07.03.1972

19.51 I 2


Brandschutz im Braunkohlenbergbau


A 2.7


Richtlinien
des LOBA NW
für den Brandschutz im Braunkohlenbergbau
vom 7.3.1972

1. Geltungsbereich

Diese Richtlinien sind bei der Aufstellung der nach der Bergverordnung des Landesoberbergamts
für die Braunkohlenbergwerke (BVOBr) vom 20.2.1970 geforderten Pläne für den Brandschutz
zu beachten.

2. Inhalt der Pläne

Die Pläne, die nach dem in der Anlage 1 beigefügten Formblatt aufzustellen sind, müssen folgende
Angaben enthalten:

Zusammensetzung und Stärke der Löschmannschaft,
Geräteräume,
Arbeitsschutzkleidung und Sicherheitsgeschirre,
Feuerlöscheinrichtungen,
Fernmelde- und Beleuchtungsgeräte,
Wasserversorgung,
Einrichtungen zur Alarmierung der Feuerlöschkräfte.

Außerdem ist ein Feuerlöschriß als Bestandteil des Planes für den Brandschutz aufzustellen.

3. Löschmannschaft

3.1. Zusammensetzung der Löschmannschaft

Die Löschmannschaft setzt sich zusammen aus dem Leiter der Löschmannschaft (Betriebsführer
oder Stellvertreter), dem stellvertretenden Leiter der Löschmannschaft, der zugleich Führer der
Löschmannschaft sein kann, den Führern der Löschmannschaft (bestellte Aufsichtspersonen),
den Löschmännern, dem Gerätewart.

3.2. Stärke der Löschmannschaft

Die Stärke der Löschmannschaft muß den betrieblichen Verhältnissen angepaßt und ausreichend sein.
Sie ist im einzelnen festzulegen (z.B. im Hauptbetriebsplan, der den Sachverständigen vorzulegen ist).
Auf Großgeräten im besonderen muß die Gerätebesatzung aus Mitgliedern der Löschmannschaft
bestehen.

3.3. Anwesenheit bei Betriebsruhe

In jedem Betrieb muß auch in Zeiten der Betriebsruhe wenigstens ein Führer der Löschmannschaft
anwesend oder sofort erreichbar sein. Dies gilt nicht für gestundete Brikettfabriken.

4. Geräteraum

4.1. Für die Unterbringung der Ausrüstungen der Löschmannschaften und der nicht am Einsatzort
angebrachten Feuerlöschgeräte muß ein nur diesem Zweck dienender Geräteraum vorhanden sein.
Er muß durch Hinweisschilder kenntlich gemacht sein.

4.2. Der Geräteraum muß vor Witterungseinflüssen, Brandgefahr 1) und unbefugtem Zutritt geschützt
sein.

4.3. In dem Geräteraum sind das Geräteverzeichnis und der Feuerlöschriß auszuhängen.

4.4. Schlüssel zum Betreten des Geräteraumes und sonstige für einen unvermuteten Einsatz der
Löschmannschaft etwa erforderliche Schlüssel sind an erreichbarer Stelle in der Nähe des
Geräteraumes unter Glas geschützt aufzubewahren.

5. Arbeitsschutzkleidung und Sicherheitsgeschirre

Für die Ausrüstung der Löschmannschaft sind Flammenschutzanzüge mit Hauben und Handschuhen
sowie Flammenschutzdecken, Schutzbrillen und Sicherheitsgeschirre in ausreichender Zahl bereitzuhalten.

6. Feuerlöscheinrichtungen

6.1. Feuerlöschanlagen

Feuerlöschschläuche, Schnellkupplungsrohre und dazugehöriges Gerät müssen in ausreichender
Anzahl und Länge bereitliegen. Für Tagebaue mit einer Förderkapazität von mehr als 30 000 t
Rohbraunkohle/Tag muß ein geländegängiges Tanklöschfahrzeug (Inhalt des Tankes mindestens 800 l)
mit einsatzbereiter Besatzung jederzeit zur Verfügung stehen. Im Fahrzeug muß mindestens eine
Feuerlöschkreiselpumpe FP 8/8 nach DIN 14420 vorhanden sein.

Für die anderen Tagebaue muß ein geländegängiges Fahrzeug zum Transport von Tragkraftspritzen
- mindestens TS 8/8 nach DIN 14410 - jederzeit zur Verfügung stehen. Ein in der Bedienung geschulter
Löschmann muß jederzeit erreichbar sein.

6.2. Feuerlöscher

In Brikettfabriken, Kraftwerken, Werkstätten und sonstigen Tagesanlagen (auch Baracken,
Aufenthaltsräumen) müssen geeignete Feuerlöscher in ausreichender Anzahl vorhanden sein.
Das Löschmittel von Wasserlöschern und Kübelspritzen in Brikettfabriken muß einen
ausreichenden Netzmittelzusatz enthalten.Weiterhin müssen Bagger, Absetzer, Aufnahmegeräte,
Kraftfahrzeuge, selbstfahrende Arbeitsmaschinen, gleisgebundene Triebfahrzeuge, Lokomotiven,
Bandantriebe und -umkehrstationen und elektrische Schaltanlagen mit für diese Anlagen
geeigneten Feuerlöschern ausreichend ausgerüstet sein.

6.3. Feuerlöschgerätekästen

Feuerlöschgerätekästen sind in Brikettfabriken, Kraftwerken, Werkstätten und sonstigen Tagesanlagen
sowie Tagebauen auf jeder Abbau- und Kippenstrosse an geeigneten Stellen bereitzuhalten. Sie müssen
entsprechend dem Gefährdungsgrad ausreichend mit Schutzanzügen und Feuerlöschgeräten ausgerüstet
und leicht zugänglich sein. In den Feuerlöschgerätekästen auf den Abbau- und Kippenstrossen der
Tagebaue brauchen keine Schutzanzüge vorhanden zu sein.

6.4. Feuerlöschanlagen auf Großgeräten

(Bagger, Absetzer und Zusatzgeräte gemäß § 91 Abs. 1 BVOBr vom 20.2.1970).

6.4.1. Wasserbehälter

Großgeräte mit Ausnahme von Eimerkettenbaggern und Aufnahmegeräten an Grabenbunkern müssen
mit einem auf dem Gerät untergebrachten Wasserbehälter, einer Tragkraftspritze - mindestens TS 8/8
nach DIN 14410 - oder sonstigen Einrichtungen zur Druckerhöhung sowie mit am Gerät angebrachten
Löschwasserleitungen versehen sein.

6.4.2. Brandschalter

Auf Baggern muß außerhalb des Hauptführerstandes eine besondere Schalteinrichtung vorhanden sein,
mit der im Brandfalle, wenn erforderlich, die Bandförderer des Geräts angefahren werden können.

Absatz 1 gilt nur für Geräte, die nach dem 1. März 1972 neu in Dienst gestellt werden.

7. Fernmelde- und Beleuchtungsgeräte

Im Ernstfall muß die Nachrichtenübermittlung vom Einsatzort bis zur Fernsprechzentrale gewährleistet
sein. Geeignete Beleuchtungsgeräte sind in ausreichender Anzahl bereitzustellen.

8. Wasserversorgung

8.1. Löschwassermenge

Für alle Betriebe müssen jederzeit ausreichende Löschwassermengen zur Verfügung stehen. Das
Löschwasser kann aus Löschwasserteichen, aus Behältern oder aus Brunnen entnommen werden.

An den Übergabestellen der Bandförderer in Tagebauen ist ein Wasservorrat von mindestens 10 m3
einsatzbereit zu halten, sofern kein Anschluß an eine Löschwasserleitung besteht.

8.2. Löschwasserentnahmestellen

Sofern die Löschwasserversorgung überwiegend aus Löschwasserteichen erfolgt, sind zu diesen
befestigte, für einen Raddruck von mindestens 3 t bemessene Anfahrtwege anzulegen, die jederzeit
ohne Gefährdung durch Feuer befahrbar sind. Am Ufer der Wasserentnahmestellen müssen
Standplätze für den o.a. Raddruck angelegt sein, so daß eine einwandfreie Wasserentnahme
gewährleistet ist.

8.3. Löschwassernetz

Die Pumpen und das Löschwassernetz müssen so bemessen sein, daß auch noch an dem höchsten
und weitesten von der Pumpstation gelegenen Feuerlöschhahn für eine wirksame Brandbekämpfung
Wasser mit ausreichendem Druck und in ausreichender Menge vorhanden ist.

Die Nennweite der Löschwasserleitungen auf den Gewinnungsstrossen der Tagebaue soll mindestens
150 mm betragen.

Löschwasserleitungen in Tagebauen müssen in Abständen von 80 bis 150 m mit B-Feuerlöschhähnen
versehen sein.

In Wasserleitungen der Tagebaue, die ausschließlich dem Feuerschutz dienen, müssen in Abständen
von 500 m Absperrschieber eingebaut sein.

Die Leitungen einschließlich Zubehör sind gegen Frost zu schützen, soweit sie nicht vollständig entleert
werden.

9. Einrichtung zur Alarmierung der Feuerlöschkräfte

Im Betrieb müssen Einrichtungen vorhanden sein, um bei einem erforderlichen Einsatz die
Löschmannschaft sofort zusammenrufen zu können.

Beim Einsatz der Löschmannschaft muß vom Einsatzort eine Nachrichtenübermittlung gewährleistet
sein, damit erforderlichenfalls weitere Feuerlöschkräfte unverzüglich herangezogen werden können.

10. Feuerlöschriß

Auf jeder selbständigen Betriebsanlage ist der geltende Feuerlöschriß als Teil des Planes für den
Brandschutz an geeigneter Stelle auszuhängen und nachzutragen.

Er muß folgende Angaben enthalten:

  1. Lage der Feuerwache oder des Geräteraumes,
  2. Pumpenhäuser und Stromzuleitung, Pumpenleistung und manometrische Druckhöhe der Pumpen,
  3. Lage und Nennweite der Löschwasserleitungen, vorhandene Absperrventile und Anschlüsse an
    sonstige Leitungsnetze, z.B. zur Nachbargrube, zum Fabrikbetrieb usw.; Angaben der
    Leistungsfähigkeit der vorhandenen oder möglichen Verbindungen zu betriebsfremden
    Anschlüssen,
  4. Zufahrtswege zum und im Betrieb, Löschwasserteiche und Feuerlöschhähne mit der Nennweite
    der zugehörigen Löschwasserleitungen,
  5. Hydranten,
  6. Löschwasserbehälter,
  7. Feuerlöschgerätekästen,
  8. Wichtige Anrufstellen: z.B. Leiter der Löschmannschaft, Betriebsführer und sein Stellvertreter,
    Feuerwachen, Leiter der Hauptfeuerwache Grefrath des Rheinischen Braunkohlenreviers, Stellen
    für sonstige Hilfeleistung, Direktor und sein Stellvertreter, Bergamt Köln,
  9.  Lotsenstellen.

Dortmund, den 7.3.1972

Landesoberbergamt NW

C o e n d e r s

1) Zweckentsprechende bauliche Ausführung außerhalb feuergefährdeter Bereiche (§ 50 BVOBr)
   gewährleisten einen ausreichenden Schutz.

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Anlage 1

Formblatt zu Nr. 2 der Richtlinien für den Brandschutz


1. Löschmannschaft:

Der Löschmannschaft gehören - lt. Mitgliederverzeichnis - an:

.............. Leiter der Löschmannschaft
.............. Führer der Löschmannschaft
.............. Löschmänner und
.............. Gerätewarte (Maschinisten)

Die Alarmierung der Löschmannschaft ist geregelt und geschieht durch Sirenen oder sonstige
Alarmeinrichtungen, und zwar durch:

.........................................................................................................


2. Geräteräume:

Für die Aufbewahrung der Ausrüstung für die Löschmannschaft, der Feuerlöscheinrichtungen
und -geräte stehen .............. Geräteräume zur Verfügung.

Die Geräteräume sind durch Hinweisschilder .............. kenntlich gemacht. In ihnen sind ein
Geräteverzeichnis, ein Mitgliederverzeichnis der Löschmannschaft und der Feuerlöschriß zum
Aushang gebracht.

Die Schlüssel zum Betreten der Geräteräume befinden sich

.....................................................................................................................


3. Arbeitsschutzkleidung und Sicherheitsgeschirre:

Für die Ausrüstung der Löschmannschaft liegen folgende Gegenstände bereit:

.............. Flammenschutzanzüge nach DIN 23325
.............. Kopfhauben nach DIN ..............
.............. Handschuhe nach DIN ..............
.............. Löschdecken nach DIN 14155
.............. Staubbrillen
.............. Schutzhelme

Außerdem sind vorhanden:

Sicherheitsgurte

.............. a) nach den Vorschriften der Gewerblichen Berufsgenossenschaft
.............. b) ..............         nach DIN 7470
..............     Sicherheitsseile nach DIN 7471
..............     Auffanggurte     nach DIN 7478
..............     Hakengurte       nach DIN 14923 Bl. 1


4. Feuerlöscheinrichtungen:

Auf dem Werk sind folgende Tragkraftspritzen und Löschfahrzeuge vorhanden:

.....................................................................................................................

Dazu liegen Feuerlöschschläuche und Schnellkupplungsrohre in folgender Länge bzw. Anzahl
bereit, und zwar:

.....................................................................................................................

im Gerätehaus ...................
auf den Baggerstrossen ...................
in Mannschaftsräumen ...................
an anderen Stellen ...................

Außerdem sind folgende dazugehörige Geräte vorhanden:

.............. Strahlrohre, .............. Übergangsstücke, .............. Wasserkanonen, usw.
Gebäude, Geräte und Tagesanlagen sind mit Feuerlöschern nach DIN 14406 Bl. 1 ausgerüstet.
Es sind .............. insgesamt vorhanden, und zwar Feuerlöscher folgender Typen:

.....

Stationäre Löschanlagen sind eingebaut, und zwar:

....................................................................................................... (Ort)

....................................................................................................... (Ort)

....................................................................................................... (Ort)

An fahrbaren Feuerlöschgeräten stehen zur Verfügung:

.....

5. Fernmelde- und Beleuchtungsgeräte:

Beim Einsatz im Ernstfalle ist die Nachrichtenübermittlung vom Einsatzort bis zur Fernsprechzentrale
gewährleistet durch:

.....................................................................................................................

An Beleuchtungsgeräten stehen

.............. Handlampen
.............. Handscheinwerfer und
.............. fahrbare Beleuchtungsaggregate

zur Verfügung.


6. Wasserversorgung:

Die Löschwasserteiche der Tagebaue enthalten gemäß Pegelstand eine greifbare Wassermenge
von .............. m3 und können von der Steigleitung der Wasserhaltung aus angezapft werden.
Die Zufahrtswege zu den Wasserentnahmestellen sind - unbefestigt - befestigt - und mit
ausreichenden Standplätzen für Löschfahrzeuge verbunden.

Zum Transport der Löschfahrzeuge stehen nötigenfalls .............. Planierraupen oder
.............. Tieflader zur Verfügung.

Die für Löschzwecke verwendbaren .............. stationären Pumpen fördern eine Menge
von .............. m3 /min Wasser bei einer manometrischen Förderhöhe von .............. m.

Außerdem sind an transportablen Feuerlöschpumpen vorhanden:

.............. mit elektr. Antrieb, mit .............. m3 /min Fördermenge und
..............manometrischer Förderhöhe sowie .............. mit Diesel- oder Otto-Antrieb,
mit .............. m3 /min Fördermenge und .............. manometrischer Förderhöhe.

Die Pumpenstationen sind gegen das Übergreifen von Feuer gesichert durch:

.....................................................................................................................

Die Energiezufuhr und Nachrichtenverbindung ist durch

.....................................................................................................................

sichergestellt.

In der Grube sind nach dem Feuerlöschriß an Feuerlöschleitungen fest verlegt:

Gewinnung:

1. Sohle ............................ m Länge mit .............. NW
2. Sohle ............................
3. Sohle ............................
4. Sohle ............................
5. Sohle ............................
6. Sohle ............................
7. Sohle ............................

Verkippung:

1. Sohle ............................ m Länge mit .............. NW
2. Sohle ............................
3. Sohle ............................
4. Sohle ............................

Verbindungen mit Nachbarwerken und Kreiswasserwerken bestehen durch

.....................................................................................................................

Die Löschwasserleitungen sind in den vorgeschriebenen Abständen mit Feuerlöschhähnen
und Absperrschiebern nach Nr. 8.3 der Richtlinien für den Brandschutz versehen.


7. Verzeichnis und Aushang:

Es sind ausgehängt im Dienstzimmer des Betriebsführers bzw. des Leiters der Löschmannschaft:

1. Der Feuerlöschriß
2. Das Verzeichnis über den Mitgliederbestand der Löschmannschaft
3. Das Verzeichnis über den Feuerlöschgerätebestand
4. Der Unterstützungsplan für das Feuerlöschwesen im Braunkohlenbergbau des Landesoberbergamts
    in Dortmund
5. Das entsprechend ausgefüllte Formblatt 'Nachrichtendienst bei Grubenunglück'


27.5.1974

18.42.1 I 2


Kohlenstaub-Prüfbestimmungen


A 2.7


Bestimmungen
des LOBA NW
für die Prüfung und Beurteilung der Explosionsgefährlichkeit von
Kohlenstaub (Kohlenstaub- Prüfbestimmungen)
vom 27.5.1974

Inhaltsübersicht

1.:    Geltungsbereich

2.:    Begriffsbestimmungen 

2.1.:    Explosionsgefährlichkeit
2.2.:    Erschlossenes Flöz
2.3.:    Kohlenstaub
2.3.1.:   Natürlicher Kohlenstaub
2.3.2.:   Künstlicher Kohlenstaub

3.:    Anforderungen

3.1.:   Gefäßversuche
3.2.:   Streckenversuche

4.:   Prüfungen

4.1.:        Probenahme
4.1.1.:     Schlitzprobe
4.1.1.1.:  Allgemeines
4.1.1.2.:  Vorbesprechung
4.1.1.3.:  Entnahme
4.1.2.:     Großprobe
4.1.2.1.:  Allgemeines
4.1.2.2.:  Entnahme
4.1.3.:     Natürliche Probe
4.1.3.1.:  Allgemeines
4.1.3.2.:  Probenahme und Entnahmestellen
4.2.:        Probenvorbereitung
4.2.1.:     Schlitzprobe
4.2.1.1.:  Allgemeines
4.2.1.2.:  Vorbrechen
4.2.1.3.:  Mischen und Mitteln
4.2.1.4.:  Abschwimmen
4.2.1.5.:  Feinmahlung
4.2.2.:     Großprobe
4.2.2.1.:   Teilprobe I
4.2.2.1.1.: Feinmahlung
4.2.2.1.2.: Mischen
4.2.2.2.:   Teilprobe II
4.2.2.2.1.: Beschreibung der Mahlanlage
4.2.2.2.2.: Feinmahlung
4.2.2.2.3.: Mischen
4.2.3.:       Natürliche Probe
4.3.:          Analysen
4.3.1.:       Korngrößenbestimmung
4.3.2.:       Immediatanalyse (Kurzanalyse)
4.4.:          Gefäßversuche
4.4.1.:       Beschreibung der Prüfeinrichtung
4.4.1.1.:    Gefäß und Zündeinrichtung
4.4.1.2.:    Meß- und Registriereinrichtung
4.4.2.:       Durchführung der Prüfung
4.4.2.1.:    Einwaage und Einbringen der Probe
4.4.2.2.:    Explosionsversuch
4.4.3.:       Auswertung der Meßdaten
4.4.3.1.:    Maximaler Explosionsüberdruck
4.4.3.2.:    Maximaler zeitlicher Druckanstieg
4.4.3.3.:    Mittlerer zeitlicher Druckanstieg
4.4.3.4.:    Explosionskennwert
4.4.4.:       Darstellung der Meßergebnisse
4.4.5.:       Überwachung der Prüfeinrichtung
4.5.:        Versuche in der 200 m-Strecke (Streckenversuche)
4.5.1.:       Beschreibung der Prüfeinrichtung
4.5.1.1.:    Explosionsstrecke
4.5.1.2.:    Initialkammer und Zündeinrichtung
4.5.1.3.:    Meß- und Registriereinrichtung
4.5.2.:       Durchführung der Prüfung
4.5.2.1.:    Einwaage und Einbringen der Probe
4.5.2.2.:    Explosionsversuch
4.5.2.3.:    Reinigen der Explosionsstrecke
4.5.3.:       Auswertung der Meßdaten
4.5.3.1.:    Flammenlänge
4.5.3.2.:    Flammenstandzeit
4.5.3.3.:    Flammengeschwindigkeit
4.5.3.4.:    Maximaler Explosionsüberdruck
4.5.4.:       Darstellung der Meßergebnisse
4.6.:          Sonstige Prüfungen
4.6.1.:       Zünd- und Glimmpunktbestimmung
4.6.2.:       Einfluß des Methans auf das Explosionsverhalten

5.: Beurteilung

5.1.:   Schlitzproben
5.2.:   Großproben
5.3.:   Natürliche Proben

6.: Prüfbescheinigung

7.: Teilnahme an Prüfungen

8.: Aufbewahrung von Proben

9.: Verzicht auf Prüfungen

Anlage 1 .  Labor-Siebkugelmühle
Anlage 2 .  Stiftmühle Kolloplex 250Z
Anlage 3 .  Kohlenstaubmischer
Anlage 4 .  Selektive Mahlanlage
Anlage 5 .  Explosionsgefäß V ungefähr 40 l
Anlage 6 .  Meßanordnung für Gefäßversuch
Anlage 7 .  Auswertung einer Explosionskurve (40 l-Gefäß)
Anlage 8 .  200 m Strecke
Anlage 9 .  Meßanordnung für Streckenversuch
Anlage 10 . Ermittlung der Flammenstandzeit aus einer Fotozellenaufzeichnung
Anlage 11 . Ermittlung des maximalen Explosionsdrucks (Pex max ) in der 200 m Strecke
Anlage 12 . Darstellung von Flammenstandzeit und Flammengeschwindigkeit
Anlage 13. Grenze selbständiger Explosionsausbreitung für natürliche Kohlenstäube mit
                   Medianwerten zwischen 15 und 30 µm nach Kontrollversuchen im 40 l-Gefäß

 

1. Geltungsbereich

Diese Bestimmungen gelten für die Prüfung und Beurteilung von Kohlenstaub im Sinne
des § 223 Abs. 2 der Bergverordnung für die Steinkohlenbergwerke (BVOSt) vom 20.2.1970.
Prüfungen zum Nachweis, daß der Kohlenstaub der erschlossenen Flöze eine Kohlenstaub-
explosion nicht weiterzuleiten vermag, sind von den anerkannten Fachstellen nach Maßgabe
dieser Bestimmungen durchzuführen.

Alle Prüfverfahren, insbesondere die für künstliche Kohlenstäube, sind ausgelegt zur
Beurteilung von Stäuben mit weniger als 20 % flüchtigen Bestandteilen i.waf.

Die Bestimmungen gelten für Stäube in Grubenhauen, deren Wetterströme nicht mehr als
1% CHenthalten. Bei höheren CH4-Gehalten ist der Einfluß des Methans auf das Explosions-
verhalten des Kohlenstaubs zu berücksichtigen.

2. Begriffsbestimmungen

2.1. Explosionsgefährlichkeit

Kohlenstaub eines erschlossenen Flözes, der eine Explosion nicht selbständig weiterzuleiten
vermag, gilt als explosionsungefährlich.

2.2. Erschlossenes Flöz

Als erschlossen gelten Flöze, wenn zu ihrem Abbau Vorrichtungsbaue angelegt sind.
Bei flözgeführter Ausrichtung gilt ein Flöz auch dann schon als erschlossen, wenn in ihm
sonstige Grubenbaue in der Kohle angelegt sind (z.B. Basisstrecken im Flözbergbau).

2.3. Kohlenstaub

2.3.1. Natürlicher Kohlenstaub

Als 'natürlicher' Kohlenstaub gelten alle Ablagerungen in Grubenbauen erschlossener Flöze,
deren Korngröße kleiner als 0,5 mm ist (Siebdurchgang 0,5 DIN 4188).

2.3.2. Künstlicher Kohlenstaub

Als künstlicher Kohlenstaub werden solche Kohlenproben bezeichnet, die in Mahlanlagen
nach Abschnitt 4.2.1.5, 4.2.2.1.1 oder 4.2.2.2.2 hergestellt sind.

3. Anforderungen

Ein Kohlenstaub, der als explosionsungefährlich gelten soll, muß folgenden Anforderungen
genügen.

3.1. Gefäßversuche

Künstlicher Kohlenstaub darf bei Explosionen in einem Versuchsgefäß nach Abschnitt 4.4.1
den Explosionskennwert von 70 bar/s nicht überschreiten.

Natürlicher Kohlenstaub darf bei Explosionen in einem Versuchsgefäß nach Abschnitt 4.4.1
die Grenzwerte nach Anlage 13 nicht überschreiten.

3.2. Streckenversuche

Künstlicher Kohlenstaub darf in der Explosionsstrecke nach Abschnitt 4.5.1 die Explosion
nach Abschnitt 5.2 nicht selbständig weiterleiten.

4. Prüfungen

4.1. Probenahme

4.1.1. Schlitzprobe

4.1.1.1. Allgemeines

Die Explosionseigenschaften von Kohlenstäuben können innerhalb eines Flözes erheblich
schwanken. Deshalb ist es erforderlich, den gefährlichsten Flözbereich bzw. die Tendenz
der Gefährlichkeitsänderung zu ermitteln. Dies geschieht durch Schlitzprobenuntersuchung.

4.1.1.2. Vorbesprechung

An Hand von markscheiderischen, petrographischen oder sonstigen Unterlagen des
Bergwerksbesitzers, die Angaben über den Gehalt an flüchtigen Bestandteilen enthalten,
sind die Probeorte für die Schlitzproben festzulegen. Die Festlegung soll im Einvernehmen
zwischen der Bergbehörde, dem Bergwerksbesitzer und der Fachstelle erfolgen.

Die Zahl der Schlitzproben richtet sich nach der Größe des zu begutachtenden Flözteils,
den Lagerungsverhältnissen und den vorhandenen Aufschlüssen. Sie soll im allgemeinen
zwischen zwei und fünf liegen. Bei gestörten Lagerungsverhältnissen und insbesondere
bei merklicher Änderung der flüchtigen Bestandteile auf kurze Erstreckung kann eine
höhere Probenzahl als fünf erforderlich sein.

4.1.1.3. Entnahme

Die Schlitzproben sind zweckmäßigerweise von einer geschulten Person der Fachstelle
im Beisein eines Vertreters des Bergamts zu entnehmen. Die Probenahme muß mit einem
geeigneten Gerät erfolgen, je nach Härte der Kohle mit einer Druckluft-Säge und/oder
einem Spezial-Abbauhammer. Wettertuch o.ä. kann zum Auffangen des hereingewonnenen
Gutes dienen.

An der Probenahmestelle soll eine durchschnittliche Flözausbildung gewährleistet sein.
Im Abstand von weniger als 50 m von größeren Störungen sind Proben nicht zu entnehmen.

Die Probe soll am frisch angeschlagenen Kohlenstoß bzw. aus einem frischen Kohlenstoß
entnommen werden. Bei längere Zeit offen stehenden Flözen sind die obersten Schichten
zu entfernen, und zwar ca. 1 m bei fester Kohle und um einen größeren Betrag bei mürber
Kohle. Alle Bergemittel und Packen am Hangenden und Liegenden, die mit in die Förderung
gelangen, sind mitzuerfassen.

Nachdem der Kohlenstoß gerade gestellt worden ist, ist ein Schlitz über die ganze
Flözmächtigkeit gleichmäßig breit, tief, kantig und bankrecht auszukerben. Es ist dafür
zu sorgen, daß kein Probematerial aus der Umgebung des Schlitzes auf das Auffangtuch
fällt. Die Probemenge soll 10 kg nicht unterschreiten.

4.1.2. Großprobe

4.1.2.1. Allgemeines

Ergeben die Prüfungen des Staubes der Schlitzproben (Gefäßversuche nach Abschnitt 4.4)
keine eindeutige Aussage über das Explosionsverhalten, so ist eine Großprobenuntersuchung
als Hauptprüfung erforderlich. Liegt nach dem Ergebnis der Schlitzprobenuntersuchung ein
Staub im Grenzbereich der Explosionsgefährlichkeit, und hat sich eine deutliche Tendenz der
Gefährlichkeitsänderung für ein Grubenfeld oder Teile desselben ergeben, so ist durch die
Untersuchung von Großproben der Nachweis zu erbringen, ob eine Unterteilung in einen
gefährlichen und einen ungefährlichen Flözteil durchgeführt werden kann. Die Festlegung
der Entnahmestelle für Großproben soll im Einvernehmen zwischen Bergamt, Bergwerks-
besitzer und Fachstelle erfolgen. Eine Beteiligung des Bergamts ist insbesondere dann
erforderlich, wenn das Untersuchungsergebnis der Schlitzproben keine zweifelsfreie
Beurteilung zuläßt (Abschnitt 5.1.2).

4.1.2.2. Entnahme

Die Großprobe ist möglichst an der Stelle des Flözes zu entnehmen, deren Staub bei
der Schlitzprobenuntersuchung - für den jeweiligen Beurteilungsbereich - die höchsten
Explosionskennwerte ergeben hat (s. Abschnitt 4.4.4).

Unterscheiden sich die maximalen Explosionskennwerte mehrerer Schlitzproben nur
unwesentlich, kann die Großprobe an einem Punkt gezogen werden, der fördertechnisch
günstig liegt.

Die Großprobe ist möglichst mit dem Abbauhammer als Blockprobe hereinzugewinnen,
wobei ein Feld über die ganze Flözmächtigkeit gleichmäßig breit, tief und bankrecht
auszukohlen ist. Alle Bergemittel und Packen am Hangenden und Liegenden, die mit
abgebaut werden sollen, sind mitzuerfassen.

Das Gewicht einer Großprobe soll etwa 1200 kg betragen. Ein Teil dieser Großprobe,
etwa 200 kg, ist in Form einer 'vergrößerten Schlitzprobe' zu entnehmen und von
dem übrigen Probegut gesondert zu halten. Aus dieser Teilprobe können Bergestücke
schon unter Tage ausgelesen werden. Bei der Entnahme dieser Teilprobe ist besonderer
Wert darauf zu legen, daß der Schlitz die gesamte Flözmächtigkeit erfaßt.

4.1.3. Natürliche Probe

4.1.3.1. Allgemeines

Unter natürliche Probe wird eine Staubprobe verstanden, die aus Ablagerungen betrieblich
erzeugten Staubes entnommen wird. Diese Proben sind nur an solchen Stellen zu sammeln,
an denen Verfahren nicht durchgeführt worden sind, mit denen abgelagerter Kohlenstaub
unschädlich gemacht wird (Staubbindeverfahren, Gesteinstaubverfahren).

4.1.3.2. Probenahme und Entnahmestellen

Natürliche Proben sollen möglichst aus dem zu beurteilenden Flözbereich stammen.
Sie sind in den Abbaustrecken zu entnehmen. Fehlen Abbaubetriebe im Beurteilungsbereich,
können natürliche Proben auch in solchen Betrieben desselben Flözes entnommen werden,
die in der Nähe liegen und zur Beurteilung geeignet erscheinen. Fehlen wegen Neu-
aufschlusses eines Flözes Gewinnungsbetriebe überhaupt, erstreckt sich die Probenahme
auf die Auffahrstrecken.

Die Proben sollen möglichst vom Verzug und von den Streckeneinbauten stammen.
Sohlenproben sollen nur in Ausnahmefällen genommen werden.

Die Probemenge soll möglichst so groß sein, daß Gefäßversuche durchgeführt werden
können.

4.2. Probenvorbereitung

4.2.1. Schlitzprobe

4.2.1.1. Allgemeines

Um die Schlitzproben eines Flözes explosionstechnisch vergleichen zu können, müssen sie
etwa gleichen Aschegehalt und gleichen Körnungsaufbau aufweisen. Deshalb sind die Proben
abzuschwimmen und aufzumahlen.

4.2.1.2. Vorbrechen

Die gesamte Probemenge ist in einer Schlagmühle mit Siebaustrag vorzubrechen, so daß
etwa 50 Gew.-% des Aufgabegutes kleiner als 0,5 mm sind.

4.2.1.3. Mischen und Mitteln

Nach Mischen des vorgebrochenen Gutes ist die Probe auf etwa 2 kg herunterzumitteln
und der überschüssige Teil aufzubewahren (Standprobe).

4.2.1.4. Abschwimmen

Die Teilprobe von ca. 2 kg ist in einen 30 l-Behälter mit Tetrachlorkohlenstoff
(Dichte rd. 1,6 g/cm3 ) zu geben und ca. 3 min einzurühren. Nach einer Wartezeit
von 20 min erfolgt die Abtrennung des Schwimmgutes und die Trocknung im Luftstrom
bei Raumtemperatur.

Nach dem Abschwimmen soll der Aschegehalt im Bereich von 3 bis 5 Gew.-% liegen.
Wird dieser Bereich unterschritten, so ist durch Zugabe eines Teils der nicht abge-
schwommenen Probemenge ein Aschegehalt von 3 bis 5 Gew.-% einzustellen. Wird
ein Wert von 5 Gew.-% Asche infolge inniger Verwachsung von Kohle und Bergen
überschritten, so ist der Einfluß des Aschegehaltes auf das Explosionsverhalten gesondert
zu prüfen.

4.2.1.5. Feinmahlung

Die luftgetrocknete Probe ist in einer Labor-Siebkugelmühle (Anlage 1) so weit aufzumahlen,
daß mindestens 95 % feiner als 71 µm sind. Da die Kornzusammensetzung die anschließenden
Gefäßversuche stark beeinflußt, ist der Medianwert zu bestimmen. Der Medianwert soll
18 +- 3  µm betragen. Der Medianwert ist die Korngröße, bei der 50 Gew.-% größer und
50 Gew.-% kleiner als der angegebene Wert sind.

4.2.2. Großprobe

Die nach Abschnitt 4.1.2.2 entnommene vergrößerte Schlitzprobe, etwa 200 kg (= Teilprobe I),
ist vor der weiteren Verarbeitung von sichtbaren Bergen zu befreien. Die Hauptmenge der
Großprobe, etwa 1 t (= Teilprobe II), ist im Anlieferungszustand zu mahlen. Sind die Teilproben
sehr feucht, so sind sie an der Luft zu trocknen.

4.2.2.1. Teilprobe I

4.2.2.1.1. Feinmahlung (Zwangszerkleinerung)

Die Zerkleinerung der nach Abschnitt 4.2.2 vorbereiteten Teilprobe I erfolgt in einer Stiftmühle
(Anlage 2).

Die Feinheitseinstellung der Mühle ist so zu wählen, daß ein Medianwert des Mahlgutes von
21 +- 3 µm erreicht wird.

4.2.2.1.2. Mischen

Das durch Mahlung gewonnene Gut ist vor dem Streckenversuch durch maschinelles Mischen
zu homogenisieren. Die Mischzeit in dem Mischer nach Anlage 3 beträgt 60 min.

4.2.2.2. Teilprobe II

Die Teilprobe II ist selektiv zu zerkleinern. Bei dieser Art der Mahlung soll das Haufwerk
durch Fall und Reibung in ähnlicher Weise aufgeschlossen werden, wie bei Vorgängen, die bei
der Kohlenförderung unter Tage zur Staubbildung beitragen.

4.2.2.2.1. Beschreibung der Mahlanlage

Der Aufbau der Mahlanlage für die selektive Zerkleinerung ist in Anlage 4 dargestellt. Die
wesentlichen Teile dieser Mahlanlage sind eine langsam laufende Mahltrommel ohne Einbauten
und ein Schwerkraftsichter. Der in der Mahltrommel entstehende Staub wird mit einem durch
die Trommel geführten Umluftstrom ausgetragen und in einem Zyklon abgeschieden. Von hier
aus gelangt der Staub in den Schwerkraftsichter, der das aus der Mahltrommel mitausgetragene
Überkorn abscheidet. Es wird zur weiteren Zerkleinerung in die Mahltrommel zurückgeführt.
Um einen Unterdruck im System aufrecht zu erhalten, wird ein Teilluftstrom abgezweigt, in
einem Schlauchfilter gereinigt und ins Freie geführt.

4.2.2.2.2. Feinmahlung

Der Sichter ist möglichst so einzustellen, daß der selektiv zerkleinerte Staub dem sich unter
Tage ablagernden Staub im Kornaufbau ähnelt. Der Vergleich der beiden Stäube erfolgt im
Kornbereich unter 71 µm.

Wenn 15 Gew.-% der aufgegebenen Kohlenmenge als Staub abgezogen sind, ist der
Mahlvorgang abzubrechen und das noch verbleibende Gut zu verwerfen.

4.2.2.2.3. Mischen

Die aus dem Schwerkraftsichter und dem Schlauchfilter gewonnenen Staubmengen
sind nach Abschnitt 4.2.2.1.2 zu mischen.

4.2.3. Natürliche Probe

Aus der natürlichen Probe wird das Korn unter 0,5 mm durch Absieben gewonnen. Der
Siebrückstand wird verworfen. Feuchte Proben sind an der Luft zu trocknen. Für den
Vergleich des Körnungsaufbaus mit dem Mahlgut entsprechend Abschnitt 4.2.2.2.2 wird
eine Teilmenge bei 71 µm abgesiebt.

4.3. Analysen

4.3.1. Korngrößenbestimmung

Die Korngröße ist durch Trockensiebung zu bestimmen. Als Siebe sind runde Metallrahmen-
siebe von 50 bis 80 mm Durchmesser zu verwenden. Als Bespannung dient Prüfsiebgewebe
0,025 bis 0,071 DIN 4188. Die Siebmaschine ist ein Alpine-Luftstrahlsieb. Die Siebung ist
nach VDI 2031, Feinheitsbestimmungen an technischen Stäuben, durchzuführen.

Zur Auswertung sind die Siebrückstände des eingewogenen Staubes in Gew.-% in das
RRSB-Netz nach DIN 66145 einzutragen, und zwar mindestens 3 Punkte im Bereich der
Korndurchmesser 0,025 bis 0,071 mm. Die Ausgleichsgerade durch diese drei Punkte
(Feinheitskennlinie) ist bis auf die Rückstands- bzw. Durchgangslinie 50 % zu verlängern.
Der zu diesem Schnittpunkt gehörige Korndurchmesser ist der Medianwert.

4.3.2. Immediatanalyse (Kurzanalyse)

Die Kurzanalyse zur Bestimmung des Gehalts an Wasser, Asche und flüchtigen Bestandteilen
erfolgt nach DIN 51718, 51719 und 51720. Der Wassergehalt ist als hygroskopische
Feuchtigkeit in Gew.-% der lufttrockenen Probe anzugeben (i. an). Der Aschegehalt in
Gew.-% ist auf wasserfreie Ausgangsstanz umzurechnen i. wf . Der Gehalt an flüchtigen
Bestandteilen ist auf wasserfreie (i. wf) sowie auf wasser- und aschefreie Substanz (i. waf)
umzurechnen.

4.4. Gefäßversuche

4.4.1. Beschreibung der Prüfeinrichtung

Der Aufbau der Prüfeinrichtung ist aus den Anlagen 5 und 6 ersichtlich.

4.4.1.1. Gefäß und Zündeinrichtung

Das Prüfgefäß ist ein kurzer Stahlzylinder mit gewölbten Böden. Es ist druckdicht ausgeführt;
sein Inhalt beträgt ca. 40 l. Der Durchmesser des Zylinders entspricht der Maximallänge des
Gefäßes. Einer der Böden ist abklappbar und wird mit einem Schnellverschluß verschlossen.

Als wesentliche Einbauten befinden sich im Innern eine Zündvorrichtung sowie eine
Wirbeldüse zur Verteilung des Prüfstaubes. Die Wirbeldüse ist mit einem außerhalb des Gefäßes
befindlichen Staubbehälter von ca. 0,4 l Inhalt über ein elektrisch gesteuertes Schnellschluß-
ventil verbunden.

Zur Initiierung des Staub/Luft-Gemisches dient ein chemischer Zünder. Er besteht aus
Zirkonium und geeigneten Sauerstoffträgern (Bariumnitrat und Bariumperoxyd). Bei einer
Gesamteinwaage von 1,2 g gibt er bei der Verbrennung etwa 5 kJ ab.

4.4.1.2. Meß- und Registriereinrichtung

Zur Registrierung des Explosionsablaufs im Gefäß befinden sich in der Wandung des
Gefäßes Anschlüsse für einen Kolbenindikator und einen Quarzdruckaufnehmer. Durch den
Kolbenindikator wird der zeitliche Druckablauf im Gefäß unmittelbar auf einem Schreibstreifen
aufgezeichnet. Der Papiervorschub beträgt 200 mm/s. Der Zeigerausschlag soll bei mindestens
2,5 mm/bar (= 200 mm/80 bar) liegen.

Mit Hilfe des Quarzdruckaufnehmers, einer elektronischen Verstärkungs- und Differenzier-
einrichtung sowie eines elektronischen Zählers können zusätzlich der Maximaldruck, der
maximale zeitliche Druckanstieg und die Zeit von der Zündung bis zum Erreichen des
Maximaldrucks mit Spitzenwertanzeigern erfaßt werden.

4.4.2. Durchführung der Prüfung

4.4.2.1. Einwaage und Einbringen der Probe

Der Staub ist in mindestens fünf unterschiedlichen Staub/Luft-Konzentrationen zu prüfen.
Die den jeweiligen Konzentrationen entsprechende Staubeinwaage hat auf 1 g genau zu
erfolgen. Die Prüfmenge wird in den Staubbehälter gegeben und mit Druckluft von 10 bar
beaufschlagt.

4.4.2.2. Explosionsversuch

Nach Einbringen des chemischen Zünders und Verschließen des Explosionsgefäßes kann
der Explosionsversuch durchgeführt werden, wobei programmgesteuert folgende Teilvorgänge
ablaufen:

Nach Öffnen des Schnellschlußventils zwischen Staubbehälter und Explosionsgefäß tritt
Staub/Luft-Gemisch über die Wirbeldüse in das Gefäß. 250 ms nach Öffnen des Ventils wird
der Zünder elektrisch ausgelöst. Zusammen mit dem Öffnen des Schnellschlußventils laufen
die Registriereinrichtungen an.

Für jede der vorgesehenen Staub/Luft-Konzentrationen ist die Prüfung dreifach durchzuführen.
Der Bereich der unteren Zündgrenze ist zusätzlich zu den 5 unterschiedlichen Staub/Luft-
Konzentrationen nach Abschnitt 4.4.2.1 zu bestimmen.

Nach jedem Explosionsversuch ist das Gefäß gründlich zu reinigen.

4.4.3. Auswertung der Meßdaten

Aus den Meßwerten der jeweiligen drei Parallelversuche ist das arithmetische Mittel zu bilden.
Unterbleibt im Bereich der Explosionsgrenzen bei einem der drei Versuche eine Umsetzung
des Staubes, so ist dieser Versuch bei der Mittelwertbildung nicht zu berücksichtigen.

4.4.3.1. Maximaler Explosionsüberdruck

Als maximaler Explosionsüberdruck (pmax ) wird der höchste aufgezeichnete Druck im
Explosionsgefäß verstanden. Er setzt sich zusammen aus dem versuchsbedingten Vordruck und
dem aus der Staubumsetzung resultierenden Druckanteil. Der versuchsbedingte Vordruck wird
durch die einströmende Druckluft zum Verwirbeln des Staubes und den Druckanteil der
Zünderumsetzung bestimmt. Er soll einen Überdruck von 0,1 bar nicht übersteigen.

4.4.3.2. Maximaler zeitlicher Druckanstieg

Aus den aufgezeichneten Druckkurven ist der maximale zeitliche Druckanstieg (dp/dt)max zu
ermitteln. Durch den Punkt, in dem der ansteigende Teil der Druckkurve seine größte Steigung
hat (Wendepunkt), wird die Tangente gezogen. Aus ihrer Neigung ( a ) zur Zeitachse errechnet
sich der maximale zeitliche Druckanstieg der Reaktion (vergl. Anlage 7). Bei einem Papiervorschub
von 200 mm/s und einem Druckmaßstab von 200 mm/80 bar ergibt sich beispielsweise
(dp/dt )max = tg   ·  80 (bar/s).

4.4.3.3. Mittlerer zeitlicher Druckanstieg

Aus dem maximalen Explosionsüberdruck (pmax ) und der Reaktionszeit vom Beginn der Zündung
bis zum Erreichen des maximalen Überdrucks ( D t) ergibt sich der mittlere zeitliche Druckanstieg
(pmax / D t). Er wird aus dem Winkel ( b ) der Verbindungsgeraden zwischen Zündzeitpunkt und
dem Zeitpunkt des maximalen Überdrucks sowie der Zeitachse ermittelt. Bei einem Papiervorschub
von 200 mm/s und einem Druckmaßstab von 200 mm/80 bar ergibt sich beispielsweise
pmax / D  t  =  tg  b  ·   80 (bar/s).

4.4.3.4. Explosionskennwert

Als Explosionskennwert wird die Quadratwurzel aus dem Produkt von mittlerem und maximalem
zeitlichen Druckanstieg definiert: kex = Wurzel ((dp/dt max) ·  (pmax / D  t)) (bar/s).

4.4.4. Darstellung der Meßergebnisse

In einem Diagramm sind die arithmetisch gemittelten Werte von maximalem Überdruck und
Explosionskennwert über den verschiedenen Staub/Luft-Konzentrationen aufzutragen und durch
einen ausgleichenden Linienzug zu verbinden.

4.4.5. Überwachung der Prüfeinrichtung

Da sich durch beabsichtigte oder unbeabsichtige Veränderung einzelner Teile der Versuchs-
einrichtung die Ergebnisse des Versuchsgefäßes ändern können, ist es erforderlich, das 40 l-Gefäß
in regelmäßigen Abständen zu überwachen. Die Prüfeinrichtung ist durch Stäube mit bekannten
Explosionseigenschaften zu justieren.

Als Prüfstaub für die Überwachung des Gefäßes ist ein Fettkohlenstaub zu verwenden, der
folgenden Anforderungen genügen muß:

fl. Best. i. waf: 26,5-27,5 Gew.-%

Asche i. wf: 5-6 Gew.-%

Medianwert: 18 ± 3 µm,

kex max : 180 ± 10 bar/s.

4.5. Versuche in der 200m-Strecke (Streckenversuche)

4.5.1. Beschreibung der Prüfeinrichtung

Der Aufbau der Prüfeinrichtung ist aus den Anlagen 8 und 9 ersichtlich.

4.5.1.1. Explosionsstrecke

Wesentlichster Teil der Prüfeinrichtung ist eine 200 m lange, einseitig offene, glattwandige
Stahlrohrstrecke von 1,8 m Durchmesser. Im unteren Streckenteil ist parallel zur Längsachse
ein 0,85 m breites durchgehendes Blech eingeschweißt, das ein schmales Segment vom
Querschnitt abtrennt. Rund 0,75 m oberhalb dieses Blechs ist entlang der Seitenwandung
auf beiden Seiten je eine durchgehende Ablagefläche für den Prüfstaub angebracht. Die beiden
Ablageflächen, die von 10 bis 80 m (die Längenangaben der 200 m-Strecke sind auf den
Streckenabschlußflansch als Anfangspunkt bezogen) aus Holz und von 80 bis 150 m aus
Stahlblech bestehen, sind ca. 0,13 m breit und haben einen Abstand von 0,17 m von der
Streckenwandung. Zwei zusätzliche Ablageflächen sind auf jeder Seite von 10 bis 22 m
vorhanden. Ihre Breite liegt bei 0,07 m, ihr Abstand von der Streckenwandung 0,13 m.
Zwei von ihnen sind 0,40 m, die beiden anderen 1,20 m oberhalb des Bodenblechs befestigt.

Weitere Einbauten befinden sich nicht in der Strecke. Von 100 bis 116 m ist die Rohrstrecke
durch ein stahlarmiertes Betonteil mit flächengleichem, aber quadratischen Querschnitt ersetzt.

Beim 9. Streckenmeter zweigt seitlich eine Rohrleitung von 1,0 m Durchmesser ab, die zu
einer Absaugeeinrichtung führt. Durch einen Schnellverschluß gleichen Durchmessers ist
die Absaugeleitung von der Explosionsstrecke getrennt. Der Verschluß kann nach einem
Explosionsversuch gefahrlos von außen geöffnet werden, um die Explosionsschwaden
abzusaugen. Eine Einstiegsöffnung in der Absaugeleitung dient zur besseren Beschickung
und Befahrung der Explosionsstrecke.

4.5.1.2. Initialkammer und Zündeinrichtung

Am 6. Meter befindet sich in der Strecke ein Klemmrahmen zur Befestigung eines
Abschlußschirms. Nach dem Anbringen der üblicherweise verwendeten Polyäthylenfolie
von 0,05 mm Dicke entsteht so im vorderen Streckenteil eine gasdichte Initialkammer
von ca. 15 m3 Inhalt.

Ein rechteckiger Düsenrahmen dient in Verbindung mit einem von außen angetriebenen
Ventilator zur Eindüsung und Homogenisierung des einzufüllenden Erdgases. Der Düsen-
rahmen aus ¾ inch-Rohr ist 1,50 m breit und 4,65 m lang und enthält ca. 120 Bohrungen
von 1,5 mm Durchmesser. Über einen handbetätigten Kugelhahn ist er mit einem Druck-
kessel von 700 l Inhalt verbunden. Zwischen dem Kugelhahn und dem Kessel befindet
sich weiterhin ein elektrisch betätigtes Ventil, das von einem auf dem Kessel angebrachten
Kontakt-Manometer gesteuert wird. Der Druckkessel ist über einen weiteren Kugelhahn
mit der Erdgasleitung verbunden.

Das zur Prüfung benutzte Erdgas muß mindestens 80 % Methan und weniger als
16 % Stickstoff, es darf bis 4 % höhere Kohlenwasserstoffe enthalten. Bei niedrigerem
Methangehalt muß durch Zugabe von Rein-Methan der geforderte Brennstoffanteil hergestellt
werden.

In unmittelbarer Nähe des Abschlußflansches befindet sich in der Strecke ein 0,8 m langer
Stahlmörser, der in der Längsachse ein Bohrloch von 0,05 m Durchmesser und 0,6 m Länge
enthält. Zwei aus diesem Mörser abgeschossene Patronen Gesteinsprengstoff von je 125 g
dienen als Zündinitial, wobei die Sprengstoffdetonation durch einen elektrisch ausgelösten
Sprengmomentzünder einzuleiten ist.

4.5.1.3. Meß- und Registriereinrichtung

Zur Registrierung des Explosionsvorgangs sind Quarzdruckgeber, Flammenmelder und
gelegentlich weitere Meßinstrumente zu verwenden. Vier Quarzdruckgeber zur Messung
des statischen Explosionsüberdrucks sind am 5., 75., 135. und 195. m anzubringen.

Mindestens 12 'Fotozellen' in höchstens je 20 m Abstand sollen zur Ermittlung der Flammen-
ankunftszeiten bzw. der Flammengeschwindigkeiten vorhanden sein. Die mit den licht-
empflindlichen Widerständen ausgerüsteten Fotozellen haben das Maximum ihrer spektralen
Empfindlichkeit bei 0,67 µm. Durch Infrarot-Strahlung werden diese Widerstände nur
unwesentlich beeinflußt.

In Abständen von ca. 2 m - verteilt über die gesamte Streckenlänge - sind kurze PVC-isolierte
Drahtstücke aufzuhängen, die zusätzlich zu den Fotozellen Aussagen über die Flammenlänge
zulassen.

Sofern Quarzdruckgeber zur Messung des dynamischen Explosionsüberdrucks und Licht-
schranken zur Bestimmung der Staub/Luft-Konzentration zur Erfassung zusätzlicher
Explosionskenndaten eingebaut werden, muß der eigentliche Meßkopf mindestens 0,15 m
von der Streckenwandung entfernt sein.

Die Quarzdruckgeber sind über Koaxialkabel an je einen Ladungsverstärker anzuschließen.
Die hier abnehmbaren Ausgangs-Signale werden in Leistungsverstärkern nachverstärkt und
dann den Schleifen eines Lichtstrahloszillographen zugeführt. Den Fotozellen muß eine
Gleichspannung zugeführt werden. Sie ist so zu bemessen, daß die bei Lichteinfall auftretende
Stromstärkeänderung über einfache, aus Widerständen bestehende, Anpassungsglieder an
den oben genannten Lichtstrahloszillographen angeschlossen werden können. Die Anpassung
der Lichtschranken erfolgt ebenfalls mit Hilfe entsprechender Widerstände. Es ist schließlich
noch eine Einrichtung vorzusehen, die den Zündzeitpunkt eindeutig festhält und den
Explosionsanlauf als Markierung zusammen mit den übrigen Aufzeichnungen auf einem
Oszillogramm aufschreibt.

Eine Schaltwalze steuert und synchronisiert den Explosionsanlauf und die wichtigsten Meß-
und Registriervorgänge.

4.5.2. Durchführung der Prüfung

4.5.2.1. Einwaage und Einbringen der Probe

Von den entsprechend den Abschnitten 4.2.2.1.2 und 4.2.2.2.3 gemischten Teilproben I und II
sind je 140 kg abzuwiegen und Explosionsversuchen zu unterwerfen. Jede Probe wird für sich
in Einzelgefäßen zu je 5 kg Inhalt in die Strecke gebracht. Das Auftragen des Staubes auf die
Ablageflächen erfolgt von Hand. Vor dem Verteilen ist der Staub in den einzelnen Transportgefäßen
durch Rühren aufzulockern. Der Staub ist vom 10. bis 150. Streckenmeter so zu verteilen, daß
gleichmäßig verteilt auf beiden Ablageflächen etwa 1000 g/lfd. m Strecke vorhanden sind. Das
entspricht rechnerisch einer Staub/Luft-Konzentration von 400 g/m3 .

4.5.2.2. Explosionsversuch

Nach dem Laden des Mörsers mit dem Initialsprengstoff und dem Sprengmomentzünder sowie
dem Anschließen der Zünderdrähte an zwei isolierte Durchführungen in der Streckenwand ist die
Initialkammer durch die Kunststoffolie zu verschließen. Wenn der Gefahrenbereich, insbesondere
vor dem Streckenmundloch abgesperrt ist, sind der Druckkessel mit Erdgas auf 5,0 bar Überdruck
zu füllen und der handbetätigte Kugelhahn in der Zuleitung zum Düsenrohr zu öffnen. Durch
manuelle Betätigung eines Schalters wird eine automatische Befüllung der Initialkammer in
Gang gesetzt. Der Einlaßvorgang wird durch das Kontakt-Manometer unterbrochen, wenn
der Überdruck im Druckbehälter auf 2,6 bar abgesunken ist.

Der rechnerische Volumenanteil an Brenngas in der Initialkammer beträgt dann etwa

((5,0 - 2,6) bar · 0,7 m3 /1 bar · 15 m3·  85 % = 9,5 %.

Zur Homogenisierung des Brenngas/Luft-Gemisches ist der in der Initialkammer
vorhandene Ventilatorflügel 30 s lang zu betätigen und anschließend eine Gasprobe zur
Analyse zu entnehmen.

Die Druckmeßeinrichtungen, der Lichtstrahloszillograph und die Spannungsversorgungen
für die Fotozellen sowie die Lichtschranken sind zu diesem Zeitpunkt bereits eingeschaltet
und betriebsbereit. Nach Betätigen der Starttaste der Schaltwalze laufen dann folgende
Teilvorgänge ab:

Anlaufen der Registriereinrichtung, Einschalten des Zündstromkreises und ggf. Anlaufen
bzw. Stillsetzen einer Filmkamera innerhalb der Strecke bzw. in der Nähe des
Streckenmundlochs.

Außer den Meßwerten, die zur Beurteilung der Explosionsneigung des Staubes dienen, sind
Temperatur, Luftdruck, relative Feuchte und der Explosionszeitpunkt genau zu erfassen.

4.5.2.3. Reinigen der Explosionsstrecke

Nach jedem Versuch ist die Explosionsstrecke sorgfältig zu reinigen. Auf dem Streckenboden
und in Bodennähe abgelagerter Staub ist zusammenzufegen und in Behältern aus der Strecke zu
bringen. Anschließend ist bei in Betrieb befindlicher Absaugevorrichtung der an der Strecken-
wandung haftende Staub mit Druckluft aufzuwirbeln und durch den Wetterstrom aus der
Strecke auszutragen. Um auch die Initialkammer entsprechend reinigen zu können, ist ein im
Abschlußflansch der Strecke befindlicher Schraubdeckel zu entfernen.

4.5.3. Auswertung der Meßdaten

4.5.3.1. Flammenlänge

Aus dem aufgezeichneten Oszillogramm ist zu entnehmen, bis zu welcher Entfernung vom
Zündort die Explosionsflamme durch Ansprechen der Fotozellen erfaßt worden ist. Weiter-
gehende Angaben über die Flammenlänge sind aus dem Verkohlungsgrad der Indikatordrähte
abzulesen.

4.5.3.2. Flammenstandzeit

Die Zeitspanne zwischen Flammenankunft am Meßort und dem Zeitpunkt, zu dem sich die
Schreibspur der zugehörigen Fotozelle bis auf 5 % des Maximalausschlags der Nullinie
genähert hat, wird als Flammenstandzeit definiert. Dabei wird nicht das erste Abheben der
Schreibspur von der Nullinie als Flammenankunft gewertet, sondern der Schnittpunkt der
jeweiligen Nullinie mit der Geraden, die entsprechend Anlage 10 durch die Anstiegsflanke
der Schreibspur gelegt wird.

4.5.3.3. Flammengeschwindigkeit

Die Flammengeschwindigkeit ist abschnittsweise für je zwei benachbarte Fotozellen zu
ermitteln, indem der Fotozellen-Abstand durch die Zeitdifferenz dividiert wird, die sich aus
den Oszillographenaufzeichnungen für diese beiden Fotozellen bezüglich der Flammenankunft
ergibt.

4.5.3.4. Maximaler Explosionsüberdruck

Der maximale Explosionsüberdruck ist aus dem Oszillogramm zu entnehmen. Als Explosions-
überdruck wird nur die von der Kohlenstaubumsetzung bewirkte Druckerhöhung bezeichnet,
d.h., von der im Oszillogramm aufgezeichneten Gesamt-Druckkurve ist die vom Initial
herrührende Druckkurve abzuziehen. Die Initialdruckkurve ist im wesentlichen vom Brenn-
gasgehalt in der Initialkammer abhängig. Deshalb sind Initialdruckkurven für verschiedene
Brenngasgehalte zu ermitteln und nach ihnen angefertigte Schablonen für die Auswertung
zu benutzen. Als maximaler Explosionsüberdruck gilt der Druck, bei dem die Differenz aus
Gesamtdruck und Initialdruck ihren Höchstwert aufweist (Beispiel in Anlage 11).

4.5.4. Darstellung der Meßergebnisse

Für die beiden Teilproben I und II werden die Flammenstandzeit und die abschnittsweise
gemittelte Flammengeschwindigkeit zeichnerisch dargestellt. Ein Beispiel ist in Anlage 12
aufgeführt.

4.6. Sonstige Prüfungen

4.6.1. Zünd- und Glimmpunktbestimmung

Zündpunktbestimmung aufgewirbelten Staubes und Glimmpunktbestimmung abgelagerten Staubes
werden als zusätzliche Prüfungen durchgeführt.

4.6.2. Einfluß des Methans auf das Explosionsverhalten

Bei den Prüfungen zur Beurteilung des Explosionsverhaltens von Kohlenstaub ist der Einfluß des
Methans dann zu berücksichtigen, wenn im freien Querschnitt der Grubenbaue Methangehalte der
Wetter größer als 1 % zulässig sind. In diesen Fällen ist die Explosionsgefährlichkeit der hybriden
Gemische (Methan/Kohlenstaub/Luft-Gemische) an der höchstzulässigen CH4-Grenze zu ermitteln.
Bei den höchstzulässigen CH4-Gehalten der Wetterströme müssen die Anforderungen nach
Abschnitt 3 erfüllt sein, wenn der Kohlenstaub auch unter diesen Bedingungen als explosions-
ungefährlich gelten soll.

5. Beurteilung

5.1. Schlitzproben

5.1.1. Der Staub eines erschlossenen Flözes ist als explosionsungefährlich zu bezeichnen,
wenn bei keiner der aus dem Untersuchungsbereich entnommenen Schlitzproben der
Explosionskennwert 70 bar/s, ermittelt nach Abschnitt 4.4, überschritten wird.

5.1.2. Liegt der maximale Explosionskennwert zwischen 70 und 95 bar/s, so ist aufgrund
der Gefäßuntersuchungen eine eindeutige Beurteilung der Explosionsneigung nicht möglich.
In diesem Fall ist die Untersuchung nach dem Streckenversuch durchzuführen. Bis zum
Vorliegen des Ergebnisses des Streckenversuchs gilt dieser Staub als explosionsgefährlich.

5.1.3. Erreicht oder überschreitet ein Staub bei mindestens einer Staub/Luft-Konzentration
den Explosionskennwert 95 bar/s, so ist der Staub in der Regel als explosionsgefährlich
anzusehen. In Einzelfällen kann zur endgültigen Beurteilung des Staubes eine Großproben-
untersuchung zweckmäßig sein.

5.2. Großproben

5.2.1. Ein Staub gilt als explosionsungefährlich, wenn bei den Streckenversuchen mit jeder
der Teilproben I und II die Flamme das Ende der Streuzone nicht erreicht und der maximale
Explosionsüberdruck unter 0,2 bar gelegen hat.

5.2.2. Der Staub ist als explosionsgefährlich anzusehen, wenn in einem der Streckenversuche
mit den Teilproben I und II oder in beiden Fällen die Flamme über die Streuzone hinausgeschlagen
ist (Registrierung der Flamme beim 151. Meter) und/oder der maximale Explosionsüberdruck
über 0,2 bar gelegen hat.

5.2.3. Sind bei einem der Streckenversuche mit den Teilproben I und II die Grenzwerte nur
geringfügig überschritten worden, während es im zweiten Versuch nur zu einer Flammenver-
längerung bis maximal 75 m gekommen ist, so kann das Ergebnis der Untersuchung natürlicher
Staubproben für eine Beurteilung der Explosionsneigung dieses Staubes herangezogen werden.
Bis zum Vorliegen dieses Ergebnisses gilt der Staub als explosionsgefährlich.

5.3. Natürliche Proben

Ergeben die nach Abschnitt 4.4 im Explosionsgefäß geprüften Proben des natürlichen Kohlenstaubs
mit Medianwerten zwischen 15 und 30 µm Explosionskennwerte, die den für den jeweiligen
Aschegehalt gültigen Grenzwert nach Anlage 13 nicht überschreiten, so gilt der Staub als
explosionsungefährlich.

6. Prüfbescheinigung

Über das Ergebnis der Prüfungen hat die Fachstelle eine Prüfbescheinigung zu erstellen, die folgende
Angaben enthalten muß:

1. Ort der Proben
2. Art der Proben
3. Ergebnisse der Immediatanalysen
4. Ergebnisse der Siebanalysen
5. Darstellung der Ergebnisse der Gefäßversuche nach Abschnitt 4.4.4
6. den maximalen Explosionsüberdruck nach Abschnitt 4.5.3.4 und
7. Darstellung der Ergebnisse der Streckenversuche nach Abschnitt 4.5.4.

