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05.04.1971

34.4 I 1

Ausbildung

A 7


An die Bergämter des Landes NW

Betr.: Bestimmungen über die Ausbildung als Beflissener des Markscheidefachs mit Ausbildungs-
        und Beschäftigungsplan


Hiermit werden die folgenden Bestimmungen über die Ausbildung als Beflissener des Markscheidefachs
und der beigefügte Ausbildungs-und Beschäftigungsplan bekannt gemacht.

Mit Erlaß des Ministers für Wirtschaft, Mittelstand und Verkehr des Landes NW vom 6.5.1970
- III/A2 - 06 - 30 - 33/70 - sind die Bestimmungen über die Ausbildung als Beflissener des
Markscheidefachs geändert und bekannt gemacht worden. Der wesentliche Unterschied zu den
bisher gültigen Bestimmungen ist die Verkürzung der Ausbildung von 260 auf nunmehr 200 Schichten.
Aufgrund des § 8 der Bestimmungen hat das Landesoberbergamt in dem Ausbildungs- und
Beschäftigungsplan Art, Zeitdauer und Reihenfolge der Beschäftigung geregelt.

Nach dem Ausbildungs- und Beschäftigungsplan beträgt die

  • Grundausbildung nunmehr 110,
  • die Weiterbildung nunmehr 90 Schichten.

Die Grundausbildung umfaßt einen bergmännischen und einen markscheiderischen Teil.

Im 1. Ausbildungsabschnitt der Grundausbildung sind 50 Schichten im Bergbau unter Tage
(möglichst Steinkohlenbergbau) zu verfahren, während die Beschäftigung im 2. Ausbildungs-
abschnitt der Grundausbildung nach Wahl des Beflissenen in einem anderen Bergbauzweig
mit einer Schichtenzahl von 30, und der 3.Ausbildungsabschnitt der Grundausbildung mit
einer Schichtenzahl von 30 in einer Markscheiderei eines Tiefbaubetriebes erfolgen soll.
Während der Grundausbildung sind insgesamt 15 Belehrungsschichten zu verfahren.

Die Weiterbildung mit insgesamt 90 Schichten ist in drei Ausbildungsabschnitte unterteilt,
wobei sich der Beflissene im 1.Abschnitt für die Dauer von 30 Schichten mit den Grundlagen
markscheiderischer Arbeiten und ihrer Auswertung in der Markscheiderei eines
Tiefbaubetriebes befassen soll. In den beiden weiteren Ausbildungsabschnitten mit je
30 Schichten soll der Beflissene an markscheiderischen Messungen und Aufnahmen sowie an
rechnerischen und zeichnerischen Auswertungen in der Markscheiderei eines Tiefbau- oder
Tagebaubetriebes teilnehmen und zum Abschluß seiner Ausbildung entsprechend seinem
Ausbildungsfortschritt einfache Messungen selbständig ausführen. Während des 1.Abschnittes
der Weiterbildung sind 5 Belehrungsschichten zu verfahren.

Entsprechend den Bestimmungen des § 5 können dem Beflissenen des Markscheidefachs
durch das Landesoberbergamt Schichten angerechnet werden, die er vor seiner Annahme als
Beflissener des Markscheidefachs verfahren hat, wenn sie dem Ziel der Grundausbildung
entsprechen. Falls es für den Beflissenen eine unbillige Härte bedeuten würde, vor Aufnahme
des Studiums die Grundausbildung zu beenden, kann das Landesoberbergamt auf Antrag
deren Unterbrechung erlauben.

Sofern Personen, die von einer anderen technischen Fakultät auf die Fachrichtung Bergbau
überwechseln, bereits für die frühere Studienrichtung eine Praxis abgeleistet haben, kann
diese auf die Beflissenenausbildung angerechnet werden. Das Landesoberbergamt legt im
Einzelfall Art und Umfang der abzuleistenden Beflissenenausbildung fest. Auf Antrag des
Beflissenen kann das Landesoberbergamt auch eine bergmännische Tätigkeit im Ausland
auf die Beflissenenausbildung anrechnen, wenn gewährleistet ist, daß die Ausbildung im
Sinne dieser Bestimmungen erfolgt.

Nach der Bestimmung des § 9 hat das Bergamt die Ausbildung des Beflissenen während
der Grundausbildung
zu überwachen und im Benehmen mit der Werksleitung dafür zu
sorgen, daß der Beflissene so beschäftigt wird, wie es dem Ziel der Ausbildung und dem
Ausbildungs- und Beschäftigungsplan entspricht. Der Beflissene ist mindestens einmal
während des jeweiligen Ausbildungsabschnittes vom Leiter des Bergamts oder von dem
von ihm dazu beauftragten Beamten zu einer Grubenfahrt aufzufordern, damit ein möglichst
enger Kontakt zwischen dem Beflissenen und dem jeweiligen Bergamt hergestellt wird.
Die Weiterbildung des Beflissenen wird vom Landesoberbergamt überwacht.

Beflissenen des Markscheidefachs, die sich bei Inkrafttreten der neuen Bestimmungen
bereits in Ausbildung befinden, wird die bisher abgeleistete Ausbildung angerechnet. Die
weitere Ausbildung richtet sich nach den neuen Bestimmungen. Art und Umfang der noch
abzuleistenden Ausbildungsabschnitte können im Einzelfall vom Landesoberbergamt bestimmt
werden.

Der Ausbildungs- und Beschäftigungsplan tritt am 1. August 1970 in Kraft. Gleichzeitig wird
der Ausbildungs- und Beschäftigungsplan des Oberbergamts in Dortmund für Beflissene des
Markscheidefachs vom 12. August 1964 aufgehoben.

Dortmund, den 5.4.1971

Landesoberbergamt NW

C o e n d e r s