

    13. beim Umschalten auf Automatikbetrieb die Lostrommel/-bobine nicht mit der Fest-
      trommel/-bobine verbunden ist,

    14. Redundanzverlust bei doppelt überwachten Einrichtungen festgestellt worden ist,

    15. die Zwischenraumüberwachung nach Nr. 2.5.1.2.2 angesprochen hat,

    16. eine Auslösung gemäß Nr. 2.4.7.5.4 (Freiraumüberwachung des Fahrtrums) nicht
      ausgelöst ist, d. h. die überwachten Einrichtungen nach Nr. 2.4.7.5.1 sich in ihren
      Ausgangslagen befinden.

            Für die Auslegung der o. g. Auslösungen des Abfahrsperrkreises gilt Nr. 3.8.9.

5.5. Anzeigen und Leuchtfelder

5.5.1. Die Betriebszustände von Anlagen, die automatisch betrieben werden können, sind an den
          betreffenden Anschlägen und/oder am Bedienungsstand der Antriebsmaschine mindestens
          wie folgt anzuzeigen:

Abschnitt 5 Tabelle "Anzeigen und Leuchtfelder"

5.5.2. An den Anschlägen ist die Beschriftung der Leuchtfelder im Leuchtfeld anzubringen.
          Bei eigensicheren Anlagen gelten Schriftfelder mit zugeordneten Anzeigeleuchten als
          beschriftete Leuchtfelder.

          Torleuchten sind so anzuordnen, dass sie vom Anschlag und vom Fördermittel aus gut
          sichtbar sind.



TAS / Dezember 2005                                                                                            Blatt 6 / 1
6. Seile

6.1. Allgemeines

6.1.1. Seile müssen nach den anerkannten Regeln der Technik hergestellt sein.

         Es gilt DIN EN 12385-6:2004, sofern nicht in den TAS anderweitige Bestimmungen
         getroffen werden.

6.1.2. Die Bescheinigung über Werkstoffprüfungen nach § 10 Abs. 1 der VO ist bei allen Seilen
          nach den Mustern im Anhang nach TAS Abschnitt 6, aufzustellen.

6.1.3. Je nach der Verwendung sind zu unterscheiden

6.1.4. Der Drahtmindestdurchmesser für Förderseile, Bühnenseile und Flachseile, ausgenommen
          Runddrähte in aufgelösten Kerndrähten und Fülldrähte, muss der nachfolgenden Tabelle 1
          entsprechen.

Tas - 6 - Tabelle 1

Tabelle 1: Drahtmindestdurchmesser für Förder-, Bühnen- und Flachseile

6.1.5. An Mehrseilförderanlagen müssen alle Seile, die als Satz für eine bestimmte Anlage vorgesehen
          sind, bis auf die Schlagrichtung mit gleichem Design hergestellt sein, d.h. die Seile müssen
          bezüglich ihrer Konstruktion und aller Dimensionen gleich sein.

          Die Lastaufnahme der einzelnen Förderseile muss festgestellt werden können.

6.1.6. An Anlagen mit mehreren Unterseilen dürfen im Regelfall nur Unterseile mit gleichem Design,
          insbesondere gleicher Konstruktion und gleichen Dimensionen, angehängt werden.

          Anmerkung: Der Einsatz von Seilen unterschiedlicher Konstruktionen ist möglich, falls ein von der
                              zuständigen Behörde anerkannter Sachverständiger dies als unbedenklich bescheinigt.

6.1.7. Anforderungen bei besonderen Betriebsbedingungen

6.1.7.1. In feuchten Schächten und feuchten Schrägstrecken sind die Anlagen mit verzinkten Seilen 
             auszurüsten.

             Bei Seilen aus verzinkten Drähten können sowohl nach Klasse A als auch nach Klasse B
             verzinkte Drähte innerhalb eines Seiles eingesetzt werden, jedoch müssen alle Drähte einer
             Drahtlage der gleichen Verzinkungsklasse angehören. Dies gilt auch für die Füll- und Kern-
             drähte von Rundseilen sowie die Nähdrähte oder Klammern von Flachseilen.

             Als feucht gelten Schächte und Schrägstrecken, wenn nicht nur vorübergehend an irgendeiner
             Stelle im Bereich der Seile eine relative Feuchte von 75 v. H. oder mehr vorhanden ist.


TAS / Dezember 2005                                                                         Blatt 6 / 2

6.1.7.2 Bei starker mechanischer Beanspruchung der Seile und entsprechend kurzer Aufliegezeit
            können abweichend von Nr. 6.1.7.1 Satz 1 auch blanke Seile eingesetzt werden.

            Empfehlung:

            Es wird empfohlen, bei schwachem Förderbetrieb und langer Aufliegezeit verzinkte Seile 
            einzusetzen.

6.2. Begriffe (vergleiche DIN EN 12385-2:2002 und DIN EN 12385-6:2004)

6.2.1. Der Nenndurchmesser (d) von Rundlitzen-Förderseilen mit Fasereinlage bzw. mit durch
          nichttragende Drähte verstärkter Fasereinlage ist gleich dem rechnerischen Seildurchmesser
          (dc), der sich dann ergibt, wenn sich alle Außenlitzen untereinander gerade berühren.

          Er ergibt sich aus der Konstruktion des Seils.

          Bei allen anderen Rundseilen wird der Nenndurchmesser (d) vom Seilhersteller definiert.

6.2.2. Die Nennabmessungen von Flachseilen sind die Außenabmessungen Breite (w) × Dicke (s);
          die Breite gilt einschließlich Nählitzen, -drähten oder Klammern.

Tas - 6 - Abbildung 1

          Abbildung 1: Nennabmessungen von Flachseilen

6.2.3. Litzenformen und -abmessungen bei Rundseilen:

Tas - 6 - Abbildung 2

          Abbildung 2: Bemaßung von Litzen

         Bei Rundlitzen gilt der Durchmesser des Umkreises, bei Flachlitzen, Ovallitzen und Dreikantlitzen
         gelten die Höhe (ds1) und die senkrecht dazu gemessene Breite (ds2) als Maß.

6.2.4. Schenkel und Litzen bei Flachseilen:

          Flachseile       bestehen aus mehreren, meist 6 oder 8 nebeneinander liegenden Schenkeln,
                                die mit Drähten oder Litzen einfach oder doppelt genäht oder auf andere
                                gleichwertige Weise miteinander verbunden sind.

          Schenkel        sind 4-litzige Rundseile aus Rundlitzen nach Nr. 6.2.3


TAS / Dezember 2005                                                                                   Blatt 6 / 3

6.2.5. Schlagrichtung

          Die Schlagrichtung kann rechtsgängig oder linksgängig sein. Zur Bezeichnung dienen folgende
          Kurzzeichen:

Tas - 6.2.5 - Tabelle

          Die Schlagrichtung des Seiles bezieht sich

6.2.6. Schlagart von Litzenseilen

Litzenseile können im Gleichschlag oder Kreuzschlag geschlagen sein.

Gleichschlag: Die Schlagrichtung der Drähte in den Außenlitzen ist gleich der Schlagrichtung
der Außenlitzen im Seil.

Tas - 6 - Abbildung 3

Abbildung 3: Gleichschlag

Kreuzschlag: Die Schlagrichtung der Drähte in den Außenlitzen ist entgegengesetzt zur
Schlagrichtung der Außenlitzen im Seil.

Tas - 6 - Abbildung 4

Abbildung 4: Kreuzschlag

6.2.7. Verseilungsart von Litzen Litzen können in Kreuzverseilung oder Parallelverseilung
          geschlagen sein.

          Kreuzverseilung (M):    Litze, die mehr als eine Drahtlage enthält und bei der die Drähte 
                                              in der gleichen Richtung verseilt werden, wobei sich die Drähte
                                              von übereinanderliegenden Drahtlagen kreuzen und eine punkt-
                                              förmige Berührung entsteht. Die Drähte haben in der Regel den
                                              gleichen Durchmesser.

          Parallelverseilung:         Litze mit mindestens 2 Drahtlagen, die alle in einem Arbeitsgang
                                             (in der gleichen Richtung) geschlagen werden. Die Schlaglängen 
                                             aller Drahtlagen sind gleich, und die Drähte übereinanderliegender
                                             Lagen sind parallel, wodurch eine Linienberührung entsteht. Drähte
                                             haben in der Regel gruppenweise verschiedene Durchmesser.
                                             Die üblichen Litzenmacharten sind Warrington (W), Seale (S) und
                                             Seale-Warrington (WS).

         Verbundverseilung (N): Litze mit mindestens drei Drahtlagen, bei der die Außenlage in 
                                             einem gesonderten Arbeitsgang, jedoch in gleicher Richtung wie
                                             die anderen Lagen, über die in Parallelschlag hergestellten Innenlagen
                                             geschlagen wird, z. B. Warrington-Verbund (NW)


TAS / Dezember 2005                                                                           Blatt 6 / 4

6.2.8. Vorgeformt           ist ein Seil, bei dem die inneren Spannungen der Drähte in den Litzen
                                      und der Litzen im Seil verringert sind, wodurch ein Seil erhalten wird,
                                      bei dem nach dem Entfernen aller Abbindungen sich weder Drähte
                                      noch Litzen aus dem Seilverband lösen. Dieser Zustand kann durch
                                      Vorformung und/oder Nachformung erreicht werden.
 
                                      Frühere Bezeichnung für diesen Zustand: spannungsarm oder drallarm

          Drehungsarm        ist ein Seil, das so ausgelegt ist, dass es unter Belastung ein vermindertes
                                      Drehmoment und eine verminderte Drehung erzeugt. Drehungsarm ist
                                      ein Seil durch seine besondere Konstruktion und die Art der Verseilung.

6.2.9. Bruchkräfte

6.2.9.1. Rechnerische Bruchkraft aus Nennquerschnitt (Fe.c.min)

             Die rechnerische Bruchkraft (Fe.c.min) des Seils berechnet sich aus der Summe der
             Produkte aus den Draht-Nennquerschnitten und den Nennzugfestigkeiten jedes als
             lasttragend vereinbarten Drahtes aus dem Seil. Sie ist die Grundlage für die Bestellung
             des Seils.

6.2.9.2. Ermittelte Bruchkraft (Fe.m)

             Die ermittelte Bruchkraft des Seils ist die Summe der gemessenen Bruchkräfte aller Einzel-
             drähte aus dem Seil. Die ermittelte Bruchkraft ist die Grundlage für die Berechnung der
             Seilsicherheit von Förderseilen und Bühnenseilen und ist vor dem Auflegen des Seils nach
             § 11, Abs. 2 der VO zu bestimmen.

             Drähte aus mit Drähten verstärkten Fasereinlagen entsprechend DIN EN 12385-6:2004,
             Abs. 6.5.2, Fülldrähte sowie Nähdrähte in Flachseilen bleiben unberücksichtigt.

6.2.9.3. Wirkliche Bruchkraft (Fm)

             Die wirkliche Bruchkraft des Seils ist die durch Zerreißen eines Probestücks im ganzen
             Strang festgestellte Bruchkraft. Sie liegt erfahrungsgemäß, je nach Konstruktion und
             Drahtzugfestigkeiten um 10 bis 20 v. H. unter der ermittelten Bruchkraft.

6.2.10. Seilsicherheiten

            Für Förderseile und Bühnenseile gilt:

            Seilsicherheit  =  ermittelte Bruchkraft /statische Belastung

            Für andere Seile gilt:

            Seilsicherheit  =  rechnerische Bruchkraft / statische Belastung  

            Als statische Belastung ist anzusetzen:

            jeweils bei der ungünstigsten Stellung der Fördermittel oder des Gegengewichts im Schacht,

6.2.11. Nennzugfestigkeit des Drahtes (R)

            Die Nennzugfestigkeit (Nennzugfestigkeiten) der Drähte ist eine Bestellgröße und wird für
            die Bestimmung der rechnerischen Bruchkraft des Seiles benutzt.

            Die wirkliche Drahtzugfestigkeit (Rm) ist der Quotient aus der im Zugversuch ermittelten
            Bruchkraft eines Drahtes und dem Nennquerschnitt.

6.2.12. Längengewicht

            Das rechnerische Längengewicht eines Seils ist sein theoretisches Metergewicht und wird
            vom Hersteller angegeben.

            Das wirkliche Längengewicht (Mm) ist die durch Wägen bestimmte Masse von 1 m Seil.

6.2.13. aufgelöster Kerndraht

            Litzenkern, bestehend aus einer Anzahl dünner Drähte, hergestellt in einem gesonderten
           Arbeitsgang als Ersatz für einen unverhältnismäßig dicken Kerndraht einer Litze in Parallel-
           oder Verbund-Machart.

6.2.14. Reduzierte Probennahme

            Unter bestimmten Umständen, siehe DIN EN 12385-6:2004, Absatz 5.2.1.2, darf der
            Seilhersteller die Probennahme zur Ermittlung der Drahtgütewerte und der ermittelten 
            Bruchkraft reduzieren.


TAS / Dezember 2005                                                                                   Blatt 6 / 5

6.3. Förderseile und Bühnenseile

6.3.1. Anforderungen an Stahldrähte vor der Verseilung

          Die Runddrähte müssen DIN EN 10 264-3:2002, die Nähdrähte von Flachförderseilen
          DIN EN 10 264-2:2002 entsprechen.

          Die Nennzugfestigkeit blanker und Klasse B verzinkter (bisherige Bezeichnung normalverzinkt)
          Runddrähte darf höchstens 2160 N/mm2 betragen, wobei die Außendrähte nur eine maximale
          Nennzugfestigkeit von 1960 N/mm2 aufweisen dürfen.

          Die Nennzugfestigkeit Klasse A verzinkter (bisherige Bezeichnung dickverzinkt) Drähte darf
          höchstens 1770 N/mm betragen.

          Runddrähte als Litzeneinlagen in Dreikantlitzen sowie die Drähte eines "aufgelösten Kern-
          drahtes" dürfen eine hiervon abweichende Nennzugfestigkeit haben; die gemittelte Nennzug-
          festigkeit der übrigen tragenden Drähte des Seiles darf um nicht mehr als 300 N/mm2
          unterschritten werden.

          Alle Drähte der gleichen Abmessung und Form in der gleichen Drahtlage müssen die gleiche
          Nennzugfestigkeit aufweisen.

          Für Formdrähte als Litzeneinlage muss die Nennzugfestigkeit kleiner oder gleich 900 N/mm2 sein,
          wobei die Grenzabweichung höchstens so groß wie die eines Runddrahtes gleichen Nennquer-
          schnittes sein darf.

          Die Mindest-Nennzugfestigkeit für Nähdrähte für Flachförderseile beträgt 1150 N/mm2.

          Die maximale Nennzugfestigkeit für Nähdrähte für alle Flachseile ist auf 75 v. H. der Nennzug-
          festigkeit der tragenden Drähte begrenzt. Die Zugfestigkeit der Nähdrähte darf von der Nenn-
          zugfestigkeit um nicht mehr als in angegeben abweichen.

6.3.2. Anforderungen an die Stahldrähte nach der Verseilung

          Der Umfang der Probenahme ist in DIN EN 12385-1:2002 sowie DIN EN 12385-6:2004
          definiert.

6.3.2.1. Die Zugfestigkeit jedes einzelnen Runddrahtes darf von der Nennzugfestigkeit um nicht mehr
             als in folgender Tabelle 2 angegeben abweichen.

Tas - 6 - Tabelle 2

6.3.2.2. Zugversuche, Hin- und Herbiegeversuche sowie Verwindeversuche sind nach
             DIN EN 10 218-1:1994 auszuführen.

             Hin- und Herbiegeversuche und Verwindeversuche sind bis zum Bruch des betreffenden
             Drahtes auszuführen.

6.3.2.3. Alle Messwerte des Durchmessers müssen innerhalb der Toleranzen liegen, die in der
             Tabelle 3 angegeben sind.

Tas - 6 - Tabelle 3

          "Aufgelöste Kerndrähte" dürfen diese Grenzabmaße nach DIN EN 10 264-3:2002 um
           bis zu 50 v. H. überschreiten.

6.3.2.4. Die Unrundheit von Drähten darf nicht mehr als die halbe Differenz der Grenzabmaße
             entsprechend Tabelle 3 betragen.

6.3.2.5. Runddrähte müssen die in Tabelle 4 angegebenen Mindestbiegezahlen und die in
             Tabelle 5 angegebenen Mindestverwindezahlen erreichen; dies gilt nicht für Drähte
             eines „aufgelösten Kerndrahtes".


TAS / Dezember 2005                                                                             Blatt 6 / 6

Tas - 6 - Tabelle 4

Tas - 6 - Tabelle 5

6.3.2.6. Verzinkte Runddrähte müssen einen Zinküberzug haben, dessen Flächengewicht mindestens
             die in Tabelle 6 angegebenen Werte erreicht. Ausgenommen sind die Drähte in der Litzen-
             einlage von Dreikantlitzen.

             Der Zinküberzug ist nach DIN EN 10244-2:2001 zu prüfen.


TAS / Dezember 2005                                                                            Blatt 6 / 7

Tas - 6 - Tabelle 6

6.3.2.7. Drahtverbindungen sollen möglichst vermieden werden. Sofern sie erforderlich sind,
             müssen sie durch Hartlöten oder elektrisches Stumpfschweißen hergestellt sein. Die
             Schweißstellen sind in ausreichender Länge sorgfältig auszuglühen. Die zulässigen
             Abweichungen vom Nenndurchmesser der Drähte nach Tabelle 3 müssen auch an den
             Verbindungsstellen eingehalten sein.