Werden neben den nach Abschnitt 4.1 bis 4.5 erforderlichen Prüfungen zusätzliche Prüfungen
- z.B. solche nach Abschnitt 4.6 - durchgeführt, so sind die Beschreibungen der Versuchs-
durchführung und die Ergebnisse im Prüfbericht gesondert anzugeben.

Alle Prüfungsergebnisse sind in einer abschließenden Beurteilung zusammenzufassen, in der
zum Ausdruck kommt, ob der Staub der erschlossenen Flöze im Sinne dieser Bestimmungen
explosionsungefährlich ist.

7. Teilnahme an Prüfungen

Dem Antragsteller ist die Teilnahme an den Prüfungen zu gestatten.

8. Aufbewahrung von Proben

Die für die Prüfungen nicht benötigten Restmengen von Schlitzproben und natürlichen Proben
sind mindestens bis zum Ablauf von 3 Monaten nach Erstellung der Prüfbescheinigung
aufzubewahren.

9. Verzicht auf Prüfungen

Auf Vorschlag der Fachstelle kann mit Zustimmung des Landesoberbergamts auf Prüfungen
verzichtet werden.

Dortmund, den 27.5.1974

Landesoberbergamt NW

C o e n d e r s


 


Anlage 1

Kohlenstaub-Prüfbestimmungen Anlage 1


Labor-Siebkugelmühle


Anlage 2

Kohlenstaub-Prüfbestimmungen Anlage 2

Stiftmühle Kolloplex 250Z


Anlage 3

Kohlenstaub-Prüfbestimmungen Anlage 3

Kohlenstaubmischer

Anlage 4

Kohlenstaub-Prüfbestimmungen Anlage 4

Selektive Mahlanlage

Anlage 5

Kohlenstaub-Prüfbestimmungen Anlage 5

Explosionsgefäß V » 40 l

Anlage 6

Kohlenstaub-Prüfbestimmungen Anlage 6

Meßanordnung für Gefäßversuch

Anlage 7. Auswertung einer Explosionskurve (40 l-Gefäß)

Kohlenstaub-Prüfbestimmungen Anlage 7

Anlage 8

Kohlenstaub-Prüfbestimmungen

200 m Strecke

Anlage 9

Kohlenstaub-Prüfbestimmungen Anlage 9

Meßanordnung für Streckenversuch

Anlage 10

Kohlenstaub-Prüfbestimmungen Anlage 10

Ermittlung der Flammenstandzeit aus einer Fotozellenaufzeichnung

Anlage 11

Kohlenstaub-Prüfbestimmungen Anlage 11

Ermittlung des maximalen Explosionsdrucks (Pex max ) in der 200 m Strecke

Anlage 12

Kohlenstaub-Prüfbestimmungen Anlage 12

Darstellung von Flammenstandzeit und Flammengeschwindigkeit

Anlage 13

Kohlenstaub-Prüfbestimmungen Anlage 13

Grenze selbständiger Explosionsausbreitung für natürliche Kohlenstäube mit Medianwerten
zwischen 15 und 30 µm nach Kontrollversuchen im 40 l-Gefäß

 


09.07.1980

18.43.6-1-34

Inertisierungsmaßnahmen mit Stickstoff

A 2.7


 

An die Bergämter des Landes NW

Betr.: Inertisierungsmaßnahmen mit Stickstoff sowie Errichtung und Betrieb von Anlagen
        für die Inertisierung von Grubenbränden


Die Bergbau-Forschung GmbH in Essen hat mit Schreiben vom 4.12.1979 - G 3-Bo/Ni -
einen Plan für Inertisierungsmaßnahmen mit Stickstoff vorgelegt. Diesem Plan wurde in
der anliegenden Fassung zugestimmt.

Außerdem wurde ein Antrag der BAG Lippe vom 5.10.1979 auf Genehmigung nach dem
Bundes-Immissionsschutzgesetz zur Errichtung und zum Betrieb einer ortsbeweglichen
Feuerungs- und Dampfkesselanlage für eine fahrbare Stickstoffverdampferanlage für die
Inertisierung von Grubenbränden gestellt. Diesem Antrag wurde mit dem anliegenden
Bescheid vom 9.7.1980 stattgegeben.

Diejenigen Bergwerksbesitzer, die nach dem Plan für Inertisierungsmaßnahmen mit Stickstoff
verfahren und die genehmigte fahrbare Verdampferanlage in Anspruch nehmen wollen,
haben dem zuständigen Bergamt einen Betriebsplan vorzulegen. Der Betriebsplan ist auf den
möglichen Einsatzfall abzustellen. Bei der betriebsplanmäßigen Zulassung sind auch die
Nebenbestimmungen und Hinweise des o.a. Bescheides entsprechend zu berücksichtigen.
Eine Ausfertigung des Formblattes nach Abschnitt III, Auflage Nr. 22, des Bescheides ist
jeweils dem Landesoberbergamt vorzulegen.

Sie werden gebeten, bis zum 10.1.1981 zu berichten, ob alle in Betracht kommenden Betriebe
Ihres Aufsichtsbereichs sich dieser Regelung angeschlossen haben.

 

Dortmund, den 09.07.1980

Landesoberbergamt NW

C o e n d e r s

 

Auf Antrag der BAG Lippe wurde der o.a. Bescheid vom 9.7.1980 über die Genehmigung
zur Errichtung und zum Betrieb einer ortsbeweglichen Feuerungs- und Dampfkesselanlage
für die Wärmeversorgung einer fahrbaren Stickstoffverdampferanlage mit der Nachtragsurkunde
vom 25.5.1981 - 18.43.6-1-34 - auf die Errichtung und den Betrieb von bauartgleichen Anlagen
ausgedehnt. Die im o.a. Bescheid aufgeführten Nebenbestimmungen und Hinweise wurden
Bestandteile dieser Nachtragsgenehmigung.

Dortmund, den 03.08.1981

Landesoberbergamt NW
In Vertretung:

P i l g r i m

 

Auf die Anträge vom 26.11.1982 - Bi/sch - wurde der Firma Linde AG, Werksgruppe
Technische Gase, in Duisburg, mit Bescheid vom 17.1.1983 - 18.43.6-2-6 - und zugehörigem
1. Nachtrag vom 3.2.1983 - 18.43.6-2-5 - die Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb
von zwei ortsbeweglichen Feuerungs- und Dampfkesselanlagen (Kessel-Hersteller-Nr. 12684
und 10921) für die Wärmeversorgung von zwei fahrbaren Stickstoff-Verdampferanlagen erteilt.

Die im Bescheid vom 9.7.1980 - 18.43.6-1-34 - aufgeführten Nebenbestimmungen und
Hinweise wurden Bestandteile dieser Genehmigungen.

Dortmund, den 25.03.1983

Landesoberbergamt NW
In Vertretung:

P i l g r i m



Anlage 1

Bergbaugesellschaft ........................................................................................................

Werksdirektion ................................................Betrieb ....................................... ..........


Plan für Inertisierungsmaßnahmen mit Stickstoff

Stand: Juli 1979


Inhaltsverzeichnis

1   Allgemeiner Teil

2     Beschreibung der Betriebssysteme

2.1   Anlieferung von flüssigem Stickstoff mit Tankwagen
2.2   Stationäre Speicherbehälter für flüssigen Stickstoff
2.3   Stationäre Einrichtungen zur Druckhaltung
2.4   Mobile Speicherbehälter für flüssigen Stickstoff
2.5   Verdampfer
2.5.1 Wasserbadverdampfer mit indirekter Beheizung des Wasserbades durch Oelfeuerung
2.5.2 Wasserbadverdampfer mit direkter Beheizung des Wasserbades durch Propanfeuerung
2.5.3 Luftverdampfer mit Nachwärmer
2.5.3.1 Elektrisch beheizter Wasserbad-Nachwärmer
2.5.3.2 Elektrisch beheizter Trocken-Nachwärmer
2.6    Meß- und Registriereinrichtungen
2.7     Technisches Regelwerk

3     Maßnahmen im Tagesbetrieb

3.1 Aufstellung von Fahrzeugen, Geräten und Behältern
3.1.1 Platzbedarf
3.1.2 Beschaffenheit der Aufstellflächen und Zufahrtswege
3.2   Strom und Wasserversorgung
3.2.1 Stromversorgung
3.2.2 Wasserversorgung
3.3   Nachrichtenverbindungen
3.4    Betrieb der Inertgasanlage

4  Maßnahmen im Grubenbetrieb

4.1 Inertgasleitungen
4.2 Überwachung der Wetter

Anlagen zum Plan

Anlage 1: Speicherbehälter für flüssigen Stickstoff - Schemazeichnung
Anlage 2: Wasserbadverdampfer mit indirekter Beheizung des Wasserbades durch Oelfeuerung
               - Schematische Darstellung
Anlage 3: Wasserbadverdampfer mit direkter Beheizung des Wasserbades durch Propanfeuerung
               - Schemazeichnung
Anlage 4: Luftverdampfer - Maßblatt eines Rohrregisters
Anlage 5: Elektrisch beheizter Wasserbad-Nachwärmer - Schemazeichnung
Anlage 6: Elektrisch beheizter Trocken-Nachwärmer-Schemazeichnung
Anlage 7: Übersichtsplan "Anordnung einer Inertgas-Anlage über Tage"
Anlage 8: Übersichtsplan "Anordnung von Inertgas-Leitungen im Schachtquerschnitt"
Anlage 9: Übersichtsplan "Anordnung von Inertgas-Leitungen im Grubengebäude"


1. Allgemeiner Teil

Der vorliegende Plan für Inertisierungsmaßnahmen ist ein Sonderbetriebsplan. In ihm wird
angezeigt, welche Maßnahmen bei Inertisierungen mit Stickstoff durchgeführt werden.

Inertgas wird eingesetzt, um den Sauerstoffgehalt der Grubenwetter zu verringern und dadurch

Als Inertgas ist Stickstoff vorgesehen, der in flüssiger Form (LN2) mit Tankwagen zu einer
über Tage aufgestellten Inertgasanlage gebracht und dort in den gasförmigen Zustand (N2)
überführt wird. Der gasförmige Stickstoff wird in Rohr- oder Schlauchleitungen von der
Inertgasanlage zur Aufgabestelle geleitet.

In Sonderfällen kann auch von günstig gelegenen stationären Inertgaserzeugungsanlagen
gasförmiger Stickstoff durch Leitungen herangeführt und bei der Grubenbrandbekämpfung
eingesetzt werden.

2. Beschreibung der Betriebssysteme

2.1. Anlieferung von flüssigem Stickstoff mit Tankwagen

Der flüssige Stickstoff wird mit Straßentankfahrzeugen, die für die Beförderung von
Flüssigstickstoff auf der Straße zugelassen sind, zur betreffenden Schachtanlage gebracht.
Für den ordnungsgemäßen Zustand der Straßentankfahrzeuge ist der Gaslieferant verantwortlich.
Im Rahmen der Bestellung wird der Gaslieferant ausdrücklich auf seine Verantwortung hingewiesen.

Bei den Tankfahrzeugen für Flüssigstickstoff ist mit einer Achslast bis zu 10 t zu rechnen; als
Mindestdurchfahrthöhe muß ein Maß von 4,0 m gewährleistet sein.

Der Stickstoff befindet sich in tiefkalt-flüssigem Zustand und hat eine Temperatur von etwa
-196 °C. Die Umrechnungsfaktoren für den Übergang von flüssigem in gasförmigen Stickstoff
sind in nachfolgender Tabelle aufgeführt:

m3 Gas
(15 ° C; 1 bar)

l Flüssiggas
(-195,85 ° C; 1 bar)

kg Gasgewicht

1

1,448

1,170

0,691

1

0,808

0,855

1,238

 1


Die mit einem Straßentankfahrzeug zu befördernde Stickstoffmenge richtet sich entweder
nach dem theoretisch nutzbaren Behälterinhalt oder nach dem nach der Straßenverkehrs-
zulassungsordnung festgesetzten höchstzulässigen Füllgewicht. Ein übliches 38 t-Tankfahrzeug
vermag mit einer Fahrt eine auf einen Zustand von 15 Grad C und 1 bar umgerechnete Inert-
gasmenge von ca. 17.000 m3 zu befördern.

Am Heck solcher Tankfahrzeuge ist normalerweise eine elektrisch angetriebene Kreiselpumpe
installiert, die sowohl zum Befüllen des LN2-Speicherbehälters als auch zur direkten Einspeisung
in die Verdampferanlage verwendet werden kann. Die für den Antrieb erforderliche elektrische
Energie wird entweder in einem Generator erzeugt, der vom Motor der Zugmaschine angetrieben
wird, oder aus dem örtlichen Stromversorgungsnetz entnommen. Die Dauer des Umfüllvorganges
beträgt für ein übliches 38 t-Tankfahrzeug in der Regel eine Stunde.

Die Verbindung zwischen Tankwagen und Speicherbehälter bzw. Verdampferanlage während
des Umfüllvorganges wird durch einen armierten Wellrohrschlauch aus kaltzähem Tombak oder
Edelstahl mit Spezial-Kupplungen hergestellt. Die Spezial-Kupplungen sind ausschließlich für
Stickstoff-Leitungen vorgesehen und können nicht mit Kupplungen für andere Gase verbunden
werden.

2.2. Stationäre Speicherbehälter für flüssigen Stickstoff

Um unabhängig vom Eintreffen der Tankwagen eine ausreichende und gleichmäßige Versorgung
der Verdampferanlage mit Flüssigstickstoff zu gewährleisten, können ein oder zwei stationäre
Speicherbehälter aufgestellt werden. Zwei Behälter kommen in der Regel nur bei größeren
N2-Leistungen, etwa ab 3,33 m3 /s = 200 m3 /min in Betracht.

Bei den Speicherbehältern handelt es sich um doppelwandige Druckbehälter mit einer
Perlite-Vakuum-Isolierung zwischen dem inneren Behälter aus kaltzähem Stahl und dem
Außenbehälter aus Kesselblech (Anlage 1 - Schemazeichnung). Die zum Einsatz kommenden
Behälter sind unterschiedlich groß. Der Inhalt der Innenbehälter liegt derzeit zwischen 12.500
und 50.000 l, was unter Berücksichtigung der Sicherheitsfaktoren Gasmengen zwischen 8.400
und 33.500 m3 ergibt. Auch größere Speicherbehälter sind möglich. Es wird sichergestellt, daß
der höchstzulässige Betriebsüberdruck nicht überschritten wird.

Um die durch den Behälter verursachte Bodenpressung zu vergleichmäßigen und auf einen Wert
von etwa 0,2 N/mm2 (alte Dimension: 2 kp/cm2 ) zu beschränken, werden bei Bedarf auf Sand
gebettete Fundament-Platten verwendet. Das mögliche Gesamtgewicht der vorgenannten
Speicherbehälter liegt bei 17,5 t bzw. 63 t. Der An- und Abtransport der Speicherbehälter erfolgt
mit Hilfe von Tiefladern bei einer Mindestdurchfahrthöhe von 4 m. Zur Aufstellung werden in der
Regel zwei Mobilkräne entsprechender Größe verwendet.

2.3. Stationäre Einrichtung zur Druckhaltung

Wird einem Speicherbehälter flüssiger Stickstoff entnommen, so muß zur Aufrechterhaltung
des Betriebsdruckes die durch die Flüssigkeitsentnahme entstehende Volumenverringerung durch
zusätzliches Gas über der Flüssigkeitsoberfläche ersetzt werden.

Hierzu dient eine selbsttätig arbeitende Druckhaltung, bestehend aus einem Druckaufbauverdampfer
und einem Regelventil. Werden größere Entnahmemengen benötigt, kann anstelle des Druckaufbau-
verdampfers ein kleinerer, mit eigener Druckhaltung ausgestatteter Speicherbehälter mit
nachgeschaltetem Luftverdampfer zur Druckhaltung des großen Speichertanks verwendet
werden. An den Regelventilen kann der gewünschte Betriebsdruck für die Speicherbehälter
stufenlos eingestellt werden. Speicherbehälter mit zusätzlicher Druckhaltung sind in der Lage,
Verdampferanlagen den für eine Inertgas-Erzeugungsrate von mindestens 3,33 m3 /s = 200 m3 /min
notwendigen LN2-Volumenstrom ständig zuzuführen. Auch für die Aufstellung dieser
Druckhaltungseinrichtungen werden bei Bedarf Fundament-Platten verwendet.

2.4. Mobile Speicherbehälter für flüssigen Stickstoff

Alternativ zu stationären Speicherbehältern lassen sich auch mobile Speicherbehälter einsetzen.
Es handelt sich bei diesen um selbsttragende Sattelauflieger, die ungefüllt zum Einsatzort gefahren,
dort abgesattelt und als stationäre Speicherbehälter für flüssigen Stickstoff betrieben werden.
Es wird sichergestellt, daß der höchstzulässige Betriebsüberdruck auch bei diesen Behältern
nicht überschritten wird. Die Mindestdurchfahrthöhe für die Tanks beträgt 4,0 m, ihre Breite
etwa 2,5 m und ihre Länge ca. 13 m ohne Zugmaschine.

Die Speicherbehälter verfügen über wasserbeheizte Druckaufbauverdampfer, durch die eine
maximale N2-Entnahmeleistung von 5 m3 /s = 300 m3 /min sichergestellt wird.

Auch eine luftbeheizte Druckhalteeinrichtung ist möglich, die ohne Fremdenergie im Dauerbetrieb
die Entnahme bis zu 0,67 m3 /s = 40 m3 /min N2 ermöglicht.

2.5. Verdampfer

Für die Umwandlung des flüssigen in gasförmigen Stickstoff mit einer Temperatur von
ca. 15 Grad C stehen gegenwärtig drei unterschiedliche Systeme, die auch kombiniert einzusetzen
sind, zur Verfügung:

Für die Auswahl der Systeme sind

maßgebend. Die energiesparenden und wartungsarmen Luftverdampfer mit Nachwärmer
sind im wesentlichen für einen länger anhaltenden Dauerbetrieb vorgesehen.

2.5.1. Wasserbadverdampfer mit indirekter Beheizung des Wasserbades durch Ölfeuerung

Wasserbadverdampferanlagen mit indirekter Beheizung des Wasserbades durch Ölfeuerung
stehen als mobile Einrichtungen zur Verfügung. Sie bestehen im wesentlichen aus einem
Heißwassererzeuger mit Ölbrenner, einem Hochleistungsverdampfer, einem fest eingebauten
Transportöltank, einem Notstromaggregat, den erforderlichen Anschluß- und Verbindungsleitungen
sowie einer Meß- und Regeleinrichtung. (Anlage 2 - Schematische Darstellung). Sie sind auf
einem Tiefladekoffersattelauflieger von ca. 12,20 m Länge, 2,50 m Breite und 3,70 m Höhe
untergebracht. Der Abgaskamin der Anlage besteht aus zwei Teilen, von denen während des
Transports der obere Teil demontiert und der untere eingezogen wird. Die zum Schutze gegen
Witterungseinflüsse allseitig umkleideten, aber dennoch zugänglichen Anlagen können auch mit
abgekuppelter Sattelzugmaschine betrieben werden. Zu diesem Zweck sind die Sattelauflieger
im vorderen Teil mit 2 Sattelstützen ausgestattet. Sämtliche Armaturen, Bedienungs-, Kontroll-
und Schreibgeräte für Inbetriebnahme und Dauerbetrieb der Anlagen sind hinter abschließbaren
Klappen untergebracht.

Die fest eingebauten Transportöltanks ermöglichen eine Dauerleistung von
4,17 m3 /s = 250 m3 /min N2 über einen Zeitraum von etwa 17 Stunden.

Das erwärmte Wasser wird mit Hilfe einer Niederdruck-Kreiselpumpe im Anlagensystem zum
Verdampfer gefördert, um die hier eingebaute Verdampferschlange aus Kupferrohr zu erwärmen,
durch die von unten nach oben der zunächst flüssige und später in den gasförmigen Zustand
übergehende Stickstoff fließt. Die Wandungen der Kupferrohre sind für die vorliegenden
Betriebsdrücke ausreichend bemessen. Die Wasserfüllung des Verdampfers wird durch ein
Überlaufrohr begrenzt. Oberhalb der Anordnung des Überlaufrohres im Verdampfer befindet
sich ein Dampfraum, der durch nach oben öffnende Klappen abgedeckt ist. Es wird sichergestellt,
daß der höchstzulässige Betriebsüberdruck des aus dem Verdampfer austretenden N2 nicht
überschritten wird.

Die Anlagen sind für eine Dauerleistung von 4,17 m3 /s = 250 m3 /min N2 konzipiert worden
und erbringen in der Spitze über 5 m3 /s = 300 m3 /min. Die Wasserbadverdampfer mit indirekter
Beheizung des Wasserbades durch Ölfeuerung sind genehmigungsbedürftige Anlagen im Sinne des
Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG) und der Dampfkesselverordnung (DampfkV).

2.5.2. Wasserbadverdampfer mit direkter Beheizung des Wasserbades durch Propanfeuerung

Warmwasserbadverdampfer mit direkter Beheizung des Wasserbades durch Propanfeuerung
stehen sowohl in stationärer als auch in mobiler Ausführung zur Verfügung. Sie bestehen im
wesentlichen aus folgenden Bauteilen (Anlage 3 - Schemazeichnung):

In einem Wasserbehälter aus korrosionsbeständigem Stahl sind mäanderförmig gebogene
Verdampferschlangen aus kaltzähem Material angeordnet. Wasserseitig wird der Verdampfer
drucklos betrieben. Auf der Stickstoffseite wird sichergestellt, daß der höchstzulässige
Betriebsdruck nicht überschritten wird.

Die zur Verdampfung des Flüssigstickstoffs erforderliche Wärmemenge wird über einen
Tauchbrenner dem Wasserbad zugeführt. Der Tauchbrenner besteht aus einem Zünd- und
einem Hauptbrenner, die beide von Fotozellen überwacht werden. Die Brennerregelung wird
von der Wasserbadtemperatur gesteuert. Der Tauchbrenner wird mit Propan betrieben. Das
Brenngas Propan wird als Flüssiggas in einem Speicherbehälter gelagert. Die Lagerbehälter
werden nur in drucklosem Zustand transportiert und erst am Aufstellungsort aus Spezialtank-
wagen gefüllt. Das Propan wird aus der Flüssigphase entnommen und ebenfalls im Wasserbad
verdampft. Die Luftzufuhr erfolgt über ein Radialgebläse, welches unabhängig vom Betriebs-
zustand des Tauchbrenners arbeitet. Die aus der Wasseroberfläche austretenden Abgase
gelangen als wasserdampfgesättigtes Gemisch aus Stickstoff und Kohlendioxid über einen
Kamin in die Atmosphäre. Die Abgastemperatur beträgt etwa 50 Grad C.

Der Verdampfer hat eine Maximalleistung von 1,67 m3 /s = 100 m3 /min Stickstoff.

Bei stationären Anlagen ist die vorgenannte Einrichtung in einem Transportrahmen untergebracht,
der mit einem Kran verladen werden kann.

Die mobilen Anlagen unterscheiden sich von den stationären dadurch, daß nicht nur die
vorgenannten Einrichtungen, sondern auch der Propangasbehälter zu einer Einheit zusammen-
gefaßt und auf einem Tiefladekoffersattelauflieger montiert sind.

2.5.3. Luftverdampfer mit Nachwärmer

Die Luftverdampfer bestehen aus Aluminium-Rippenrohren, die zu Rohrregistern zusammengefaßt
sind (Anlage 4 - Maßblatt eines solchen Rohrregisters). Die Anzahl der jeweils eingesetzten
Rohrregister richtet sich nach der Menge des benötigten Stickstoffs.

Die zur Verdampfung benötigte Wärme wird der Umgebungsluft entzogen. Es wird sichergestellt,
daß der höchstzulässige Betriebsüberdruck nicht überschritten wird.

Wegen der stellenweise sehr niedrigen Oberflächentemperatur der Rippenrohre scheidet sich an
ihnen Luftfeuchtigkeit als Reif ab. Hohe relative Luftfeuchtigkeit führt außerdem zur Bildung von
Nebelschwaden. Diese Erscheinungen werden bei der Wahl des Aufstellungsplatzes berücksichtigt,
damit weder Behinderungen noch Belästigungen in der näheren Umgebung auftreten.

Um die dem Verdampfer nachgeschalteten Schlauch- und Rohrleitungen nicht zu tiefen
Innentemperaturen auszusetzen, wird der Stickstoff in Nachwärmern auf eine Temperatur
zwischen 0 und 15 Grad C aufgewärmt.

Als Nachwärmer werden eingesetzt:

2.5.3.1. Elektrisch beheizter Wasserbad-Nachwärmer

In einem Wasserbehälter aus korrosionsbeständigem Material sind stickstofführende
Rohrwendeln angeordnet (Anlage 5 - Schemazeichnung).

Die Erwärmung des Wasserbades erfolgt durch elektrische Tauchheizkörper, die Temperatur-
Regelung über einen Thermostaten. Es wird sichergestellt, daß die höchstzulässige Betriebs-
temperatur nicht überschritten wird. Der Raum über dem Wasserbad ist durch ausreichend
dimensionierte Öffnungen mit der Atmosphäre verbunden.

2.5.3.2. Elektrisch beheizter Trocken-Nachwärmer

In einem Behälter aus korrosionsbeständigem Material sind stickstofführende Rohrwendeln
angeordnet (Anlage 6 - Schemazeichnung).

Die elektrischen Heizelemente sind in Schutzrohren verlegt. Der Wärmetransport erfolgt über
eine Metallgranulat-Schüttung. Die Anlage besteht aus mehreren Registern.

Die Temperatur-Regelung des Nachwärmers erfolgt über einen Thermostaten. Es wird sichergestellt,
daß die höchstzulässige Betriebstemperatur nicht überschritten wird. Eine Vielzahl kleiner Bohrungen
in der Bodenplatte verhindert einen Druckaufbau innerhalb des Behälters.

2.6. Meß- und Registriereinrichtung

Das N2-Gas wird nach dem Austritt aus der Verdampferanlage oder ggfs. aus dem Nachwärmer und
vor dem Eintritt in die Schachtleitung meßtechnisch erfaßt, um die erzeugte Gasmenge (bezogen auf
den Zustand 1 bar und 15 Grad C), den Gasdruck und die Gastemperatur zu ermitteln. Die Meßwerte
werden auf Schreibstreifen aufgezeichnet. Sie können über eingebaute Trennverstärker auf externe
Geräte übertragen werden (Fernmessung).

2.7. Technisches Regelwerk

Für den Bau und den Betrieb der vorstehend beschriebenen Betriebssysteme werden folgende
Regelwerke in der jeweils gültigen Fassung beachtet:

3. Maßnahmen im Tagesbetrieb

3.1. Aufstellung von Fahrzeugen, Geräten und Behältern

3.1.1. Platzbedarf

Für die Aufstellung von Inertgasanlagen und die für die Anlieferung von Flüssigstickstoff
erforderlichen Tankwagen ist eine ausreichende Fläche vorgesehen, die freigehalten oder im
Bedarfsfall freigemacht wird. Diese Fläche sowie die Zu- und Abfahrtswege der Tankfahrzeuge
befinden sich außerhalb von explosionsgefährdeten Bereichen und sind bei nicht umbauten
Einziehschächten so gewählt, daß eine Beeinflussung der einziehenden Wetter durch die
Inertgasanlage (Abgase oder Stickstoff) vermieden wird.

Sofern beim Betrieb der Inertgasanlagen Schutzzonen zu beachten sind, ist dieses auf den Anlagen
deutlich sichtbar vermerkt. Es wird sichergestellt, daß sich diese Schutzzonen nicht mit solchen
überschneiden, die auf der Betriebsanlage bereits vorhanden sind.

Die für die ordnungsgemäße Durchführung einer Inertisierung erforderlichen Aufstell-, Fahr-
und Parkflächen sind im Übersichtsplan 'Anordnung einer Inertgasanlage über Tage' dargestellt
(Anlage 7). Fluchtwege sind nicht eingeengt.

3.1.2. Beschaffenheit der Aufstellflächen und Zufahrtswege

Die Tragfähigkeit der Aufstellflächen beträgt mindestens 0,2 N/mm2 (alte Dimension: 2 kp/cm2 ).
Die Zufahrtstraßen und Abstellplätze für Tankwagen sind als tragfähiger Untergrund zur Aufnahme
von 10 t Achslast hergerichtet. Die An- und Abfahrwege im Betriebsgelände werden im Bedarfsfall
durch Hinweisschilder gekennzeichnet. Das Betreten des Aufstellungsortes ist für Unbefugte untersagt.
Bei Dunkelheit wird der Aufstellungsort ausreichend beleuchtet.

3.2. Strom- und Wasserversorgung

3.2.1. Stromversorgung

Für den Betrieb der Inertgasanlage wird ein 380 V-Stromanschluß benötigt. Die erforderliche Leistung
kann bis zu 100 kW betragen. Reicht die örtliche Stromversorgung für den Betrieb der Inertgasanlage
nicht aus, werden Notstromaggregate bzw. Transformatoren bereitgestellt. Auch diese Einrichtungen
entsprechen den VDE-Richtlinien.

3.2.2. Wasserversorgung

Für den Betrieb der Inertgasanlagen werden nur geringe Wassermengen benötigt. Die Versorgung
ist durch Anschluß an das Wasserleitungsnetz gewährleistet.

3.3. Nachrichtenverbindungen

Die Verständigung zwischen Einsatzleitung und Inertgasanlage erfolgt über Fernsprech- oder
Funkverbindungen. Zusätzliche Fernsprechanschlüsse werden erforderlichenfalls eingerichtet.

3.4. Betrieb der Inertgasanlage

Alle für den stationären Betrieb vorgesehenen Fahrzeuge werden an ihrem Aufstellungsort durch
Festkeile gesichert.

Bei allen Inertgasanlagen ist sichergestellt, daß der höchstzulässige Betriebsüberdruck von 16 bar
nicht überschritten wird. Für den Fall, daß Inertgas in ein Leitungssystem mit niedrigerem Nenndruck
eingespeist wird, sorgen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen dafür, daß auch diese niedrigeren Drücke
nicht überschritten werden (z.B. Druckbegrenzungsventile oder Druckwächter mit Alarmgeber).
Zwischen Verdampfer und Schachtleitungen sind Absperreinrichtungen vorhanden, um bei Leitungs-
schäden oder anderen Vorkommnissen die Inertgaszufuhr unverzüglich unterbinden zu können.

Alle Einrichtungen der Inertgasanlage sind so ausgelegt, daß gefährliche elektrostatische Aufladungen
nicht auftreten können.

Zur Bedienung der Inertgasanlagen wird nur fachkundiges und geübtes Personal eingesetzt. Der
Betrieb der Anlagen wird von Aufsichtspersonal überwacht.

4. Maßnahmen im Grubenbetrieb

4.1. Inertgasleitungen

Für die Inertisierung freigeschaltete Rohrleitungen werden gegen unkontrollierbares Ausströmen
von Stickstoff und Einströmen von Wasser, Druckluft oder anderen Gasen gesichert. Die abgetrennten
Leitungsstränge werden durch Endflansche oder Steckscheiben gesichert. In Notfällen kann die
vorläufige Sicherung auch durch Schließen von Schiebern erfolgen. Werden für die Inertisierung
Schlauchleitungen eingesetzt, so werden nur vom Landesoberbergamt für diesen Zweck zugelassene
Qualitäten verwendet.

Schlauchleitungen werden so eingehängt und verlegt, daß sie gegen Beschädigungen möglichst
geschützt sind.

Übersichtspläne über die Anordnung von Inertgasleitungen im Schachtquerschnitt und über die
Anordnung von Inertgas-Leitungen im Grubengebäude sind beigefügt (Anlagen 8 und 9).

4.2. Überwachung der Wetter

Inertgasleitungen werden zu Beginn der Inertisierung und anschließend in regelmäßigen Abständen
auf Undichtheiten und mechanische Beschädigungen überprüft. Anhand des Wetterstromes und des
Stickstoffstromes werden diejenigen Grubenbaue ermittelt, in denen O2-Mangel durch Austreten
von Stickstoff auftreten kann. Diese gefährdeten Bereiche werden gegen unbefugten Zutritt gesperrt.
Für ihre Befahrung wird ausschließlich Grubenwehr mit Gasschutzgeräten eingesetzt.

Bei der Inertisierung allseitig abgedämmter Grubenbaue wird darauf geachtet, daß sich hinter
den Dämmen Überdruck einstellen kann.

Je nach Höhe des Überdruckes besteht die Möglichkeit, daß aus den Dämmen CH4 bzw. CO
oder auch matte Wetter (Stickstoff) austreten können. Derartige Gefahrenstellen werden
wettertechnisch überwacht und ggf. gesperrt.

Dem vorstehenden Plan für Inertisierungsmaßnahmen mit Stickstoff einschließlich der zugehörigen
Anlagen wird hiermit zugestimmt.

Geschäftszeichen 18.43.6-1-34

Dortmund, den 9. Juli 1980

Landesoberbergamt NW

C o e n d e r s



Anlage 1

Anlage 2

Anlage 3

Anlage 4

Anlage 5

Anlage 6

Anlage 7

Anlage 8

Anlage 9


 


Anlage 2

Bescheid

zur Errichtung und zum Betrieb einer Feuerungs- und Dampfkesselanlage
für die Wärmeversorgung einer fahrbaren Stickstoff-Verdampferanlage
für die Inertisierung von Grubenbränden

I

Auf den Antrag vom 5.10.1979 wird der Bergbau AG Lippe, Shamrockring 1, 4690 Herne 1,
gemäß den §§ 4, 6, 19 des Gesetzes zum Schutz vor schädlichen Umwelteinwirkungen durch
Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge (Bundes-
Immissionsschutzgesetz-BImSchG) - vom 15. März 1980 (BGBl. I S. 721) zuletzt geändert
durch Gesetz vom 28. März 1980 (BGBl. I S. 373) in Verbindung mit § 4 Nr. 1 der Vierten
Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verordnung über
genehmigungsbedürftige Anlagen - 4. BImSchV -) vom 14. Februar 1975 (BGBl. I S. 499) die

Genehmigung


zur Errichtung und zum Betrieb einer ortsbeweglichen Feuerungsanlage erteilt.

Die Genehmigung schließt die Erlaubnis zur Errichtung und zum Betrieb der Dampfkesselanlage
ein.

Zu der von der Genehmigung erfaßten Feuerungs- und Dampfkesselanlage gehören im wesentlichen
folgende Anlageteile und Nebeneinrichtungen:

  1. Dreizugkessel mit Heizölfeuerung
  2. Stickstoffverdampfungsanlage
  3. Heizölbevorratung
  4. Notstromaggregat mit Vergasermotor
  5. Abgasleitungen und Schornstein
  6. Tiefladekoffersattelauflieger als Transporteinrichtung

Die wichtigsten technischen Daten sind:

Die Feuerungs- und Dampfkesselanlage ist Teil einer fahrbaren Verdamperanlage. Sie dient dazu,
den in flüssiger Form angelieferten Stickstoff in den gasförmigen Zustand zu überführen.

Das Inertgas wird eingesetzt, um den Sauerstoffgehalt der Grubenwetter zu verringern und
dadurch Explosionsgefahren zu vermeiden, Grubenbrände zu bekämpfen und in Sonderfällen
unter klimatisch schwierigen Verhältnissen die Kühlwirkung des Stickstoffs bei Grubenwehr-
einsätzen auszunutzen.

II

Antragsunterlagen für die Genehmigung:

Diese Genehmigung wird nach Maßgabe der nachstehend aufgeführten und mit diesem
Bescheid verbundenen Antragsunterlagen erteilt, soweit nicht durch Nebenbestimmungen
abweichende Regelungen getroffen werden:

  1. Antrag vom 5.10.1979 auf Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb von Anlagen
    gemäß § 4 Bundes-Immissionsschutzgesetz
  2. Anlagen- und Betriebsbeschreibung
  3. Verfahrensschema für transportable N2-Verdampferanlagen, Zeichnungs-Nr. 11-05184
  4. Aufstellungsplan der N2-Verdampferanlage - Zeichnungs-Nr. 33-11378
  5. Formularmuster 3 - Gliederung der Anlage in Betriebseinheiten -
  6. Formularmuster 4 - technische Daten -
  7. Formularmuster 5 - Betriebsablauf und Emissionen -
  8. Formularmuster 6 - Quellenverzeichnis der gesamten Anlage -
  9. Formularmuster 7 - Abgasreinigung -
  10. Beschreibung zum Antrag - Vordruck II A -
  11. Kesselzeichnung (Abnahmezeichnung) - Zeichnungs-Nr. 4 K 68248 -
  12. Kesselzeichnung (Maßblatt) - Zeichnungs-Nr. 4 K 68244 -
  13. Zeichnung Verdampfer (Ausdehnungsgefäß) - 00-03-071 -
  14. Beschreibung der Ölfeuerungsanlage - Beiblatt C -
  15. Stromlaufplan - 1157100000/817 -
  16. Plan für Inertisierungsmaßnahmen mit Stickstoff - Stand Juli 1979 -

Außerdem haben der Entscheidung der Bericht der Bergbau-Forschung GmbH vom
4.12.1979 - G 3-Bo/Ni -, und die Stellungnahme des Rheinisch-Westfälischen Technischen
Überwachungs-Vereins e.V., Essen, vom 7.11.1979 - II.1.1-1201/78 GI/Sgr/Dan - zugrunde
gelegen.

III

Folgende Nebenbestimmungen sind einzuhalten

  1. Für die Beheizung des ND-Heißwassererzeugers darf nur Heizöl EL nach DIN 51603
    verwendet werden.
  2. Der Heizöllagerbehälter muß mit einer ausreichend bemessenen Ölauffangwanne
    ausgerüstet sein.
  3. Im Bereich des Heizölbehälters muß eine ausreichende Querbelüftung sichergestellt
    werden.
  4. Die Lüftungsleitung des Heizöllagerbehälters ist nach außen zu verlegen.
  5. Die Lüftungsleitung des Notstromaggregats und die Ansaugleitung dürfen nicht an der
    gleichen Fahrzeugseite austreten.
  6. Das Fahrzeug darf nur so abgestellt werden, daß auslaufendes Heizöl keine Gewässer-
    gefährdung herbeiführen kann.
  7. Die Kesselanlage und der Heizöllagerbehälter sind vor der Inbetriebnahme einer
    Abnahmeuntersuchung zu unterziehen.
  8. Die Ölrohrleitungen zwischen Lagerbehälter und Brenner sind vor Inbetriebnahme einer
    Druckprobe mit einem Überdruck von mindestens 5 bar zu unterziehen.
  9. Die Rauchgase der Feuerungsanlage sind über einen Schornstein mit einer Mindesthöhe
    über Flur von 6,66 m und einer oberen lichten Weite von 0,4 m abzuführen.
  10. Bei der Ausrüstung und Aufstellung des ND-Heißwassererzeugers ist die
    TRD 702 'Heißwassererzeuger mit einer zulässigen Vorlauftemperatur bis 110 Grad C
    (Niederdruck-Heißwassererzeuger)' einzuhalten.
  11. Die zur Anlage gehörende Wasserheizungsanlage muß der DIN 4751 Blatt 1 (Sicherheits-
    technische Ausrüstung von Warmwasserheizungen mit Vorlauftemperaturen bis 110 ° C)
    entsprechen.
  12. Die Warmwasserheizungsanlage darf nur als offene Warmwasserheizungsanlage betrieben
    werden.
  13. Gemäß Abs. 9.5.1 Ziffer (2) der TRD 702 ist die Anlage vor Inbetriebnahme einer ein-
    maligen Abnahmeprüfung durch einen Sachverständigen zu unterziehen. Außerdem sind
    regelmäßige äußere Untersuchungen nach Ablauf von längstens 2 Jahren vorzusehen.
  14. Die Bescheinigungen über die typenmäßige Zulassung der ND-Heißwassererzeuger sowie
    die Herstellerbescheinigung über die erste Wasserdruckprüfung sind bei der Abnahme-
    untersuchung vorzulegen.
  15. Der auf einem Tiefladekoffersattelauflieger montierte Wasserbadverdampfer mit indirekter
    Beheizung des Wasserbades durch Ölfeuerung muß insgesamt für den Straßenverkehr
    zugelassen sein.
  16. Die zu Inertisierungszwecken verwendeten Leitungen sind mindestens für PN 16 aus-
    zulegen.
  17. Alle Stickstoffvergasungseinrichtungen müssen über ein ausreichend dimensioniertes
    Sicherheitsventil mit einem Abblaseüberdruck von max. 16 bar ausgerüstet werden.
  18. Für eine Einspeisung in schwächer ausgeführte Leitungen sind geeignete Sicherheits-
    vorkehrungen vorzusehen.
  19. Über die Einstellung der Sicherheitsventile, die Beurteilung des vorhandenen Leitungs-
    systems und gegebenenfalls erforderliche Druckreduzierungen, ist ein Plan aufzustellen.
  20. Die Inertgasanlagen dürfen nur durch fachkundige Personen bedient werden. Für die
    Beaufsichtigung muß auch ortskundiges Aufsichtspersonal anwesend sein.
  21. Für jeden Einzelfall ist ein Übersichtsplan zu erstellen. Außerdem sind alle Maßnahmen
    zu treffen, die eine reibungslose Stickstoffanlieferung und ordnungsgemäße Aufstellung
    der benötigten Betriebssysteme sicherstellen.
  22. Der Bergwerksbesitzer hat dem zuständigen Bergamt über jede untertägige Inertisierungs-
    maßnahme das Formblatt nach Anlage 1 in zweifacher Ausfertigung vorzulegen.

IV

Hinweise

Bei Inertisierungsverfahren mit Stickstoff sind folgende Hinweise zu beachten:

1. Im Plan für Inertisierungsmaßnahmen mit Stickstoff - Stand Juli 1979 - sind alle zur Zeit
    üblichen Verfahren zur Anlieferung, Lagerung und Verdampfung von Stickstoff aufgeführt,
    die bei der Bekämpfung von Grubenbränden angewendet werden.

    Weitere Verfahren, die zukünftig entwickelt werden, dürfen erst angewendet werden,
     wenn sie in einem Plan aufgeführt sind, dem das Landesoberbergamt zugestimmt hat.

2. Für jeden Einsatzfall ist ein Übersichtsplan zu erstellen. Außerdem sind alle Maßnahmen zu
    treffen, die eine reibungslose Stickstoffanlieferung und ordnungsgemäße Aufstellung der
    benötigten Betriebssysteme sicherstellen.

3. Flüssiger Stickstoff darf mit Straßentankfahrzeugen angeliefert werden, die für die
    Beförderung von Flüssigstickstoff auf öffentlichen Verkehrswegen zugelassen sind.

4. Die Straßentankfahrzeuge haben der Straßenverkehrszulassungsordnung zu entsprechen.
    Das gesamte Fahrzeug und die zugehörigen Einrichtungen dürfen nur benutzt werden,
    solange die allgemein anerkannten Regeln der Technik eingehalten werden.

5. Speicherbehälter für flüssigen Stickstoff dürfen nur im entleerten Zustand transportiert
    werden. Die Druckhalteeinrichtung der Speicherbehälter für flüssigen Stickstoff mit
    eigenem Druckzusatzverdampfer ist hinsichtlich der Überwachung und des Transports
    einem Speicherbehälter gleichzusetzen.

6. Die für den Betrieb an wechselnden Aufstellungsorten bestimmten Speicherbehälter für
    flüssigen Stickstoff sind als Druckbehälter vor Inbetriebnahme einer Abnahmeuntersuchung
    durch vom Landesoberbergamt Nordrhein-Westfalen anerkannte Sachverständige zu
    unterziehen. Am jeweiligen Aufstellungsort müssen das Prüfbuch bzw. eine Ausfertigung
    der Untersuchungsbescheinigungen bereitgehalten werden.

7. Auf Straßenfahrzeugen montierte Wasserbadverdampfer mit indirekter oder direkter
    Beheizung des Wasserbades müssen insgesamt für den Straßenverkehr zugelassen sein.

8. Die Propangasfeuerung der direkt beheizten Wasserbadverdampfer muß mit folgenden
    Sicherheitseinrichtungen ausgerüstet werden:

8.1. Zündflammenüberwachung, Hauptflammenüberwachung, Gasmangelsicherung,
       Luftmangelsicherung, Sicherheitstemperaturbegrenzung und je zwei Schnellschlußventile
       mit zwischenliegender Entlüftung in den Gasleitungen.

8.2. Die Abgaskamin ist so zu bemessen, daß sich kein Überdruck im Wasserbadverdampfer
       aufbauen kann.

8.3. Bei stationären Einrichtungen ist der Propangaslagerbehälter in ausreichender Entfernung
       vom Verdampfer aufzustellen. Bei den mobilen Kompaktanlagen darf die Schutzzone durch
       gasdichte Trennwände eingeengt werden, sofern der Sachverständige die Aufstellungspläne
       geprüft und mit einem Prüfvermerk gekennzeichnet hat.

8.4. Jeder zum Einsatz kommende Wasserbadverdampfer ist vor Inbetriebnahme zu untersuchen.

9. Luftverdampfer sind Rippenrohrsysteme, die keine Druckbehälter sind.

10. Eine Überhitzung der elektrisch beheizten Wasserbad-Nachwärmer ist durch Sicherheits-
      temperaturbegrenzer zu verhindern. Die Verbindungen mit der Atmosphäre sind so zu bemessen,
      daß sich ein innerer Überdruck nicht aufbauen kann.

11. Zur Verhinderung der Überhitzung der elektrisch beheizten Trockennachwärmer sind
      Sicherheitstemperaturbegrenzer erforderlich. Ein möglicher Druckaufbau ist durch Bohrungen
      in der Bodenplatte zu verhindern.

12. Leitungen, die zu Inertisierungszwecken verwendet werden sollen, sind mindestens für PN 16
      auszulegen.

13. Jede Stickstoffvergasungseinrichtung muß mit einem ausreichend dimensionierten Sicherheits-
      ventil ausgerüstet werden.

14. Für eine Einspeisung in schwächer ausgeführte Leitungen sind geeignete Sicherheitsvor-
      kehrungen vorzusehen.

15. Über die Einstellung der Sicherheitsventile, die Beurteilung des vorhandenen Leitungssystems
      und gegebenenfalls erforderlichen Druckreduzierungen, ist ein Plan aufzustellen.

16. Die Inertgasanlagen dürfen nur durch fachkundige Personen bedient werden. Für die
      Beaufsichtigung muß auch ortskundiges Aufsichtspersonal anwesend sein.

17. An Untersuchungen durch vom Landesoberbergamt NW anerkannte Sachverständige sind
      erforderlich:

17.1 Eine einmalige Abnahmeuntersuchung der Wasserbadverdampfer mit indirekter Beheizung
        des Wasserbades durch Ölfeuerung.

17.2. Eine einmalige Untersuchung der Wasserbadverdampfer mit direkter Beheizung des
        Wasserbades durch Propanfeuerung.

17.3. Erneute Abnahmeuntersuchung dieser Anlagen nach wesentlichen Änderungen.

17.4. Eine einmalige Abnahmeuntersuchung an folgenden Druckbehältern:

  1. stationären Speicherbehältern,
  2. mobilen Speicherbehältern,
  3. Propanlagerbehältern.

17.5. Regelmäßige Untersuchungen an den Propanbehältern.

17.6. Wiederkehrende Untersuchungen an den Speicherbehältern fallen nur bei Wiederholungs-
         arbeiten an.


V

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Bescheid kann innerhalb eines Monats nach Zustellung Widerspruch erhoben
werden. Der Widerspruch ist schriftlich oder zur Niederschrift beim Landesoberbergamt
Nordrhein-Westfalen, Goebenstraße 25, 4600 Dortmund, einzulegen.

Falls die Frist durch das Verschulden eines von Ihnen Bevollmächtigten versäumt werden sollte,
so würde dessen Verschulden Ihnen zugerechnet werden.

Dortmund, den 9. Juli 1980

Landesoberbergamt NW
Im Auftrag:

S o b b e



Anlage 1 zum Bescheid


Inertisierungsmaßnahmen mit Stickstoff im Bergbau unter Tage

Schachtanlage: ........................................................................................................................

Ereignis am:..............................................................................................................................


Zweck des Einsatzes:                  Vermeidung von Explosionsgefahr,

                                                            Rauminertisierung,

                                                           Objektinertisierung,

                                                Bekämpfung von Grubenbränden,

                                                          Rauminertisierung,

                                                          Objektinertisierung,

                                                Vorbeugende Inertisierung,

                                                Brandfeldöffnung,

Beginn der Inertisierung am:.....................................................................................

Dauer (Tage):...........................................................................................................

Verwendete Energie:.................................................................................................

Förderlänge (m):.......................................................................................................

Leitungsdurchmesser (mm):......................................................................................

Druck (bar):...............................................................................................................

Temperatur des Inertgases (K):.................................................................................

maximale Leistung (m3 N2/min):...............................................................................

durchschn. Leistung (m3 N2/min):.............................................................................

Gesamtverbrauch (m3 N2):.......................................................................................

Technische Besonderheiten:......................................................................................

Ergebnis:...................................................................................................................



13.10.1980

18.42.1-1-22

Staubprobennahme
Grundsätze

A 2.7


An die Bergämter des Landes NW

Betr.: Grundsätze über die Entnahme und Untersuchung von Staubproben unter Tage


Die als Anlage beigefügten "Grundsätze für die Entnahme und Untersuchung von Staubproben
unter Tage" erhalten Sie zur Kenntnis.

Sie werden gebeten, durch Sonderbetriebspläne festzulegen, daß die in § 226 Abs. 4 BVOSt
vorgeschriebene Entnahme der Proben von Staubablagerungen zur Untersuchung auf ihren Gehalt
an brennbaren Bestandteilen nach diesen Grundsätzen erfolgt.

Die Rundverfügungen des Oberbergamts in Dortmund vom 31.12.1965 - 23/8-112.32/9553/65 -
und 20.11.1967 - 112.42/6773/67 - sowie die Rundverfügung des Landesoberbergamts vom
24.1.1972 - 18.42.3 II 3 - (SBl. A 2.7) werden aufgehoben.

Amtliche Staubproben sind nach denselben Grundsätzen zu entnehmen.

Die Proben sind in die bei den Bergämtern vorhandenen bzw. beim Landesoberbergamt
anzufordernden Papierbeutel zu füllen und dem Staatlichen Materialprüfungsamt Nordrhein-
Westfalen in Dortmund zuzusenden, das die Untersuchungen dieser Proben im Wege
der Amtshilfe durchführt. Die Ergebnisse der Untersuchung des Gehalts dieser Proben an
brennbaren Bestandteilen sind zusammen mit den nachfolgend aufgeführten Angaben in eine
"Liste der amtlichen Staubproben" beim Bergamt einzutragen:

Bei der Behandlung der Betriebspläne bitte ich hinsichtlich der Entnahme von Sohlenproben
einen Verzicht auf diese Proben nur dann zuzulassen, wenn in dem jeweiligen Kontrollabschnitt
infolge natürlicher Feuchtigkeit oder durch Anwendung von Staubbindemitteln auf der Strecken-
sohle flugfähiger Staub nicht vorhanden ist. Bei nur teilweiser Behandlung der Streckensohle mit
Staubbindemitteln, z.B. nur im Fahrwegbereich oder nur in den Bereichen außerhalb des
Fahrweges, müssen Sohlenproben aus den nicht mit Staubbindemitteln behandelten Sohlenbe-
reichen entnommen werden.

Außerdem ist sicherzustellen, daß bei erforderlich werdendem Nachstauben auf Grund des
Aschegehaltes der untersuchten Proben jeweils mindestens der gesamte Kontrollabschnitt
nachbehandelt wird.

Dortmund, den 13.10.1980

Landesoberbergamt NW

C o e n d e r s

Ergebnisse von Untersuchungen auf Schachtanlagen der Bergbau AG Lippe lassen es als
zweckmäßig erscheinen, die Entfernung der Probenahmestellen innerhalb eines Kontrollab-
schnitts auf ca. 30 bis 70 m hinter der Staubquelle festzulegen (Ziffer 2.2.3) und in Kontroll-
abschnitten über 400 m Länge ohne neue Staubquelle eine stichprobenartige Überwachung
der Staubablagerungen in dem über 400 m hinausgehenden Bereich vorzusehen (Ziffer 2.2.4).

In der beigefügten Anlage sind diese Änderungen der Ziffern 2.2.3 und 2.2.4 berücksichtigt.

Dortmund, den 11.05.1981

Landesoberbergamt NW

C o e n d e r s

(Diese Grundsätze sind auch in Heftform unter der Verlagsnummer 384 - Ausgabe Mai 1981
beim Bellmann-Verlag,  4600 Dortmund 1, Postfach 13, erschienen.)



Anlage


Grundsätze
für die Entnahme und Untersuchung von Staubproben
unter Tage

1. Grundlage

Bergverordnung des Landesoberbergamts Nordrhein-Westfalen für die Steinkohlenbergwerke
(BVOSt) vom 20.2.1970

1.1. Nach § 226 Abs. 4 BVOSt hat der Staubsteiger in Grubenbauen, in denen abgelagerter Staub
flugfähig ist, wenigstens monatlich Proben von Staubablagerungen zu entnehmen. Die Proben sind
auf ihren Gehalt an brennbaren Bestandteilen untersuchen zu lassen.

1.2. Nach § 219 Abs. 2 BVOSt sind bei der Anwendung des Gesteinstaubverfahrens söhlige oder
geneigte Strecken sowie Blindschächte so stark und so oft mit Gesteinstaub einzustauben, daß der
abgelagerte Staub nicht mehr als 20 % brennbare Bestandteile enthält.

1.3. Nach § 226 Abs. 5 BVOSt sind Nachweisungen zu führen

  1. über die eingestaubten Strecken, Ersteinstaubung und Nachstaubung,
  2. über die monatlichen Kontrollen,
  3. über die Untersuchungsergebnisse der Staubproben.

2. Probenahme

2.1. Allgemeine Hinweise

Die Proben müssen für den in einem vom Staubsteiger festzulegenden Streckenabschnitt
(Kontrollabschnitt) anfallenden flug- und explosionsfähigen Staub repräsentativ sein.

2.2. Probenahmestellen

2.2.1. Probenahmestellen sind in allen Grubenbauen mit folgender Ausnahme vorzusehen:

2.2.1.1. Tagesschächte, Abbaubetriebe (Strebe), Aufhauen und Abhauen.

2.2.1.2. Bereiche von Ladestellen und Übergabestellen von Fördermitteln in Abbaustrecken,
die in allen übrigen Bereichen mit Staubbindemitteln behandelt worden sind.

2.2.1.3. Bereiche, in denen der abgelagerte Kohlenstaub infolge Anwendung des Staubbinde-
verfahrens oder durch natürliche Feuchte nicht flugfähig ist.

2.2.1.4. Bereiche ohne abgelagerten Kohlenstaub, z.B. in Einziehstrecken mit nicht vorbelastetem
Wetterstrom und ohne Kohlenförderung.

2.2.2. Die Bereiche nach den Ziffern 2.2.1.3 und 2.2.1.4 müssen regelmäßig daraufhin überwacht
werden, ob die Voraussetzungen erhalten geblieben sind, hier keine Staubproben entnehmen zu
müssen.

2.2.3. Die Proben für einen Kontrollabschnitt sind in der Regel in einem Bereich von ca. 30 bis
70 m hinter der Staubquelle zu nehmen.

2.2.4. Ist der Kontrollabschnitt länger als 400 m - ohne eine weitere Belastung des Wetterstroms
durch eine zusätzliche Staubquelle -, so ist der darüber hinausgehende Bereich durch die monatliche
Entnahme von Stichproben mit wechselnder Probenahmestelle zu überwachen. Ergibt die Probe am
Anfang des Kontrollabschnitts oder eine der Stichproben Werte an brennbaren Bestandteilen, die ein
Nachstauben erforderlich machen, so ist unmittelbar nach dem Einstauben mindestens eine weitere
Probe etwa 100 bis 150 m hinter dem nachgestaubten Bereich zu nehmen.

2.2.5. Jede Probenahme erfolgt in einem Streckenabschnitt von mindestens 2 m Länge (Probe-
nahmestelle).

2.3. Durchführung der Probenahme

2.3.1. An jeder Probenahmestelle ist je eine Sammelprobe aus dem Verkehrsbereich und von der
Sohle zu entnehmen. Jede der beiden Sammelproben soll mindestens 10 cm3 Staub enthalten.

2.3.2. Die Sammelprobe aus dem Verkehrsbereich soll durch Entnahme des Staubes von
Ablagerungsflächen (Stöße, Ausbau, Einbauten) in Knie-, Brust- und Reichhöhe gebildet werden.
Hierbei soll mit Hilfe eines weichen Flachpinsels die flugfähig abgelagerte Staubschicht abgetragen
und aufgefangen werden.

2.3.3. Die Sammelprobe von der Streckensohle ist durch Entnahme von Staub an mindestens
zwei Stellen zu bilden. Diese Sammelprobe, die zweckmäßigerweise aus einer größeren Menge
an Probenmaterial bestehen sollte, kann unter Tage durch Absieben bei ca. 5 mm Maschenweite
verkleinert werden.

2.3.4. Jede Sammelprobe nach den Ziffern 2.3.2 und 2.3.3 ist so zu mischen, daß ein einheitliches
Gemenge entsteht. Hierbei sind Feinstaubverluste durch zu starken Wetterzug zu vermeiden.
Fremdkörper, Verkrustungen und größere, greifbare Stein- oder Kohlenstückchen sind zu entfernen.

2.3.5. Die Sammelproben sind in geeigneten Behältern oder Beuteln zu transportieren und eindeutig
zu kennzeichnen.

3. Untersuchung der Proben

3.1. Trocknen der Proben

Etwa 10 g der Sammelprobe werden auf ein mg in einem Wägeglas gewogen und bei 106 ° C
(± 2 ° C) bis zur Gewichtskonstanz getrocknet und im Exsikkator auf Raumtemperatur abgekühlt.

3.2. Absieben der Probe

Die getrocknete Probe wird auf ein Sieb mit dem Prüfsiebgewebe 0,5 DIN 4188 gebracht. Der
Siebdurchgang dient zur Ermittlung der brennbaren Bestandteile.

3.3. Veraschung der Probe

1 g des getrockneten und abgesiebten Staubes wird auf 1 mg in ein Veraschungsschälchen
eingewogen und bei 500 ° C (± 10 ° C) bis zur Gewichtskonstanz erhitzt. Das im Exsikkator
über Phosphorpentoxid (z.B. Siccapent oder Granusic) erkaltete Veraschungsschälchen wird auf
1 mg zurückgewogen.

3.3.1. Auswertung

Für jede einzelne Probe ist als Ergebnis der Gehalt an brennbaren Bestandteilen in Gew.-%
auszuweisen.

a = (b-c)/b · 100

a: Gehalt des trockenen Staubes an brennbaren Bestandteilen in Gew.-%
b: Gewicht der getrockneten Probe in g
c: Gewicht des Rückstandes in g
100: Faktor zum Umrechnen in Gew.-% (g/100 g).



28.11.1980

18.43-1-18


Brandschutz in Strecken mit Gurtförderern


A 2.7


An die Bergämter des Landes NW

Betr.:

Hinweise für den Brandschutz in Strecken mit Gurtförderern des
Steinkohlenbergbaus unter Tage

 

 

Bezug:

Fluchtweg-Richtlinien vom 13.10.1980 - 12.63.3-2-38 - (SBl. A 2.4);
Gurtförderer-Richtlinien vom 29.10.1980 - 16.16-1-30 - (SBl. A 2.8)

Für die Ermittlung der zulässigen Fluchtzeiten nach Maßgabe der Fluchtweg-Richtlinien wird
unter anderem der Brandbelastung in den Grubenbauen, den Maßnahmen des vorbeugenden
Brandschutzes und den Einrichtungen zur Brandbekämpfung besondere Bedeutung beigemessen.
Soweit brandschutztechnische Gesichtspunkte bei der Errichtung und für den Betrieb von
Gurtförderanlagen zu berücksichtigen sind, finden sich wichtige Regelungen in den oben
angeführten "Gurtförderer-Richtlinien" (insbesondere Abschnitte 2.9 und 4).

Bei Beurteilung allgemeiner Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes und der Einrichtungen
zur Brandbekämpfung in Strecken mit Gurtförderern sollen zusätzlich die in der Anlage beigefügten
"Hinweise für den Brandschutz in Strecken mit Gurtförderern" zugrunde gelegt werden. Diese
Hinweise stellen Mindestanforderungen dar, deren Einhaltung für den sicheren Betrieb von
Gurtförderanlagen im Steinkohlenbergbau unter Tage unerläßlich ist.

In besonderen Fällen (z.B. Unterwerksbaue oder sonderbewetterte Grubenbaue großer Länge)
sind nach pflichtgemäßem Ermessen weitergehende Anforderungen zu stellen.

Dortmund, den 28.11.1980

Landesoberbergamt NW

C o e n d e r s

(Diese Rundverfügung mit Anlage ist ebenfalls abgedruckt in der Heftform der Gurtförderer-
Richtlinien, Verlagsnummer 519,  Bellmann-Verlag, 4600 Dortmund 1, Postfach 13)



Anlage

Hinweise für den Brandschutz in Strecken mit Gurtförderern

1. Brandbelastung

1.1. In Gurtförderstrecken muß die Brandbelastung möglichst klein gehalten werden.

1.2. In Gurtförderstrecken muß der Ausbau nichtbrennbar sein (Unterstützungsausbau,
Verzug, Verbolzungen). Kann in Gurtförderstrecken als Ausbau vorhandenes Holz nicht
beseitigt werden, so muß es durch nichtbrennbare Baustoffe so abgesichert werden, daß
eine Brandausbreitung am Ausbau ausgeschlossen werden kann. Hinterfüllungen des
Ausbaus sollen nichtbrennbar sein. Werden Holzteile (in Form von Kästen oder Pfeilern
zum Ausfüllen von Hohlräumen) als Hinterfüllung eingesetzt, so muß dieses Holz vor
seinem Einbau feuerhemmend behandelt worden sein (siehe zum Beispiel Zulassungen des
Landesoberbergamts Nordrhein-Westfalen vom 16.8.1977 - 18.43.1-3-14 - und vom
29.7.1977 - 18.43.1-1-41: Chemische Mittel zur Feuerschutzimprägnierung von Grubenholz,
beide Zulassungen nicht im Sammelblatt veröffentlicht); hölzerne Hinterfüllungen müssen in
geneigten Gurtförderstrecken (>10 gon) durch nichtbrennbare Baustoffe so abgesichert
werden, daß eine Brandausbreitung an ihnen ausgeschlossen werden kann.

Die Wirksamkeit der Mittel zur Feuerschutzimprägnierung und zur brandschutztechnischen
Absicherung von Holz muß nachgewiesen sein (Prüfbericht der Versuchsgrubengesellschaft).

