22.09.1993

01.31.1.4-2-10

Gesundheitsschutz-Bergverordnung

A 2.4


An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen

Betr.: Hinweise zur Aufstellung von Plänen gemäß § 10 Abs. 4 GesBergV für Staubmessungen,
Probenahmen und Auswertung der Ergebnisse sowie für die theoretische und praktische
Unterweisung der mit diesen Aufgaben betrauten Personen


Hiermit werden die 'Hinweise zur Aufstellung von Plänen gemäß § 10 Abs. 4 GesBergV für
Staubmessungen, Probenahmen und Auswertung der Ergebnisse sowie für die theoretische und
praktische Unterweisung der mit diesen Aufgaben betrauten Personen' bekanntgemacht.

Bei der Aufstellung von Plänen gemäß § 10 Abs. 4 GesBergV sollen diese Hinweise zum Anhalt
genommen werden.


Dortmund, den 22.09.1993

Landesoberbergamt NRW

S c h e l t e r




Hinweise
zur Aufstellung von Plänen
gemäß § 10 Abs. 4 Gesundheitsschutz-Bergverordnung
für Staubmessungen, Probenahmen und Auswertung der Ergebnisse
sowie für die theoretische und praktische Unterweisung
der mit diesen Aufgaben betrauten Personen

(Stand 8.9.1993)


1. Allgemeines

Die Bergverordnung zum gesundheitlichen Schutz der Beschäftigten (Gesundheitsschutz -
Bergverordnung - GesBergV -) vom 31. Juli 1991 regelt in § 10 die Maßnahmen zur
Begrenzung der Belastung der Beschäftigten durch fibrogene Grubenstäube im untertägigen
Nichtsteinkohlenbergbau. Zu den Maßnahmen gehört auch die Feststellung der Staubbelastung
in den Betriebspunkten durch Staubmessungen oder Probenahme. Die zulässigen Staubgrenzwerte
ergeben sich aus Anlage 10 zur Gesundheitsschutz - Bergverordnung, die erforderliche
Meßdichte aus § 10 Abs. 3 GesBergV. Weiterhin ist nach § 10 Abs. 4 GesBergV der Unternehmer
verpflichtet, einen Plan für die Durchführung der Staubmessungen und Probenahmen sowie
einen Plan für die praktische und theoretische Unterweisung der von ihm mit den
Staubmessungen und Probenahmen beauftragten Personen aufzustellen.

Der zur Anzeige der in § 10 Abs. 4 GesBergV geforderten Pläne verpflichtete Unternehmer
kann davon ausgehen, daß die angezeigten Pläne durch die zuständige Behörde nicht
beanstandet werden, wenn in den Plänen die nachfolgenden Hinweise berücksichtigt sind.

2. Überwachung der Maßnahmen zur Begrenzung der Belastung der Beschäftigten
durch fibrogene Stäube und Anforderungen an das Meß- und Labor-(auswerte-)personal

2.1. Staubbeauftragte

Der Unternehmer soll im Plan nach § 10 Abs. 4 GesBergV eine verantwortliche Person für
die Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten vor fibrogenen Stäuben benennen (Staub-
beauftragter). Voraussetzung für die Bestellung eines solchen Staubbeauftragten ist die
erforderliche Fachkunde. Die Fachkunde gilt als nachgewiesen, wenn der Staubbeauftragte
nach dem Plan in Anlage 2 beim Institut für Gefahrstoff - Forschung der Bergbau -Berufs-
genossenschaft ausgebildet wurde.

2.2 Meß- und Labor-(auswerte-)personal

2.2.1 Staubmesser

Der Unternehmer darf mit der Durchführung von Staubmessungen nur Personen beauftragen
(Staubmesser), die die erforderliche Fachkunde besitzen. Die Fachkunde gilt als nachgewiesen,
wenn der Staubmesser nach dem Plan in Anlage 3 beim Institut für Gefahrstoff - Forschung
der Bergbau - Berufsgenossenschaft ausgebildet wurde.

2.2.2 Labor-(auswerte-)personal

Der Unternehmer darf mit der Durchführung von Laborarbeiten zur Feststellung von
Staubgewichten (Staubmaße) nur Personen beauftragen, die die erforderliche Fachkunde
besitzen. Die Fachkunde gilt als nachgewiesen, wenn der zu Beauftragende nach Nr. 2 in
Anlage 3 und nach Anlage 4 beim Institut für Gefahrstoff -Forschung der Bergbau -
Berufsgenossenschaft ausgebildet wurde.

2.2.3 Meßgeräte

Zur Ermittlung der Feinstaubkonzentration an den Arbeitsplätzen dürfen nur Geräte
verwendet werden, deren Bauart im Sinne des § 8 Abs. 5 GesBergV allgemein zugelassen ist.