             Der Abstand zwischen geplanten Draht-Schweiß-/Lötstellen bei Förderseilen muss
             mindestens 36 × Seil-Nenndurchmesser betragen.

6.3.3. Anforderungen an die Förderseile und Bühnenseile

6.3.3.1. Die ermittelte Bruchkraft von Förderseilen und Bühnenseilen darf die rechnerische
             Bruchkraft nicht unterschreiten. Dies gilt für Drähte sowohl vor als auch nach der
             Verseilung.

             Einlagige Rundlitzenseile müssen vorgeformt und/oder nachgeformt sein.

6.3.3.2  Bühnenseile müssen in drehungsarmer Seilkonstruktion nach Nr. 6.2.8 hergestellt sein.

6.3.3.3. In Förderseilen dürfen

  1. höchstens 1 v. H. der Runddrähte eine Zugfestigkeit besitzen, die außerhalb des
    zulässigen Streubereichs nach Nr. 6.3.2.1 liegt,
  2. höchstens 5 v. H. der Runddrähte die zulässigen Abweichungen vom Nenndurch-
    messer nach Nr. 6.3.2.3 überschreiten, jedoch um nicht mehr als 50 v. H.,
  3. insgesamt höchstens 5 v. H. der Runddrähte Biegezahlen aufweisen, die die Werte
    nach Tabelle 4 nicht erreichen,
  4. insgesamt höchstens 5 v. H. der Runddrähte Verwindezahlen aufweisen, die die
    Werte nach Tabelle 5 nicht erreichen,
  5. an höchstens 5 v. H. der geprüften Runddrähte gleichen Nenndurchmessers die
    Flächengewichte des Zinküberzuges kleiner sein als die in Nr. 6.3.2.6 angegebenen
    Mindestwerte.

            Die Summe der ausfallenden Drähte nach c) und d) darf nicht größer sein als 5 v. H. aller
            Runddrähte des Förderseils.

            Die Gesamtzahl der ausfallenden Drähte nach a) bis e) darf jedoch nicht größer sein als
            10 v. H. aller Runddrähte des Förderseils.

            Anmerkung: Für jede Anforderung sind die aus der Prozentzahl errechneten Werte auf die
                                  nächsten ganzen Zahlen aufzurunden. Wenn der selbe Draht mehr als eine
                                  Prüfung nicht erfüllt (z. B. Torsions- und Zugprüfung), dann wird dies nur als
                                  ein Ausfall gewertet.

           Erfolgt eine reduzierte Probennahme entsprechend DIN EN 12385-6:2004, Absatz 5.2.1.2 a),
           so darf je Anforderung nur ein (1) Draht außerhalb der zulässigen Abweichungen liegen.
           Andernfalls ist eine Prüfung aller Drähte des Seiles vorzunehmen.

6.3.3.4. Der nach DIN EN 12385-1:2002 gemessene Seildurchmesser darf nicht mehr als in Tabelle 7
             angegeben vom Seil-Nenndurchmesser abweichen.

             Bei Flachseilen dürfen die nach DIN EN 12385-1:2002 gemessene Breite und Dicke nicht 
             mehr als in Tabelle 7 angegeben von der Nennbreite und Nenndicke abweichen.


TAS / Dezember 2005                                                                                         Blatt 6 / 8

 Tas - 6 - Tabelle 7

6.3.3.5. Die Drahtlagen in den Litzen müssen gleiche Schlagrichtung haben.

             Dies gilt nicht für die Litzeneinlagen von Dreikantlitzen.

             Innerhalb einer Litze müssen die Drähte parallel geschlagener Drahtlagen gemeinsam in einem
             Arbeitsgang verseilt worden sein.

6.3.3.6. Seileinlagen müssen den Litzen des Seils dauernd eine feste Auflage geben. Die Einlage muß 
             so bemessen sein, daß sich bei einem neuen Seil die Litzen unter Betriebskraft nicht
             untereinander abstützen.

6.3.3.7. Stahleinlagen müssen aus zweifach verseilten Runddrähten bestehen (Stahlseil-Einlagen). Ihre
             Schlaglänge muß kleiner sein als die des Seils.

6.3.3.8. Fasereinlagen und Trensen müssen aus neuer, langfaseriger Hartfaser (Sisal oder Manila) oder
            aus geeigneten Chemiefasern bestehen. Sie müssen frei von wasserlöslichen aggressiven Säuren
            sein. Sie müssen gleichmäßig dick sein.

            Fasereinlagen müssen mindestens zweifach und fest verseilt sein.

6.3.3.9. Fasereinlagen, Trensen und Bewicklungen müssen mit einem fäulnis- und rostverhindernden
             Tränkungsstoff ausreichend getränkt sein (Innenkonservierung).

             Teerhaltige Tränkungsstoffe dürfen nicht verwendet werden.

             Tränkungsstoffe müssen frei von wasserlöslichen aggressiven Säuren und Salzen, wasser-
             abweisend (hydrophob) und unbeschwert (d. h. frei von Füllstoffen) sein. Sie sollen auch im
             Laufe mehrerer Jahre nicht erhärten.

6.3.3.10. Tränkungsstoffe für Treibscheibenförderseile müssen den Anforderungen nach DIN 21258
               genügen. Tränkungsstoffe die die Reibungszahl zwischen Seil und Treibscheibenfutter
               unzulässig herabsetzen können, z. B. Vaseline oder fettartige Stoffe, dürfen nicht eingebracht
               werden.

6.3.3.11. Alle Drähte müssen wenigstens beim Verseilen der Litzen ausreichend geschmiert werden.
               Die Schmierstoffe müssen mit dem Tränkungsstoff der Einlagen verträglich sein. Soll in
               besonderen Fällen die äußere Drahtlage beim Verseilen nicht geschmiert werden, so muss
               das Seil verzinkt sein.

6.3.3.12. Schmierstoffe für Treibscheibenförderseile müssen den Anforderungen nach DIN 21258
               genügen. Schmierstoffe, die die Reibungszahl zwischen Seil und Treibscheibenfutter
               unzulässig herabsetzen können, dürfen nicht aufgebracht werden.

6.3.4. Sonstige Anforderungen

6.3.4.1. An Anlagen, an denen die Last vom Förderseil getrennt werden kann, z. B. Abteufkübel,
             Langmaterial, oder bei denen keine feste Führung der Last vorhanden ist, dürfen nur
             drehungsarme Seile nach Nr. 6.2.8, bei Teufen bis zu 200 m auch vorgeformte Kreuzschlag-
             seile aufgelegt werden.

6.3.4.2. Trommel- und Bobinenförderseile müssen beim Auflegen so lang sein, dass - auch unter
             Berücksichtigung des vorgeschriebenen Abhauens - bei tiefstem Stand des Fördermittels
             oder Gegengewichts ständig mindestens 2 volle Umschlingungen auf dem Seilträger liegen
             und mit mindestens zwei Seilklemmen befestigt sind.

6.3.4.3. Anforderungen an verschlossene Förderseile sind bis auf weiteres im Einzelfall mit der 
             zuständigen Behörde abzustimmen.


TAS / Dezember 2005                                                                           Blatt 6 / 9

6.3.4.4. Die reduzierte ermittelte Bruchkraft gebrauchter Förderseile darf vor einer Weiter-
             verwendung nach § 11 Abs. 11 und 12 der VO oder einer  Wiederverwendung höchstens
            10 v. H. geringer sein, als die ermittelte Bruchkraft im Neuzustand war.

            Beim Bestimmen der reduzierten ermittelten Bruchkraft gebrauchter Förderseile gelten als
            ausfallende Drähte:

  1. Runddrähte, deren Zugfestigkeit um mehr als 10 v. H. unter der Nennzugfestigkeit liegt,
  2. Drähte, die keine ausreichende Biegezahlen nach
  3.  
  4. Tabelle 8 mehr erreichen,
  5. Drähte, die in dem Probestück bereits als im Betrieb gebrochen vorgefunden werden.

              Diese Drähte dürfen beim Bestimmen der reduzierten ermittelten Bruchkraft nicht berück-
              sichtigt werden.

              Die Zugfestigkeiten und die Biegezahlen sind an allen Drähten des Förderseils zu ermitteln.

Tas - 6 - Tabelle 8


TAS / Dezember 2005                                                                                            Blatt 6 / 10

6.4. Unterseile

6.4.1. Anforderungen an die Drähte

6.4.1.1. Die Nennzugfestigkeit der Drähte der tragenden Litzen von Flachunterseilen soll vorzugsweise
             1370 N/mm2 betragen.

6.4.1.2. Die maximale Nennzugfestigkeit für Nähdrähte für Flachunterseile ist auf 75 v. H. der Nennzug-
             festigkeit der tragenden Drähte begrenzt. Die Zugfestigkeit der Nähdrähte darf von der Nenn-
             zugfestigkeit um nicht mehr als in Tabelle 2 angegeben abweichen.

6.4.1.3. Die Nennzugfestigkeit der Drähte von Rundunterseilen darf die in Nr. 6.3.1 angegebenen
             Werte nicht überschreiten und sollte möglichst 1570 N/mm2 nicht überschreiten.

6.4.1.4. In verzinkten Flachunterseilen müssen auch die Stahlklammern in gleicher Qualität wie die
             Drähte der tragenden Litzen verzinkt sein.

6.4.2. Anforderungen an die Unterseile

6.4.2.1. Die rechnerische Bruchkraft eines Unterseils darf höchstens 90 v. H. der rechnerischen
             Bruchkraft des zugehörigen Förderseils betragen.

             Abweichend hiervon darf bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 4 m/s die rechnerische
             Bruchkraft eines Rundunterseils diejenige des Förderseils erreichen.

6.4.2.2. Die ermittelte Bruchkraft darf die rechnerische Bruchkraft um höchstens 5 v. H. unterschreiten
             und um höchstens 15 v. H. überschreiten.

6.4.2.3. Die ermittelte Bruchkraft eines Unterseils muss durch Zugversuche nach DIN EN 10218-1:1994
             an Drähten der tragenden Litzen festgestellt werden. Die Probennahme der Drähte erfolgt nach
             DIN EN 12385-6:2004, Absatz 5.2.1.2. Aus der Bruchkraft der geprüften Drähte ist die
             ermittelte Bruchkraft des Unterseils zu errechnen.

            Ergibt sich bei einer Prüfung mit reduzierter Probennahme, dass die rechnerische Bruchkraft
            um mehr als 5 v. H. unter- oder um mehr als 15 v. H. überschritten wird, so ist die ermittelte 
            Bruchkraft durch Zugversuche an allen Drähten festzustellen.

6.4.2.4. Für Unterseile muss das wirkliche Längengewicht dem festgelegten rechnerischen Längen-
             gewicht unter Berücksichtigung einer Grenzabweichung von ± 5 v. H. entsprechen.

6.4.2.5. Einlagen in Unterseilen müssen den Anforderungen nach den Nrn. 6.3.3.6 bis 6.3.3.9
             entsprechen.

6.4.2.6. Unterseile müssen bei der Herstellung innen und außen geschmiert werden. Die Schmierstoffe
             müssen so beschaffen sein, dass sie im Laufe der Betriebszeit nicht verspröden, sich nicht von
            der Drahtoberfläche abheben und nicht von Feuchtigkeit unterwandert werden können.

6.4.2.7. Verschlossene Seile dürfen nicht als Unterseile angehängt werden.

             Einlagige Gleichschlagseile dürfen nur in Anlagen bis 250 m Fahrweg eingesetzt werden.

6.4.3. Sonstige Anforderungen

6.4.3.1. Treibscheibenanlagen müssen mit Unterseilen ausgerüstet sein. Dies gilt auch für Schrägförder-
             anlagen, wenn es die Reibungsverhältnisse an der Treibscheibe erfordern.

6.4.3.2. Beim Einsatz von Rundunterseilen müssen in den Aufhängungen Wirbel vorhanden sein.

6.5. Greiferseile

6.5.1. Für Greiferseile gelten die Anforderungen nach den Nrn. 6.1.1, 6.1.2 und 6.3.4.2; im übrigen
          gilt DIN EN 12385-4:2002

6.5.2. Drähte von Greiferseilen müssen verzinkt sein und dürfen eine Nennzugfestigkeit von höchstens
          1960 N/mm2 haben.

6.5.3. Greiferseile müssen in drehungsarmer Seilmachart nach Nr. 6.2.8 hergestellt sein.


TAS / Dezember 2005                                                                                      Blatt 6 / 11

6.6. Führungs - und Reibseile

6.6.1. Für Führungs- und Reibseile gelten die Anforderungen nach den Nrn. 6.1.1, 6.1.2 und 
         6.1.7. Im übrigen gelten Nr. 2.4.7 und DIN EN 12385-4:2002 bzw. DIN EN 12385-7:2002.

6.6.2. Führungs- und Reibseile müssen aus Drähten mit einer Nennzugfestigkeit von höchstens
          1770 N/mm2 bestehen. Es wird empfohlen, voll- oder halbverschlossene Seile oder Seile
          mit möglichst großem Durchmesser der Außendrähte zu wählen.

6.7. Sonstige Seile, z. B. Windenseile oder Lotseile, sind nach DIN EN 12385-4:2002 auszuführen. 
       Für Seile auf Winden gilt außerdem Nr. 6.3.4.2.

6.8. Seilsicherheiten

6.8.1. Förderseile müssen beim Auflegen eine von der Seillänge (L) abhängige Sicherheit (S
          gegenüber der statischen Belastung 1) bei Seilfahrt und Güterförderung besitzen, deren
          Mindestwerte sich nach den Formeln

          für Seilfahrt S ≥ 9,5 - 0,001 × L

          für Güterförderung S ≥ 7,2 - 0,0005 × L

          errechnen.

          Als Seillänge L gilt der Abstand in Metern zwischen der Seilscheibe - bei Turmförderanlagen
          dem Seilträger - und dem Seileinband bei tiefster Stellung des Fördermittels oder Gegengewichts.

          Bei Seilfahrt einzelner Personen oder Personengruppen auf dem freien Tragboden eines
          beladenen Fördermittels muss die Sicherheit (S) mindestens dem für Güterförderung geforderten
          Mindestwert entsprechen.

6.8.2. Abweichend von Nr. 6.8.1 müssen Förderseile von Abteufanlagen beim Auflegen eine von der
          Seillänge (L) abhängige Sicherheit (S) gegenüber der größten statischen Belastung besitzen, 
          deren Mindestwert sich nach der Formel

           S ≥ 9,5 - 0,001 × L

           errechnet. Als Seillänge L gilt der Abstand in Metern zwischen Seilscheibe und dem Seileinband
           bei tiefster Stellung des Fördermittels bei Erreichen der größten geplanten Förderteufe.

6.8.3. Unterseile müssen beim Anhängen eine mindestens 6-fache Sicherheit gegenüber ihrem Eigen-
          gewicht besitzen.

6.8.4. Gebrauchte Seile müssen beim Wiederverwenden eine Sicherheit gegenüber der statischen
          Belastung besitzen, die den Forderungen der Nrn. 6.8.1 bis 6.8.3 entspricht.

6.8.5. Bühnenseile müssen beim Auflegen eine mindestens 7,5-fache Sicherheit gegenüber der größten
          statischen Belastung besitzen.

6.8.6. Greiferseile müssen beim Auflegen eine mindestens 7,5-fache Sicherheit gegenüber der statischen
          Belastung bei gefülltem Greifer besitzen.

6.8.7. Führungsseile und Reibseile von Anlagen mit Seilführung müssen eine mindestens 4,5-fache
          Sicherheit gegenüber der Summe aus Seil-Eigengewicht und der Spannkraft besitzen.

6.8.8. Sonstige Seile in Schächten müssen eine mindestens 7,5-fache Sicherheit gegenüber der größten
          statischen Belastung besitzen.

6.8.9. Förderseile von Befahrungsanlagen, Hilfsfahranlagen und Notfahranlagen müssen eine
          mindestens 7,5-fache Sicherheit gegenüber der größten statischen Belastung besitzen
          (siehe Nr. 8.5.1).

          Abweichend hiervon genügt für gelegentliche Schwertransporte mit Befahrungsanlagen eine
          6-fache Sicherheit.

6.9. Verwendung gebrauchter Seile

6.9.1. Gebrauchte Seile dürfen als Förderseile oder Bühnenseile nur aufgelegt werden, wenn ein
          anerkannter Sachverständiger dies als unbedenklich bescheinigt hat. Dies gilt auch für Trommel-
          und Bobinenseile, bei denen das bisher am Fördermittel oder Gegengewicht angeschlagene
          Seilende auf den Seilträger umgelegt werden soll.


TAS / Dezember 2005                                                                          Blatt 6 / 12

6.9.2. Gebrauchte Unterseile dürfen nur dann wiederverwendet werden, wenn ein anerkannter
          Sachverständiger dies als unbedenklich bescheinigt hat.

6.9.3. Abgelegte Förderseile dürfen als Unterseile bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 2 m/s
          verwendet werden. Bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten bis 4 m/s dürfen sie nur verwendet
          werden, wenn ein anerkannter Sachverständiger dies als unbedenklich bescheinigt hat.

6.9.4. Gebrauchte oder umgelegte Seile dürfen nicht als Greiferseile verwendet werden.



Blatt 6 - Anhang A 1

Blatt 6 - Anhang A 2

Blatt 6 - Anhang B



TAS / Dezember 2005                                                                         Blatt 7 / 1

7. Fördermittel, Gegengewichte, Zwischengeschirre, Unterseilaufhängungen

7.1. Allgemeines

7.1.1. Fördermittel, Gegengewichte, Zwischengeschirre und Unterseilaufhängungen müssen nach
         den anerkannten Regeln der Technik hergestellt sein.