1.3. In Gurtförderstrecken ist die Lagerung aller Materialien und Betriebsstoffe, die einen Brand
begünstigen können, zu vermeiden. Hierzu gehört insbesondere der Verzicht auf Lagerung von
brennbaren Flüssigkeiten (Dieselöl), brennbaren Betriebsstoffen (Schmieröle und Schmierfette,
Hydrauliköle zur Herstellung von HSA-Flüssigkeiten), Kunststoff-Klebepatronen für Klebeanker
und flüssigen Kunststoffen zur Gebirgsverfestigung, sowie von festen Kunststoffen (z.B. Kabel
und Leitungen, Rohrleitungen, Schläuche, Lutten und Folien aus Kunststoffen, Kunststoff-Behälter
oder Kunststoff-Kanister, Fördergurte).

Das 'Bereithalten eines Tagesbedarfs' in der Nähe von Verwendungsstellen sowie die 'Aufbewahrung'
gelten nicht als Lagerung.

1.4. Rohrleitungen, Schläuche und Lutten aus Kunststoffen sowie elektrische Kabel und Leitungen
sollen über die notwendige Dauer ihrer betriebsmäßigen Verwendung hinaus in Gurtförderstrecken
nicht verlegt sein. Insbesondere sind nicht mehr benötigte Kunststoff-Luttenleitungen unverzüglich
aus Gurtförderstrecken zu entfernen.

1.5. Gassammelleitungen sollen möglichst nicht in Gurtförderstrecken verlegt sein. Bei der Planung
von Gurtförderanlagen in Hauptstrecken und Förderbergen ist dieser Gesichtspunkt besonders zu
berücksichtigen.

1.6. An Abwurf- und Übergabestellen von Gurtförderern, die außerhalb von Abbaustrecken betrieben
werden, sowie an Durchführungen von Gurtförderanlagen durch Wetterbauwerke müssen
Maßnahmen oder Einrichtungen vorgesehen sein, die das Entstehen oder Abwehren von staub-
förmigem Fördergut an diesen Stellen verhindern. Erforderlichenfalls sind Entstaubungsanlagen zu
betreiben.

1.7. Ansammlungen von Fördergut und von Kohlenklein auf den Gurttraggerüsten, sonstigen
Streckeneinbauten und auf den Streckensohlen müssen regelmäßig beseitigt werden.

1.8. Gurtförderer sollten nach Möglichkeit in Grubenbauen betrieben werden, deren Abwetter
möglichst wenig belegten Grubenbauen zugeführt werden.

2. Grubenbaue, Abbaueinwirkungen

2.1. Gurtförderstrecken sollen möglichst geradlinig aufgefahren werden. Knicke sind nach Möglichkeit
zu vermeiden, und die Anzahl der Übergabestellen auf das Mindestmaß zu beschränken. Die Neigung
der Strecken soll 20 gon nicht überschreiten.

2.2. Der Streckenquerschnitt ist unter Berücksichtigung aller Betriebsmittel (auch der Explosionssperren)
so groß zu planen, daß die Gurtförderanlage ordnungsgemäß errichtet, betrieben und gewartet
werden kann. Die zu erwartende Querschnittsminderung ist hinreichend zu berücksichtigen.

2.3. Gurtförderstrecken (außer Abbaustrecken) sollen möglichst nicht unter Abbaueinwirkungen geraten.

3. Wetterführung, Wetterüberwachung

3.1. In Gurtförderstrecken soll die Relativgeschwindigkeit zwischen Förder- und Wetterstrom
möglichst gering sein. Dies läßt sich insbesondere bei gleichsinniger Wetter- und Förderrichtung
(Gleichstrombewetterung) erreichen. Bei großen Geschwindigkeitsdifferenzen zwischen Förder-
und Wetterstrom (z.B. an Wetterbauwerken) können Abkleidungen des Obergurts zweckmäßig
sein, sofern nicht feuchtes Haufwerk gefördert wird. Antriebs- und Übergabebereiche sollen so
gestaltet sein, daß es hier nicht zu Erhöhungen der Wettergeschwindigkeit kommt.

3.2. In Gurtförderstrecken sollen hohe Wettergeschwindigkeiten vermieden werden.

3.3. Gurtförderer sollen möglichst in Grubenbauen errichtet werden, in denen der Methangehalt
der Wetter klein gehalten werden kann.

3.4. Wetterströme in Gurtförderstrecken müssen kontinuierlich auf ihren Gehalt an CO
überwacht werden. Die Überwachung muß durch ortsfeste schreibende CO-Meßeinrichtungen
erfolgen. Die Meßstellen müssen so eingerichtet werden, daß eine eindeutige Zuordnung zu
den jeweils überwachten Gurtförderstrecken gegeben ist; die Dichte der Meßstellen ist so
zu wählen, daß die zeitliche Verzögerung vom Ausbruch eines Brandes bis zur Anzeige durch
eine Meßeinrichtung möglichst nicht mehr als 15 Minuten beträgt.

Bei Erreichen des festgesetzten Warnwertes (in der Regel 10 l/min CO) müssen durch die
CO-Meßeinrichtungen akustische und optische Warnsignale an einer ständig besetzten Stelle
ausgelöst werden (siehe Rundverfügungen vom 19.2.1975 und 12.3.1975 - 18.34.1-2-12 -:
Merkblatt für den Einsatz von CO-Meßeinrichtungen, beide nicht im Sammelblatt veröffentlicht).
Der überwachte Wetterstrom soll möglichst nicht größer als 50 m3/s sein; die Über-
wachungsergebnisse sollen durch programmgesteuerte Rechner ausgewertet werden
(siehe Rundverfügung vom 21.6.1979 - 18.43.1-4-14 -: Merkblatt 'Einsatz von Prozeßrechnern
zur Früherkennung von Grubenbränden', nicht im Sammelblatt veröffentlicht).

4. Einrichtungen zur Brandbekämpfung

4.1 In Gurtförderstrecken müssen Wasserleitungen vorhanden sein, die so bemessen sind,
daß am Ende der Leitung im laufenden Betrieb eine Mindestausflußmenge von 400 l/min bei
einem Fließdruck von pü 1,5 bar gewährleistet ist.

4.2. Die Löschwasserversorgung der Gurtförderstrecken muß auch an Tagen der Werksruhe
ständig gewährleistet sein.

4.3. An Wasserleitungen in Gurtförderstrecken müssen Wasserentnahmestellen wie folgt
angeordnet sein:

4.4. Wasserentnahmestellen der Wasserleitungen (Feuerlöschhydranten und Feuerlöschventile)
müssen ohne Hilfsmittel erreichbar sein. Sind die Wasserleitungen nicht im Verkehrsbereich
des Fahrweges verlegt, so müssen die Entnahmestellen durch Abzweigrohre oder -schläuche
in den Fahrweg gezogen werden.

Feuerlöschhydranten müssen, Feuerlöschventile sollen durch Schilder gekennzeichnet sein.

4.5. Im Bereich eines jeden Feuerlöschhydranten müssen Feuerlöschschläuche mit Sprüh-
strahlrohren und Anschlußarmaturen zum Anschluß an Feuerlöschhydranten und an Feuerlösch-
ventile vorhanden sein. Die bereitgehaltene Schlauchlänge soll jeweils mindestens 15 m betragen.
Werden bei hohen Fließdrücken D-Feuerlöschschläuche anstelle von C-Schläuchen eingesetzt,
so müssen auch entsprechende Übergangsarmaturen bereitgehalten werden.

Die Feuerlöschschläuche, Sprühstrahlrohre und Anschlußarmaturen sollen zweckmäßigerweise
in auffällig gekennzeichneten Schlauchkästen oder anderen geeigneten Behältnissen zugänglich
bereitgehalten werden.

4.6. Außer den Schlauchkästen im Bereich der Antriebe, der ortsfesten Umkehren und Übergaben
der Gurtförderer sollen weitere Schlauchkästen wie folgt angeordnet werden:

4.7. Zusätzliche Schlauchkästen nach Abschnitt 4.6 brauchen in Gurtförderstrecken dann nicht
vorhanden zu sein, wenn an allen Feuerlöschventilen mindestens 15 m lange Schläuche mit
Sprühstrahlrohren fest angeschlossen sind.

4.8. An den Antrieben und ortsfesten Umkehren der Gurtförderer müssen 'selbsttätige Feuer-
löscheinrichtungen für Gurtförderer' (BuT) eingebaut und jederzeit betriebsbereit sein. An den
Umkehren reicht in der Regel die Bauart mit einem Löschrohr zur Kühlung der Trommel.

4.9. Für den Brandschutz an elektrischen Anlagen in Gurtförderstrecken sind auf der Seite der
einziehenden Wetter vor den elektrischen Anlagen tragbare Bergbau-Feuerlöschgeräte mit dem
Löschmittel Pulver (PK 10-U) bereitzuhalten. Es sollen jeweils mindestens zwei BuT-Trocken-
löscher bereitgehalten werden.

5. Brandbekämpfung in Gurtförderstrecken

5.1 Alle Gurtförderstrecken sollen, geneigte Gurtförderstrecken >10 gon Neigung müssen
mit Kommunikationsmöglichkeiten zu einer ständig besetzten Stelle ausgerüstet sein. Durch
die Kommunikationssysteme (z.B. Lautsprecher-Wechselsprechanlagen) soll eine schnelle
Alarmgebung an die ständig besetzte Stelle und eine Warnung von gefährdeten Personen unter
Tage möglich sein.

Zusätzliche Nachrichtenverbindungen in Form von Fernsprechstellen müssen im Bereich der
Gurtförderantriebe und der Übergabestellen vorhanden sein.

5.2. Spätestens bei Erreichen des Warnwertes einer Einrichtung zur Brandfrüherkennung ist
der Ursache nachzugehen.

5.3. Aufsichtspersonen, Brandwärter, sonstige Personen für Wartungs- und Reinigungsarbeiten
in Gurtförderstrecken sowie die Löschmannschaften gemäß § 93 Abs. 1 BVOSt müssen über
die Grundsätze beim Löschen von Bränden in Gurtförderstrecken unterwiesen sein.

Bei den Unterweisungen sind auch folgende Grundsätze zu beachten:


 

  


15.04.1985

18.42.5-2-24


Wassertrog-Prüfbestimmungen


A 2.7


An die Bergämter des Landes NW

Betr.: Wassertrog-Prüfbestimmungen

Die "Wassertrog-Prüfbestimmungen" werden anliegend zur Kenntnis übersandt.

Die Prüfbestimmungen enthalten die erforderlichen Eigenschaften von Wassertrögen für
Wassertrogsperren im Steinkohlenbergbau unter Tage sowie Verfahren zu deren Prüfung
und Beurteilung. Sie sind von den Fachstellen, die das Landesoberbergamt mit der Durch-
führung von Prüfungen beauftragt hat, zugrunde zu legen.

Dortmund, den 15.04.1985

Landesoberbergamt NW

S c h e l t e r

(Die Wassertrog-Prüfbestimmungen sind auch in Heftform unter der Verlagsnummer 64
beim Bellmann-Verlag, 4600 Dortmund 1, Postfach 13, erschienen.)



Bestimmungen
des Landesoberbergamts Nordrhein-Westfalen
zur Prüfung von Wassertrögen für Wassertrogsperren im Steinkohlenbergbau
(Wassertrog-Prüfbestimmungen)
vom 15.4.1985

Inhaltsübersicht

1. Geltungsbereich

2. Anforderungen

2.1. Bautechnische Eigenschaften
2.2. Wärmetechnische Eigenschaften
2 3. Explosionstechnische Eigenschaften
2.4. Brandtechnische Eigenschaften
2.5. Elektrische Eigenschaften
2.6. Hygienische Eigenschaften

3. Prüfungen und Beurteilungen

3.1. Prüfung der bautechnischen Eigenschaften
3.1.1. Form, Fassungsvermögen, Abmessungen
3.1.2. Entstapelbarkeit
3.1.3. Wasserstandsanzeige
3.1.4. Formbeständigkeit
3.2. Prüfung der wärmetechnischen Eigenschaften
3.2.1. Prüfverfahren
3.2.2. Prüfanordnung
3.2.3. Durchführung der Prüfung
3.2.4. Beurteilung
3.3. Prüfung der explosionstechnischen Eigenschaften
3.3.1. Prüfung der Wasserverteilung
3.3.1.1 . Prüfverfahren
3.3.1.2. Prüfanordnung
3.3.1.3. Durchführung der Prüfung
3.3.1.4. Beurteilung der Wasserverteilung
3.3.2. Prüfung der Löschwirksamkeit
3.4. Prüfung der brandtechnischen Eigenschaften
3.4.1. Prüfverfahren
3.4.2. Prüfanordnung
3.4.3. Durchführung der Prüfung
3.4.4. Beurteilung
3.5. Prüfung der elektrischen Eigenschaften
3.5.1. Prüfverfahren
3.5.2. Beurteilung
3.6. Prüfung der hygienischen Eigenschaften
3.6.1. Vorproben
3 6.1.1. Beurteilung anhand der Rezeptur
3.6.1.2. Erhitzen in der Flamme eines Bunsenbrenners
3.6.1.3. Erhitzen im Glühröhrchen
3.6.2. Weitere Prüfungen
3.6.2.1. Prüfung im geschlossenen Raum
3.6.2.1.1.Prüfverfahren
3.6.2.1.2.Beurteilung

4. Anzahl der Prüfversuche

5. Prüfberichte

6. Verzicht auf Prüfungen und Vornahme weiterer Prüfungen

7. Teilnahme an Prüfungen


Anlagen

Anlage 1 Prüfstellen und erforderliche Mengen
Anlage 2 Prüfung der explosionstechnischen Eigenschaften
Anlage 3 Prüfung der Wasserverteilung
Anlage 4 Prüfung der brandtechnischen Eigenschaften


1. Geltungsbereich

In den 'Bestimmungen zur Prüfung von Wassertrögen für Wassertrogsperren' sind die
Anforderungen und Prüfverfahren zusammengestellt, denen Wassertröge, gegebenenfalls
mit Abdeckungen, genügen müssen, wenn sie vom Landesoberbergamt im Sinne des
§§ 220 Abs. 1 BVOSt vom 20.2.1970 zugelassen werden sollen, damit sie für die Errichtung
von Wassertrogsperren im Steinkohlenbergbau unter Tage verwendet werden können.

Die 'Bestimmungen zur Prüfung von Wassertrögen für Wassertrogsperren' sind von den
Fachstellen, die das Landesoberbergamt mit der Durchführung von Prüfungen beauftragt
hat, zugrunde zu legen. Sie sollen den Hersteller und den Verwender über die behördlichen
Anforderungen an Wassertröge unterrichten.

2. Anforderungen

2.1. Bautechnische Eigenschaften

2.1.1. Die Form, das Fassungsvermögen und die Abmessungen der Wassertröge sollen den
Festlegungen in DIN 21576 entsprechen.

2.1.2. Tröge gleicher Bauart müssen leicht entstapelbar sein.

2.1.3. Die Tröge müssen so beschaffen oder eingerichtet sein, daß jederzeit von außen erkennbar
ist, ob der Wasserinhalt von dem Mindestinhalt abweicht.

Mindestinhalt:

  1. Trog 1 A DIN 21576 und 1 B DIN 21576, (Fassungsvermögen 40 l):
    35 l bei Verwendung einer Trogabdeckung (Deckel),
    30 l ohne Verwendung einer Trogabdeckung (Deckel);
  2. Trog 2 A DIN 21576 und 2 B 21576, (Fassungsvermögen 90 l):
    80 l bei Verwendung einer Trogabdeckung (Deckel),
    70 l ohne Verwendung einer Trogabdeckung (Deckel).

2.1.4. Tröge, gegebenenfalls mit Abdeckung, müssen eine ausreichende Festigkeit und Form-
beständigkeit haben.

2.2. Wärmetechnische Eigenschaft

Die Tröge, gegebenenfalls mit Abdeckung, müssen bei Wärmeeinwirkung möglichst lange
funktionsfähig bleiben.

2.3. Explosionstechnische Eigenschaften

2.3.1. Die Tröge, gegebenenfalls mit Abdeckung, müssen so beschaffen sein, daß das in
ihnen enthaltene Wasser unter der Einwirkung des dynamischen Drucks (Winddruck) der
Explosion freigegeben und ausreichend verteilt wird.

2.3.2. Explosionssperren aus Wassertrögen, gegebenenfalls mit Abdeckung, sollen Kohlen-
staubexplosionen und Methanexplosionen wirksam ablöschen - in Abschnitt 3.3.2 Einschränkung -.

2.4. Brandtechnische Eigenschaften

Das Material von Trögen und Abdeckungen muß zumindest schwer brennbar sein. Bei
definierter Beflammung darf es nicht selbständig weiterbrennen.

2.5. Elektrische Eigenschaften

Auf den Trögen und Abdeckungen darf sich nicht eine elektrische Ladung ansammeln können,
die zur Entzündung von Gemischen aus Luft mit Grubengas (Methan/Luft-Gemische) oder
zur Auslösung elektrischer Sprengzünder ausreicht.

2.6. Hygienische Eigenschaften

Unter Betriebsbedingungen darf der Werkstoff der Tröge und Abdeckungen die Gesundheit
nicht gefährden. Bei Wärme- oder Brandeinwirkung auf den Werkstoff dürfen Zersetzungs-
stoffe nicht in solcher Menge entstehen, daß sie zu Schäden oder zu unerträglichen
Reizungen an Haut oder Augen führen.

3. Prüfungen und Beurteilungen

Die im Abschnitt 2 aufgeführten Anforderungen gelten als erfüllt, wenn die Prüfungen nach
Abschnitt 3 zu einer positiven Beurteilung führen. Die Prüfungen sind an neuen Trögen und
Abdeckungen durch die in Anlage 1 genannten Prüfstellen vorzunehmen.

3.1. Prüfung der bautechnischen Eigenschaften

3.1.1. Form, Fassungsvermögen, Abmessungen

Bei der Prüfung der Form, der Abmessungen und des Fassungsvermögens der Tröge wird
das Normblatt DIN 21576 (z.Z. Ausgabe Dezember 1969) 'Tröge für Wassertrogsperren'
zugrunde gelegt. Abweichungen von den Abmessungen b1 und l1 sind nicht zulässig. Das
Fassungsvermögen darf um max. 5% unterschritten werden. Bei den Trögen der Form
A DIN 21576 müssen die Ecken des Trograndes abgerundet sein.

3.1.2. Entstapelbarkeit

Bei gleichmäßiger statischer Belastung eines Trogstapels von 5 ineinandergestellten Trögen
durch eine Last von 50 kg dürfen die Tröge keine Beschädigungen oder bleibenden
Verformungen erleiden; beim anschließenden Entstapeln dürfen sie nicht gegeneinander
verklemmt sein, es dürfen keine Schäden an den Trögen auftreten.

3.1.3. Wasserstandsanzeige

Bei Trögen aus nicht durchscheinendem Material wird die Funktionsfähigkeit und Genauigkeit
der Wasserstandsanzeigevorrichtung geprüft. Diese Prüfung wird auch durchgeführt, wenn
Tröge aus durchscheinendem Material mit einer Wasserstandsanzeigevorrichtung versehen
werden sollen.

3.1.4. Formbeständigkeit

Die Formbeständigkeit wird durch die Prüfungen nach Abschnitt 3.1.2 und 3.2 bestimmt.

3.2. Prüfung der wärmetechnischen Eigenschaften

3.2.1. Prüfverfahren

Mit Wasser gefüllte und mit Deckeln versehene Tröge werden 48 Stunden lang der Einwirkung
einer Wasser- und Lufttemperatur von 45 Grad C - 47 Grad C ausgesetzt.

3.2.2. Prüfanordnung

Die Tröge werden jeweils in der Anordnung 'aufgestellt' und 'eingehängt' geprüft.

Der aufgestellte Trog wird auf zwei Tragbalken mit einer Breite von je 45 mm gestellt, deren
Abstand mittig 300 mm beträgt. Sind im Trogboden Mulden vorhanden, so darf der Abstand
der Trogträger von dem angegebenen Maß geringfügig abweichen. Bei Trögen mit 90 l
Fassungsvermögen werden die Längsseiten parallel, bei Trögen mit 40 l Fassungsvermögen
senkrecht zu den Trogträgern angeordnet.

Der eingehängte Trog wird mit seinem Rand in einen Trograhmen aus 20 mm breiten Trägern
so eingehängt, daß die Trogträger an der Trogwand anliegen (Innenabmessungen des
Tragrahmens entsprechend b1 und l1 nach DIN 21576).

Mindestens an zwei Stellen muß die Temperatur außerhalb des Troges (Lufttemperatur) und
mindestens an einer Stelle innerhalb des Troges (Wassertemperatur) festgestellt werden,
wobei die Meßstellen für die Lufttemperatur in Höhe des Trogdeckels und des Trogbodens
liegen.

Die während der Prüfung aus dem Trog fließende Wassermenge muß kontinuierlich erfaßt
werden.

Bei der Prüfung des eingehängten Troges muß der Zeitpunkt ermittelt werden, an dem der
Trog durch den Tragrahmen rutscht.

3.2.3. Durchführung der Prüfung

Die Tröge werden mit 45 Grad C - 47 Grad C warmem Wasser bis zum Trogrand gefüllt
und gegebenenfalls mit ihren Deckeln verschlossen. Die Lufttemperatur wird innerhalb von
2 Stunden auf 45 Grad C - 47 Grad C erhöht.

Der Zeitpunkt, zu dem der eingehängte Trog durch den Tragrahmen rutscht, wird ermittelt.

Nach dem Versuch ist die im Trog verbliebene Wassermenge zu messen.

3.2.4. Beurteilung

Der aufgestellte Trog genügt den Anforderungen, wenn nach 48 Stunden bei einer Wasser-
und Lufttemperatur von 45 Grad C - 47 Grad C der Trog mit einem Fassungsvermögen
von 90 l mindestens 80 Liter und der Trog mit einem Fassungsvermögen von 40 l mindestens
35 Liter Wasser enthält.

Der eingehängte Trog genügt den Anforderungen, wenn er während dieser Zeit nicht durch
den Tragrahmen gerutscht oder undicht geworden ist.

3.3. Prüfung der explosionstechnischen Eigenschaften

3.3.1. Prüfung der Wasserverteilung

3.3.1.1. Prüfverfahren

Zur Bestimmung der Qualität der Löschmittelverteilung unter der Einwirkung des Winddrucks
wird die Absorption von Infrarotlicht einer Prüfeinrichtung gemessen.

3.3.1.2. Prüfanordnung (siehe Anlage 2)

Die Prüfung erfolgt in einer übertägigen, einseitig geschlossenen Rohrstrecke von etwa 25 m
Länge mit einem elliptischen Querschnitt von ca. 2 m2 , die Strecke ist 1,8 m hoch und 1,4 m
breit. Am geschlossenen Rohrende werden 10 m3 homogenes CH4/Luft-Gemisch gezündet.

Der durch die Schlagwetterexplosion erzeugte Winddruck wird durch einen Kraftaufnehmer
gemessen, der mit einer 10 cm2 großen Scheibe ausgestattet ist. Unter Winddruck wird der
Druck verstanden, den ein Luftstrom auf eine freistehende, senkrecht zur Strömungsrichtung
angeordnete Scheibe ausübt. Der Winddruckgeber ist in der Mitte des Streckenquerschnitts
2,7 m vor dem zu prüfenden Trog bzw. 3,2 m vor dem offenen Streckenende angebracht
(vergleiche Abbildung).

Außerhalb der Strecke befinden sich gegenüber dem Streckenmundloch übereinander zwei
Reihen von je sechs Jod-Quarzleuchten mit einer Leistung von 2 kW je Leuchte. Alle Leuchten
sind so ausgerichtet, daß sie das Streckenmundloch anstrahlen. Am Streckenmundloch ist in
Höhe der Streckenmitte an der äußeren Streckenwandung je ein Photowiderstand angeordnet,
mit denen die Infrarotstrahlung der Jod-Quarzleuchten bzw. die Infrarot-Absorption gemessen
wird. Nähere Angaben über die Abstände und die Anordnung der Leuchten sind aus der
Abbildung in Anlage 2 zu entnehmen.

Im Mundloch der Rohrstrecke ist ein Tragrahmen aus Vierkantstahlrohr (40 x 40 x 2 mm)
starr an der Streckenwandung befestigt. Der Rahmen besteht aus zwei Trägern rechtwinklig
zur Streckenrichtung und aus zwei Verbindungsstegen rechtwinklig zu den Trägern.

3.3.1.3. Durchführung der Prüfung

Der Trog wird zur Prüfung in den Rahmen im Streckenmundloch so eingehängt, daß er allseitig
mit voller Randbreite aufliegt und nicht verschoben werden kann. Die Tröge werden randvoll
mit Wasser gefüllt und mit ihren Abdeckungen versehen. Tröge der Größe 2 nach DIN 21576
(ca. 90 l Wasserinhalt) werden in Queranbringung und Tröge der Größe 1 nach DIN 21576
(ca. 40 l Wasserinhalt) werden in Längsanbringung geprüft.

In der Explosionskammer wird ein Schlagwettergemisch erstellt und durch einen elektrischen
Funken gezündet. Die Messung des Winddrucks und der Infrarot-Absorption erfolgt mit Hilfe
der in der Prüfanordnung beschriebenen Meßgeräte.

3.3.1.4. Beurteilung der Wasserverteilung

Ein Trogmuster genügt den Anforderungen, wenn die aus 20 Versuchen ermittelte Infrarot-
Absorption bei einem Winddruck von 50 mbar den Wert 70% erreicht.

Die Infrarot-Absorption (A), die vom Winddruck (p) abhängt, wird anhand einer Auswertekurve
ermittelt. Der Auswertekurve ist folgende Funktion zugrunde zu legen:

A = A0 (1 - e-b(p-p0 )).

Die Parameter dieser Funktion sind:

A0 = 95% der mit der Meßanordnung maximal zu erreichenden Absorption
P0 = 20 mbar; bei diesem Winddruck setzt die Absorption ein
b = Exponential-Koeffizient der Kurve

Der Exponential-Koeffizient b wird mit Hilfe der kleinsten Fehlerquadrate mit den Methoden
der Ausgleichsrechnung aus den Meßwerten ermittelt.

Grundlagen zur Berechnung der Auswertekurve siehe Anlage 3.

Eine zeichnerische Darstellung der Auswertekurve wird dem Bericht über die jeweilige
Trogprüfung beigefügt.

3.3.2. Prüfung der Löschwirksamkeit

Kann auf Grund der Prüfung nach Abschnitt 3.3.1 nicht eindeutig entschieden werden, daß
das geprüfte Trogmuster in Wassertrogsperren zugelassener Bauart eine ausreichende
Löschwirksamkeit erreicht, so ist die Löschwirksamkeit durch untertägige Explosionsversuche
auf der Versuchsgrube nachzuweisen.

Versuchsanordnung, -durchführung und -auswertung erfolgen jeweils auf Vorschlag der
Prüfstelle mit Zustimmung des Landesoberbergamts.

3.4. Prüfung der brandtechnischen Eigenschaft

3.4.1. Prüfverfahren

Vier leere Tröge, gegebenenfalls mit Abdeckung, werden in einem etwa 25 m langen
Brandstollen bei einer Wettergeschwindigkeit von 1,2 m/s einem Holzstoßbrand ausgesetzt.
Ein Holzstoßbrand wirkt auf zwei Tröge ein; deshalb sind zur Untersuchung von vier Trögen
zwei Prüfungen mit je einem Holzstoß notwendig.

3.4.2. Prüfanordnung (siehe Anlage 4)

In etwa 20 m Entfernung vom Eingang eines 25 m langen Brandstollens von 2,8 m Breite und
2,2 m Höhe ist ein Holzstoß aus 4 cm x 4 cm dicken lufttrockenen Nadelholzscheiten, die
30 cm und 60 cm lang sind, errichtet. Die Holzscheite sind auf einem eisernen Gestell,
dessen tragender Rahmen 15 cm über der Oberfläche eines Teckels liegt, kreuzweise über
eine Grundfläche von 30 cm x 60 cm so geschichtet, daß zwischen den einzelnen Holzscheiten
4 bis 5 cm breite Zwischenräume entstehen. Die Höhe des Holzstoßes beträgt etwa 50 cm.
Der Holzstoß ist so anzuordnen, daß er mit seiner Längsseite gegen den Wetterstrom steht.

Unmittelbar vor dem Holzstoß ist 15 cm über der Oberfläche des Teckels eine flache Wanne
von 25 cm x 35 cm Grundfläche mit 0,5 l Heizöl EL nach DIN 51603 der Gruppe A,
Gefahrenklasse III, aufgestellt.

Die Tröge sind neben dem Holzstoß auf einer Ziegelsteinschicht so aufgestellt, daß ihre
Grundflächen und die des Holzstoßes in derselben Höhe liegen. Ihre Schmalseiten stehen
dabei rechtwinklig zur Wetterrichtung. Die vorderen Schmalseiten liegen mit der in Wetter-
richtung gesehen hinteren Längsseite des Holzstoßes in einer vertikalen Ebene. Die seitlichen
Abstände zwischen Holzstoß und Trögen betragen, in der halben Höhe der Tröge gemessen,
10 cm.

3.4.3. Durchführung der Prüfung

Bei einer Wettergeschwindigkeit von 1,2 m/s wird das Heizöl in der Wanne in Brand gesetzt.

3.4.3.1. Wenn die Tröge trotz der Einwirkung des Holzstoßbrandes nicht entflammen, bleibt
der auf dem Teckel stehende Holzstoß in der im Abschnitt 3.4.2 beschriebenen Stellung.

3.4.3.2. Falls ein Trog oder beide Tröge entflammen, wird dann, wenn an wenigstens einem
Trog die Flammen sich voll entwickelt haben, der Teckel mit dem Holzstoß in Richtung des
Wetterstromes so weit weggefahren, daß seine Flammen nicht mehr auf die Tröge einwirken.

3.4.4. Beurteilung

Der Trog genügt den Anforderungen, wenn entweder

3.4.4.1. keiner der vier geprüften Tröge in Brand gerät oder

3.4.4.2. nach dem im Abschnitt 3.4.3.2 beschriebenen Wegfahren des Holzstoßes an keinem
der vier Tröge die Flammen länger als 1 Minute weiterbrennen, obwohl noch brennbares
Material vorhanden ist.

3.5. Prüfung der elektrischen Eigenschaften

3.5.1. Prüfverfahren

Die Prüfung der elektrischen Eigenschaften erfolgt nach DIN 53482 (Ausgabe Mai 1983)
- Prüfung von Isolierstoffen - 'Bestimmung der elektrischen Widerstandswerte' - Nr. 8:
Oberflächenwiderstand -.

3.5.2. Beurteilung

Das geprüfte Trogmaterial genügt den Anforderungen, wenn der Oberflächenwiderstand
R0A (Isolationswiderstand zwischen den Schneiden) kleiner als 109 Ohm ist. (Meßspannung
100 V, Klima 23/50-2 DIN 50014).

3.6. Prüfung der hygienischen Eigenschaften

3.6.1. Vorproben

3.6.1.1. Beurteilung anhand der Rezeptur

Die erste Beurteilung der hygienischen Eigenschaften erfolgt anhand der Angaben über die
Zusammensetzung.

3.6.1.2. Erhitzen in der Flamme eines Bunsenbrenners

Eine Probe des Trogmaterials wird in der Sparflamme eines Bunsenbrenners erhitzt. Der Geruch
der Brandzersetzungsstoffe, Art und Farbe der Flamme und des Qualms beim Anzünden und
Erhitzen und nach dem Ablöschen werden festgestellt.

3.6.1.3. Erhitzen im Glühröhrchen

Eine Probe des Trogmaterials wird im Glühröhrchen über einer Gasflamme verschwelt. Die
Zersetzungsprodukte werden mit Indikatorpapier auf die Anwesenheit von Säuren oder Basen
geprüft.

3.6.2. Weitere Prüfungen

Lassen die Ergebnisse der Vorproben und die Zusammensetzung des Trogmaterials hinsichtlich
der hygienischen Eigenschaften eine abschließende Beurteilung nicht zu, so können weitere
Prüfungen, z.B. im geschlossenen Raum (Abschnitt 3.6.2.1) durchgeführt werden.

3.6.2.1. Prüfung im geschlossenen Raum

3.6.2.1.1. Prüfverfahren

Eine 200 g schwere Probe des Kunststoffs wird in einem 40 m3  großen Raum der Einwirkung
einer Bunsenbrennerflamme ausgesetzt, und die Reizwirkung der Brandzersetzungsstoffe auf Haut,
Schleimhäute und Atemorgane von Versuchstieren wird festgestellt.

3.6.2.1.2. Beurteilung

Der Kunststoff genügt den Anforderungen, wenn bei Temperatursteigerung mit und ohne
Brandeinwirkung keine giftigen, gesundheitsschädlichen, ätzenden oder belästigenden Zersetzungs-
stoffe in gefährdender Menge entstehen.

4. Anzahl der Prüfversuche

Ist das Ergebnis einer Prüfung nicht eindeutig, so hat die Prüfstelle die Anzahl der Prüfversuche
zu bestimmen.

5. Prüfberichte

Über Art und Ergebnis der Prüfungen ist ein Prüfbericht zu erstatten. Die Prüfstelle hat alle
Feststellungen und Beobachtungen anzugeben, die für die Beurteilung der sicherheitlich wichtigen
Eigenschaften von Bedeutung sein können.

6. Verzicht auf Prüfungen und Vornahme weiterer Prüfungen

Das Landesoberbergamt kann auf Prüfungen verzichten oder weitere Prüfungen vornehmen lassen.

7. Teilnahme an Prüfungen

Dem Antragsteller ist die Teilnahme an den Prüfungen zu gestatten. (Bei untertägigen Explosions-
versuchen ist nur die übertägige Anwesenheit möglich).



Anlage 1

Prüfstellen und erforderliche Mengen


1. Prüfstellen

Die Prüfungen erfolgen hinsichtlich

der bautechnischen, wärmetechnischen und elektrischen sowie Teilen der explosions-
technischen Eigenschaften des Prüfstücks durch die

der brandtechnischen sowie Teilen der explosionstechnischen Eigenschaften des Prüfstücks
durch die

der hygienischen Eigenschaften des Prüfstücks durch das

Jeder Prüfstelle sind bei Erteilung der Prüfaufträge außer Beschreibungen und Zeichnungen
des Betriebsmittels (Trog, Abdeckung, Schwimmer, Deckelhalter) genaue Angaben über die
Zusammensetzung des Werkstoffs zu machen. Die gleichen Angaben müssen in dem an das
Landesoberbergamt zu richtenden Antrag auf Erteilung einer Zulassung enthalten sein. Diesem
Antrag sind die von den Prüfstellen angefertigten Prüfberichte beizufügen.

Die Prüfstücke sind an die Bergbau-Versuchsstrecke zu schicken, die die Weiterleitung an die
übrigen Prüfstellen vornimmt.

2. Anzahl der Prüfstücke

Für die Prüfung sind folgende Prüfstücke (Tröge, Abdeckungen, Schwimmer) erforderlich:

Zur Prüfung der Löschwirksamkeit sind weitere Prüfstücke erforderlich, deren Zahl sich
nach der jeweiligen Versuchsanordnung und -anzahl richtet. Die erforderliche Prüfmenge
wird jeweils von der Prüfstelle festgesetzt.



Anlage


Anlage 3

Prüfung der Wasserverteilung


Wassertröge, die im Steinkohlenbergbau in Form von Wassertrogsperren zum Schutz gegen
Kohlenstaubexplosionen verwendet und für diese Verwendung vom Landesoberbergamt gemäß
§ 220 Abs. 1 BVOSt vom 20.2.1970 zugelassen werden sollen, werden u.a. einer Prüfung
unterzogen, bei der ein gefüllter Trog einem Druckstoß ausgesetzt und die damit erzeugte
Wasserverteilung durch Infrarot-Absorption gemessen wird. Als Meßergebnis erhält man für
jeden Trogtyp eine den durchgeführten Versuchen entsprechende Anzahl von Wertepaaren,
wobei jeweils dem Winddruck ein Infrarot-Absorptionswert zugeordnet ist. Aus diesen, mit
einer gewissen Streuung behafteten Meßwerten wird durch ein mathematisches Auswerte-
verfahren eine für die Beurteilung des Trogs charakteristische Meßzahl errechnet.

Die Auswertung einer Vielzahl von Wassertrogprüfungen hinsichtlich der Wasserverteilung
unter der Einwirkung eines Druckstoßes ergab, daß die Meßwerte durch eine e-Funktion in
der Form

A = 1 - e-b(p - p0 (1)

am besten angenähert werden können. Sie entspricht in ihrem Aufbau der Funktionsgleichung
in Abschnitt 3.3.1.4. In der Gleichung (1) sind A der Infrarot-Absorptionskoeffizient, der
dem dynamischen Druck p zugeordnet ist, p0 der Druck, der eben noch keine meßbare
Wasserverteilung erzeugt und b der zur Beurteilung herangezogene Exponential-Koeffizient.
Er ist ein Maß für die Steilheit der Kurve. Es zeigte sich, daß für die Randwerte p0  und die
maximal mögliche Infrarot-Absorption Festwerte angenommen werden können. Die einzelnen
Tröge unterscheiden sich dann nur noch durch den im Exponenten vorhandenen Faktor b,
der mit Hilfe der kleinsten Fehlerquadrate mit den Methoden der Ausgleichsrechnung aus
den Meßwerten ermittelt werden kann.

Die unmittelbare Anwendung der Methode der kleinsten Fehlerquadrate auf die obengenannte
e-Funktion führt zu einer Lösung, bei der die gesuchte Größe b im Exponenten in einer
Summe von unterschiedlichen Exponentialfunktionen steht, so daß eine geschlossene Lösung
nicht mehr möglich ist und ein numerisches Näherungsverfahren nur recht zeitraubend und
für jede einzelne Trogauswertung gesondert durchgeführt werden mußte. Durch eine
geeignete Linearisierungstransformation der e-Funktion kann diese Schwierigkeit umgangen
werden. Die Fehlerausgleichsrechnung liefert zwar eine brauchbare Lösung, jedoch hat diese
Transformation die Eigenschaft, höher liegende Absorptionswerte unverhältnismäßig weiter
nach oben zu transformieren, als es den wirklichen Gegebenheiten entspricht. So wird z.B.
ein bei der höchstmöglichen Absorption liegender Meßpunkt ins Unendliche transformiert.
Durch diese Eigenschaft der Linearisierungstransformation liegen die damit gewonnenen
Kurven erheblich höher, liefern also scheinbar bessere Werte, als sie es tatsächlich sind.
Um diese Schwierigkeit zu bewältigen, wurde als Bezugskurve eine Normkurve der
angegebenen Art aufgestellt, die allein der Linearisierungstransformation unterworfen wird.
Von jedem Meßpunkt wird die Differenz zur Normkurve gebildet und diese Differenz zur
transformierten Normkurve addiert. Diese Meßwertübertragung erzeugt keine Verzerrungen,
ist eindeutig, liefert aber einen Fehler, der um so größer wird, je weiter die Absorptionskurve
von der Normkurve entfernt ist. Meßwertverteilungen, die der Normkurve entsprechen,
werden jedoch richtig wiedergegeben. Aus diesem Grund mußte als Normkurve diejenige
genommen werden, die der Forderung an die Wassertröge bezüglich der Wasserverteilung
genügt, wonach bei einem Winddruck von 50 mbar eine Absorption von 0,7 (70%) vorhanden
sein muß. Damit sind die genannten Schwierigkeiten behoben, und wie die Auswertung der
vorhandenen Messungen von Wassertrögen zeigt, genügt dieses Verfahren den gestellten
Forderungen:

  1. Es erlaubt eine Beurteilung des Trogs,
  2. es liefert bei gegebenen Meßwerten ein eindeutiges Ergebnis und
  3. es gibt den Verlauf der Meßwerte (Infrarot-Absorption) in Abhängigkeit vom
    Winddruck ausreichend genau wieder.

In der skizzierten Weise verläuft auch die Rechnung. Die Funktion

A = 1 - e-b(p-p0 (1),

die das Absorptionsverhalten A als Funktion des Winddrucks p wiedergibt, wird zunächst
in der Form

eb(p - p0 ) = (1/1 - A) (2)

geschrieben, um dann durch Logarithmieren in die lineare Form

b(p - p0 ) log e = log (1/1 - A) (3) oder

b x = y (4)

überführt zu werden, wobei

x = (p - p0 ) log e (5) und

y = log (1/1 - A) (6)

ist. Die in diesen Gleichungen benutzten Symbole haben folgende Bedeutung:

A = Absorptions-Koeffizient der Infrarotstrahlung durch die Wasserverteilung,
p = Winddruck
p0 = der Winddruck, bei dem noch keine meßbare Wasserverteilung erzeugt wird,
b = Exponential-Koeffizient, der die Steilheit der Kurve bestimmt und als Beurteilungsgrundlage
      dient,
x = transformierte Größe des Winddrucks und
y = transformierte Größe der Absorption.

Im folgenden müssen diese Größen entsprechend ihrer Herkunft mit Indizes unterschieden
werden. Dafür werden noch folgende Bezeichnungen eingeführt:

Ein n zeigt an, daß diese Größe dem n-ten Meßpunkt zugeordnet ist, ein M heißt, daß es sich
hier um einen Meßwert handelt und ein ' bedeutet, daß dieses eine Größe der Normkurve ist.

Die Gleichung (4) muß nun einer gegebenen Verteilung von Meßwerten angepaßt werden.
Als Randwerte werden die maximale Absorption A (wenn p gegen unendlich geht) als
Apparatekonstante mit 0,95 der höchstmöglichen Absorption und der Winddruck p0 mit
20 mbar festgelegt.

Die Größe b muß nun mit der Methode der kleinsten Fehlerquadrate bestimmt werden.

Diese Methode besagt, daß die beste Annäherung einer Kurve an eine gegebene Punktschar
dann gegeben ist, wenn die über die Punktschar quadrierte und summierte Differenz zwischen
jedem einzelnen Meßpunkt und der gesuchten Kurve ein Minimum wird. Auf diese Weise wird
ein arithmetisches Mittel zwischen den Meßpunkten gebildet. Es wird also zunächst die
Differenz zwischen dem n-ten Meßpunkt und der Kurve an der Stelle n gebildet

yn - yMn' (7)

die dann quadriert und über alle Meßpunkte addiert wird

S n (yn - yMn )2 (8).

Diese Summe soll in Abhängigkeit vom Kurvenparameter b ein Minimum werden. Also muß
yn durch die Gleichung (4) ersetzt werden,

S n (bxn - yMn)2 (9),

dann nach b differenziert und gleich 0 gesetzt werden, was zu der gesuchten Bestimmungsgleichung

b = ( S n xn yMn / S n xn 2 ) (10)

führt.


Hier trat die Schwierigkeit auf, daß die nac Gleichung (6) transformierten Meßwerte yMn einseitig
verzerrt werden. Diese Verzerrung muß durch eine abgewandelte Transformation beseitigt werden.
Es wird eine Normkurve

A' = 1 - e-b'(p - p0 (11)

eingeführt, in der b' so bestimmt wird, daß für p = 50 mbar A' = 0,7 ist.

Diese Normkurve entspricht also der Kurve eines Troges, der gerade eben den Forderungen genügt.
Nur diese Gleichung wird der Transformation (5) und (6) unterzogen, was an der Stelle des n-ten
Meßpunktes zu der Beziehung

x'n = (pn - p0 ) log e (12)

y'n = log (1/1 - A'n(13)

zwischen den transformierten und nichttransformierten Größen der Normkurve führt. Damit ist der
für die Fehlerrechnung notwendigen Linearisierung Genüge getan, und die Meßwerte können als
Differenz zur nichttransformierten Normalkurve (Gleichung (11) ) der transformierten Normalkurve
hinzugefügt werden. Das ergibt die Beziehung

yMn - y'n = AMn - A'n (14),

mit der festgelegt wird, daß der Abstand der transformierten Meßgröße von der transformierten
Normkurve genau so groß sein soll, wie der entsprechende in dem nichttransformierten System.
Daraus folgt für die Meßwerte die Transformationsgleichung

yMn = AMn - A'n + y'n (15),

womit auch diese ohne Verzerrungen übertragen werden. Die praktische Auswertung erfolgt nach
der Gleichung (10), wobei sich für jeden der n-Meßpunkte die x-Werte nach der Gleichung (5)
und die dazugehörigen yMn -Werte aus der Gleichung (15) errechnen.



Anlage 4


06.09.1985

18.41.3-9-14

Entzündung von Grubengas bei Schneidarbeiten
mit einer Strebrandmaschine

A 2.7


An die Bergämter des Landes NW

Betr.:

Maßnahmen zur Vermeidung bzw. Bekämpfung von Grubengas-Zündungen
bei Schneidarbeiten mit einer Strebrandmaschine

Bezug:

Mitteilung mit gleichem Datum im Abschnitt M 1 des Sammelblatts

Bei Schneidarbeiten mit einer Strebrandmaschine kam es zur Entzündung von Grubengas.
Dieses Ereignis, das mit gleichem Datum im Abschnitt M 1 des Sammelblatts geschildert wird,
läßt es erforderlich erscheinen, bei der Zulassung von Betriebsplänen für die Auffahrung von
mitgeführten Abbaustrecken mit schneidenden Strebrandmaschinen folgendes zu beachten:

  1. Die Schneidstelle, besonders am Ober- oder Unterstoß der mitgeführten Strecke, ist
    zusätzlich mit einer blasenden Luttenleitung oder einer Flachstrahldüse zu bewettern.
  2. Die Meißel der Schrämwalze sind regelmäßig zu kontrollieren und erforderlichenfalls
    auszuwechseln.
  3. Vor den Schneidarbeiten und während der Schneidarbeiten sind im Ortsbereich
    zusätzliche CH4-Handmessungen durchzuführen.
  4. Bei Maschinen mit Innenbedüsung sollten Druck und Volumenstrom des Bedüsungs-
    wassers meßtechnisch überwacht und so mit dem Antrieb verriegelt werden, daß der
    Antrieb bei Unterschreitung der eingestellten Grenzwerte selbsttätig stillgesetzt wird.
  5. Die Belegschaft von Streckenvortrieben mit Strebrandmaschinen ist über die Maßnahmen
    zum Löschen von Gasbränden entsprechend dem Merkblatt in Anlage 4 der Hinweise
    zur Verhütung und Bekämpfung von Gasbränden in Streckenvortrieben mit Teilschnitt-
    maschinen - Rundverfügung an die Bergämter vom 3.2.1984 - 18.43.1-5-19 - (nicht
    im Sammelbaltt veröffentlicht) zu unterweisen.

Zur Sicherstellung einer unverzüglichen und erfolgreichen Bekämpfung von Gasbränden
empfiehlt es sich,

Dortmund, den 06.09.1985

Landesoberbergamt NW
In Vertretung:

P i l g r i m



20.12.1988

18.41.3-12-1

Maßnahmen gegen Explosionsgefahren
aus dem Alten Mann

A 2.7
(A 2.18)

An die Bergämter des Landes NRW

Betr.: Maßnahmen gegen Explosionsgefahren aus dem Alten Mann

Aufgrund der grubensicherheitlichen Erfordernisse, die sich aus der Problematik eines
mit heutigem Datum unter M 1 im Sammelblatt geschilderten Ereignisses ergeben, wird
es zur Vermeidung von Explosionsgefahren als notwendig angesehen, beim Zulassungs-
verfahren insbesondere für Abbaubetriebspläne auch zu prüfen, ob folgende Belange in
die Planungsüberlegungen einbezogen worden sind:

Soweit die vorstehenden Belange bei der Bearbeitung von Betriebsplänen, insbesondere über
Abbauplanungen, Bedeutung besitzen, sind sie zu berücksichtigen. Die zuständigen Fachstellen
(Prüfstelle für Grubenbewetterung der Westfälischen Berggewerkschaftskasse, Hauptstelle für
das Grubenrettungswesen in Essen, Bergbau-Versuchsstrecke) sind erforderlichenfalls hinzuzu-
ziehen. Über die Erfahrungen ist in den Jahresberichten dem Landesoberbergamt zu berichten.

Dortmund, den 20.12.1988

Landesoberbergamt NW

S c h e l t e r



09.08.1995

24.1-1-37

Schweißarbeiten

A 2.7


An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen

Betr.:

Schweißarbeiten

hier:

Prüfung von Schweißern und Sicherung der Güte der Schweißarbeiten

Bezug:

Verfügung vom 9. 2. 1971 - 01.31.11 11 6 - (SBI. unter A 2.7)


Mit Bezugsverfügung wurde festgelegt, daß die Anforderungen nach den Bestimmungen
der §§ 85 BVOSt, 80 Abs. 1 BVONK und 54 Abs. 1 BVOBr an die Personen, die Schweiß-
arbeiten durchführen, erfüllt sind, wenn sich die Schweißer zuvor mit Erfolg einer Prüfung
nach DIN 8560 unterzogen haben.

Des weiteren fordert der § 137 Abs. 7 BVOT, Daß mit der Herstellung von Schweißver-
bindungen nur geprüfte Schweißer betraut werden dürfen, die ihre Eignung durch eine Prüfung
mindestens nach Gruppe R II des Normblattes DIN 8560 Blatt 1 nachgewiesen haben.

Zwischenzeitlich wurde DIN 8560 durch DIN EN 287, Teil 1 "Prüfung von Schweißern,
Schmelzschweißen, Stähle" ersetzt. Diese in das nationale Regelwerk übernommene europäische
Norm beinhaltet im wesentlichen nachfolgende Anforderungen.

Nach ihrer Ausbildung haben sich Schweißer einer fachkundlichen Prüfung durch eine der
im nationalen Vorwort zur DIN EN 287-1 aufgeführten Prüfstelle bzw. einen Prüfer zu
unterziehen. Prüfstellen sind wie bisher insbesondere die Schweißtechnischen Lehr- und
Versuchsanstalten (SLV), die Landesprüfungsausschüsse des Deutschen Verbandes für
Schweißtechnik (DVS) und die Technischen Überwachungsvereine (TÜV). Zur Prüfung
berechtigt sind außerdem Schweißfachingenieure, die dafür im Rahmen eines Eignungsnach-
weises nach DIN 18800, Teil 7 oder einer Bescheinigung nach DIN 8563 anerkannt worden
sind.

Bei erhaltenem Konzept, die Handfertigkeit des Schweißers zu prüfen, sind einige bedeutsame
Einflußgrößen feiner gegliedert oder ergänzt, z. B. Werkstückdicken, Rohrdurchmesser,
Nahtausführung oder Schweißposition. Darüber hinaus wird auf nationaler Ebene eine
Fachkundeprüfung nach Anhang D der DIN EN 287-1 verlangt, in der Schweißer insbesondere
auch Kenntnisse auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit und Unfallverhütung nachweisen muß.

Werden in der Fertigung Kehlnahtschweißungen ausgeführt, so ist abweichend von
Abschnitt 6.3 Buchstabe 9 DIN EN 287-1 grundsätzlich zu fordern, daß der Schweißer seine
Fähigkeit durch eine geeignete Kehlnahtprüfung nachweist.

Für den Regelungsbereich der BVOT wird das Eignungserfordernis in der Verordnung selbst
insoweit konkretisiert, daß eine Mindestprüfung nach Gruppe R II der DIN 8560, Blatt 1
nachzuweisen ist. Da keine eindeutige Zuweisung der Rohrschweißerprüfgruppe II aus der
nicht mehr gültigen DIN 8560 zu einer Prüfgruppe der nunmehr gültigen EN 287, Teil 1
vorgenommen werden kann, ist eine Schweißerprüfung aus der EN 287, Teil 1 nachzuweisen,
die mindestens der Prüfgruppe R II der DIN 8560, Blatt 1 entspricht. Dieses bedeutet für den
Geltungsbereich der BVOT, daß für den Nachweis der Eignung nach § 137 Abs. 7 BVOT der
Schweißer mindestens eine gültige Schweißerprüfung nach DIN EN 287-1 T (Rohr) BW
(Stumpfnaht) besitzen muß, wobei durch die Schweißerprüfung in jedem Fall der Fertigungs-
einsatz des Schweißers abzudecken ist.

Über die bestandene Prüfung wird eine Prüfungsbescheinigung mit Angabe des Geltungs-
bereiches, d. h. des Umfanges der Anerkennung, ausgestellt.

Die Schweißerprüfung bleibt nunmehr zwei Jahre gültig, wobei der Schweißer möglichst
regelmäßig im geltenden Prüfungsbereich beschäftigt werden muß und seine Arbeit im
allgemeinen mit den technischen Bedingungen, unter denen die Schweißerprüfung durchgeführt
wurde, übereinstimmen muß. Eine Unterbrechung von höchstens sechs Monaten ist zulässig.
Die Einhaltung der vorstehenden Bedingungen muß im Zeitraum von jeweils sechs Monaten
durch den Arbeitgeber oder eine Aufsichtsperson (in der Regel eine Schweißaufsichtsperson)
auf der entsprechenden Prüfungsbescheinigung bestätigt werden. Unter Einhaltung bestimmter
Bedingungen kann die Gültigkeit der Schweißerprüfung für eine weitere Zeitspanne von zwei
Jahren innerhalb des ursprünglichen Geltungsbereichs verlängert werden; hierfür müssen der
Prüfstelle oder dem Prüfer entsprechende Prüfberichte über die Qualität der vom Schweißer
hergestellten Fertigungsschweißungen vorgelegt werden. Es ist mindestens ein Prüfbericht
bzw. Protokoll über eine durchgeführte oder zerstörende Prüfung je Halbjahr vorzulegen.
Somit sind für die Verlängerung der Schweißerprüfung ohne Schweißen neuer Prüfstücke
mindestens vier Prüfberichte erforderlich. Sofern dies nicht der Fall ist, müssen neue Prüfstücke
geschweißt und bewertet werden. Der Prüfer oder die Prüfstelle hat die vorgegebenen Anforderungen
zu überprüfen und die Verlängerung auf der Prüfbescheinigung des Schweißers zu bestätigen.

Vorstehende Ausführungen gelten entsprechend auch für DIN EN 287, Teil 2 "Prüfung von
Schweißern, Schmelzschweißen, Aluminium und Aluminiumlegierungen" (teilweise Ersatz für
DIN 8561).

Schweißarbeiten sind unter Berücksichtigung der allgemein anerkannten Regeln der Technik
durchzuführen. Hierzu gehören u. a. für Dampfkessel die vom Deutschen Dampfkesselausschuß
aufgestellten Technischen Regeln für Dampfkessel (TRD), für Druckbehälter die von der
Arbeitsgemeinschaft Druckbehälter aufgestellten AD-Merkblätter und für tragende Stahlbauteile
DIN 18800, Teil 1 "Stahlbauten, Bemessung und Konstruktion" (Ersatz für DIN 4100).

Betriebe, die solche Schweißarbeiten durchführen, müssen im Besitz des nach den jeweiligen
Regelwerken vorgeschriebenen Eignungsnachweises sein.

Hinsichtlich der Qualitätsanforderungen beim Schmelzschweißen ist außerdem DIN EN 729
"Schweißtechnische Qualitätsanforderungen - Schmelzschweißen metallischer Werkstoffe -"
zu beachten.

Die Anforderungen an die Schweißaufsichtsperson sind in DIN EN 719 "Schweißaufsicht,
Aufgaben und Verantwortung" und in DIN 18800, Teil 7 "Stahlbauten, Herstellen, Eignungs-
nachweise zum Schweißen" verankert.

DIN EN 719 und DIN EN 729 ersetzen die bisher geltende DIN 8563 "Sicherung der Güte
von Schweißarbeiten, Teil 1: Allgemeine Grundsätze, und Teil 2: Anforderungen an den Betrieb".
Sie enthalten Mindestanforderungen an die technische und personelle Ausstattung der Betriebe
und legen den Verantwortungsbereich der verschiedenen Schweißaufsichtspersonen sowie
die entsprechenden Maßnahmen zur Durchführung der Schweißtechnischen Fertigung fest.

Um eine einwandfreie Ausführung der Schweißarbeiten zu gewährleisten, müssen die Betriebe
über geeignete Einrichtungen und Anlagen verfügen.

Die Schweißaufsicht ist durch eine oder mehrere fachkundige, verantwortliche Personen
sicherzustellen; diese sind insbesondere für die Zuteilung und Überwachung sowie die Sicherung
der Güte der Schweißarbeiten verantwortlich.

Sind an die Herstellung geschweißter Bauteile nur Elementar-Qualitätsanforderungen zu stellen
(DIN EN 729-4), so ist eine Schweißaufsicht mit entsprechenden technischen Kenntnissen
nach DIN EN 719 nicht zwingend vorgeschrieben. Die zuständigen verantwortlichen Personen
müssen aber für diesen eingeschränkten Bereich in jedem Fall schweißtechnische Grundkenntnisse
besitzen und in der Lage sein, die im vorstehenden Absatz genannten Aufgaben zu erfüllen.

Sie werden gebeten, dafür Sorge zu tragen, daß die vorgenannten Anforderungen in den
betreffenden Betrieben Ihres Bezirks beachtet und eingehalten werden.

Den Bergbauunternehmen (zu nennen sind insbesondere die Mitgliedsgesellschaften des
nordrhein-westfälischen Steinkohlenbergbaus, die Rheinbraun AG und die im Geltungsbereich
der BVOT tätigen Unternehmen) wurde vorab Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben;
Einwendungen bestehen nicht.

Die Rundverfügung vom 9. 2. 1971 - 01.31.11 116 -, veröffentlicht im Sammelblatt unter
A 2.7, wird hiermit aufgehoben.

Dortmund, den 09. 08. 1995

Landesoberbergamt NRW

D r. F o r n e l l i



20.10.2000

18.43.1-6-3

Maßnahmen gegen Entzündungen
von Grubengas in Streckenvortrieben
mit Schneidkopf-Teilschnittmaschinen

A 2.7

An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen

Betr.: Maßnahmen gegen Entzündungen von Grubengas in Streckenvortrieben mit
         Schneidkopf-Teilschnittmaschinen

Bezug: Rundverfügungen vom 17.12.1990 und 6.4.1998- 18.43.1-6-3 - über Maßnahmen
          gegen Entzündungen von Grubengas in Streckenvortrieben mit Schneidkopf-
          Teilschnittmaschinen (SBl. A 2.7)

Technische Weiterentwicklungen in der Bewetterung und Bedüsung von Schneidköpfen
machen eine Neufassung vorgenannter Rundverfügungen erforderlich; die o. a. Rundver-
fügungen werden hiermit aufgehoben.

Zur Vermeidung von Zündereignissen werden Sie hiermit gebeten, nachstehende Maßnahmen
im Betriebsplanverfahren zur Geltung zu bringen:

  1. Durch wettertechnische Zusatzmaßnahmen, z. B. Zusatzluftdüsen, Jetblöcke,
    Luft-/Wasserbedüsung, sind Methan-Luft-Gemische im Eingriffsbereich des Schneidkopfes
    sowie innerhalb eines festzulegenden Gefahrenbereichs ausreichend zu verdünnen.
  2. Druck und Volumenströme des Bedüsungswassers und der Bedüsungsluft sind messtechnisch
    zu erfassen. Die Messwerte sind zu einer ständig besetzten Stelle zu übertragen und zu
    registrieren. Bei Erreichen der festgelegten Grenzwerte müssen die Schneidmotoren selbsttätig
    und unverzögert abgeschaltet werden. Gleichzeitig muss an der ständig besetzten Stelle ein
    Warnsignal ausgelöst werden.
  3. Die Grenzwerte zur Sicherstellung einer funktionsfähigen Bedüsung des Schneidkopfes
    und einer ausreichenden Bewetterung des Gefahrenbereichs sowie die Gestaltung,
    Anordnung und Überwachung der wettertechnischen Zusatzeinrichtungen sind beim
    erstmaligen Einsatz eines Maschinentyps oder Schneidkopfes unter Berücksichtigung des
    Streckenquerschnitts (Einsatz bisheriger Systeme bis 5,2 m Streckenhöhe) unter Hinzuziehung
    einer benannten Fachstelle (zur Zeit sind dies die Fachstelle für maschinentechnische Sicherheit
    und die Fachstelle für Sicherheit - Prüfstelle für Grubenbewetterung der DMT-GmbH)
    festzulegen.

Auf die Maßnahmen nach den Abschnitten 1. bis 3. kann nur dann verzichtet werden, wenn
zündfähige Methan-Luft-Gemische beim Betrieb der Schneidkopf-Teilschnittmaschinen nach-
weislich auszuschließen sind. Der Nachweis hierfür ist im Betriebsplanverfahren zu erbringen.

In Bereichen mit Gasausbruchsgefahr sowie in Bereichen, in denen bei der Auffahrung von
Grubenbauen die Ausgasung mit der planmäßigen Sonderbewetterung in Verbindung mit der
Entstaubungsanlage nicht sicher beherrscht werden kann, ist der Einsatz von Schneidkopf-
Teilschnittmaschinen nicht zuzulassen.

Bei Gasausbruchsverdacht ist entsprechend den Gasausbruchs-Richtlinien zu verfahren und
zu klären, ob der Teilschnittmaschinen-Einsatz unbedenklich ist. Feststellungen über die
Ausgasung sind hier in ausreichenden zeitlichen und örtlichen Abständen, insbesondere bei
erwarteten Änderungen, zu wiederholen.

Teilschnittmaschinen, deren Einsatz in diesen Bereichen für unbedenklich gehalten wird,
müssen jedoch mit einer automatischen Explosionslöschanlage ausgerüstet sein oder folgende
Voraussetzungen erfüllen:

Durch Wassernebelbedüsung in Verbindung mit reduzierter Schnittgeschwindigkeit müssen
Zündpotentiale beim Betrieb von Schneidköpfen ausgeschlossen sein. Hierüber sind entsprechende
Nachweise durch die o. a. Fachstellen zu erbringen.

Der Einsatz einer zugelassenen ortsbeweglichen Wassertrog-Auslösesperre im Nachläuferbereich
sollte bei Gasausbruchsverdacht angestrebt werden (planerische Einbeziehung unter Berücksichtigung
betrieblicher Gegebenheiten wie Geometrie, Sperrenbauarten).

Bei Neuanschaffungen von Teilschnittmaschinen soll durch entsprechende maschinentechnische
Voraussetzungen sichergestellt sein, dass die Schnittgeschwindigkeit beim Schneiden abrasiver
quarzhaltiger Steine herabgesetzt werden kann.

Die genannten Anforderungen gelten sinngemäß auch für Aufhauenmaschinen und vergleichbare
maschinelle Vortriebseinrichtungen, soweit Nebengesteinsschichten mitgeschnitten werden.

Dortmund, den 20.10.2000

Landesoberbergamt NRW

v o n   B a r d e l e b e n



09.11.2000

24.2-4-5

Durchführung von Brandschauen

A 2.7

An die Bergämter des Landes NW

Betr.: Durchführung von Brandschauen in den Betrieben über Tage

Der vorbeugende Brandschutz und die Brandbekämpfung unterliegen in den bergbaulichen
Betrieben gemäß § 69 Abs. 1 BBergG der Bergaufsicht. Daher sind die Gemeinden nicht für
die Durchführung von Brandschauen zuständig; die "Verordnung über die Organisation und
Durchführung der Brandschau (Brandschauverordnung - BrSchVO -)" vom 12.06.1984
findet gemäß § 42 Abs. 2 des Gesetzes über den Feuerschutz und die Hilfeleistung (FSHG)
vom 10.02.1998 für die der Bergaufsicht unterstehenden Betriebe keine Anwendung.