Ortsbezogene Gravimetrische Feinstaubsammelgeräte:
Geeignete, zugelassene Geräte sind:
- MPG II, Fa. Wazau, Berlin (Referenzgerät)
- TBF - 50, Mollidor und Müller, Rodenkirchen

Ortsbezogene Tyndallometrische Feinstaubmeßgeräte:
Geeignete, zugelassene Geräte sind:
- TM digital muP, Fa. Hund, Wetzlar
- TM data, Fa. Hund, Wetzlar

Personenbezogene Feinstaubmeßgeräte:
Geeignete, aber noch nicht generell zugelassene Geräte sind:
- Simpeds - Geräte
- CIP 10 - Geräte

Bei der Handhabung, Überwachung und Wartung der Meßgeräte sind sowohl die
entsprechenden Bedienungsanleitungen des Herstellers als auch diese Hinweise zu beachten.

3. Einstufung von Betriebspunkten

3.1. Betriebspunkte über Tage

Die GesBergV gilt hinsichtlich des 3. Unterabschnittes, in dem die Vorschriften des § 10
zur Begrenzung der Belastung durch fibrogene Grubenstäube enthalten sind, nur für den
untertägigen Nichtsteinkohlenbergbau. Jedoch dürfen nach § 10 Abs. 2 in Verbindung
mit § 6 Abs. 2 GesBergV Personen der Eignungsgruppen 2.21 bis 2.25 und 4 nach
Anlage 1 zur GesBergV unter Tage überhaupt nicht und über Tage nur mit Arbeiten
beschäftigt werden, bei denen sie keinen fibrogenen Stäuben ausgesetzt werden.
Personen der Eignungsgruppen 2.11 und 2.12 nach Anlage 1 zur GesBergV sowie
Personen unter 21 Jahre, die nach Übertage verlegt werden, dürfen dort nur mit
Arbeiten beschäftigt werden, bei denen die Feinstaubkonzentration nicht größer als
2 mg / m3 ist. Hieraus folgt, daß unabhängig von den Vorschriften der Gefahrstoff-
verordnung auch im übertägigen Betrieb Ermittlungen der Staubkonzentration an
solchen Betriebspunkten erforderlich sind, an denen nach über Tage verlegte Personen
der genannten Eignungsgruppen eingesetzt werden sollen. Die nachfolgenden Hinweise
sind insofern sinngemäß anzuwenden.

3.2 Untertage

Untertage sind die Staubkonzentrationen meßtechnisch zu ermitteln und die Einhaltung
der Staubgrenzwerte, bezogen auf eine Arbeitsschicht von 8 Stunden, zu berechnen.
Mit der Ermittlung der Staubkonzentrationen soll sichergestellt werden, daß keine Person
in unzulässiger Weise fibrogenen Stäuben ausgesetzt wird. Anhydrit- oder zementhaltige
Stäube aus Baustoffen sind wie fibrogene Grubenstäube zu bewerten, sofern nicht die
MAK - Werte einzelner Bestandteile kleiner als 4 mg / m3 sind (vgl. § 5 Abs. 2 GesBergV).
Die Staubgrenzwerte nach Anlage 10 GesBergV gelten für Personen der Eignungsgruppen
1.1 bis 1.3 und 2.11 bis 2.12 nach Anlage 1 zur GesBergV. In Einzelfällen kann der Arzt
aufgrund des Ergebnisses einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung den Einsatz
in Betriebspunkten empfehlen, an denen die Staubbelastung unterhalb des Staubgrenzwertes
liegt.

4.1. Bestimmungen der Feinstaubkonzentration und des Quarzanteils nach der
      gravimetrischen Methode

Die Definition für Stäube ist aus Anhang 5 ersichtlich. Die Staubgrenzwerte ergeben sich
aus Anlage 10 zur GesBergV. Für Stäube mit einem Massengehalt an Quarz in dem jeweiligen
Feinstaubgemisch von bis zu 4 Massen - % ist der Staubgrenzwert generell auf 4 mg / m3
festgelegt worden. Bei einem höheren Quarzanteil im Feinstaubgemisch als 4 Massen - %
ist die zulässige Staubkonzentration nach der Formel in der Anlage 10 zur GesBergV

·  (16/Q) [mg/m

zu berechnen.

In der Formel bedeuten:

k = 1 Massen - % Tätigkeit im Bereich von Gewinnung und Abraum sowie
Q = Quarzanteil in Massen - %

Voraussetzung für die Rechnung ist die Kenntnis des Quarzanteils in Massen - %.
Nach bisherigen Erkenntnissen ist in den Lagerstätten des Nichtsteinkohlenbergbaus
der Quarzgehalt in den einzelnen Lagerstättenteilen und damit über eine längere Betriebszeit
konstant. Bei den betrieblichen Messungen kann deshalb von den Quarzanteilen ausgegangen
werden, die eine gemäß § 10 Abs. 4 Satz 5 GesBergV anerkannte sachverständige Stelle
im Rahmen der Sondermessungen (Nr. 5.1.3) ermittelt hat.

Das Ziel der betrieblichen Überwachung der Staubkonzentration ist es, einerseits die
Einhaltung der Staubgrenzwerte zu gewährleisten und andererseits einen Überblick über
die tatsächlichen Staubbelastungen in den einzelnen Betriebspunkten zu ermöglichen.