7.1.2. Zu den Fördermitteln gehören:

7.1.3. Haupttragglieder von Fördermitteln und Gegengewichten sind

7.1.4. Zu den Zwischengeschirren gehören alle Verbindungssteile zwischen den Förderseilen und
         den starr am Fördermittel oder Gegengewicht angebrachten Aufhängeblechen oder Anschluss-
         blechen. Zwischengeschirrteile sind z. B. Klemmkauschen, Kauschen, Kreuzgelenkstücke,
         Gabelstücke, Winkelhebel, Laschen, Versteckvorrichtungen, Königstangen, Bolzen mit
         Sicherungen, Karabinerhaken, Schäkel, Ketten, Wirbel sowie Aufhängebügel von Förder-
         kübeln oder -behältern mit zugehörigen Bolzen. Zu den Zwischengeschirren gehören auch
         entsprechende Verbindungsteile an Bühnenseilen, Führungsseilen und Reibseilen. Königstangen
         dürfen in Neuanlagen nicht verwendet werden. Für vorhandene Königstangen gilt Nr. 7.5.

7.1.5. Zu den Unterseilaufhängungen gehören alle Verbindungsteile zwischen den Unterseilen und
         den starr am Fördermittel oder Gegengewicht angebrachten Aufhängeblechen.

7.1.6. Bolzenbohrungen in Aufhängeblechen oder Anschlussblechen von Fördermitteln und
         Gegengewichten, in Zwischengeschirrteilen und Teilen der Unterseilaufhängung müssen
         mit Verschleißbuchsen versehen sein.

         Die Umgebung von Bolzenbohrungen darf nicht durch aufgesetzte Teile verstärkt werden.

7.1.7. Bei Ketten muss das Ergebnis des Zugversuchs und der anschließenden Prüfung auf
         Rissfreiheit in der Bescheinigung über die Werkstoffprüfung vermerkt sein.

Abschnitt 7 - Tabelle 1


TAS / Dezember 2005                                                                              Blatt 7 / 2

7.1.8. Für Fördermittel, Gegengewichte, Zwischengeschirre und Unterseilaufhängungen sind die
          in Tabelle 1 aufgeführten Werkstoffe einzusetzen.

          Für diese Bauteile dürfen darüber hinaus andere Normwerkstoffe, die den in der Tabelle
          genannten Werkstoffen in bezug auf Festigkeit, Kerbschlagzähigkeit und Reinheitsgrad
          gleichwertig sind, eingesetzt werden. (Vorhandene Bestände der alterungsbeständigen
          Werkstoffe A St 41 und A St 52 nach der zurückgezogenen Norm DIN 17135 dürfen
          aufgebraucht werden.)

          Geschmiedete oder gewalzte Teile von Zwischengeschirren und Unterseilaufhängungen sowie
          Aufhängebleche von Fördermitteln und Gegengewichten, Anschlussbleche an Förderkübeln
          und -behältern sowie Kettenanschlussbleche müssen normalgeglüht sein; dies gilt nicht für
          Bauteile aus vergüteten Werkstoffen. Aus Stahlguss hergestellte Teile müssen spannungsarm
          geglüht sein.

7.1.9. Nach dem Ausbrennen von Haupttraggliedern (Nr. 7.1.3) sowie von Zwischengeschirrteilen
          (Nr. 7.1.4) und Teilen von Unterseilaufhängungen (Nr. 7.1.5) sind Aufhärtungszonen durch
          geeignete wärmearme Verfahren abzuarbeiten, z. B. durch Spanen in Längsrichtung.

         Durch eine Härtprüfung ist nachzuweisen, dass dies in ausreichendem Umfang geschehen ist,
         falls nicht nach Tabelle 2 verfahren wird.

Abschnitt 7 - Tabelle 2

7.1.10. Für Schweißarbeiten gilt § 35 der VO. Der ausführende Betrieb muss für diese Arbeiten
            befähigt sein durch den großen Befähigungsnachweis entsprechend DIN 18800 Teil 7 mit
            Zusatz für dynamische Beanspruchungen.

            Schweißungen zur Instandsetzung von Hängestreben sind im Einzelfall zulässig, wenn
            Werkstoffe, Schweißverfahren und Prüfverfahren vorher mit dem Oberbergamt abgestimmt
            worden sind. (Hierfür ist außerdem eine Ausnahmebewilligung von § 35 Abs. 2 der VO zu
            beantragen.).

7.2. Bemessung der Haupttragglieder von Fördermitteln und Gegengewichten sowie von
       
Zwischengeschirren und Unterseilaufhängungen gegenüber der statischen Belastung

       Bei den Nachweisen können Spannungsüberlagerungen und dynamische Kräfte vernachlässigt
       werden.

7.2.1. Haupttragglieder von Fördermitteln und Gegengewichten

7.2.1.1. Teilsicherheitsbeiwerte für die Bemessung Haupttragglieder von Fördermitteln und
             Gegengewichten (Nr. 7.1.3) müssen mit folgenden Teilsicherheitsbeiwerten gegenüber der
             statischen Belastung (Nr. 7.6.1.1) bemessen werden:

          Für den Stabilitätsnachweis, z. B. Biegedrillknicken nach DIN 18800, Teil 2, dürfen zusätzlich
          die Teilsicherheitsbeiwerte für die Widerstandsgrößen auf jeweils 75% (z. B. für einen
          Längsträger im Kopfrahmen auf g m = 1, 10) reduziert werden.

Abschnitt 7 - Abbildung 1

    Abbildung 1. Kopfrahmen-Bezeichnungen nach Nr. 7.2.1.

       Die zu den einzelnen Haupttraggliedern gehörenden Verbindungen durch Niete, Schrauben, 
       Stoßlaschen, Schweißnähte müssen die gleichen Sicherheiten aufweisen wie für die zugehörigen
       Haupttragglieder gefordert wird. Bei der Ermittlung der Grenzschweißnahtspannungen ist
       DIN 18800, Teil 1, Element (829) zu berücksichtigen. Rand- und Lochalbstände der Schrauben
       sind nach Element (513), Tabelle 8, einzuhalten. Werden Bauteile, für die unterschiedliche


TAS / Dezember 2005                                                                                         Blatt 7 / 3

       Sicherheiten gelten, miteinander verbunden, so sind für die Verbindungselemente die höheren
       Sicherheiten maßgebend.

       Es wird empfohlen, bei der Bemessung der Hängestreben die im Anschlussbereich am Kopf- und
       Fußrahmen durch die Schachtverhältnisse zu erwartenden Wechselbiegebeanspruchungen 
       besonders zu berücksichtigen.

       Sonstige Bauteile von Fördermitteln und Gegengewichten sind nach den im Maschinen-/Stahlbau
       üblichen Belastungsfällen auszulegen.

7.2.1.2. Beanspruchbarkeit in Bolzenbohrungen (Bolzenlagern)

             Für den Nachweis der Beanspruchbarkeit der Lochleibung beträgt der Bemessungswert der
             Lochleibungsspannung σ1, R, d unter Berücksichtigung der Teilsicherheitsbeiwerte g f  = 1,0
             und g m =1,0   höchstens:

             Dabei sind die Lochabstände nach DIN 18800, Teil 1, Tabelle 8, einzuhalten.

7.2.1.3. Die Dicke von Haupttraggliedern darf 8 mm nicht unterschreiten. Für Hängestreben von
             Gegengewichten gilt Nr. 7.3.3.3 Satz 3.

7.2.2. Zwischengeschirre und Unterseilaufhängungen

7.2.2.1 Sicherheiten von Zwischengeschirren gegenüber der statischen Belastung

            Zwischengeschirrteile müssen mindestens folgende Sicherheiten gegenüber der statischen
            Belastung nach Nr. 7.6.1.2 besitzen:

7.2.2.2 Sicherheiten von Unterseilaufhängungen gegenüber der statischen Belastung

            Unterseilaufhängungen müssen mindestens folgende Sicherheiten gegenüber der statischen
            Belastung nach Nr. 7.6.1.2 besitzen:

7.2.2.3. Die Flächenpressung in Bolzenbohrungen (Bolzenlagern) darf die für den jeweilig verwendeten
             Werkstoff zulässige Flächenpressung nicht überschreiten und darf bei Bolzenlagern mit
             Verschleißbuchsen oder vorgegebener Passung höchstens 60 N/mm2 betragen.

             Der Lochleibungsdruck zwischen nicht beweglichen Teilen darf 120 N/mm2 nicht überschreiten.

7.2.3. Abweichend von Nr. 7.2.1.1, Nr. 7.2.2.1 und 7.2.2.2 ist ein rechnerischer Nachweis für Teile
          von Fördermitteln und Gegengewichten, Zwischengeschirren und Unterseilaufhängungen nicht
          erforderlich, wenn diese nach § 5 Abs. 1 der VO bauartmäßig zugelassen sind oder wenn sie
          nach einschlägigen Normen ausgeführt sind.

7.3. Zusätzliche Anforderungen an Fördermittel und Gegengewichte

7.3.1. Dach und Tragböden

7.3.1.1. Fördergestelle und Fördergefäße müssen ein Dach haben. Dieses muss mit einem
             Geländer nach DIN 21377 versehen sein, das abnehmbar sein kann. Ketten sind
             dabei nicht zulässig. Wenn Schachtdeckel vorhanden sind, die mit Fördergestellen oder
             Fördergefäßen abgehoben werden können, muss zwangsläufig ein ausreichender Abstand
             zwischen dem Dach und dem Schachtdeckel zum Schutz von Personen, die auf dem Dach
             fahren, vorhanden sein.

             In Schächten mit zwei Förderanlagen und in Schächten, in denen durch betriebliche
             Einrichtungen oder durch den Zustand des Schachtes Gefahren durch herabfallende
             Gegenstände entstehen können, muss über dem Dach der Fördergestelle und Fördergefäße
             ein Schutzdach zum Schutz der auf dem Dach Fahrenden angebracht werden können. Das
             Schutzdach muss mindestens die Standfläche der mitfahrenden Personen bzw. die plan-
             mäßige Arbeitsposition der Personen überdecken. Für die Bemessung der Schutzdach-
             konstruktion ist eine Einzellast von 2 kN zum Anhalt zu nehmen.

7.3.1.2. Nr. 7.3.1.1 gilt auch für Gegengewichte, wenn sie für Schachtbefahrungen eingerichtet sind.

7.3.1.3. Die Nrn. 7.3.1.1 und 7.3.1.2 gelten für Schrägförderanlagen entsprechend, wenn aufgrund
            des Einfallens Gefahren durch fallende Gegenstände entstehen können oder Wetterschleusen
            durchfahren werden.

7.3.1.4. Zur Seilfahrt, Schachtbefahrung oder Güterförderung vorgesehene Tragböden müssen an
            den Seiten verkleidet sein.

            Die zur Seilfahrt dienenden Tragböden der Fördergestelle und Fördergefäße müssen mit
            Haltegriffen oder -ketten sowie mit Türen oder gleichwertigen Verschlüssen ausgerüstet sein;
            diese dürfen sich nicht nach außen öffnen lassen und müssen so biegesteif sein, dass sie nicht
            nach außen durchgedrückt werden können.


TAS / Dezember 2001                                                                         Blatt 7 / 4

7.3.1.5. Das Dach und die Tragböden, außer dem untersten Tragboden, müssen mit Durchstiegs-
             öffnungen versehen sein, die durch Klappen zu verschließen sind. Die Klappen müssen für
             den Fluchtfall von oben und unten geöffnet werden können. Im geöffneten Zustand dürfen
             die Klappen nicht über das Fördermittelprofil hinausragen.

7.3.1.6. Auf den zur Seilfahrt zugelassenen Tragböden muss die Standfläche für jede Person
             mindestens 0,25 m2 und die lichte Höhe mindestens 2,0 m betragen. Für die Bemessung
             ist ein Gewicht von 100 kg je Person zugrunde zu legen.

             In Förderkübeln muss die Standfläche für jede Person mindestens 0,20 m2 betragen.

7.3.1.7. An Anlagen, die zur automatischen Selbstfahrerseilfahrt mit Abfahrbefehlsgabe vom
             Fördermittel aus eingerichtet sind, müssen die Türen oder Verschlüsse der zur Seilfahrt
             bestimmten Tragböden elektrisch überwacht werden können.

7.3.1.8. Auf den Tragböden müssen Vorrichtungen vorhanden sein, die ein Abrollen von Förder-
             wagen verhindern.

7.3.2. Gegengewichte

          Gegengewichte müssen so ausgeführt sein, dass die Belastungsstücke nicht herausfallen können.
          Außerdem müssen die Belastungsstücke gegen Lageänderung gesichert sein. Für Belastungs-
          stücke aus Beton muss Stahlbeton verwendet werden.

         Anzahl und Gewicht der Belastungsstücke müssen im Maschinenraum auf einer Tafel vermerkt sein.

7.3.3. Hängestreben

7.3.3.1. Fördermittel müssen mindestens 4 Hängestreben haben.

7.3.3.2. Stöße von Hängestreben sind mit Laschen gleichen Querschnitts und Werkstoffs wie die
             Hängestreben zu überdecken.

7.3.3.3. Hängestreben von Gegengewichten sind am Kopf- und Fußrahmen außen anzubringen. Werden
             als Hängestreben Flachstähle oder Winkelstähle eingesetzt, so müssen mindestens 6 Flachstähle
             oder 4 Winkelstähle und 2 Flachstähle als Hängestreben vorhanden sein.

             Abweichend von Nr. 7.2.1.3 muss die Mindestdicke von Flachstählen 15 mm und von
             Winkelstählen 12 mm betragen.

7.3.4. Fördergefäße

7.3.4.1. Verschlüsse von Fördergefäßen müssen so ausgebildet sein, dass sie sich nicht unbeabsichtigt
             öffnen können (vergleiche auch Nr. 2.5.4.3.5).

7.3.4.2. Wird zum Füllen des Fördergefäßes ein Tragboden ganz oder teilweise hochgeklappt, so muss
             er in dieser Stellung mechanisch festzulegen und zu verriegeln sein. Es wird empfohlen, die
             Klappenstellung zu überwachen.

7.3.5. Führungselemente

7.3.5.1. Fördermittel und Gegengewichte müssen mit geeigneten Führungselementen versehen sein.
             Dies gilt nicht für Fördermittel von Befahrungs-, Hilfsfahr- und Notfahranlagen, soweit für
             deren Führung in Nr. 8.2.6.1 andere Regelungen getroffen sind.

7.3.5.2. Führungselemente sind:

            Bei Führungsschuhen sind zu unterscheiden:

7.3.5.3. Gleitführung an Spurlatten

7.3.5.3.1. Bremsführungsschuhe nach Abbildung 2a sind mindestens am Kopf- und Fußrahmen
                von Fördermitteln und Gegengewichten anzubringen.

                Abweichend davon sollen bei Anlagen mit Stahlspurlatten Bremsführungsschuhe mit
                Schleißplatten nach Abbildung 2b (siehe Blatt 7 / 5 Rückseite) eingesetzt werden.

Tas - 7 - Abbildung 2a

Abbildung 2a. Bremsführungsschuhe


TAS / Dezember 2001                                                                              Blatt 7 / 5

7.3.5.3.2. Das Spurmaß zwischen Bremsführungsschuhen muss etwa 10 mm kleiner sein als
                die Spurweite zwischen zwei gegenüberliegenden Spurlatten; die Maulweite soll
                etwa 10 mm größer sein als die Breite der unverschlissenen Spurlatte (vergleiche
                Nr. 2.4.2.4.1).

7.3.5.3.3. Für die Bemessung der Bremsführungsschuhe gilt Tabelle 3a.

 Tas - 7 - Tabelle 3a

7.3.5.3.4. Bei mehrbödigen Fördermitteln und entsprechend langen Gegengewichten sind
                zwischen Kopf- und Fußrahmen zusätzliche Führungsschuhe vorzusehen
                (Spurführungsschuhe).

7.3.5.3.5. Das Spurmaß zwischen Spurführungsschuh kann kleiner, die Maulweite größer
                gewählt werden, als in Nr. 7.3.5.3.2 festgelegt ist.

                Bei der Bemessung der Spurführungsschuhe können die Maße a und b nach
                Tabelle 3a angemessen reduziert werden (vergleiche DIN 21376 Teil 2 Tabelle 1);
                das Maß d soll 80 mm betragen.

7.3.5.4. Rollenführung an Spurlatten (vergleiche Nr. 2.4.1.6)

7.3.5.4.1. Führungsrollen sind mindestens am Kopf- und Fußrahmen von Fördermitteln und
                Gegengewichten anzubringen und so einzustellen, dass die Rollen an der Stirnseite
                und den Flanken der Spurlatten anliegen.

               Führungsrollen können gefedert angeordnet werden.

7.3.5.4.2. Beim Einsatz von Führungsrollen muss gewährleistet sein, dass elektrostatische 
                Aufladungen sicher abgeleitet werden können. Die Eignung antistatischer Werkstoffe
                 ist nachzuweisen.

7.3.5.4.3. Bei rollengeführten Fördermitteln und Gegengewichten sind mindestens am Kopf- und
                Fußrahmen zusätzlich Bremsführungsschuhe nach Abbildung 2b anzubringen. Ihr Spurmaß
                muss kleiner und ihre Maulweite muss größer sein als die der Rollenführungen.