Zum Schutz von Sachgütern, Beschäftigten und Dritten im Betrieb sind regelmäßige Brand-
schauen notwendig; die Durchführung ist durch Aufnahme in den Brandschutzplan gemäß
Anhang 1 Nr. 1.4.5 ABBergV sicherzustellen. Hierbei ist wie folgt zu verfahren:

 1.1

Brandschauen sind in Anlehnung an § 6 Abs. 1 FSHG in den Gebäuden und Ein-
richtungen, die in erhöhtem Maße brand- oder explosionsgefährdet sind oder in
denen bei Ausbruch eines Brandes oder einer Explosion eine große Anzahl von
Personen oder erhebliche Sachwerte gefährdet sind, in Zeitabständen von längstens
5 Jahren durchzuführen. Die Frist ist zu verkürzen, wenn die besonders brand- oder
explosionsgefährdeten Gebäude und Einrichtungen (z.B. aufgrund komplexer
Bauweise, von Nutzungsänderungen oder Umbaumaßnahmen) oder das Ergebnis
der letzten Brandschau dies als erforderlich erscheinen lassen.

Die Betriebsleiter oder Stellvertreter sind an den Brandschauen zu beteiligen.

1.2

Brandschauen können als ein wirkungsvolles Mittel zur Überwachung der Maßnahmen
und Einrichtungen des Brandschutzes auch in den bergbaulichen Betrieben in Betracht
kommen, die nicht das unter Ziff. 1.1 beschriebene Gefährdungspotential aufweisen.

2.

Sieht der Unternehmer im Brandschutzplan die Durchführung von Brandschauen durch
Sachverständige vor, gelten für diese die Bestimmungen der Bergverordnungen des
Landesoberbergamts NRW hinsichtlich der Überwachung der Brandschutzmaßnahmen.

Sofern in den Betrieben nach Ziff. 1.2 Brandschauen durchgeführt werden, können
diese in Anlehnung an § 6 FSHG auch von hauptamtlichen Kräften der Feuerwehr oder
von Brandschutztechnikern vorgenommen werden.

3.

Das Bergamt hat sicherzustellen, dass es über den beabsichtigten Termin der Brandschau
rechtzeitig benachrichtigt und auf Verlangen beteiligt wird.

4.

Sind besonders brandgefährdete Gebäude, Räume, Anlagen und Einrichtungen sowie
explosionsgefährdete Bereiche in einem Betrieb (z. B. Kokerei, Aufbereitungsanlagen,
Kavernenspeicher) vorhanden, ist die Brandschau durch eine Brandschaukommission
durchzuführen. Dieser Brandschaukommission sollen angehören:

  • Der unter 1. genannte Sachverständige,
  • der Leiter der zuständigen Hilfeleistungsfeuerwehr,
  • gegebenenfalls die Leiter der Werkfeuerwehr und der Feuerwache,
  • der Brand- und Explosionsschutzbeauftragte / die für den Brandschutz
    verantwortliche Person,
  • der Leiter der Gasschutzwehr und
  • gegebenenfalls der Strahlenschutzbeauftragte.

Unterliegen der Brandschau Anlagen oder Einrichtungen, zu deren Beurteilung
technische Sonderkenntnisse erforderlich sind, sollte an der Brandschau ein
Sachverständiger, z. B. für Elektrotechnik, teilnehmen.

5.

Bei der Brandschau ist u. a. festzustellen, ob die vorhandenen Einrichtungen und
Maßnahmen dem Brandschutzplan entsprechen. Ferner ist zu prüfen, ob der
Brandschutz durch den Betrieb beeinträchtigt worden ist. Derartige Beein-
trächtigungen sind u. a. anzutreffen bei

  • der unsachgemäßen Lagerung brennbarer Stoffe,
  • Belegung freizuhaltender Flächen für die Anfahrt und den Einsatz der
    Feuerwehren (Aufstell- und Angriffsflächen),
  • Belegung von Flucht- und Rettungswesen,
  • der vorgeschriebenen Löschwasserversorgung (Zustellen von Hydranten,
    nicht frostsichere Verlegung von Leitungen, ungenügende Wassermengen),
  • den vorgeschriebenen Brandabschnitten oder der brandtechnischen Sicherung
    in Wanddurchbrüchen,
  • der Durchführung von Brenn- und Schweißarbeiten sowie
  • der Brandmeldung und der Alarmierung der Feuerlöschkräfte.

Über das Ergebnis der Brandschau ist eine Niederschrift zu fertigen, die den Beteiligten
auszuhändigen bzw. dem Unternehmer und dem Bergamt zuzustellen ist. In diese
Niederschrift ist aufzunehmen, ob und zu welchem Zeitpunkt erforderlichenfalls
eine Nachschau wegen festgestellter Mängel vorgenommen werden soll und welche
Verbesserungsmaßnahmen für den Brandschutz empfohlen werden.


Die Rundverfügung vom 20.03.1986 - 24.1-1-29 -, veröffentlicht im Sammelblatt unter den
Gliederungsnummern A 2.7 und A 7, werden hiermit aufgehoben.

Dortmund, den 09.11.2000

Landesoberbergamt NRW

v. B a r d e l e b e n



 12.07.2001

85.24.2-4-4

Brandschutz-Richtlinien im Steinkohlenbergbau
über Tage

A 2.7

An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen (außer Bergamt Düren)

Richtlinien für den Brandschutz im Steinkohlenbergbau über Tage des Landes Nordrhein-Westfalen

Die Richtlinien des Landesoberbergamtes Nordrhein-Westfalen für den Brandschutz im Stein-
kohlenbergbau über Tage vom 04.07.1991, zuletzt geändert mit Verfügung vom 10.01.1995,
sind unter Beteiligung der Deutschen Steinkohle AG und der DMT-Fachstelle für Brand- und
Explosionsschutz über Tage überarbeitet worden.

Die Neufassung enthält unter Beibehaltung der bisherigen Systematik zahlreiche Änderungen in
Anpassung an die allgemeinen Brandschutzbestimmungen, das bergbehördliche Regelwerk und
das Sachverständigenwesen.

Neu aufgenommen wurden die Abschnitte "Lüftungstechnische Anlagen", "Feuerarbeiten",
"Löschwasserrückhaltung", "Einsatzleitung" und "Maßnahmen nach einem Brandereignis".

Löschmannschaften unter Atemschutz sind zukünftig auch in den Tagesbetrieben mit Aufbereit-
ungsanlagen vorzuhalten. Ihr Einsatz richtet sich nach dem "Plan für das Gasschutzwesen".

Im Abschnitt 11 "Übergangsbestimmungen, Abweichungen von den Richtlinien" sind die
Fristen für die Ausrüstung von Löschmannschaften mit Atemschutz und für die brandschutz-
technische Anpassung von Lüftungsanlagen festgelegt. Abweichungen von den Richtlinien
sind mit dem Unternehmer im Betriebsplanverfahren zu regeln.

Der Nachweis der Eignung der in Abschnitt 3.4 der Richtlinien genannten brandschutztechnischen
Anlagen kann neben der Eignungsbestätigung durch die DMT zukünftig insbesondere auch durch
eine Zulassung des VdS Schadenverhütung erbracht werden.

Die Anlage 6 "Erstmalige und wiederkehrende Prüfungen der Geräte, Einrichtungen und Aus-
rüstungen für den Brandschutz" wurde im Hinblick auf die erforderliche Qualifikation der
prüfenden Personen nach der Systematik des § 4 BVOSt gegliedert. Sie enthält Empfehlungen,
soweit die Prüfungen nicht nach den einschlägigen Vorschriften (z.B. Technische Prüfverordnung)
verbindlich vorgeschrieben sind. Die Einzelheiten hat der Unternehmer im Brandschutzplan gemäß
Anhang 1 Nr. 1.4.5 ABBergV festzulegen.

In den Anlagen 7, 9 und 10 sind Hinweise für die Unterweisung und Ausbildung der Löschhelfer
und Löschmannschaften entsprechend den Festlegungen der Deutschen Steinkohle AG, Herne,
aufgeführt.

Die neuen Brandschutz-Richtlinien sind im Betriebsplanverfahren verbindlich zu machen.

Die bisher geltenden Brandschutz-Richtlinien über Tage vom 04.7.1991 und die Änderungsver-
fügung vom 10.1.1995 - 24.8-1-18 - werden hiermit aufgehoben.

Dortmund, den 12. Juli 2001

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag

E k h a r t M a a t z



Richtlinien
für den Brandschutz im Steinkohlenbergbau über Tage
des Landes Nordrhein-Westfalen
(Brandschutz-Richtlinien über Tage)
vom 12. Juli 2001
- 85.24.2 - 4 - 4 -

Inhaltsverzeichnis

1 Allgemeines

2 Vorbeugender Brandschutz

2.1 Allgemeines
2.2 Besonders brandschutzbedürftige Gebäude, Räume, Anlagen und Einrichtungen
2.2.1 Behelfsbauten
2.2.2 Umkleideräume, Waschkauen
2.2.3 Lüftungstechnische Anlagen
2.2.4 Gurtförderanlagen
2.2.5 Koksofenbedienungsmaschinen
2.2.6 Räume mit Rohrleitungen, Behältern und Apparaten für brennbare Gase
2.2.7 Räume für die Lagerung, Aufbewahrung und Abfüllung brennbarer Flüssigkeiten sowie
        verdichteter, verflüssigter oder unter Druck gelöster brennbarer Gase
2.2.8 Entstaubungsanlagen für brennbare Stäube
2.2.8.1 Leitungen
2.2.8.2 Filter
2.2.8.3 Gebläse (Lüfter)
2.2.8.4 Kohlentrocknungsanlagen
2.2.8.5 Überwachung
2.2.9 Kohlenbunker
2.3 Räume mit elektrischen Anlagen
2.3.1 Räume mit Transformatoren
2.3.2 Räume mit elektrischen Schalt- und Verteilungsanlagen
2.4 Messwarten, Grubenwarten, Leitstände und EDV-Anlagen
2.5 Versorgungskanäle und -schächte (z.B. für Kabel oder Rohrleitungen)
2.6 Gasbehälter mit zugehörigen Anlagen
2.7 Lagerung giftiger und brandfördernder Stoffe
2.8 Feuerarbeiten

3 Geräte, Einrichtungen und Ausrüstungen für den Brandschutz

3.1 Allgemeines
3.2 Feuerlöschgeräteraum
3.3 Feuerlöscher
3.4 Selbsttätige Brandmeldeanlagen, ortsfeste Löschanlagen, Gaswarnanlagen sowie Rauch-
      und Wärmeabzugsanlagen
3.4.1 Nachweis der Eignung
3.4.2 Errichtung, Inbetriebnahme und Überwachung
3.4.3 Selbsttätige Brandmeldeanlagen
3.4.4 Ortsfeste Feuerlöschanlagen
3.4.5 Gaswarnanlagen
3.4.6 Rauch- und Wärmeabzugsanlagen

4 Löschwasserversorgung, Löschwasserrückhaltung

4.1 Allgemeines
4.2 Löschwassernetz
4.2.1 Löschwasserleitungen
4.2.2 Nennweiten von Löschwasserleitungen
4.2.3 Löschwassermengen
4.2.4 Wasserdruckerhöhungsanlagen
4.3 Löschwasserentnahmestellen
4.3.1 Allgemeines
4.3.2 Hydranten
4.3.3 Sonstige Löschwasserentnahmestellen
4.4 Löschwasserrückhaltung

5 Brandschutzplan und Explosionsschutzplan über Tage

5.1 Allgemeines
5.2 Angaben und Unterlagen
5.2.1 Angaben über den betrieblichen Brandschutz
5.2.2 Übersichtspläne über den betrieblichen Brandschutz
5.2.3 Eignungsnachweise

6 Brand- und Explosionsschutzbeauftragter

6.1 Allgemeines
6.2 Aufgaben des Brand- und Explosionsschutzbeauftragten

7 Abwehrender Brandschutz

7.1 Allgemeines, Feuerlöschkräfte
7.2 Sicherstellung des abwehrenden Brandschutzes
7.3 Ausbildung
7.3.1 Löschhelfer
7.3.2 Löschmannschaften
7.3.3 Leiter der Löschmannschaften
7.4 Hilfeleistungsfeuerwehren
7.5 Einsatzleitung

8 Alarmierung

8.1 Allgemeines
8.2 Brandmeldung
8.3 Feuermeldestelle
8.4 Alarmierungssystem

9 Maßnahmen nach einem Brandereignis

10 Überwachung des Brandschutzes

10.1 Allgemeines
10.2 Überwachung und Wartung der Geräte, Einrichtungen und Ausrüstungen für den Brandschutz
10.3 Brandschauen

11 Übergangsbestimmungen, Abweichungen von den Richtlinien

Anlagen

1 Zusammenstellung der wesentlichen, den Brandschutz in den Tagesbetrieben des Stein-
   kohlenbergbaus betreffenden Normen (Stand März 2001)
2 Brandschutzmerkblatt für Behelfsbauten aus brennbaren Materialien
3 Hinweise für die brandschutztechnische Sicherung von Gurtförderanlagen
Hinweise für die brandschutztechnische Sicherung von Kohlenbunkern
5 Merkblatt für die Ausrüstung der Löschmannschaften
Erstmalige und wiederkehrende Prüfungen der Geräte, Einrichtungen und Aus-
   rüstungen für den Brandschutz
7 Hinweise für die Unterweisung der Löschhelfer
Merkblatt für das Löschen von Entstehungsbränden mit Feuerlöschern
Hinweise für die Unterweisung der Mitglieder von Löschmannschaften
10 Hinweise für die Ausbildung der Leiter von Löschmannschaften
11 Rundverfügung vom 09.11.2000 - 24.2 - 4 - 5 - Durchführung von Brandschauen in
     den Betrieben über Tage

1 Allgemeines

Diese Richtlinien gelten für Betriebsanlagen und Betriebseinrichtungen1)  im Steinkohlenbergbau
über Tage und sind im Betriebsplanverfahren gemäß § 52 ff. BBergG zur Anwendung zu bringen.
Sie enthalten die wesentlichen Anforderungen an den vorbeugenden baulichen, anlagentechnischen
(konstruktiven) und organisatorischen sowie den abwehrenden Brandschutz einschließlich der
zugehörigen Überwachungsmaßnahmen in den Tagesbetrieben des Steinkohlenbergbaus in
Nordrhein-Westfalen.

Die in diesen Richtlinien bezeichneten Geräte, Einrichtungen und Ausrüstungen für den Brand-
schutz müssen den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen.

Die nach diesen Richtlinien vorgesehenen Kennzeichnungen von Geräten und Einrichtungen
für den Brandschutz in Plänen oder im Betrieb sind nach DIN 40662) , DIN 14034 und
DIN 21916 Teil 2 sowie nach den Vorschriften des § 19 in Verbindung mit Anhang 4 ABBergV
vorzunehmen.

Sind Anlagen, Einrichtungen und Maßnahmen über diese Richtlinien hinaus zum Schutz
gegen eine Gefährdung der Untertagebetriebe durch Brände in den Tagesbetrieben notwendig,
sind diese auch im Brandschutzplan unter Tage festzulegen.


1) Im Sinne des § 2 Abs. 1 Nr. 3 BBergG.
2) Die in diesen Richtlinien genannten brandschutzrelevanten Normen sind in Anlage 1 aufgeführt.

2 Vorbeugender Brandschutz

2.1 Allgemeines

Betriebsanlagen und Betriebseinrichtungen sind so anzuordnen, zu errichten, zu betreiben und
instandzuhalten, dass der Entstehung und Ausbreitung von Feuer und Rauch zum Schutz von
Leben und Gesundheit der im Bergbau Beschäftigten und Dritter sowie zum Schutz von
Sachgütern und der Umwelt vorgebeugt wird. Im Brandfall müssen die Rettung von Menschen
und wirksame Löscharbeiten jederzeit möglich sein. Eine Brandausbreitung in die Nachbarschaft
der Werksanlagen ist zu vermeiden. Die Auswirkungen auf die Umwelt sind so gering wie
möglich zu halten.

2.2 Besonders brandschutzbedürftige Gebäude, Räume, Anlagen und Einrichtungen

Gebäude, brand- oder explosionsgefährdete Bereiche und Schachtbereiche im Umkreis von 20 m
um Tagesschächte einschließlich der zugehörigen Einrichtungen (z.B. Lüfteranlagen) sowie alle
sonstigen Räume, Anlagen und Einrichtungen, in denen auf Grund der Bauweise, der Brandlast
und der Brandentstehungsgefahr eine schnelle Brandausbreitung und Gefährdung von Personen
zu befürchten sind, bedürfen eines erhöhten Brandschutzes. Sie sind zur frühzeitigen Brander-
kennung bei nicht ständiger Belegung mit selbsttätigen Brandmeldeanlagen auszurüsten (vgl.
Abschnitt 3.4).

Bauliche Anlagen und Einrichtungen müssen neben den Bestimmungen der ABBergV und den
sonstigen einschlägigen Regelwerken insbesondere auch den baurechtlichen Vorschriften der
Landesbauordnung (BauO NRW)3) und den zugehörigen Rechtsvorschriften in den jeweils
geltenden Fassungen entsprechen.

Für die nicht der BauO NRW unterliegenden baulichen Tagesanlagen müssen die vorzulegenden
Betriebspläne neben dem bautechnischen Teil, sofern Brandlasten oder brandfördernde Stoffe
vorhanden sind, auch den Brandschutz umfassen4).

Die Beschäftigten müssen im Brandfall ihre Arbeitsplätze über geeignete Fluchtwege und
Notausgänge, die erffls. mit einer Sicherheitsbeleuchtung5) auszustatten sind, schnell und sicher
verlassen können. Ist bei der Flucht oder Rettung in Ausnahmefällen dennoch mit dem Auftreten
von Brandgasen in gesundheitsgefährdender Konzentration zu rechnen, so sind geeignete
Atemschutzgeräte (Fluchthauben, Filterselbstretter oder Sauerstoffselbstretter mit Gasschutzbrillen)
in ausreichender Zahl für den unmittelbaren Einsatz am Arbeitsplatz bereitzuhalten6).


3) Gemäß § 1 Abs. 2 Nr.2 BauO NRW gilt dieses Gesetz nicht für Anlagen, soweit sie der
    Bergaufsicht unterliegen, mit Ausnahme von Gebäuden. Gebäude sind gemäß § 2 Abs. 2 a.a.O.
    selbstständig benutzbare, überdachte bauliche Anlagen, die von Menschen betreten werden
    können und geeignet oder bestimmt sind, dem Schutz von Menschen, Tieren oder Sachen
    zu dienen.
4) Vgl. Rundverfügung "Landesbauordnung" vom 15.1.1985 -01.24.4-1-1-, veröffentlicht im
    Sammelblatt der Bezirksregierung Arnsberg für die Bergbehörden des Landes Nordrhein-
    Westfalen unter Abschnitt 6.
5) Anhang 1 Nr. 2.5 ABBergV; vgl. auch Arbeitsstätten-Richtlinie (ASR) 7/4 "Sicherheits-
    beleuchtung".
6) Anhang 1 Nr. 3 ABBergV.
2.2.1 Behelfsbauten

Bei Holz- und sonstigen Behelfsbauten aus brennbaren Materialien (z. B. Baracken, Bauwagen)
sind die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen gemäß Anlage 2 zu treffen.

2.2.2 Umkleideräume, Waschkauen

Umkleideräume und Waschkauen, in denen die Kleidung an Ketten und Haken hochgezogen wird,
sind erfahrungsgemäß besonders brandgefährdet. In der Nähe der Ein- und Ausgänge dieser
Umkleideräume und Waschkauen muss mindestens ein Wandhydrant vorhanden sein; die Länge
der dort vorzuhaltenen Schläuche ist so zu bemessen, dass im Brandfall jeder Teil der Umkleide-
räume und Waschkauen erreicht werden kann.

Im Brandfall müssen Personen diese Umkleideräume und Waschkauen schnell und sicher verlassen
können.7) Umkleideräume und Waschkauen nach Absatz 1 müssen mindestens zwei Fluchtwege
haben. Fluchtwege sind ausreichend breit zu bemessen; Türen müssen in Fluchtrichtung aufgehen.
Die Fluchtwege sind zu kennzeichnen. Bei der Bemessung der Fluchtwege und Türen können
die Arbeitsstättenverordnung und die hierzu ergangenen Arbeitsstätten-Richtlinien zum Anhalt
genommen werden.8)

Um einen Brand der unter der Decke hängenden Kleidung wirkungsvoller am Boden löschen
zu können, ist an geeigneter Stelle ein Bolzenschneider zum Durchtrennen der Aufhängeketten
vorzuhalten.

Die genannten Räume müssen mit selbsttätigen Brandmeldeanlagen und je nach ihrer Brandlast
und der Gefährdung durch oder für benachbarte Räume oder Gebäude mit Rauch- und Wärme-
abzugsanlagen ausgerüstet sein. Ausgenommen hiervon sind Waschkauen und Umkleideräume
mit nicht brennbaren Spinden. Decken und Wände von Waschkauen und Umkleideräumen
müssen der Brandlast entsprechende Feuerwiderstandsklassen nach DIN 4102 haben.


7) Vgl. Anhang 1 Nr. 2 ABBergV.
8) ASR 10/1 - Türen, Tore.
2.2.3 Lüftungstechnische Anlagen

Beim Betrieb lüftungstechnischer Anlagen (Be- und Entlüftungsanlagen) ist sicherzustellen,
dass von ihnen eine Brandgefahr nicht ausgehen kann. Sofern sich in den Lüftungsleitungen
(Lüftungsrohren, -schächten und -kanälen) brennbare Stäube ansammeln können, müssen
diese Leitungen regelmäßig überprüft und erffls. gereinigt werden.

Falls in Gebäuden (z.B. Waschkauen) oder benachbarten Bereichen die Ausbreitung von Feuer
und Rauch durch vorhandene Be- und Entlüftungsanlagen begünstigt werden kann, sind
geeignete Maßnahmen zu treffen, die einen Weiterbetrieb der Lüftungsanlagen im Brandfall
sicher ausschließen.

Die baulichen Anforderungen an Lüftungsanlagen ergeben sich aus § 42 BauO NRW und
der zugehörigen Verwaltungsvorschrift.9)


9) Verwaltungsvorschrift zur Landesbauordnung - VV BauO NRW.

2.2.4 Gurtförderanlagen

In Bandbrücken, in brand- und explosionsgefährdeten Bereichen sowie in Bereichen um
Tagesschächte mit Gurtförderanlagen sind besondere Brandschutzmaßnahmen erforderlich.
Hier sind die Hinweise der Anlage 3 zu beachten; dies gilt auch beim Transport heißen Förder-
gutes mit Gurtförderern. In anderen Gebäuden und Räumen mit Gurtförderanlagen ist die
jeweilige Schutzbedürftigkeit nach Lage des Einzelfalles festzustellen. Dabei ist zu prüfen,
welche der in den genannten Hinweisen aufgeführten Maßnahmen in Betracht kommen.

2.2.5 Koksofenbedienungsmaschinen

Koksofenbedienungsmaschinen sind hohen Temperaturen ausgesetzt. Bei der Errichtung ist
deshalb eine entsprechende Auswahl der verwendeten Bauprodukte und Einrichtungen erforderlich.

Elektrische Einrichtungen und Verkabelungen sowie Leitungen für brennbare - auch schwer
entflammbare - Flüssigkeiten (z.B. Hydraulikleitungen, Leitungen für Zentralschmierung) sind
so zu verlegen oder durch geeignete Einrichtungen 10) (z.B. Ummantelungen oder Abschirmungen)
so zu schützen, dass die auftretenden betriebsbedingten Temperaturen nicht zu Beschädigungen
führen.

Am Arbeitsplatz des Maschinenfahrers oder an anderer Stelle, die auch im Brandfall vom
Maschinenfahrer schnell und gefahrlos erreicht werden kann, sind geeignete Feuerlöscher
in ausreichender Zahl bereitzuhalten (siehe Abschnitt 3.3).

Das zuständige Bedienungspersonal muss im Umgang mit den Löschgeräten unterwiesen sein.


10) Vgl. DIN 4102 Teil 1.

2.2.6 Räume mit Rohrleitungen, Behältern und Apparaten für brennbare Gase

Räume mit Rohrleitungen, Behältern und Apparaten für brennbare Gase (z.B. Räume von
Gasreinigungsanlagen, Gasverdichterräume, Räume von Generatoren mit Wasserstoffkühlung,
Grubengasabsaugeanlagen) müssen be- und entlüftet werden; sie müssen Be- und Entlüftungs-
öffnungen haben, die unmittelbar ins Freie führen. Soweit die natürliche Lüftung nicht ausreicht 11),
ist eine geeignete technische Lüftung einzurichten. Bei Ausfall dieser Lüftung muss ein optisches
und akustisches Signal an einer ständig besetzten Stelle ausgelöst werden. Gaswarnanlagen nach
Abschnitt 3.4.5 sind erforderlich, wenn durch die brennbaren Gase eine gefährliche explosions-
fähige Atmosphäre12) entstehen kann.

Rohrleitungen, durch die brennbare Gase geleitet werden, müssen außerhalb von Gebäuden mit
leicht zugänglichen und gekennzeichneten Absperreinrichtungen ausgerüstet sein. In der Nähe
des Zuganges zu den genannten Räumen sollen Löschgeräte mit geeigneten Löschmitteln (z.B.
fahrbare Pulverlöschgeräte mit ausreichendem Löschvermögen) bereitgestellt werden. Außerhalb
dieser Räume sind Möglichkeiten zu schaffen, mit denen eine Brandentdeckung unmittelbar an
die Feuermeldestelle (vgl. Abschnitt 8.3) weitergeleitet werden kann. Neben Druckknopf-Feuer-
meldern bietet sich dazu auch eine telefonische Direktverbindung zu der vorgenannten Stelle an.

Als weitere Sicherheitsmaßnahme für derartige Räume kommt der Einbau automatischer oder
von Hand auszulösender Rauch- und Wärmeabzugsanlagen in Betracht.


11) Eine ausreichende Be- und Entlüftung ist gegeben, wenn an keiner Stelle des Raumes 20%
      der unteren Explosionsgrenze unter normalen Betriebsbedingungen erreicht werden.
12) Gefährliche explosionsfähige Atmosphäre ist explosionsfähige Atmosphäre in gefahr-
      drohender Menge. Eine Gemischmenge gilt als gefahrdrohend, wenn im Falle ihrer Entzündung
      Personenschaden (oder Sachschaden) durch direkte oder indirekte Einwirkung einer
      Explosion bewirkt werden kann.

2.2.7 Räume für die Lagerung, Aufbewahrung und Abfüllung brennbarer Flüssigkeiten
        sowie verdichteter, verflüssigter oder unter Druck gelöster brennbarer Gase13)

Die Wände, Decken und Abschottungen von Durchbrüchen der Räume für die Lagerung,
Aufbewahrung und Abfüllung brennbarer Flüssigkeiten sowie verdichteter, verflüssigter oder
unter Druck gelöster brennbarer Gase müssen eine ausreichende Feuerwiderstandsklasse
entsprechend DIN 4102 aufweisen. Zum Schutz vor gegenseitiger Brandeinwirkung und
zur Durchführung von Brandbekämpfungsmaßnahmen sind zwischen diesen Räumen und
anderen Räumen und Anlagen ausreichende Abstände einzuhalten; im Übrigen sind hierbei
die Bestimmungen der Verordnung über Anlagen zur Lagerung, Abfüllung und Beförderung
brennbarer Flüssigkeiten zu Lande (VbF) und der Verordnung über Druckbehälter, Druckgas-
behälter und Füllanlagen (DruckbehV) - in den jeweils geltenden Fassungen - zu beachten.

Räume für die Lagerung, Aufbewahrung und Abfüllung der genannten brennbaren Flüssigkeiten
und Gase sind so einzurichten, dass auslaufende brennbare Flüssigkeiten aufgefangen werden
können und ausströmendes Gas gefahrlos abgeleitet werden kann.

Diese Räume müssen be- und entlüftet werden; die Be- und Entlüftungsöffnungen müssen
direkt ins Freie austreten. Soweit die natürliche Lüftung nicht ausreicht (vgl. Fußnote zu
Abschnitt 2.2.6), ist eine geeignete technische Lüftung einzurichten. Bei Ausfall dieser Lüftung
muss ein optisches und akustisches Signal an einer ständig besetzten Stelle ausgelöst werden.
Die Räume sind je nach Gefahrklasse und Menge der brennbaren Flüssigkeiten sowie je nach
der Örtlichkeit des Lagers mit Brandmelde- oder Gaswarnanlagen auszurüsten und ausreichend
zu beleuchten.

Rohrleitungen, durch die brennbare Flüssigkeiten in Gebäude eingeleitet werden, müssen außerhalb
dieser Gebäude mit leicht zugänglichen und gekennzeichneten Absperreinrichtungen ausgerüstet
sein. Die in Abschnitt 2.2.6 aufgeführten weiteren Sicherheitsmaßnahmen kommen auch hier in
Betracht.


13) Vgl. §§ 13 und 14 BVOST.

2.2.8 Entstaubungsanlagen für brennbare Stäube 14)


14)
Mit Ausnahme von Koksstaub.

2.2.8.1 Leitungen

In Entstaubungsanlagen müssen Leitungen für brennbare Stäube mit Ausnahme von Koksstaub
aus nicht brennbarem Material bestehen. Leitungen aus Kunststoff dürfen nur verwendet werden,
wenn sie den brandtechnischen Anforderungen der DIN 22100 Teil 7 genügen und aus anti-
statischem Material bestehen. Beidseitig von Brandwänden dürfen Kunststoffleitungen auf eine
Erstreckung von jeweils 1 m nicht verwendet werden.

Leitungen von Entstaubungsanlagen sollten nicht durch Brandwände geführt werden.

Leitungen sind in einem solchen Abstand von Wärmequellen zu verlegen, dass Erwärmungen
über 50 °C vermieden werden. In den Leitungen soll die Strömungsgeschwindigkeit so groß sein,
dass Staubablagerungen während des Betriebes vermieden werden. Zur Bekämpfung von Bränden
in den Rohrleitungen sind diese mit Einrichtungen zur Löschmittelaufgabe auszurüsten. Geeignet
sind z.B. Anschlüsse für Löschleitungen oder Sichtklappen, durch die Löschmittel aufgegeben
werden können.

2.2.8.2 Filter

Bei neu zu errichtenden Entstaubungsanlagen sind die Filter einschließlich der Austragsvor-
richtungen in besonderen Räumen unterzubringen. Die Filterräume sind von den angrenzenden
Betriebsbereichen durch Wände, Decken und Abschottungen von Durchbrüchen mit ausreichender
Feuerwiderstandsklasse nach DIN 4102 abzutrennen.

Staubfilter, mit Ausnahme von Filtersäcken, -schläuchen und -tüchern, sind aus nicht brennbaren
Baustoffen nach DIN 4102 zu errichten. Filtersäcke, -schläuche und -tücher sind durch geeignete
Einrichtungen (z.B. Maschendrahtnetz) von Fremdstoffen (z.B. Papier- und Kunststoffteilchen)
freizuhalten.

In Entstaubungsanlagen sind Einrichtungen für die Bekämpfung von Bränden in Filteranlagen zu
schaffen. Als solche kommen in Betracht:

Es ist sicherzustellen, dass gefährliche elektrostatische Aufladungen nicht entstehen können. 15)


15) Vgl. Richtlinien für die Vermeidung von Zündgefahren infolge elektrostatischer Aufladungen
     - Richtlinien "Statische Elektrizität" - , herausgegeben vom Hauptverband der gewerblichen
     Berufsgenossenschaften (BGR 132).

2.2.8.3 Gebläse (Lüfter)

Gebläse von Entstaubungsanlagen müssen so beschaffen sein, dass sich zwischen Laufrad
und Gehäuse zündfähige Funken nicht bilden können. Gebläse müssen konstruktiv so gestaltet
sein, dass beim Betrieb keine Reibungswärme, die zu Zündgefahren führt, auftritt.

2.2.8.4 Kohlentrocknungsanlagen

Die Entstaubungsanlagen der Kohletrocknungsanlagen bedürfen außer den in den Abschnitten
2.2.8.1 bis 2.2.8.3 aufgeführten Einrichtungen wegen der erhöhten Betriebstemperaturen
gegebenenfalls weiterer brand- und explosionstechnischer Absicherungen (z.B. Temperatur-
überwachung, Inertisierung, besondere Überwachung in der Anfahr- und Stillsetzphase).

2.2.8.5 Überwachung

Die Entstaubungsanlagen sind während des Betriebes und bei Stillständen durch geeignete
Einrichtungen (z.B. CO-Mess- und Warngeräte, Temperaturfühler, selbsttätige Brandmelde-
anlagen) an besonders brandgefährdeten Stellen (z.B. Staubaustragseinrichtungen) auf Anzeichen
eines Brandes zu überwachen.

Diese Einrichtungen müssen bei Erreichen von Grenzwerten, die für den Einzelfall festzulegen
sind, Alarm auslösen und während des Betriebes das Abschalten der Anlage bewirken. Beim
Ansprechen der Alarmvorrichtung muss ein optisches und akustisches Signal an der Feuer-
meldestelle (vgl. Abschnitt 8.3) ausgelöst werden.

Die Lager der rohgasseitig angeordneten Gebläse (Lüfter) sind thermisch zu überwachen. Diese
thermische Überwachungseinrichtung muss bei Überschreitung der höchstzulässigen Temperatur
den Antrieb abschalten.

2.2.9 Kohlenbunker

Kohlenbunker bedürfen je nach ihrem Gefährdungscharakter besonderer baulicher und
brandschutztechnischer Einrichtungen. Bei Neubauten und vorhandenen Bunkeranlagen ist
zu prüfen, welche Maßnahmen hierfür in Betracht kommen; die in Anlage 4 aufgeführten
Hinweise können zum Anhalt genommen werden.

2.3 Räume mit elektrischen Anlagen

2.3.1 Räume mit Transformatoren

Räume mit Transformatoren, die Isolierflüssigkeiten enthalten, sind grundsätzlich von allen
übrigen Betriebsbereichen räumlich oder baulich zu trennen. In Gebäuden liegende Räume
sind durch Wände, Decken und Abschottungen von Durchbrüchen in Feuerwiderstandsklasse
F 90 nach DIN 4102 gegen die übrigen Räume abzuschirmen und mit Be- und Entlüftungs-
öffnungen zu versehen. Die Be- und Entlüftungsöffnungen von Transformatorräumen sind so
anzulegen, dass im Brandfall Feuer und Rauch nicht in angrenzende Räume übertreten können.

Transformatoren mit brennbaren Isolierflüssigkeiten sind durch selbsttätige Feuerlöschanlagen
abzusichern, wenn sie in Räumen betrieben werden, die nicht den vorstehenden Forderungen
entsprechen und wenn Personen bei einem Brand der Transformatoren durch Brandgase
gefährdet werden können.

2.3.2. Räume mit elektrischen Schalt- und Verteilungsanlagen

Selbsttätige Feuerlöschanlagen können auch erforderlich sein in Räumen, in denen isolierstoff-
gekapselte Schalt- und Verteilungsanlagen insbesondere mit Nennspannungen bis 1000 V 16)
vorhanden sind, vor allem, wenn bei einem Brand dieser Anlagen Personen durch Brandgase
gefährdet werden können.


16) Vgl. DIN VDE 0100 und DIN VDE 0101.

2.4 Messwarten, Grubenwarten, Leitstände und EDV-Anlagen 17)

Neu zu errichtende Messwarten, Grubenwarten, Leitstände und EDV-Anlagen (z. B. Rechnerräume),
die sicherheitsrelevante Funktionen haben und einem besonderen Sachwertschutz unterliegen, dürfen
nur in Räumen betrieben werden, die von anderen Betriebsbereichen, aus denen die Gefahr einer
Brandübertragung nicht mit Sicherheit auszuschließen ist, räumlich oder baulich getrennt sind.
Die bauliche Trennung muss in Feuer hemmender Form vorgenommen werden; zu empfehlen
ist eine Ausführung in der Feuerwiderstandsklasse F 90 nach DIN 4102. Diese Forderung gilt
auch für das Verschließen von Wanddurchgängen und -durchbrüchen sowie für die Durchführung
von Kabeln und Rohrleitungen.

Im Übrigen sind bei der Errichtung und dem Betrieb der vorgenannten Einrichtungen und Anlagen
die "Hinweise des DMT-Instituts für Rettungswesen, Brand- und Explosionsschutz zur brand-
schutztechnischen Absicherung von Gruben-, Sicherheits- und Messwarten sowie EDV-Anlagen"
zum Anhalt zu nehmen.

Bei vorhandenen Anlagen der genannten Art sind vorstehende Brandschutzmaßnahmen unter
Berücksichtigung des Einzelfalles durchzuführen.

Für Messwarten, Grubenwarten, Leitstände und EDV-Anlagen, in denen eine ständige Besetzung
nicht gewährleistet werden kann, wird die Installation selbsttätiger Brandmeldeanlagen empfohlen.

Der Einbau ortsfester selbsttätiger Feuerlöschanlagen ist erforderlich, wenn durch einen Brand
oder durch Brandeinwirkungen Personen durch den Ausfall betriebswichtiger Anlagen oder
wichtiger Kontrollfunktionen (z.B. CH4 -, CO - Anzeigegeräte) gefährdet werden. Der Wirk-
bereich der Löschanlagen sollte sich auch auf vorhandene Kabelböden erstrecken. Die Auslösung
der Löschanlagen muss in der Feuermeldestelle angezeigt werden.

Auf den Einbau selbsttätiger Feuerlöschanlagen in Räumen mit den genannten Anlagen kann
verzichtet werden, wenn diese Räume ständig besetzt sind.


17) Unter den Begriff "EDV-Anlagen" fallen nicht einzelne Arbeitsplatzrechner, sondern
     (Groß-)Rechnerräume u.ä.

2.5 Versorgungskanäle und -schächte (z.B. für Kabel oder Rohrleitungen)

Versorgungskanäle und -schächte mit Kabeln, elektrischen Leitungen und Rohrleitungen sollen
räumlich oder baulich von anderen Betriebsbereichen getrennt sein. Dies gilt insbesondere für
solche Kanäle und Schächte mit Kabeln und elektrischen Leitungen für die Versorgung von
Räumen mit Anlagen gemäß Abschnitt 2.4.

Werden Versorgungskanäle und -schächte durch Brandwände geführt, sind sie entsprechend
DIN 4102 in Feuerwiderstandsklasse F 90 abzuschotten. Gleiches gilt auch, wenn ein Austritt
von Feuer, Rauch oder brennbaren Gasen in den angrenzenden Bereichen zur Gefährdung von
Personen führen kann (z.B. zu Einziehschächten führende Kabelkanäle; Kreuzung von Gas-
leitungen mit Kabelkanälen, die zu elektrischen Betriebsräumen führen). Zu Einziehschächten
führende Kabelkanäle sind mit Einrichtungen zur Löschmittelaufgabe zu versehen.

Lange Kabelkanäle sind erffls. in einzelne Brandabschnitte zu unterteilen.

2.6 Gasbehälter mit zugehörigen Anlagen 18)

Glocken- und Scheibengasbehälter sowie Niederdruckgasbehälter anderer Bauarten mit
zugehörigen brand- und explosionsgefährdeten Anlagen bedürfen eines besonderen
Brandschutzes. Darüber hinaus müssen sie in ausreichender Entfernung von Wohnhäusern,
fremden Betriebsanlagen und Arbeitsstätten sowie von öffentlichen Straßen und betriebsfremden
Bahnanlagen errichtet werden. Im Allgemeinen sind folgende Abstände einzuhalten:

Innerhalb der vorgenannten Abstände darf nichts vorhanden sein, was zur Entstehung eines
Brandes Anlass geben oder zu einer Explosion führen könnte oder den Behälter durch
mechanische Einwirkungen (Einsturz, Wegschleudern von Gegenständen) bei Sturm beschädigen
kann. Innerhalb einer Entfernung von mindestens 6 m um den Behälter ist eine Freizone einzuhalten,
die befahrbar und für Feuerlöschfahrzeuge erreichbar sein muss. Beträgt der Abstand zwischen
Gasbehältern und benachbarten Gebäuden weniger als 100 m - außerhalb oder innerhalb des
Werksgeländes -, empfiehlt es sich, ortsfeste Feuerlösch-, Kühl- oder Inertisierungseinrichtungen
einzubauen.


18) Vgl. Richtlinien für die Aufstellung und den Betrieb von Niederdruck-Gasbehältern;
     DVGW-Regelwerk, Arbeitsblatt G 430. 

2.7 Lagerung giftiger und brandfördernder Stoffe

Für die Lagerung sehr giftiger und giftiger Stoffe in Verpackungen und ortsbeweglichen Behältern
sind die Technischen Regeln für gefährliche Stoffe -TRGS 514 - und für die Lagerung brand-
fördernder Stoffe in Verpackungen und ortsbeweglichen Behältern die Technischen Regeln für
gefährliche Stoffe - TRGS 515 - zu beachten.

2.8 Feuerarbeiten

In brand- und explosionsgefährdeten Bereichen ist das Verrichten von Arbeiten, von denen eine
Entzündungsgefahr ausgehen kann - hierzu zählen insbesondere Brennschneiden, Schweißen,
Trennschneiden und -schleifen, Löten und sonstige Arbeiten mit offener Flamme - nur dann erlaubt,
wenn ausreichende vorbeugende Maßnahmen gegen das Entstehen von Bränden oder Explosionen
getroffen werden.19) Vor Durchführung solcher Arbeiten sind die Maßnahmen und Verantwortlichkeiten
eindeutig und lückenlos festzulegen (z.B. im Rahmen des Ausstellens eines Erlaubnisscheines für
Brenn- oder Schweißarbeiten). Hierbei sind die "Bergverordnung für die Steinkohlenbergwerke"
(BVOSt), die "Schweißrichtlinien des Landesoberbergamts NRW" und die berufsgenossenschaftliche
Vorschrift "Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren" (BGV D 1) zu beachten bzw. zum
Anhalt zu nehmen.


19) Anhang 1 Nr. 1.1.4 ABBergV.

3 Geräte, Einrichtungen und Ausrüstungen für den Brandschutz

3.1 Allgemeines

Für jeden Übertagebetrieb müssen die erforderlichen Geräte, Einrichtungen und Ausrüstungen
für den Brandschutz vorhanden sein. Welche Geräte, Einrichtungen und Ausrüstungen erforderlich
sind, richtet sich nach der Brandgefährdung des Betriebes und ist in dem nach Anhang 1 Nr. 1.4.5
ABBergV geforderten Brandschutzplan aufzuführen. Die Brandgefährdung ergibt sich aus der Bauart
der Gebäude, ihrer Nutzung und Einrichtungen, der gelagerten oder verarbeiteten Stoffe sowie aus
den Gebäudeabständen. Gleiches gilt für sonstige bauliche Anlagen und Betriebsanlagen im Freien.

Die Instandhaltung der Geräte, Einrichtungen und Ausrüstungen für den Brandschutz richtet sich
nach den Festlegungen des Unternehmers im Brandschutzplan (siehe Abschnitt 10.2).

3.2 Feuerlöschgeräteraum

Für die Unterbringung von Geräten, Einrichtungen und Ausrüstungen für den Brandschutz
müssen auf jeder Hauptanlage und größeren Nebenanlage eines Bergwerks, auf Kokereien
und in sonstigen Nebenbetrieben Feuerlöschgeräteräume an geeigneten Stellen auf dem
Betriebsgelände vorhanden sein, sofern dies aus brandschutztechnischer Sicht - insbesondere
für den Einsatz der Löschmannschaften - erforderlich ist.

Der Feuerlöschgeräteraum muss aus nicht brennbaren Bauprodukten bestehen. Im Übrigen
sind Bauweise, Einrichtung und Lage des Feuerlöschgeräteraumes so zu wählen, dass die
Erreichbarkeit des Feuerlöschgeräteraumes und die Einsatzbereitschaft der dort befindlichen
Geräte, Einrichtungen und Ausrüstungen durch einen Brand nicht beeinträchtigt werden können
und die Gefahr der Brandübertragung möglichst gering ist.

Der Feuerlöschgeräteraum ist zu kennzeichnen und gegen unbefugtes Betreten zu sichern.
Ein Schlüssel für den Feuerlöschgeräteraum ist an leicht erreichbarer Stelle in der Nähe
dieses Raumes aufzubewahren. Ein weiterer Schlüssel muss in der Feuermeldestelle
(Abschnitt 8.3) aufbewahrt werden.

In dem Feuerlöschgeräteraum sind ein Verzeichnis über die dort vorgehaltenen Geräte,
Einrichtungen und Ausrüstungen sowie die für den abwehrenden Brandschutz relevanten
Unterlagen und Pläne aufzubewahren.

Für die Ausstattung des Feuerlöschgeräteraumes ist das Merkblatt für die Ausrüstung der
Löschmannschaften (Anlage 5) zum Anhalt zu nehmen.

3.3 Feuerlöscher

In den Betrieben müssen entsprechend den spezifischen Brandgefahren geeignete, stets
einsatzbereite Feuerlöscher in ausreichender Anzahl und Verteilung vorhanden sein. Die
Feuerlöscher sind an gut sichtbaren und auch im Brandfall leicht zugänglichen Stellen
bereitzustellen. Sie sind gegen Beschädigungen zu schützen und dauerhaft in geeigneter
Weise zu kennzeichnen. Die berufsgenossenschaftlichen Regeln für die Ausrüstung von
Arbeitsstätten mit Feuerlöschern 20) können hierbei herangezogen werden.

Es dürfen nur typgeprüfte und zugelassene Feuerlöscher vorhanden sein und verwendet werden.21)

Die Feuerlöscher sind nach DIN 14406 Teil 4 instandzuhalten (siehe Anlage 6). Bei hohen
Brandrisiken oder starker Beanspruchung durch Umwelteinflüsse können kürzere Zeitabstände
erforderlich sein.

Die zusätzliche, regelmäßige Überprüfung der Feuerlöscher (mindestens eine Inaugenschein-
nahme zur Feststellung äußerlich erkennbarer Schäden oder Mängel) wird empfohlen.

Darüber hinaus sind die Bestimmungen über die wiederkehrenden Prüfungen nach der
Druckbehälterverordnung zu beachten.


20) BGR 133 (ZH 1/201); vgl. auch ASR 13/1,2 "Ausrüstung von Arbeitsstätten mit Feuer-
      löschern".
21) Ordnungsbehördliche Verordnung über Feuerlöschmittel und Feuerlöschgeräte
      - FeuerlöschVO -.

3.4 Selbsttätige Brandmeldeanlagen, ortsfeste Löschanlagen, Gaswarnanlagen sowie
      Rauch- und Wärmeabzugsanlagen

3.4.1 Nachweis der Eignung

Für die nachfolgend aufgeführten anlagentechnischen Brandschutzeinrichtungen muss vor der
erstmaligen Inbetriebnahme die Eignung nachgewiesen werden. Der Nachweis kann durch eine
Eignungsbestätigung der zuständigen Fachstellen der Deutschen Montan Technologie GmbH
(DMT), eine Zulassung des VdS Schadenverhütung oder eine Eignungsbescheinigung einer
qualitativ mindestens gleichwertigen Einrichtung erbracht werden.

Sofern diese Anlagen zukünftig einem vorschriftsgemäßen Konformitätsbewertungsverfahren
unter Zugrundelegung der maßgebenden Gemeinschaftsrichtlinien unterzogen werden, gilt der
Nachweis ebenfalls als erbracht.

3.4.2 Errichtung, Inbetriebnahme und Überwachung

Die anlagentechnischen Brandschutzeinrichtungen müssen für den jeweiligen Einsatzfall geeignet
sein. Sie sind von fachkundigen Personen (z.B. einer vom VdS anerkannten Errichterfirma) zu
errichten bzw. einzubauen und vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentlichen Änderungen
sowie anschließend regelmäßig wiederkehrend zu prüfen. Der Prüfumfang, die Prüffristen und
die fachlichen Anforderungen an die prüfenden Personen richten sich nach den Festlegungen
im Brandschutzplan. Einzelheiten hierzu sind in Anlage 6 aufgeführt 22).


22)
Die  Anlage 6 enthält Empfehlungen, soweit diese Prüfungen nicht nach anderen Vorschriften
     (z.B. nach TPrüfVO) verbindlich vorgeschrieben sind.

3.4.3 Selbsttätige Brandmeldeanlagen

Selbsttätige Brandmeldeanlagen 23) sollen für besonders brandschutzbedürftige Räume, Anlagen und
Einrichtungen (Abschnitt 2.2) vorgesehen werden, sofern diese nicht ständig belegt sind.

Für Gebäude, Räume, Anlagen und Einrichtungen sind selbsttätige Brandmeldeanlagen 24)
notwendig, wenn durch einen Brand Personen gefährdet werden oder betriebswichtige Anlagen
(z.B. Grubenwarten) ausfallen können.

Selbsttätige Brandmeldeanlagen müssen für die örtlichen Verhältnisse geeignet sein. Bei der Auswahl
müssen die Einsatzverhältnisse wie Luftbewegungen, Staubgehalt der Luft, korrosive Gase oder
Dämpfe und die Art des Brandgutes berücksichtigt werden.

Anstelle der selbsttätigen Brandmeldeanlagen kommen ggf. auch automatische Löschanlagen in
Betracht, deren Auslösung in der Feuermeldestelle angezeigt wird.


23) Einschließlich nicht selbständiger zur Anlage gehöriger Brandmelder.
24) Vgl. auch DIN VDE 0833. 

3.4.4 Ortsfeste Feuerlöschanlagen

Gebäude, Räume, Anlagen und Einrichtungen müssen außer mit selbsttätigen Brandmeldeanlagen
mit ortsfesten Löschanlagen ausgerüstet werden, wenn eine besonders schnelle Brandausbreitung
und ein Übergreifen auf andere Betriebsbereiche zu befürchten sind und dadurch Personen
gefährdet werden oder betriebswichtige Anlagen ausfallen. Ortsfeste Löschanlagen können
selbsttätig, von Hand oder gleichzeitig mit selbsttätigen Brandmeldeanlagen ausgelöst werden
(z.B. in Lagerräumen für brennbare Flüssigkeiten, in Räumen für Transformatoren mit brennbaren
Flüssigkeiten und in Bandbrücken).

Bei ortsfesten Feuerlöschanlagen mit Sauerstoff verdrängenden Gasen als Löschmittel müssen
die erforderlichen Personenschutzmaßnahmen getroffen werden 25) .


25) Vgl. "Sicherheitsregeln für CO2-Löschanlagen" (BGR 134). 

3.4.5 Gaswarnanlagen

In Gebäuden und Räumen, in denen durch brennbare Gase eine gefährliche explosionsfähige
Atmosphäre entstehen kann, müssen Gaswarnanlagen zur Raumluftüberwachung vorhanden
sein. Diese müssen bei Erreichen von Grenzwerten, die im Einzelnen festzulegen sind und die
nicht mehr als 20% der unteren Explosionsgrenze des in Betracht kommenden Gas/Luft-Gemisches
betragen sollen, sowie bei Störungsmeldungen optische und akustische Signale in den überwachten
Gebäuden oder Räumen und an einer ständig besetzten Stelle auslösen. An dieser Stelle ist eine
schriftliche Betriebsanweisung über die Art der Alarmierung mit Angabe der zu alarmierenden
Feuerwehr und der zuständigen Personen vorzuhalten.

3.4.6 Rauch- und Wärmeabzugsanlagen

Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) sind Anlagen, die aus einem oder mehreren Rauchab-
zügen (RA), Wärmeabzügen (WA), maschinellen Rauchabzügen (MA) oder deren Kombinationen
bestehen. Sie sind für Räume vorzusehen, in denen im Brandfall durch hohe Temperaturen und
starke Verrauchung Personen gefährdet werden können (z.B. Waschkauen).

In Treppenräumen sind Rauchabzüge in Abhängigkeit von der Geschosszahl der Gebäude und
der Anordnung der Treppenräume zu installieren, wenn dies zur Sicherstellung der Flucht und
Rettung von Personen sowie der Angriffswege der Löschkräfte erforderlich ist. 26)


26) Vgl. § 37 Abs. 12 BauO NRW.

4 Löschwasserversorgung, Löschwasserrückhaltung

4.1 Allgemeines

Unter Löschwasserversorgung sind alle Maßnahmen zu verstehen, die der Gewinnung, Bereitstellung
und Förderung von Löschwasser dienen. Im Brandfall muss für jede Betriebsanlage Löschwasser in
ausreichender Menge und mit genügend hohem Druck zur Verfügung stehen.

Die Einrichtungen für die Löschwasserversorgung baulicher Anlagen sind auf den Löschwasserbedarf,
die gegebenenfalls vorhandene Löschwasserversorgung und die technischen Möglichkeiten abzu-
stimmen. 27)

Der Löschwasserbedarf ist abhängig von dem Brandpotenzial der Schutzobjekte und der Gefahr
der Brandausbreitung. Zur Löschwasserversorgung zählen alle Löschwasserentnahmestellen, die
sich innerhalb einer solchen Entfernung vom Schutzobjekt befinden, dass sie bei einem Brand ohne
besondere Einsatzmaßnahmen benutzt werden können. Technische Voraussetzungen, die auf die Art
und Bemessung der vorzusehenden Anlagen und Einrichtungen für die Löschwasserversorgung
Einfluss haben, sind insbesondere die Leistungsfähigkeit der Wasserversorgungsunternehmen oder
bei unabhängigen Löschwasserentnahmestellen die Höhe des Grundwasser- bzw. Wasserspiegels
sowie die Leistungsfähigkeit der Feuerlöschpumpen.

Die Löschwasserversorgung ist im Einvernehmen mit dem örtlichen Wasserversorgungsunternehmen
zu planen. Hierbei sind die erforderlichen Wassermengen, die Leitungsnennweiten, die Anzahl der
Wasseranschlussstellen und die Zapfstellen zu berücksichtigen.


27) Siehe Arbeitsblatt W 405: "Bereitstellung von Löschwasser durch die öffentliche Trinkwasser-
     versorgung"; Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW).

4.2 Löschwassernetz

4.2.1 Löschwasserleitungen

Für jede Betriebsanlage ist die Löschwasserversorgung durch zwei voneinander unabhängige
Versorgungssysteme (z.B. Trinkwasser-Brauchwassernetz) sicherzustellen. Sind zwei voneinander
unabhängige Systeme nicht vorhanden, kann die Löschwasserversorgung auch durch eine Ringleitung
mit zwei örtlich getrennten Einspeisungen vorgenommen werden. Eine redundante Auslegung des
Löschwassernetzes ist nicht erforderlich, wenn Löschwasser auf andere Art zur Verfügung gestellt
werden kann.

Ringleitungen müssen durch Schieber in ausreichend bemessene Leitungsabschnitte unterteilt werden.

Frostgefährdete Löschwasserleitungen sind als Trockenleitungen zu verlegen. Der Abstand der
Entnahmestellen untereinander richtet sich nach dem Gefahrencharakter des Betriebes; er soll
nicht größer als 100 m sein.

4.2.2 Nennweiten von Löschwasserleitungen

Neu zu verlegende Hauptversorgungsleitungen sind so zu dimensionieren, dass die erforderliche
Löschwassermenge zur Verfügung steht. Sie sollten mindestens 200 mm Durchmesser haben;
die zugehörigen Schieber und Armaturen müssen einen glatten Durchgang aufweisen.

Gebäude mit mehr als 2 Stockwerken sind bei Neuerrichtung mit Steigleitungen für die Lösch-
wasserversorgung von mindestens 80 mm Nennweite zu versehen. Das gilt auch für vorhandene
Gebäude, wenn dort erhöhte Brandgefährdung anzunehmen ist (z.B. Windsichtungs- und Ent-
staubungsanlagen in Aufbereitungen, Trocknungsanlagen, Brikettfabriken). Die Steigleitungen
sind vom ersten Vollgeschoss an in jedem Geschoss mit C-Wandhydranten auszustatten.

Die Nennweiten der Schieber und Armaturen müssen den Nennweiten der Rohrleitungen entsprechen.

4.2.3 Löschwassermengen

Zur Sicherstellung einer ausreichenden Löschwasserversorgung ist für jeden Betrieb (z.B.
Tagesanlage, Kokerei) sowie für jeden örtlich selbständigen Betriebsteil (z.B. Außenschachtanlage)
als Richtwert eine Löschwassermenge von 96 m3/h für die Dauer von mindestens 2 Stunden
bereit zu halten.

Eine über den Richtwert hinausgehende Löschwassermenge ist bei besonderen Brandrisiken
des Betriebes oder einzelner Objekte bereit zu halten. Bei besonders geringen Brandrisiken des
Betriebes oder bei Bereithaltung besonderer Brandschutzeinrichtungen kann der Richtwert
unterschritten werden.

An der höchsten Stelle einer Steigleitung muss die Wassermenge von mindestens 200 l/min
mit ausreichendem Druck für den Einsatz der bereitgehaltenen Feuerlöscheinrichtungen,
erforderlichenfalls durch Wasserdruckerhöhungspumpen, gewährleistet werden.

4.2.4 Wasserdruckerhöhungsanlagen

Elektrisch betriebene Wasserdruckerhöhungsanlagen sind an eine Notstromanlage oder
Ersatzstromversorgung anzuschließen, es sei denn, dass ein Anschluss für eine Lösch-
wassereinspeisung durch eine Feuerlöschpumpe vorhanden ist.

4.3 Löschwasserentnahmestellen

4.3.1 Allgemeines

Auf jedem Betriebsgelände muss eine ausreichende Zahl von Löschwasserentnahmestellen
vorhanden sein. Diese sind so anzuordnen und einzurichten, dass ein Löschangriff auf jedes
Brandobjekt möglichst in Verbindung mit festen Fahrstraßen von mehreren Seiten erfolgen
kann. Löschwasserentnahmestellen sind durch genormte Hinweisschilder zu kennzeichnen. 28)


28) Anhang 4 ABBergV.

4.3.2 Hydranten

In den Löschwasserleitungen sind in Abständen, die den Schutzobjekten angemessen sind,
Hydranten vorzusehen. Unterflurhydranten sind fest einzufassen und nach DIN 4066 zu
kennzeichnen. An besonderen Gefahrenpunkten darf der Abstand der Hydranten höchstens
100 m betragen. Die Hydranten müssen auch bei Frost oder Schnee durch geeignete Maßnahmen
(z.B. Frostschutzmittel, Einfetten) eisfrei und betriebsbereit gehalten werden. In der Nähe von
besonders brandgefährdeten Anlagen sind ortsfeste Schlauchkästen mit Standrohren zum
Anschluss an Hydranten aufzustellen.

In unmittelbarer Nähe von Wandhydranten sind Schlauch und Strahlrohr in einem Schlauchkasten
unterzubringen.29)


29) Vgl. DIN 14461 und DIN EN 671.

4.3.3 Sonstige Löschwasserentnahmestellen

Sind auf dem jeweiligen Betriebsgelände sonstige Löschwasserreservoirs (z.B. Löschteiche,
Hafenbecken, Rohrbrunnen, Löschwasserbehälter, Kühltürme, aufgestaute Bäche, Flüsse)
erreichbar, so sind dort Löschwasserentnahmestellen vorzubereiten.

4.4 Löschwasserrückhaltung

Nach dem Besorgnisgrundsatz des Wasserrechts ist es erforderlich, verunreinigtes Löschwasser
zurück zu halten.

Bei der Lagerung wassergefährdender Stoffe oberhalb bestimmter Schwellenwerte in oder
auf den baulichen Anlagen ist zum Schutz der Gewässer vor dem bei einem Brand anfallenden
verunreinigten Löschwasser eine Löschwasser - Rückhaltung erforderlich. Das Erfordernis und
die Bemessung von Löschwasser - Rückhalteanlagen richten sich nach den Bestimmungen der
Löschwasser - Rückhalte - Richtlinie (LöRüRL) 30).

Als Löschwasser - Rückhalteanlagen gelten offene oder geschlossene Becken, Gruben oder Behälter
sowie sonst anders genutzte Räume und Flächen sowie Einrichtungen (wie Teile von Grundstücks-
entwässerungsanlagen), sofern diese geeignet sind, verunreinigtes Löschwasser aufzunehmen, wie
Auffangräume nach den Technischen Regeln für brennbare Flüssigkeiten (TRbF) 31).

Bei Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen sind die Verordnung über Anlagen
zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen und über Fachbetriebe (VAwS) und die zu deren
Vollzug ergangenen Verwaltungsvorschriften (VV-VAwS) zu beachten.


30) Richtlinie zur Bemessung von Löschwasserrückhalteanlagen beim Lagern wassergefährdender
     Stoffe vom 14.10.1992 [(MBl. NRW. S. 1719; ber. 1992, S. 879 (SMBl. 23236)].
31) TRbF 100/200: Allgemeine Sicherheitsanforderungen; TRbF 20: Läger.

5 Brandschutzplan und Explosionsschutzplan über Tage

5.1 Allgemeines

Über die Maßnahmen und Einrichtungen zum Brandschutz einschließlich Brandbekämpfung hat
der Unternehmer einen Brandschutzplan über Tage zu erstellen 32). Dieser Plan kann auch
gleichzeitig den Flucht- und Rettungsplan in Anlehnung an § 55 der Arbeitsstättenverordnung
enthalten 33).

Über die Maßnahmen und Einrichtungen des Explosionsschutzes hat der Unternehmer einen
Explosionsschutzplan aufzustellen 34).

Der Brandschutz- und der Explosionsschutzplan sind regelmäßig auf den neuesten Stand zu
bringen und im Betrieb verfügbar zu halten.


32) Anhang I Nr. 1.4.5 ABBergV.
33) Vgl. Abschnitt 5.2.2 letzter Absatz.
34) Anhang I Nr. 1.2.2 ABBergV.

5.2 Angaben und Unterlagen

Nachstehende Unterlagen und Pläne sind für den Einsatz der Feuerlöschkräfte an geeigneter
Stelle (z.B. Betriebsleitung, Feuermeldestelle) bereitzuhalten.

5.2.1 Angaben über den betrieblichen Brandschutz

Der Brandschutzplan muss mindestens folgende Angaben enthalten:

  1. Name, Dienststellung, örtlicher Zuständigkeitsbereich
    - der verantwortlichen Person, der die im § 61 Abs. 1 Nr. 2 BBergG festgelegten Pflichten
       übertragen worden sind,
    - des Brand- und Explosionsschutzbeauftragten 35),
    - des Leiters der betrieblichen Feuerlöschkräfte,
    - des Gasschutzleiters,
    - des Umweltingenieurs und
    - des Strahlenschutzbeauftragen.
  2. Angaben über die Feuerlöschkräfte
    - Stärke, Ausbildung und Ausrüstung der betrieblichen Feuerlöschkräfte,
    - Einsatzbereitschaft und Anrückzeit der betrieblichen Feuerlöschkräfte,
    - Stärke, Ausrüstung, Einsatzbereitschaft und Anrückzeit der Hilfeleistungsfeuerwehren.
  3. Art und Zahl der Feuerlöschgeräte und -einrichtungen, der von der Umgebungsatmosphäre
    unabhängig wirkenden Atemschutzgeräte und der Sprechfunkgeräte, die im Betrieb bereit
    gehalten werden.
  4. Lage und Beschaffenheit des Feuerlöschgeräteraumes, Auflistung der hier vorgehaltenen
    Geräte und Ausrüstungen für den Brandschutz.
  5. Art und Umfang der Löschwasserversorgung.
  6. Maßnahmen zur Löschwasserrückhaltung.
  7. Einrichtungen zur Alarmierung.
  8. Alarmierungs- und Organisationsschema.

