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Bezirksregierung Arnsberg
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Zulassungs-Nr. :  

B-26/03/1

Zulassungs-Datum:  

06.10.2003

Hersteller:     

Siemag GmbH, Netphen

Bauart: 

Bremsensteuerung STP 1

Kennzeichen: 

Elektro-pneumatische Bremsensteuerung mit regelbarer Fahrbremse und
konstantem Teilbremsdruck bei Sicherheitsbremsung für ausschließlich
von Hand bediente Förderhäspel mit einer zulässigen Fahrgeschwindigkeit
von bis zu 4 m/s.

Unterlagen:     

 

Teil 1: Dokumentation:

 

 

Kapitel A – (4 Seiten)
Allgemeine Beschreibung der elektropneumatischen Bremsensteuerung
Siemag STP 1
1.  Förderhaspel mit Backenbremsen
2.  Wirkungsweise von Backenbremsen
3.  Fahr- und Sicherheitsbremse

 

Kapitel B – (9 Seiten)
Funktionsbeschreibung der pneumatischen Bremsensteuerung nach
Druckluft-Steuerschema Nr. 0908400/1
1.  Aufbau der pneumatischen Steuerung
2.  Betriebszustände
3.  Funktionsbedingungen

 

Kapitel C – (9 Seiten + Stromlaufpläne)
Funktionsbeschreibung der elektrischen Steuerung
1.  Funktionsbeschreibung der elektrischen Steuerung
2.  Wirkungsweise der elektrischen Steuerung
3.  Stromlaufpläne 3 Blätter, 23 Blätter und 4 Blätter

 

Kapitel D – (2 Seiten Komponentenliste + 51 Seiten Dokumentation)
Komponenten- und Ersatzteilliste zur pneumatischen Steuerung nach
Steuerschema Nr. 0908400/1

 

Kapitel E -  (1 Seite + 3 Zeichnungen)
1.  Übersichtszeichnung eines Förderhaspels mit Backenbremse 
      Zeichnung Nr. 025274/0
2.  Geometrie einer Backenbremse für Förderhäspel
      Zeichnung Nr. 0252257/2
3.  Druckluftsteuerschema 0908400/1, Revision 4

Teil 2: Bedienungs- und Wartungsanleitung:

 

 

Kapitel A – (4 Seiten)
Beschreibung der elektropneumatischen Bremsensteuerung Siemag STP 1

 

Kapitel B – (9 Seiten)
Funktionsbeschreibung der pneumatischen Bremsensteuerung nach
Druckluft-Steuerschema Nr. 0908400/1

 

Kapitel C – (9 Seiten + Stromlaufpläne)
Beschreibung der elektrischen Steuerung

 

Kapitel D – (2 Seiten Komponentenliste )
Komponenten- und Ersatzteilliste zur elektropneumatischen Steuerung
Siemag STP 1 nach Steuerschema Nr. 0908400/1

 

Kapitel E - (2 Seiten)
Sicherheitshinweise

 

Kapitel F - (20 Seiten)
Wartungsanleitungen, Prüfvorschriften

 

Kapitel G - (2 Seiten)
Grundeinstellungen, Anforderungen an die Druckluftversorgung

 

Kapitel H Anlagen (3 Zeichnungen und 8 Seiten)

Prüfbericht: 

Prüfbericht Nr. P03-00743 vom 15.09.2003
DMT-Fachstelle für Sicherheit-Seilprüfstelle - Dinnendahlstr. 9,
44809 Bochum

 
Aufbau und Wirkungsweise:

Die Bremsensteuerung STP 1 ist vorwiegend für die Modernisierung von Förderhäspeln vorgesehen,
die mit pneumatischen Bremskrafterzeugern nach TAS 3.11.2.3.4 Abbildung 10 oder TAS 3.11.2.3.5
Abbildung 11 ausgeführt sind. Die wesentlichen Merkmale dieser pneumatischen Bremskrafterzeuger,
die unverändert weiterbetrieben werden sollen, sind:

  • Ausführung der Fahrbremse als Einlassbremse mit regelbarer, d. h. stufenlos veränderbarer
    Fahrbremskraft
  • Ausführung der Sicherheitsbremse als gewichtsbetätigte, pneumatisch gelüftete Auslassbremse
  • Gestänge der Fahrbremse und der Sicherheitsbremse innerhalb des Bremskrafterzeugers
    teilweise vereinigt
  • Teilbremsdruckaufbau im Sicherheitsbremsfall durch pneumatische Verbindung des Sicherheits-
    bremszylinders mit dem Fahrbremszylinder. Die Höhe des Teilbremsdrucks wird durch die Masse
    des Bremsgewichts und die Kolbenflächen des Sicherheitsbrems- und des Fahrbremszylinders
    bestimmt
  • Die Anordnung der beiden Druckstangen für die Fahrbremskraft und die Sicherheitsbremskraft
    kann je nach Bauform des Bremskrafterzeugers entweder koaxial nach TAS 3.11.2.3.5
    Abbildung 11 oder getrennt nach TAS 3.11.2.3.4 Abbildung 10 ausgeführt sein
  • Für besondere Betriebszustände kann durch eine spezielle Ansteuerung der Ventile eine Addition
    der Bremskraft des Fallgewichts und der Bremskraft der Fahrbremse bewirkt werden. Regulär
    findet keine Bremskraftaddition statt.

Die vorhandenen Steuerungs- und Bedienungselemente dieser Bremseinrichtungen können zukünftig
durch die Steuerung STP 1 ersetzt werden.

Die Bremskrafterzeuger selbst sind nicht Gegenstand des Bauartzulassungsantrags. Im Rahmen des
Zulassungsverfahrens nach § 4 und § 5 der BVOS ist nachzuweisen, dass die Steuerung STP 1 mit
dem jeweils verwendeten Bremskrafterzeuger kompatibel ist.

Bedingt durch den Aufbau der Steuerung sind hinsichtlich des Einsatzbereiches der Steuerung
folgende Einschränkungen gegeben:

  • Verwendung nur an ausschließlich von Hand bedienten Anlagen.
  • Verwendung nur an Anlagen mit maximal 4 m/s Fahrgeschwindigkeit.
  • Verwendung an Treibscheibenförderhäspeln und an eintrümigen Trommel- und Bobinenhäspeln.
  • An zweitrümigen Trommel- und Bobinenhäspeln nur einsetzbar, wenn diese über Versteckein-
    richtungen verfügen, die keine Aufteilung der Bremskräfte auf Los- und Festtrommel bzw.
    Los- und Festbobine erfordern.
  • Verwendung an ferngesteuerten Anlagen nicht zulässig.
  • Verwendung nur im Zusammenhang mit pneumatischen Bremskrafterzeugern von Gestänge-
    Backenbremsen entsprechend der unter Punkt 4 dieses Berichts näher festgelegten Funktion
    und Ausführung.
  • Verwendung in untertägigen Anlagen in explosionsgefährdeter Atmosphäre nicht zulässig.
  • Anschluss einer Massenbremse, die als pneumatisch betätigte Einlassbremse auszuführen ist,
    ist optional vorgesehen.

Die Bremsensteuerung, besteht aus der pneumatischen Ventilsteuerung, aus der elektrischen
Bremsensteuerung und aus den Anzeigeelementen, dem Fahrbremshebel und dem Auslösehebel
für die Sicherheitsbremse, die im Steuerstand untergebracht sind.

Die pneumatische Ventilsteuerung besteht aus elektropneumatischen Ventilen und anderen diskreten
pneumatischen Bauelementen, die in Wandmontage an einem Steuerungsgerüst montiert sind. Die
pneumatischen Bauteile sind untereinander verrohrt. Die Bauteile und Betriebsmittel, aus denen der
pneumatische Teil der Bremsensteuerung aufgebaut ist, sind im pneumatischen Schaltschema, in
der Komponentenliste Kapitel D und den zugehörigen Datenblättern hinsichtlich Fabrikat, technischer
Daten und der Typenbezeichnungen detailliert festgelegt.

Die elektrische Steuerung ist überwiegend in Relaistechnik aufgebaut. Sie ist in einem separaten
Steuerschrank eingebaut. Die Stromversorgung von 24 V DC wird über ein USV-Modul gepuffert,
weil für bestimmte Funktionen innerhalb der Steuerung auch nach Auslösen der Sicherheitsbremse
noch eine elektrische Versorgungsspannung bereitgestellt werden muss. Die Spannungsversorgung
ist mit Wirkung auf die Sicherheitsbremse überwacht. Bei Isolationsverlust oder unzureichender
Ladung der USV-Batterie kommt eine Störmeldung in der Maschinensteuerung.