                Abweichend von Satz 1 können bei Anlagen mit Holzspurlatten Bremsführungsschuhe
                ohne Schleißplatten eingesetzt werden.

 

Tas - 7 - Abbildung 2b

Abbildung 2b. Zusätzliche Bremsführungsschuhe.

7.3.5.4.4. Für die Bemessung der Bremsführungsschuhe gilt Tabelle 3b.

 Tas - 7 - Tabelle 3b


TAS / Dezember 2005                                                                          Blatt 7 / 6

              Bei langen Fördermitteln und entsprechend langen Gegengewichten sind zwischen Kopf-
              und Fußrahmen gegebenenfalls Spurführungsschuhe vorzusehen.

7.3.5.6. Führung an Seilen

7.3.5.6.1. Führungsösen sind mindestens am Kopf- und Fußrahmen von Fördermitteln und
                Gegengewichten anzubringen. Sie müssen wenigstens 300 mm lang sein.

7.3.5.6.2. Führungsösen müssen mit einem geeigneten, leicht auswechselbaren Futter versehen sein.
                Der Innendurchmesser des unverschlissenen Futters soll 10 mm größer sein als der
                Durchmesser des Führungsseiles.

7.3.5.6.3. Förderkübel und -behälter sind mit einem Führungsschlitten (siehe DIN 21164) zu führen.
                An Führungsschlitten muss

              Führungsbügel dürfen nicht gefüttert sein.

7.3.5.6.4. Führungsschlitten sind wenigstens beim Durchfahren von Schachtklappen auf Hängenbleiben
                zu überwachen. Beim Hängenbleiben des Schlittens muss mindestens eine akustische
                Warnung am Bedienungsstand der Antriebsmaschine ausgelöst werden.

7.3.5.6.5. Beim Einsatz von Schlittenfängern müssen Vorrichtungen vorhanden sein, die ein Treiben
                bei eingelegtem Fänger zwangsläufig verhindern.

7.3.6. Förderkübel und -behälter

7.3.6.1. Förderkübel und -behälter müssen so eingerichtet und aufgehängt sein, dass sie während
             des Treibens nicht kippen können.

7.3.6.2. Anschlussbleche an Förderkübeln und -behältern dürfen nicht angeschweißt sein.

7.3.6.3. Bodenverschlüsse von Förderbehältern müssen neben der Halterung oder dem Verschluss
             eine zusätzliche Sicherung gegen unbeabsichtigtes Öffnen haben.

7.3.6.4. Förderkübel, die zur Seilfahrt oder Schachtbefahrung benutzt werden, müssen mit einem
             Schutzdach mit 30° Neigung ausgerüstet sein. Für die Ausführung und Bemessung gilt
             TAS Nr. 7.3.1.1, 2. Absatz.

7.3.6.5. Aufhängungen von Förderkübeln müssen DIN 21181 entsprechen.

7.3.7. Zusätzliche Anforderungen an Fördermittel und Gegengewichte bei Anlagen mit Seilführung.

7.3.7.1. Dach und Böden von Fördermitteln und Gegengewichten dürfen nicht so verkleidet sein,
             dass an der Begegnungsstelle im Schacht ein wesentlicher Unterdruck zwischen den
             Fördermitteln auftritt.

7.3.7.2. Auf den Tragböden müssen Vorrichtungen vorhanden sein, die ein Abrollen von Förder-
             wagen oder Abrutschen von Material bei Schiefstellung des Fördermittels verhindern.

7.3.7.3. Fördergestelle, Fördergefäße und Gegengewichte müssen zusätzlich zu den Führungsösen
             nach Nr. 7.3.5.6.1 am Kopf- und Fußrahmen mit starren Führungsschuhen nach
             Nr. 7.3.5.3 versehen sein.

7.3.7.4. Das obere Ende der oberen Führungsschuhe und das untere Ende der unteren Führungs-
             schuhe müssen auf mindestens 100 mm Länge die gleiche Steigung haben wie die
             Übergänge auf die festen Führungen (Nr. 2.4.7.4.2).

7.3.7.5. Falls Reibseile (Abstandsseile) vorhanden sind, müssen an den Fördermitteln und
             Gegengewichten Reibplatten angebracht sein.

             Diese Platten sind an der den Abstandsseilen zugewandten Seite des Kopf- und Fußrahmens
             als waagerechte Leiste einzubauen.

7.4. Zusätzliche Anforderungen an Zwischengeschirre und Unterseilaufhängungen

7.4.1. An Mehrseil-Förderanlagen müssen die über einem Fördermittel oder Gegengewicht
          eingebauten Zwischengeschirrteile von gleicher Bauart und Bemessung sein. Sie müssen
          so angeordnet sein, dass sie sich nicht gegenseitig berühren und nicht umkippen können.

          Dies gilt für Unterseilaufhängungen entsprechend.

7.4.2. Wenn Fördermittel an den Anschlägen durch besondere Vorrichtungen festgestellt werden
          können (Nr. 2.5.4.1.8) und hierbei Hängseil entstehen kann, dürfen keine Klemmkauschen
          eingebaut sein.

          Dies gilt auch für Fördermittel, die betriebsmäßig aufgesetzt werden, z. B. Förderkübel.

7.4.3. Bei Zwischengeschirren, außer Kauscheneinbänden mit Seilklemmen, muss vor dem ersten
          Einsatz durch geeignete Verfahren der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung nachgewiesen
          werden, dass keine Risse, Überschmiedungen, Überwalzungen oder innere Werkstoff-
          trennungen unzulässigen Ausmaßes vorhanden sind.

          Diese Prüfungen müssen von einer hierfür besonders zu bestimmenden verantwortlichen Person
          oder von einem anerkannten Sachverständigen durchgeführt werden.


TAS / Dezember 2005                                                                             Blatt 7 / 7

7.4.4. Kennzeichnung

7.4.4.1. Zwischengeschirrteile von Seilfahrtanlagen müssen bei ihrem Einbau dauerhaft
             gekennzeichnet sein. Dies gilt nicht für Seilklemmen, Schrauben, Niete und dergleichen.

7.4.4.2. Die Kennzeichnung muss dauerhaft und so eindeutig sein, dass keine Verwechslung von
             Zwischengeschirrteilen möglich ist und jederzeit Werkstoffe, Betriebszeiten und Alter
             der Teile festgestellt werden können.

7.4.4.3. Die Kennzeichnung muss an solchen Stellen vorgenommen werden, an denen es
             spannungsmäßig unschädlich ist. Bei bauartmäßig zugelassenen oder genormten Teilen
             ist die Kennzeichnurig an der festgelegten Stelle vorzunehmen. Die Kennzeichnung soll
             durch Einschlagen oder Einfräsen erfolgen.

             Bolzen sind an der Stirnseite zu kennzeichnen.

7.4.5. Bolzen in Zwischengeschirren und Unterseilaufhängungen müssen gegen Herausfallen
          doppelt gesichert sein, z. B. durch Spaltvorstecker mit Federbügel oder durch Achshalter
          mit 2 Schrauben.

          Muttern an Schraubbolzen sind durch Splint oder andere geeignete Vorrichtungen zu sichern.

7.4.6. Als Aufhängungen für Förderkübel und -behälter dürfen nur geradlinige dreieckförmige Bügel
          mit rundem Querschnitt sowie Kettengehänge eingesetzt werden.

7.4.7. Auf Zug beanspruchte Gewindespindeln dürfen nicht eingesetzt werden. Gekröpfte Laschen
          sind zusätzlich zu den Berechnungen nach Nr. 7.6.7.2 auf Biegung und erforderlichenfalls
          auf Torsion zu berechnen.

7.4.8. Werden Bühnen an mehreren Traggliedern aufgehängt und dabei Spannschlösser benutzt, so
          dürfen nur Spannschlösser mit Rundgewinde eingesetzt werden.

7.4.9. Es dürfen nur Wirbel mit Wälzlagern eingesetzt werden. Die Bauart muss zugelassen sein
          (§ 5 Abs. 1 der VO).

7.4.10. Es dürfen nur kurzgliedrige Ketten verwendet werden (Nr. 7.6.7.8).

            In Schächten, in denen mit starker Korrosion zu rechnen ist, müssen die Ketten feuerverzinkt
            sein.

7.4.11. Querschnittsübergänge und Abrundungen müssen mit ausreichenden Übergangsradien
             hergestellt werden. Mittenrauwerte (siehe DIN ISO 1302) an Querschnittsübergängen
             und Abrundungen sowie Übergangsradien müssen den Normen für Zwischengeschirre
             (DIN 21381 bis 21389) entsprechen.

7.4.12. An Karabinerhaken muss die Sperrklinke durch eine Feder in Verschlussstellung gehalten
            werden. Zum Öffnen der Sperrklinke muss ein geeigneter Handgriff vorhanden sein.

            Die Bauart der Karabinerhaken muss zugelassen sein (§ 5 Abs. 1 der VO).

7.4.13. Wenn in Zwischengeschirren Federn eingebaut sind, dürfen sich bei Federbruch keine
            Zwischengeschirrteile lösen können. Der Einsatz von Druckfedern bedarf der Zustimmung
            des Oberbergamts.

7.4.14. An Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s ist unmittelbar über dem Aufhängeblech
            mindestens ein Kreuzgelenkstück einzubauen.

            Jedes Kreuzgelenkstück darf einen Ausschlag von höchstens 30 Grad aus seiner Mittellage
            zulassen.

7.4.15. Anforderungen an Seileinbände mit Rundseil- oder Flachseilklemmen

7.4.15.1. Die Tragkraft (F max ) eines Seileinbandes mit Kausche oder einer Klemmverbindung
               zweier Seile ergibt sich aus der Anzahl der Klemmen (n), der Tragzahl (c), der zulässigen
               Schraubenspannung (s zul) und dem Kernquerschnitt des Gewindes (A3) nach folgenden

               Gleichungen:

               für Kauscheneinbände: Fmax = 8 × n × c × s zul  × A3,

               für Klemmverbindungen: Fmax = 4 × n × c × s zul × A3.

              Als Tragzahl soll c = 0,2 eingesetzt werden.

              Für die Grenztragkraft einer Klemme ergibt sich:

                                                                                       F K max = 4 × c × s zul × A3.

7.4.15.2.1. Die Klemmbacken von Seilklemmen müssen ausreichend große Klemmflächen
                  besitzen und dürfen keine Kerbwirkung auf die Seildrähte ausüben können.

7.4.15.2.2. Für Seilklemmen sollen in der Regel Schrauben mindestens der Güteklasse 4.6
                  (DIN 267 Bl. 3) eingesetzt werden.

7.4.15.2.3 Beim Anziehen der Muttern darf die zulässige Zugspannung der Klemmschrauben
                 - bezogen auf den Kernquerschnitt des Gewindes - rd. 70 v. H. der Mindeststreck-
                 grenze nicht überschreiten und z. B. bei Schrauben der Güteklasse 4.6 höchstens
                 17 kN/cm2, betragen.

7.4.15.3. Die Klemmschrauben sollen mit einem bestimmten Drehmoment fest- und nachgezogen
               werden. Für gut geölte Klemmschrauben üblicher Klemmen mit neuwertigem Gewinde
               werden folgende Drehmomente empfohlen:


TAS / Dezember 2005                                                                         Blatt 7 / 8

Tas - 7 - Tabelle 4

7.4.15.4. Um die Tragkraft von Seileinbänden und Seilklemmverbindungen über längere Zeit
               in ausreichendem Maß aufrecht zu erhalten, müssen die Klemmschrauben innerhalb
               folgender Fristen nachgezogen werden:

  Tas - 7 - Tabelle 5

       Das Festziehen der Muttern beim Fertigstellen eines Einbandes und das Nachziehen
       der Muttern muss von Hand geschehen.

7.4.15.5. Die erforderliche Klemmenzahl ergibt sich aus folgenden Tabellen:

    1. Für F ö r d e r s e i l e

      Aus der Bruchkraft des Seils F Br und der Grenztragkraft einer Klemme F K max
      kann für beliebige Drahtfestigkeiten die erforderliche Klemmenzahl n aus der
      Gleichung

                  Tas - 7 - Formel 7.4.15.5

                    ermittelt werden, wobei wegen des unterschiedlichen Umschlingungswinkels an
                    der Kausche
                    - für Rundseilkauschen nach DIN 21386   C = 0,36
                    - für übliche Flachseilkauschen                  C = 0,37
                    einzusetzen ist.

                  Für Rundseile mit Drähten der Nennfestigkeit 1770 N/mm2 ergibt sich die Memmenzahl
                  bei Einbänden mit Kauschen nach DIN 1386 aus folgender Tabelle 6:

 Tas - 7 - Tabelle 6n


TAS / Dezember 2001                                                                                   Blatt 7 / 9

Für Flachförderseile ergibt sich die Klemmenzahl bei Einbänden aus folgender Tabelle 7:

  Tas - 7 - Tabelle 7

 

                 2. Fü r U n t e r s e i l e

                     Aus der Unterseilgewichtskraft FG, der geforderten 6-fachen Sicherheit gegenüber
                     dem Eigengewicht und der Grenztragkraft einer Klemme F K max kann für beliebige
                     Drahtfestigkeiten die erforderliche Klemmzahl n aus der Gleichung

                   Tas - 7 - Formel 7.4.15.5 2

                     ermittelt werden.

                     Für Einbände von Flach- und Rundunterseilen ist die erforderliche Klemmenzahl 
                     aus folgender Tabelle 8 zu ersehen:

   Tas - 7 - Tabelle 8

                  Wird eine Kausche mit einem Paar Halsklemmen verwendet, so kann die Anzahl
                  der Seilklemmen unterhalb der Kausche um eine vermindert werden, sofern die
                  Schrauben der Halsklemmen mindestens den gleichen Querschnitt haben wie die
                  Schrauben der Seilklemmen.

                  Weniger als 5 Flachseilklemmen oder 1 Halsklemmenpaar und 4 Flachseilklemmen
                  sollen für einen Einband nicht benutzt werden, auch wenn dies rechnerisch möglich ist.

7.5. Anforderungen an Königstangen bei vorhandenen Anlagen

7.5.1. Schäfte von Königstangen müssen mindestens eine 15-fache, alle anderen Teile der
          Königstangen mindestens eine 10-fache Sicherheit gegenüber der statischen Belastung besitzen.

7.5.2. Der Stangenschaft muss riefenfrei sein (vergleiche Nr. 7.4.11).

          Kennzeichnungen gemäß Nr. 7.4.4 dürfen nur unterhalb des Tragbundes eingeschlagen werden.


TAS / Dezember 2001                                                                            Blatt 7 / 10

         In der Königstange darf nur die Bohrung für den Tragbolzen vorhanden sein.

7.5.3. An Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s ist unmittelbar über der Königstange
          mindestens ein Kreuzgelenk einzubauen. Jedes Kreuzgelenkstück darf einen Ausschlag
          von höchstens 30 Grad aus seiner Mittellage zulassen.

7.6. Berechnung der Fördermittel , Gegengewichte , Zwischengeschirre und Unterseil-
        aufhängungen

7.6.1. Allgemeines zu den Kraftannahmen

7.6.1.1. Für Fördermittel und Gegengewichte ist als Nennlast (charakteristische Einwirkung
             nach Element (706))

           Als Nutzlast ist die größte Last bei Seilfahrt anzunehmen, falls diese größer ist als die 
           größte Last bei der Güterförderung.

           Bei Fördergefäßen ist die Seilfahrtlast zusätzlich zur Nutzlast zu berücksichtigen, falls
           Seilfahrt mit beladenem Gefäß erlaubt wird. Dies gilt auch bei Fördergestellen, wenn mit
           beladenem Fördermittel Seilfahrt durchgeführt wird und dabei die Last größer ist als die
           zulässige Nutzlast bei Güterförderung.

           Bei der Ermittlung der Lasten ist ein Gewicht von 100 kg je Person zugrunde zu legen.

7.6.1.2. Für Zwischengeschirre und Unterseilaufhängungen ist als Belastung die Nennlast zugrunde
              zu legen. Nennlast ist die für das jeweilige Teil vorgesehene Höchstbelastung. Die Last-
              verteilung ist gleichmäßig anzunehmen.

             Für mehrsträngige Seil- oder Kettenaufhängungen gilt Nr. 7.6.7.9.

7.6.1.3. In die jeweiligen Berechnungen der Fördermittel und Gegengewichte sind die
             charakteristischen Werte der Festigkeiten der betreffenden Werkstoffe einzusetzen,
             z. B. nach DIN 18 800 Tabelle 1.

7.6.1.4. Bei Niet- und Schraubverbindungen ist der Kraftangriff entsprechend der zugehörigen
             Abbildung anzunehmen.

7.6.1.5. Mit Rücksicht auf die Schwächung durch Nietlöcher ist ein Faktor 0,85 in die Rechnung
             dann einzusetzen, wenn die Mindestlochabstände nach DIN 18800, Teil 1, Tabelle 8,
             eingehalten sind; andernfalls ist die Nietlochschwächung im Einzelfall zu berechnen.

7.6.1.6. Alle Bohrungen in Aufhängeblechen müssen im rechnerischen Nachweis berücksichtigt
             werden, z. B. auch Bohrungen zum Einhängen von Hebezeugen.

             Sollen nachträglich weitere Bohrungen hergestellt werden, ist eine Nachrechnung des
             Aufhängeblechs erforderlich.