    8.1 Schema zur Alarmierung der betrieblichen Feuerlöschkräfte, der Hilfeleistungsfeuer-
           wehren sowie der weiteren in Frage kommenden Personen und Stellen.
    8.2 Organisationsschema zur Besetzung wichtiger Dienststellen, Betriebsbereiche,
           Verkehrs- und Lotsenpunkte (Fernsprechvermittlung, Toreingänge, Lampenausgabe,
            Hubschrauberlandeplatz usw.)
    8.3 Namen der verantwortlichen Personen, die beauftragt sind, im Brandfall Absperrungen
          von Behältern und Leitungen mit Gasen oder brennbaren Flüssigkeiten zu veranlassen
          oder vorzunehmen.
  9. Verzeichnis der Druck- und Druckgasbehälter nach Art und Lage.
  10. Angaben über die Lagerung giftiger und brandfördernder Stoffe, soweit sie unter die
    Technischen Regeln für gefährliche Stoffe fallen (Abschnitt 2.7).
  11. Angaben zur Überwachung der Brandschutzmaßnahmen sowie Instandhaltung der
    Brandschutzeinrichtungen.


35) § 19 Abs. 1 BVOST.

 5.2.2 Übersichtspläne über den betrieblichen Brandschutz

Dem Brandschutzplan sind Übersichtspläne in Anlehnung an DIN 14095 36) beizufügen, aus
denen folgendes ersichtlich sein soll:

1. Lage bzw. Tagessituation

2. Ortsfeste Feuerlösch- und Brandmeldeanlagen, Rauch- und Wärmeabzugsanlagen sowie
    die Art ihrer Auslösung.

3. Tagesschächte und deren Schutzbereiche (Schachtbereiche).

4. Brandgefährdete Bereiche und gegebenenfalls deren Sicherung durch Brandabschnitte.

5. Flucht- und Rettungswege.

6. Lagerräume sowie Behälter und Rohrleitungen für Gefahrstoffe oder brennbare Gase
    (mit Kennzeichnung der Lagermengen von Behältern und der Absperreinrichtungen von
     Behältern und Rohrleitungen).

7. Kanäle und Schächte für Versorgungs- und Entsorgungsleitungen (z.B. Kabel, Rohre).

8. Hochspannungsfreileitungen und Trafostationen sowie deren Brandschutzeinrichtungen.

9. Bereiche und Standorte von radioaktiven Strahlern mit Hinweis auf den Strahlenschutz-
    einsatzplan 37).

10. Lage, Nennweite und Absperrorgane der Löschwasserleitungen.

11. Lage der Hydranten und sonstigen Anschlüsse für Löschwasserschläuche.

12. Sonstige Löschwasser-Entnahmestellen (Angaben über verfügbare Wassermengen oder
     Wasserleistung).

13. Räume und Bereiche, in denen nur bestimmte Löschmittel eingesetzt werden dürfen.

14. Einrichtungen zur Löschwasserrückhaltung.

15. Standorte und Zahl der Feuerlöscher und Schlauchkästen (gebäudeweise zusammengefasst)
      sowie der Feuerlöscheinrichtungen.

Sofern ein Flucht- und Rettungsplan in Anlehnung an § 55 der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV)
und unter Beachtung des Anhangs 1 Nr. 2 ABBergV erforderlich ist, sind die Angaben entsprechend
der Empfehlung des Bundesministers für Arbeit und Sozialordnung vom 10.12.1987 zu machen 38).


36) DIN 14095: Feuerwehrpläne für bauliche Anlagen; vgl. auch DIN 14034 und DIN 21916 Teil 2.
37) Vgl. Verordnung über den Schutz vor Schäden durch ionisierende Strahlung (Strahlenschutz-
      verordnung - StrlSchV).
38) Empfehlung des Bundesministers für Arbeit und Sozialordnung zur Aufstellung von Flucht- und
     Rettungsplänen nach § 55 ArbStättV vom 10.12.1987 - III B 2-34507-8 -; Bundesarbeitsblatt
     3/1988.

5.2.3 Eignungsnachweise

Dem Brandschutzplan und dem Explosionsschutzplan sind die nach Abschnitt 3.4.1 geforderten
Eignungsnachweise beizufügen.

6 Brand- und Explosionsschutzbeauftragter

6.1 Allgemeines

Zur Überwachung der Maßnahmen des Brand- und Explosionsschutzes sind gemäß § 19 Abs. 1
BVOSt Brand- und Explosionsschutzbeauftragte und darüber hinaus Stellvertreter zu bestellen.
Diese müssen nach einem vom Unternehmer aufzustellenden Plan ausgebildet sein und die örtlichen
und betrieblichen Verhältnisse kennen. Der Brand- und Explosionsschutzbeauftragte kann zugleich
auch mit anderen Aufgaben betraut werden, z.B. als Leiter der Gasschutzwehr.

6.2 Aufgaben des Brand- und Explosionsschutzbeauftragten

Der Brand- und Explosionsschutzbeauftragte hat insbesondere folgende Aufgaben:

1. Mitwirkung bei der Auswahl der Brand- und Explosionsschutzeinrichtungen und der
    Durchführung der Brand- und Explosionsschutzmaßnahmen.

2. Überwachung der Brand- und Explosionsschutzmaßnahmen (vgl. Anlage 6).

3. Unterweisung von Belegschaftsmitgliedern einschließlich der verantwortlichen Personen

4. Mitwirkung bei der Ausbildung von Löschhelfern und Löschmannschaften.

5. Mitwirkung bei der Erstellung des brandschutztechnischen Teils von Betriebsplänen und
    bei der Planung des löschtechnischen Teils des Strahlenschutzeinsatzplanes.

6. Mitwirkung bei der Erstellung und Änderung des Brand- und Explosionsschutzplanes.

7. Mitwirkung bei der Festlegung von Maßnahmen des Brand- und Explosionsschutzes bei
    der Durchführung von Feuerarbeiten (siehe Abschnitt 2.8).

8. Mitwirkung bei der Festlegung und Kennzeichnung von brand- und explosionsgefährdeten
    Bereichen sowie von Schutzbereichen um Tagesschächte.

9. Mitwirkung bei der Auswahl der betrieblichen Feuerlöschkräfte.

10. Mitwirkung bei der Verkehrsregelung innerhalb des Betriebes unter Berücksichtigung der
     Bekämpfung von möglichen Bränden.

11. Teilnahme an den Brandschauen (siehe Abschnitt 10.3).

7 Abwehrender Brandschutz

7.1 Allgemeines, Feuerlöschkräfte

Im Brandfall muss eine schnelle und wirksame Brandbekämpfung gewährleistet sein.

Um unverzüglich nach Feststellung eines Brandes Alarm auslösen und Brände bereits im
Entstehungsstadium bekämpfen zu können, müssen möglichst viele Belegschaftsmitglieder
und alle verantwortlichen Personen im Umgang mit Handfeuerlöschern und Feuerlösch-
einrichtungen unterwiesen sein und Alarm auslösen können (Löschhelfer, siehe Anlage 7).
In die Unterweisungen sind auch die Maßnahmen zum Schutz vor Rauchgasen einzubeziehen.

Je nach Gefahrengrad und Ortslage des Betriebes muss der abwehrende Brandschutz durch
betriebliche Feuerlöschkräfte und Hilfeleistungsfeuerwehren sichergestellt werden. Als
Hilfeleistungsfeuerwehren kommen öffentliche Feuerwehren und Werkfeuerwehren
benachbarter Betriebe in Betracht. Die betrieblichen Feuerlöschkräfte sind:

Zu den Aufgaben der Löschmannschaften zählen die weitere Bekämpfung von Bränden, die
in der Entstehungsphase nicht gelöscht werden können, erffls. die Rettung von Personen
und das Führen und Unterstützen der Hilfeleistungsfeuerwehren.

7.2 Sicherstellung des abwehrenden Brandschutzes

Bei der Beurteilung, ob der abwehrende Brandschutz sichergestellt ist, sind insbesondere
Einsatzbereitschaft, Stärke, Ausrüstung und Ausbildung der betrieblichen Feuerlöschkräfte
im Hinblick auf die besonderen Gefahren des jeweiligen Betriebes zu berücksichtigen. Dabei
ist vor allem maßgebend, ob nach Betriebszweck, Beschaffenheit und Einrichtung der Betriebs-
räume sowie der Art und Menge der gelagerten oder zu verarbeitenden Stoffe eine erhöhte
Brand-, Explosions- oder sonstige Gefahr (z.B. durch radioaktive Stoffe oder Gefahrstoffe)
im Betrieb oder für die Umgebung auftreten kann.

Das Erfordernis des Vorhaltens von Löschmannschaften, deren Stärke, Ausrüstung und die
Einsatzbedingungen sind vom Unternehmer unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse
im Einvernehmen mit der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, Herne, festzulegen.
Hierbei ist insbesondere auch die Stärke, Ausrüstung und Anrückzeit der Hilfeleistungs-
feuerwehren zu berücksichtigen.

In Kokereien, Aufbereitungsanlagen, Brikettfabriken und Kraftwerken ist in der Regel eine
erhöhte Brand- und Explosionsgefahr vorhanden. Die Feuerlöschkräfte müssen in der Lage
sein, einen entstandenen Brand bis zum Eintreffen der Hilfeleistungsfeuerwehr wirksam zu
bekämpfen und diese durch Mitglieder der Löschmannschaft unter Atemschutz zu unterstützen
und zu führen.

Auf jeder Produktionsschicht eines Betriebes mit dem o.g. erhöhten Risiko müssen mindestens
zwei Mitglieder der Löschmannschaft, die unter Atemschutz vorgehen können, anwesend sein.

Beim Einsatz von Löschmannschaften unter Atemschutz ist der Plan für das Gasschutzwesen
der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen zu beachten.

Mitglieder von Löschmannschaften müssen im Brandfall unverzüglich alarmiert werden und
ihre Arbeitsstelle verlassen können, ohne dass dadurch der Betrieb gefährdet wird; sie müssen
darüber hinaus ortskundig sein und den Feuerlöschgeräteraum schnell erreichen können.

7.3 Ausbildung

7.3.1 Löschhelfer

Auf jeder belegten Schicht eines Betriebes muss eine ausreichende Anzahl gemäß Anlage 7
unterwiesener Personen anwesend sein.

Die Unterweisungen sind in Abständen von längstens zwei Jahren zu wiederholen.

Den Unterwiesenen ist ein Merkblatt für das Löschen von Entstehungsbränden mit Feuerlöschern
gemäß Anlage 8 auszuhändigen. Dieses Merkblatt ist auch an wichtigen Betriebspunkten auszuhängen.

7.3.2. Löschmannschaften

Mitglieder von Löschmannschaften sind gemäß Anlage 12 zu unterweisen. Ihnen ist ein Merkblatt
für das Löschen von Entstehungsbränden mit Feuerlöschern auszuhändigen. Die Unterweisung muß
in regelmäßigen Abständen entsprechend den Betriebserfordernissen, mindestens jedoch einmal jährlich,
wiederholt werden. Bei Änderung der Örtlichkeiten, bei der Ausrüstung mit neuen Löschgeräten usw.
sollten entsprechende Nachunterweisungen vorgenommen werden. Sofern Aufgaben des vorbeugenden
Brandschutzes übernommen werden (z.B. Brandwache bei und nach Schweißarbeiten) ist die
Unterweisung entsprechend zu erweitern.

7.3.3 Leiter der Löschmannschaften

Die Leiter der Löschmannschaften müssen verantwortliche Personen sein. Sie müssen nach den
Hinweisen für die Ausbildung von Leitern von Löschmannschaften gemäß Anlage 10 ausgebildet
worden sein und insbesondere auch umfassende Kenntnisse über die Einsatzorte gefährlicher Stoffe
(z.B. radioaktive Stoffe, Gefahrstoffe) sowie über besondere brandschutztechnische Gefahrstellen
(z.B. Hochspannungsleitungen, elektrische Anlagen) besitzen.

7.4 Hilfeleistungsfeuerwehren

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass die in Betracht kommenden Hilfeleistungsfeuerwehren
die besonderen Betriebsverhältnisse bzw. die Brandgefahren des Betriebes und die wesentlichen
Einrichtungen und Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes kennenlernen. Der Brandschutzplan
ist mit ihnen zu erörtern. Außerdem ist ihnen Gelegenheit zu geben, die örtlichen Verhältnisse zu
besichtigen und auf dem Betriebsgelände Übungen abzuhalten.

Die für den abwehrenden Brandschutz relevanten Pläne und Unterlagen sind den Hilfeleistungswehren
auszuhändigen.

7.5 Einsatzleitung

Zur weiteren wirkungsvollen Bekämpfung eines Brandes, der im Entstehungsstadium nicht gelöscht
werden kann, und zur Koordinierung der sich ggf. anschließenden Maßnahmen ist eine technische
Einsatzleitung, bestehend aus der Betriebsleitung, dem Leiter der Löschmannschaften und, soweit
erforderlich, den in Abschnitt 5.2.1 Nr. 1 genannten Personen, zu bilden. Beim Eintreffen der
Hilfeleistungsfeuerwehr übernimmt der Leiter dieser Wehr, unterstützt durch die v.g. Personen,
die Einsatzleitung.

8 Alarmierung

8.1 Allgemeines

Für eine erfolgreiche Brandbekämpfung und zum Schutz der Belegschaft ist ein schnelles Eingreifen
nach der Entstehung eines Brandes von entscheidender Bedeutung. Um einen wirksamen ersten
Löschangriff möglichst bereits im Brandentstehungsstadium zu gewährleisten, sind unmittelbar
nach der Brandmeldung die betroffene Belegschaft zu warnen und die Feuerlöschkräfte zu alarmieren.

8.2 Brandmeldung

Bei Feststellung oder Anzeichen eines Brandes ist jeder Betriebsangehörige verpflichtet, den nächst-
gelegenen Feuermelder zu betätigen oder - wenn nicht vorhanden - der nächsterreichbaren
verantwortlichen Person oder der Feuermeldestelle (ständig besetzte Stelle) unverzüglich Meldung
zu erstatten.

Sofern die nächsterreichbare verantwortliche Person Kenntnis von einem Brand erhält, hat diese
die Feuermeldestelle unverzüglich zu benachrichtigen.

In den Betrieben müssen geeignete Einrichtungen zur Brandmeldung in ausreichender Anordnung
und Anzahl vorhanden sein; diese müssen auch bei Stromausfall betriebsbereit bleiben.

Geeignete Einrichtungen zur Brandmeldung sind:

Die Einrichtungen zur Brandmeldung müssen in Gebäuden an gut sichtbaren Stellen installiert
und leicht erreichbar sein (z.B. im Bereich von Ausgängen).

In frei stehenden Betriebsanlagen und Freiflächen sollten die Abstände zwischen den Feuermeldern
bzw. zwischen den Telefonen ca. 100 m nicht überschreiten. An die Stelle von Telefonen und
Feuermeldern können auch Wechselsprechanlagen treten. Neben oder an jedem zur Brandmeldung
geeigneten Telefon ist die Rufnummer der Feuermeldestelle gut erkennbar und dauerhaft anzubringen.


39) Gemäß DIN 14650 bis 14655 und DIN 14678.

8.3 Feuermeldestelle

Zur Entgegennahme von Brandmeldungen ist für jeden Betrieb eine ständig besetzte Stelle
einzurichten (Feuermeldestelle). Als Feuermeldestellen eignen sich u.a. Grubenwarten,
Telefonzentralen, Leitstände von Kraftwerken und Kokereien.

In der Feuermeldestelle ist eine schriftliche Betriebsanweisung über die Art der Alarmierung
mit Angabe der zu alarmierenden Feuerwehren bzw. Rettungsleitstelle und der zuständigen
Personen zur Einsichtnahme auszuhängen oder auszulegen.

Wird das in der Feuermeldestelle eingesetzte Belegschaftsmitglied mit weiteren Aufgaben
beauftragt (z.B. als Heilgehilfe), ist sicherzustellen, dass Alarmmeldungen ohne Verzögerung
entgegengenommen und weitergeleitet werden können.

8.4 Alarmierungssystem

Die Alarmierung der betrieblichen Feuerlöschkräfte muss sichergestellt sein (z.B. mittels Sirene
oder zentraler Lautsprecheranlage).

Der Feueralarm kann

ausgelöst werden.

Bei unmittelbarer Auslösung des Alarms muss die Brandmeldung auch in der Feuermeldestelle
angezeigt werden. Bei Eingang einer Brandmeldung in der Feuermeldestelle muss von dort aus
unverzüglich die Alarmierung nach dem Schema zur Alarmierung vorgenommen werden.

9 Maßnahmen nach einem Brandereignis

Falls nach Abschluss der Bekämpfung eines Brandes unter Zugrundelegung der Gesamtheit
der am Brand beteiligten Stoffe und der Brandbedingungen die Gefahr besteht, dass nennenswerte
Schadstoffkontaminationen an der Brandstelle und deren Umgebung vorhanden sein können, sind
entsprechende analytische Untersuchungen - erffls. auch außerhalb des Betriebsgeländes - unter
Beachtung der erforderlichen Personenschutzmaßnahmen zu veranlassen.

Nach dem Ergebnis der Analysen sind die weiteren Schutzmaßnahmen, z.B. bei Befahrungen
der Brandstelle und bei der anschließenden Brandsanierung, zu treffen.

Die Gefahrstoffverordnung und die zugehörigen Technischen Regeln 40) sind zu beachten. Darüber
hinaus kann die "Leitlinie zur Brandschadensanierung" des VdS Schadenverhütung zum Anhalt
genommen werden.


40) TRGS 524: Sanierung und Arbeiten in kontaminierten Bereichen.

10 Überwachung des Brandschutzes

10.1 Allgemeines

Die Durchführung, Einhaltung und Wirksamkeit der Brandschutzmaßnahmen müssen regelmäßig
überwacht, die brandschutztechnischen Geräte, Einrichtungen, Ausrüstungen und Anlagen regelmäßig
instand gehalten werden. Die mit diesen Aufgaben betrauten Personen müssen die fachlichen
Anforderungen erfüllen 41). Außerdem ist in regelmäßigen Zeitabständen, längstens bei den Brandschauen
nach Abschnitt 10.3, festzustellen, ob die Regelungen und Einrichtungen für den Brandschutz noch
den Anforderungen entsprechen oder welche weiterführenden Maßnahmen ergriffen werden müssen.

Es wird empfohlen, jährlich Gemeinschaftsübungen der Löschmannschaften unter Hinzuziehung
der Hilfeleistungsfeuerwehren (siehe Abschnitt 7.4) abzuhalten. Außer den Gemeinschaftsübungen
und Unterweisungen sollten Probealarme unter Beteiligung der Hilfeleistungsfeuerwehren vorgenommen
werden. An diesen Übungen und Alarmen ist der Brand- und Explosionsschutzbeauftragte zu beteiligen.
Bei den Probealarmen sind u.a. die Zeit bis zur Einsatzbereitschaft der betrieblichen Feuerlöschkräfte
sowie die tatsächlichen Anrückzeiten der Hilfeleistungsfeuerwehren unter Berücksichtigung üblicher
Verkehrsverhältnisse festzustellen.


41) Die fachliche Qualifikation dieser Personen richtet sich in Abhängigkeit vom Anforderungsgrad
     nach den Bestimmungen der §§ 4 und 19 Abs. 3 BVOSt und ggf. nach der Technischen
     Prüfverordnung - TPrüfVO (vgl. Anlage 6).

10.2 Überwachung und Wartung der Geräte, Einrichtungen und Ausrüstungen für den
        Brandschutz

Die Überwachung und Wartung der Geräte, Einrichtungen und Ausrüstungen für den Brandschutz
sind, soweit diese Aufgaben nicht den Sachverständigen vorbehalten sind, durch fachkundige
Personen sicherzustellen. Erffls. sind ein Brandschutzgerätewart und ein Vertreter zu benennen.
Diese Personen müssen nach einem vom Unternehmer aufzustellenden Plan ausgebildet sein.

Die erstmaligen und wiederkehrenden Prüfungen der Geräte, Einrichtungen und Ausrüstungen für
den Brandschutz richten sich nach den Vorgaben des Unternehmers (vgl. Anlage 6) und sind in den
Brandschutzplan aufzunehmen. Hierbei sind die Wartungsanweisungen der Hersteller und die
ansonsten geltenden Vorschriften 42) zu beachten.

Die Prüfintervalle, das Ergebnis der Prüfungen und die ggf. veranlassten und durchgeführten
Maßnahmen sind schriftlich festzuhalten.


42) Vgl. auch Technische Prüfverordnung - (TPrüfVO).

10.3 Brandschauen

Brandschauen sind entsprechend der Rundverfügung vom 09.11.2000 - 24.2-4-4 - durchzuführen
(Anlage 11).

11 Übergangsbestimmungen, Abweichungen von den Richtlinien

Die Anforderungen des Abschnittes 7.2 (Ausrüstung von Löschmannschaften mit Atemschutz)
müssen spätestens zum 31.12.2001 erfüllt werden.

Die in den Betrieben vorhandenen lüftungstechnischen Anlagen (Be- und Entlüftungsanlagen,
siehe Abschnitt 2.2.3), die nicht unter die Bestimmungen der Technischen Prüfverordnung
(TPrüfVO) fallen, sind auf ihre brandschutztechnische Relevanz (Gefahr der Entstehung bzw.
Ausbreitung von Bränden) zu untersuchen. Ggf. sind sie wiederkehrend zu prüfen (siehe Anlage 6).
Erforderliche bauliche Maßnahmen müssen spätestens bis zum 30.6.2002 durchgeführt worden sein.

Sofern der Unternehmer die in diesen Richtlinien enthaltenen Anforderungen an den Brandschutz
im Einzelfall nicht einhalten kann, hat das Bergamt die weitere Vorgehensweise und die ggf.
vorzunehmenden Ersatzmaßnahmen im Betriebsplanverfahren, erffls. unter Hinzuziehung der
DMT-Fachstelle für Brand- und Explosionsschutz über Tage - Abteilung Brandschutz, der
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, Herne, oder einer qualitativ mindestens gleichwertigen
Einrichtung zu regeln.



Anlage 1

Zusammenstellung
der wesentlichen, den Brandschutz in den Tagesbetrieben
des Steinkohlenbergbaus betreffenden Normen

Stand März 2001

DIN-Nummer

Teil

Titel

Ausgabe

3179

1

Einteilung von Atemgeräten; Übersicht

7. 82

3221

 

Unterflurhydranten PN 16

1. 86

3222

 

Überflurhydranten PN 16

1. 86

4066

 

Hinweisschilder für die Feuerwehr

7. 97

4102

1 - 19

Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen

9. 77 -11. 98

14010

 

Angaben zur statistischen Erfassung von Bränden

7. 99

14011

 

Begriffe aus dem Feuerwehrwesen

 

 

1

Physikalische und chemische Vorgänge

7. 91

 

2

Abwehrender Brandschutz einschließlich Wasserversorgung

6. 75

 

3

Technische Hilfeleistung

5. 79

 

5

Brandschutzeinrichtungen

5. 80

 

7

Persönliche Ausrüstung und Geräte

11. 79

 

8

Fernmeldewesen und -betrieb

4. 78

 

9

Organisation

3. 85

14033

 

Kurzzeichen für das Feuerwehrwesen

1. 00

14034

 

Graphische Symbole für das Feuerwehrwesen

 

 

1

Einheiten, Fahrzeuge, Einrichtungen

6. 79

 

2

Besondere Risiken

6. 79

 

3

Bedienvorgänge

6. 79

 

4

Feuerwehrruf 112, Notruf 110

6. 79

 

5

Geräte

6. 79

 

6

Bauliche Einrichtungen

6. 79

14090

 

Flächen für die Feuerwehr auf Grundstücken

6. 77

14095

 

Feuerwehrpläne für bauliche Anlagen

8. 98

14096

 

Brandschutzordnung

 

 

1

Allgemeines und Regeln für das Erstellen des Teils A (Aushang)

1. 00

 

2

Regeln für das Erstellen des Teils B (für Personen ohne besondere Brandschutzaufgaben)

1. 00

 

3

Regeln für das Erstellen des Teils C (für Personen mit besonderen Brandschutzaufgaben)

1. 00

14210

 

Löschwasserteiche

11. 82

14220

 

Löschwasserbrunnen

4. 91

14230

 

Unterirdische Löschwasserbehälter

4. 91

14244

 

Löschwasser-Sauganschlüsse, Überflur und Unterflur

1. 74

14272

 

Schaummittel

 

 

1

Proteinschaum und Fluor-Protein-Schaummittel zur Erzeugung von Schwerschaum für Löschzwecke

8. 84

 

2

Mehrbereich-Schaummittel zur Erzeugung von Schwer-, Mittel- und Leichtschaum für Löschzwecke

8. 84

14365

1

Mehrzweckstrahlrohre, PN 16; Maße, Werkstoffe, Ausführung, Kennzeichnung

2. 91

14406

4

Tragbare Feuerlöscher; Instandhaltung

12. 84

14410

 

Tragkraftspritzen (Anforderungen, Typ- und Abnahmeprüfung)

11. 91

14461

 

Feuerlösch-Schlauchanschlusseinrichtungen

 

 

1

Wandhydrant mit formstabilem Schlauch

2. 98

 

2

Einspeiseeinrichtung und Entnahmeeinrichtung für Steigleitung "trocken"

1. 89

 

3

Schlauchanschlussventile PN 16

4. 96

 

4

Einspeisearmatur PN 16 für Steigleitung "trocken"

1. 89

 

5

Schlauchanschlussarmatur PN 16 für Steigleitung "trocken"

6. 84

 

6

Schrankmaße und Einbau von Wandhydranten mit Flachschlauch nach DIN EN 671-2

6. 98

14462

 

Löschwasserleitungen

 

 

1

Begriffe, Schematische Darstellungen

1. 88

14493

 

Ortsfeste Schaum-Löschanlagen

 

 

1

Allgemeines

7. 77

 

2

Schwerschaum-Löschanlagen

7. 77

 

3

Mittelschaum-Löschanlagen

7. 77

 

4

Leichtschaum-Löschanlagen

7. 77

14494

 

Sprühwasser-Löschanlagen, ortsfest, mit offenen Düsen

3. 79

14530

 

Löschfahrzeuge

 

 

1

Typen, Anforderungen an löschtechnische Einrichtungen

1. 89

 

16

Tragkraftspritzenfahrzeug TSF

1. 97

 

17

Tragkraftspritzenfahrzeug TSF-W

3. 95

14650

1

Nichtautomatische Brandmelder (Feuermelder) A und B zur Anwendung im Freien; Maße und Anforderungen

11. 79

14651

 

Nichtautomatische Brandmelder (Feuermelder) D zur Anwendung in trockenen Räumen

5. 79

14652

 

Nichtautomatische Brandmelder (Feuermelder) E zur Anwendung im Freien

5. 79

14653

 

Nichtautomatische Brandmelder (Feuermelder) H zur Anwendung im Freien

5. 79

14655

 

Nichtautomatische Brandmelder (Feuermelder) G zur Anwendung in trockenen Räumen

5. 79

14675

 

Brandmeldeanlagen; Aufbau

6. 00

14678

 

Nichtautomatische Brandmelder (Feuermelder) K zur Anwendung in explosionsgefährdeten Betriebsstätten

5. 79

14920

 

Fangleine, Arbeitsleine; Anforderungen, Prüfung, Behandlung

2. 99

14926

 

Feuerwehr-Sicherheitsgurte mit Zweidornschnalle; Anforderungen, Prüfung

12. 91

18082

 

Feuerschutzabschlüsse

 

 

1

Stahltüren T 30-1; Bauart A

12. 91

 

3

Stahltüren T 30-1; Bauart B

1. 84

18089

1

Feuerschutzabschlüsse; Einlagen für Feuerschutztüren; Mineralfaserplatten; Begriff, Bezeichnung, Anforderungen, Prüfung

1. 84

18093

 

Feuerschutzabschlüsse; Einbau von Feuerschutztüren in massive Wände aus Mauerwerk oder Beton; Ankerlagen, Ankerformen, Einbau

6. 87

18230

 

Baulicher Brandschutz im Industriebau

 

 

1

Rechnerisch erforderliche Feuerwiderstandsdauer

5. 98

 

2

Ermittlung des Abbrandverhaltens von Materialien in Lageranordnung - Werte für den Abbrandfaktor m

1. 99

18232

 

Baulicher Brandschutz im Industriebau

 

 

1

Rauch- und Wärmeabzugsanlagen; Begriffe und Anwendung

9. 81

 

2

Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, Rauchabzüge, Bemessung, Anforderungen und Einbau

11. 89

 

3

Rauch- und Wärmeabzugsanlagen, Rauchabzüge, Prüfungen

9. 84

21916

2,
2/A1,
3

Bergmännisches Risswerk; Betriebssicherheit; Brandschutz über Tage

7. 92 /
5. 00 /
6. 93

22100

7

Betriebsmittel und Betriebsstoffe aus Kunststoffen zur Verwendung in Bergwerken unter Tage; Sicherheitstechnische Anforderungen, Prüfungen

6. 00

22103

 

Schwer entflammbare Stahlseil-Fördergurte; Anforderungen, Prüfung

4. 94

22118

 

Textilfördergurte für den Steinkohlenbergbau; Brandtechnische Prüfung

8. 91

23330

 

Sicherheitskennzeichnung für den Bergbau; Verbotszeichen, Warnzeichen, Gebotszeichen, Rettungszeichen

7. 90

 

Beiblatt 6

Sicherheitskennzeichnung für den Bergbau;
Rettungszeichen RB 1

5. 83

EN 2

 

Brandklassen

1. 93

EN 3

 

Tragbare Feuerlöscher

 

 

Beiblatt 1

Feuerlöschmittel und Umweltschutz

3. 00

 

1

Benennung, Funktionsdauer, Prüfobjekte der Brandklassen A und B

7. 96

 

2

Dichtheitsprüfung, Prüfung der elektrischen Leitfähigkeit, Verdichtungsprüfung, besondere Anforderungen

7. 96

EN 3

3

Konstruktive Ausführung, Druckfestigkeit, mechanische Prüfungen

6. 94

 

4

Füllmengen, Mindestanforderungen an das Löschvermögen

7. 96

 

5

Zusätzliche Anforderungen und Prüfungen

6. 97

 

6

Festlegungen für die Bestätigung der Konformität tragbarer Feuerlöscher nach EN 3 Teil 1 bis Teil 5

7. 99

EN 54

 

Brandmeldeanlagen

 

 

1

Einleitung

10. 96

 

2

Brandmelderzentralen

12. 97

 

4

Energieversorgungseinrichtungen
Bestandteile automatischer Brandmeldeanlagen

12. 97

 

5

Wärmemelder; Punktförmige Melder mit einem Element mit statischer Ansprechschwelle

9. 89

 

6

Wärmemelder; Punktförmige Differenzialmelder ohne Element mit statischer Ansprechschwelle

9. 89

 

7

Punktförmige Rauchmelder; Rauchmelder nach dem Streulicht-, Durchlicht- oder lonisationsprinzip

9. 89

EN 54

8

Wärmemelder mit hohen Ansprechtemperaturen

9. 89

EN 133

 

Atemschutzgeräte; Einteilung

5. 91

EN 671

 

Ortsfeste Löschanlagen - Schlauchanlagen

 

 

1

Schlauchhaspeln mit formstabilem Schlauch

2. 96

 

2

Wandhydranten mit Flachschläuchen

2. 96

EN 1846

1

Feuerwehrfahrzeuge, Nomenklatur und Bezeichnung

2. 98

EN 20284

 

Fördergurte; Elektrische Leitfähigkeit; Spezifikation und Prüfverfahren

5. 93

ISO 13943

 

Brandschutz Vokabular

4. 00

VDE 0100

 

Bestimmungen für das Errichten von Starkstrom-Anlagen mit Nennspannungen bis 1000 V

5. 73

VDE 0101

 

Starkstromanlagen mit Nennwechselspannungen über 1 kV

1. 00

VDE 0108

1

Starkstromanlagen und Sicherheitsstromversorgung in baulichen Anlagen für Menschenansammlungen

10. 89

VDE 0132

 

Brandbekämpfung im Bereich elektrischer Anlagen

11. 89

VDE 0833

 

Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall

 

 

1

Allgemeine Festlegungen

1. 89

 

2

Festlegungen für Brandmeldeanlagen (BMA)

6. 00



Anlage 2

Brandschutzmerkblatt
für Behelfsbauten aus brennbaren Materialien

Brände in oder an Holzbauten und sonstigen Behelfsbauten aus brennbaren Materialien (z.B.
Baracken, Bauwagen) können leicht auf den umgebenden Bereich übergreifen. Es ist deshalb
insbesondere folgendes zu beachten:

  1. Nutzungsbeschränkungen

    Das Errichten derartiger Bauten darf nur für eine befristete Verwendungsdauer gestattet
    werden.

    Jeder Behelfsbau darf nur für eine Nutzungsart verwendet werden. Brennbare Flüssigkeiten,
    Gase oder Stäube dürfen nicht gelagert werden.
  2. Feuerstätten

    In Holzbauten dürfen offene Feuerstätten nicht verwendet werden. Geschlossene Feuerstätten
    (Öfen) müssen aus feuer- und formbeständigem Material hergestellt und mit einer Schamotte-
    Fütterung ausgekleidet sein.

    Feuerstätten sind auf einer nicht brennbaren Unterlage aufzustellen, die die Grundfläche der
    Feuerstätte an der Feuerseite mindestens 50 cm und an den übrigen Seiten mindestens 30 cm
    überragt. Als Unterlage verwendetes Eisenblech muss eine Mindestdicke von 1 mm aufweisen.

    Bei Ölöfen muss die Unterlage als Auffangwanne ausgebildet sein.

    Der Abstand der Feuerstätten und Rauchabzugsrohre von brennbaren Bauteilen, Einrichtungs-
    gegenständen und Lagergut muss wenigstens 40 cm, von Papier und Textilien mindestens
    80 cm betragen. Bei feuerhemmenden Bauteilen und Einrichtungsgegenständen verringert
    sich der Abstand auf 20 cm.

    Das Trocknen von Kleidungsstücken, Schuhen, Stiefeln u.ä. in einem Abstand von weniger
    als 60 cm von Feuerstätten ist unzulässig.

    Rauchgasrohre müssen aus nicht brennbaren und feuerbeständigen Materialien hergestellt und
    an Bogen- und Kniestellen mit dicht verschließbaren Reinigungsöffnungen versehen sein. Von
    freiem Holzwerk und anderen brennbaren Materialien müssen Rauchgasrohre einen Abstand
    von mindestens 50 cm haben. Soweit brennbare Materialien verputzt oder mindestens
    feuerhemmend verkleidet sind, ist ein Abstand von mindestens 25 cm einzuhalten.

    Rauchabzugsrohre müssen Dächer aus brennbaren Baustoffen um 40 cm überragen (bei
    Eindeckungen aus Holz ohne Dachpappe o.ä. 80 cm).

    Bei Durchführungen von Rauchabzugsrohren durch brennbare Bauteile sind

    - entweder die Bauteile im Umkreis von 20 cm um die Rauchrohre nicht brennbar herzustellen
    oder
    - die Rauchrohre so mit nicht brennbaren Dämmstoffen zu umkleiden, dass eine unzulässige
       Wärmeübertragung auf die brennbaren Bauteile ausgeschlossen ist (handwarm).

    Der Betrieb der Feuerstätten ist regelmäßig zu überprüfen. Feuerstätten einschließlich Zubehör
    sind in einem solchen Zustand zu erhalten, dass wesentliche Ablagerungen an Ruß und dergleichen
    sich nicht bilden und Funken und glühende Rußteile aus den Feuerungen und Rauchgasrohren
    nicht austreten können. Die Rauchgasrohre sind regelmäßig zu reinigen.
  3. Elektrische Installation

    Elektrische Installationen sind entsprechend den einschlägigen Bestimmungen zu errichten und
    zu betreiben [Bergverordnung des Landesoberbergamts Nordrhein-Westfalen für elektrische
    Anlagen vom 09.5.2000 (Elektro-Bergverordnung - ElBergV)].

    Bei Nichtbenutzung der Behelfsbauten sollen die elektrischen Anlagen stromlos gemacht werden
    (Hauptschaltersicherungen).

    Zur rechtzeitigen Erkennung brandgefährlicher Isolationsfehler und Abschaltung der fehlerhaften
    Anlagen wird der Einbau von Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (FI) empfohlen.

    Der Abstand von Wärme abstrahlenden Seiten elektrischer Heiz- und Kochgeräte von brennbaren
    Materialien muss mindestens 40 cm, derjenige ungeschützter Glühbirnen mindestens 20 cm und
    derjenige von ungeschützten Leuchtstofflampen mindestens 35 cm betragen.

    Die Verwendung elektrischer Heiz- und Kochgeräte mit freiliegenden Heizspiralen ist nicht zulässig.
  4. Dampf- und Warmwasserheizungen

    Blanke Metallteile von Dampf- und Warmwasserheizungen - besonders Rohrleitungen -, die
    regelmäßig oder dauernd Temperaturen von 80° C oder mehr erreichen, dürfen nicht fest und
    dauernd mit Holzteilen in Berührung sein. Die Leitungen sind an Berührungs- oder Durchführungs-
    stellen gegen Holzteile zu isolieren oder es sind Abstände von mindestens 10 cm einzuhalten. Unter
    Holzfußböden dürfen die Leitungen nur in Kanälen und mit gut dämmender Umhüllung verlegt
    werden.



Anlage 3

Hinweise für die brandschutztechnische Sicherung von Gurtförderanlagen

1. Allgemeines

Von Gurtförderanlagen geht aufgrund der Betriebsart sowie des Brandverhaltens des Gurt-
materials und unter Umständen auch des Fördergutes insbesondere während des Betriebes
Brandgefahr aus.

Eine besondere Gefährdung ergibt sich dadurch bei Gurtförderanlagen, die

betrieben werden.

Im Schachtbereich können Brandgase in den Grubenbetrieb oder brennende Stoffe in den Schacht
gelangen; in brand- und explosionsgefährdeten Bereichen wird die Brand- und Explosionsgefahr
erhöht und in Bandbrücken können Brände von einem Betriebsbereich in den anderen übertragen
werden.

Gurtförderanlagen bedürfen deshalb besonderer Brandschutzmaßnahmen. Anhand der nachfolgenden
Tabelle ist entsprechend dem Nutzungsbereich und Gefahrencharakter festzulegen, welche der dort
aufgeführten Maßnahmen anzuwenden sind.

In Bandbrücken und -kanälen mit mehr als 100 m Länge sollten auf der gesamten Länge Wasser-
leitungen vorhanden sein.

2. Brandschutztechnische Sicherung

Brandschutztechnische Sicherung

für Gurtförderanlagen

 

allgemein

in brand- gefährdeten
Bereichen u. Schacht-
bereichen

in explosions-
gefährdeten
Bereichen

für heißes
Fördergut

in Bandbrücken mit

 

 

 

 

 

Gefährdung
von
Personen

Gefährdung
von
Sachwerten

Nicht brennbares Baumaterial (DIN 4102)

0

2

2

2

2

1

Nicht brennbare Bandkonstruktion (DIN 4102)

2

2

2

2

2

2

Fördergurte mit brandtechnischen Eigenschaften nach DIN 22118

0

2

2

0

2

1

Fördergurte in Sonderqualität für Heißgut

0

0

0

2

0

0

Antistatische Gurte nach DIN EN 20284

0

0

2

0

0

0

Automatische Bandlaufkontrolle (Schlupfwächter, Überlastsicherung, Überladungssperre, Geradelaufkontrolle o.a.)

1

2

2

1

2

1

Temperaturüberwachung der Antriebs- und Umkehrrolle (mit Abschaltung und Alarmgabe)

1

1

2

1

2

1

Selbsttätige Brandmeldeanlagen an Antrieben, Übergaben und Umkehren

0

1

2

1

2

1

Sprühwasserlöschanlagen an Antrieben, Übergaben und Umkehren

1

1

1

1

2

1

Brandmeldegesteuerte Nachlöschanlagen

0

0

0

2

0

0

Feuerlöscher; an Antrieben, Übergaben und Umkehren je 2 Löscher; in Bandbrücken zusätzlich je 50 m 2 Löscher

2

2

2

2

2

2

Hydranten mit C-Strahlrohr und ausreichender Schlauchlänge jeweils an Antrieben, Übergaben und Umkehren, sowie in Abständen von 50 m

1

2

2

2

2

2

0 = nicht erforderlich 1 = empfehlenswert 2 = erforderlich



Anlage 4

Hinweise für die brandschutztechnische Sicherung von Kohlenbunkern

1 Allgemeines

Die Brandlast, die mögliche Selbst- und Fremdzündung der Kohlen sowie das mögliche Auftreten
explosionsfähiger Atmosphäre machen bei Kohlebunkern, zugehörigen geschlossenen Zulaufrinnen
und ggf. der gefährdeten Umgebung - unabhängig von notwendigen Explosionsschutzmaßnahmen -
besondere brandschutztechnische Sicherungen erforderlich.

2 Bauliche Anforderungen

Folgende bauliche Anforderungen kommen in Betracht:


* Die Bestimmungen der Landesbauordnung NRW können hierbei zum Anhalt genommen werden.
3 Brandschutztechnische Anforderungen

Je nach Lage, Größe und Gefahrencharakter der Bunkeranlage kommen folgende brand-
schutztechnischen Anforderungen in Betracht:

4 Bestehende Bunkeranlagen

Bei bestehenden Bunkeranlagen kann von den Anforderungen zu Ziffer 2 und 3 abgewichen
werden, wenn der Brandschutz auf andere gleichwertige Weise sichergestellt wird.



Anlage 5

Merkblatt für die Ausrüstung der Löschmannschaften

Für den Einsatz der Löschmannschaften kommen folgende Ausrüstungen in Betracht, die im
Feuerlöschgeräteraum aufzubewahren sind:

  1. Persönliche Ausrüstung
    Zur persönlichen Ausrüstung der Feuerlöschkräfte können gehören: Feuerwehrschutzanzüge,
    Feuerwehrhelme, Feuerwehrschutzhandschuhe, Feuerwehrstiefel bzw. Arbeitsschutzschuhe;
    ggf. sind weitere persönliche Ausrüstungen und Geräte nach DIN 14011 Teil 7 bereitzuhalten
    (Flammenschutzkleidung, Regenmäntel, Schutzbrillen usw.).
     
  2. Technische Grundausrüstung
    Als Mindestausrüstung sollte vorgehalten werden:

    Ein Tragkraftspritzenfahrzeug TSF (1/5) nach DIN 14530 mit Normbestückung oder eine
    Feuerlöschkarre für eine Tragkraftspritze TS 8/8 nach DIN 14410 mit dem erforderlichen
    Zubehör mit einem Zugfahrzeug, das jederzeit kurzfristig zur Verfügung stehen muss.

    Als Zubehör zählen die unter Ziffer 6 aufgeführten brandschutztechnischen Geräte und
    Ausrüstungen.

    Feuerwehrschläuche der Größen B und C müssen in einer solchen Anzahl zur Verfügung stehen,
    dass im Brandfall alle Betriebsbereiche von vorhandenen Wasserentnahmestellen mit wenigstens
    1 B- und 2 C-Strahlrohren erreicht werden können. Eine ausreichende Menge an Feuerwehr-
    schläuchen ist in Reserve zu halten.
  3. Sonderlöschgeräte
    Für Betriebsbereiche, in denen mit Bränden von Gasen und Flüssigkeiten oder Gefahrstoffen
    zu rechnen ist, kommen folgende Sonderlöschgeräte in Betracht: Pulverlöschanhänger, Kraft-
    fahrzeuganhänger mit Schaumwerfer, Löschgeräte und Löschmittel zur Bekämpfung der
    Brände von Gefahrstoffen.
  4. Atemschutzgeräte
    Die erforderlichen Atemschutzgeräte sind nach Maßgabe des Plans für das Gasschutzwesen
    der DSK-Hauptstelle für das Grubenrettungswesen in ausreichender Zahl an geeigneter Stelle
    einsatzbereit im Betrieb vorzuhalten.
  5. Leitern
    Zur Ausrüstung können Leitern oder Drehleitern notwendig sein, wenn z.B. hohe Gebäude
    vorhanden sind, in denen ein zweiter Fluchtweg fehlt.
  6. Reservehaltung
    Im Feuerlöschgeräteraum müssen je nach Größe des Betriebes in Reserve gehalten werden:
    Druck- und Saugschläuche, Strahlrohre, Verteiler, Standrohre, Hydrantenschlüssel, Schaufeln,
    Spaten, Reservefeuerlöscher, Schaummittel, Injektorzumischer, Schaumrohre, Seile und Leinen.
  7. Sonstige Ausstattung
    Für den Einsatz der Löschmannschaften sind im Feuerlöschgeräteraum geeignetes Geleucht
    (Kopfleuchten) und Sprechfunkgeräte vorzuhalten. Außerdem sind geeignete Selbstretter
    (z.B. Fluchthauben) in ausreichender Zahl zur Rettung von Personen bereit zu halten.

    Neben dem Verzeichnis über die im Feuerlöschgeräteraum vorgehaltenen Geräte, Einrichtungen
    und Ausrüstungen sind dort auch die für den abwehrenden Brandschutz relevanten Unterlagen
    und Pläne aufzubewahren (vgl. Abschnitt 3.2).



Anlage 6

Erstmalige und wiederkehrende Prüfungen der Geräte, Einrichtungen und Ausrüstungen für den Brandschutz a)

 

Gegenstand der Prüfung

Prüffristen b)

Zuständigkeit

1

Brandschau
Nachschau

fünfjährlich bzw. zweijährlich nach Erfordernis

Sachverständiger für die Durchführung der Brandschauen 

2.1

CO - Melder, Gaswarnanlagen

vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentl. Änderung
jährlich
monatlich
wöchentlich


SV c)
SV
SK d)
SK e)

2.2

CO-Warnanlagen in geschlossenen Großgaragen

vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentl. Änderung
jährlich
vierteljährlich


SV
SV
SK d)

3.1

Lüftungstechnische Anlagen (brandschutztechnische Anforderungen) f)

vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentl. Änderung
dreijährlich
halbjährlich
monatlich


SV
SV
SK d)
SK e)

3.2

Maschinelle Lüftungsanlagen in geschlossenen Mittel- und Großgaragen

vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentl. Änderung
zweijährlich
halbjährlich


SV
SV
SK d)

4

Brandmeldeanlagen, Alarmierungseinrichtungen

vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentl. Änderung
dreijährlich
vierteljährlich
wöchentlich


SV
SK d)
SK d)
SK e)

5.1

Rauch- und Wärmeabzugsanlagen

vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentl. Änderung
jährlich
halbjährlich


SV
SK d)
SK e)

5.2

Rauchabzugsanlagen, Überdruckanlagen zur Rauchfreihaltung von Rettungswegen

vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentl. Änderung
dreijährlich
halbjährlich


SV
SK d)
SK e)

5.3

Rauchabzüge in Treppenräumen gemäß § 37 Abs. 12 BauO NRW

vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentl. Änderung
dreijährlich
halbjährlich


SK d)
SK d)
SK e)

6.1

Ortsfeste, selbsttätige Feuerlöschanlagen

vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentl. Änderung
jährlich
halbjährlich, vierteljährlich und
nach Auslösung wöchentlich


SV
SV
SK d)
SK e)

6.2

Ortsfeste, nicht selbsttätige Feuerlöschanlagen

vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentl. Änderung
dreijährlich und nach Auslösung
halbjährlich


SK d)
SK d)
SK e)

7

Sicherheitsbeleuchtung und Sicherheitsstromversorgung

vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentl. Änderung
dreijährlich
jährlich


SV
SV
SK d)

8

Tragbare Feuerlöscher

zweijährlich
halbjährlich

SK d)
SK e)

9

Wandhydranten

jährlich
halbjährlich

SK d)
SK e)

10

Schlauchkästen mit Inhalt

halbjährlich (Frühjahr und Herbst)

SK e)

11.1

Löschwasserversorgung

nach wesentlicher Änderung
zweijährlich

SK e)
SK e)

11.2

Hydranten und sonstige Wasserentnahmestellen

halbjährlich (Frühjahr und Herbst)

SK e)

11.3

Druckerhöhungspumpen

halbjährlich

SK e)

11.4

Steigleitungen

halbjährlich

SK e)

12

Die im Feuerlöschgeräteraum bereitgestellten Geräte, Einrichtungen und Ausrüstungen

jährlich
nach Gebrauch

SK d)
SK e)

13

Automatische Schiebetüren in Rettungswegen

vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentl. Änderung
jährlich


SK d)
SK d)

14

Einrichtungen zum selbsttätigen Schließen von Rauch- und Feuerschutzabschlüssen
(z.B. Türen, Tore)

vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentl. Änderung
dreijährlich
jährlich


SK d)
SK d)
SK d) 

15

Elektrische Verriegelung von Türen in Rettungswegen

vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentl. Änderung
jährlich


SK d)
SK d)

16

Blitzschutzanlagen

vor der ersten Inbetriebnahme und nach wesentl. Änderung
dreijährlich


SK d)
SK d)

a) Die Tabelle enthält hinsichtlich der Prüffristen und der Qualifikation der prüfenden Personen
    Empfehlungen, soweit die Prüfungen nicht nach den einschlägigen Vorschriften (z.B. TPrüfVO)
    verbindlich vorgeschrieben sind.

b) Sofern keine anderen (kürzeren) Prüffristen durch den Eignungsnachweis / die Zulassung oder
    Herstelleranweisung vorgeschrieben sind

c) SV: Sachverständiger entsprechend den Anforderungen der Verordnung über die Prüfung
    technischer Anlagen und Einrichtungen von Sonderbauten durch staatlich anerkannte Sach-
    verständige und durch Sachkundige - Technische Prüfverordnung - (TPrüfVO), sofern die
    Einrichtungen unter den Geltungsbereich dieser Verordnung fallen; ansonsten gelten die
    Anforderungen des § 4 Abs. 1 und des §19 Abs. 3 BVOSt.

d) Sachkundiger entsprechend den Anforderungen der TPrüfVO bzw. des § 4 Abs. 2 BVOSt.

e) Sachkundiger entsprechend den Anforderungen des § 4 Abs. 3 BVOSt.

f) Insbesondere auch in den Gebäuden gemäß § 1 Abs. 1 TPrüfVO.



Anlage 7

Hinweise
für die Unterweisung der Löschhelfer

Die Unterweisung der Löschhelfer muss einen theoretischen und einen praktischen Teil
sowie eine Einweisung an ihren Arbeitsplätzen in den Betriebsbereichen, z.B. Koksofenbatterie,
Benzolfabrik, Waschkaue, Wäsche, Kesselhaus, Magazin, umfassen und mindestens folgendes
beinhalten:*

1. Umgang mit den im Betrieb vorhandenen Feuerlöschern** und Feuerlöscheinrichtungen,

2. Verhalten bei der Feststellung eines Brandes:

Die Unterweisungen sind von Personen mit entsprechender Fachkunde (z. B. Brand- und
Explosionsschutzbeauftragte, Leiter der Löschmannschaften) durchzuführen und in Abständen
von längstens 2 Jahren zu wiederholen.


*   Vgl. § 11 Abs. 1 i.V.m. Anhang 1 Nr. 4 ABBergV
** Vgl. Anlage 8: Merkblatt für das Löschen von Entstehungsbränden mit Feuerlöschern


Anlage 8

Merkblatt
für das Löschen von Entstehungsbränden mit Feuerlöschern

Die Löschtaktik bei der Verwendung von Feuerlöschern hat sich nach Art und Umfang des
Brandes sowie den örtlichen Gegebenheiten zu richten. Für den Löscheinsatz mit Feuerlöschern
sind grundsätzlich die folgenden Regeln zu beachten:

1. Allgemeine Löschregeln

2. Spezielle Löschregeln



Anlage 9

Hinweise
für die Unterweisung der Mitglieder von Löschmannschaften

Der Brand- und Explosionsschutzbeauftragte hat die Mitglieder der Löschmannschaft über Tage
theoretisch und praktisch zu unterweisen. Alternativ kann für die Erstuntersuchung ein Lehrgang
bei der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, Herne, gewählt werden.

Die Dauer der Erstunterweisung für Mitglieder der Löschmannschaft beträgt 3 Tage. Hinzu
kommt jeweils ein weiterer Tag für die betriebliche Einweisung vor Ort sowie erforderlichenfalls
ein weiterer Tag für Sonderunterweisungen (z. B. Pumpen-, Drehleiterlehrgang o.ä.).

1 Erstunterweisung

Die Erstunterweisung umfasst folgende Themen:

2 Betriebliche Einweisung

Die betriebliche Einweisung soll eng mit der Erstunterweisung verknüpft sein. Sie soll wenigstens
umfassen:

3 Nachunterweisung / Übungen

Bei den mindestens jährlich oder über das Jahr verteilt vorzunehmenden brandschutztechnischen
Nachunterweisungen sind die Mitglieder der Löschmannschaft mit den Örtlichkeiten, Ausrüstungen
und Einrichtungen theoretisch und in praktischen Übungen vertraut zu machen. Für diese Nachunter-
weisung ist im Allgemeinen eine Unterrichtszeit von etwa 8 Stunden ausreichend.

Ergänzend sollen die Mitglieder der Löschmannschaft als Nothelfer* unterwiesen werden.

4 Atemschutz

Bei Mitgliedern der Löschmannschaft mit Atemschutz sind in der Erstunterweisung ergänzend
die theoretischen Grundlagen des Atemschutzes und die entsprechenden praktischen Übungen
und Unterweisungen gemäß Gasschutzplan über Tage zu vermitteln (Dauer ca. 20 Stunden).

Mitglieder der Löschmannschaft mit Atemschutz können als Gasschutzwehr organisiert werden.
Ihre Nachunterweisung beinhaltet zusätzlich zu Nr. 3 die vorgeschriebenen Atemschutzübungen,
die ggf. mit den brandschutztechnischen Nachunterweisungen kombiniert werden können.


* Vgl. § 8 Abs. 2 und 3 BVOSt


Anlage 10

Hinweise
für die Ausbildung der Leiter von Löschmannschaften

Die Verantwortung für den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz und damit auch
für die Leitung der betrieblichen Feuerlöschkräfte sollte in der Regel beim Brand- und
Explosionsschutzbeauftragten liegen.

Die Qualifikation als Leiter von Löschmannschaften über Tage ist in der Regel hinreichend
bei erfolgreicher Absolvierung der nachfolgend aufgeführten Lehrgänge / Unterweisungen
(bei entsprechender gesundheitlicher Eignung mit, sonst ohne den jeweiligen Atemschutzteil):

  1. Lehrgang Brand- und Explosionsschutzbeauftragter und Unterweisung /
    Lehrgang Löschmannschaft ohne / mit Atemschutz.
  2. Lehrgang Brand- und Explosionsschutzbeauftragter und Mitgliedschaft in einer öffentlichen
    Feuerwehr ohne / mit Atemschutz.

Soll der Leiter der Löschmannschaft / Gasschutzwehr die Verantwortung für den Atemschutz
mit wahrnehmen, so ist er zusätzlich als Gasschutzleiter oder gleichwertig (z. B. als Atemschutz-
beauftragter) auszubilden.

Alternativ kann bei einer Anlehnung betrieblicher Feuerlöschkräfte mit Atemschutz in Tagesbetrieben
an die Grubenwehr ein Oberführer der Grubenwehr die Verantwortung für den Atemschutz
(Gasschutzleiter) wahrnehmen.



Anlage 11

An die Bergämter des Landes NRW

Betr.: Durchführung von Brandschauen in den Betrieben über Tage

Der vorbeugende Brandschutz und die Brandbekämpfung unterliegen in den bergbaulichen
Betrieben gemäß § 69 Abs. 1 BBergG der Bergaufsicht. Daher sind die Gemeinden nicht für
die Durchführung von Brandschauen zuständig; die "Verordnung über die Organisation und
Durchführung der Brandschau (Brandschauverordnung - BrSchVO -)" vom 12.6.1984 findet
gemäß § 42 Abs. 2 des Gesetzes über den Feuerschutz und die Hilfeleistung (FSHG) vom
10.2.1998 für die der Bergaufsicht unterstehenden Betriebe keine Anwendung.

Zum Schutz von Sachgütern, Beschäftigten und Dritten im Betrieb sind regelmäßige
Brandschauen notwendig; die Durchführung ist durch Aufnahme in den Brandschutzplan
gemäß Anhang 1 Nr. 1.4.5 ABBergV sicherzustellen. Hierbei ist wie folgt zu verfahren:

1.1 Brandschauen sind in Anlehnung an § 6 Abs. 1 FSHG in den Gebäuden und Einrichtungen,
      die in erhöhtem Maße brand- oder explosionsgefährdet sind oder in denen bei Ausbruch
      eines Brandes oder einer Explosion eine große Anzahl von Personen oder erhebliche
      Sachwerte gefährdet sind, in Zeitabständen von längstens 5 Jahren durchzuführen.
      Die Frist ist zu verkürzen, wenn die besonders brand- oder explosionsgefährdeten
      Gebäude und Einrichtungen (z.B. aufgrund komplexer Bauweise, von Nutzungsänder-
      ungen oder Umbaumaßnahmen) oder das Ergebnis der letzten Brandschau dies als
      erforderlich erscheinen lassen.

      Die Betriebsleiter oder Stellvertreter sind an den Brandschauen zu beteiligen.

1.2 Brandschauen können als ein wirkungsvolles Mittel zur Überwachung der Maßnahmen
      und Einrichtungen des Brandschutzes auch in den bergbaulichen Betrieben in Betracht
      kommen, die nicht das unter Ziff. 1.1 beschriebene Gefährdungspotenzial aufweisen.

2. Sieht der Unternehmer im Brandschutzplan die Durchführung von Brandschauen durch
    Sachverständige vor, gelten für diese die Bestimmungen der Bergverordnungen des
    Landesoberbergamts NRW hinsichtlich der Überwachung der Brandschutzmaßnahmen.

    Sofern in den Betrieben nach Ziff. 1.2 Brandschauen durchgeführt werden, können diese in
    Anlehnung an § 6 Abs. 2 FSHG auch von hauptamtlichen Kräften der Feuerwehr oder von
    Brandschutztechnikern vorgenommen werden.

3. Das Bergamt hat sicherzustellen, dass es über den beabsichtigten Termin der Brandschau
    rechtzeitig benachrichtigt und auf Verlangen beteiligt wird.

4. Sind besonders brandgefährdete Gebäude, Räume, Anlagen und Einrichtungen sowie
    explosionsgefährdete Bereiche in einem Betrieb (z.B. Kokerei, Aufbereitungsanlagen,
    Kavernenspeicher) vorhanden, ist die Brandschau durch eine Brandschaukommission
    durchzuführen. Dieser Brandschaukommission sollen angehören:

Unterliegen der Brandschau Anlagen oder Einrichtungen, zu deren Beurteilung technische
Sonderkenntnisse erforderlich sind, sollte an der Brandschau ein Sachverständiger, z.B.
für Elektrotechnik, teilnehmen.

5. Bei der Brandschau ist u.a. festzustellen, ob die vorhandenen Einrichtungen und Maßnahmen
    dem Brandschutzplan entsprechen. Ferner ist zu prüfen, ob der Brandschutz durch den Betrieb
    beeinträchtigt worden ist. Derartige Beeinträchtigungen sind u.a. anzutreffen bei

Über das Ergebnis der Brandschau ist eine Niederschrift zu fertigen, die den Beteiligten auszuhändigen
bzw. dem Unternehmer und dem Bergamt zuzustellen ist. In diese Niederschrift ist aufzunehmen, ob
und zu welchem Zeitpunkt erforderlichenfalls eine Nachschau wegen festgestellter Mängel vorgenommen
werden soll und welche Verbesserungsmaßnahmen für den Brandschutz empfohlen werden.

Die Rundverfügungen vom 20.3.1986 -24.1-1-29 -, veröffentlicht im Sammelblatt unter den
Gliederungsnummern A 2.7 und A 7, werden hiermit aufgehoben.

Dortmund, den 09.11.2000

Landesoberbergamt NRW
- 24.2-4-5 -

v o n  B a r d e l e b e n



23.11.2001

83.18.7-2001-2

Brandschutztechnische Maßnahmen zur Errichtung und zum Betrieb von stationären Gurtförderanlagen mit Fördergurten in V-Qualität für Grubenbaue mit Wettergeschwindigkeiten > 3 m/s.

A 2.7

 An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen (ausgenommen Düren)

Betreff : Brandschutztechnische Maßnahmen zur Errichtung und zum Betrieb von stationären
Gurtförderanlagen mit Fördergurten in V-Qualität für Grubenbaue mit Wettergeschwindigkeiten
von > 3 m/s.

Bezug : Ergebnisse des Untersuchungsvorhabens der DMT-Fachstelle für Brand- und Explosions-
schutz unter Tage - VG Tremonia - 65.11-752-2 -,

In dem Untersuchungsvorhaben " Brandverhalten von Fördergurten der V-Qualität und Verbesserung
des Brandverhaltens an summierten Brandlasten" - 65.11-752-2 - ist untersucht worden, unter
welchen Bedingungen ein verlöschender Fördergurt, wie am 2. Juni 1996 auf dem Bergwerk
Hugo/Consolidation geschehen, abbrennen kann.

Bei allen durchgeführten Brandversuchen ist grundsätzlich die Tendenz zu beobachten gewesen,
dass mit steigender Brandlast die Fähigkeit einer Flammenweiterleitung am Fördergurt angestiegen ist.

Für die verlöschenden Eigenschaften eines Fördergurtes ist die Größe des Initialbrandes von Bedeutung.
Wenn der Initialbrand so groß ist, dass er sowohl den Obergurt als auch den Untergurt kräftig entzündet,
verliert ein Fördergurt in V-Qualität die verlöschenden Eigenschaften. Bei gleichzeitiger Zündung von
Ober- und Untergurt führt die gegenseitige Beflammung der beiden brennenden Gurtstücke zur
Eskalation des Brandes und zum völligen Abbrand des Fördergurtes. Bei lokal begrenzten, kleineren
Initialbränden, wie sie heutzutage in deutschen Steinkohlenbergwerken vorkommen können, wird
nur ein begrenztes Gurtstück entzündet und der Brand verlöscht von selbst.

Weiterhin ist auch der Einfluss der Wettergeschwindigkeit auf den Brandverlauf untersucht worden.
Das Brandverhalten wird bei höheren Wettergeschwindigkeiten sprunghaft ungünstiger. Bei einer
Wettergeschwindigkeit von > 3 m/s wird der Brand an einem verlöschenden Fördergurt angefacht,
weil glimmende Fördergurtteile in einen Flammenbrand übergehen. Ein Fördergurt in V-Qualität
kann unter diesen Bedingungen völlig abbrennen.