Die Funktion und die Wirkungsweise der elektrischen Steuerung ist in den Stromlaufplänen der
Zulassungsunterlagen dokumentiert. Der mechanische Aufbau bzw. die installationstechnische
Ausführung ist freigestellt.

Wesentliche Funktionen der Steuerung sind:

  • Spannungsversorgung und –überwachung,
  • Ansteuerung der Ventile,
  • Überwachung der Ventile auf ordnungsgemäße Schaltstellung,
  • Überwachung der Relais und andere interne Überwachungen,
  • Prüfeinrichtungen,
  • Schnittstelle zwischen der Bremseinrichtung und der übergeordneten Maschinensteuerung.

Innerhalb des Sicherheitskonzeptes der Steuerung ist vorgesehen, dass im Fehlerfall unter bestimmten
Bedingungen die Förderanlage über das Absinken des Sicherheitsbremsgewichts stillgesetzt wird.
Im Rahmen der Inbetriebnahme einer nach dieser Bauartzulassung errichteten Bremsensteuerung ist
durch praktische Versuche nachzuweisen, dass sich bei einer Simulation dieses Fehlers entsprechend
TAS 3.9.5.4 keine unzulässig starke Bremsverzögerung einstellt. Gegebenenfalls muss die Absenk-
geschwindigkeit des Bremsgewichts durch eine geeignete Drosselblende verringert werden.

Unabhängig von der Möglichkeit, durch Schließen des Fahrbremshebels die Fahrbremse zu aktivieren
oder durch das Auslösen der Sicherheitsbremse das Bremsgewicht auslösen zu können, steht dem
Maschinisten ein Schalter im Bedienpult zur Verfügung, mit dem das Haltegewicht jederzeit zum
Absinken gebracht werden kann. Hierdurch ist eine Addition von Fahrbremskraft und Gewichtskraft
des Sicherheitsbremsgewichts möglich. Die Maschinisten sind darauf hinzuweisen, dass diese
Auslösung bei normalem Betrieb zu unzulässig hohen Verzögerungswerten führen kann.

Überwachungen

Überwachungsschalter am Bremskrafterzeuger:

  • Schalter voller Bremsdruck,
  • Fallgewicht gelüftet,
  • Fahrbremse aufgelegt,
  • Fahrbremse gelüftet und
  • Belagverschleiß.

Druckschalter im pneumatischen System:

  • Anlagendruck (Mindestdrucküberwachung)
  • Steuerdruck
  • Membranrissüberwachung Booster
  • Überwachung Massenbremse und
  • Fahrbremsdruck (0 bar, Teilbremsdruck und pmax)
  • Sicherheitsbremsdruck (0 bar, pmax im Haltezylinder)

Überwachungen im elektrischen Teil der Bremsensteuerung:

  • Batteriealarm,
  • Spannungsüberwachung und
  • Isolationsüberwachung
  • Stellungsüberwachung der elektropneumatischen Ventile
  • Pos. 9, Pos. 11.1, Pos. 11.2, Pos. 12.1 und Pos. 12.2
  • Sollwert / Istwert innerhalb des Druck-Proportionalventils Pos. 8
  • Schieberstellung der Druckluftversorgung
  • Stellungsüberwachung der Massenbremse

Überwachung von Befehlen auf ordnungsgemäße Ausführung:

  • Fahrbremse gelüftet
  • Fahrbremse aufgelegt
  • Fallgewicht gelüftet
  • Fallgewicht abgesenkt
  • Funktion Massenbremse
  • Abschlussrelais Bremsensicherheitskreis ausgelöst
  • Sicherheitsbremse gelüftet
  • Sicherheitsbremse aufgelegt

Signalaustausch zwischen der Bremsensteuerung und der Maschinensteuerung
(jeweils 2-fach ausgeführte Koppelrelais):

  • Freigabe / Sperren der Fahrbremse
  • Rückmeldung Fahrbremse frei / gesperrt
  • Auslösung der Sicherheitsbremse durch den Sicherheitskreis des Förderhaspels
  • Sicherheitsstromkreis Bremse hat ausgelöst