7.6.1.7. Zusammenstellung der Bezeichnungen für Fördermittel und Gegengewichte sowie der
             Bezeichnungen und der Grundformein für Aufhängebleche, Zwischengeschirre und 
             Unterseilaufhängungen

             K r ä f t e in N oder kN

             F1 = Kraft am Anschlussbolzen zum Zwischengeschirr (Nr. 7.6.1.2),

             F2 = Teilkraft von F1 bei Mehrseilanlagen oder bei Aufhängung an mehrsträngigen Ketten
                      oder Seilen (Nr. 7.6.7.9),

             F3 = Kraft am Anschlussbolzen zur Unterseilaufhängung,

             F4, F5 = Teilkräfte von F1 in den äußeren/inneren Hängestreben,

             FG = Gesamtkraft unmittelbar oberhalb des Zwischengeschirrs,

             F = Nennlast für Zwischengeschirrteile bzw. Teile von Unterseilaufhängungen

             Tas - 7 - Formel 7.6.1.7

            S p a n n u n g e n in N/cm2 oder kN/cm2

            s B, TB = Bruchspannung (statische Festigkeit) für Biegung, Zug sowie Abscherung,

            s b, s z, T = errechnete Spannung für Biegung, Zug, Abscherung,

            s L = spezifische Lochleitung (Lochleibungsdruck),

            pF = Flächenpressung in Bolzenbohrungen.

 

            M o m e n  t e

            Mb = Biegemoment in Ncm,

           W = Widerstandsmoment in cm3,

            J = Flächenträgheitsmoment in cm4.


TAS / Dezember 2001                                                                                          Blatt 7 / 11

         Tas - 7 - GrundFormel 7.6.1.7

           Q u e r s c h n i t t e

           q1 = auf Zug beanspruchter Querschnitt zwischen dem Rand der Bolzenbohrung und
                  der Außenkante eines Bauteils senkrecht zur Kraftrichtung,

           q2 = kleinster Querschnitt zwischen dem Rand der Bolzenbohrung und der Außenkante
                  eines Bauteils in Kraftrichtung,

           q3 = auf Biegung beanspruchter Gesamtquerschnitt eines Bauteils durch die Mitte der
                   Bolzenbohrung in Kraftrichtung,

           q4 = auf Zug beanspruchter Querschnitt der äußeren Hängestreben, abzüglich der Niet-
                  oder Schraubenlöcher,

           q5 = auf Zug beanspruchter Querschnitt der inneren Hängestreben, abzüglich der Niet- 
                   oder Schraubenlöcher,

           q6 = auf Zug und Biegung beanspruchter Querschnitt eines Anschlussbleches,

           q7 = auf Zug beanspruchter Querschnitt des Anschlussbleches im Niet-/Schraubenbereich,

           q8 = kleinster Querschnitt eines Kreuzgelenkstückes zwischen den Bolzenbohrungen,

           q9 = auf Biegung beanspruchter Querschnitt eines Traversenzapfens,

           q10 = auf Biegung beanspruchter Querschnitt einer Traverse,

           q11 = kleinster auf Zug beanspruchter Querschnitt an einem Schäkel,

           q12  = kleinster auf Biegung beanspruchter Querschnitt an einem Schäkel,

           q13 = auf Biegung beanspruchter Querschnitt in der Krümmung eines Aufhängebügels,

           q14 = kleinster auf Zug und Biegung beanspruchter Querschnitt oberhalb der Bolzenbohrung
                     eines Aufhängebügels,

           q15 = Querschnitt des Schaftes einer Königstange im Bereich der Oberkante des Fördermittels
                     oder Gegengewichts.

 

           Sonstige Bezeichnungen (Maße in cm)

           a, c = Abstand vom Rand einer Bolzenbohrung bis zur Außenkante des Bauteils
                     senkrecht/parallel zur Kraftrichtung,

           b = Dicke von Bauteilen

           d = Durchmesser von Bohrungen, Buchsen, Bolzen, Schrauben, Nieten,

           e = Trägheitshalbmesser,

           f = Abstand zwischen der Mitte einer Bolzenbohrung und der Außenkante eines Bauteils
                senkrecht zur Kraftrichtung,

           g = Mittenabstand zweier Bolzenbohrungen,

           h = Höhen von Bauteilen,

           l = Abstände (Längen),

           m = Schnittigkeit von Niet- und Schraubverbindungen,
                  d. h. Anzahl der vorhandenen Abscherflächen oder Anzahl der verbundenen Bleche minus 1,

           n = Anzahl der tragenden Elemente (Seile, Niete, Schrauben) oder Anzahl der Bohrungen,

           r = Halbmesser (Radien),

          u = untere Seite eines trapezförmigen Blechs nach Abbildung 3,

          v = obere Seite eines trapezförmigen Blechs.

 

7.6.2. Aufhängebleche

7.6.2.1 Kraftannahmen

            F1

            F2 = F1 / n  bei Mehrseilanlagen, soweit nicht mit F1 zu rechnen ist.


TAS / Dezember 2001                                                                       Blatt 7 / 12

7.6.2.2. Ausführungsformen (Abbildung 3)

             An Einseilanlagen sind vorzugsweise die Ausführungsformen A 2 und A 3 einzusetzen.

             Bei den Ausführungsformen A 1, A 2, B 1 und C 1 muss

             h2  £   4 × d,

             h2  ³  0,5 × u,

             v   ³  0,25 × u,

             betragen.

             Bei den Ausführungsformen A 2 und A 3 sowie B 1 und B 2 können, wie bei Form A 1
             dargestellt, auch zwei Aufhängebleche verwendet werden.

             O. F. = Oberkante Fördermittel oder Gegengewicht

           Tas - 7 - A1

           Sicherheitsnachweis für:

           q1, q2, q3, wenn u  ³  h, Bolzenbohrung, Niet- oder Schraubverbindung.

       Tas - 7 - A2

          Sicherheitsnachweis für:

          q1, q2, q3, Bolzenbohrung, Niet- oder Schraubverbindung.

 

          Abbildung 3. Ausführungsformen der Aufhängbleche, verschiedene Aufhängbleche


TAS / Dezember 2001                                                                                Blatt 7 / 13

          noch Abbildung 3

            Tas - 7 - A3

             Sicherheitsnachweis für:

             q1, q2, q3, g, Bolzenbohrung, Niet- oder Schraubverbindung.

             noch Abbildung 3

           Tas - 7 - B2_C1

           F o r m C 1 Ist wegen sehr nachteiliger Biegebeanspruchung im Querschnitt „f“ (großer
           Steifigkeitssprung) und wegen nichtprüfbarer Korrosionsschäden unterhalb dieses
           Querschnitts bei neuen Fördermitteln n i c h t mehr gestattet.

           Erforderlicher Sicherheitsnachweis bei vorhandenen Anlagen:

           q1, q2, f, Bolzenbohrung, Niet- oder Schraubverbindung.


TAS / Dezember 2001                                                                                    Blatt 7 / 14

7.6.2.3. Die Bemessung von Aufhängeblechen kann sowohl entsprechend DIN 18800 unter
             Berücksichtigung der unter Nr. 7.2 genannten Teilsicherhebbeiwerte als auch aufgrund
             der nachfolgenden Nachweise erfolgen:

         Tas - 7 - Formel 7.6.2.3.

               Tas - 7 - Formel 7.6.2.3. 2


TAS / Dezember 2001                                                                    Blatt 7 / 15

              Tas - 7 - Formel 7.6.2.3. 3

          Bei Mehrseilanlagen ist mit F2 zu rechnen.

          Bei Verschleißbuchsen darf als Tragbreite nur die Breite des Aufhängeblechs
          eingesetzt werden.

7.6.3. Querträger und Längsträger im Kopf- und Fußrahmen

7.6.3.1. Kraftannahmen

             Für den Kopfrahmen werden die Kräfte F1, F4 und F5, für den Fußrahmen wird die
             Kraft F3 zugrunde gelegt (siehe Abbildung 5).

           Tas - 7 - Abbildung 5

7.6.3.2. Die Bemessung der Quer- und Längsträger erfolgt entsprechend DIN 18800 unter
             Berücksichtigung der unter Nr. 7.2 angegebenen Teilsicherheitsbeiwerte.

     Tas - 7 - Abbildung 6


TAS / Dezember 2001                                                                                   Blatt 7 / 16

    Tas - 7 - Abbildung 7

     Tas - 7 - Abbildung 8


TAS / Dezember 2001                                                                                    Blatt 7 / 17

      Tas - 7 - Abbildung 9

 

7.6.4. Hängestreben

7.6.4.1. Kraftannahmen

Für die Berechnung der Hängestreben gilt:

    Tas - 7 - Formel 7.6.4.1

7.6.4.2. Die Bemessung der Hängestreben erfolgt entsprechend DIN 18800 unter
             Berücksichtigung der unter Nr. 7.2 angegebenen Teilsicherheitsbeiwerte.


TAS / Dezember 2005                                                                                Blatt 7 / 18

  Tas - 7 - Abbildung 10

7.6.5. Verbindungselemente (Niete, Schrauben)

7.6.5.1. Niete und Schrauben sind auf Abscheren und Lochleibung zu berechnen.

             Bei den zu verbindenden Teilen muss die Schwächung durch Niet- oder 
             Schraubenlöcher nach Nr. 7.6.1.5 berücksichtigt werden.

             Bei Schraubverbindungen dürfen nur Passschrauben oder GV-Verbindungen
             (siehe dazu DIN 18800, Teil 7 [5/83]) eingesetzt werden.

             Bei Passschrauben darf das Schraubengewinde nicht in einem Scherquerschnitt liegen.
             GV-Verbindungen sind mit dem erforderlichen Drehmoment anzuziehen. Schrauben-
             muttern müssen in geeigneter Weise gegen Lockern gesichert sein.

             Für die inneren Hängestreben ist mit der Kraft F5 der Sicherheitsnachweis der
             Verbindung am Fördermittelkopf und an der Unterseilaufhängung zu führen, für die
             äußeren Hängestreben mit der Kraft F4 nur am Fördermittelkopf.

             Die Verbindung der Stoßlaschen an Hängestreben ist ebenfalls nachzuweisen.

7.6.5.2. Die Bemessung der Verbindungselemente auf Abscheren und Lochleibung erfolgt

    Tas - 7 - Formel 7.6.5.2


TAS / Dezember 2001                                                                          Blatt 7 / 19

7.6.6. Anschlussbleche an Förderkübeln und Behältern sowie Kettenanschlussbleche

         Anschlussbleche für Ketten- oder Seilaufhängungen müssen in Zugrichtung abgewinkelt
         sein (Abbildung 11).

         Die Querschnitte q1, q2, q6, q7 sind zu berechnen.

         Die Bemessung der Anschlussbleche kann sowohl entsprechend DIN 18800 unter
         Berücksichtigung der unter Nr. 7.2 genannten Teilsicherheitsbeiwerte als auch aufgrund
         der nachfolgenden Nachweise erfolgen:

          a) Querschnitt q1 nach Nr. 7.6.2.3, Buchstabe a), dabei tritt an die Stelle von F1 die
               Kraft F2;

          b) Querschnitt q2 nach Nr. 7.6.2.3, Buchstabe b);

             Tas - 7 - Formel 7.6.6.6

Das Maß IH soll möglichst klein gehalten werden. An dem gefährdeten Querschnitt q6 ist
die Biegekante des Fördermittels abzurunden.

Bei nicht gewinkelten Anschlussblechen, z. B. für Kübelbügel (Abbildung 20), entfällt der
Nachweis für q6.

    Tas - 7 - Abbildung 11

7.6.7. Zwischengeschirre und Unterseilaufhängungen

7.6.7.1. Bolzen

             Die Bemessung der Zwischengeschirre und Unterseilaufhängungen erfolgt aufgrund
             der nachfolgenden Nachweise.

             Aus Gründen gleichmäßiger Kraftverteilung ist bei Bolzenverbindungen die
             Abmessung                                                     b1 = b2 × 0,5
             oder bei Lagerung mit Abstandshalter              b1 = b2
                
zu bevorzugen.

             Es sind zu berechnen:

             Tas - 7 - Formel 7.6.7.1


TAS / Dezember 2001                                                                                Blatt 7 / 20

     Tas - 7 - Abbildung 12

        Tas - 7 - Abbildung 14


TAS / Dezember 2001                                                                          Blatt 7 / 21

7.6.7.2. Laschen (Abbildung 15)

             Es sind zu berechnen:

             a) Querschnitt q1 und q1 nach Nr. 7.6.2.3, Buchstaben a) und b):

             Bei Laschen mit mehreren Bohrungen, Verstecklaschen) muss der Mittenabstand g
             zwischen den Bohrungen

           Tas - 7 - Formel 7.6.7.2

              betragen.

         b) Flächenpressung:

             Berechnung nach Nr. 7.6.7.1, Buchstabe d). Bei Bohrungen mit Verschleißbuchsen ist
             auch eine Berechnung der Lochleibung nach Nr. 7.6.2.3, Buchstabe d) erforderlich.

             Bei den Berechnungen nach a) und b) tritt an die Stelle von F1 die Kraft F

           Tas - 7 - Abbildung 15

7.6.7.3. Kreuzgelenkstücke (Abbildung 16)

             a) Querschnitte q1 und q2 sowie Flächenpressung und Lochleibung sind nach
                  Nr. 7.6.2.3, Buchstaben a), b) und d) zu berechnen.

                 Die Berechnung ist für jede Bolzenbohrung gesondert durchzuführen.

            b) Querschnitt q8 ist als jeweils kleinster Querschnitt zwischen den Bolzenbohrungen
                auf Zug zu berechnen:

            Tas - 7 - Abbildung 16


TAS / Dezember 2001                                                                                  Blatt 7 / 22

7.6.7.4. Winkelhebel (Abbildung 17)

              (z. B. bei Mehrseilanlagen, Versteckvorrichtungen, Bühnenaufhängungen)

              Querschnitte q1, q2, q'1 und q'2 sowie Flächenpressung und Lochleibung sind nach
              Nr. 7.6.2.3 Buchstaben a), b), c) und d) zu berechnen.

           Tas - 7 - 22a

     Tas - 7 - 22b


TAS / Juli 2004                                                                                      Blatt 7 / 23

            Tas - 7 - 23a

Bei Schäkeln nach Abbildung 19 (a) ist die Schäkelweite so gering zu halten, wie es die
Anschlussglieder zulassen.

Falls sich der Schäkelquerschnitt zwischen den Stellen q12, und kurz vor q11 ändert, muss
zusätzlich der Querschnitt q12a im Bereich der größten Schäkelweite auf Zug und Biegung
berechnet werden.

Bei Schäkeln nach Abbildung 19 (c) muss ein Zusammenbiegen verhindert werden,
z. B. durch Stehbolzen oder Rohr.

Bei Schäkeln sind Ringe als Anschlussglieder unzulässig.

7.6.7.7. Aufhängebügel (Abbildungen 20a und 20b)

a) Querschnitt q1 und q2 sowie Flächenpressung und Lochleibung sind nach Nr. 7.6.2.3,
    Buchstaben a), b) und d) zu berechnen.

b) Querschnitt q13 auf Biegung:

     Die Länge I wird ermittelt, indem vom Krümmungsmittelpunkt Lote auf die Schenkel 
     des Bügels gefällt werden.

          Tas - 7 - 23b


TAS / Dezember 2005                                                                             Blatt 7 / 24

            Tas - 7 - 24b

7.6.7.8. Ketten (Abbildung 21)

Ketten für Zwischengeschirre, Unterseilaufhängungen, Förderkübel und Bühnenaufhängungen
müssen aus Werkstoffen nach Nr 7.1.8 Tabelle 1 bestehen. Die Ketten müssen kurzgliedrig
sein; dies ist bei Ketten ohne Steg der Fall, wenn

         Tas - 7 - 24c


TAS / Dezember 2001                                                                      Blatt 7 / 25

   

         Tas - 7 - 25a

7.6.7.10. Königstangen (Abbildung 24)

a) Querschnitt q1 und q2 sowie Flächenpressung und Lochleibung sind nach Nr. 7.6.2.3,
    Buchstaben a), b) und d) zu berechnen.

b) Querschnitt q15 auf Zug:

         Tas - 7 - 25b


TAS / Dezember 2001                                                                             Blatt 7 / 26

          Tas - 7 - 26



TAS / Dezember 2005                                                                                Blatt 8 / 1

8. Befahrungsanlagen, Hilfsfahranlagen, Notfahranlagen

   (Für automatische Steuerungen in diesen Anlagen gelten die Anforderungen des Abschnitts 5;
    für die Seile dieser Anlagen gilt Abschnitt 6. Die anderen Abschnitte der TAS gelten für diese
    Anlagen nur, soweit ausdrücklich darauf verwiesen wird).

8.1. Allgemeines

8.1.1. Befahrungsanlagen
         sind Anlagen, die in Schächten ohne Seilfahrt- oder Güterförderanlage sowie in schacht-
         ähnlichen Grubenbauen von den mit der Überwachung, Instandhaltung und Vermessung
         beauftragten Personen sowie zur Bergung von Personen in Notfällen benutzt werden
         (vergleiche § 2 Abs. 3 der VO).

8.1.2. Hilfsfahranlagen
         sind Anlagen, die in Schächten mit Seilfahrt- oder Güterförderanlage anstelle eines Fahrtrums
         vorhanden und geeignet sind, in Notfällen Personen aus dem Schacht zu bergen (vergleiche
         § 2 Abs. 15 der VO).