Die Ermittlung der Feinstaubkonzentration c (mg / m3 ) ist mit einem zugelassenen Meßgerät
durchzuführen. Bei der Verwendung gravimetrischer Meß- und Probenahmegeräte sind für
die Wägung zur Bestimmung der Feinstaubmasse Waagen mit einer Genauigkeit von
mindestens 0,1 mg bzw. 0,01 mg zu verwenden (s. Arbeitsanweisung für das Auswertepersonal,
Anlage 4).

Folgende Werte sind zu bestimmen:

t = Dauer der Probenahme (Einheit Minuten)
Volumenstrom = Volumenstrom des Staubmeßgerätes (Einheit m/ min)
m = Masse des Feinstaubes (Einheit mg)

Aus den ermittelten Werten ist die Feinstaubkonzentration c nach folgender Gleichung
zu ermitteln:

c = m / (Volumenstrom ·  t) [mg/m3]

Die so ermittelte Feinstaubkonzentration ist mit der nach Anlage 10 zur GesBergV
errechneten zulässigen Staubkonzentration zu vergleichen. Der Vergleich zeigt die Einhaltung
oder das Maß der Unter- bzw. Überschreitung der zulässigen Staubkonzentration.

Beispiel:
Der Feinstaub weist nach dem Ergebnis der Sondermessungen nach Nr. 5.1.3 einen
Quarzgehalt Q von 10 Massen - % auf. Dann beträgt die zulässige Staubkonzentration nach
Anlage 10 GesBergV

1 · (16/10) = 1,6 [mg/m3]

Ergebnis der Staubmessung mit einem MPG II
Meßdauer t = 3 Stunden
Volumenstrom des MPG II Volumenstrom = 0,0465 m3 / min
Masse des Feinstaubes m = 1,1 mg

Feinstaubkonzentration:

c = m / (Volumenstrom· t) [mg/m3 ]

c = 1,1 / (0,0465 · 180) = 0,13 [mg/m3  ]

Der Vergleich der Feinstaubkonzentration c mit der berechneten zulässigen
Staubkonzentration nach Anlage 10 zur GesBergV zeigt, daß bei den angenommenen
Verhältnissen die Feinstaubkonzentration mit 0,13 mg / m3 unter dem oben ermittelten
Wert von 1,6 mg / m3 liegt; die Staubbelastung liegt in diesem Fall bei 8,12 % der
zulässigen Staubkonzentration. Diese ist damit eingehalten.

4.2. Tyndallometrische Messungen

4.2.1. Meßprinzip

Tyndallometrische Meßgeräte arbeiten nach dem Prinzip der Streulichtmessung. Bei den
modernen Bauarten wird ein unsichtbarer Lichtstrahl (Infrarotlicht) durch eine offene
Meßkammer gelenkt. Ein seitlich des Strahlengangs angeordneter Detektor mißt die
Intensität des Streulichts, welches durch Staubpartikel in der Meßkammer erzeugt wird.
Lichtfallen im Strahlengang verhindern, daß an der Oberfläche der Meßkammer reflektiertes
Licht in die Optik des Detektors gelangt, was zu einer unerwünschten Verfälschung des
Meßergebnisses führen würde. Die Größe der Lichtintensität ist das Maß für Konzentration
des Staubes in der Meßkammer. Beim Meßgerätetyp TM digital µP können die im Laufe
der Meßdauer ermittelten (Augenblicks-)Intensitätswerte zu einem Mittelwert zusammengefaßt
werden. Das baugleiche Meßgerät TM data bietet darüber hinaus die Möglichkeit, die
Einzelmeßwerte in einem in das Gerät integrierten elektronischen Speicher abzulegen
und später nach Abschluß der Messung in einen Computer einzuspeichern. Für die weitere
Auswertung am Computer stehen geeignete Programme (z.B. zur graphischen Darstellung des
Konzentrationsverlaufs, Mittelwertbildung, auch von Teilmeßzeiten) zur Verfügung.
Die Haltezeiten der Meßgerätebatterien reicht für eine Meßdauer von mindestens 8 Stunden.

4.2.2 Grundsätze für tyndallometrische Messungen

Aufgrund des Meßprinzips ist ein tyndallometrisches Meßgerät nicht dazu geeignet, den
Quarzanteil im Feinstaub zu bestimmen. Das durch das Meßgerät angezeigte Meßsignal ist
lediglich ein Maß für die Höhe der Feinstaubkonzentration. Darüber hinaus entspricht die
Meßcharakteristik nicht in vollem Umfang der Abscheidecharkteristik des gravimetrischen
Staubprobenahmegeräts MPG II, welche der Johannesburger Konvention von 1959 am
nächsten kommt. Es ist deshalb unbedingt erforderlich, daß für jeden Betrieb eine ausreichende
Anzahl (5-10) von Vergleichsmessungen durchgeführt wird, um einen hinreichend genauen Faktor
für die Umrechnung des angezeigten Intensitätswertes in die zugehörigen Feinstaubkonzentrationen
bestimmen zu können.

