NRW Logo Sammelblatt der
Bezirksregierung Arnsberg
- Abteilung 6 -
 Vorherige Seite: 6.3. Zul.-Nr. V-3 / 82 / 1
 Nächste Seite: 6.5. Zul.-Nr. V-5 / 86 / 2
 Ebene rauf: Zugelassene Bauteile nach BVOS bis 31.12.2009
Suche:
   Navigation:  ESB-Online / A 3 Verzeichnis der von der Bezirksregierung Arnsberg zugelassenen Anlagen, Betriebsmittel oder Stoffe / A 3.10 Schachtförderung, Seilfahrt, Aufzugsanlagen / Zugelassene Bauteile nach BVOS bis 31.12.2009 / 6.4. Zul.-Nr. V-4 / 85 / 1 /   Druckersymbol - Hier klicken für Druckversion
 

 

6.4. Zulassungs-Nr. V-4 / 85 / 1

Zulassungs-Datum: 9.9.1985

Hersteller: AEG Aktiengesellschaft, Frankfurt

Bauart: Digitale Geschwindigkeitsüberwachungseinrichtung GES 82 in

3 unterschiedlichen Ausführungen, wahlweise mit digitalem

Teufenzeiger integriert, für Förderhäspel von ein- und

zweitrümigen Treibscheiben-, Trommel- und Bobinenförderanlagen

oder als Bestandteil von Fahrtreglern an Fördermaschinen

Unterlagen:

Antrag und Beschreibung vom 5.10.1984 - 597.120.143. BG-4.0 -;

Übersichtsschaltbild der elektronischen

Geschwindigkeitsüberwachung GES 82 - 597.105.151. USP-2.1 -;

Aufbau und Funktionsbeschreibung GEAPOS I - 597.0043.00 BG-4.0 -;

Programmierung GEAPOS I - 597.0043.00 BG-401 -;

Aufbau und Funktionsbeschreibung DSMÜ - 112.081.00 BG-4.0 - ;

Zeichnung des Drehzahlgeberantriebs - 597.102.29. AOP-1.0 -.

Prüfbericht:

WBK-Seilprüfstelle, Bochum, vom 21.1.1985 - SPS St / Ne - Nr. 18 -.

Kurzbeschreibung:

Aufbau und Wirkungsweise

Zweikanalig redundant aufgebaute, durch Mikroprozessoren gesteuerte

und überwachte Geschwindigkeitsüberwachungseinrichtung, bei der

jeder Kanal mehrere elektronische Baugruppen umfaßt.

Kanal 1 besteht aus

- der Funktionsgruppe A 1 mit einem formschlüssig vom Seilträger

angetriebenen Impulsgeber und mindestens einem Magnetschalter im

Schacht für die Synchronisierung des zugehörigen Schachtzählers;

- der Funktionsgruppe B 1 mit einem speicherprogrammierbaren

digitalen Meßsystem, und zwar

. dem Weg- und Geschwindigkeitsmeßsystem GEAPOS I mit integriertem

Grob- und Feinteufenzeiger oder

. dem Meß- und Überwachungssystem DSMÜ - ohne Teufenzeiger - für

Geschwindigkeit (Drehzahl) und Schlupf (Drehzahldifferenz).

Kanal 2 besteht aus

- der Funktionsgruppe A 3 in gleicher Ausstattung wie A 1;

- der Funktionsgruppe B 2 mit den bei B 1 angegebenen

Ausstattungsvarianten.

Außerdem sind vorhanden

- eine Funktionsgruppe A 2 mit Magnetschalter im Schacht für eine

punktweise Verzögerungsüberwachung an den Enden des Fahrweges,

mindestens jedoch mit einem Magnetschalter für die

50%-Einfahrüberwachung bei Förderhäspeln;

- eine Funktionsgruppe C 2 mit Auswerteeinheit bzw.

Verknüpfungslogik. Deren Ausgangssignale werden redundant auf den

Sicherheitsstromkreis gegeben.

Durch Kombination der Meßsysteme in den Funktionsgruppen B 1 B 2

ergeben sich 3 unterschiedliche Ausführungsvarianten der

Geschwindigkeitsüberwachungseinrichtung:

-----------------------------------------------------------------------------------------------

Typ Gerät in der Funktionsgruppe

B 1 B 2

------------------------------------------------------------------------------------------------

GES 8 1 GEAPOS I DSMÜ

GES 8 2 GEAPOS I GEAPOS I

GES 8 3 DSMÜ DSMÜ

------------------------------------------------------------------------------------------------

GES 8 1 ist vorgesehen für Anlagen mit einem Fördermittel und

Gegengewicht und für Eintrommelanlagen,

GES 8 2 wird benutzt für Anlagen mit 2 Fördermitteln,

GES 8 3 wird eingesetzt an Förderanlagen, bei denen der

Teufenzeiger nicht in den elektronischen Bauteilen integriert ist.