8.1.3. Notfahranlagen
         sind Anlagen, die in Abteufbetrieben anstelle eines Fahrtrums eingebaut und geeignet sind,
         sämtliche auf der Teufsohle oder Bühne befindlichen Personen in Notfällen mit einem Treiben 
         aus dem Schacht zu bergen (vergleiche § 2 Abs. 15 der VO).

8.1.4. Hilfsfahranlagen und Notfahranlagen sind als Trommel- oder Bobinenanlagen zu errichten und
         so bereit zu halten, dass sie durch Anlagen und Einrichtungen im Schacht nicht beschädigt
         oder in ihrer Funktion beeinträchtigt werden können. Alle beweglichen Teile von Hilfsfahranlagen
         sollen daher oberhalb des obersten Anschlags der zugehörigen Seilfahrt- oder Güterförderanlage
         bereitgehalten werden. (Für Notfahranlagen gilt § 17 Abs. 5 der VO.)

8.1.5. Hilfsfahranlagen sind so auszulegen, dass die zulässige Höchstzahl der auf den Fördermitteln
         der Seilfahrt- oder Förderanlage fahrenden Personen innerhalb von längstens 6 Stunden zu Tage
         oder zu Anschlägen gebracht werden kann, von denen aus eine weitere Fahrungsmöglichkeit
         zu Tage besteht. Etwaige Rüstzeiten bis zur Inbetriebnahme der Anlage sind dabei einzuschließen.

8.1.6. Das Umsteigen der Fahrenden von den Fördermitteln der Seilfahrtanlage auf das Fördermittel
         der Hilfsfahranlage muss im gesamten Bereich der Hilfsfahranlage möglich sein. Dazu müssen
         gegebenenfalls an dem Fördermittel der Hilfsfahranlage oder an den Fördermitteln der Seilfahrt-
         anlage Klappbühnen vorhanden sein oder ein besonderer Laufsteg mitgeführt werden.

8.2. Einrichtungen am und im Schacht

8.2.1. Gerüste und Maschinenfundamente für Befahrungsanlagen in Tagesschächten müssen nach
          DIN 4118 entworfen, berechnet und ausgeführt werden. Die "Anpassungsrichtlinie Stahlbau" ist
          hierbei zu berücksichtigen.

8.2.2. Seil- und Ablenkscheibenträger in vorhandenen Fördergerüsten für Befahrungsanlagen, Hilfs-
          fahranlagen oder Notfahranlagen müssen den Anforderungen nach DIN 4118 genügen. Die 
          "Anpassungsrichtlinie Stahlbau" ist hierbei zu berücksichtigen.

8.2.3. In Blindschächten müssen Träger zur Verlagerung von Seil- und Ablenkscheiben für Befahrungs-
         anlagen, Hilfsfahranlagen oder Notfahranlagen aus Stahl bestehen. Diese Träger und Unterzüge
         müssen bei statischer Belastung unter Berücksichtigung der Betriebskraft und der Eigen-
         gewichtskraft bemessen werden. Für das Nachweisverfahren sind die Teilsicherheitsbeiwerte 
          g
f = 2,2 und g m = 2,0 einzusetzen.

         Die Stahlqualität muss mindestens St 37-2 nach DIN 17100 (S 235 JRG2 nach DIN EN 10025,
         Teil 1) sein.

         Sätze 1 und 2 gelten für die Verlagerungseinrichtungen der Antriebsmaschine entsprechend.

8.2.4. Für ortsbewegliche Anlagen sind die Aufstellungsorte an den Schächten festzulegen und so
         herzurichten, dass die Anlagen in kürzester Zeit betriebsbereit gemacht werden können.

         Seil- und Ablenkscheiben in Gerüsten sind möglichst stationär einzubauen; dabei gilt Nr. 8.2.2.

8.2.5. Zugänge zu den Fördermitteln müssen so eingerichtet sein, dass die Fördermittel gefahrlos
         betreten und verlassen werden können.

8.2.6. Führungseinrichtungen

8.2.6.1. Fördermittel von Befahrungs- und Hilfsfahranlagen müssen an Spurlatten oder Seilen geführt
            werden.

            Dies gilt nicht für Fördermittel von Befahrungsanlagen und ortsveränderlichen Hilfsfahranlagen 
            mit Fahrgeschwindigkeiten bis 1 m/s, wenn Vorkehrungen getroffen sind, die ein Aufsetzen oder
            Untergreifen der Fördermittel an Schachteinbauten oder am Schachtausbau verhindern.

            Fördermittel von Notfahranlagen brauchen nicht geführt zu werden.

8.2.6.2. Für Spurlattenführungen gelten die Nrn. 2.4.1, 2.4.2.1, 2.4.2.2, 2.4.2.3; für Seilführungen gelten
            die Nrn. 2.4.7.1 bis 2.4.7.7.


TAS / Dezember 2005                                                                             Blatt 8 / 2

8.2.6.3. Trommel- und Bobinenanlagen müssen mit einer geeigneten Hängseilüberwachungseinrichtung
             ausgerüstet sein. Das Ansprechen der Überwachung ist am Bedienungsstand anzuzeigen;
             für automatische Anlagen gelten die Nrn. 5.5.3 und 5.5.6.

8.2.7. Freie Höhe, freie Taufe

         Bei Befahrungsanlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 1 m/s gilt für die freie Höhe und die
         freie Teufe Nr. 2.3.4.

8.3. Antriebe (einschließlich Bremsen)

8.3.1. Befahrungsanlagen, Hilfsfahranlagen und Notfahranlagen müssen mit Maschinenkraft betrieben
          werden.

8.3.2. Der Antrieb von Hilfsfahr- und Notfahranlagen muss derart mit Energie versorgt werden, dass er
         auch dann betriebsbereit ist, wenn die Energieversorgung der Fördermaschinen oder -häspel
         ausfällt; z. B. kann eine andere Energieart gewählt werden, oder die Stromzufuhr muss über
         eine andere Verteilung als die für die Förder- und Seilfahranlagen führen.

8.3.3. Antriebe müssen zwei unabhängig voneinander wirkende Bremseinrichtungen haben.
         Bandbremsen sind unzulässig. Die Bauart der Bremsapparate muss nach § 5 Abs. 1 der VO
         genehmigt sein. Im Übrigen gilt Nr. 3.9.1.3.2. Abweichend von Satz 1 darf das Gestänge der
         beiden Bremsen so weit vereinigt sein, dass bei Störungen in der Steuerung der Fahrbremse
         die Sicherheitsbremse nicht unwirksam wird.

         Bei Bremseinrichtungen mit einem Bremsapparat ist eine Zugstange zulässig, wenn diese,
         abweichend von Nr. 8.3.4 Satz 4, eine mindest 6-fache Sicherheit - bezogen auf die Streck-
         grenze - aufweist.

         Die Fahrbremse muss sich beim Loslassen des Hand- oder Fußhebels selbsttätig schließen.

         Die Sicherheitsbremse muss auf den Seilträger oder eine auf gleicher Welle angeordnete Brems-
         scheibe einwirken. Sie muss entweder unmittelbar ausgelöst werden können oder bei mittelbarer
         Auslösung über Ventile müssen diese gemäß Nr. 3.9.5.9.ausgeführt sein. Ist ein Sicherheitsstrom-
         kreis vorhanden, so muss dieser gemäß Nr. 3.8. ausgelegt sein und bei Unterbrechung die auf den
         Seilträger oder dessen Welle wirkende Bremse auslösen. Ihre Bremskraft muss unabhängig von
         Antriebsenergien erzeugt werden, z. B. Dampf, elektrischer Strom, Druckluft, bei deren Ausbleiben
         die Bremse unwirksam werden kann.

8.3.4. Jede Bremse muss die statische Belastung durch das größte zulässige Übergewicht - oder
          gegebenenfalls das größte betrieblich auftretende Lastmoment - mit mindestens 2-facher
          Sicherheit halten können. Die Bremssicherheit ist mit einer Reibungszahl zwischen Bremsbelag
          und Bremsfläche von 0,4 rechnerisch nachzuweisen.

          Das zulässige Übergewicht oder größte Lastmoment ergibt sich aus der Bremsberechnung; das
          Nennlastmoment der Antriebsmaschine darf nicht überschritten werden.

          Das Bremsgestänge muss - bezogen auf die Streckgrenze - eine wenigstens 3-fache Sicherheit
          gegenüber der in den einzelnen Teilen jeweils auftretenden größten statischen Belastung
          aufweisen. Wenn sich die Bremskräfte von Fahr- und Sicherheitsbremse addieren können, finden
          die Nrn. 3.9.4.1 Abs. 2 und 3.9.4.4 entsprechende Anwendung.

8.3.5. Für Gewinde am Bremsgestänge gilt Nr. 3.9.3.2. Für Schweißungen an Bremseinrichtungen
         gilt Nr. 3.9.3.6.

8.3.6. Antriebe müssen mit einem Teufenzeiger ausgerüstet sein. Dieser darf nicht über Schnurlauf
         oder Reibungskupplung betrieben werden.

8.3.7. Antriebe mit Fahrgeschwindigkeiten über 1 m/s müssen mit einem Geschwindigkeitsmesser 
         versehen sein.

8.3.8. Bei Anlagen mit Druckluft- oder Hydraulikantrieb muss das Fahrventil selbstschließend sein.

8.3.9. Vorgelege dürfen nicht ausrückbar sein. Das gilt nicht für Antriebe mit Wendegetriebe, das nur
         ausrückbar sein darf, wenn die auf den Seilträger wirkende Bremse (vergleiche Nr. 8.3.3) aufliegt.

8.3.10. Der Durchmesser des Seilträgers muss mindestens das 20-fache des Seildurchmessers, bei
           Antrieben von Befahrungsanlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 1 m/s jedoch mindestens
           das 40-fache des Seildurchmessers betragen.

8.3.11. Seitliche Begrenzungen von Seilträgern müssen aus Stahlguss oder Stahl bestehen.
           Bordscheiben von Trommeln müssen so hoch sein, dass sie bei vollständig aufgewickeltem
           Seil die oberste Lage noch um mindestens 1,5 Seildurchmesser überragen.

8.3.12. Die Fahrgeschwindigkeit darf für Befahrungs- und Hilfsfahranlagen 4 m/s, für Notfahranlagen
           1 m/s nicht überschreiten können. Für Befahrungs- und Hilfsfähranlagen gelten die
           Nrn. 3.7.1 und 3.7.2 entsprechend.

           Notfahranlagen müssen mit wenigstens 0,5 m/s Fahrgeschwindigkeit betrieben werden können.

8.3.13. Antriebe von Befahrungsanlagen und Hilfsfahranlagen müssen so ausgelegt sein, dass auch
           über längere Fahrstrecken mit geringer Geschwindigkeit <= 0,5 m/s) gefahren werden kann.

8.3.14. Abwärts muss auch unter Last ohne Benutzung einer Bremse mit nahezu gleichbleibender
           Drehzahl gefahren werden können.


TAS / Dezember 2005                                                                        Blatt 8 / 3

8.4. Fördermittel und Zwischengeschirre

8.4.1. Als Fördermittel können eingebaut werden

         Fördergestelle oder verfahrbare Bühnen,

         geeignete Hilfsfahrgestelle,

         geeignete Notfahrgestelle.

         Förderkübel sind in Befahrungsanlagen nur zum Erreichen einer verfahrbaren Arbeitsbühne
         zulässig.

8.4.2. Werden Bühnen als Fördermittel eingesetzt, so findet Nr. 9.1.1 entsprechende Anwendung.

8.4.3. Auf Fördermitteln müssen Vorrichtungen angebracht sein, an denen sich die Fahrenden
         festhalten können. Außerdem müssen Absturzsicherungen,
z. B. Türen, Geländer nach DIN 21377,
         vorhanden
sein; Ketten sind dafür nicht zulässig.

8.4.4. Bei Ermittlung der zulässigen Personenzahl ist eine Standfläche von mindestens 0,25 m2, bei
         Notfahrgestellen von mindestens 0,20 m2
, und ein Gewicht von 100 kg je Person zugrunde zu
         legen.

         Im übrigen gilt Nr. 7 in Verbindung mit Nr. 8.2.6.1. Abweichend von Nr. 7.2.1.3 darf die Dicke
         der Haupttragglieder von Fördermitteln 6 mm nicht unterschreiten.

8.4.5. Notfahrgestelle müssen oben und unten verjüngend zusammengezogen sein.

8.4.6. Für Zwischengeschirre gilt Nr. 7.

         Die Verbindung zwischen dem Seil und dem Fördermittel darf sich bei einem eventuellen
         Aufsetzen oder Untergreifen des Fördermittels nicht von selbst lösen können.

8.4.7. Bei Notfahranlagen und anderen nicht geführten Fördermitteln muss im Zwischengeschirr ein
         Seilwirbel eingebaut sein.

8.5. Seile

8.5.1. Förderseile von Befahrungsanlagen, Hilfsfahranlagen und Notfahranlagen müssen eine
         mindestens 7,5-fache Sicherheit gegenüber der größten statischen Belastung besitzen.

         Abweichend hiervon genügt für gelegentliche Schwertransporte mit Befahrungsanlagen eine
         6-fache Sicherheit.

8.5.2. An Trommel- und Bobinenanlagen muss die Seillänge so bemessen sein, dass bei der
         größten vorgesehenen Teufe und unter Berücksichtigung des vorgeschriebenen Seilabhauens
         noch mindestens zwei Seilwindlungen auf dem Seilträger verbleiben.

8.5.3. Für Unterseile gilt Nr. 6.8.3.

8.6. Schachtüberwachungs- und - signalanlagen

8.6.1. Befahrungsanlagen und Hilfsfahranlagen müssen mit zwei voneinander unabhängigen 
         Signalvorrichtung ausgerüstet sein, die im Fahrbereich der Anlage in jeder Teufe vom Fördermittel
         aus betätigt werden können, z. B. FTS-Anlage, Schachthammersignaleinrichtung.

         Die damit gegebenen Signale müssen unmittelbar zum Stand des Maschinenführers gelangen.
         Diese Signalvorrichtungen müssen mindestens den Nrn. 4.2.1, 4.2.3, 4.2.9 sowie 4.3.1 bis 4.3.4.
         entsprechen; für Schachthammersignaleinrichtungen gilt ferner Nr. 4.7., für FTS-Anlagen die Nr. 4.8.

         Es wird empfohlen, mindestens eine der beiden Signalvorrichtungen mit einer Sprechverständigung
         auszustatten, z. B. eine FTS-Anlage zu verwenden.

         Für Notfahranlagen muss eine Schachthammersignaleinrichtung vorhanden sein, deren Zugseil
         über den gesamten Fahrweg vom Notfahrgestell aus leicht erreichbar sein muss. Auf diese
         Einrichtung kann nur verzichtet werden, wenn vom Notfahrgestell das Zugseil der Schachthammer-
         signaleinrichtung der Abteufanlage in dem gesamten Fahrweg einwandfrei erreichbar ist.

         Wird bei einer Befahrungs-, Hilfsfahr- oder Notfahranlage eine Schachthammersignaleinrichtung
         mit einem Funkübertragungssystem eingesetzt, so sind die Nrn. 4.7.3.7. und 4.7.3.8. zu beachten.



TAS / Dezember 2005                                                                                    Blatt  9 / 1 

9. Bühnen und Greiferanlagen

    (Für die Seile dieser Anlagen gilt Abschnitt 6. Die anderen Abschnitte der TAS gelten
     für diese Anlagen nur, soweit ausdrücklich darauf verwiesen wird).

9.1. Verfahrbare Arbeitsbühnen

        Bei verfahrbaren Arbeitsbühnen in Schächten oder schachtähnlichen Grubenbauen sind zu
        unterscheiden:

       je nach dem Betriebszweck können sie den Schachtquerschnitt ganz oder teilweise überdecken.

9.1.1. Bühnen

9.1.1.1. Haupttragglieder von Bühnen müssen aus Stahl nach Nr. 7.1.8 bestehen.

            Haupttragglieder sind:

9.1.1.2. Bauteile von Bühnen - außer Bohlen - müssen mindestens mit den Teilsicherheitsbeiwerten
            g f = 2,2 und g m = 2,0 gegenüber der statischen Belastung beim Verfahren und im Ruhezustand
            bemessen werden. Bei Bühnen, bei denen die Dauerhaftigkeit (siehe DIN 18800, Teil 1,
            Abschnitt 7.7, Elemente (768) ff.) gewährleistet werden kann, darf der Teilsicherheitsbeiwert
            für die Widerstandsgröße auf g m = 1,4 reduziert werden.

            Die Bühnenstiele müssen mindestens mit den Teilsicherheitsbeiwerten g f = 2,2 und g m = 2,0
            gegenüber der statischen Belastung beim Verfahren und im Ruhestand bemessen werden.

            Bei dem Nachweisen sind Spannungsüberlagerungen zu berücksichtigen. Aufhänge- und
            Anschlussbleche müssen mit den Teilsicherheitsbeiwerten g f = 4,5 und g m = 1,5 gegenüber
            der statischen Belastung beim Verfahren und im Ruhezustand bemessen werden.

            Die statische Belastung der einzelnen Bauteile ergibt sich aus deren anteiligem Eigengewicht
            und der jeweils zulässigen Last.

            Tragende Bauteile von ständig im Schacht befindlichen verfahrbaren Arbeitsbühnen müssen
            mindestens 8 mm dick sein.

9.1.1.3. Soweit Bauteile einer Bühne miteinander verschweißt werden, ist Nr. 7.1.10 zu beachten.

             Die Rissfreiheit der Schweißnähte an tragenden Teilen ist nachzuweisen.