Die DMT-Fachstelle für Brand- und Explosionsschutz unter Tage - VG Tremonia und die Hauptstelle
für das Grubenrettungswesen (HGRW) kommen nach dem Ergebnis des Großbrandes in der
Gurtförderstrecke mit einem verlöschenden Fördergurt auf dem Bergwerk Hugo/Consolidation in
1996 sowie dem Brandereignis auf dem Bergwerk Schlägel und Eisen mit dem Abbrennen eines
Fördergurtes auf der gesamten Länge und 7 tödlich verletzten Bergleuten in 1977 für brandtechnische
Prüfungen von Gurtförderern zu nachstehend aufgeführten Erkenntnissen:

Nach dem Ergebnis der Fachstellen ist aus bergbehördlicher Sicht wie folgt festzustellen:

Aus klimatischen Gründen oder wegen des Freisetzens großer Grubengasmengen sind hohe
Wettervolumenströme notwendig, die jedoch beim vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz
in Gurtförderstrecken auch kritisch zu werten sind. In Wettervolumenströmen > 50 m3/s wird eine
Brandfrüherkennung zwangsläufig eingeschränkt. Bei Wettergeschwindigkeiten > 3 m/s und einem
Initialbrand, der auf den Ober- und Untergurt einwirken kann, sind die verlöschenden Eigenschaften
eines Fördergurtes nicht mehr gewährleistet. Daher hat in solchen Gurtförderstrecken eine
Minimierung von Brandlasten
eine besondere Bedeutung.

Zur Vermeidung von Zündgefahren wird gebeten, nachstehende Maßnahmen bei der Errichtung und
den Betrieb von stationären Gurtförderanlagen mit Fördergurten in V-Qualität für Grubenbaue mit
Wettergeschwindigkeiten von >3 m/s im Betriebsplanverfahren zur Geltung zu bringen:

Über die Festlegung weiterer Schutzmaßnahmen hat das Bergamt unter Berücksichtigung der
Umstände des Einzelfalles zu entscheiden.

Dortmund, den 23. November 2001

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie
In Nordrhein-Westfalen

Im Auftrag

E k h a r t  M a a t z



19.12.2001

83.18.8-2000-13

Richtlinien für den Brandschutz im
Steinkohlenbergbau unter Tage
(Brandschutz-Richtlinien)

A 2.7

 Stand: 17.06.2004

An die Bergämter des Landes NRW 

Betreff: Richtlinien für den Brandschutz im Steinkohlenbergbau unter Tage (Brandschutz-Richtlinien)

Bezug: Richtlinien für den Brandschutz unter Tage auf den Steinkohlenbergwerken im Ober-
bergamtsbezirk Dortmund (Brandschutzrichtlinien) vom 09.April 1963.

Beigefügt erhalten Sie die Richtlinien für den Brandschutz im Steinkohlenbergbau unter Tage
(Brandschutz-Richtlinien) vom 19.12.2001 - 83.18.8-2000-13 -, die bei der Prüfung und Zulassung
von Betriebsplänen zukünftig zur Anwendung zu bringen sind.

Die Neufassung ist im Sinne einer möglichst einheitlichen Gestaltung des Regelwerkes in den
Steinkohlenrevieren Ruhr und Saar sowohl von der Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung Bergbau
und Energie in NRW, als auch vom Oberbergamt für das Saarland und das Land Rheinland-Pfalz
unter Mitwirkung der beiden Hauptstellen für das Grubenrettungswesen in Herne und in
Friedrichsthal erarbeitet worden. Diese neue Brandschutz-Richtlinien unter Tage berücksichtigen
regionale Besonderheiten und unterschiedliche Regelungen in den beiden Bundesländern.

Ein Handlungsbedarf zur Überarbeitung des seit 1993 erarbeiteten Richtlinien-Entwurfs
"Brandschutz für den Steinkohlenbergbau unter Tage" ergibt sich aus den neugefassten
Rahmenbedingungen für den Inhalt und die Regelungstiefe einer Richtlinie seit Inkrafttreten
der ABBergV zum 01.01.1996. Maßgebend hierfür ist § 11 Abs. 1 Nr. 1 ABBergV in Verbindung
mit Anhang 1 Nr. 1.4 a.a.O. Danach besteht eine Zwangsläufigkeit für die Gliederung nach den
Tätigkeiten "Verhindern, Erkennen und Bekämpfen von Bränden" sowie dem Erfordernis, den
vom Unternehmer aufzustellenden Brandschutzplan auf der Grundlage der Gefährdungsanalyse
zu berücksichtigen.

Mit diesen Richtlinien ist beabsichtigt, die in den übergeordneten Regelwerken (z.B. BBergG,
ABBergV, BVOSt) vorgegebenen Schutzziele zum Brandschutz unter Tage in den Arbeitsstätten
des Unternehmers betriebsplanmäßig umzusetzen, um ein einheitliches Verwaltungshandeln zu
gewährleisten.

Die neuen Brandschutz-Richtlinien gliedern sich in 6 Kapitel mit nachstehenden Inhalten:

Kapitel 1 beschreibt den Anwendungsbereich der Richtlinien.

In Kapitel 2 sind auch Begriffsbestimmungen aufgeführt, die im weiteren Text zwar nicht
erwähnt werden, jedoch dem besseren Verständnis der Begriffe im Brandschutzwesen dienen.

Kapitel 3 beschreibt den vorbeugenden Brandschutz mit den Abschnitten:

Kapitel 4 beinhaltet den abwehrenden Brandschutz mit den Abschnitten:

In Kapitel 5 wird das Öffnen und Wiederbelegen von Brandfeldern behandelt.

Im Kapitel 6 sind die Anlagen 1 bis 3 wie folgt im einzelnen zusammengestellt:

Anlage 1 zu Abschnitt 3.6.1 der Richtlinien:
''Plan für den Brandschutz unter Tage" beinhaltet im einzelnen die Umsetzung des Brandschutzplans
unter Tage gemäß Anhang 1, Abschnitt 1.4.5 der ABBergV vom 01.01.1996''

Anlage 2 zu Abschnitt 4.5.6 der Richtlinien:
"Verhaltensregeln zur Hygiene bei Nachlösch- und Aufräumungsarbeiten unter Tage", erarbeitet von
der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen in Herne.

Anlage 3 zu Abschnitt 4.7 der Richtlinien:
"Hinweise zur Bekämpfung explosionsgefährlicher Brände"
nach Auswertungen von CH4-Entzündungen durch die Hauptstelle für das Grubenrettungswesen in
Herne.

Mit der Umsetzung dieser Richtlinien wird nachstehende Verwaltungsvorschrift und die
dazugehörenden Anlagen I bis VIII aufgehoben:

Richtlinien für den Brandschutz unter Tage auf den Steinkohlenbergwerken im Oberberg-
amtsbezirk Dortmund (Brandschutzrichtlinien) vom 9.April 1963 - 114.00/1579/63 -

Anlage I: Auszüge aus Bergverordnungen

  1. Auszug aus der Bergverordnung für die Steinkohlenbergwerke im Verwaltungsbezirk
    des Oberbergamts in Dortmund vom 1.5.1935 / 1.7.1953.

  2. Auszug aus der Bergverordnung des Oberbergamts in Dortmund vom 30. April 1957
    für elektrische Anlagen.

  3. Auszug aus der Bergverordnung des Oberbergamts in Dortmund für mittlere und kleine
    Seilfahrtsanlagen vom 1. Februar 1960.

  4. Auszug aus der Bergverordnung über die Zulassung tragbarer Feuerlöschgeräte und
    selbsttätiger Feuerlöscheinrichtungen zur Verwendung im Bergbau unter Tage (BuT)
    vom 31. März 1960, erlassen vom Minister für Wirtschaft und Verkehr des Landes
    Nordrhein-Westfalen.

Anlage II: Richtlinien für die Verwendung von Geräten zum Schweißen, Brennen, Löten und
               Schleifen auf den Steinkohlenbergwerken im Oberbergamtsbezirk Dortmund
               (Schweißrichtlinien) vom 15. März 1963 - 114.00/1173/63 -.

Anlage III: Merkblatt für den Einbau selbsttätiger Bergbau-Feuerlöscheinrichtungen (BuT)
                 für Strecken.

Anlage IV: Merkblatt für den Einbau selbsttätiger Bergbau-Feuerlöscheinrichtungen (BuT)
                 für Blindschächte.

Anlage V: Merkblatt für das Verhalten bei Feststellung eines Grubenbrandes.

Anlage VI: Merkblatt über die Kohlenoxyd-Gefahr bei Grubenbränden.

Anlage VII: Merkblatt für den Einsatz von CO-Schreibern.

Anlage VIII: Merkblatt für das Aufstellen des "Planes für den Brandschutz unter Tage".

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW

Im Auftrag:

E k h a r t  M a a t z



Richtlinien
für den Brandschutz im Steinkohlenbergbau unter Tage
(Brandschutz-Richtlinien)

vom 19. Dezember 2001 - 83.18.8-2000-13 -

Stand: 17. Juni 2004

Inhaltsübersicht

1 Anwendungsbereich

2 Begriffsbestimmungen

3 Vorbeugender Brandschutz

3.1 Verhütung von Grubenbränden
3.1.1 Abbaubetriebe
3.1.2 Aus- und Vorrichtungsbetriebe
3.1.3 Test- ,Entspannungs- und Erkundungsbohrlöcher in stehenden Stößen
3.1.4 Raubbetriebe
3.1.5 Elektrischer Strom
3.1.6 Brennbare Flüssigkeiten und Betriebsstoffe
3.1.7 Schmier- und Putzmittel
3.1.8 Arbeiten mit Schneidbrennern, Schweißgeräten, Lötlampen und Schleifgeräten
3.1.9 Maschinen und maschinelle Anlagen
3.1.10 Gurtförderer
3.1.11 Schächte
3.2 Maßnahmen gegen die Ausbreitung offener Grubenbrände
3.3 Löscheinrichtungen
3.3.1 Tagesschächte
3.3.2 Blindschächte
3.3.3 Sonstige Grubenbaue
3.3.4 Feuerlöschgeräte und Feuerlöschanlagen unter Tage
3.3.5 Löschzüge, Löschkammern und Löschbehälter
3.4 Überwachung des Grubengebäudes und der Brandschutzmaßnahmen
3.4.1 CO-Überwachung
3.4.2 Früherkennung von Grubenbränden
3.5 Branddämme
3.6 Überwachung und Dokumentation brandschutztechnischer Maßnahmen

4 Abwehrender Brandschutz

4.1 Einteilung der Grubenbrände
4.2 Erkennungsmerkmale von Grubenbränden
4.3 Explosionsgefahr
4.4 Überwachung der Bewetterung im Brandfall
4.4.1 Offene Brände
4.4.2 Verdeckte Bränden
4.5 Direkte Brandbekämpfung
4.5.1 Feststoffbrände
4.5.2 Glimmbrände
4.5.3 Gasbrände
4.5.4 Flüssigkeitsbrände
4.5.5 Elektrische Anlagen
4.5.6 Größere offene Brände
4.5.7 Schachtbrände
4.5.8 Verdeckte Grubenbrände
4.5.8.1 Ausräumen
4.5.8.2 Abdichten
4.5.8.3 Unterwassersetzen von Brandfeldern
4.6 Indirekte Bekämpfung von Grubenbränden
4.6.1 Abdämmen
4.6.1.1 Durchführung der Abdämmarbeiten
4.6.1.2 Errichten von Branddämmen
4.6.1.3 Bewetterung beim Errichten von Branddämmen
4.6.2 Inertisierung
4.6.2.1 Vorbereitung der Inertisierung
4.6.2.2 Rauminertisierung
4.6.2.3 Objektinertisierung
4.6.2.4 Sicherheitsregeln für Arbeiten bei verdeckten Bränden
4.6.2.5 Vorbeugende Inertisierung
4.6.2.6 Inertisierung von Schächten
4.6.2.7 Inertisierung sonderbewetterter Strecken
4.6.3 Überwachung der Inertisierung
4.6.3.1 Inertgasströme
4.6.3.2 Inertgasleitung
4.6.3.3 Grubenbaue und Wetterführung
4.6.3.4 Inertisierungsmaßnahmen
4.6.4 Einsatz der Grubenwehr in Inertgas
4.6.5 Plan für Inertisierungsmaßnahmen mit Stickstoff
4.7 Bekämpfung explosionsgefährlicher Brände
4.8 Sonstige Brandbekämpfungsmaßnahmen
4.9 Wiederbelegung von geräumten Grubenbauen

5 Öffnen von Brandfeldern

5.1 Grundregeln
5.2 Brandfelder ohne Brandaktivität einschließlich unter Wasser gesetzte Brandfelder
5.3 Brandfelder mit nachgewiesener Brandaktivität und explosionsfähigen Brandgasgemischen
5.4 Brandfelder mit nicht auszuschließender Brandaktivität und Brandgasgemischen, die bei
     Zustrom brennbarer Gase explosionsfähig werden können
5.5 Brandfelder mit nachgewiesener oder nicht auszuschließender Brandaktivität und Brand-
     gasgemischen, die sich im Bereich V des Explosions- Diagramms befinden oder die nur
     bei Zustrom von Luft explosionsfähig werden können
5.6 Wiederbelegung von Brandfeldern

6. A n l a g e n

Anlage 1 Plan für den Brandschutz unter Tage, (Abschnitt 3.6.1).
Anlage 2 Verhaltensregeln zur Hygiene bei Nachlösch- und Aufräumungsarbeiten unter Tage,
              (Abschnitt 4.5.6).
Anlage 3 Hinweise zur Bekämpfung explosionsgefährlicher Brände (Abschnitt 4.7),
              Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, Herne, Januar 1999.

1 Anwendungsbereich

Diese Richtlinien gelten für Betriebseinrichtungen unter Tage im Steinkohlenbergbau und
sind im Betriebsplanverfahren gemäß §§ 52 ff. BBergG zur Anwendung zu bringen.

Die in diesen Richtlinien bezeichneten Geräte, Einrichtungen und Ausrüstungen für den
Brandschutz müssen den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechen.

Die nach diesen Richtlinien vorgesehenen Kennzeichnungen von Geräten und Einrichtungen
für den Brandschutz in Plänen oder im Betrieb sind nach den jeweils gültigen EN- und
DIN-Normen sowie nach § 19 ABBergV vorzunehmen.

2 BEGRIFFSBESTIMMUNGEN

Abfüllen ist das Befüllen und Entleeren von Behältern oder Verpackungen.

Abkühlen ist ein Löschverfahren, bei dem den brennenden Stoffen durch das Löschmittel
oder durch andere Maßnahmen die zum Aufrechterhalten einer Verbrennung erforderliche
Wärme entzogen wird.

Abwehrender Brandschutz umfasst alle Maßnahmen zur Bekämpfung von Gefahren für
Leben, Gesundheit und Sachen, die bei Bränden und Explosionen entstehen.

Aufbewahren ist ein geschütztes Lagern, das durch ständige Beaufsichtigung oder Verschluss
gekennzeichnet ist.

Bereithalten ist die Bevorratung von Stoffen oder Zubereitungen bis zur Menge eines
Tagesbedarfs (laufender Bedarf) an der Verbrauchsstelle.

Betankungsräume sind verschließbare Räume, in denen Behälter mit brennbaren
Flüssigkeiten unter Tage bereitgehalten werden, in denen Vorrichtungen zum Betanken
der Fahrzeuge vorhanden sind und in die Fahrzeuge hineinfahren können.

Betriebsruhe ist ein Ruhen der Arbeit wenigstens für die Dauer von 24 Stunden.

Brand ist ein nicht bestimmungsgemäßes Brennen, das sich unkontrolliert ausbreiten kann.

Branddämme dienen dem dichten Abschluss von Brandfeldern.

Brandgut sind feste, flüssige oder gasförmige Stoffe (z. B. Kohle, Holz, brennbare Flüssigkeiten,
brennbare Betriebsstoffe, Kunststoffe, Methan).

Brandschutz umfasst als Oberbegriff sowohl die Maßnahmen des vorbeugenden als auch
des abwehrenden Brandschutzes.

Brandtemperatur ist die Temperatur, die bei einem Brand auftritt und über der Mindest-
Verbrennungstemperatur liegt.

Brandumfang wird im untertägigen Betrieb bei verdeckten Grubenbränden durch die in
einer Minute in den freien Wettervolumenstrom freigesetzte Menge an Kohlenmonoxid
(CO in [l/min]) gekennzeichnet.

Brennbare Betriebsstoffe sind flüssige, pasten- oder salbenförmige brennbare Stoffe
oder Zubereitungen mit Flammpunkten über 100 °C, z.B. mineralische Schmiermittel,
HFC- und HFD-Hydraulikflüssigkeiten sowie Konzentrate zur Herstellung von HFA-
Hydraulikflüssigkeiten.

Brennbare Flüssigkeiten im Sinne der Verordnung über brennbare Flüssigkeiten sind
Stoffe mit Flammpunkten, die bei 35 °C weder fest noch salbenförmig sind, bei 50 °C
einen Dampfdruck von 3 bar oder weniger haben und zu einer der nachstehenden
Gefahrklassen gehören:

Gefahrklasse A: Flüssigkeiten, die einen Flammpunkt nicht über 100°C haben und
hinsichtlich der Wasserlöslichkeit nicht die Eigenschaft der Gefahrklasse B aufweisen,
und zwar

Gefahrklasse A I: Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt unter 21 °C

Gefahrklasse A II: Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt von 21 °C bis 55 °C

Gefahrklasse A III: Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt von über 55 °C bis 100 °C

Gefahrklasse B: Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt unter 21 °C, die sich bei 15 °C in
Wasser lösen oder deren brennbare, flüssige Bestandteile sich bei 15 °C in Wasser lösen.

Brennbare Flüssigkeiten der Gefahrklasse A III, die auf ihren Flammpunkt oder darüber
erwärmt sind, stehen den brennbaren Flüssigkeiten der Gefahrklasse A I gleich.

Brennbare Stoffe sind gasförmige, flüssige oder feste Stoffe, einschließlich Dämpfe,
Nebel und Stäube, die im Gemisch oder im Kontakt mit Luft oder Sauerstoff zum Brennen
angeregt werden können.

Brennen ist eine mit Flamme und /oder Glut selbständig ablaufende exotherme Reaktion
zwischen einem brennbaren Stoff und Sauerstoff oder Luft.

Dämme bilden den dichten, dauerhaften und explosionsfesten Abschluss abgeworfener
Grubenbaue vom übrigen Grubengebäude. Sie können mit hierfür geprüften Dammrohren
versehen sein.

Entzündbarkeit ist die Eigenschaft von brennbaren Stoffen oder Stoffgemischen, die mehr
oder weniger leicht entzündet werden können.

Entzünden ist das Einleiten des Brennens.

Entzündungstemperatur ist die Temperatur, bei der Verbrennung mit offener Flamme und
selbständigem Weiterbrennen eintritt.

Ersticken ist ein Löschverfahren, bei dem die Verbrennung durch Verändern des Mengen-
verhältnisses zwischen brennbarem Stoff und Sauerstoff unterbunden wird.

Explosionsgrenze (Zündgrenze, untere und obere)
ist die niedrigste bzw. höchste Konzentration des brennbaren Stoffes im Gemisch von Gasen,
Dämpfen, Nebeln und/oder Stäuben, in dem sich nach dem Zünden ein Brennen gerade nicht
mehr selbständig fortpflanzen kann.

Feuer umfasst als Oberbegriff sowohl bestimmungsgemäßes Brennen (Nutzfeuer) als auch
nicht bestimmungsgemäßes Brennen (Schadenfeuer).

Feuerhemmend Eigenschaft, die eine Behandlung eines Stoffes beschreibt, die seine Entzündung
verzögert bzw. seine Abbrandrate verringert.

Flammpunkt einer brennbaren Flüssigkeit ist die niedrigste Flüssigkeitstemperatur, bei der
sich unter festgelegten Bedingungen Dämpfe in solcher Menge entwickeln, dass über dem
Flüssigkeitsspiegel ein durch Fremdentzündung entzündbares Dampf/Luft-Gemisch entsteht.

Flüssige Kunststoffe gelten als brennbare Flüssigkeiten, wenn sie einen Flammpunkt von
über 55 °C bis 100 °C aufweisen, oder als brennbare Betriebsstoffe, wenn sie einen
Flammpunkt von über 100 °C aufweisen.

Fremdentzündung ist eine Entzündung durch eine von Außen zugeführte Zündenergie.

Glimmtemperatur ist die niedrigste Oberflächentemperatur einer freiliegenden erhitzten Fläche,
bei der ein darauf abgelagerter Staub zur Entzündung kommt.

Instandsetzungsräume dienen der Durchführung von Arbeiten an Verbrennungsmotoren
ohne betriebsbereite Sicherheitseinrichtungen. Sofern die Abwetter über nicht belegte
Grubenbaue einem Ausziehschacht zugeführt werden, darf hier in Ausnahmefällen ein Umgang
mit offenem Feuer (Schweißen, Brennen, Schneiden Löten, Trennen und Schleifen u.a.m.)
unter besonderen Sicherheitserfordernissen betriebsplanmäßig vereinbart werden.

Kühlen ist eine vorbeugende Maßnahme, die das Entzünden und Rückzünden brennbarer Stoffe
oder den Zerknall von Behältern verhindern soll.

Lagern ist die Bevorratung einer größeren Menge an Stoffen oder Zubereitungen als sie für
den Fortgang der Arbeiten an einem Tage erforderlich sind. Es ist auch die Bevorratung von
Stoffen zur weiteren Nutzung, Abgabe oder Entsorgung.

Löschen ist die Unterbindung einer Verbrennung.

Löschmittel ist ein fester, flüssiger oder gasförmiger Stoff, der zum Löschen brennender Stoffe
geeignet ist.

Selbstentzündung ist eine Entzündung ohne Energiezufuhr von Außen.

Umgang mit Stoffen, ist deren Gebrauchen, Lagern, Bereithalten, Abfüllen, Tanken, Umfüllen,
Umschlagen, Mischen und innerbetrieblicher Transport.

Umschlagen ist das Laden, Umladen von Stoffen in Behältern oder Verpackungen von einem
Transportmittel auf ein anderes.

Unbrennbar Ein Stoff gilt als unbrennbar, wenn an ihm eine Verbrennung nicht eingeleitet
werden kann.

Verschläge sind schnell zu errichtende Abschlüsse zur möglichst weitgehenden Unterbrechung
des Wetterstroms. Ihr Einsatz ist in Verbindung mit dem Verfahren der Rauminertisierung zulässig.
Ferner dienen Verschläge zur Beeinflussung der Wetterführung bei offenen Grubenbränden.

Vorbeugender Brandschutz erstreckt sich auf Maßnahmen zur Verhinderung eines Brand-
ausbruches und einer Brandausbreitung sowie zur Sicherung der Rettungswege. Er schafft
außerdem Voraussetzungen für einen wirkungsvollen abwehrenden Brandschutz.

Wartungsräume dienen der Durchführung von Wartungsarbeiten an Dieselmotoren und
Hydraulikteilen von Fahrzeugen entsprechend den Wartungsanweisungen der Hersteller.

Zünden ist das Auslösen einer Zündquelle.

Zündenergie ist die von einer Zündquelle abgegebene Energie.

Zündquelle ist eine Energiequelle, die brennbaren Stoffen oder Stoffgemischen Zündenergie
zuführen kann.

Zündtemperatur eines Staubes, Dampfes oder Gases ist die Temperatur einer erhitzten
Oberfläche, bei der Entzündung und Weiterbrennen des Brennstoff-/Luft-Gemisches eintritt.

3 Vorbeugender Brandschutz

3.1Verhütung von Grubenbränden

3.1.1 Abbaubetriebe

3.1.1.1 Bei der Abbauführung ist die Bildung von Kohleninseln soweit wie möglich zu vermeiden.
Lässt sich der Verbleib von Kohlenresten, Kohleninseln an Störungen und Brüchen nicht umgehen,
so sind sie durch geeignete Maßnahmen gegen Wetterzutritt zu sichern.

3.1.1.2 Die Kohle ist möglichst restlos in der ganzen Flözmächtigkeit hereinzugewinnen.

3.1.1.3 Wetterbauwerke sind entsprechend DIN 21635: - Wetterbauwerke für den Bergbau,
Wetterschleusen, Errichtung und Betrieb - zu errichten.

3.1.1.4 Beim Abbau unter Offenhalten von Abbaubegleitstrecken sind zur Vermeidung von
Schleichwetterströmen Streckenbegleitdämme mitzuführen. Diese Streckenbegleitdämme
sind aus hydraulisch abbindenden Baustoffen zu erstellen.

Das Bergamt kann in begründeten Einzelfällen andere Streckenbegleitdämme zulassen.

3.1.1.5 Abbaubetriebe sind nach beendetem Verhieb unverzüglich und ohne Unterbrechung
auszurauben1.  Die Raubarbeiten sind so zu planen und durchzuführen, dass jeder Wetterstrom
einzeln auf Größe und Gasgehalte bis zur Abdämmung überwacht wird. Grundsätzlich ist eine
ortsfeste Überwachung anzustreben. Die Abwetter von Raubbetrieben sollen anderen Betrieben,
insbesondere Abbaubetrieben nicht zugeführt werden.

3.1.1.6 An den Zugängen aufgegebener Grubenbaue sind explosionsfeste Dämme zu errichten.

3.1.1.7 Nach Anlauf des Strebes aus einem Aufhauen zugänglich bleibende Aufhauenöffnungen
sind durch eine möglichst dichte Anlaufkantensicherung aus abbindenden Baustoffen zu verschließen.

3.1.2 Aus - und Vorrichtungsbetriebe

3.1.2.1 Beim Durchörtern von Flözen oder Störungsbereichen ist der Ausbau so einzubringen,
dass eine Auflockerung der Kohle, insbesondere eine Hohlraumbildung in der Kohle vermieden wird.

3.1.2.2 Abgeworfene Grubenbaue müssen unverzüglich durch feste und dichte Dämme vom
übrigen Grubengebäude abgeschlossen werden. Wird der Grubenausbau in den abgeworfenen
Grubenbauen geraubt, so müssen die Abschlussdämme unmittelbar nach Beendigung der
Raubarbeiten errichtet werden.

3.1.3 Test-, Entspannungs- und Erkundungsbohrlöcher in stehenden Stößen

Sind in gebirgsschlaggefährdeten Bereichen Test- oder Entspannungs-bohrlöcher bzw. in
gasausbruchsgefährdeten Bereichen Erkundungs- oder Entspannungsbohrlöcher erforderlich,
erhöht sich im Bereich dieser Löcher die Selbstentzündungsgefahr. Zur Vermeidung von
Schleichwetterströmen in der durch Test-, Erkundungs- oder Entspannungsbohrungen
aufgelockerten Kohle, sind insbesondere bei zur Selbstentzündung neigender Kohle nachstehende
Maßnahmen zweckmäßig:

3.1.4 Raubbetriebe

3.1.4.1 Abgeworfene und noch offenstehende Grubenbaue, insbesondere Gewinnungsbetriebe,
sind erfahrungsgemäß Schwerpunkte für die Entstehung von Selbstentzündungsbränden. Daher
sind Raubarbeiten frühzeitig zu beginnen und zügig durchzuführen2.

3.1.4.2 Werden die Strecken unter Sonderbewetterung geraubt, so ist der abgeworfene Strebraum
mindestens an seinen Zugängen durch explosionsfeste Dämme vom übrigen Grubengebäude
abzuschließen. Die Standorte sind dabei so zu wählen, dass der abzuwerfende Strebraum dauerhaft,
explosionsfest und wetterdicht abgedämmt wird. Das Rauben von Abbaustrecken unter Sonder-
bewetterung ist nur zulässig, wenn während des vorangegangenen Abbaus keine erhöhte
CO-Produktion aufgetreten ist oder während der Raubarbeiten eine erhöhte CO-Produktion
sicher ausgeschlossen werden kann.

3.1.4.3 Bei Durchführung der Raubarbeiten unter durchgehender Bewetterung soll der
abzuwerfende Strebraum durch verlorenen Ausbau gesichert werden. Der offenbleibende
Strebraum soll zum Alten Mann durch einen tragfähigen, möglichst wetterdichten Begleitdamm
abgeschlossen werden.

Die Standorte für die Abschlussdämme der Abbaustrecken sind rechtzeitig und so auszuwählen,
dass die Grubenbaue dauerhaft, fest und dicht abgedämmt werden können.

3.1.5 Elektrischer Strom

3.1.5.1 Für den Brandschutz an elektrischen Anlagen gelten die diesbezüglichen Vorschriften
der Bergverordnung für elektrische Anlagen (ElBergV) bzw. bei der Verwendung nichtschlag-
wettergeschützter Betriebsmittel jeweils die in Frage kommenden Vorschriften des Verbandes
Deutscher Elektrotechniker (VDE).

3.1.5.2 Für Fahrdraht- und Batterielokomotiven gilt "Schlagwetter- und Brandschutz" aus
"Technische Anforderungen des Landesoberbergamts Nordrhein-Westfalen an Grubenlokomotiven
im Untertagebetrieb von Steinkohlenbergwerken (Technische Anforderungen an Grubenlokomotiven
- TAG) - 16.3-1-17 -".

3.1.5.3 Zu Zeiten der Betriebsruhe sind alle elektrischen Anlagen und elektrischen Betriebsmittel
- ausgenommen Fernmeldeanlagen - in Abbaubetrieben und Abbaustrecken sowie in Aus- und
Vorrichtungsbetrieben abzuschalten, sofern sie nicht zu betrieblichen Zwecken oder aus
sicherheitlichen Gründen, z.B. Wasserhaltung, Sonderbewetterung, Wetterüberwachung und dgl.
unter Spannung bleiben müssen. Für Anlagen, die unter Spannung bleiben müssen, sollen möglichst
getrennte Netze vorhanden sein.

3.1.6 Brennbare Flüssigkeiten und Betriebsstoffe

3.1.6.1 Brennbare Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt bis 55 °C dürfen unter Tage nicht
verwendet werden.

3.1.6.2 Brennbare Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt über 55 °C und brennbare Betriebsstoffe
mit einem Flammpunkt über 100 °C dürfen unter Tage nur in widerstandsfähigen Behältern aus
nicht brennbarem Material und nur in Räumen aufbewahrt werden3. Abweichend hiervon dürfen
Mengen bis zu einem Tagesbedarf an der Verbrauchsstelle bereitgehalten werden. Ausgeschlossen
hiervon sind jedoch brennbare Flüssigkeiten, insbesondere Dieselkraftstoff. Entleerte Behälter sind
unverzüglich aus dem Betrieb zu entfernen.

3.1.6.3 Behälter mit brennbaren Flüssigkeiten müssen so auf- oder abgestellt sein, dass
Verlagerungen oder Neigungen, die die Sicherheit der Behälter oder ihrer Einrichtungen gefährden
würden, nicht eintreten können. Sie sind geschützt abzustellen, so dass sie von Fahrzeugen nicht
an bzw. umgefahren werden können.

3.1.6.4 In Instandsetzungsräumen, in denen in Ausnahmefällen mit offener Flamme oder mit
funkenreißenden Geräten unter besonderen Sicherheitserfordernissen betriebsplanmäßig umgegangen
werden kann, dürfen keine brennbaren Flüssigkeiten und brennbare Betriebsstoffe im Umkreis
von 20 m um eine Arbeitsstelle bereitgehalten werden.

3.1.6.5 Anlagen und Einrichtungen für den Umgang mit brennbaren Flüssigkeiten müssen nach
den allgemein anerkannten Regeln der Technik errichtet und betrieben werden. Leitungen für
brennbare Flüssigkeiten müssen gegen chemische und mechanische sowie thermische
Einwirkungen geschützt verlegt sein.

3.1.6.6 An den Stellen, an denen brennbare Flüssigkeiten oder Hydraulikflüssigkeiten umgefüllt
werden, müssen undurchlässige Auffanggruben oder Wannen mit einem solchen Fassungsvermögen
vorhanden sein, dass sie den Inhalt des brennbare Flüssigkeiten- oder des Hydraulikflüssigkeitsbehälters
eines Fahrzeuges aufnehmen können. Auffang- und Montagegruben müssen mit geeigneten
Einrichtungen zur Beseitigung sich ansammelnder Gase ausgerüstet sein.

3.1.6.7 Beim Tanken mit oder Umfüllen von brennbaren Flüssigkeiten ist durch geeignete
Einrichtungen sicherzustellen, dass brennbare Flüssigkeit weder verschüttet noch überlaufen kann.
Hierbei ist das Gaspendelverfahren anzuwenden, damit das Entweichen zündfähiger Gasgemische
verhindert wird. Während des Tankens muss der Motor des zu betankenden Fahrzeuges ausgeschaltet
sein.

3.1.6.8 Der Transport von brennbaren Flüssigkeiten darf nur in stoßfesten und doppelwandigen
Behältern erfolgen, die besonders gekennzeichnet und gegen unbefugtes Öffnen gesichert sind.
Die Behälter müssen mit dem Herstellerschild versehen sein, das alle den Behälter kennzeichnenden
Angaben enthält. Gefüllte Behälter für brennbare Flüssigkeiten sind unverzüglich in die dafür
vorgesehenen Räume zu transportieren. Die Verwendung tragbarer Behälter für brennbare
Flüssigkeiten ist nicht zulässig. Transporte für brennbare Flüssigkeiten dürfen nicht während
der regelmäßigen Personenbeförderung stattfinden.

3.1.6.9 In Betankungs-4, Wartungs- und Instandsetzungsräumen sind Kabel und Leitungen
geschützt oder außerhalb des Einwirkungsbereichs durch den Fahrzeugbetrieb zu verlegen.

3.1.6.10 An Abstellplätzen bzw. in Abstellräumen sind Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten
sowie das Betanken der Fahrzeuge nicht gestattet.

3.1.6.11 In Wartungsräumen dürfen Wartungsarbeiten an Dieselmotoren und Hydraulikteilen
von Fahrzeugen entsprechend den Wartungsanweisungen der Hersteller durchgeführt, Fahrzeuge
betankt und einschließlich des Plattenschutzes gereinigt sowie einzelne Teile ausgebessert und
ausgewechselt werden. Das Laufen lassen von Verbrennungsmotoren ist nicht zulässig, wenn
ihre Sicherheitseinrichtungen nicht betriebsbereit sind. In diesen Räumen dürfen außerdem keine
Schweiß-, Brenn-, Schneid- und Lötarbeiten durchgeführt sowie Trennscheiben und Schleifgeräte
nicht verwendet werden.

3.1.6.12 Instandsetzungsräume dürfen nur in Grubenbauen, die durch Grubengas nicht gefährdet
werden können, errichtet und betrieben werden. In diesen Räumen darf mit Verbrennungsmotoren
ohne betriebsbereite Sicherheitseinrichtungen sowie in Ausnahmefällen mit offenem Feuer
(Schweißen, Brennen, Schneiden Löten, Trennen und Schleifen u.a.m.) unter besonderen
Sicherheitserfordernissen betriebsplanmäßig umgegangen werden, wenn die Abwetter auf
kürzestem Weg über nicht belegte Grubenbaue einem Ausziehschacht zugeführt werden. Die
Abwetter dürfen nicht Betrieben, die in Wetterabteilungen eingeordnet sind, zugeleitet werden.

3.1.7 Schmier- und Putzmittel

3.1.7.1 Schmiermittel, Putzmittel und ähnliche entzündbare Stoffe, die nicht als brennbare
Flüssigkeiten oder brennbare Betriebsstoffe gelten, dürfen unter Tage nur in geschlossenen
Behältern oder geschlossenen Nischen und nur in kleiner Menge aufbewahrt werden, die
einen Tagesbedarf nicht übersteigen sollten.

3.1.7.2 Verbrauchte Schmier- und Putzmittel sowie sonstige leicht entzündliche Abfälle sind
in geschlossenen Behältern aus nicht brennbarem Material zu sammeln und wenigstens
monatlich aus den Betrieben zu entfernen.

3.1.7.3 Haspelkammern, Maschinenräume, Werkstätten und ähnliche Betriebsräume unter Tage
müssen regelmäßig von leicht entzündlichen Stoffen, wie z.B. Seilschmiere oder Kohlenstaub,
gereinigt werden.

3.1.8 Arbeiten mit Schneidbrennern, Schweißgeräten, Lötlampen und Schleifgeräten

3.1.8.1 Die Verwendung von Schneidbrennern, Schweißgeräten, Lötlampen und Schleifgeräten
richtet sich nach den Bestimmungen des § 11 Abs. 1 Nr. 1 in Verbindung mit Anhang 1 Nr. 1.1.5.2
ABBergV. Das gleiche gilt für sonstige Arbeiten mit Geräten oder Verfahren, bei deren Anwendung
Wärme in solcher Menge freigesetzt wird oder so hohe Temperaturen entstehen, dass dadurch Brände
oder Explosionen verursacht werden können.

3.1.8.2 Der Umgang mit verdichteten, verflüssigten oder unter Druck gelösten brennbaren Gasen
ist verboten. Hiervon ausgenommen sind brennbare Gase für die Verwendung bei Schweiß-, Schneid-,
Löt- und Trennarbeiten, soweit sie bestimmungsgemäß bei den Arbeiten bzw. in den Geräten zum
Einsatz gelangen.5

3.1.9 Maschinen und maschinelle Anlagen

3.1.9.1 Maschinen und maschinelle Anlagen müssen so gestaltet, errichtet und betrieben werden,
dass jegliche durch sie selbst oder durch Gase, Flüssigkeiten, Stäube, Dämpfe und andere von ihnen
freigesetzte oder verwendete Substanzen verursachte Explosions-, Brand- oder Überhitzungsgefahr
vermieden wird. Sie dürfen nur mit den für ihren sicheren Betrieb erforderlichen Schutz- und Über-
wachungseinrichtungen sowie entsprechend den Bedienungs-, Wartungs- und Überwachungsvorschriften
betrieben werden.

3.1.9.2 Bremsbeläge und Beläge von Reibungskupplungen müssen unter Tage aus nicht brennbaren
und nicht funkenreißenden Werkstoffen bestehen. Ihre Befestigungen müssen unbrennbar sein.

3.1.9.3 In Anlagen, Einrichtungen und Betriebsmitteln, bei denen die Kraftübertragung auf
hydraulischem Weg erfolgt, müssen unter Tage schwerentflammbare Druckflüssigkeiten verwendet
werden, die aufgrund des § 4 der Gesundheitsschutz-Bergverordnung allgemein zugelassen worden
sind.

3.1.9.4 Die Bedüsung an Vortriebsmaschinen ist über Druck und Volumenstrom des Bedüsungswassers
so mit dem Schneidmotor zu verriegeln, dass Schneid- und Ladearbeit ohne funktionsfähige Bedüsung
nicht möglich sind. Druck und Volumenstrom des Bedüsungswassers sind messtechnisch zu erfassen
und an eine ständig besetzten Stelle zu übertragen und zu registrieren6.

3.1.9.5 Die Bedüsung für schneidende Gewinnungsmaschinen (Walzenlader) ist über Druck- und
Volumenanzeige des Bedüsungswassers so mit dem Antriebsmotor zu verriegeln, dass eine Mineral-
gewinnung ohne funktionsfähige Bedüsung nicht durchgeführt werden kann. Druck und
Volumenstrom des Bedüsungswassers sind messtechnisch zu erfassen und an eine ständig
besetzten Stelle zu übertragen und zu registrieren7

3.1.9.6 Stumpfe Meißel sind unverzüglich auszuwechseln.

3.1.9.7 Zu Zeiten der Betriebsruhe sind unter Tage alle Maschinen und maschinellen Anlagen, die
nicht der Sicherheit des Betriebs dienen, in Abbaubetrieben und Abbaustrecken sowie Ortsvortrieben
bis zu 50 m von der Ortsbrust entfernt abzuschalten und gegen unbefugte Inbetriebnahme zu sichern.

3.1.10 Gurtförderer

3.1.10.1 In Strecken mit Gurtförderern müssen die freie Höhe zwischen Streckensohle und Unterband
sowie der Abstand des Förderers zum Streckenstoß und zu Ausbau- und Einbauteilen mindestens
0,3 m betragen.

3.1.10.2 Das Untertrum von Gurtförderern muss so hoch oberhalb der Sohle verlegt sein, dass im
Bereich der Bandanlage herabgefallenes Fördergut durch Reinigungsarbeiten ohne Gefährdung von
Personen beseitigt werden kann.

3.1.10.3 An Gurtfördereranlagen muss die Möglichkeit vorhanden sein, Fördergut, das auf der dem
Fahrweg abgewandten Seite vom Band heruntergefallen ist, gefahrlos wieder aufzuladen.

3.1.10.4 Zur Verhinderung von Bränden an Gurtförderern durch Rutschen des Fördergurtes über
die Antriebstrommel oder durch Stillstand des Fördergurtes beim Weiterlaufen der Antriebstrommel
sind die Antriebe mit selbsttätigen Stillsetzvorrichtungen (Schlupfwächter) auszurüsten. An
Gurtförderanlagen muss jederzeit eine ausreichende Gurtspannung vorhanden sein.

Schieflaufwächter müssen im Bereich von ortsfesten Antriebs- und Umkehrstationen einer
Gurtförderanlage so angebracht sein, dass ein Schleifen des Fördergurtes an festen Teilen
ausgeschlossen ist.

3.1.10.5 Für stationäre Gurtfördereranlagen in Grubenbauen mit Wettergeschwindigkeiten
> 3 m/s sind zusätzliche Maßnahmen erforderlich. Mit steigender Brandlast steigt die Fähigkeit
der Flammenweiterleitung an einem verlöschenden Fördergurt an. Das Brandverhalten wird bei
höheren Wettergeschwindigkeiten sprunghaft ungünstiger und kann bis zu einem völligen
Abbrennen eines Fördergurtes in V-Qualität führen8.

3.1.10.6 Antriebe von Gurtbandförderern, die mit mehr als 5 gon Neigung verlegt sind, müssen
mit selbsttätig wirkenden Bremsen ausgerüstet sein. Diese müssen Einrichtungen (Endlageüber-
wachung der Bremsen) besitzen, die ein Ingangsetzen des Förderers ohne gleichzeitiges Öffnen
der Bremse nicht zulassen oder das laufende Fördermittel stillsetzen, wenn sich die Bremse schließt.

3.1.10.7 An Antriebsaggregaten und Bremsen von Gurtförderanlagen müssen geeignete Vorrichtungen
(z.B. Schutzbleche) angebracht sein, die verhindern, dass herabgefallendes Fördergut in rotierende
Teile der Antriebsaggregate und in Bremsen gelangen kann.

An Abwurf- und Übergabestellen von Gurtförderern sowie an Durchführungen von Gurtfördereranlagen
durch Wetterbauwerke müssen Maßnahmen oder Einrichtungen vorgesehen sein, die das Entstehen
oder Abwehen von staubförmigem Fördergut an diesen Stellen verhindern. Erforderlichenfalls sind
Entstaubungsanlagen zu betreiben.

3.1.10.8 Die Lagerung von Materialien und Betriebsstoffen, die einen Brand begünstigen können,
ist in Strecken mit Gurtförderung zu vermeiden. Für die Bereitstellung von brennbaren Flüssigkeiten
und brennbaren Betriebsstoffen ist Ziffer 3.1.6.2 zu beachten.

3.1.10.9 Kohlenstaubansammlungen im Bereich von Gurtförderanlagen sind zu beseitigen.

3.1.10.10 Rohrleitungen, Schläuche und Lutten aus Kunststoffen sowie elektrische Kabel und
Leitungen sollen über die notwendige Dauer ihrer betriebsmäßigen Verwendung hinaus in Strecken
mit Gurtförderung nicht verlegt sein; insbesondere sind nicht mehr benötigte Kunststoff-Luttenleitungen
aus diesen Grubenbauen zu entfernen.

3.1.10.11 Vor Zeiten einer Betriebsruhe sind Strecken mit Gurtförderung durch sachkundige Personen
auf Anzeichen eines möglichen Entstehungsbrandes zu prüfen. Daneben soll sich diese Prüfung auch
auf eventuell brandfördernde Umstände erstrecken, z. B. mangelnde Profilfreiheit, sowie - falls der
Förderer während der Prüfung noch in Betrieb ist - schadhafte Bandrollen und Anlaufen des Gurtes
an der Bandkonstruktion.

3.1.11 Schächte

3.1.11.1 In allen Schächten sollen Hilfseinbauten (Verschläge des Fahrschachtes, Schutzdächer an
Füllörtern, Abstützungen von Spurlatten im Schachtsumpf u.a.m.) aus unbrennbarem Material bestehen.

In Blindschächten soll der Verzug der Schachtwandung aus unbrennbarem Material bestehen.

3.1.11.2 In einem Umkreis von 75 m um Tagesschächte sind die Füllörter, Verbindungsstrecken
und Grubenräume unbrennbar auszubauen. Die dort vorhandenen Türen müssen mit ihren Rahmen
unbrennbar sein; für Einrichtungen und Einbauten in diesem Bereich ist unbrennbares Material zu
verwenden.

3.1.11.3 Haspelkammern von Blindschächten müssen durchgehend bewettert sein.

3.1.11.4 Haspelkammern, Seilscheibenkammern und Seilkanäle sowie ihre Einbauten müssen
unbrennbar ausgebaut sein.

3.2 Maßnahmen gegen die Ausbreitung offener Grubenbrände

3.2.1 Regelausbau, zusätzlicher Ausbau, Verzug, Ausbauhinterfüllungen und Einbauten neu
aufgefahrener Grubenbaue müssen unbrennbar sein. Ausgenommen hiervon sind feuerhemmend
behandeltes Holz als Ausbau in Auf- und Abhauen und in Betrieben in Raubstellung sowie hölzernen
Spurlatten in Schächten. Die Wirksamkeit der Mittel zur feuerhemmenden Behandlung von Holz
muss nachgewiesen sein.

3.2.2 Grubenbaue mit Holzkästen zur Streckensaumsicherung gelten als unbrennbar, wenn das Holz
der Kästen feuerhemmend behandelt ist und die Kästen mit unbrennbarem Material gefüllt und
ummantelt sind.

3.2.3 Maschinenräume, Abstell-, Betankungs-, Wartungs- und Instandsetzungsräume für Fahrzeuge
mit Eigenantrieb, Werkstätten, Brennkammern, Pumpenräume, Aufbewahrungsräume für brennbare
Flüssigkeiten, brennbare Betriebsstoffe und Putzmittel, Sprengmittellager, elektrische Betriebsräume
und die daran anschließenden Grubenbaue müssen auf mindestens 75 m Länge unbrennbar ausgebaut
sein.

3.3 Löscheinrichtungen

3.3.1 Tagesschächte

3.3.1.1 Für jeden Tagesschacht ist zum Löschen eines Schachtbrandes ein Wasservolumenstrom
von mindestens 50 l Wasser je Minute und je m2 Schachtquerschnitt (50l/min x m2) jederzeit verfügbar
nachzuweisen.

3.3.1.2 Für die Zuführung der Wassermenge in den Schacht muss eine gesonderte, frostsicher verlegte
Schachtlöschleitung vorhanden und von außerhalb der Schachthalle zugänglich sein. Die Schachtlösch-
leitung ist am Ende so auszuführen, dass eine gleichmäßige Wasserverteilung über den Schachtquerschnitt
erfolgt. Die Wasserversorgung der Schachtlöschleitung darf durch Wasserentnahme an anderen Stellen
nicht beeinträchtigt werden.

3.3.1.3 An der Rasenhängebank sowie in den Füllörtern müssen Wasserleitungen zur Löschwasser-
entnahme vorhanden sein.

3.3.2 Blindschächte

3.3.2.1 In Blindschächten mit Fördereinrichtungen muss die Wasserleitung bis zu den Haspel- und
Seilscheibenkammern führen. An den Anschlägen muss eine Wasserleitung zur Löschwasserentnahme
vorhanden sein.

3.3.2.2 Alle Blindschächte sollen mit selbsttätigen Feuerlöscheinanlagen für Blindschächte ausgerüstet
sein.

3.3.3 Sonstige Grubenbaue

3.3.3.1 Wasserleitungen mit Einrichtungen zur Löschwasserentnahme müssen in söhligen und geneigten
befahrbaren Grubenbauen vorhanden sein.

3.3.3.2 Die Querschnitte der Wasserleitungen müssen so bemessen sein, dass zu jeder Zeit an der
hydraulisch ungünstigsten Stelle des Leitungsnetzes ein Wasservolumenstrom von mindestens 400 l/min
bei einem statischen Fließüberdruck von mindestens 1,5 bar entnommen werden kann. Der statische
Fließüberdruck darf 40 bar nicht übersteigen.

3.3.3.3 Wasserleitungen in den Hauptstrecken, in Strecken mit Gurtförderung und Abbaustrecken
sind so auszulegen, dass der Wassermengen- und Druckbedarf stationärer Löschanlagen neben einer
jederzeitigen Mindestentnahme von 400 l/min bei 1,5 bar Fliessdruck berücksichtigt wird.

3.3.3.4 Wasserleitungen müssen in Hauptstrecken in Abständen von höchstens 100 m, in Strecken
und Bergen mit Gurtförderung oder mit Fahrzeugverkehr (Gleislosfahrzeuge) in Abständen von höchstens
25 m, ansonsten in Abständen von höchstens 50 m mit Wasserentnahmestellen versehen sein.

Darüber hinaus müssen absperrbare Löschwasserentnahmestellen der Feuerlöschgröße C (Feuerlösch-
hydrant) mindestens an folgenden Stellen vorhanden sein:

3.3.3.5 Feuerlöschhydranten mit C-Anschluß nach DIN 86 204 müssen an Anschlägen von Tages-
schächten und Blindschächten sowie an Streckenkreuzungen und Streckenabzweigen von Gurt-
förderstrecken vorhanden sein.

Im Bereich eines jeden Feuerlöschhydranten müssen Feuerlöschschläuche mit Sprühstrahlrohren und
Anschlussarmaturen zum Anschluss an Feuerlöschhydranten und an Feuerlöschventile vorhanden sein.
Die bereitgehaltene Schlauchlänge soll jeweils mindestens 15 m betragen. Werden bei hohen Fließ-
drücken D-Feuerlöschschläuche anstelle von C-Schläuchen eingesetzt, so müssen auch entsprechende
Übergangsarmaturen bereitgehalten werden. Feuerlöschschläuche, Sprühstrahlrohre und Anschluss-
armaturen sollen in auffällig gekennzeichneten Schlauchkästen oder anderen geeigneten Behältnissen
zugänglich bereitgehalten werden.

Die Wasserentnahmestellen der Wasserleitungen müssen vom Fahrweg ohne Hilfsmittel erreichbar sein.
Sind die Wasserleitungen nicht im Verkehrsbereich des Fahrweges verlegt, so müssen die Entnahme-
stellen durch Abzweigrohre oder Abzweigschläuche in den Fahrweg verlegt werden.

3.3.4 Feuerlöschgeräte und Feuerlöschanlagen unter Tage

3.3.4.1 Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren müssen mit einer selbsttätig auslösenden HRD-Feuer-
löschanlage ausgerüstet sein. Zusätzlich zur selbsttätigen Auslösung ist eine Möglichkeit zur
Handauslösung an mindestens zwei Stellen des Fahrzeuges vorzusehen. Bei Auslösung der
Löscheinrichtung muss der Motor automatisch stillgesetzt werden.

Auf Gleislosfahrzeugen ist zusätzlich zur HRD-Feuerlöschanlage ein mindestens 20 m langer Feuer-
löschschlauch mit Sprühstrahlrohr und Armaturen zum Anschluss an Wasserentnahmestellen ständig
mitzuführen.

Auf Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren müssen je nach Größe des Fahrzeuges mindestens zwei oder
mehr tragbare Pulverlöscher mitgeführt werden.

3.3.4.2 Der Schneidraum von Vollschnittmaschinen (VSM) ist mit einer handbetätigten HRD-Feuer-
löschanlage auszurüsten, die am Steuerstand und im Nachläuferbereich ausgelöst werden kann.

Zur Kühlung bei Bränden im Schneidraum von VSM ist eine Zusatzbedüsung zu installieren. Zur
Begrenzung einer Brandausbreitung und zur Kühlung des vorderen Maschinenbereiches (Ausbaubühne)
ist zusätzlich eine Sprühwassereinrichtung vorzusehen. Außerdem ist während der Schneidarbeit ein
unter Druck stehender Wasserschlauch mit Sprühstrahlrohr auf der Ausbaubühne bereitzuhalten.

Im Steuerstandbereich von VSM sind zwei Feuerlöschhydranten vorzusehen. Außerdem sind
mindestes fünf tragbare Pulverlöscher vorzuhalten.

Auf dem Nachläufer von VSM müssen in Abständen von 25 m Wasserentnahmestellen und in
Abständen von 50 m Schlauchkästen bzw. Schlauchtaschen sowie mindestens 20 tragbare
Feuerlöscher vorhanden sein.

Am Ende der Wasserleitung des Nachläufers sind zusätzlich ein Feuerlöschhydrant und C-Feuerlösch-
schläuche in ausreichender Anzahl für eine Brandbekämpfung im gesamten Nachläuferbereich
vorzusehen.

3.3.4.3 Während der Schneidarbeit von Teilschnittmaschinen (TSM) ist im Bereich der Maschine
oder beim Maschinenfahrer mindestens ein an die Wasserleitung fest angeschlossener und unter Druck
stehender Wasserschlauch mit Sprühstrahlrohr für Lösch- und Kühlarbeiten griffbereit zu halten.
Außerdem muss ein Feuerlöschhydrant an der Maschine vorhanden sein.

Eine jederzeit betriebsbereite, handbetätigte Sprühwasserkühleinrichtung ist so einzubauen, dass sie
möglichst die gesamte Ortsbrust und das Haufwerk mit Wasser besprühen kann. Die Betätigung soll
zentral vorgenommen werden können.

3.3.4.4 In Streben, in denen Nebengestein mitgeschnitten wird, soll eine Wasserversorgung
(z.B. Schlauchleitung ³ DN 50) mit Anschlüssen im Abstand von 15 m eingerichtet sein. Zusätzlich
sollen im Abstand von etwa 50 m Schlauchtaschen vorhanden sein.

In Streben, in denen Nebengestein auf lange Erstreckung ständig mitgeschnitten wird, sind darüber
hinaus tragbare Pulverlöscher im Abstand von 25 m bereitzuhalten. Wird Nebengestein auf kurzer
Entfernung (z.B. geologische Störung, Vertaubung) mitgeschnitten, sollen einziehseitig dieses
Bereiches tragbare Pulverlöscher vorhanden sein.

Beim Mitschneiden der Abbaubegleitstrecken mit der Gewinnungsmaschine ist im Ortsbereich ein an
die Wasserleitung fest angeschlossener und unter Druck stehender Wasserschlauch mit Sprühstrahlrohr
griffbereit zu halten.

In Energiezügen von Gewinnungsbetrieben sollen mindestens 5 weitere tragbare Feuerlöscher
bereitgehalten werden.

3.3.4.5 An Aufstellungsorten von Kälteanlagen mit Schraubenverdichtern müssen geeignete, selbsttätig
auslösende Löschanlagen vorgesehen werden.

3.3.4.6 Im Regelfall sind mindestens 2 tragbare Feuerlöscher frischwetterseitig bereitzuhalten:

3.3.4.7 Auf Elektro- und Diesellokomotiven müssen tragbare Feuerlöschgeräte vorhanden sein.

3.3.4.8 In Gewinnungsbetrieben sind in der Nähe der Strebeingänge zwei tragbare Feuerlöscher
mitzuführen.

3.3.4.9 An Energiezügen von Streckenvortrieben sollen mindestens fünf tragbare Feuerlöscher
bereitgehalten werden.

3.3.4.10 An jeder Teilschnittmaschine müssen mindestens fünf tragbare Feuerlöscher zur Verfügung
stehen.

3.3.4.11 Im Maschinen- und Nachläuferbereich von Aufhauen- und Schlagkopfmaschinen sind
mindestens fünf tragbare Feuerlöscher, am Zugang des Vortriebes ebenfalls fünf tragbare Feuerlöscher
bereitzuhalten. Im Maschinen- und Nachläuferbereich ist eine weitere Wasserentnahmestelle mit
Schlauchtasche einzurichten.

3.3.4.12 Stationäre Gurtförderanlagen sind mit selbsttätigen Löschanlagen für Antriebe und ortsfeste
Umkehren auszurüsten.

3.3.4.13 Im Bereich aller Antriebe sowie ortsfesten Umkehren und Übergaben von Gurtförderern müssen
außerdem an geeigneten Stellen Feuerlöschhydranten mit zugehörigen Schlauchkästen vgl. Ziffer 3.3.2.5
zweiter Absatz) angeordnet sein.

3.3.5 Löschzüge, Löschkammern und Löschbehälter

3.3.5.1 Auf den einziehend bewetterten Sohlen müssen in der Nähe der Tagesschächte Löschzüge oder
Löschkammern vorhanden sein.

3.3.5.2 Abweichend hiervon dürfen Löschzüge auch über Tage transportfähig bereitgehalten werden,
wenn die Fördereinrichtungen der Einziehschächte ständig verfügbar sind.

3.3.5.3 Im Bereich der Antriebe, der ortsfesten Umkehren und Übergaben der Gurtförderer sollen
Schlauchkästen angeordnet werden:

3.3.5.4 Löschzüge, Löschkammern und Löschbehälter sind als solche zu kennzeichnen.

3.3.5.5 Hinweise für die Ausstattung von Löschzügen, Löschkammern und Löschbehältern sind
den jeweils gültigen Empfehlungen der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen zu entnehmen.

3.4 Überwachung des Grubengebäudes und der Brandschutzmaßnahmen

3.4.1 CO-Überwachung

Zur frühzeitigen Erkennung von Grubenbränden und ihrer Beurteilung ist eine kontinuierliche
Überwachung des CO-Gehaltes der Grubenwetter bzw. der Brandgase einschließlich der
prozessrechnergestützten Erfassung und Auswertung, Handmessungen mit entsprechenden
Gasmessgeräten oder Prüfröhrchen sowie die Auswertung der Gasproben erforderlich9.
Die Messwerte der CO-Messeinrichtungen müssen angezeigt werden und sind an eine ständig
besetzte Stelle zu übertragen und dort zu registrieren. An dieser Stelle ist ein Bewetterungsplan
mit den wesentlichen Bewetterungsmerkmalen und Angabe der CO-Messeinrichtungen vorzuhalten
und auf dem neuesten Stand zu halten.

Die CO-Messeinrichtungen sind so anzuordnen, dass mindestens folgende Bereiche des Gruben-
gebäudes überwacht werden:

Bei Ausfall einer CO - Messeinrichtung hat der Unternehmer Maßnahmen einzuleiten.

3.4.2 Früherkennung von Grubenbränden

3.4.2.1 Die Früherkennung von Grubenbränden und ihre Beurteilung wird im wesentlichen durch
die kontinuierliche Überwachung des CO-Gehaltes der Grubenwetter bzw. der Brandgase einschließlich
der Erfassung und Auswertung, Handmessungen sowie die Auswertung der Gasproben möglich.

3.4.2.2 Der Warnwert der CO-Überwachung ist in der Regel auf eine CO-Produktion von höchstens
10 l/min und der Alarmwert auf höchstens 20 l/min über der normalerweise in dem jeweiligen Wetterweg
vorhandenen CO-Grundbelastung einzustellen. Aufgrund der Anzeigegenauigkeit der CO-Messeinricht-
ungen sollen die überwachten Wettervolumenströme, mit Ausnahme der Tagesschächte in der Regel
nicht größer als 50 m³/s sein.

3.5 Branddämme

3.5.1 Das Material für die Branddämme ist bereitzuhalten.

3.6 Überwachung und Dokumentation brandschutztechnischer Maßnahmen

3.6.1 Für die Durchführung und Überwachung brandschutztechnischer Maßnahmen ist eine
verantwortliche Person (Brandschutzsteiger) zu bestellen. Zu seiner Entlastung werden Brandschutzhelfer
und Brandschutzgerätewarte eingesetzt. Die Ausbildung von Brandschutzsteiger, Brandschutzhelfer und
Brandschutzgerätewart ist nach einem Ausbildungsplan der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen
durchzuführen.

Der Brandschutzsteiger dokumentiert die Umsetzung von Einzelmaßnahmen durch Aufstellung eines
"Plans für den Brandschutz unter Tage", der regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht und im Betrieb
verfügbar gehalten wird (Anlage 1: "Plan für den Brandschutz unter Tage").

3.6.2 Als sachverständige Stellen gelten die von der Bezirksregierung Arnsberg benannten Fachstellen
für Sicherheit. Die Prüfungen dürfen auch von anderen Stellen durchgeführt werden, wenn die
entsprechenden qualitativen Nachweise dafür der Bezirksregierung Arnsberg erbracht worden sind.

3.6.3 Darüber hinaus beraten Sachverständige oder sachverständige Stellen die Betriebe in brandschutz-
technischen Fragen, führen Abnahmen von brandschutztechnischen Einrichtungen durch und bilden
das brandschutztechnische Personal aus.

4. Abwehrender Brandschutz

4.1 Einteilung der Grubenbrände

4.1.1 Grubenbrände treten in unterschiedlicher Form auf. Hiervon abhängig sind die Maßnahmen
zu ihrer Bekämpfung.

Brände unter Tage werden nach der Ursache ihrer Entstehung, nach dem Brandgut und Brandumfang
sowie nach der Brandstelle gegliedert.

Als Entstehungsursache kommen Selbstentzündung oder Fremdzündung in Betracht.

Der Brandumfang ist u.a. von der Menge des Brandgutes und der Brandzeit seit der Entstehung des
Brandes abhängig. Ein wichtiges Merkmal zur Beurteilung des Brandumfangs ist die je Zeiteinheit in
dem Wettervolumenstrom freigesetzte Menge an Kohlenmonoxid als CO-Produktion (CO in [l/min]).

4.1.2 Es wird zwischen offenen und verdeckten Grubenbränden unterschieden.

Als offene Grubenbrände werden alle Brände bezeichnet, die in offenen Grubenbauen gezündet werden.
Sie sind durch Verbrennung des Brandgutes unter Flammenerscheinung gekennzeichnet, können aber
auch als Glimmbrände auftreten (z.B. Kohlenkleinglimmbrände).

Bei verdeckten Bränden ist der Brandumfang im wesentlichen von der Menge des Sauerstoffzustroms
abhängig.

Diese entwickeln sich in nicht zugänglichen Teilen des Grubengebäudes, z.B. in abgeworfenen
Gewinnungsbetrieben oder im Bruchraum noch laufender Betriebe. Die Verbrennung ist wegen des
geringen Angebots an Sauerstoff schwelend. Derartige Brände können sich zu offenen Bränden
entwickeln, wenn sie in offene Grubenbaue durchbrechen.

4.1.3 Für die Bekämpfung von Grubenbränden ist die Entstehungsursache ohne Bedeutung.
Die Art des Brandgutes ist bei der Wahl des Löschmittels zu berücksichtigen (z. B. bei Bränden
an elektrischen Anlagen oder Kohlenstaub - Glimmbränden). Das Bekämpfungsverfahren richtet
sich nach der Lage der Brandstelle.