Tyndallometrische Messungen können nur dann zur Einstufung herangezogen werden, wenn
im Rahmen der gravimetrischen Sondermessungen (Nr. 5.1.3) gleichzeitig tyndallometrische
Vergleichsmessungen zur Bestimmung oder Bestätigung des Umrechnungsfaktors durchgeführt
worden sind und zwischenzeitlich keine betrieblichen oder geologischen Änderungen eingetreten
sind, die zu einer wesentlichen Veränderung der Staubzusammensetzung geführt haben können.

Während der Messung sind alle Betriebsabläufe zu erfassen. Die Meßdauer entspricht in der
Regel der Schichtzeit bzw. der Arbeitszeit vor Ort. Die Meßdauer kann dann kürzer als die
Schichtzeit oder die Arbeitszeit vor Ort sein, wenn auch durch die verkürzte Meßdauer alle
für die Staubentwicklung maßgeblichen Betriebsabläufe entsprechend ihrem zeitlichen Anteil an
der gesamten Schichtzeit erfaßt werden. Die Dauer einer einzelnen Messung muß mindestens
2 Stunden betragen.

Betriebe können durch tyndallometrische Messungen in mehrere Einstufungsbereiche unterteilt
werden, wenn:

a) gleichzeitig an dem Meßpunkt des Betriebes mit der höchsten Feinstaubkonzentration
    (Hauptmeßstelle) gravimetrisch und tyndallometrisch gemessen wird,

b) an der Unterteilungsmeßstelle tyndallometrisch so lange gemessen wird, bis jeder Arbeitsvorgang,
    der die Staubentwicklung beeinflußt, erfaßt worden ist und, sofern nicht über die gesamte
    Aufenthaltszeit vor Ort gemessen wird, die Meßdauer mindestens 2 Stunden beträgt.

Aus den gravimetrischen und tyndallometrischen Meßwerten der Hauptmeßstelle wird ein
Verhältniswert cm / ITM gebildet. Mit diesem Verhältniswert wird der tyndallometrische Meßwert
der jeweiligen Unterteilungsmeßstelle in eine gravimetrische Feinstaubkonzentration umgerechnet.

Der Rechenvorgang zur Bestimmung der mittleren über die Zeitanteile gewichteten Intensitätswerte
ITM eines Einstufungsbereiches und der gravimetrischen Konzentration an der Unterteilungsmaßstelle
ist im Abschnitt 4.3 a) und b) beschrieben.

4.3. Auswertung von tyndallometrischen Messungen

Bei tyndallometrischen Messungen wird der mittlere Intensitätswert (Staubbelastung) eines
Einstufungsbereiches nach folgender Gleichung errechnet:

ITMm = (ITM1 ·  t1 + ITM2 · t2 + ITMn  · tn ) / T

Darin bedeuten:

ITMm = Mittlerer über die Zeitanteile gewichteter Intensitätswert eines Einstufungsbereiches

ITM1 « ITMn = mittlerer Intensitätswert eines Arbeitsvorganges

t1 « tn [min] = Zeitdauer eines Arbeitsvorganges

T (min) = Summe aller T1 « tn  = Arbeitszeit vor Ort

Wird durch tyndallometrische Messungen eine Unterteilung in mehrere Einstufungsbereiche
vorgenommen, wird die Feinstaubkonzentration nach der Formel errechnet:

cmn =  ITMn ·  (cm0 ) / (cTM0 ) [mg/m3 ]

Darin bedeuten:

cmn [mg/m3 ] = Feinstaubkonzentration an der Unterteilungsmeßstelle

ITMn = an der Unterteilungsmeßstelle 'n' gemessener Intensitätswert

cm0 [mg/m3 ] = Feinstaubkonzentration an der Hauptmeßstelle '0'

ITM0 = an der Hauptmeßstelle '0' gemessener Intensitätswert.


5. Durchführung der Staubmessungen

5.1. Arten der Messung

5.1.1. Einstufungsmessungen 

Die Einstufungsmessung ist die erstmalige betriebliche Messung an einem Arbeitsplatz oder
in einem Einstufungsbereich. Sie ist möglichst bald nach Einrichtung eines Betriebspunktes
vorzunehmen.

5.1.2 Überwachungsmessungen

Die Überwachungsmessungen dienen der laufenden Kontrolle der Staubbelastung an den
Betriebspunkten. Die Meßfristen ergeben sich aus § 10 Abs. 3 GesBergV.

5.1.3 Sondermessungen

Unter Sondermessungen sind Messungen einer vom Oberbergamt nach § 10 Abs. 4 Satz 5
GesBergV anerkannten sachverständigen Stelle zur Ermittlung der Normalanalysen zu verstehen,
die Grundlage für die Bestimmung des Quarzanteils in Massen - % in den Feinstaubgemischen ist.
Diese Sondermessungen werden, sofern die anerkannte sachverständige Stelle nicht kürzere oder
längere Zeitabstände vorschlägt, in zweijährigen Abständen wiederholt.