Hinweise

  1. Zu jeder ausgeführten Bremsensteuerung ist vom Hersteller die Bedienungs- und Wartungsanweisung,
    die Teil der geprüften Unterlagen ist, beizuliefern. Diese Unterlagen sind erforderlichenfalls noch um
    anlagenspezifische Festlegungen zu ergänzen. Die Betriebs- und Wartungsanweisung des Herstellers
    ist vom Betreiber zu beachten. Sie ist in der Nähe des Bedienungsstandes auszuhängen oder auszulegen.
  2. Weil die Bremsensteuerung mit ölfreier Druckluft betrieben wird, sind geeignete technische Maßnahmen
    für eine ausreichende Schmierung des Bremskrafterzeugers vorzusehen. Wenn die Schmierung durch
    Fettschmierung des Fahrbremszylinders und des Sicherheitszylinders gewährleistet werden soll, sind
    vom Hersteller der Bremsensteuerung anlagenspezifische Vorgaben für die erforderlichen Wartungs-
    intervalle an den Betreiber weiterzugeben.
  3. Die Ausführung der elektrischen Schaltungen innerhalb der Bremsensteuerung einschließlich der
    Relais-Koppelebene für den Signalaustausch mit der Maschinensteuerung ist durch die Bauart-
    zulassungsunterlagen festgelegt. Bei der jeweiligen Errichtung der Bremsensteuerung muss sie
    entsprechend auf Übereinstimmung mit den Bauartzulassungsunterlagen geprüft werden. Nicht
    festgelegt sind dagegen die Diagnose- und Störmeldefunktionen, die optional mit einem
    programmierbaren elektronischen System PES oder in anderer Weise ausgeführt werden können.
  4. Die pneumatischen und die elektro-pneumatischen Bauteile der Bremsensteuerung sind im
    Druckluftsteuerschema Zeichnung Nr. 0908400/1, in den Stücklisten und in den Datenblättern
    nach Kapitel D der Dokumentationsunterlagen zur Bauartzulassung hinsichtlich Fabrikat und
    Typ festgelegt und spezifiziert. Es dürfen nur Originalersatzteile verwendet werden.
  5. Die im Kapitel G „Grundeinstellungen“ enthaltene Tabelle zur Einstellung der Druckminderer
    und der Druckschalter der Steuerung ist bei Veränderungen zu aktualisieren. Die Tabelle sollte
    in dauerhafter Form an der Steuerung angebracht werden.
  6. In ausgeführten Bremsensteuerungen müssen alle pneumatischen Bauelemente durch dauerhafte
    Kennzeichnungen und anhand der Stückliste eindeutig identifizierbar sein. Am Steuerstand ist
    eine dauerhafte Bezeichnung der Bremsensteuerung im Sinne eines Leistungsschildes nach
    TAS 3.9.1.4. anzubringen.
  7. Das Auswechseln von Bauteilen der Bremsensteuerung durch nicht identische Bauteile ist
    nur zulässig, wenn der Hersteller oder die Prüfstelle die gleichartige Funktion geprüft und
    bescheinigt hat.
  8. Schlauchleitungen zur Anbindung der Bremszylinder an die pneumatische Bremsensteuerung
    sind zulässig. Die Leitungen sind so zu verlegen, dass ein Quetschen oder andere Beschädigungen
    sicher ausgeschlossen werden können.

Diese Zulassung ist jederzeit widerruflich; sie kann entschädigungslos zurückgezogen werden,
wenn die in den Verkehr gebrachten Betriebsmittel nicht den der Bauartprüfung zugrunde liegenden
Ausführungen entsprechen.

Hinweis: 

Die ursprüngliche Bauartzulassung behält nach Übergang der bestehenden Rechte der
SIEMAG GmbH an dieser Zulassung auf die SIEMAG TECBERG GmbH, 35708 Haiger
bei sonst unveränderter Bauart der Betriebsmittel und Anlagenteile ihre Gültigkeit, wenn die
Betriebsmittel und Anlagenteile mit Namen und gegebenenfalls mit dem Zeichen des letztgenannten
Unternehmens gekennzeichnet sind.