9.1.1.4. Hauptträger (Längsträger) von Bühnen sollen durchlaufend sein; falls das nicht möglich ist,
             sind die Einzelteile biegesteif miteinander zu verbinden.

9.1.1.5. Bühnenabdeckungen müssen gegen zufälliges Verschieben gesichert sein. Im Übrigen gilt:

9.1.1.6. Bühnen müssen gegen Kippen und Schieflage sicher sein. Bühnen beim Abteufen müssen
            in Arbeitsstellung durch Riegel festgelegt werden können; dies gilt auch für andere verfahrbare
            Arbeitsbühnen, die regelmäßig mehrere Tage lang an einer Stelle im Schacht verbleiben.

            An Bühnen mit Einpunktaufhängung muss die Länge des Aufhängestiels (Vertikalträger)
            mindestens der größten Bühnenabmessung entsprechen.

9.1.1.7. Bei Verwendung von Riegeln müssen mindestens 4 Riegel vorhanden sein.

            Riegel müssen gegen unbeabsichtigtes Verschieben gesichert werden können.

            Bei der Berechnung der Riegel und Halterungen nach Nr. 9.1.1.2 ist das 1,2-fache der für
             jeden Riegel sich ergebenden Belastung zugrunde zu legen.

9.1.1.8. An Durchgangsöffnungen für Fördermittel müssen Leitvorrichtungen vorhanden sein.

9.1.1.9. Alle Öffnungen in Bühnen müssen durch Geländer nach DIN 21377 und Fußleisten, 
             Abkleidungen oder dergleichen gesichert sein.

9.1.1.10. An den Stellen, an denen Bühnen mehr als 15 cm Abstand von der Schachtwandung haben,
               müssen geeignete Einrichtungen gegen Absturz vorhanden sein, z. B. Geländer nach
               DIN 21377.

9.1.1.11. Alle Böden einer Bühne müssen durch fest eingebaute Fahrten erreichbar sein. Dafür müssen
              entsprechende Durchstiege in den Böden vorhanden sein.


TAS / Dezember 2001                                                                                 Blatt 9 / 2

9.1.1.12. Bedienungsstände von Greiferanlagen an Bühnen sowie Einrichtungen an
               Bühnen, die regelmäßig überwacht und gewartet werden, müssen sicher
               zugänglich sein, z. B. über fest eingebaute Fahrten mit Rückenschutz.

9.1.1.13. Wenn Bühnen auf Schachteinbauten oder den Schachtausbau aufgelegt werden,
               darf durch diese zusätzliche Belastung die zulässige Beanspruchbarkeit der
               Einbauten oder des Ausbaus nicht überschritten werden (vergleiche Nrn. 2.4.4
               und 2.4.5).

9.1.1.14. An einer geeigneten Stelle der Bühne muss die zulässige Belastung beim Verfahren
               und in der Ruhelage, z. B. nach Auflegen auf Riegeln, angegeben sein.

               Bei mehrbödigen Bühnen sind diese Angaben auf jedem Boden zu machen.

9.1.1.15 Bühnen, die für Schachtarbeiten und für Schachtbefahrungen benutzt werden, sind
              mit einem Schutzgeländer nach DIN 21377 und mit einem Schutzdach auszurüsten.
              Für die Ausführung und Bemessung gilt TAS Nr. 7.3.1.1, 2. Absatz.

9.1.2. Bühnen-Zwischengeschirre

9.1.2.1. Für die Verbindungsstelle zwischen Bühne und Bühnenseil (Bühnen-Zwischengeschirre)
             gelten die Anforderungen an Zwischengeschirre nach Nr. 7. Abweichend von Nr. 7.1.6
             kann auf Verschleißbuchsen verzichtet werden.

9.1.2.2. Die Verbindung zwischen Bühne und Bühnenseil darf sich beim Aufsetzen der Bühne
             nicht von selbst lösen können.

             Klemmkauschen dürfen nicht eingesetzt werden.

9.1.2.3. Wenn Bühnen an Umlenkscheiben aufgehängt sind, gilt folgendes:

  1. Umlenkscheiben mit zugehörigen Anschlussteilen sind als Zwischengeschirrteile
     zu berechnen (10-fache Sicherheit nach Nr. 7.2.2.1),
  2. der Durchmesser von Umlenkscheiben muss mindestens das 15-fache des
    Seildurchmessers betragen,
  3. das Bühnenseil darf nicht aus der Umlenkscheibe herausspringen können,
  4. das freie Seilende ist mit einer Kausche einzubinden; die Kausche ist an einem
    Träger zu befestigen; Kausche und Befestigungsteile gelten als Zwischengeschirrteile.

9.1.3. Seilscheiben für Bühnenanlagen

          Für Seilscheiben von Bühnenanlagen finden Nr. 1.4.3 und Nr. 9.1.2.3 Ziffern 2 und 3
          entsprechende Anwendung.

9.1.4. Träger für Seil- und Umlenkscheiben

          Träger für Seil- und Umlenkscheiben sowie Träger zur Befestigung von Kauschen nach
          Nr. 9.1.2.3 Ziffer 4 müssen gegenüber der statischen Belastung bemessen werden. Beim
          Nachweisverfahren sind die Teilsicherheitsbeiwerte g f = 2,2 und g m = 2,0 zu berücksichtigen.

          In diesem Fall ist die statische Belastung die Summe aus dem Eigengewicht des Bühnenseils
          bei größter Teufe, dem Gewicht des Bühnen-Zwischengeschirrs, dem Eigengewicht der Bühne
          (gegebenenfalls einschließlich Greiferanlage mit Nutzlast) und der zulässigen Belastung der Bühne.

9.1.5. Bühnenseile als Führungsseile

9.1.5.1. Bühnenseile können auch als Führungsseile dienen. Die Anforderungen nach Nr. 2.4.7 sind
             dabei zu beachten.

9.1.5.2. Die Spannung der als Führungsseil benutzten Bühnenseile muss jederzeit festgestellt werden
             können. Wird die erforderliche Spannkraft nach den Nrn. 2.4.7.7.4 und 2.4.7.9.1 
             unterschritten, muss dies optisch und akustisch am Stand des Fördermaschinisten oder
             Haspelführers angezeigt werden.

9.1.6. Signalanlagen

          Bühnenanlagen als Bestandteile von Abteufanlagen müssen mit Signalanlagen nach Nr. 4.1.4 
          ausgerüstet sein.

           Andere Bühnenanlagen müssen mindestens mit einer Signalvorrichtung ausgerüstet sein, die
           im Fahrbereich der Bühne in jeder Teufe von der Bühne aus betätigt werden kann. Die damit
           gegebenen Signale müssen unmittelbar zum Stand des Maschinenführers gelangen. Diese
           Signalvorrichtungen müssen mindestens den Nrn. 4.2.1, 4.2.3, 4.2.7 sowie 4.3.1 bis 4.3.4
           entsprechen; für Schachthammersignalanlagen gilt ferner Nr. 4.7.

           Der Einsatz von Funksprechgeräten mit Signaltaste ist zulässig.

9.2. Feste Arbeits - und Überwachungsbühnen

       Es sind zu unterscheiden:

9.2.1. Ausführung der Bühnen

9.2.1.1. Bei Stützweiten über 2,0 m müssen Träger eingebaut werden. Die Träger müssen
             durchlaufend sein und auf der ganzen Breite der Schachteinstriche, Unterzüge oder
             Ausbauteile aufliegen.


TAS / Dezember 2005                                                                              Blatt 9 / 3

9.2.1.2. Träger und Unterzüge aus Holz sollen quadratischen Querschnitt haben. Träger
             und Unterzüge aus Stahl sollen Breitflanschträger sein. Träger und Unterzüge mit
             anderen Querschnitten oder Profilen sind kippsicher zu verlegen oder fest
             miteinander zu verbinden.

9.2.1.3. Träger und Bohlen dürfen mit ihren Enden nur so weit über die Auflager hinausreichen,
             dass sie bei Belastung des überragenden Teils nicht kippen können.

9.2.1.4. Bohlen müssen durchlaufend sein und auf der ganzen Breite ihrer Unterstützungen aufliegen.

9.2.1.5. Klappbühnen, Schiebebühnen und schwenkbare Bühnen müssen in Arbeitsstellung so
             auf ihren Unterstützungen aufliegen, dass sie nicht abgleiten oder kippen können;
             Drehgelenke (Scharniere, Bolzen) dürfen nicht zugleich als Auflager dienen.

             Schiebebühnen sind gegen unbeabsichtigte Lageveränderungen zu sichern.

             Die Bühnen müssen mit Fußleisten und im ausgefahrenen Zustand mit Geländern nach
             DIN 21377 versehen sein. Im eingezogenen Zustand sind die Bühnen so zu sichern, 
             dass sie den Betrieb im Schacht nicht behindern können. Die Sicherungsvorrichtungen
             müssen doppelt vorhanden sein.

9.2.1.6. An anderen Bühnen sind bei Absturzgefahr geeignete Absturzsicherungen vorzusehen,
             z. B. Geländer nach DIN 21377, Sicherheitsgurte.

9.2.1.7. Bauteile ortsveränderlicher Bühnen, die nicht ständig miteinander verbunden sind, müssen
             dauerhaft gekennzeichnet sein und nach Plan eingebaut werden. Der Plan muss auch
             Angaben über die zulässige Belastung enthalten.

9.2.2. Werkstoffe, Berechnung

9.2.2.1. Bauteile der Bühnen - außer Bohlen - müssen mit den Teilsicherheitsbeiwerten
             g f = 2,2 und g m = 2,0 gegenüber der statischen Belastung bemessen werden.

             Bei Bühnen, bei denen die Dauerhaftigkeit gewährleistet werden kann, darf der
             Teilsicherheitsbeiwert für die Widerstandsgröße auf g m = 1,4 reduziert werden.

             Die statische Belastung der einzelnen Bauteile ergibt sich aus deren anteiligem Eigengewicht
             und den jeweils zulässigen Lasten. Bei der Berechnung ist das 1,2-fache der statischen
             Belastung anzunehmen.

             Das Eigengewicht kann als gleichmäßig verteilte Last angenommen werden, die jeweils
             zulässigen Lasten können als Einzellasten an den jeweiligen Angriffsstellen wirkend
             angesetzt werden. Lasten mit wechselnden Angriffspunkten müssen als in der Mitte
             zwischen zwei Auflagen wirkende Einzellast angesetzt werden.

             Für Träger und Unterzüge ist eine Mindestbelastung von 5 kN, bei Überwachungsbühnen
             von 2 kN anzunehmen. Tragende Bauteile von ständig im Schacht verbleibenden
             ortsfesten Bühnen müssen mindestens 8 mm dick sein.

9.2.2.2. Die Bauteile von Bühnen sind, soweit erforderlich, mit einem Schutz gegen Korrosion
             zu versehen. Leichtmetall-Legierungen müssen korrosionsbeständig sein.

9.2.2.3. Für das Auflegen von Bühnen auf Schachteinbauten oder den Schachtausbau gilt 
             Nr. 9.1.1.13.

9.2.2.4. Für Bühnenabdeckungen gilt Nr. 9.1.1.5.

9.2.2.5. Für Bauteile aus Holz ist eine Biegespannung von 8 N/mm2 zulässig.

9.3. Schutzbühnen

Bei Schutzbühnen sind zu unterscheiden:

9.3.1. Kopfschutzbühnen

9.3.1.1. Die Zugänge zu den Fördermitteln und die Fahrwege im Schachtbereich müssen
             durch geeignete Kopfschutzbühnen gesichert sein, sofern nicht durch sonstige
             Einrichtungen, z. B. Schachtstuhl, Schachteinbauten, ein ausreichender Schutz
             gegen fallende Gegenstände gegeben ist.

9.3.1.2. Kopfschutzbühnen sind mindestens für eine Flächenlast von 750 N/m2 und eine
             Einzellast von 2 kN auszulegen. Für das Nachweisverfahren sind die anzunehmenden
             Teilsicherheitsbeiwerte nach Nr. 2.4.4. mit g f = 1,5 und g m = 1,3 zu berücksichtigen.
             Ein Stabilitätsnachweis ist z. B. nach DIN 18800, Teil 2, Abschnitt 3 zu führen.

9.3.2. Schutzbühnen beim Weiterteufen

9.3.2.1. Schutzbühnen beim Weiterteufen sind:

             Diese Bühnen müssen den Schachtquerschnitt voll überdecken.

             Schutzbühnen beim Weiterteufen bestehen aus Trägerlage, Unterzügen und erforder-
             lichenfalls Sprengwerk. Sie müssen mit einer energieverzehrenden, stoßdämpfenden
             Auflage versehen sein.

             Diese Auflage muss aus unbrennbarem Material bestehen, z. B. Kesselasche, mineralische
             Stoffe. Schutzbühnen anderer Ausführung bedürfen schon bei ihrer Planung der
             Zustimmung des Oberbergamts.


TAS / Dezember 2001                                                                                 Blatt 9 / 4

9.3.2.2. In Schächten, in denen während des Weiterteufens Schachtförderung mit Förderwagen
             umgeht, ist als Beanspruchung der Schutzbühne ein vom obersten Anschlag abstürzender
             beladener Förderwagen anzunehmen; das Schüttgewicht des schwersten geförderten
             Gutes ist dabei zugrunde zu legen.

             Bei Schachtförderung mit Fördergefäßen ist anstelle des Förderwagens ein Stück
             Fördergut von 0,5 m2 Aufprallfläche und einem Gewicht von 10 v. H. des Gefäßinhaltes
             anzunehmen.

Abbildung 1. einteilige Bühne. Abbildung 2. Geteilte, gegeneinander versetzte Bühnen mit 
                     dazwischenliegender Schutzwand

tas 9_abbildung 1

9.3.2.3. Ermittlung der Schüttguthöhe und der dynamischen Belastung

tas 9_abbildung 4b

 


TAS / Dezember 2001                                                        Blatt 9 / 5

 

tas 9_abbildung 3_4

 

Abbildung 3, 4. Schüttguthöhe in Abhängigkeit von der spezifischen Fallenergie.

Es wird empfohlen, die Schüttguthöhen größer als die aus den Abbildungen
entnommenen Mindest-Schüttguthöhen zu wählen, um die Beanspruchung des
Tragwerks zu verringern.

 

9.3.2.3.3. Dynamische Belastung der Bühne und Lastannahme für das Tragwerk

Das Eigengewicht von Bühne und Schüttgut ist zu ermitteln. Es kann bei der Berechnung
unberücksichtigt bleiben, sofern es 10 v. H. der dynamischen Belastung FB nicht überschreitet.

Die dynamische Belastung der Bühne ist:

tas 9_abbildung 5

 

Bei dieser Berechnung wird die Aufprallfläche vereinfacht als Quadrat
angenommen. Am Ende des Eindringweges s wird unterstellt,
dass die in A ausgeübte dynamische Belastung unter einem Winkel
von 35° in der Fläche a 2 auf die Trägerlage wirkt.


TAS / Dezember 2001                                                                  Blatt 9 / 6

tas 9_abbildung 6a

tas 9_abbildung 6b

 


TAS / Dezember 2001                                                                Blatt 9 / 7

tas 9_abbildung 7a

 

Für die Stützträger in der Wand sind Breitflanschprofile mit mindestens dem
gleichen Widerstandsmoment wie dem des berechneten Trägers zu verwenden.
Der unterste Stützträger ist höchstens c = 0,5 m über dem Boden der Bühne
anzubringen. Die weiteren Träger folgen jeweils in einem Abstand von höchstens
2,5 × c. Der oberste Stützträger muss in Höhe der Schüttgutoberfläche liegen.

tas 9_abbildung 7b

 


TAS / Dezember 2001                                                                         Blatt 9 / 8

Bei einer Dicke der Bohlen von 3 cm gilt für einen Holzstreifen von 1 cm Breite:

tas 9_abbildung 8

 

Verbindungswand:

Die Stützträger der Verbindungswand oberhalb des Schüttgutes sind
in einem Abstand von höchstens 2 m anzubringen. Zwischen den
Stützträgern sind Holzbohlen von mindestens 5 cm Dicke oder
andere geeignete Verkleidungen einzubauen.

9.3.3. Sonstige Schutzbühnen

9.3.3.1. Für Abdeckbühnen an Anschlägen von Abteufanlagen gilt Nr. 2.5.2
(Zugänge an Abteufanlagen). Die Berechnung dieser Bühnen richtet sich nach Nr. 9.2.

9.3.3.2. Für andere Bühnen zum Schutz gegen herabfallende Gegenstände,
z. B. bei Errichtungs- und Instandsetzungsarbeiten im Fördergerüst
oder im Schacht, ist Nr. 9.2 zum Anhalt zu nehmen. Erforderlichenfalls
sind zusätzlich geeignete stossdämpfende, energieverzehrende
Auflagen auf die Bühne aufzubringen.

9.4. Greiferanlagen

9.4.1. Greifer

Die Teile des Greifers, an denen das Zwischengeschirr befestigt ist
(Aufhängeblech und dessen Verbindungen), müssen eine 10-fache
Sicherheit gegenüber der statischen Belastung bei gefülltem Greifer
besitzen.

9.4.2. Greifer-Zwischengeschirr

Für den Bau und die Berechnung der Greifer-Zwischengeschirre gilt
Nr. 7, wobei als Kraftannahme das Gewicht des gefüllten Greifers
zugrunde zu legen ist.