5.2 Dauer der Messungen

Die Meßdauer soll untertage in der Regel mit der Gesamtdauer der Arbeitszeit vor Ort identisch
sein. Sie kann aber auch verkürzt werden, wenn durch die verkürzte Meßdauer die Staubbelastung
am Arbeitsplatz oder im Einstufungsbereich aller Arbeitsvorgänge entsprechend ihrem normalen
Zeitanteil an der Gesamtdauer der Arbeitszeit einschließt oder auf die Erfassung der Arbeitsvorgänge
mit den geringsten Staubkonzentrationen verzichtet wird. Eine Verkürzung der Meßdauer auf unter
2 Stunden ist nicht gestattet. Wird auf die Erfassung der Arbeitsvorgänge mit den geringsten
Staubkonzentrationen verzichtet, wobei eine wesentliche Beeinflussung durch Arbeitsvorgänge
außerhalb des Einstufungsbereiches nicht gegeben sein darf, so ist die gemessene Staubkonzentration
als Schichtmittelwert anzusetzen.

5.3 Staubmeßstelle

Bei den Messungen ist die Staubmeßstelle möglichst dicht vor Ort im Abwetterstrom anzuordnen.
Sollen für die Überwachung der Staubbelastung (aufgrund des häufigen Betriebspunktwechsels
der Beschäftigten innerhalb einer Schicht oder innerhalb eines Monats) mehrere Betriebspunkt-
gruppen zu Betriebspunkten zusammengefaßt werden, so ist die Meßstelle für eine Betriebs-
punktgruppe an die Stelle zu legen, an der die höchste Staubkonzentration für die Betriebs-
punktgruppe zu erwarten ist.

6. Staubmeßprotokoll und Staubmeßbericht

Während der Messung ist ein formloses Staubmeßprotokoll zu erstellen. Es muß Angaben
zur Durchführung der Messung, zur Lage und Bezeichnung der Meßstelle, zur Meßzeit,
zur Meßdauer und über die meßtechnischen Daten der eingesetzten Geräte enthalten.
Ferner sind die betrieblichen Angaben, die für die Beurteilung der Messungen von Bedeutung
sein können, wie Art und Ablauf der Arbeitsvorgänge während der Meßzeit, Art und Zustand
der Staubbekämpfungseinrichtungen sowie Angaben bezüglich der Bewetterung (insbesondere
Wettermenge, Wettergeschwindigkeit am Betriebspunkt und Abstand der Luttenleitung vom
Arbeitsplatz bei Sonderbewetterung) aufzunehmen.

Die Ergebnisse der Staubmessungen sind zusammen mit wichtigen Angaben aus dem
Staubmeßprotokoll in einem Staubmeßbericht festzuhalten. Für den Staubmeßbericht ist
ein Formblatt entsprechend Anlage 1 zu benutzen. Staubmeßbericht und Staubmeßprotokoll
sind mindestens 1 Jahr lang aufzubewahren. Auf die personenbezogenen Aufzeichnungs-
pflichten nach § 10 Abs. 5 Ziff. 1 und 2 GesBergV sowie die Aufbewahrungspflichten nach
§ 9 Abs. 1, Satz 3 und 4 GesBergV, wird hingewiesen.



Anlage 1

Staubmeßbericht

Betriebspunkt: Messung Nr.: Datum:
Art des
Betriebspunktes:
Belegung:                   M/Sch

Bewetter-
ungsart:

 Lutten-
abstand:     m
Wetter-
menge:     m3/s

Arbeitsvorgang: Dauer 
Arbeits-
vorgang:        min

A:      m2

w:      m/s

Temperaturen
trocken:   °C 
feucht:   °C

Lage der Meßstelle:
Art der Staubbekämpfung und
eventuelle Mängel in der Staubbekämfung:




Meßzeit

von:    Uhr

bis:    Uhr

Meßdauer

t:       min

Volumenstrom
des Meßgerätes

V:     l/min

Handskizze:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Filternummer:  
Halternummer:  
Masse des
Feinstaubes

m:      mg

Feinstaub-
konzentration

c:    mg/m3

Quarz i.
Feinstaub lt.
Sondermessung:

%

Staubgrenzwert
n. Anlg. 10
GesBergV

cq    mg/m3

Grenzwertüber-
oder unter-
schreitung
(100 / Staub-
grenzwert ) · C

%

Allgemeine
Bemerkungen:

 



 


Anlage 2


1. Allgemeines

Als Staubbeauftragte dürfen nur verantwortliche Personen bestellt werden, die über eine
für einen solchen Aufgabenbereich ausreichende Betriebserfahrung verfügen, alle Arbeitsplätze
und Betriebsteile befahren können und beim Institut für Gefahrstoff - Forschung der Bergbau -
Berufsgenossenschaft an einem Lehrgang nach Abschnitt 2 mit Erfolg teilgenommen haben.


2. Grundlehrgang für Staubbeauftragte

Der Lehrgang dauert zehn Tage. Er umfaßt

2.1 Unterrichtung in folgenden Sachgebieten

2.1.1 Staublungenerkrankungen (kurze mündliche Angaben über Ursachen, Verlauf und Folgen)

2.1.2 Entstehung von Staub

2.1.3 Möglichkeiten der Staubmeßtechnik, Staubmeßverfahren

2.1.4 Staubmeßgeräte, Aufbau, Wirkungsweise, Handhabung, Überprüfung und Wartung

2.1.5 Staubmessungen, Ort, Zeitpunkt und Dauer

2.1.6 Behandlung von Staubproben gemäß 'Arbeitsanweisung für Auswertepersonal',
        Auswertung der Staubmessungen mit Erstellung eines Staubmeßberichtes.