4.2 Erkennungsmerkmale von Grubenbränden

4.2.1 Für die Bekämpfung von Grubenbränden ist eine frühzeitige Erkennung entscheidend.

Sicheres Anzeichen für einen Brand ist das Auftreten von erhöhten CO-Gehalten in den Wettern.
Selbst geringe CO-Produktionen können bereits für einen beginnenden Brand (z.B. Heißlaufen von
Bandrollen in Feinkohle) charakteristisch sein. CO-Produktionen von mehr als 10 l/min (Warnwert)
bedürfen in jedem Fall näherer Untersuchungen. Von 20 l/min (Alarmwert) an muss ein bedenklicher
Oxidationsumfang angenommen werden.

4.2.2 Merkmale offener Grubenbrände sind Flammen, glimmende Kohle oder die Wahrnehmung
von Rauch oder Brandgeruch.

4.2.3 Verdeckte Grubenbrände können vielfach durch das Auftreten von Brandschwaden oder
Schwitzstellen sowie am Brandgeruch oder am Benzin-Benzolgeruch erkannt werden. Schwitzstellen
bilden sich durch Kondensation des Wasserdampfes der Brandschwaden an den Austrittsstellen.
Benzin-Benzolgeruch entsteht bei der Austreibung aromatischer Kohlenwasserstoffe infolge starker
Erwärmung der Kohle. Alle oder einzelne der bisher genannten Merkmale können fehlen, wenn die
begleitenden Geruchstoffe der Brandgase auf dem Weg bis zur Austrittsstelle gefiltert werden.

4.3 Explosionsgefahr

Bei jedem Grubenbrand besteht die Gefahr, dass zündfähige CH4-Luft-Gemische oder Brandgas-
gemische mit der Zündquelle "Brand" zusammentreffen. Am größten ist die Gefahr während der
Abdämmungsarbeiten und unmittelbar danach, da die Wetterführung während der Errichtung der
Dämme gestört und nach dem Schließen der Dämme unterbrochen wird. Weiterhin sind die
Auswirkungen von Sonderbewetterungsanlagen zur Bewetterung der Dammbaustellen zu berücksichtigen.

Die Kenntnis der Gehalte an brennbaren Gasen in den Wettern ist für die Bestimmung der Explosions-
kennwerte von Bedeutung. Sie stellt eine wichtige Grundlage bei der Bewertung der Wirksamkeit
von Brandbekämpfungsmaßnahmen bei Explosions- und CO-Gefahr dar sowie bei der Beurteilung
der Sicherheit der Brandbekämpfungsmannschaften.10

Die Zusammensetzung der Brandgase kann mit der Entwicklung eines Brandes sowie im Laufe der
Brandbekämpfung in Abhängigkeit von Brandintensität und Änderungen in der Wetterführung wechseln.
Dieser Wechsel ist insbesondere bei Eingriffen in die Wetterführung zu berücksichtigen. Darüber hinaus
müssen die durch den Brand selbst verursachten Veränderungen in der Wetterführung mit der möglichen
Folge von Verringerung, Umkehr oder Kreisläufen der Wetterströme in Betracht gezogen werden.

4.4 Überwachung der Bewetterung im Brandfall

Kann ein Grubenbrand nicht sofort gelöscht oder ausgeräumt werden, so ist mit der Überwachung der
Bewetterung im Bereich des Brandes sofort zu beginnen. Änderungen in der Wetterrichtung, die durch
den Brand selbst verursacht werden können, sind nach Möglichkeit durch geeignete wettertechnische
Maßnahmen zu verhindern. Eingriffe in die Wetterführung im Falle eines Grubenbrandes dürfen wegen
einer möglichen Explosionsgefahr nur nach Kenntnis der gasanalytischen Zusammensetzung der Wetter
von der Einsatzleitung angeordnet werden. Die Auswirkung der Wetterumstellung auf die Bewetterung
anderer Grubenbaue ist vorher zu prüfen.

Die Einsatzleitung muss auch darüber entscheiden, ob zum Brandherd führende Druckluftleitungen und
durch Brandzonen führende Gasabsaugeleitungen abgesperrt werden müssen.

4.4.1 Offene Brände

4.4.1.1 Bei offenen Grubenbränden, die nicht sofort gelöscht werden können, muss die Zusammen-
setzung der Brandgase durch Entnahme und Untersuchung von Brandgasproben unverzüglich ermittelt
und überwacht werden.11

4.4.1.2 Sind im Brandfall Maßnahmen zur Drosselung des Wetterstroms erforderlich, ist vorher zu prüfen,
welchen Einfluss die Drosselung der einziehenden Wetter auf die Explosionsfähigkeit, den Weg und die
Richtung der Brandgase haben kann.

4.4.2 Verdeckte Brände

Bei Anzeichen auf einen verdeckten Grubenbrand, spätestens bei Erreichen des Warnwertes von
10 l/min CO, ist durch geeignete Verfahren (z.B. mit Gasspürgeräten, Handmessgeräten, Strömungs-
prüfröhrchen oder durch Temperaturmessung) die Lage des Brandherdes zu bestimmen. Hierzu dient
u.a. die Ermittlung der Stellen, an denen CO in die Grubenbaue zutritt. Brandgasproben sind an
Probeentnahmerohren zu entnehmen und zu untersuchen. Zur Bestimmung der Lage von Brandherden
dient auch die Kenntnis der Gaszusammensetzung in Grubengasabsaugeanlagen.

Zur ergänzenden Beurteilung der Brandentwicklung können ungesättigte höhere Kohlenwasserstoffe
bestimmt werden.

4.5 Direkte Brandbekämpfung

Löscharbeiten sind grundsätzlich von der Einziehseite der Wetter her vorzunehmen. Vor Beginn der
Löscharbeiten sind die elektrischen Einrichtungen abzuschalten. Dies darf nur dann unterbleiben,
wenn hierdurch neue Gefahren, z.B. infolge des Ausfalls von Lüftern in sonderbewetterten Betrieben,
eintreten können.

4.5.1. Feststoffbrände

Diese Brände können mit Wasser und allen anderen Löschmitteln gelöscht werden.

4.5.2 Glimmbrände

Glimmbrände sind mit Wasser so zu bekämpfen, dass das Aufwirbeln von Glut und Kohlenstaub
vermieden wird. Bei Glimmbränden unter Gurtfördereranlagen dürfen diese nicht stillgesetzt werden,
wenn die Gefahr besteht, dass der Brand auf den Fördergurt übergreifen kann.

4.5.3 Gasbrände

Gasbrände können unmittelbar nach dem Entstehen erfolgreich gelöscht werden, wenn sie sofort
mit einer Löschpulverwolke oder mit Sprühwasser niedergeschlagen werden.

Steht die Flamme schon länger an, muss wegen der Rückzündungsgefahr erst die Umgebung mit
Wasser gekühlt und dann gelöscht werden. Anschließend ist es in jedem Fall notwendig, über längere
Zeit den Brandbereich und die Umgebung intensiv mit Wasser zu kühlen.

4.5.4 Flüssigkeitsbrände

Flüssigkeitsbrände (z.B. Dieselkraftstoff, Hydraulikflüssigkeit) können von Hand mit Löschpulver,
Wasser oder Löschschaum gelöscht werden.

4.5.5 Elektrische Anlagen

Für den Einsatz von Löschmitteln bei der Brandbekämpfung im Bereich elektrischer Anlagen wird
auf Abschnitt 3.1.5 verwiesen.

4.5.6 Größere offene Brände

Unabhängig von den Löscharbeiten sind Maßnahmen zur eventuellen Abdämmung einzuleiten.

Größere offene Brände sind in der Regel mit Wasser unter Verwendung von Strahlrohren zu bekämpfen.
Zum Löschen unzugänglicher Brandstellen, die mit Strahlrohren nicht zu erreichen sind, dienen
Löschlanzen. Anstelle von Wasser ist oft die Verwendung von Pressschaum von Vorteil. Insbesondere
sind Pressschaumgeräte in Verbindung mit Löschlanzen zur Bekämpfung von Bränden, z.B. hinter
Mauerwerk, in Holzpfeilern und Kohlenhaufwerk, zu empfehlen. Da größere offene Grubenbrände sich
im allgemeinen in Richtung des Wetterstromes ausbreiten, ist auf der Abwetterseite des Brandherdes
nach Möglichkeit eine Wassersprühzone herzustellen. Auf der Brandausziehseite besteht infolge der
steigenden Temperaturen der Brandwetter an den Stellen, an denen die Brandgase durch sauerstoff-
reiche Wetter aufgefrischt werden, die Gefahr von Sekundärzündungen. An diesen Stellen sollte
ebenfalls Wasser zur Kühlung der Wetter versprüht werden.12

Für Nachlösch- und Aufräumungsarbeiten unter Tage ist

Anlage 2: "Verhaltensregeln zur Hygiene bei Nachlösch- und Aufräumungsarbeiten unter Tage" zu
beachten.

4.5.7 Schachtbrände

Zur Bekämpfung von offenen Bränden in Tagesschächten dienen die Schachtlöscheinrichtungen.

Bei der Bekämpfung sind folgende Regeln zu beachten:

4.5.8 Verdeckte Grubenbrände

4.5.8.1 Ausräumen

Verdeckte Grubenbrände, deren Brandherde in geringer Entfernung von offenen Grubenbauen liegen,
können durch Ausräumen des Brandes unter gleichzeitigem Ablöschen der brennenden Kohle gelöscht
werden. Beim Ausräumen des Brandherdes ist der entstehende Hohlraum durch unbrennbaren Ausbau
so zu sichern, dass die Brandbekämpfungsmannschaften nicht gefährdet werden. Da dem Brandherd
durch das Ausräumen unter Umständen größere Wettermengen zugeführt werden, ist auf die Gefahr
der Vergrößerung des Brandes zu achten. Es muss ferner verhindert werden, dass sich in dem durch
das Ausräumen entstehenden Hohlraum explosionsfähige Brandgasgemische ansammeln. Nach dem
Löschen des Brandes ist der Hohlraum mit unbrennbarem Material zu verfüllen und abzudichten.

4.5.8.2 Abdichten

Bei nicht zu ausgedehnten Bränden ist das Einpressen einer Trübe aus inertem Material (z. B. Flugasche
oder Baustoffe) eine Maßnahme, durch die der Brand gelöscht und gleichzeitig die weitere Sauerstoff-
zufuhr verhindert werden kann.

Bei verdeckten Grubenbränden im Alten Mann kann der vermutete Brandherd durch Vermindern des
Schleichwetterstroms an den Ein- und Austrittsstellen beherrscht werden. Dies kann durch Verpressen
oder Anspritzen der Streckensäume mit geeigneten Mitteln (z.B. abbindende Baustoffe) erfolgen.
Grundsätzlich müssen Streckenstoßabdichtungen so weit über die vermutete Lage des Brandherdes
hinausgeführt werden, dass die Schleichwetterströme an den offen gebliebenen Stellen der Strecken-
stöße den Brandherd nicht mehr bestreichen können. Ferner muss die Abdichtung an Stellen beginnen,
an denen der Anschluss an das feste, wetterundurchlässige Gebirge hergestellt werden kann. Bei
einseitiger Streckeinstoß-Abdichtung ist auch im Streckenscheitel auf dichten Anschluss an das feste
Gebirge zu achten.

Unabhängig von derartigen Abdichtungsarbeiten müssen bei Feststellung des Brandes sofort Vor-
bereitungen zur Abdämmung getroffen werden, um bei schneller Entwicklung des Brandes diesen
in kürzester Zeit abdämmen zu können.

4.5.8.3 Unterwassersetzen von Brandfeldern

Das Unterwassersetzen von Brandfeldern führt zuverlässig zu einem Erlöschen des Brandes. Bei
Bränden in Unterwerksbauen und nicht durchschlägigen Abhauen lässt sich das Fluten einfach
durchführen.

In vielen Fällen ist das Unterwassersetzen der Brandstelle auf engem Raum jedoch nicht möglich und
würde die zeitweilige Aufgabe von großen Teilen des Grubengebäudes erfordern.

Dieses Verfahren kommt nur bei Bränden sehr großer Ausdehnung, wenn jede andere Bekämpfungsart
aussichtslos geworden ist oder bei kleineren Bränden mit günstiger und einfacher Staumöglichkeit des
Wassers zur Anwendung.

Vor dem Fluten ist zu prüfen, ob eine Explosionsgefahr eintreten kann und welche Maßnahmen zum
Schutz gegen etwaige Explosionen zu treffen sind.

4.6 Indirekte Bekämpfung von Grubenbränden

4.6.1 Abdämmen

Beim Auftreten eines Grubenbrandes ist damit zu rechnen, dass das Abdämmen der betroffenen
Grubenbaue unvermeidlich wird. Aus diesem Grunde sind unabhängig von den Lösch-, Inertisierungs-
und sonstigen Bekämpfungsmaßnahmen unverzüglich folgende Vorbereitungen für das Abdämmen zu
treffen:

Beim Abdämmen von Bränden ist grundsätzlich Explosionsgefahr zu unterstellen, unabhängig davon,
ob die Ergebnisse der Untersuchungen von Brandgasproben oder die der messtechnischen Überwachung
der Bewetterung im Brandfall Werte unterhalb der unteren oder oberhalb der oberen Explosionsgrenze
aufweisen (siehe Nr. 4.3)

4.6.1.1 Durchführung der Abdämmarbeiten

Abdämmungsarbeiten sind unter ständiger Aufsicht durchzuführen. Während der Abdämmungsarbeiten
sind Brandgasproben in Zeitabständen von maximal 2 Stunden zu nehmen und auf dem schnell-
stmöglichen Weg auszuwerten oder es ist eine kontinuierliche Brandgasanalyse durchzuführen.13

Die mit dem Errichten der Dämme im Ein- und Ausziehstrom beschäftigten Grubenwehren sind bei
Explosionsgefahr mit Flammenschutzkleidung auszurüsten. Der Einsatz von Atemschutzgeräten richtet
sich nach dem Plan für das Grubenrettungswesen.

Die Abdämmungen sind grundsätzlich so weit wie möglich von dem Brandherd und den als
Ausgangspunkt von Explosionen in Betracht zu ziehenden Stellen vorzunehmen, so dass die
Abdämmungsmannschaften vor möglichen Explosionsauswirkungen geschützt sind. Zwischen
Brandherd und Dammbaustelle muss wenigstens eine funktionsfähige Explosionssperre vorhanden
sein.

Da die Brandentwicklung und die Gefahren durch Brandgasexplosionen allgemein im Verlauf der Zeit
nach der Brandentstehung zunehmen, ist eine notwendige Abdämmung möglichst zügig vorzunehmen.

Beim Schließen von Branddämmen dürfen sich nur die hierzu benötigten Mannschaften im Gefahren-
bereich aufhalten. Sie sind nach dem Schließen der Dämme sofort zurückzuziehen. Die geräumten
Grubenbaue dürfen erst nach Zustimmung durch die Einsatzleitung wieder betreten werden.

4.6.1.2 Errichten von Branddämmen

Vor dem Errichten von Branddämmen sind die elektrischen Einrichtungen spannungsfrei zu schalten.
Wasserleitungen sind immer dann zu unterbrechen, wenn sie nicht zur Versorgung von Wasser-
löschanlagen im Brandfeld benötigt werden; in diesem Fall soll die Wasserleitung erst nach dem
Schließen der Dämme unterbrochen werden. Sind im Brandfeld Gasabsaugeleitungen und Druckluft-
leitungen vorhanden, so hat die Einsatzleitung zu entscheiden, ob die Leitung abzusperren oder in
Betrieb zu halten sind.

Alle zum oder vom Brandherd führenden Wetterwege sind durch Branddämme so abzudichten,
dass die Sauerstoffzufuhr unterbunden wird. Die Branddämme müssen an Stellen errichtet werden,
an denen ein dichter Anschluss an das feste Gebirge erreicht werden kann.

Die Branddämme sind mit einer ausreichenden Anzahl an Dammrohren zu errichten. Der Durchmesser
der Dammrohre soll mindestens 700 mm betragen; die Dammrohre und die Dammrohrverschlüsse
müssen explosionsfest sein. Die Zahl der Dammrohre richtet sich nach der Größe des erforderlichen
Wetterstroms zur Aufrechterhaltung der durchgehenden Bewetterung.

Jeder Branddamm ist mit mindestens einem Schnüffelrohr zu versehen, mit dessen Hilfe aus
dem Brandfeld Brandgasproben entnommen werden können.

Ist im Brandfeld mit Wasserzuflüssen zu rechnen, so muss an der Sohle des Abschlussdammes
ein Siphon oder ein mit einem Schieber verschließbares Abflussrohr eingebaut werden.

4.6.1.3 Bewetterung beim Errichten von Branddämmen

Bei der Errichtung der Branddämme ist die durchgehende Bewetterung in den abzudämmenden
Grubenbauen mit Hilfe von Dammrohren aufrechtzuerhalten. Das Schließen der Dammrohre
muss an allen Branddämmen gleichzeitig erfolgen. Nach der Fertigstellung der Abschlussdämme
muss das Druckgefälle zwischen den Dämmen auf der Ein- und Ausziehseite des Brandfeldes
soweit wie möglich verringert werden.

Wenn keine Explosionsgefahr vorliegt, kann zur Drosselung der Sauerstoffzufuhr der Damm
auf der Einziehseite vor dem ausziehseitigen Damm geschlossen werden.

4.6.2 Inertisierung

Die Inertisierung von Grubenbränden hat zum Ziel, den Sauerstoffgehalt der Grubenwetter zu
verringern und dadurch offene und verdeckte Grubenbrände zu bekämpfen sowie Explosions-
gefahren zu vermeiden. Beim Öffnen und Spülen von Brandfeldern können explosionsfähige
CH4-Gemische mit Inertgas angereichert und dosiert ausgespült werden. Das Inertisierungs-
verfahren kann für sich allein oder zur Unterstützung konventioneller Brandbekämpfung eingesetzt
werden.

Als inerte Gase können entweder Kohlendioxid (CO2) oder Stickstoff (N2) in Frage kommen.

4.6.2.1 Vorbereitung der Inertisierung

Die Errichtung einer Inertisierungsanlage ist anhand des "Plans für Inertisierungsmaßnahmen mit
Stickstoff" unter Beachtung der dort aufgeführten Regelungen vorzunehmen. Die von über Tage
zur untertägigen Aufgabestelle verwendeten Rohr- oder Schlauchleitungen müssen für die bei der
Inertisierung betrieblich auftretenden Drücke und Temperaturen geeignet sein. Auf jeder Schachtanlage
muss festgelegt sein, welche der in Schächten und Strecken vorhandenen Leitungen für den Transport
des Inertgases in Betracht kommen.

Die für die Inertisierung freigeschalteten Rohrleitungen sind gegen Ausströmen von Stickstoff und
Einströmen von Wasser oder Baustoff bzw. Druckluft oder anderen Gasen zu sichern. Die abgetrennten
Leitungsstränge sind durch Blindflansche oder Steckscheiben abzusperren. In Notfällen kann eine
vorläufige Sicherung auch durch Schließen von Schiebern erfolgen. Die Absperrorgane für das
Freischalten dieser Leitungen müssen gekennzeichnet sein (z.B. durch Numerierung).

Leitungen mit großem Luftinhalt sind vor Aufgabe des Inertgases mit dem Inertgas zu spülen,
weil durch die Zuleitung der Luft zum Brandherd eine Erhöhung der Explosionsgefahr oder eine
Verstärkung der Brandintensität nicht ausgeschlossen werden kann.

Vor Beginn einer jeden Inertisierung, spätestens jedoch in ihrer Anfangsphase, müssen Inertgasleitungen
auf Dichtheit und Beschädigung überprüft werden. Hierzu ist zunächst der freie Durchgang durch die
gewählte Inertgasleitung bei Offenstellung aller Schieber, Hähne und Ventile zu prüfen. Danach ist die
Leitung durch Abdrücken (Aufgabe von Stickstoff oder Luft unter Druck) einer Dichtheitskontrolle zu
unterziehen. Hierbei ist der aktuelle, maximal zulässige Druck, mit dem das Leitungssystem beaufschlagt
werden darf, zu berücksichtigen.

Wegen einer Sperrung von Grubenbauen mit Inertgasleitungen sind anhand des Wetterstromes und des
Stickstoffstromes diejenigen Grubenbaue zu ermitteln, in denen Sauerstoffmangel durch Austreten von
Stickstoff auftreten kann. Grubenbaue, in denen der Sauerstoffgehalt durch Undichtigkeiten, insbesondere
durch Bruch der Inertgasleitungen, unter 18 Vol.% sinken kann, sind vor Beginn der Inertisierung zu
räumen und für die Belegschaft zu sperren. Die Sperrung gilt nicht für Mitglieder der Grubenwehr mit
bereitgehaltenen Kreislaufgeräten an ihren jeweiligen Einsatzstellen oder andere Personen, die während
der Inertisierung die Leitungen zur Dichtheitskontrolle mit geeigneten Messgeräten abgehen oder andere
sicherheitlich wichtige Aufgaben ausführen, wenn diese Personen Sauerstoffselbstretter mit sich führen
und in ihrem Gebrauch unterwiesen sind.

4.6.2.2 Rauminertisierung

Ziel einer Rauminertisierung ist es, den Sauerstoffgehalt in offenen Grubenbauen soweit zu senken,
dass eine Explosion verhindert wird. Die Anwendung der Rauminertisierung bei offenen Grubenbränden
dient dazu, den Sauerstoff (O2) - Gehalt der Wetter im Brandbereich soweit zu senken, dass offene
Flammenbrände nicht möglich sind.

Wenn durch die Inertisierung schon während der Dammbau-/Verschlagbauarbeiten feststeht, dass
Explosionsgefahr auszuschließen ist, kann es sicherheitlich vorteilhaft sein, die Brandbekämpfung durch
Änderung der eingeleiteten Maßnahmen wirkungsvoller zu gestalten, z.B. durch Vorverlegen eines
Dammes/Verschlages, direktes Bekämpfen eines Brandes, Verlegen der Stickstoffaufgabestelle.

Bei Rauminertisierung muss die Austrittsstelle der Inertgasleitung mindestens 20 m hinter dem
Abschlussbauwerk liegen.

Bei Störungen in der Stickstoffversorgung sind die Grubenwehren sofort aus dem Brandfeld zurück-
zuziehen.

4.6.2.3 Objektinertisierung

Ziel einer Objektinertisierung ist es, unter Aufrechterhaltung der Bewetterung in offenen Grubenbauen
einen verdeckten Brandherd mit Inertgas zu überfluten und ihn vom Sauerstoffstrom möglichst ganz
abzuschneiden.

Der größte Anwendungsbereich der Objektinertisierung ist die Bekämpfung von Selbstentzündungs-
bränden im Versatzfeld von Abbaubetrieben. Durch das Verfahren der Objektinertisierung kann jedoch
in der Regel ein verdeckter Grubenbrand nur eingedämmt, aber nicht vollständig gelöscht werden.

Bei der Objektinertisierung ist die Stickstoffaufgabe unter Beachtung des vorliegenden Wetterdruck-
gefälles vorzunehmen.

Die zur Vorbereitung der Objektinertisierung notwendigen Bohrlöcher sind grundsätzlich mit Wasser-
spülung herzustellen. Die in die Bohrlöcher eingebrachten Lanzen oder Rohre sind vor Aufgabe des
Inertgases so zu sichern, dass sie nicht durch den Druck des Stickstoffs ausgetrieben werden können.
Unmittelbar nach der Aufgabe des Stickstoffs ist mit geeigneten Messgeräten festzustellen, ob in der
Umgebung der Lanzen oder Rohre Stickstoff austritt. Die Umgebung der Bohrlöcher ist gegebenenfalls
abzudichten. Der Verteiler zur Verzweigung des Stickstoffstroms aus der Zuführungsleitung zu den
einzelnen Standrohren soll in Wetterrichtung vor den Aufgabestellen liegen.

Sofern durch fortgesetzte Stickstoffaufgaben und Abdichtungs-maßnahmen verdeckte Brände im
Versatzfeld von Gewinnungsbetrieben so beeinflusst werden, dass Gefahren durch Brandgas oder
Auswirkungen einer Entzündung explosionsfähiger Gasgemische ausgeschlossen sind, können die
zuvor geräumten Grubenbaue wieder belegt werden. Gewinnungsarbeiten oder Sicherungsarbeiten
durch Nichtgrubenwehrmitglieder sind daher während der Phase der Objektinertisierung nur dann
zulässig, wenn sie ohne Gefahren für die Beschäftigten durchgeführt werden können.

4.6.2.4 Sicherheitsregeln für Arbeiten bei verdeckten Bränden

Bei verdeckten Bränden im Versatzfeld von Abbaubetrieben können Gefahren durch Brandgase sowie
durch Auswirkungen einer Entzündung explosionsfähiger Gasgemische nur ausgeschlossen werden,
wenn folgende Voraussetzungen gegeben sind:

Das Verfahren der Objektinertisierung wird wirkungsvoll angewendet, sofern dies zur Einhaltung v.g.
Randbedingungen notwendig ist.

Der Gewinnungsbetrieb darf erst belegt werden, wenn sichergestellt ist, dass unter Berücksichtigung
o. g. Voraussetzungen keine Gefahr für die Belegschaft besteht und diese bei Ausfall der Inertisierungs-
anlage oder bei Wiederaufleben des Brandes trotz Inertisierung gewarnt und aus dem gefährdeten
Bereich zurückgezogen werden kann.

4.6.2.5 Vorbeugende Inertisierung

In Gewinnungsbetrieben, in denen durch die Art der Kohle sowie aufgrund der geologischen oder
betrieblichen Gegebenheiten die Gefahr von Selbstentzündungsbränden im Versatzfeld vorhanden ist,
müssen besondere Vorkehrungen zur Abwehr dieser Gefahr vorgenommen werden.

Neben umfangreichen Abdichtungsmaßnahmen besteht die Möglichkeit, das Versatzfeld vorbeugend
zu inertisieren. Durch die vorbeugende Inertisierung muss der die Oxidation bzw. brandauslösende
Schleichwetterstrom durch Stickstoff so ersetzt werden, dass die CO-Gehalte im Schleichwetterstrom
auf der Ausziehseite keine steigende Tendenz zeigen und die Gasgemische explosionsungefährlich sind.

Bei der Inertisierung und der Beurteilung der Brandgefahr sind die Regelungen und Voraussetzungen
im letzten Absatz des Abschnitts 4.6.2.3 zu beachten.15

4.6.2.6 Inertisierung von Schächten

Eine Inertisierung von Schächten kann sowohl zur Beseitigung explosionsgefährlicher Gasansammlungen
während des Abwerfens oder Verfüllens bzw. Nachverfüllens als auch zur Bekämpfung von Gasbränden
während des Abteufens erforderlich werden.

Die Beseitigung explosionsfähiger Gasgemische beim Verfüllen oder Nachverfüllen von Schächten kann
sowohl mit CO2-Gas als auch mit N2-Gas erreicht werden. Hierfür sind Vorbereitungen zu treffen,
dass das Inertgas sofort und erforderlichenfalls an mehreren Stellen aufgegeben werden kann. Zur
Vermeidung eines Gaspfropfens müssen die Inertgase bis zum Schachttiefsten über Rohre oder
Schläuche eingeleitet werden.

4.6.2.7 Inertisierung sonderbewetterter Strecken

In allen sonderbewetterten Streckenvortrieben mit einer Auffahrungslänge > 3000 m sowie in
mechanisierten Streckenvortrieben mit Voll- oder Teilschnittmaschinen sind zusätzliche Vorkehrungen
für eine Inertisierung zu treffen. In diesen Strecken muss eine Stickstoffversorgungsleitung von über
Tage bis zum Eingang der sonderbewetterten Strecke fest verlegt und vorbereitet oder ohne größere
Zeitverzögerung freischaltbar oder verlegbar sein. In den sonderbewetterten Strecken sind gesonderte
oder schnell freizuschaltende Rohrleitungen (Mindestdurchmesser: 100 mm) bereitzuhalten, die möglichst
nahe an die Ortsbrust heranreichen und entweder ständig geöffnet sind oder mit Fernbedienung
bzw. selbsttätig geöffnet werden können. Für den Übergang von der fest verlegten Inertisierungsleitung
auf andere freischaltbare Leitungen in der sonderbewetterten Strecke sind entsprechende Übergangs-
systeme vorzuhalten.

Außerdem sind zur Vorbereitung einer Inertisierung in Streckenvortrieben mit Vollschnitt-Vortriebs-
maschinen (VSM) und mit Teilschnitt-Vortriebsmaschinen (TSM) mit einer Auffahrlänge über
3000 m an folgenden Stellen Widerlager für evtl. zu erstellende Dammbauwerke (Verschläge)
vorzubereiten:

In Streckenvortrieben mit Vollschnitt-Vortriebsmaschinen ist außerdem ein Verschlag am Ende
des Nachläufers der Maschine vorzubereiten.

Die im sonderbewetterten Bereich - insbesondere im VSM-Bereich -befindlichen Versorgungsleitungen
einschließlich Inertisierungsleitung sind eindeutig zu kennzeichnen.

Die Anbindung sonderbewetterter Strecken an das Inertisierungssystem sowie die speziellen
Einrichtungen und Vorbereitungen zur Inertisierung sind im "Plan für Inertisierungsmaßnahmen
mit Stickstoff" (siehe Abschnitt 4.4.9.2) anzuzeigen. Der Plan ist regelmäßig auf den neuesten
Stand zu bringen.

4.6.3 Überwachung der Inertisierung

4.6.3.1 Inertgasströme

Der von der Inertisierungsanlage erzeugte Inertgasstrom sowie dessen Temperatur und Druck
sind über Tage durch ortsfeste schreibende Messeinrichtungen zu überwachen. Die Messwerte
müssen der Einsatzleitung jederzeit zur Verfügung stehen. Wegen der Vereisungsgefahr der
Rohrleitungen soll eine Temperatur von +5°C nicht unterschritten werden. An der Aufgabestelle
ist der Druck, bei Verteilungen zusätzlich der Volumenstrom, durch Messeinrichtungen zu überwachen.

Zwischen der Inertgasaufgabestelle unter Tage und der Einsatzleitung sowie zwischen der
Inertisierungsanlage über Tage und der Einsatzleitung muss jederzeit eine Sprechverbindung bestehen.

4.6.3.2 Inertgasleitung

Die Inertgasleitungen unter Tage müssen durch unterwiesene Personen regelmäßig (mind. einmal
pro Tag und/oder bei außergewöhnlichen Druckschwankungen des Inertgasstroms) mit geeigneten
Messgeräten auf Undichtigkeiten und Beschädigungen systematisch geprüft werden. Diese Personen
müssen mit Sauerstoffselbstrettern ausgerüstet und in deren Gebrauch unterwiesen sein.

Undichtigkeiten der Inertgasleitung sind unverzüglich zu beseitigen. Erfordert das Beseitigen von
Undichtigkeiten eine Unterbrechung der Stickstoffaufgabe, so ist zuvor die Auswirkung einer solchen
Unterbrechung auf Brandumfang, Brandintensität und Explosionsgefahr abzuschätzen; erforderlichenfalls
ist der sicherheitlich betroffene Bereich zu räumen. Der Inertgasstrom nach unter Tage ist sofort
abzustellen, wenn größere Undichtheiten nicht beseitigt werden können oder durch wesentliche
Änderungen der Bewetterung (z.B. Lüfterausfall) der Sauerstoffgehalt in den offenen Grubenbauen
unter 18 Vol.% absinken kann. Über die Dichtigkeitsprüfung und die regelmäßig durchzuführenden
systematischen Prüfungen ist ein Protokoll zu führen.

4.6.3.3 Grubenbaue und Wetterführung

Bei der Inertisierung abgedämmter Grubenbaue kann sich hinter den Dämmen Überdruck einstellen.
Je nach Höhe des Überdrucks besteht die Möglichkeit, dass aus den Dämmen CH4, CO oder auch
matte Wetter austreten können. Derartige Gefahrenstellen sind wettertechnisch zu überwachen und
gegebenenfalls zu sperren.

Während der Inertisierungsmaßnahmen sind die Wetterströme in den dem Brandfeld oder Brandherd
unmittelbar nachgeschalteten Wetterwegen durch ortsfeste schreibende Wettergeschwindigkeits-
messeinrichtungen sowie durch ortsfeste schreibende CO-, CH4- und O2- Messeinrichtungen zu
überwachen. Die Messwerte sind an eine ständig besetzte Stelle über Tage zu übertragen. Bei Unter-
bzw. Überschreiten der zulässigen Grenzwerte müssen die entsprechenden Grubenbaue sofort geräumt
und gesperrt werden.

4.6.3.4 Inertisierungsmaßnahmen

Zur Beurteilung der Gesamtgefahrensituation ist die Wirksamkeit der Inertisierungsmaßnahmen ständig
zu überwachen.

Solange Explosionsgefahr besteht, sind während der Rauminertisierung mindestens stündlich Proben
der Brandgase möglichst über Fernprobenahmeeinrichtungen zu nehmen und unverzüglich zu unter-
suchen. Die Analysenergebnisse dieser Gasproben sind hinsichtlich der Explosionsfähigkeit, der
Brandintensität und des Brandumfangs schnellstmöglich auszuwerten und zu beurteilen.

Beim Einsatz von Untertage-Brandgaslaboratorien, Fernmesssystemen oder dergleichen brauchen
zusätzliche Brandgasproben dann nicht genommen zu werden, wenn die Messwerte der Einrichtungen
nach über Tage zur Sicherheitswarte oder zur Einsatzleitung übertragen oder sofort fernmündlich
übermittelt werden.

Unbeschadet der vorstehenden Regelungen sind arbeitstäglich mindestes zweimal Brandgasproben zur
Vollanalyse zum Abgleich von Mess- und Auswerteeinrichtungen zu nehmen.

Die zeitlichen Abstände von Gasprobenahmen dürfen vergrößert werden, wenn keine Explosionsgefahr
mehr besteht. Selbsttätige Überwachungseinrichtungen mit Fernanzeige der Messwerte müssen jedoch
auch dann weiterbetrieben werden, wenn die Explosionsgefahr nicht mehr gegeben ist.

Bei der Objektinertisierung ist in gleicher Weise zu verfahren, wobei die Schleichwetter und Brandgase
an repräsentativen Austrittsstellen (z.B. Probenahmerohre) und im freien Querschnitt der Strecken auf
der Ausziehseite des Brandes regelmäßig (zu Beginn einer Inertisierung mindestens einmal pro Schicht)
zu überwachen sind. Hierbei sind, wenn möglich, Messgeräte unmittelbar an die ausziehseitigen
Schnüffelrohre anzuschließen.

Die Überwachung des Inertisierungserfolges in Schächten muss durch Fernprobenahme erfolgen.

4.6.4 Einsatz der Grubenwehr in Inertgas

Der Einsatz der Grubenwehr in Inertgas hat grundsätzlich entsprechend dem "Plan für das
Grubenrettungswesen" zu erfolgen.

Bei Störungen in der Stickstoffversorgung sind die Grubenwehren unverzüglich aus dem Brandfeld
zurückzuziehen.

4.6.5 Plan für Inertisierungsmaßnahmen mit Stickstoff

Für jedes Bergwerk ist ein "Plan für Inertisierungsmaßnahmen mit Stickstoff" auszuarbeiten. Dieser
Inertisierungsplan hat das gesamte Inertisierungssystem sowie alle erforderlichen Maßnahmen über
und unter Tage zu enthalten. Nach Abschluss einer Inertisierung ist dem Bergamt über die durch-
geführten Maßnahmen zu berichten.

4.7 Bekämpfung explosionsgefährlicher Brände

Die Bekämpfung explosionsgefährlicher Brände ist nach Anlage 3 "Hinweise zur Bekämpfung
explosionsgefährlicher Brände"
der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, Herne, durchzuführen.

4.8 Sonstige Brandbekämpfungsmaßnahmen

Zur Verminderung von Schleichwetterströmen bei verdeckten Grubenbränden kann ein möglichst
vollständiger Wetterdruckausgleich angestrebt werden, sofern sich hierbei eine unzulässige
Verschiebung der Konzentration brennbarer Gase vermeiden lässt.

Voraussetzung aller Verfahren des Wetterdruckausgleichs an Brandherden ist eine genaue Kenntnis
und Berücksichtigung des Wetterdruckgefälles im Grubengebäude.

Ein Wetterdruckausgleich ist dann gegeben, wenn die Ortsdrücke auf der Frisch- und Abwetterseite
auf annähernd gleicher Höhe sind. Dies kann erreicht werden durch:

Wetterdruckausgleich durch Verringerung des Wetterstroms kann nur in Betracht kommen, wenn
eine Überschreitung des zulässigen Gehalts an schädlichen Gasen in den Wettern (insbesondere CH4)
ausgeschlossen ist.

Ansonsten ist ein Druckausgleich unter Beibehaltung von Größe und Richtung des Wetterstroms in
den offenen Grubenbauen herzustellen.

Der Wetterdruckausgleich durch zusätzliche Sonderlüfter (Druckausgleichsventilator) ist nur dann
zulässig, wenn die am Brandherd einzustellenden Druckverhältnisse unter den speziellen betrieblichen
Gegebenheiten auch konstant beibehalten werden können. Die Errichtung provisorischer Drosseln ist
nicht zulässig. Vielmehr muss der Lüfter selbst in einer Schleuse stehen und das vielfach als
"Regelblende" bezeichnete Drosselelement muss als eine Lüfterschleuse gebaut werden. Druck-
änderungen am Brandherd durch Fahrung oder Förderung dürfen nicht eintreten.

Der Lüfter mit zugehöriger Wetterschleuse und das Regelungselement (Drossel oder Blende) sind in
standfesten Bereichen des Grubengebäudes mit nichtbrennbarem Ausbau zu errichten. Alle Bauteile
der Lüfterschleuse müssen aus nichtbrennbaren Materialien bestehen. Steht die Lüfterschleuse in Flöz-
oder Abbaustrecken, so ist durch gute Abdichtung des Gebirges sicherzustellen, dass Kurzschlüsse
nicht zu einer Selbstentzündung der anstehenden Kohle im Schleusenbereich führen.

Druckausgleichventilatoren zum Zwecke des Druckausgleichs an Brandherden sind grundsätzlich nur
dann einzusetzen, wenn vorher rechnerisch die Auslegung der Lüfter und der erforderlichen Regel- und
Drosselelemente bestimmt worden ist und die Gesamtanlage die rechnerisch ermittelten Voraus-
setzungen (insbesondere zur Beibehaltung von Größe und Richtung des Wetterstroms in den offenen
Grubenbauen) auch erfüllen kann.

Zwischen dem Aufstellungsort des Druckausgleichventilators (Lüfterschleuse) und dem Brandherd muss
ein genügend großer Abstand eingehalten werden, um das Ansaugen von Brandgasen im Kurzschluss zu
verhindern.

Es muss gewährleistet sein, dass am Brandherd ein Druckausgleich erreicht und eine Umkehr des
ursprünglich vorhandenen Druckgefälles (Wetterumkehr am Brandherd) vermieden wird. Das anliegende
Druckgefälle muss bekannt sein. Dazu können die Ortsdrücke an den Ein- und Austrittsstellen der
Schleichwetter dauernd überwacht werden. Lüfteranlagen ohne kontinuierliche Drucküberwachung
dürfen zu Zwecken des Druckausgleichs an Brandherden nicht betrieben werden.

Die Überwachung des Wetterdruckgefälles ist erforderlich, um das Einströmen von Brandgasen auf
der Frischwetterseite zu erkennen und gegebenenfalls geeignete Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Der durch den Druckausgleichventilator beeinflusste Wetterstrom muss durch schreibende Mess-
einrichtungen mit Fernübertragung hinsichtlich seiner Größe und Richtung sowie seines Gehalts an
CH4 und CO überwacht werden.

Außerdem ist eine CO-Überwachung nicht nur auf der Ausziehseite des Brandes, sondern auch auf
der Einziehseite erforderlich. Die CO-Messeinrichtung auf der Einziehseite muss mit einer Alarmein-
richtung versehen sein, damit Personen dort rechtzeitig gewarnt und zurückgezogen werden können.

4.9 Wiederbelegung von geräumten Grubenbauen

Nach dem Abschluss der Brandbekämpfungsmaßnahmen dürfen geräumte Grubenbaue wieder
belegt werden, wenn die zulässigen Grenzwerte schädlicher Gase eingehalten werden.

Auch bei Streckenlängen von weniger als 6 m vor Branddämmen ist zu prüfen, ob wegen der
Gefahr des Austritts von Brandgasen ggf. eine Sonderbewetterung einzurichten ist.

5. Öffnen von Brandfeldern

Anlässe zum Öffnen von Brandfeldern können z.B. sein:

Ein Brandfeld kann geöffnet werden durch:

Brandfelder können entweder nur an einer Stelle oder an mehreren Stellen geöffnet werden. Letzteres
soll die durchgehende Bewetterung herstellen und das Brandfeld mit Frischwettern durchspülen.

Folgende Gefahren sind beim Öffnen von Brandfeldern zu beachten:

Die Vorgehensweise beim Öffnen von Brandfeldern ist abhängig von der Beurteilung der Brandaktivität
und der Lage des Zusammensetzungspunktes der Brandgasanalysen im Explosionsdiagramm.

Danach können Brandfelder wie folgt unterschieden werden:

5.1 Grundregeln

Vor dem Öffnen eines Brandfeldes sind folgende Maßnahmen durchzuführen:

Um eine unkontrollierte Bewetterung des Brandfeldes zu vermeiden und den Austritt schädlicher
Gaszusammensetzungen aus dem Brandfeld zu verhindern, ist vor dem Öffnen des Brandfeldes zu
prüfen, ob an bestimmten Abdämmungen das Errichten von Unter- bzw. Überdruckkammern notwendig
ist.

Da sich beim Öffnen von Brandfeldern sowohl der Brandzustand als auch die Explosionsgefährlichkeit
der Brandgase ändern können, muss während der Arbeiten in regelmäßigen Zeitabständen die
Zusammensetzung der Brandgase ermittelt werden. Art und Anzahl der Proben sowie der Ort der
Probenahme sind festzulegen. Dabei ist auf die Möglichkeit von Gasschichtungen bei geringen
Wettergeschwindigkeiten zu achten.

Das Öffnen und Befahren von Brandfeldern, auch nach deren Belüftung, ist von der Grubenwehr
vorzunehmen. Da in der Regel in Brandfeldern schwierige klimatische Bedingungen zu erwarten sind,
ist die Grubenwehr unter Beachtung der Grundregeln für Einsätze unter erschwerten Bedingungen
einzusetzen. Das gleiche gilt für das Vorgehen der Grubenwehr in matten bzw. inerten Wettern.
Bei Antreffen explosibler Gase während der Befahrung des Brandfeldes ist sofort der Rückzug anzutreten.

Beim Einbau einer Sonderbewetterung zum Ausspülen von Brandfeldabschnitten nach dem Vortragen
von Dämmen ist sicherzustellen, dass sich im auszuspülenden Grubenbau kein Brand oder eine andere
Zündquelle mehr befinden. Die Auswirkung des Ausspülens auf die wettertechnisch nachgeschalteten
Grubenbaue ist zu beachten; diese sind zu räumen und die elektrischen Anlagen spannungsfrei zu
schalten. Der durchgehende Wetterstrom, dem die Wetter der Sonderbewetterung zugeführt werden,
ist messtechnisch zu überwachen und gegebenenfalls zu verstärken. Die o.g. Vorgaben gelten sinngemäß
auch beim Freispülen eines Brandfeldes mittels durchgehender Bewetterung.

Brandfelder dürfen nur mit Erlaubnis des Bergamtes geöffnet werden. Hierzu ist vom Unternehmer im
Einvernehmen mit der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen ein Betriebsplan aufzustellen und
dem Bergamt vorzulegen. In diesem Betriebsplan muss festgelegt sein:

5.2 Brandfelder ohne Brandaktivität einschließlich unter Wasser gesetzte Brandfelder

Brandfelder dürfen nur geöffnet werden, wenn keine Brandaktivität mehr vorliegt. Ein Belüftungsversuch
ist nur zulässig, wenn

Lebt der Brand beim Öffnen des Brandfeldes wieder auf, so ist das Brandfeld sofort wieder zu schließen;
gegebenenfalls ist nach Abschnitt 5.3 bzw. 5.4 zu verfahren.

Bleibt ein Wiederaufleben des Brandes nach dem Belüftungsversuch aus, so darf der belüftete Wetterweg
von der Grubenwehr zur Erkundung befahren werden.

Danach sind sofort die folgenden Arbeiten durch die Grubenwehr einzuleiten:

Nach dem Unterwassersetzen und nachfolgendem Sümpfen eines Brandfeldes sind die o.g. Regeln
sinngemäß anzuwenden. Bei Grubenbauen mit anstehender Kohle ist nach dem Sümpfen mit erhöhter
Selbstentzündungsgefahr zu rechnen.

5.3 Brandfelder mit nachgewiesener Brandaktivität und explosionsfähigen Brandgasgemischen

Brandfelder mit nachgewiesener Brandaktivität und explosionsfähigen Brandgasgemischen dürfen
nicht geöffnet werden.

5.4 Brandfelder mit nicht auszuschließender Brandaktivität und Brandgasgemischen, die bei
Zustrom brennbarer Gase explosionsfähig werden können

Brandfelder mit nicht auszuschließender Brandaktivität und Brandgasgemischen, die bei Zustrom
brennbarer Gase explosionsfähig werden können, dürfen nur zur Erkundung, zur Bergung von Toten
oder zur Durchführung weiterer Brandbekämpfungsmaßnahmen durch die Grubenwehr geöffnet
werden, wenn zuvor durch Inertisierung eine dauerhafte Verlagerung des Zusammensetzungspunktes
der Brandgasanalysen in den Bereich V des Explosions-Diagramms nach Coward erreicht worden ist.

Die hinreichende Wetterdichtigkeit beim Befahren des Brandfeldes ist durch Verwendung einer
Schleuse (siehe Anlage 4) zu gewährleisten.

Weitere Brandbekämpfungsmaßnahmen durch die Grubenwehr in inertisierten Brandfeldern können
z.B. sein:

Bei der Einengung des Brandfeldes durch Vortragen von explosionsfesten Dämmen können die vor
den Dämmen liegenden Teile des Brandfeldes bewettert werden (siehe Abschnitt 5.1). Nach dem
Einbau einer Objektinertisierung kann das Brandfeld versuchsweise belüftet werden (siehe Abschnitt 5.2).

5.5 Brandfelder mit nachgewiesener oder nicht auszuschließender Brandaktivität und
Brandgasgemischen, die sich im Bereich V des Explosions-Diagramms befinden oder die
nur bei Zustrom von Luft explosionsfähig werden können

Brandfelder mit nachgewiesener oder nicht auszuschließender Brandaktivität und Brandgasgemischen,
die sich im Bereich V des Coward-Diagramms befinden oder nur bei Zustrom von Luft explosionsfähig
werden können, dürfen nur zur Erkundung, zur Bergung von Toten oder zur Durchführung weiterer
Brandbekämpfungsmaßnahmen durch die Grubenwehr geöffnet werden. Inertisierungmaßnahmen
sind erforderlich, wenn

Die hinreichende Wetterdichtheit beim Befahren des Brandfeldes ist durch Verwendung einer
Schleuse zu gewährleisten.

Für weitere Brandbekämpfungsmaßnahmen durch die Grubenwehr im Brandfeld gelten die Vorgaben
nach Abschnitt 5.4.

5.6 Wiederbelegung von Brandfeldern

Die Wiederbelegung eines ehemaligen Brandfeldes darf nur auf Anweisung des Unternehmers erfolgen.
Hierbei muss sichergestellt sein, dass alle Grubenbaue ständig frei von schädlichen Gasen sind und bei
Einengung des Brandfeldes das restliche Brandfeld durch Hauptdämme abgeriegelt ist.

6. Anlagen

Anlage 1 Plan für den Brandschutz unter Tage, (Abschnitt 3.6.1).

Anlage 2 Verhaltensregeln zur Hygiene bei Nachlösch- und Aufräumungsarbeiten unter Tage,
(Abschnitt 4.5.6).

Anlage 3 Hinweise zur Bekämpfung explosionsgefährlicher Brände, (Abschnitt 4.7),
Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, Herne, Januar 1999.

Anlage 1 zu Abschnitt 3.6.1

Plan für den Brandschutz unter Tage

Der "Plan für den Brandschutz unter Tage" beschreibt im einzelnen die Umsetzung des ''Brandschutzplans
unter Tage gemäß Anhang 1, Nr. 1.4.5 der ABBergV vom 01.01.1996''. Er wird regelmäßig auf den neuesten
Stand gebracht und im Betrieb verfügbar gehalten.

Gliederung zum Plan für den Brandschutz unter Tage

  1. Allgemeines
  2. Grubenbaue mit brennbarem Ausbau
  3. Lage und brandschutztechnische Absicherung von Räumen zur Aufbewahrung brennbarer Betriebsstoffe
  4. Lage und brandschutztechnische Absicherung von Räumen und Zonen für Brenn- und Schweißarbeiten
  5. Vorbereitete Bauwerke zur Regelung der Wetterführung
  6. Löschanlagen für Tagesschächte
  7. Löschwasserversorgung
  8. Feuerlöschanlagen
  9. Tragbare Feuerlöschgeräte
  10. Lage und Ausrüstung der Löschzüge und Löschkammern
  11. Co-Messeinrichtungen
  12. Lage und brandschutztechnische Absicherung von Instandsetzungs-, Wartungs- und Betankungsräumen
    sowie Räumen zur Aufbewahrung von Kraftstoffen
  13. Maßnahmen und Einrichtungen für die Brandbekämpfung an Gurtförderern
  14. Maßnahmen und Einrichtungen für die Brandbekämpfung in maschinellen Streckenvortrieben und
    Gewinnungsbetrieben
  15. Brandschutztechnische Absicherung von Verdichtern und ortsfesten Kälteanlagen
  16. Flöze, die erfahrungsgemäß zur Selbstentzündung neigen und Maßnahmen zur Verhinderung von
    Selbstentzündungen
  17. Vorbereitung zum Abdämmen
  18. Vorbereitung zur Inertisierung einschließlich Plan für Inertisierungsmaßnahmen mit Stickstoff (1980)
    und 6. Ergänzung (1995)
  19. Verantwortliche Personen für den Brandschutz unter Tage, Brandschutzgerätewarte, Löschmann-
    schaften
  20. Belehrung und Unterweisung im Brandschutz unter Tage

Anlagen zum Plan für den Brandschutz unter Tage

  1. Feuerlöschriss
  2. Wetterführungsplan
  3. Übersichtsplan über die Standorte der Co-Messeinrichtungen
  4. Übersichtsplan über die Standorte der Fernmeldeanlagen
  5. Rohrplan des Druckluft- und Wasserleitungsnetzes
  6. Rohrplan des Grubengasabsaugeleitungsnetzes
  7. Rohrplan des Inertgasleitungsnetzes
  8. Dienstanweisung Brandschutzsteiger

Anlage 2 zu Abschnitt 4.5.6

Verhaltensregeln zur Hygiene bei Nachlösch- und Aufräumungsarbeiten unter Tage

Brandrauch enthält immer gesundheitsschädliche Stoffe, die hauptsächlich über Mund und Atemwege
in den Körper aufgenommen werden können. Daher sollten bei Bränden von Kunststoffen und
Flüssigkeiten mit erkennbarer Rußbildung/-ablagerung die nachfolgenden Verhaltensregeln beachtet
werden:

Während der Brandbekämpfung sowie bei Nachlösch- und Aufräumungsarbeiten bei noch warmer
Brandstelle grundsätzlich umluftunabhängigen Atemschutz tragen.

Anlage 3 zu Abschnitt 4.7

Hinweise zur Bekämpfung explosionsgefährlicher Brände

(Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, Herne, Januar 1999)

Stand: 17.06.2004

Als potentiell explosionsgefährlich haben sich in der Vergangenheit vor allem streb- und streckennahe
Selbstentzündungsbrände sowie größere Gasbrände erwiesen. Seit Mitte der siebziger Jahre ist es bei
rund 200 Selbstentzündungsbränden im Ruhrbergbau zu 12 CH4-Entzündungen gekommen. Darüber
hinaus hat es neben einer Anzahl kleinerer Gasbrände, die von der Belegschaft sofort gelöscht werden
konnten, einige größere Gasbrände durch Fremdzündung in Abbau und Vortrieb gegeben, deren
Bekämpfung einen Grubenwehreinsatz und fallweise auch eine Inertisierung erforderte.

Aus der Auswertung dieser CH4-Entzündungen lassen sich Gemeinsamkeiten und Hypothesen ableiten,
die nachstehend im ersten Teil erläutert sind. In einem zweiten Teil sind auf Grundlage dieser Auswertung
allgemeine sicherheitliche Empfehlungen für die Bekämpfung explosionsgefährlicher Brände aufgestellt.
Im dritten Teil werden einige vorbereitende Maßnahmen zur effektiveren Brandbekämpfung dargestellt.

1 Zum Explosionsrisiko bei Bränden

1.1 Streb- und streckennahe Selbstentzündungsbrände

Bei der überwiegenden Anzahl aller bekannt gewordenen Entzündungen ist von einer Lage der
Zündquelle "Selbstentzündungsbrand" in unmittelbarer Nachbarschaft bewetterter Grubenbaue
auszugehen. Hierzu zählen planmäßig bewetterte Abbaustrecken und Streben, aber auch nach
Durchgang des Strebs beigeraubte Abbaustrecken, in denen noch eine nennenswerte Schleich-
wetterbewegung unterstellt werden muss. Beobachtete Flammenaustritte aus dem Alten Mann
ereigneten sich durch undichte Streckenbegleitdämme - z. B. mit hohem Holzanteil - oder durch
die Schildsäule hindurch. Dagegen ist bisher keine Entzündung bekannt, bei der die Flamme aus
dem Alten Mann durch einen dichten Streckenbegleitdamm aus abbindendem Baustoff hindurch
gewirkt hat.

Auch bei Vorhandensein eines dichten Dammes ist jedoch zu berücksichtigen, dass bei einer
Abflammung im Alten Mann schlagartig CO in hoher Konzentration in den freien Wetterquerschnitt
gedrückt wird.

Eine strecken- oder strebnahe Lage der Zündquelle "Selbstentzündungsbrand" begünstigt auf Grund
der in dieser Zone höheren Schleichwetterbewegung ein Überschreiten der für eine CH4-Entzündung
erforderlichen Mindest-Zündtemperatur von rund 650 °C. Dagegen wird vermutet, dass die
Entwicklung streckenferner Selbstentzündungsbrände aufgrund von Sauerstoffmangel durch ihre Lage
inmitten des Bruchfeldes bereits in einem früheren Oxidationsstadium gestoppt wird, bevor die für eine
Zündung von CH4-kritische Temperatur erreicht wird.

Betriebe, in denen störungsbedingt der Abbaufortschritt sehr gering ist, sind deshalb besonders gefährdet,
weil ein schnelles Wegrücken von einer beginnenden strebnahen Selbstentzündung nicht möglich ist.
Der gleiche Gesichtspunkt trifft für Raubbetriebe bzw. gerade in die Raubstellung geführte Betriebe zu.

Ferner kann aus bisheriger Erfahrung unterstellt werden, dass eine Veränderung der Schleichwetter-
situation in der Nähe des Brandherdes das Zündrisiko erhöht. Eine solche Veränderung kann durch
barometrische Einflüsse unterstützt werden, aber auch durch falsch angewandte Maßnahmen der
Brandbekämpfung, z. B. Verstellen von Wettertüren, Abdämmen ohne Dammrohre, Abdichtung ohne
messtechnische Überwachung oder schlagartige Stickstoffaufgabe. Auf ein Zusammentreffen mehrerer
für eine CH4-Entzündung günstiger Begleitumstände sollte bei einer Brandbekämpfung besonderes
Augenmerk gerichtet werden. Dies gilt in gasreichen Betrieben auch schon bei verhältnismäßig geringer
CO-Produktion in l/min. So haben sich rund zwei Drittel der bekannten CH4-Entzündungen bei
CO-Produktionen kleiner 20 l/min ereignet.

1.2 Größere Gasbrände

Größere offene Gasbrände ereigneten sich in Streckenvortrieben und in Abbaubetrieben. In Abbau-
betrieben war meist der wetterausziehseitige Streckensaum von Streben betroffen, die im wetter-
technischen Vorbau mit U- oder Y-Bewetterung zu Felde geführt wurden.

Größere Gasbrände, die mittels Grubenwehreinsatz und fallweise mit Hilfe des Inertisierungsverfahrens
bekämpft werden mussten, sind dann entstanden, wenn

Bei diesen Gasbränden traten keine Explosionen auf. Ebenso wie bei den CH4-Zündungen durch
Selbstentzündungsbrände muss jedoch unterstellt werden, dass eine Veränderung der Schleichwetter-
situation in der Nähe eines Gasbrandes am Alten Mann das Explosionsrisiko erhöht und dass
insbesondere bei Bränden in Vortrieben eine direkte Brandbekämpfung nur bei intakter und
vollständiger Sonderbewetterung in Frage kommt.

2 Schlussfolgerungen und Empfehlungen für die Brandbekämpfung

2.1 Streb- und streckennahe Selbstentzündungsbrände

Bei streb- oder streckennahen Bränden im Versatzfeld von Abbaubetrieben können Gefahren durch
Brandgase sowie durch Auswirkungen einer Entzündung explosionsfähiger Gasgemische nur unter
folgenden Voraussetzungen auf ein Minimum reduziert werden.

Einsatz der Grubenwehr

Beim Einsatz der Grubenwehr gelten grundsätzlich die entsprechenden Bestimmungen des Plans
für das Grubenrettungswesen.

Arbeiten der Grubenwehr in der Nähe des Brandherdes, z. B. zur Abdichtung oder zum Einbau
einer Inertisierung, sind so lange zulässig, wie im Alten Mann in der Umgebung des Brandherdes
keine explosionsfähigen Gasgemische gemessen werden.

Belegung des Abbaubetriebes

Der Gewinnungsbetrieb darf erst belegt werden, wenn sichergestellt ist, dass unter Berücksichtigung
der nachfolgenden Voraussetzungen keine Gefahr für die Belegschaft besteht und diese bei einer
Abweichung von den vorgegebenen Rahmenbedingungen gewarnt und rechtzeitig aus dem
gefährdeten Bereich zurückgezogen werden kann:

  1. Der verdeckte Brand ist in seiner Lage bekannt oder hinreichend bestimmbar.
  2. Der Alte Mann ist durch Streckenbegleitdämme aus abbindenden Baustoffen, gegebenenfalls
    durch zusätzliche Abdichtungen, vom offenen Grubengebäude abgeriegelt.
  3. Erkannte Hohlräume im Übergangsbereich Streb/Strecke sind verfüllt.
  4. In den offenen Grubenbauen werden die zulässigen Gehalte der Wetter an schädlichen Gasen
    nicht über- und ein Sauerstoffgehalt von 18 % nicht unterschritten.17
  5. Aufgrund der regelmäßigen Überwachung der Schleichwetter durch Wetterproben aus
    Schnüffelrohren wird festgestellt, dass im Alten Mann in der Umgebung des Brandherdes keine
    explosionsfähigen Gasgemische anstehen (negative Explosionskennziffer).
    Hierbei ist ein ausreichender Sicherheitsabstand zu den Explosionsgrenzen einzuhalten.
  6. Die Brandkennziffer (BKZ)18 oder die CO-Produktion zeigt keine kontinuierlich steigende Tendenz.
  7. Der Alarmwert von 20 l/min CO-Produktion durch den Brand wird nicht überschritten, Abweichungen
    hiervon bedürfen der einvernehmlichen Zustimmung des Betriebes, der Hauptstelle für das
    Grubenrettungswesen und des Bergamts.
  8. Das Verfahren der Objektinertisierung (Beispiel in Bild 1) wird angewandt, falls dies zur Einhaltung
    der o.g. Voraussetzungen notwendig ist. Bei streb- und streckennahen Selbstentzündungsbränden
    sollen Dammrohre und Verschlagmaterial wetterein- und wetterausziehseitig des betroffenen
    Bereiches unter Tage bereitgehalten werden.

Bild1: Objektinertisierung

2.2 Größere Gasbrände

Größere Gasbrände werden durch die Grubenwehr bei weiträumiger Absperrung des Ereignisortes
bekämpft. Daher beziehen sich die nachfolgenden Hinweise nur auf den Einsatz der Grubenwehr:

1. Ein Annähern an einen Gasbrand oder an den vermuteten Ort einer CH4-Zündung ist von der
Wettereinziehseite (Ausnahme-, Sonderbewetterung) vertretbar,

In beiden Fällen muss zur Aufnahme der direkten Brandbekämpfung (Kühlen, Löschen, Abdichtung,
Objektinertisierung etc.) eine ausreichende Bewetterung vorhanden sein oder wieder hergestellt werden.
Eine ausreichende Bewetterung liegt dann vor, wenn

Alle Eingriffe in die Wetterführung ohne Zustimmung der Einsatzleitung sind unzulässig.

2. Befindet sich im Bereich eines offenen Brandherdes eine betriebene Gasabsaugeleitung, so ist eine
direkte Brandbekämpfung nur zulässig, wenn diese Leitung nachhaltig gekühlt werden kann. Alternativ
ist als Erstmaßnahme ein sofortiges Freispülen und Abschiebern der Leitung möglich. Ein solcher
Eingriff in die Wetterführung bedarf jedoch einer vorherigen Risikoabschätzung durch die Einsatzleitung.

3. Kann bei größeren offenen Bränden eine Brandweiterleitung im betroffenen Grubenbau nicht
ausgeschlossen werden, so ist vorrangig auf der Abwetterseite des Brandes vor der nächsten Frisch-
wettereinspeisung eine Kühlzone einzurichten.

4. Eine Rauminertisierung aus sicherer (funktionsfähige Explosionssperren zwischen dem Einsatzort
der Grubenwehr und einem möglichen Explosionsort) Entfernung (Beispiele in Bild 2 und 3) ist
dagegen vorzuziehen, wenn

Eine Rauminertisierung zum Löschen der offenen Flammen ist erforderlich, wenn die direkte
Bekämpfung eines Gasbrandes mit manuellen Löschgeräten nicht möglich ist, z.B. weil der Brand
sich in den Alten Mann oder sonstige streckennahe Hohlräume ausbreitet.

Änderungen der Wetterführung sind grundsätzlich durch aktuelle Wetternetzberechnungen vorab
zu prüfen und zu bewerten.

Bild2: Rauminertisierung - Verdeckter Brand (V/D=Verschlag/Damm)

Bild3: Rauminertisierung - Offener Brand (V/D=Verschlag/Damm)

5. Wiederöffnen von Brandfeldern, Abschalten der Rauminertisierung;
Sicherheit darüber, ob ein Brand erloschen oder durch eine zusätzlich installierte Objektinertisierung
unter Kontrolle gebracht worden ist, ergibt nur ein Lüftungsversuch, das heißt ein probeweises
Wiederherstellen der durchgehenden Bewetterung im zuvor inertisierten Bereich. Dazu gehört die
Möglichkeit, die zum Lüften geöffneten Verschläge sofort wieder zu schließen (Dammrohre) und
die Rauminertisierung sofort wieder in Betrieb zu nehmen, wenn der Brand wieder aufleben sollte.