Im Zwischengeschirr muss ein Wirbel eingebaut sein. Der Seileinband
muss aus einem Kauscheneinband mit mindestens 5 Seilklemmen bestehen.

9.4.3. Greiferseile und Auslegerseile

Für Greifer- und Auslegerseile gelten die Nrn. 6.6 und 6.9.6.

9.4.4. Greiferhäspel

Greiferhäspel müssen eine selbstschließende Bremseinrichtung haben.

Die Bremse muss den gefüllten Greifer in tiefster Betriebsstellung mit
mindestens 2-facher Sicherheit halten können.

Eine Bremseinrichtung braucht nicht vorhanden zu sein, wenn der
Greiferhaspel mit einem selbsthemmenden Getriebe ausgerüstet ist.

Ferngesteuerte Greiferhäspel müssen mit einer Vorrichtung versehen
sein, die den Haspel selbsttätig stillsetzt, wenn der Greifer um
mehr als 5 m über die Oberkante des abgesetzten Förderkübels angehoben
wird. Der Trommeldurchmesser von Greiferhäspeln muss
bei Verwendung von Rundseilen mindestens das 15-fache des Seil-
durchmessers, bei Verwendung von Flachseilen mindestens das
15-fache der Seildicke betragen.

9.4.5. Bühnen und Tragwerke für Greiferhäspel

Für verfahrbare Bühnen, an denen Greiferhäspel verlagert sind, gilt
Nr. 9.1. Für feste Bühnen, einschließlich Verlagerungsträgern, auf
denen Greiferhäspel verlagert sind, gelten die Nrn. 9.2.1 und 9.2.2;
abweichend hiervon können die Träger aus Einzelteilen zusammengesetzt
sein, wenn die Verbindungen biegesteif hergestellt werden.
Die Greiferbelastung ist mit dem Teilsicherheitsbeiwert der Einwirkung
von γf = 2,2 anzusetzen. Hierbei ist ein Stoßfaktor von 1,2 zu
berücksichtigen.

Schachteinbauten, auf denen Bühnen oder Tragwerke von Greifer-
häspeln verlagert werden sollen, müssen aus Stahl bestehen gegenüber
der statischen Belastung aus dem Eigengewicht der Anlage und
dem gefüllten Greifer bemessen werden. Hierbei sind die Teil-
sicherheitsbeiwerte γf = 2,2 und γm = 2,0 zu berücksichtigen.

Dies gilt auch für Tragwerke von Greiferanlagen, z. B. Ausleger
eines Derrick-Kranes.

9.4.6. Winden zum Verfahren von Greiferbühnen und Tragwerken

Für diese Winden gelten die Nrn. 10.1 bis 10.5.



TAS / Dezember 2005                                           Blatt 10 / 1


10. Winden

      (Für die Seile von Winden gilt Abschnitt 6. Die Anlagen nur, soweit ausdrücklich darauf
       anderen Abschnitte der TAS gelten für diese verwiesen wird).

10.1. Allgemeines

10.1.1. Winden dienen zum Heben und Senken von Lasten, in der Regel mit geringer Geschwindigkeit,
            oder zum Spannen von Seilen in Schächten und in Strecken mit Schrägförderanlagen.

           Die nachstehenden Anforderungen beziehen sich auf ortsfeste und ortsveränderliche Winden,

10.1.2. Winden müssen nach den anerkannten Regeln der Technik gebaut sein. Die beim
           Maschinenbau zulässigen Spannungen, Belastungsfall II oder III, sind einzuhalten
           (Belastungsfall II: Schwellbelastung, Belastungsfall III: Wechselbelastung). Winden
           müssen so gebaut sein, dass durch den parallel zur Seilträgerwelle wandernden Seilzug
           keine Kantenpressung der Zahnräder auftritt.

           Wenn eine handbetriebene Winde auf Kraftantrieb umgebaut wird, muss nachgewiesen
           werden, dass die Winde entsprechend diesem Antrieb ausreichend stark bemessen ist.

10.1.3. Bühnenwinden müssen einen maschinellen Antrieb haben. Bei Schachtwinden und Spann-
           winden gilt dies nur für Winden mit einer Nennzugkraft von mehr als 50 kN. Nennzugkraft ist
           die höchste zulässige Zugkraft am Trommelgrund. Die Nennzugkraft von Spannwinden muss den
           in Nrn. 2.4.7.7.4 und 2.4.7.9.1 geforderten Spannkräften entsprechen und ist nachzuweisen.

10.1.4. An den Bühnenwinden muss dauerhaft und leicht erkennbar angegeben sein:

  1. das Nennlastmoment,

  2. die Zugkraft,
  3. der Hersteller oder Lieferer,
  4. das Baujahr,
  5. die Fabrik-Nr.
  6. die höchstzulässige Seilgeschwindigkeit,
  7. die Drehzahl der Antriebswelle.

           Für alle anderen Winden genügen Angaben zu Buchstaben b) bis e).

           Bei mehreren Seillagen auf dem Seilträger muss die Zugkraft für die unterste und oberste Seillage
           angegeben werden. Die Zugkraft in jeder Seillage errechnet sich aus dem maximal zulässigen
           Lastmoment (Nennlastmoment) nach Herstellerangabe. Das Nennmoment des Windenantriebs
           (Motornennmoment) muss unter Berücksichtigung des mechanischen Wirkungsgrades
           mindestens dem Nennlastmoment entsprechen.

10.1.5. Winden müssen so verlagert sein, dass mindestens das 1,2-fache der bei Betriebslast an der
           Verlagerung auftretenden Kräfte aufgenommen werden kann. Gegen diese Kräfte muss die
           Verlagerung mit den Teilsicherheitsbeiwerten g f = 1,5 und g m = 2,0 bemessen werden.

           Bodenanker sind als Verankerung nur bei festem Gestein zulässig.

10.1.6. Alle Teile von Winden, die sich lösen können, müssen gesichert sein. z. B. Bremsscheiben,
           Bremsgewichte, Sperrräder, Sperrklinken, Kelle, Schrauben.

10.1.7. Handgriffe von Bedienungshebeln müssen in allen Stellungen genügend weit aus der Winden-
           konstruktion herausragen und leicht erreichbar sein. Soweit die Funktion der Bedienungs-
           hebel nicht erkennbar ist, müssen sie entsprechend dauerhaft beschriftet sein.

           Die Bewegungsrichtung des Steuerhebels muss der Seilbewegung entsprechen. Bei Meister-
           schaltern mit Handkurbel muss das Heben durch Rechtsdrehen bewirkt werden.

10.1.8. Alle leicht zugänglichen umlaufenden Teile müssen mit einem Berührungsschutz versehen sein.

10.2. Bremsen

10.2.1. Bühnenwinden müssen mit einer Backenbremse oder Scheibenbremse ausgerüstet sein.
           Die Bremse muss auf den Seilträger wirken.

           Die Bremse muss regelbar sein, sofern nicht eine zweite Bremse als regelbare Fahrbremse
           vorhanden ist, die auf das Vorgelege wirken darf.

           Die Bauart der Bremsapparate muss nach § 5 Abs. 1 der VO zugelassen sein. Im Übrigen gilt
           Nr. 3.9.1.3.2.

           Die auf den Seilträger wirkende Bremse darf nicht fliegend angebracht sein. Wenn nur eine
           Bremse vorhanden ist, muss die Bühnenwinde mit einer Sperreinrichtung nach Nr. 10.3
           ausgerüstet sein.

10.2.2. Spannwinden und Schachtwinden müssen mit einer Backen- oder Scheibenbremse ausgerüstet
           sein. Sie müssen außerdem eine Sperreinrichtung nach Nr. 10.3 oder eine zweite Backen- oder
           Scheibenbremse besitzen; letztere muss auf den Seilträger wirken, falls die erstgenannte Bremse
           auf das Vorgelege wirkt.


TAS / Dezember 2001                                                                            Blatt 10 / 2

10.2.3 Winden zum Seilauflegen müssen mit zwei voneinander getrennten Bremsen ausgerüstet
           sein. Sperreinrichtungen nach Nr. 10.3 sind unzulässig. Wenn keine der beiden Bremsen
           auf den Seilträger wirkt, müssen alle Bauteile im Kraftfluss zwischen den beiden Bremsen
          und dem Seilträger für das Nennlastmoment der Winde ausgelegt sein.

10.2.4.1. Die Bremskraft zumindest einer Bremse muss unabhängig von solchen Energien erzeugt
               werden, bei deren Ausfall die Bremse unwirksam werden kann, z. B. elektrischer Strom,
               Druckluft.

10.2.4.2. Beim Loslassen des Bremshebels muss sich die Bremse selbsttätig schließen.

10.2.5. Winden müssen so ausgelegt sein, dass jede Bremse das Nennlastmoment mit mindestens
           zweifacher Sicherheit halten kann. Bei der Bremsberechnung sind die größten Umfangs-
           kräfte am Bremskranz unter Berücksichtigung der jeweils auftretenden Belastungen und
           der aufliegenden Seillängen zugrunde zu legen.

           Die Bremssicherheit ist mit einer Reibungszahl zwischen Bremsbelag und Bremsfläche
           von 0,4 rechnerisch nachzuweisen.

           Das Bremsgestänge muss - bezogen auf die Streckgrenze - eine wenigstens 3-fache
           Sicherheit gegenüber der in den einzelnen Teilen jeweils auftretenden größten statischen
           Belastung aufweisen.

10.2.6. Für Bühnenwinden ab 50 kN Nennzugkraft ist rechnerisch nachzuweisen, dass das
           größte betrieblich auftretende Lastmoment unter Berücksichtigung des Seilgewichts
           bei der kritischen Teufe, des Gewichts der Verbindungsstücke zwischen Seil und Bühne
           und des Eigengewichts der Bühne einschließlich der beim Verfahren vorgesehenen Belastung
           durch Mannschaften, lagerndes Material und Geräte das Nennlastmoment nicht überschreitet.

          Für alle anderen Winden ist die Nennzugkraft in einer Werksbescheinigung nachzuweisen.

10.2.7. Für Gewinde am Bremsgestänge gilt Nr. 3.9.3.2.
           Für Schweißungen an Bremseinrichtungen gilt Nr. 3.9.3.6.

10.2.8. Als Bremsbelag dürfen nur witterungsbeständige Werkstoffe verwendet werden;
           beim Einsatz untertage müssen diese außerdem schwer entflammbar sein. Die Wirkung
            von Backenbremsen darf durch Bordscheiben nicht beeinträchtigt werden.

10.3. Sperreinrichtungen

10.3.1. Sperreinrichtungen müssen aus einem Sperrrad mit zwei in verschiedene Sperrradzähne
           eingreifende Sperrklinken oder aus zwei Sperrrädern mit je einer Sperrklinke bestehen.
           Sperreinrichtungen müssen auf den Seilträger oder dessen Welle wirken.

           Sperrklinken müssen mit einem Griff versehen und so miteinander verbunden sein, dass
           sie zusammen betätigt werden können.

          Sperrräder müssen so gestaltet und angebracht sein, dass die Wirkung der Sperrklinken
          nicht behindert wird und die jeweilige Stellung der Sperrklinken sichtbar ist.

10.3.2. Sperrklinken müssen aus Stahl, Sperrräder müssen aus Stahl oder Stahlguss bestehen.

10.3.3. Die Sperreinrichtungen müssen so festzulegen sein, dass sie nicht unbeabsichtigt
           wirksam werden können.

10.3.4. Jede Sperrklinke muss für das Nennlastmoment bemessen sein.

10.4. Vorgelege

10.4.1. Zwischen Antrieb und Seilträger dürfen keine Ausrückvorrichtungen vorhanden sein.

10.4.2. Ritzel und Zahnräder zwischen Seilträger und Vorgelegebremse müssen aus Stahl,
           die übrigen Zahnräder des Vorgeleges dürfen aus Stahlguss bestehen. Sind diese
           Zahnräder nicht bearbeitet, müssen sie doppelt vorhanden sein. Hierbei muss jedes
           Zahnrad für die Übertragung des Nennlastmoments bemessen sein.

10.5. Seilträger

10.5.1. Der Durchmesser des Seilträgers muss mindestens das 15-fache des Seilnenndurch-
           messers betragen.

10.5.2. An dem Seilträger müssen Bordscheiben oder andere geeignete Einrichtungen aus Stahl
           oder Stahlguss vorhanden sein, die das seitliche Ablaufen des Seiles sicher verhindern.
           Bordscheiben müssen so hoch sein, dass sie bei vollständig aufgewickeltem Seil die
           oberste Seillage um das 1,5-fache des Seilnenndurchmessers überragen und den
           auftretenden Belastungen gewachsen sein.

10.5.3. Das Seil muss am Seilträger sicher befestigt sein. z. B. durch Lasche, Keilschloss,
           Klemmtasche oder dergleichen.

10.5.4. Die Wickelrichtung des Seiles muss deutlich erkennbar sein.

10.5.5. Die Seillänge muss so bemessen werden, dass bei der größten vorgesehenen Teufe
           noch mindestens zwei Seilwindungen auf dem Seilträger verbleiben.

10.6. Zusätzliche Anforderungen an handbetriebene Winden

10.6.1 Handbetriebene Winden müssen so eingerichtet sein, dass Kurbeln nicht zurückschlagen
          können.


TAS / Dezember 2001                                                         Blatt 10 / 3


10.6.2. Abziehbare Kurbeln und Hebel mit ihren Griffhülsen müssen gegen Abgleiten und
           unbeabsichtigtes Abziehen gesichert werden können.

10.6.3. Bedienungselemente handbetriebener Winden müssen so gestaltet sein, dass die
           Gefahr von Quetschungen vermieden wird.


TAS / Juli 1978                                                                              Blatt 10 / 4


10.7. Muster der Bremsberechnung für Winden mit maschinellem Antrieb (außer Spannwinden) 1)

         Gliederung der Nummer 10.7

10.7.1. Zusammenstellung der Daten

10.7.2. Ermittlung der Umfangskräfte am Bremskranz und des größten Lastmoments

10.7.3. Ermittlung der Bremskräfte

10.7.4. Bremssicherheiten als Verhältnis der Bremskräfte zu der maximalen Umfangskraft

10.7.5. Zusätzlicher Berechnung der Bremsverzögerungen für Winden mit mehr als 50 kN
           Nennzugkraft


1) Dieses Muster kann auch für die Berechnung der Bremsen von Trommelförderanlagen
    mit mehr als 2 Seillagen zum Anhalt genommen werden.

   An Doppeltrommelanlagen ist bei der Ermittlung der Umfangskräfte - ergänzend zu
   Nr. 10.7.2 - die Umfangskraft, die das leere Fördermittel am oberen Anschlag bewirkt,
   von der Umfangskraft, die das volle Fördermittel in der kritischen Teufe und in der Endteufe
   bewirkt, abzuziehen (ungünstigste Überlastfälle).

   Bei Anlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s sind bei der Berechnung der Verzöger-
   ungswerte die bewegten Massen des zweiten Trums zusätzlich zu berücksichtigen.


 


TAS / Dezember 1982                                                                         Blatt 10 / 5


Tas - 10.7 - Bild 1        

Tas - 10.7 - Bild 2


TAS / Dezember 1982                                                                         Blatt 10 / 6


TAS / Dezember 1982                                                                         Blatt 10 / 7

Tas - 10.7 - Bild 3

Tas - 10.7 - Bild 4


TAS / Dezember 1982                                                 Blatt 10 / 8


Tas - 10.7 - Bild 5

Tas - 10.7 - Bild 6




TAS / September 1996                                                          Blatt 11 / 1

Begriffsbestimmungen

Benennung

Definition

Abdeckbühne

Siehe Bühne

Abfahrbefehl

Steuerimpuls zum Ingangsetzen von automatisch betriebenen ®
Antriebsmaschinen durch Befehlsgabe berechtigter Personen oder
selbsttätiger Steuerungseinrichtungen

Abfahrsperrkreis

Stromkreis zum Verhindern einer neuen Abfahrt nach beendetem
®Treiben und Auflegen der ®Fahrbremse

Abfahrsperrschaltung

Schaltung, mit der die ®Fördermaschinensperreinrichtung wirksam
geschaltet wird

Ablenkscheibe

®Seilscheibe unterhalb einer ®Turmfördermaschine, die den
erforderlichen ®Trummittenabstand des ®Förderseiles herstellt
und den Umschlingungswinkel auf der ®Treibscheibe in der Regel
vergrößert.

Abteilsperre

Bestandteil der ®Schachtbeschickungseinrichtung bei Wagen-
förderung, der bewirkt, dass nur die für einen Tragboden des
®Fördergestells bestimmte Anzahl von Förderwagen am
®Anschlag vorsteht ®Fördergestells bestimmte Anzahl von
Förderwagen am ®Anschlag vorsteht

Abteufanlage,
(-einrichtung)

Zum ®Abteufen von Schächten oder schacht ähnlichen
Grubenbauen eingerichtete ®Schachtförderanlage einschließlich
zugehöriger ®Hilfseinrichtungen

Abteufen

Herstellen von Schächten und schachtähnlichen Grubenbauen

Abteufgerüst

®Fördergerüst oder ®Förderturm einer ®Abteufanlage

Abteufkübel

Tonnenartiges ®Fördermittel, das vorwiegend beim ®Abteufen
zur Förderung und ®Seilfahrt benutzt wird

Abteufzwischengeschirr

Lösbare Vorrichtung zur Verbindung von ®Förderseil und
®Fördermittel beim →Abteufen, bestehend u. a. aus
®Karabinerhaken, ®Wirbel, ®Schäkel,