2.1.7 Einstufung der Arbeitsplätze nach Staubgrenzwerten
        (Auswertung der Meßergebnisse und Berechnung des Staubgrenzwertes für eine
         Arbeitsschicht von acht Stunden)

2.1.8 Einordnung der Beschäftigten in Eignungsgruppen entsprechend dem Ergebnis der
        arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen

2.1.9 Überwachung der Beschäftigung entsprechend der jeweiligen Eignungsgruppe

2.1.10 Fristen für die arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen und Führung der
          Aufzeichnungen nach § 10 Abs. 5 GesBergV
          (Nachweis im Schichtenzettel und Führung der Gesundheitskartei)

2.1.11 Staubbekämpfung: Maßnahmen zur
          a) Vermeidung der Entstehung bzw. Entwicklung von Staub,
          b) Vermeidung der Wiederaufwirbelung von Staub,
          c) Niederschlagung oder Erfassung von Schwebestaub,
          d) Bewetterungs- bzw. lüftungstechnische Maßnahmen,
          e) sonstige betriebliche (auch planerische) Maßnahmen zur Staubverhütung und
              -bekämpfung.

2.1.12 Persönlicher Staubschutz
          Atemschutzgeräte bzw. Staubschutzmasken

2.1.3 Sonstige einschlägige bergbehördliche Bestimmungen

2.2 Praktische Übungen

2.2.1 Handhabung, Prüfung und Wartung der Staubmeßgeräte

2.2.2 Staubmeßübungen (im Institut für Gefahrstoff - Forschung sowie in einem Betrieb)
        a) Wahl der Meßstelle, Festlegen des Einstufungsbereichs
        b) Einrichten der Meßstelle
        c) Durchführung der Messung
        d) Behandlung der Staubproben gemäß 'Arbeitsanweisung für Auswertepersonal'
        e) Auswertung der Messung
        f) Anfertigung des Meßberichtes

2.3 Abschlußprüfung

3. Nachschulung
    Nachschulungen, die mit einer turnusmäßig erforderlichen Geräteprüfung verbunden
    werden können, erfolgen in jährlichen Abständen.



Anlage 3

Plan für die Ausbildung von Meß- und Labor-(auswerte-)personal


1. Ausbildung zum Staubmesser

1.1 Voraussetzungen
      An die mit der Durchführung von Staubmessungen zu betrauenden Personen (Staubmesser)
      werden folgende Anforderungen gestellt:

1.1.1 Ausreichende bergmännische bzw. berufliche Erfahrungen, welche in der Regel durch den
        Nachweis einer entsprechenden und abgeschlossenen Berufsausbildung nachgewiesen werden
        (Hauer, Bergmechaniker, Berg- und Maschinenmann).

1.1.2 Zugehörigkeit zur Eignungsgruppe 1 nach Anlage 1 zur Gesundheitsschutz - Bergverordnung

1.1.3 Gute Beherrschung der Grundrechnungsarten.

1.2 Theoretische Ausbildung der Staubmesser
      Der Lehrgang dauert fünf Tage. Er umfaßt eine Unterweisung auf folgenden Sachgebieten:

1.2.1 Staublungenerkrankungen (kurze allgemein verständliche Angaben über Ursachen, Verlauf
         und Folgen)

1.2.2 Entstehung von Staub

1.2.3 Möglichkeiten der Staubmeßtechnik, Staubmeßverfahren

1.2.4 Staubmeßgeräte, Aufbau, Wirkungsweise, Handhabung, Überprüfung und Wartung

1.2.5 Staubmessungen, Ort, Zeitpunkt, Dauer und Protokollierung

1.2.6 Auswertung der Staubmessungen

1.2.7 Einstufung der Arbeitsplätze aufgrund der Staubmeßergebnisse

1.3 Praktische Übungen im Staubmessen und bei Auswertearbeiten

1.3.1 Handhaben, Prüfen und Warten von Staubmeßgeräten

1.3.2 Staubmeßübungen (im Institut für Gefahrstoff - Forschung sowie in einem Betrieb)

1.3.3 Wahl der Meßstelle, Festlegung des Einstufungsbereiches

1.3.4 Einrichten der Meßstelle

1.3.5 Durchführen der Messung und Anfertigen eines Staubmeßprotokolls

1.3.6 Auswerten der Messung

1.3.7 Anfertigen des Meßberichtes

1.4 Abschlußprüfung

1.5 Nachschulung
    
Nachschulungen, die mit einer turnusmäßig erforderlichen Geräteüberprüfung verbunden
     werden, erfolgen in jährlichen Abständen.

2. Lehrgang für Labor-(auswerte-)personal
  
(auch für Meßpersonal - Staubmesser -, dessen Einsatz bei der Laborauswertung vorgesehen ist).

   Der Lehrgang dauert einen Tag. Er umfaßt Unterricht und praktische Unterweisungen gemäß
   'Arbeitsanweisungen für Auswertepersonal zur Behandlung von MPG II - Filtern' nach Anlage 4.