Die einzelnen Funktionsgruppen können wahlweise kompakt oder

modular, d.h. räumlich an verschiedenen Stellen, angeordnet sein.

Die Geräte GEAPOS I und DSMÜ werden mit fertigprogrammierten nicht

anlagespezifischen Grundprogrammen geliefert. Diese Grundprogramme

müssen im Anwendungsfall mit den anlagespezifischen Parametern

versehen werden; beim GEAPOS I geschieht das mit einer

Bedientastatur im Dialogbetrieb, beim DSMÜ dagegen über

Mikroschalter auf den Steckkarten.

Die Fahrgeschwindigkeit wird durch zeitabhängiges Zählen der

Teufenimpulse in den Schachtzählern der elektronischen Meßgeräte

ermittelt. Die Geschwindigkeitsüberwachung erfolgt redundant in

beiden Geräten mit gegenseitiger Überwachung und jeweils eigenen

Signalen. Der Überwachungssollwert der Höchstgeschwindigkeit wird

in jedem Gerät unabhängig voneinander elektronisch gebildet.

Überschreiten des Sollwertes führt zur Sicherheitsbremsung.

In den Schachtbereichen am Ende des Fahrweges werden für die

50%-Einfahrüberwachung des Förderhaspels entsprechend geringere

Sollwerte ausgegeben. Auch hier führt eine Sollwertüberschreitung

zur Sicherheitsbremsung.

Wenn die Einrichtung als Teil eines Fahrtreglers an Fördermaschinen

eingesetzt wird, kann die schachtabhängige

Geschwindigkeitsüberwachung durch mehrere Magnetschalter im

Retardierbereich mit festgelegten Geschwindigkeitssollwerten

erfolgen.

Überwachung

- der beiden Impulsgeber, gegenseitig, (zugleich auch auf

Wellenbruch und Redundanzverlust) durch Schlupfmessung;

- der Impulsfolge innerhalb einer einstellbaren Zeit nach dem Signal

'Bremse los';

- auf Ausbleiben der Impulse innerhalb einer einstellbaren Zeit nach

dem Signal 'Bremse fest';

- auf unzulässig großen Sprung beim Synchronisieren;

- der Batteriespannung;

- der Mikroprozessoren auf Zyklusfolge und Unterspannung;

- auf Drehrichtungsfehler;

- der Kupplung, falls vorhanden.

Umschaltmöglichkeit auf Prüfbetrieb ist gegeben.

Bemerkungen:

Die Einrichtung entspricht

- als Bestandteil von Förderhäspeln den Anforderungen nach TAS Nr.

3.7 (Dez. 1982);

- als Bestandteil von Abteuffördermaschinen mit

Fahrgeschwindigkeiten bis 6 s den Anforderungen nach TAS Nr. 3.6.1

Abs. 2 in Verbindung mit Nr. 3.7;

- als Bestandteil des Fahrtreglers von Fördermaschinen den

Anforderungen nach TAS Nr. 3.6.13.1.

Hinweis:

Die Geschwindigkeitsüberwachungseinrichtung Typ GES 82/1 mit den

Geräten GEAPOS I und DSMÜ kann keine unterschiedlichen

Höchstgeschwindigkeiten für Seilfahrt und Güterförderung

vorgeben; bei unterschiedlichen Höchstgeschwindigkeiten sind

weitere baugleiche Geräte hinzuzufügen mit Anzeige der Einstellung

am Bedienungsstand.

Die Betriebsanweisung, einschließlich Programmieranweisung, ist zu

beachten.

Auf Grund des Bescheides des Landesoberbergamts NRW vom 18.01.1999 - 15.8-3-15 - behält die Bauartzulassung nach Übergang der bestehenden Rechte der Cegelec AEG Anlagen und Antriebssysteme GmbH an dieser Zulassung auf die ALSTOM Anlagen und Antriebssysteme GmbH bei sonst unveränderter Bauart der Betriebsmittel und Anlagenteile ihre Gültigkeit, wenn die Betriebsmittel und Anlagenteile mit dem Namen und gegebenenfalls mit dem Zeichen des letztgenannten Unternehmers gekennzeichnet sind.