Bei Lüftungsversuchen ist der Bereich um das Brandfeld weiträumig abzusperren. Alle Schalt- und
Öffnungsvorgänge werden von der Grubenwehr unter Atem- und Flammenschutz vorgenommen.

3 Vorbereitende Maßnahmen

Neben der Berücksichtigung jedes Abbaubetriebes und maschinellen Vortriebes im "Plan für
Inertisierungsmaßnahmen mit Stickstoff" sind fallweise weitere vorbereitende Maßnahmen zur
Inertisierung empfehlenswert mit dem Ziel, im Falle einer schnell auftretenden Explosionsgefahr
die Notwendigkeit einer aufwendigen Rauminertisierung dadurch zu umgehen, dass eine gezielte
Bruchfeldinertisierung bereits vorbereitet ist und aus sicherer Entfernung in Betrieb genommen
werden kann.

Solche zusätzlichen Maßnahmen sind ratsam vor allem in zur Selbstentzündung neigenden Flözen
mit strecken- oder raubortnaher Restkohle im Alten Mann bzw. strebnaher Restkohle im Bereich
der Einstelllinie.

Bei der vorherrschenden Zuschnittsvariante mit positiver Y-Bewetterung bietet sich hierzu das
Aussetzen sogenannter "verlorener Rohrleitungen" in das Raubort der wettereinziehenden ´
Abbaustrecke an.

Solche Rohre sollten paarweise überlappend ausgesetzt werden, so dass sich ein Rohrende jeweils
im Bereich zwischen 20 m und 100 m hinter dem Streb befindet (Bild 4).

Bild4: Vorbereitete Inertisierung - Verlorene Rohrleitungen

Ist in beigeraubten Abbaustrecken zur Selbstentzündung neigender Flöze ein größerer streckennaher
Restkohlebereich (z. B. Störungsdurchtritte mit Restkohle) vorhanden, kann dieser nach Durchgang
des Strebs durch eine explosionsfeste Zwischenabdämmung im Raubort gegen den weiterrückenden
Streb abgeschottet werden. Auch in einen solchen Damm sollte eine verlorene Rohrleitung zur
eventuellen späteren Inertisierung der dahinterliegenden Zone eingelegt werden (Bild 5).

Das Einblenden verlorener Rohrleitungen in explosionsfeste Zwischenabdämmungen, durch die
selbstentzündungskritische Raubstreckenbereiche gegen den Streb abgeschottet werden, empfiehlt
sich insbesondere bei abwärts bewetterten Streben, in deren Bruchfeldern ein CH4-Auftrieb in
Richtung der wettereinziehenden beigeraubten Abbaustrecke nicht ausgeschlossen werden kann.

Bild5: Vorbereitete Inertisierung - Zwischenabdämmung und verlorene Rohrleitungen

In gleicher Weise können Raubbetriebe, die aus zwingenden Gründen nach Einstellung des Abbaus
längere Zeit offen stehen müssen, durch einen Damm im Raubort der wettereinziehenden Abbaustrecke
mit eingelegter Rohrleitung für eine schnelle Bruchfeldinertisierung vorbereitet werden. Bei
Abschlussdämmen am Alten Mann, z. B. in Raubörtern, soll auch das strebnahe Bruchfeld ("Zwickel")
im Bereich des Dammes mitverfüllt werden.

In zur Selbstentzündung neigenden Flözen, in denen kurz vor Erreichen der Einstelllinie Kohle im
Alten Mann zurückgelassen werden muss, sollten spätestens rund 10 bis 15 m vor dem Herstellen
der Raubgasse verlorene Rohrleitungen frischwetterseitig der Restkohlebereiche zwischen den
Schilden ausgesetzt werden.

4 Literatur

1. Jahresberichte der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen, Essen, 1974 bis 1994.

2. Hein, N.- Kock, F.-J.- Anwendungstaktik und Aufgaben der Grubenwehr bei der Gruben-
brandbekämpfung mit Stickstoff. Glückauf 116 (1980), Nr. 15, S. 770 - 774.

3. Grundsätze und Sicherheitsregeln für die Verwendung von Stickstoff als Inertgas unter Tage
vom 19.1.1981 mit Rvfg. des LOBA NRW vom 19.1.1981/18.43.6-2-1.

4. Kock, F.-J.- Linberg, B.- Strategie der Brandbekämpfung mit Stickstoff. Glückauf 121 (1985),
Nr. 18, S. 21 - 27.

5. Hermülheim, W.-, Uhlenbrock, R.- Selbstentzündungsbrände im Steinkohlenbergbau.
Glückauf 131 (1995), Nr. 11, S. 565 - 570.

6. Hein, N., Hermülheim, W.- Fuchs, E.- Culmann, J. et al.-. Beurteilung der Analysenergebnisse
von Grubenbrandgasproben. Pirrot, Saarbrücken 1995.

7. Hermülheim, W.- Beck, K.-D.- Inertization as Means for Reducing Down Time and the Explosion
Risk in Cases of Spontaneous Combustion. Proceedings 6th. Int. Mine Ventilation Congress,
Pittsburgh, PA, 18.-22. Mai 1997, S. 299 - 303.

8. Hermülheim, W.- Zum Explosionsrisiko bei Selbstentzündungsbränden im Ruhrbergbau.
Glückauf 133 (1997), Nr. 11, S. 665 - 673.

9. Hermülheim, W.- Gasbrände und Explosionen durch Fremdzündung im Abbau. Studie zum
Untersuchungs- u. Entwicklungsvorhaben " CH4- Alter Mann", Land NRW, 65.11-682-2, 1994 - 1997.
In DMT-Berichte aus Forschung und Entwicklung 73, Bochum 1998.

10. Jägersberg, K; Langer, G., Voß, H-W., Erfolgreiche Bekämpfung eines Gasbrands auf dem
Bergwerk Ewald/Hugo der DSK. Glückauf 134 (1998), Nr. 6, S. 302 - 306.


1) "Hinweise für die wettertechnischen Belange beim Ausrauben und/oder Abdämmen von
Grubenbauen im Steinkohlenbergbau" vom 13.10.2000 - 18.13.1-7-19 -, SBl A 2.18

2) ”Hinweise für die wettertechnischen Belange beim Ausrauben und/oder Abdämmen von
Grubenbauen im Steinkohlenbergbau” vom 13.10.2000 - 18.13.1-7-19 -, SBl A 2.18

3) Richtlinien über technische und organisatorische Maßnahmen für die Montage und den Betrieb
von Anlagen zur Lagerung, Abfüllung und Beförderung von Kraftstoffen (brennbare Flüssigkeiten)
im Steinkohlenbergbau unter Tage - 83.21.5-4-12 -

4) Richtlinien über technische und organisatorische Maßnahmen für die Montage und den Betrieb
von Anlagen zur Lagerung, Abfüllung und Beförderung von Kraftstoffen (brennbare Flüssigkeiten)
im Steinkohlenbergbau unter Tage - 83.21.5-4-12 -

5) Vfg. des LOBA NRW vom 15.06.2000 -18.43.1-8-6 -

6) Vfg. des LOBA NRW vom 20.10.2000 – 18.43.1-6-3 -

7) Vfg. der Bezirksregierung Arnsberg vom 29.07.2001 - 83.18.43.1-2001-1 -

8) Vfg. der Bezirksregierung Arnsberg vom 21.11.2001- 83.18.7-2001-2 -

9) Handbuch zur Beurteilung der Analysenergebnisse von Grubenbrandgasproben im Auftrag des
”Ständigen Arbeitskreises Brand-, Explosionsschutz, Rettungswesen”

10) Handbuch zur Beurteilung der Analysenergebnisse von Grubenbrandgasproben im Auftrag des
”Ständigen Arbeitskreises Brand-, Explosionsschutz, Rettungswesen”

11) Handbuch zur Beurteilung der Analysenergebnisse von Grubenbrandgasproben im Auftrag des
”Ständigen Arbeitskreises Brand-, Explosionsschutz, Rettungswesen”

12) Handbuch zur Beurteilung der Analysenergebnisse von Grubenbrandgasproben im Auftrag des
”Ständigen Arbeitskreises Brand-, Explosionsschutz, Rettungswesen”

13) Handbuch zur Beurteilung der Analysenergebnisse von Grubenbrandgasproben im Auftrag des
”Ständigen Arbeitskreises Brand-, Explosionsschutz, Rettungswesen”

14) Bestimmung der Brandkennziffer (BKZ): Handbuch zur Beurteilung der Analysenergebnisse von
Grubenbrandgasproben im Auftrag des ”Ständigen Arbeitskreises Brand-, Explosionsschutz,
Rettungswesen”, Abschnitt 3.4.

15) Die vorbeugende Inertisierung soll auf den jeweiligen Einzelfall beschränkt werden. ”Bei der
Inertisierung von Grubenbränden mit Stickstoff führt die Ermittlung der Brandkennziffer (BKZ)
zu Ergebnissen ohne Aussagewert, da hier das natürliche Verhältnis von Stickstoff zu Sauerstoff
gestört ist.” (Bestimmung der Brandkennziffer (BKZ): Handbuch zur Beurteilung der Analysen-
ergebnisse von Grubenbrandgasproben im Auftrag des ”Ständigen Arbeitskreises Brand-,
Explosionsschutz, Rettungswesen”, Abschnitt 3.4 ).

16) Handbuch zur Beurteilung der Analysenergebnisse von Grubenbrandgasproben im Auftrag des
”Ständigen Arbeitskreises Brand-, Explosionsschutz, Rettungswesen”

17) Hinsichtlich der zulässigen CO-Grenzwerte vgl. Handbuch Beurteilung der Analysen-
ergebnisse von Grubenbrandgasproben”, Ausgabe 1995

18) Gilt nicht bei Inertisierung



03.05.2002

83.18.43.2-6-14

Verwendung von Kunststoffbetriebsmitteln
im Bergbau unter Tage

A 2.7

An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen

Betreff:

Verwendung von Kunststoffbetriebsmitteln im Bergbau unter Tage;
§ 10 BVOSt vom 10.01.2000 in der Fassung vom 01.05.2001,
§ 18 BVOESSE vom 01.06.1999 in der Fassung vom 01.05.2001

 

 

Bezug:

a) Rundverfügung der Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung Bergbau und
    Energie in NRW vom 18.05.2001 - 83.18.43.2-6-14 - ,
b) Besprechungsvermerk vom 12.04.2002 zur Anzeige nach § 10 Abs. 4
    BVOSt


Mit In-Kraft-Treten der Ersten Verordnung zur Änderung von Bergverordnungen des Landes-
oberbergamts Nordrhein-Westfalen vom 21. Dezember 2000 ist nunmehr seit 01.05.2001 eine
Anzeigepflicht für eine Verwendung aller Betriebsmittel aus festen Kunststoffen oder mit
Anteilen von festen Kunststoffen (Kunststoffbetriebsmittel) im Sinne von DIN 22100-7 festgelegt.
Dies gilt nunmehr sowohl für den Steinkohlenbergbau (§ 10 BVOSt) als auch für den Nichtkohlen-
bergbau (§ 18 BVOESSE).

Hersteller oder Vertreiber von Betriebsmitteln aus Kunststoffen im Sinne der DIN 22100 Teil 7
benötigen künftig keinen gesonderten Bescheid einer Behörde zum Nachweis der Eignung ihrer
Produkte für eine Verwendung in Bergwerken unter Tage. Die Rechtsgrundlage für die Erteilung
dieser Bescheide ist ersatzlos entfallen. Der Verwaltungsakt hat sich somit im Sinne des
§ 43 Abs. 2 Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG. NRW) "auf andere Weise erledigt" und ist
nicht mehr wirksam. Nach einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 27.11.1973
(DÖV 1974, 677) erlischt eine behördliche Erlaubnis, wenn für die von ihr erfasste Tätigkeit die
Erlaubnispflicht wegfällt .(Rdvfg. des ehemaligen LOBA NRW vom 14.4.2000-09.1-2000-1-)

Der Unternehmer ist nach der ihm zugewiesenen Eigenverantwortlichkeit für eine Verwendung
von Kunststoffbetriebsmitteln im Bergbau unter Tage zuständig. Nach § 17 in Verbindung mit
§§ 2 und 3 Allgemeine Bundesbergverordnung (ABBergV) ist der Unternehmer für die Auswahl
und Bereitstellung geeigneter Arbeitsmittel verantwortlich. In Bereichen, in denen die Gefahr von
Bränden oder Explosionen durch Entzündung von Gasen, Dämpfen, Nebeln oder Stäuben besteht,
müssen die verwendeten Betriebsmittel nach § 17 Abs. 2 Satz 4 ABBergV u.a. besonderen
Sicherheitsanforderungen genügen.

Die besonderen Sicherheitsanforderungen für eine Verwendung von Kunststoffbetriebsmitteln
unter Tage sind unbeschadet sonstiger technologischer und sicherheitstechnischer Anforderungen
im Wesentlichen in den Teilen 1 bis 7 der DIN 22100 niedergelegt worden, die so den Stand der
Technik hinsichtlich der sicherheitstechnischen Anforderungen, Prüfungen und Kennzeichnung
wiedergeben.

Voraussetzung für eine Verwendung von Kunststoffbetriebsmitteln unter Tage ist die nach
DIN 22100-7 ermittelte Eignung dieser Betriebsmittel. Ein Abweichen von den in der DIN 22100-7
vorgegebenen Grundsätzen ist möglich. In diesem Fall ist jedoch der Nachweis zu erbringen, dass
die mit den Anforderungen der DIN 22100-7 angestrebte Sicherheit auf andere Weise erreicht ist.

Das bedeutet, der Unternehmer hat im Vorfeld des Einsatzes dieser Betriebsmittel in eigener
Verantwortung zu prüfen, ob z.B. die Kunststoffbetriebsmittel für den beabsichtigten Anwendungsfall
u.a. sicherheitlich geeignet sind, die Belange des Gesundheitsschutzes dauerhaft gewährleistet
werden und die Betriebsmittel dem Stand der Technik entsprechen. Dies hat er sich im Rahmen
seiner Sorgfaltspflichten durch den Hersteller oder Vertreiber nachweisen zu lassen (Anlage 1 zum
Besprechungsvermerk vom 12.04.2002), z.B. durch Prüfzeugnisse geeigneter Fachstellen.

Geprüfte Kunststoffbetriebsmittel müssen mindestens die nachfolgend genannten Anforderungen
erfüllen:

Prüfergebnisse von Fachstellen für Kunststoffbetriebsmittel, soweit die Ergebnisse als Grundlage
für die Ausstellung eines Bescheides nach §§ 72, 73 BVOSt bzw. §§ 69, 70 BVONK vom 20.02.1970
dienten, können weiterhin verwendet werden, wenn der Hersteller dem Unternehmer in einer Hersteller-
erklärung (Anlage 2 zum Besprechungsvermerk vom 12.04.2002) zusätzlich bestätigt, dass das
gegenwärtige Produkt in Herstellung, Beschaffenheit, Zusammensetzung und Verwendung nicht
verändert worden ist und dem Stand der Technik entspricht. Aus der Herstellererklärung muss zu
entnehmen sein, dass ein Einsatz des Betriebsmittels unter Tage hinsichtlich seiner brandtechnischen,
elektrischen und bergbauhygienischen Eigenschaften nicht zu beanstanden ist, ggf. bestehende
Einsatzbeschränkungen eingehalten werden.

Mit Vorlage der Anzeige nach § 10 BVOSt unter Beifügen der o.g. Herstellererklärung bekundet
der Unternehmer als Verwender seine Übereinstimmung mit den in dieser ausgewiesenen Angaben.
Sind diese vollständig, erhält der Verwender eine entsprechende Mitteilung von der Bezirksregierung,
die als Nachweis der Eignung nach DIN 22100-7 bzw. Stand der Technik für ein Kunststoffbetriebs-
mittel zur Erleichterung und Vereinfachung im Betriebsplanverfahren dienen kann.

Die Anzeige ist für alle Kunststoffbetriebsmittel, wie z.B. auch Fördergurte, Verpackungsmaterial,
Bremsbeläge u. a. m. erforderlich. Die zur Verwendung solcher Betriebsmittel im Bergbau unter Tage
notwendige betriebsplanmäßige Zulassung des Bergamtes wird durch eine Anzeige nicht ersetzt.

Die Rundverfügung vom 18.05.2001 - 83.18.43.2-6-14 - wird hiermit aufgehoben

Gleichzeitig werden nachstehende Rundverfügungen und Sammellisten - bzw. Teile letzterer - des
ehemaligen Landesoberbergamts NRW aufgehoben:

Dortmund, den 3. Mai 2002

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie
in Nordrhein-Westfalen

Im Auftrag

M i c h a e l  K i r c h n e r



Besprechungsvermerk vom 12.04.2002

Mit Bezug auf die Rundverfügung der BRA vom 18.05.2001 - 83.18.43.2-6-14- wird zwischen
der Bezirksregierung Arnsberg Abt.8 und der DSK nachstehendes Verfahren zum Nachweis der
Eignung für die Verwendung von Kunststoffbetriebsmitteln im Rahmen der Anzeige (§10 BVOSt)
wie folgt festgelegt:

§ 10 BVOSt: Unterlagen zum Nachweis der Eignung

Das Anzeigeverfahren ist erforderlich für Betriebsmittel aus festen Kunststoffen oder mit Anteilen
von festen Kunststoffen (Kunststoffbetriebsmittel), die untertage verwendet werden sollen.

Das Anzeigeverfahren ist nicht erforderlich für Kunststoffbetriebsmittel, die übertage verwendet
werden sollen.

Das Anzeigeverfahren ist nicht erforderlich für Kleinteile sowie Umhüllungen oder Anbauteile aus
Kunststoffen in einer Größenordnung, die zu keiner wesentlichen Erhöhung der Brandlast führt.

Zwischen Unternehmer und Behörde wird vereinbart, dass zum Nachweis der Eignung im Anzeige-
verfahren nach §10 Abs. 4 BVOSt folgende Unterlagen eingereicht werden:

  1. Neue Kunststoffbetriebsmittel, die dem Geltungsbereich der 9. und 11. Verordnung zum G
    erätesicherheitsgesetz unterliegen, werden der Bezirksregierung Arnsberg Abteilung 8 Bergbau
    und Energie in NRW angezeigt. Dieser Anzeige wird die Konformitätserklärung als Unterlage
    zum Nachweis der Eignung beigefügt. Die Konformitätserklärung enthält in der Auflistung
    angewendeter Normen u.a. eine Erklärung dahingehend, dass DIN 22100-7 (ggf. unter
    Einschränkungen, die von DSK zu beachten sind) eingehalten ist bzw. das Produkt dem
    Stand der Technik entspricht.
  2. Bei neuen Kunststoffbetriebsmitteln, die nicht unter den Punkt 1 fallen, wird als Unterlage
    zum Nachweis der Eignung die Erklärung des Herstellers gemäß Anlage 1 beigefügt. In dieser
    Erklärung bestätigt der Hersteller, dass alle vier Schutzziele des §10 BVOSt eingehalten werden:

    - Unbedenklichkeit in Bezug auf elektrostatische Eigenschaften,
    - Anforderungen an den Brandschutz
    - Anforderungen an die hygienischen Eigenschaften,
    - Anforderungen an die Schutzwirkung der Filterselbstretter zu den Auswirkungen
      thermischer Zersetzungsprodukte.

    Abweichungen von der DIN 22100-7 und Einschränkungen im Einsatzbereich werden in
    der Erklärung des Herstellers detailliert beschrieben.
  3. Alte Betriebsmittel aus Kunststoffen, die vom ehemaligen Landesoberbergamt zugelassen worden
    sind, dürfen - soweit eine betriebsplanmäßige Zulassung des Bergamtes vorliegt - weiter verwendet
    werden, wenn der Hersteller der DSK schriftlich bestätigt hat, dass das Produkt in Herstellung,
    Beschaffenheit, Zusammensetzung und Verwendung nicht verändert worden ist und dem Stand
    der Technik entspricht (Anlage 2). Die DSK zeigt diese Bestätigungen gegenüber der Abt. 8 an.
    Dazu werden alle im Unternehmen eingesetzten Kunststoffbetriebsmittel von der DSK bis
    Ende 2002 erfasst und tabellarisch aufgeführt. Die tabellarische Zusammenstellung wird
    - soweit erforderlich - laufend aktualisiert und der Bezirksregierung Arnsberg Abteilung 8
    Bergbau und Energie in NRW auf Anforderung zugestellt.

    Zugehörig sind die Anlagen 1 und 2

Dortmund, den 12.04.2002


Anlage 1

Erklärung des Herstellers

  1. Unbedenklichkeit in Bezug auf die elektrostatischen Eigenschaften

    Prüfberichtsnummer: .................................
  2. Anforderungen an den Brandschutz

    Prüfberichtsnummer: .................................
  3. Anforderungen an die hygienischen Eigenschaften

    Prüfberichtsnummer: .................................
  4. Anforderungen an die Schutzwirkung der Filterselbstretter zu den Auswirkungen
    thermischer Zersetzungsprodukte

    Prüfberichtsnummer: .................................
  5. Einhaltung von DIN 22100, Teil 7 bzw. das Produkt entspricht dem Stand der Technik

Abweichungen von DIN 22100-7 und/oder Einsatzbeschränkungen nach Nummern 1 - 4:

1. ........................................................................................................

2. ........................................................................................................

3. ........................................................................................................

4. ........................................................................................................

Angaben zum Unterzeichner und rechtsverbindliche Unterschrift


Anlage 2

Erklärung des Herstellers

  1. Unbedenklichkeit in Bezug auf die elektrostatischen Eigenschaften

    Prüfberichtsnummer: .................................
  2. Anforderungen an den Brandschutz

    Prüfberichtsnummer: .................................
  3. Anforderungen an die hygienischen Eigenschaften

    Prüfberichtsnummer: .................................
  4. Anforderungen an die Schutzwirkung der Filterselbstretter zu den Auswirkungen
    thermischer Zersetzungsprodukte

    Prüfberichtsnummer: .................................

Einsatzbeschränkungen nach Nummern 1 - 4:

1. ........................................................................................................

2. ........................................................................................................

3. ........................................................................................................

4. ........................................................................................................

Angaben zum Unterzeichner und rechtsverbindliche Unterschrift



19.05.2004

83.18.8-2004-1

Betriebsempfehlungen der DSK für Brennschneiden und Schweißen

A 2.7

An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen (ausgenommen Düren)

Betriebsempfehlungen der DSK für Brennschneiden und Schweißen sowie andere
vergleichbare Tätigkeiten ( Feuerarbeiten) im Steinkohlenbergbau unter Tage

Anlage: Betriebsempfehlungen

Brennschneiden und Schweißen sowie andere vergleichbare Tätigkeiten unter Tage sind
mit einem erheblichen sicherheitlichen Risiko verbunden. Gemäß § 11 Abs. 1 Satz 1
in Verbindung mit Anhang 1 Nr. 1.1.5.2 der ABBergV sind Brennschneiden und
Schweißen sowie andere vergleichbare Tätigkeiten nur in Ausnahmefällen vorbehaltlich
besonderer Maßnahmen zur Gewährleistung von Sicherheit und Gesundheit der
Beschäftigten zulässig. Die Maßnahmen sind in einem Sonderbetriebsplan festzulegen.
Dabei ist detailliert zu begründen, warum für ein beantragtes Vorhaben ein Ausnahmefall
vorliegt. Das bedeutet, dass keine technische Lösung mit vertretbaren Aufwand zur
Verfügung steht. Wirtschaftliche Gründe können keinen Ausnahmetatbestand begründen.

Bei der Betriebsplanzulassung ist u.a. folgendes zu berücksichtigen:

Für o.a. Arbeiten in Herrichtungs-, Gewinnungs- und Raubbetrieben, Flözstrecken und
sonderbewetterten Betriebspunkten sind die entsprechenden Betriebspläne vor Zulassung
mit den vorgesehenen Nebenbestimmungen der Bezirksregierung Arnsberg vorzulegen.

Die als Anlage beigefügten "Betriebsempfehlungen der Deutschen Steinkohle AG für
Brennschneiden und Schweißen sowie andere vergleichbare Tätigkeiten (Feuerarbeiten)
im Steinkohlenbergbau unter Tage" samt "Schweißerlaubnisschein Bergbau" werden
Ihnen hiermit zur Kenntnis übersandt.

Die in den Betriebsempfehlungen enthaltenen Anforderungen und Vorgaben bitte ich
im Betriebsplanverfahren zur Geltung zu bringen.

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW
Im Auftrag:

K i r c h n e r


 


Betriebsempfehlungen der DSK für Brennschneiden und Schweißen sowie andere
vergleichbare Tätigkeiten (Feuerarbeiten* ) im Steinkohlenbergbau unter Tage

  1. Vor dem Brennschneiden und Schweißen sowie anderen vergleichbaren Tätigkeiten
    (Feuerarbeiten) unter Tage sind zunächst immer mögliche Alternativen zu prüfen.
    Über Feuerarbeiten ist ein Sonderbetriebsplan aufzustellen. Die Arbeiten sollten möglichst
    an arbeitsfreien Tagen bzw. auf der am geringsten belegten Schicht durchgeführt werden.
    Hierbei ist sicher zu stellen, dass abwetterseitig die vorgeschriebenen Grenzwerte schädlicher
    Gase nicht überschritten werden; andernfalls muss die Abwetterseite geräumt sein.

  2. Ergänzend zu diesen Betriebsempfehlungen und ihren Anlagen sind die Unfallverhütungs-
    vorschriften "Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren" (BGV D1; früher VBG 15),
    die Richtlinien für Arbeitssicherheit durch vorbeugenden Brandschutz (BGI 560;
    früher ZH 1/112), das Merkblatt zur Verhütung von Azetylenflaschen-Explosionen
    (TRAC 208/ Anlage 3; früher ZH 1/20) sowie die Richtlinien für Arbeiten in Behältern und
    engen Räumen (BGR 117; früher ZH 1/77) als Stand der Technik zu beachten.
    Dies gilt unabhängig davon, ob die Arbeiten durch Betriebsangehörige oder durch Angehörige
    von Unternehmerfirmen ausgeführt werden.
     
  3. Mit der Aufsicht über die Verwendung der Geräte wird eine verantwortliche Person schriftlich
    beauftragt (Schweißerlaubnisscheinverfahren Bergbau in Anlehnung an BGV D1), die mit
    diesen Betriebsempfehlungen und ihren Anlagen, den auszuführenden Arbeiten, den Örtlichkeiten
    sowie den in den Anlagen 1 bis 4 dargestellten einschlägigen Bestimmungen über den Brand- und
    Explosionsschutz vertraut ist. Der Auftrag ist in einem Arbeitsablaufplan umzusetzen (Ausnahme:
    Reparaturarbeiten von geringerer Dauer als eine Schicht). Die Geräte dürfen nicht unbeaufsichtigt
    bleiben; eine unbefugte Benutzung nach Gebrauch ist auszuschließen. Der Grubenwarte ist der
    Beginn und das Ende der Arbeiten mitzuteilen.

  4. Die verantwortliche Person weist die mit der Ausführung der Arbeiten beauftragten Personen
    ein und trägt Sorge dafür, dass vor Beginn, während und nach Beendigung der Arbeiten die
    erforderlichen Sicherheits-, Brand- und Explosionsschutzmaßnahmen getroffen werden.

  5. Darüber hinaus führt die verantwortliche Person über die ausgeführten Arbeiten und ihre Zeitdauer
    sowie über die im einzelnen getroffenen Sicherungs- und Überwachungsmaßnahmen schriftliche
    Aufzeichnungen. Diese Aufzeichnungen werden im Rahmen des Erlaubnisscheinverfahrens geführt
    und auf Verlangen dem Bergamt vorgelegt (Aufbewahrungsfrist 6 Monate).

  6. Unter Tage überzeugt sich die verantwortliche Person durch Messungen mit einem kontinuierlich
    messenden CH4-Handmessgerät mit Grenzwerteinstellung CH4 = 0,3 % davon, dass
    CH4-Ansammlungen nicht vorhanden sind und der CH4-Gehalt der Wetter 0,3% nicht übersteigt.
    Die Ergebnisse der CH4-Messungen werden auf dem Erlaubnisschein schriftlich dokumentiert.
     
  7. Vor Ausführung von Schweiß- und Schneidarbeiten durch Werksfremde bestätigen diese die
    Einweisung schriftlich.

  8. Abgebrannte Teile (Schrauben usw.) werden an der jeweiligen Arbeitsstelle unmittelbar mit
    Wasser abgekühlt.

     
  9. Nach Schweiß- und Schneidarbeiten überzeugt sich eine verantwortliche Person (an Wasser-
    haltungsstandorten ggf. auch eine hierin unterwiesene und als Wettermann ausgebildete sachkundige
    Person) durch genaue Untersuchung der Arbeitsstelle und ihrer Umgebung, dass keine Brandgefahr
    besteht. Diese Untersuchung wird mindestens über 8 Stunden in Zeitabständen von höchstens
    2 Stunden wiederholt. Hierbei ist auch auf glühende oder heiße Metallteile zu achten, die sofort
    abzukühlen sind. Insbesondere sind bei Arbeiten, bei denen Funken oder glühende Metallteile
    hinter den Ausbau geraten können, nicht nur die Arbeitsstelle selbst, sondern auch die bei einem
    Brand voraussichtliche Austrittsstelle der Brandgase auf Anzeichen eines Brandes zu prüfen.
    Zu beachten sind insbesondere Wetterströme hinter Verzug / Hinterfüllung, die erst in einiger
    Entfernung von der Arbeitsstelle in den Abwetterstrom gelangen und Wetterströme, die vom
    Arbeitsort in abgeworfene Baue gelangen.

  10. An der Arbeitsstelle werden geeignete Löschmittel und -geräte während der Ausführung der
    Arbeiten und während der Nachbefahrungszeit ständig einsatzbereit gehalten.

     
  11. Besondere Vorkommnisse bei den o.g. Arbeiten werden dem Bergamt unverzüglich angezeigt.

  12. Weitere Einzelheiten zu den vorbeugenden Sicherheitsmaßnahmen unter Tage und zur Nach-
    befahrung in Schächten sind in den Anlagen 1 bis 4 geregelt. Darüber hinaus sollen bei in
    diesen Empfehlungen nicht behandelten Feuerarbeiten bzw. Begleitumständen im Einzelfall
    die Hauptstellen für das Grubenrettungswesen der DSK beratend hinzugezogen werden.

Hauptstelle für das Grubenrettungswesen

Herne, 14. Januar 2004

) Schweißen, Trennen, Brennen, Löten, Schleifen



Anlage 1

Sicherungsmaßnahmen bei Feuerarbeiten in Instandsetzungsräumen


 Anlage 2

Sicherungsmaßnahmen bei Feuerarbeiten außerhalb von Instandsetzungsräumen


Anlage 3

Sicherungsmaßnahmen bei Feuerarbeiten im Schacht-, Blindschacht-, Bunkerbereich


Anlage 4

Nachbefahrung in Schächten




Beispiel

Schweißerlaubnisschein



13.10.2005

83.18.8-2004-3

DSK Regelungen über brandschutztechnische Maßnahmen bei der untertägigen Verwendung von styrolhaltigen Klebeankersystemen

A 2.7

 

An die Bergämter des Landes NRW (außer Düren)

 

DSK Regelungen über brandschutztechnische Maßnahmen bei der untertägigen Verwendung
von styrolhaltigen Klebeankersystemen

Schreiben der Deutschen Steinkohle AG (DSK) vom 26.08.2005 - BTG-B Dr. Bau -

 Anlagen: DSK Regelungen

 

Als Anlage werden Ihnen hiermit die DSK Regelungen über brandschutztechnische Maßnahmen
bei der untertägigen Verwendung von styrolhaltigen Klebeankersystemen  zur Kenntnis übersandt.

Die in den DSK-Regelungen enthaltenen Anforderungen und Vorgaben bitte ich im Betriebsplan-
verfahren zur Geltung zu bringen.

Dazu hat die DSK AG mit Schreiben vom 17.12.2004 mitgeteilt, dass sie diese Regelungen in
ihren Betrieben mit Aufnahme in das Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokument umsetzt und
in die „Liste der anerkannten Verwaltungsvorschriften“ einfügt, die ab dem 01.01.2005 spätestens 
bei Neufassungen von Hauptbetriebsplänen als regelmäßig (quartalsmäßig) zu aktualisierende Anlage
den jeweiligen Hauptbetriebsplänen beigefügt werden soll.

          Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie in NRW

                     Im Auftrag

                    K i r c h n e r



DSK Regelungen über brandschutztechnische Maßnahmen bei der untertägigen
Verwendung von styrolhaltigen Klebeankersystemen

Die nachfolgenden DSK-Regelungen gelten für die Betriebe der DSK bei der untertägigen
Verwendung von styrolhaltigen Klebeankersystemen. Sie dienen dazu, die brandschutztechnischen
Anforderungen beim Umgang mit diesen Systemen festzulegen und für die Betriebe verbindlich
zu machen. Abweichungen von diesen DSK-Regelungen sind in Sondersituationen möglich,
müssen aber mit dem jeweiligen Bergamt abgestimmt werden. Die Anpassung dieser Regelungen
an weitere Entwicklungen ist der DSK vorbehalten.

1 Transport

1.1 Der Transport der Klebepatronen darf nur in unbrennbaren, offenen Transportbehältern
      stattfinden. Durch die Art der Zuladung muss sichergestellt sein, dass die Verpackung der
      Klebepatronen nicht zerstört werden kann.

1.2 Beschädigte Klebepatronen sind unverzüglich 1) wieder zu Tage zu schicken.

1.3 Der Unternehmer hat sicherzustellen, dass Klebepatronen ausschließlich in Gebinden gemäß
      zugehöriger allgemeiner Zulassung nach GesBergV vom Hersteller angeliefert werden.

2 Bereithalten

2.1 Es darf maximal ein Dreitagesbedarf in einem Mindestabstand von 15 m von der Ortsbrust
     von Vortrieben bzw. von 40 m versatzseitig von Streböffnungen in Abbaustrecken bereitgehalten
     werden. Unter Gurtförderern oder näher als 1 m neben diesen werden keine Klebepatronen
     bereitgehalten.

2.2 Die Bereithaltung erfolgt in unbrennbaren, offenen Behältern.

2.3 Die Menge des jeweiligen Dreitagesbedarfs ist in die Betriebsanweisung für den jeweiligen
     Betriebspunkt aufzunehmen. Die jeweilige Verfahrensweise dazu kann mit dem Bergamt
     abgestimmt werden.

2.4 An der Bereithaltungsstelle müssen 2 BuT- Feuerlöscher vorhanden sein.

2.5 Müssen betriebsbedingt mehr als die o. g. Mengen vorgehalten werden, so ist die Bereithaltungs-
     stelle brandschutztechnisch zusätzlich abzusichern. Für diesen Fall ist eine entsprechende
     Stellungnahme der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen einzuholen und eine Abstimmung
     mit dem Bergamt vorzunehmen.

3 Verarbeiten

3.1 Ankerklebepatronen sind an der Verwendungsstelle aus der Herstellerverpackung zu verarbeiten.

3.2 In der Nähe der Verarbeitungsstelle sind mindestens 2 BuT- Feuerlöscher bereitzuhalten.

3.3 Der Austritt von Kleber aus dem Bohrloch ist durch die Wahl der verwendeten Patronengröße
     so gering wie möglich zu halten.

3.4 Austretende Klebermengen von mehr als 0,8 kg je laufenden Meter Grubenbau sind unverzüglich 2)
     zu entfernen und über Tage zu entsorgen.

3.5 Nicht verarbeitete Ankerklebepatronen sind zurück zur Bereithaltungsstelle zu bringen.

3.6 Beschädigte Klebepatronen sind nach über Tage zu transportieren und zu entsorgen.


1) ohne schuldhaftes Verzögern, d.h. zerstörte Klebepatronen müssen mit dem ersten möglichen
Rücktransport von Altmaterial usw. abgefördert werden.

zurück

2) ohne schuldhaftes Verzögern, d.h. ausgetretene Klebermengen > 0,8 kg/lfd.m Grubenbau müssen
   entfernt und mit dem ersten möglichen Rücktransport von Altmaterial usw. abgefördert werden.

zurück



08.09.2006

83.18.8-2005-5

DSK - Regelungen zur Fernförderung
von Polyurethan- und Silikatharzen

A 2.7

 

An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen (ausgenommen Düren)

 

DSK-Regelungen zur Fernförderung von Polyurethan- und Silikatharzen

Schreiben der Deutschen Steinkohle AG (DSK) vom 24.08.2006 – BTG-B He –

Rundverfügung vom 15.11.2005 – 83.18.8-2005-5 –

Anlage: DSK – Regelungen

 

Als Anlage werden Ihnen hiermit die DSK-Regelungen zur Fernförderung von Polyurethan- und
Silikatharzen mit Stand vom 01.06.2006 zur Kenntnis übersandt.

Die in den DSK-Regelungen zur Fernförderung von Polyurethan- und Silikatharzen enthaltenen
Anforderungen und Vorgaben bitte ich im Betriebsplanverfahren zur Geltung zu bringen.

Dazu hat die DSK AG mit Schreiben vom 24.08.2006 mitgeteilt, dass sie diese Regelungen auf
ihren Bergwerken als verbindliche Regelung zur Kenntnis geben  will. Ich gehe insofern davon
aus, dass diese Regelungen in das Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokument (SGD) umsetzt
und in die „Liste der anerkannten Verwaltungsvorschriften“ eingefügt werden, die als regelmäßig
zu aktualisierende Anlage den jeweiligen Hauptbetriebsplänen beigefügt werden sollen.

 

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie
In Nordrhein-Westfalen

Im Auftrag:

M i c h a e l  K i r c h n e r



DSK - Regelungen
„Fernförderung von Polyurethan- und Silikatharzen“

                                            

1 Geltungsbereich

Diese DSK-Regelungen gelten für die Fernförderung von Zweikomponenten-Harzsystemen
zur Gebirgsverfestigung in den Untertagebetrieben der DSK. Sie gelten nicht für dezentrale,
Abbau begleitende Strebrandpumpen.

Sie legen dazu besondere brandschutztechnische Anforderungen bei der Fernförderung von
Polyurethan- und Silikatharzen fest und sind für die Betriebe verbindlich. Abweichungen von
diesen DSK-Regelungen sind im Einzelfall möglich, bedürfen aber der Zustimmung des Bergamtes.

2 Begriffsbestimmung

Die bei der DSK eingesetzten Kunstharzsysteme (Polyurethan- und Silikatharz) basieren auf
der chemischen Reaktion zweier Komponenten zu einem Polyurethan-Kunstharz bzw.
Silikatkunstharz.

3 Anforderungen bei der Fernförderung

3.1 Bereitstellungen der Komponenten

Die Anlieferung und Bereitstellung der einzelnen Komponenten erfolgt in voneinander getrennten
Mehrwegbehältern (MWB) mit bis zu 1,2 m³ Inhalt. Die Entleerung der MWB und Vorlagebehälter
erfolgt saugend über das  Luftpendelverfahren,  bei dem eine Trockenpatrone mit Verbrauchs-
indikator eingesetzt wird. Eine Druckbeaufschlagung der MWB ist nicht zulässig.

3.2 Pumpenstation

Zur Versorgung der Fernförderung werden die Einzelkomponenten mittels getrennter
MWB / Vorlagebehälter, Zulaufschläuche, Anschlussarmaturen und Pumpeneinheiten
(Radialkolbenpumpen) dem Leitungssystem (Rohr- und Schlauchleitungen) zugeführt.
Bei der Erstinbetriebnahme und nach der Wartung oder Instandsetzung ist sicherzustellen,
dass die vom Hersteller vorgegebenen maximalen Drücke nicht überschritten werden.
An der Pumpenstation werden frischwetterseitig 2 BuT Feuerlöscher bereitgehalten.

3.3 Leitungssystem

Das Leitungssystem muss aus nachweislich geeigneten Hochdruckrohr- und -schlauch-
leitungen bestehen. Sie müssen auf den maximal zulässigen Betriebsdruck ausgelegt sein.
Eingesetzt werden Leitungsquerschnitte von DN 32 bis DN 10 (gestuft). Im Haupt-
streckennetz werden grundsätzlich Rohrleitungen eingesetzt.

Im Bereich der Abbaubegleitstrecken werden in der Regel Schlauchleitungen verwendet.
Im Bereich von Wetterbauwerken sind ausschließlich Rohrleitungen einzusetzen.

Das Leitungssystem ist so am Streckenausbau zu befestigen, dass die Gefahr einer
Beschädigung minimiert wird.

Die einzelnen Leitungen sind eindeutig zu kennzeichnen.

3.4 Kontrollen des Leitungssystems

Vor Erstinbetriebnahme ist das gesamte Leitungssystem von der Pumpenstation bis zur
Stelle der Endverarbeitung zu befahren.

Das unter Druck stehende Leitungssystem ist arbeitstäglich zu befahren. Bei Feststellung
von Undichtigkeiten ist das System unmittelbar außer Betrieb zu nehmen und unverzüglich
abzudichten.

3.5 Systembereitschaft

Für die Dauer der Betriebsruhe, an denen keine Kontrollbefahrung nach Abschnitt 3.4
stattfindet ist das System aus dem Stand-by-Betrieb (automatischer Anlauf) herauszunehmen
und abzuschalten. Hierdurch wird ein unkontrolliertes Anlaufen der Pumpen verhindert.

Nach Möglichkeit ist das Ein- und  Ausschalten der Fernförderpumpen von über Tage
(Grubenwarte, Steuerstand etc.) aus vorzusehen.

3.6 Endverarbeitung

An der Verarbeitungsstelle werden die einzelnen Komponenten dem Leitungssystem mit
Schleppschläuchen (DN 10) entnommen und mittels einer Injektionsarmatur, bestehend
aus geeigneten Absperrhähnen, Druckentlastungseinrichtungen, Manometer (0-250 bar)
und Statikmischer verarbeitet. Einzelheiten sind in einer gesonderten DSK-Verarbeitungs-
regel festgelegt.

4 Unterweisung (§6 ABBergV)

Die mit dem Einbau und Betrieb von Fernförderanlagen beauftragten Personen sind an Hand
dieser DSK-Regelungen zu den besonderen brandschutztechnischen Anforderungen zu
unterweisen.



17.11.2006

83.18.8-2006-4

DSK - Regelungen zum zusätzlichen Brandschutz an Gurtförderern

A 2.7

An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen (außer Düren)

DSK – Regelungen zum zusätzlichen Brandschutz an Gurtförderern

Schreiben der DSK AG vom 31.10.2006 – BTG-B/Le –
Anlagen: DSK – Regelungen


Mehrere folgenschwere Brandereignisse haben gezeigt, dass der vorbeugende und abwehrende
Brandschutz in Strecken mit Gurtförderern zu verbessern ist.

Als Anlage werden Ihnen die DSK-Regelungen zum zusätzlichen Brandschutz an Gurtförderern
zur Kenntnis gebracht.

Die Berücksichtigung der planerischen Möglichkeiten zur Verringerung der Brandweiterleitung
nach Punkt 3.1 der Regelungen sind auf die Erkenntnisse zurückzuführen, dass Fördergurte mit
V-Qualität oberhalb von 3 m/s Wettergeschwindigkeit u. U. eine Brandweiterleitung nicht mehr
verhindern können.

Ferner weise ich darauf hin, dass neben den beschriebenen technischen Verbesserungsmaßnahmen
die Vermeidung von Brandlasten und von Kohlenablagerungen nach wie vor zu den wichtigsten
Kriterien der vorbeugenden Brandverhütung zu rechnen ist. Hierzu wird in einem gesonderten
Arbeitskreis eine eigene Regelung erarbeitet.

Die DSK hat mit Schreiben vom 31.10.2006 angezeigt, dass sie die o.g. Regelungen in ihr
Sicherheits- und Schutzdokument aufnehmen wird. Sie wird die Bergwerke anweisen, diese
Regelungen zu Anwendung zu bringen. Des Weiteren wird sie die entsprechenden Dokumente
in die „Liste der anerkannten Verwaltungsvorschriften“ im Zuge der regelmäßigen Aktualisierung
der Hauptbetriebspläne als Anlage aufnehmen.

Die in den o.g. DSK-Regelungen enthaltenen Anforderungen bitte ich insofern auf geeignete Weise
im Betriebsplanverfahren zur Geltung zu bringen.

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie
In Nordrhein-Westfalen

Im Auftrag:

M i c h a e l  K i r c h n e r



DSK-Regelungen zum zusätzlichen Brandschutz
in Gurtfördererstrecken

  

Gliederung:

1 Geltungsbereich           

2 Vorbemerkung           

3 Zusätzliche Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz   

 3.1 Planerische Maßnahmen         

 3.2 Technische Maßnahmen          
 3.2.1   Maßnahmen an Gurtförderern im Bereich von Wetterschleusen   
 3.2.2   Vermeidung von Kohlenablagerungen       
 3.2.3 Faseroptisches Temperaturmesssystem      

 3.3 Organisatorische Maßnahmen        

4 Zusätzliche Anforderungen an den abwehrenden  Brandschutz    
  
 4.1 Technische Maßnahmen          
 4.1.1   Technische Maßnahmen an Wetterbauwerken    
 4.1.2   Technische Maßnahmen an Gurtförderern     

 4.2 Weiterentwicklung  technischer Maßnahmen    

 4.3  Erweiterung der messtechnischen Überwachung    

 

 

1  Geltungsbereich

Diese DSK-Regelungen beschreiben zusätzliche Anforderungen an den Brandschutz für
Gurtfördereranlagen mit Produktenförderung und für Personenbeförderung (Ausnahme:
Personenbeförderungsbänder in Strecken mit Wettergeschwindigkeiten von weniger als 3 m/s).
Die bergbehördlichen Vorschriften u. a. der Bezirksregierung Arnsberg, Abteilung Bergbau
und Energie in NRW

bleiben von diesen Regelungen unberührt.


2  Vorbemerkung

Zahlreiche Brandereignisse mit zum Teil erheblichen Folgen machen die Festlegung von
zusätzlichen brandschutztechnischen Maßnahmen an Gurt-förderern im Rahmen dieser
DSK-Regelung erforderlich.

In Strecken mit Gurtförderern, insbesondere bei schlechter Erreichbarkeit durch die
Grubenwehr, soll zusätzlich zu den bestehenden Regelungen der vorbeugende und
abwehrende Brandschutz verbessert werden.

 
3  Zusätzliche Anforderungen an den vorbeugenden Brandschutz

Mit Hilfe des vorbeugenden Brandschutzes soll die Entstehung von offenen Grubenbränden
vermieden werden. Zur Optimierung des Brandschutzes werden nachfolgend planerische,
technische und organisatorische Maßnahmen dargestellt.

3.1  Planerische Maßnahmen

Bereits bei der Planung von Gurtfördererstrecken sollten Abschnitte mit Wettergeschwind-
igkeiten von > 3 m/s vermieden werden. Bei der Planung neuer Bergwerke oder beim
Zuschnitt neuer Baufelder sind folgende Möglichkeiten in Betracht zu ziehen:

Zu berücksichtigen ist allerdings, dass die o. g. planerischen Maßnahmen  im Einzelfall bei zu
erwartenden, gebirgsmechanischen oder ausbautechni-schen Schwierigkeiten sowie lager-
stättenspezifischen Besonderheiten wirt-schaftlich nicht vertretbar sein können.  


3.2  Technische Maßnahmen

Zusätzliche technische Maßnahmen zielen darauf ab, Brandlasten zu vermeiden und mögliche
Zündquellen durch entsprechende Konstruktion nicht wirksam werden zu lassen.


3.2.1  Maßnahmen an Gurtförderern im Bereich von Wetterschleusen

Werden Gurtförderer durch Wettbauwerke in Wetterschleusenkästen nach
DIN 21636: 2003-04 geführt, ist darauf zu achten, dass die Gurtbreiten und die Abmessungen
der Schleusenkästen aufeinander abgestimmt sind (siehe Bild 1 und Bild 2).

   Bild 1
  Bild 1: Seitliche Freiräume nach DIN 21636 (Auszug, Teil 1)

  Bild 2          

Alternativ zu den  technischen Maßnahmen des abwehrenden Brandschutzes nach Kapitel 4.1.1
kann die unzulässige Erwärmung des Gurtes an Schleifstellen durch zusätzliche, vertikal
angeordnete beidseitige Rollen am Mauerdurchführungsrahmen sicher verhindert werden
(siehe Bild 3).

  Bild 3 

 Bild 3: Durchführung von Gurtförderern ohne Schleusenkasten mit seitlichen Führungsrollen

Ferner können andere technische Alternativen (z.B. eine verbesserte Zentrierung und somit
verbesserte Gurtführung des Gesamtbandes mit Hilfe von Bandzentrierungssystemen) genutzt
werden.

3.2.2  Vermeidung von Kohlenablagerungen

Geeignete Senkkonzepte müssen beim Betrieb von Gurtförderanlagen sicherstellen, dass
Kohlenablagerungen weitgehend vermieden werden bzw. umgehend beseitigt werden können.
Zur Minimierung von Kohlenablagerungen ist zudem eine geeignete Abstreifertechnik vorzusehen.
Zur Reduzierung der Staubentwicklung an Übergaben und zur Vermeidung von Gurtschäden
(mit der Folge zusätzlicher Kohlenablagerungen) sind systematische Konzepte vorzusehen.
Bei Übergaben bieten sich Gleitschurren zur schonenden Führung des Förderstroms an
(siehe Bild 4).

  Bild 4 

Bild 4: Segmentgleitschurre zur schonenden Führung des  Förderstroms 

 

3.2.3  Faseroptisches Temperaturerfassungssystem (z.B. Temperaturmesssystem GESO)
          als zusätzliche Überwachungseinrichtung

Das faseroptische Temperaturerfassungssystem (z.B. GESO) ist ein stationär eingesetztes und
kontinuierlich messendes Überwachungssystem, das entlang der Unterseite der Gurtfördereranlage
zweispurig verlegt ist. Es besteht aus einem robusten  Lichtwellenleiter (LWL), der in betrieblich
abgestimmten, konfektionierten Längen angeliefert und durch Steckverbindungen miteinander
verbunden wird. Der LWL wird an eine  Auswerteeinheit angeschlossen. Eine sich einstellende
Temperaturerhöhung bzw. –änderung  bewirkt eine Meldung an eine ständig besetzte Stelle.

Sobald ein betriebsreifes, faseroptisches Temperaturmesssystem zur Verfügung steht, kommt
dieses System besonders in folgenden Strecken in Betracht:

3.3  Organisatorische Maßnahmen

Wesentlicher Aspekt zur Gewährleistung des Brandschutzes ist die konsequente Einhaltung der
unternehmereigenen Vorgaben (z.B. Festlegung des Prüfungsumfanges in Checklisten, siehe Bild 5)
bei den Nachbefahrungen der Bandstraßen vor Zeiten der Betriebsruhe (d. h. keine Belegung des
Betriebes wenigstens für die Dauer einer Schicht). Die Ergebnisse der Nachbefahrungen sind
schriftlich zu dokumentieren. Die Nachbefahrungen von Bandstraßen sollen unter Anwendung
von tragbaren Temperaturmessgeräten erfolgen, um mögliche Wärmequellen (heißgelaufene Rollen,
erhitzte Bandkonstruktionen durch schleifenden Gurt oder durch Glut- oder Glimmnester) sofort
zu lokalisieren und Kohlenkleinablagerungen umgehend zu beseitigen sowie die erforderlichen
Maßnahmen einzuleiten. 
 
  Bild 5

Bild 5: Checkliste zum Prüfungsumfang


4  Zusätzliche Anforderungen an den abwehrenden Brandschutz

Mit Hilfe des abwehrenden Brandschutzes soll die Ausbreitung von
offenen Grubenbränden vermieden werden. Hierzu werden nachfolgend technische Maßnahmen
vorgestellt.
 

4.1.  Technische Maßnahmen

Technische Maßnahmen zielen darauf ab, mögliche Zündquellen durch abwehrende Maßnahmen
nicht wirksam werden zu lassen. Sie dienen dazu, auftretende Grubenbrände im Bereich von
Gurtfördereranlagen sofort abzulöschen bzw. diese Grubenbrände an der weiteren Ausdehnung
zu hindern sowie die Verfolgung der Brandentwicklung zu verbessern.


4.1.1  Technische Maßnahmen an Wetterbauwerken

An Wetterbauwerken aus Kunststoffschaum oder aus anderen Kunststoffbetriebsmitteln, durch
die Gurtfördereranlagen geführt werden, sind Kleinlöschanlagen zur Absicherung an den
Gurtdurchführungen anzubringen (siehe Bild 6).

Bild 6 

Bild 6: Kleinlöschanlage (z.B. System BW Ost)

Auf die Kleinlöschanlage kann verzichtet werden, wenn durch konstruktive Änderungen
(siehe Abschnitt 3.2.1) an der Gurtführung ein Schleifen des Gurtes verhindert wird.
Dies wird z. B. durch das System „seitliche Führungsrollen “ (siehe Bild 3) gewährleistet.


4.1.2  Technische Maßnahmen an Gurtförderern

Alle ortsfesten Kehren, also auch Abwürfe und festgesetzte Spannrollen sind durch Löschanlagen
abzusichern. Kupplungsbremshauben im Bereich von Antriebsstationen sind durch die Erweiterung
der Löschanlagen um einen zusätzlichen Anreger und durch eine zusätzliche Düse unmittelbar
abzusichern. Sofern dieser Bereich nicht durch Löscheinrichtungen abgedeckt ist, sind zusätzliche
Einzeldüsen zu montieren.


4.2  Weiterentwicklung technischer Maßnahmen

Derzeit wird eine Machbarkeitsstudie zur Entwicklung von Streckenlöschanlagen mittels
Wassernebeltechnik durchgeführt. Hierzu müssen zunächst rechnerische Nachweise erbracht
werden, ob bei einem unterstellten Großereignis ausreichende Löschmittelmengen zur Verfügung
gestellt werden können.


4.3  Erweiterung der messtechnischen Überwachung

Zusätzlich zur vorgeschriebenen CO-Überwachung sollten zusammengefasste Abwetterströme
aus den Baufeldern eines Bergwerkes zur Verfolgung des Verlaufes größerer Brände bzw.
Ausspülkurven mit CO-Messeinrichtungen mit einem Messbereich bis 300 ppm versehen werden.
Die CO-Messeinrichtungen in den Wetterkanälen über Tage sollten so ausgerüstet sein, dass eine
Umschaltung auf einen Messbereich von 1000 ppm möglich ist.


 


10.03.2008

83.18.43.1-2001-1

Walzenladerbedüsung

A 2.7

 

An die Außenstellen der Abteilung 6 der Bergverwaltungen des Landes Nordrhein-Westfalen
(ausgenommen Düren)


DSK-Regelungen zur Walzenladerbedüsung
Schreiben der Deutschen Steinkohle AG (DSK) vom 19.11.2007 – BTG-B Dr. Bau –
Rundverfügung vom 29.07.2001 und vom 01.02.2005 – 83.18.43.1-2001-1 –

Anlage: DSK – Regelungen

Als Anlage werden Ihnen hiermit die DSK-Regelungen zur Walzenladerbedüsung mit Fassung
vom 13.09.2007 zur Kenntnis übersandt.

Diese Regelungen ersetzen die DSK-Regelungen zur Walzenladerbedüsung mit Stand
vom 01.02.2005.

Prinzipiell gilt nunmehr der Grundsatz „Störungsbehebung vor Parameteränderung“ bei
auftretenden Grenzwertverletzungen nach Abschnitt 2 der Regelungen. Weiterhin bedürfen
u.a. Parameteränderungen gemäß Abschnitt 3.3., - 1. Spiegelstrich nunmehr zwingend der
Angabe des Änderungsgrundes, der im Protokoll im Walzen-Online-Service (WOS) der
RAG dokumentiert wird.

Die in den DSK-Regelungen zur Walzenladerbedüsung enthaltenen Anforderungen sind
durch die RAG in der „Liste der anerkannten Verwaltungsvorschriften“ und in ihr Sicherheits-
und Gesundheitsschutzdokument (SGD) aufgenommen worden, die als regelmäßig zu
aktualisierende Anlage den jeweiligen Hauptbetriebsplänen beigefügt wird und damit
verbindlich gemacht werden kann.

Für die Zulassung der Betriebspläne der Abbaubetriebe wird empfohlen, die wichtigen
Eckpunkte der DSK-Regelungen als vollziehbare Auflagen verbindlich zu machen. Im
Einzelfall kann es vorteilhaft sein, Abbaubetriebspläne mit einem Zulassungsvorbehalt
gemäß § 36 Abs. 2 Nr. 2 VwVfG (Bedingung) dahingehend zu verbinden, dass vor
Aufnahme der Gewinnung die Gewinnungsmaschine gemäß Abschnitt 3.1 abgenommen ist
und das Abnahmeprotokoll vorliegt. Eine regelmäßige Überprüfung der Protokolle im
WOS wird angeregt.

Aus gegebenem Anlass wird mit Bezug auf die Rundverfügung vom 20.04.1995 
- 18.41.3-14-19 – darauf hingewiesen, dass vom Unternehmer u. a. bei Gasentzündungen
oder Grubenbränden die zuständigen Fachstellen hinzuzuziehen sind, bevor der planmäßige
Betrieb wieder aufgenommen werden kann. Dies bedeutet, dass z.B. bei durch Walzenlader
verursachten Gasentzündungen oder Bränden neben der Prüfstelle für Grubenbewetterung
auch die Fachstelle für maschinentechnische Sicherheit einzuschalten ist.

Die Rundverfügung vom 01.02.2005  – 83.18.43.1-2001-1 – wird hiermit aufgehoben.

Bezirksregierung Arnsberg
Abteilung Bergbau und Energie
in Nordrhein-Westfalen
Im Auftrag:

M i c h a e l  K i r c h n e r


 


DSK-Regelungen zur Walzenlader-Bedüsung

1 Geltungsbereich

Diese DSK-Regelungen gelten für die Bedüsung an Walzenladern in den Betrieben
der DSK-Ruhr.

2 Allgemeines

Die Bedüsung an Walzenladern soll während der Gewinnung folgende Funktionen erfüllen:

  1. Verhinderung von Gasbränden und Gasexplosionen
  2. Minimierung der Feinstaubkonzentration für die nachgeschalteten Bereiche

Durch die Parametrierung der Druck- und Volumenstromkennwerte des Bedüsungssystems
nach Abschnitt 3 dieser Regelungen können die o. g. Funktionen gewährleistet werden.
Bei Verletzen der Warn- und Abschaltwerte gilt der Grundsatz der Störungsbehebung vor
einer Parameteränderung.

3 Regelungen

Walzenlader dürfen nur mit einer funktionierenden Bedüsungseinrichtung betrieben werden.
Dabei sind folgende behördliche Regelungen einzuhalten:

3.1 Abnahme der Bedüsung / Ermittlung der Bedüsungsparameter

Diese Abnahme ist von einer anerkannten Fachstelle (z.B. DMT Fachstelle für maschinen-
technische Sicherheit) oder von einem anerkannten Sachverständigen entsprechend den
Vorgaben und der Vorgehensweise aus der Anlage 1 und 2 durchzuführen. Sollte die DSK
eigene Sachverständige vorhalten, die z.B. beim Servicebereich Technik und Logistik angesiedelt,
weisungsfrei und von der Bezirksregierung Arnsberg anerkannt sind, können auch diese Personen
Erstabnahmen durchführen. Zu den Erstabnahmen von Walzenladerbedüsungssystemen gehören
Erstabnahmen neuer oder wesentlich geänderter Bedüsungssysteme und die erste Inbetriebnahme
in anlaufenden Bauhöhen. Der Wechsel des Bedüsungssystems bzw. der Walzenräder auf einen
anderen Typ (z.B. Wechsel von Hoch- auf Niederdrucksystem oder Austausch Kohle- gegen
Gesteinsräder) im Laufe der Gewinnung macht eine erneute Abnahme erforderlich. Der Austausch
defekter Teile der Bedüsung durch baugleiche Ersatzteile erfordert keine erneute Abnahme, aber
eine Kontrolle (ohne Parameteränderungen) durch eine fachkundige Person des Betriebes.
Dies gilt auch für den Austausch von baugleichen Walzenrädern usw..

Bei Einführung neuer Kombinationen der o. g. Betriebsmittel oder neuer Überwachungssysteme
ist sowohl die Wirkungsweise im Hinblick auf den Brand- und Explosionsschutz als auch auf die
Staub- und Silikosebekämpfung von der jeweils anerkannten Fachstelle vor dem Ersteinsatz zu
begutachten.

3.2 Bedüsungsüberwachung

Bei Walzenladern muss eine automatische Warnmeldung bzw. Abschaltung bei Über- bzw.
Unterschreitung der festgelegten Parameter erfolgen.

Die automatische Abschaltung bei Erreichen der entsprechenden Grenzwerte (oberer und unterer
Abschaltwert „Druck“ bzw. „Volumenstrom“ ) erfolgt mit einer Zeitverzögerung von 2 Sekunden,
solange der untere Abschaltwert „Druck“ bzw. der obere Abschaltwert „Volumenstrom“ nicht
mehr als um 50-% unter- bzw. überschritten wird.

3.3 Änderung der Bedüsungsparameter

Änderungen der Bedüsungsparameter dürfen nur unter Beachtung der nachfolgend genannten
Vorgaben von dazu benannten, fachkundigen verantwortlichen Personen vorgenommen werden.

3.3.1 Verhalten bei gestörter Datenübertragung

3.3.2 Verhalten bei defekter Bedüsungsüberwachung

Beim Ausfall der Bedüsungsüberwachung an einem oder beiden Walzenrädern sind Maßnahmen
zur Behebung der Störung unverzüglich einzuleiten. Die Instandsetzung der Bedüsungsüberwachung
erfolgt spätestens auf der nächsten Wartungsschicht (maximal innerhalb von 24 h). Kann der
Defekt nicht innerhalb von 24 Stunden behoben werden, ist die zuständige Bergverwaltung zu
benachrichtigen.

3.3.3 Verhalten bei defektem Bedüsungssystem

Bei einem defekten Bedüsungssystem an einem oder beiden Walzenrädern sind Maßnahmen
zur Behebung der Störung unverzüglich einzuleiten.

Diese Anweisungen sind den verantwortlichen, fachkundigen Personen, den schichtführenden
Personen vor Ort, der Bereichswarte und dem Online-Service auszuhändigen.

3.3.4 Verfahren des Walzenladers ohne Bedüsung bei abgeschalteten Schneidmotoren

4 Organisatorische Verfahrensweise bei Erreichen der staubschutztechnischen Grenzwerte

Ein Erreichen bzw. Unterschreiten der staubschutztechnischen Grenzwerte (minus 10-% der
auf beiden Walzenrädern verschlossenen Düsen, mindestens jedoch 31,5 bar beim Niederdruck-
system bzw. 72 bar beim Hochdrucksystem an der Düse, siehe auch Matrix der Anlage 2 hat
keine Abschaltung, jedoch eine Warnmeldung beim WOS, in der Bereichswarte und am Display
des Walzenladers zur Folge. Es ist dann eine Kontrolle und ggf. eine Instandsetzung der Düsen
so schnell wie möglich, spätestens jedoch auf der nächsten Wartungsschicht durchzuführen.