Anlage 4

Arbeitsanweisungen für Auswertepersonal zur Behandlung von MPGII-Filtern


A Grundsätzliches:

1. Für normale Staubprobenahmen sind Membranfilter aus Cellulosenitrat mit Porenweiten
    von 8,0 µm einzusetzen. In speziellen Fällen, so z.B. bei der Bestimmung von
    Dieselmotoremissionen, sind vorbehandelte Glasfaserfilter erforderlich.

2. Die Filterdurchmesser müssen dem Durchmesser der Filteraufnahme entsprechen.

3. Die Filter sind vor direkter Sonneneinstrahlung und von Staub geschützt zu lagern.
    Sie dürfen keinen übermäßigen Temperaturen ausgesetzt werden.

4. Im Falle von Cellulosenitratfiltern sollte die Lagerdauer 1 Jahr nicht überschreiten.

5. Die Empfindlichkeit der Waage und die Reproduzierbarkeit der Wägeergebnisse müssen
    den zu erwartenden Staubmassen angepaßt sein. Empfehlenswert ist eine Waage, bei der
    0,01 mg noch bestimmbar sind; eine Waage mit einer Genauigkeit von 0,1 mg ist dann
    vertretbar, wenn die gesammelten Staubmassen grundsätzlich sehr hoch sind (> 10 mg).

6. Systematische Fehler bei der Differenzwägung können durch elektrostatische Aufladungen
    des Filters auftreten. Der dadurch bedingte Fehler fällt um so weniger ins Gewicht, je
    größer die Staubmenge auf dem Filter ist. Fehler durch elektrostatische Aufladungen kann
    man vermeiden, wenn die Ladungen vom Filter abgezogen werden. Geeignet sind dazu u.a.
    die beiden folgenden Geräte:

    a) Staticmaster, Replacement radioactive ionizing unit. Ventron Instruments Corp.;
        Cahn Division 7500 Yefferson St. Paramount, California 90723 USA

    b) Hand - Tonblower, Ionisationselektroden - System, Typ 108, Eltex - Elektrostatik -
        Gesellschaft mbH, Hauptstraße 439, 79576 Weil am Rhein.

    In vielen Fällen kann der Einfluß statischer Aufladung verhindert werden, indem Waagen
    eingesetzt werden, deren Waagschalendurchmesser größer ist als der Filterdurchmesser.
    Waagschale und Waagengehäuse unterhalb der Waagschale müssen leitend miteinander
    verbunden und geerdet sein.

B Arbeitsschritte bei der Wägung von Filtern:

1. Filter nur mit Pinzette berühren.

2. Filter unmißverständlich am Rand kennzeichen (z.B. 76 / 001). Die Beschriftung sollte so
    weit am Filterrand erfolgen, daß die Beschriftung auch nach der Bestaubung des Filters
    erkennbar bleibt. Die Kennzeichnungsnummer wird in das Wägebuch übernommen,
    wodurch erreicht wird, daß die Nummern fortlaufend ausgegeben werden und keine
    Nummer mehrfach erscheint. An der Waage verbleiben in abgedeckten Petrischalen drei
    unbestaubte Referenzfilter, die zu jeder Wägeserie mitgewogen werden.

3. Die Filter werden in abgedeckten Petrischalen aufbewahrt und 6 Stunden vor der Wägung
     an die klimatischen Verhältnisse des Wägeraumes angeglichen (gilt auch nach erfolgter
     Beaufschlagung). Nicht bewährt hat sich wegen sehr schneller Feuchtigkeitsaufnahme
     des Filters die Trocknung im Trockenschrank, anschließend Abkühlung im Exsikkator
     und nachfolgende Wägung. Dieses Verfahren sollte nur dann angewandt werden, wenn
     die Wägung in verschließbaren, mitgetrockneten Wägegefäßen erfolgt. Dadurch wird
     jedoch das Verhältnis Leermasse zu Staubmasse ungünstig beeinflußt.

4. Elektrostatische Aufladung vom Filter entfernen (falls die dazu notwendigen Geräte
    vorhanden sind).

5. Nullpunkt der Waage kontrollieren.

6. Waagenfenster öffnen und das Filter auf die Wägeschale legen.

7. Die eigentliche Wägung soll nach der zu der betreffenden Waage gehörenden Bedienungs-
    anleitung erfolgen. Grundsätzlich wird nach Auflegen des Filters auf die Wägeschale
    vorsichtig entarretiert, das Gewicht abgelesen und wieder arretiert.

8. Das Gewicht wird sofort in das Wägebuch übertragen.

9. Das Filter wird dann vorsichtig von der Wägeschale genommen und der Nullpunkt der
    Waage nach Schliessung des Waagenfensters noch einmal kontrolliert.

10. Mit einer Pinzette wird das Filter in die Filterhalterung des Probenahmegerätes gelegt.

11. Zur Wägung des mit Staub beaufschlagten Filters wird dann wieder in der Reihenfolge
      B 3. bis B 9. verfahren. Die prozentuale Abweichung der Masse der mitgewogenen
      Referenzfilter zur Masse zum Zeitpunkt der Einwaage wird bis auf die zweite Dezimalstelle
      genau ermittelt und der Mittelwert gebildet. Dieser prozentuale Wert wird zur Massen-
      korrektur des bestaubten Filters herangezogen.

12. Durch Differenzbildung (bestaubtes Filter minus Leerfilter) wird die Feinstaubmasse
      bestimmt.

13. Aus ermittelter Feinstaubmasse und durchgesetzter Luftmenge wird die Feinstaub-
      konzentration errechnet.

14. Nach erfolgter Analyse der Staubprobe auf Schadstoffe werden die Schadstoff-
      konzentrationen über die Staubkonzentrationen errechnet.



Anlage 5

IV. Stäube *)

*) aufgestellt durch die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe,
    abgedruckt in der MAK-Liste

a) Allgemeine Definitionen

    Stäube sind disperse Verteilungen fester Stoffe in Gasen, entstanden durch mechanische
    Prozesse oder durch Aufwirbelung. Stäube gehören zusammen mit Rauchen und Nebeln
    zu den Aerosolen. Zur Beurteilung der Gesundheitsgefahren von Stäuben ist neben der
    speziellen Schadstoffwirkung, der Konzentration und der Expositionszeit die Partikelgröße
    zu berücksichtigen. Dies unterscheidet Stäube wesentlich von Gasen und Dämpfen. Die
    Aufnahme in den Körper erfolgt vorweigend über die Atmung. Transport und Abscheidung
    des Staubes in den Atemwegen werden weitgehend durch das Verhalten von Partikeln in
    strömenden Gasen bestimmt. Funktionsbestimmende Größe ist der ärodynamische
    Durchmesser eines Teilchens (a.D.). Als aerodynamischer Durchmesser eines Teilchens
    beliebiger Form und Dichte wird der Durchmesser einer Kugel mit der Dichte 1 (1,0 g/cm3 )
    bezeichnet, welche die gleiche Sinkgeschwindigkeit in ruhender oder laminar strömender Luft
    besitzt. Diese Definition gilt auch für faserförmige Teilchen. Der aerodynamische Durchmesser
    von Fasern wird wesentlich durch den geometrischen Faserdurchmesser, weniger stark durch
    die Faserlänge bestimmt. Die größten atembaren Teilchen werden im Nasen - Rachenraum
    abgeschieden; kleinere Teilchen (unterhalb 25 µm a.D.) gelangen in den Tracheo -
    Bronchialraum und werden dort abgeschieden.

    Die feinsten Teilchen (< 10 µm a.D.) können bis in den Alveolarbereich gelangen und dort
    abgeschieden werden. Bei mineralischen faserförmigen Teilchen ist dies möglich für
    geometrische Faserdurchmesser < 3 µm und Faserlängen bis etwa 100 µm.

    Damit bei der Messung und Beurteilung von Staubkonzentrationen von einheitlichen Maßstäben
    ausgegangen werden kann, wurden folgende Vereinbarungen getroffen:

    Gesamtstaub

    Unter Gesamtstaub wird hier der Anteil des Staubes verstanden, der eingeatmet werden kann.
    Er wird durch Probenahmegeräte bei einer Ansauggeschwindigkeit von 1,25 m / s +- 10 %
    erfaßt. Die in der Liste der gefährlichen Arbeitsstoffe (siehe Abschnitt II) bei Stäuben genannten
    MAK - Werte sind stets als Gesamtstaubkonzentration aufzufassen, wenn keine besonderen
    Amerkungen gemacht sind.

    Feinstaub

    Unter Feinstaub wird der alveolengängige Staub verstanden. Dieser umfaßt ein Staubkollektiv,
    das ein Abscheidesystem passiert, das in seiner Wirkung der theoretischen Trennfunktion eines
    Sedimentationsabscheiders entspricht, der Teilchen mit einem aerodynamischen Durchmesser
    von 5 µm zu 50 % abscheidet (Johannesburger Konvention 1959). Der Durchlaßgrad eines
    solchen Vorabscheiders beträgt für Staubteilchen der Dichte (1,0 g /cm3 ) mit einem
    aerodynamischen Durchmesser von
   
    1,5 µm 95 %
    3,5 µm 75 %
    5,0 µm 50 %
    7,1 µm 0 %

    Bei Benutzung eines Meßverfahrens mit einer anderen Trennlinie (Feinstaub) oder einer anderen
    Ansauggeschwindigkeit (Gesamtstaub) ist die gemessene Konzentration entsprechend umzu-
    rechnen.


b) Fibrogene Stäube

    Als fibrogene Stäube werden in dieser Liste Stäube bezeichnet, die mit Bindegewebsbildung
    einhergehende Staublungenerkrankungen (z.B. Silikose und Asbestose) verursachen können.
    Voraussetzung für die Entstehung dieser Erkrankungen ist die Deposition des Staubes im
    Alveolarbereich und seine spezifische Schädlichkeit. Zur Beurteilung fibrogener Stäube ist
    deshalb die Feinstaubkonzentration heranzuziehen.