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Bezirksregierung Arnsberg
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2.20. Zulassungs-Nr.

B-17/91/1

Zulassungs-Datum:

30.9.1991

Hersteller:

Deilmann-Haniel GmbH, Maschinen- und Stahlbau, 4600 Dortmund-Kurl

Bauart:

DH-Scheibenbremsapparat DH 2 mit elektrohydraulischer Ventilsteuerung
für ausschließlich automatisch gesteuerte Förderhäspel ohne regelbare
Fahrbremse bis 4 m/s Fahrgeschwindigkeit

Unterlagen:

- Antrag vom 3.4.1991
- Beschreibung mit Stückliste, Überwachung und Baumusterprüfbescheinigung
   vom 2.4.1991, Blätter 1 bis 9
- Hydraulikplan Nr. 37020575 für die Sicherheitsbremse
- Hydraulikplan Nr. 37020576 für die Fahr- und Massenbremse
- Festigkeitsberechnung der Bremskrafterzeuger der Fa. Tüschen und
  Zimmermann, Blätter 0.1, 0.2, 1-15

Prüfbericht:

DMT-IFT, Bochum, vom 1.7.1991 Nr. 70 - IFT-Ge/Gr

 
Kurzbeschreibung:

Aufbau und Wirkungsweise

Der Bremsapparat besteht aus Bremskrafterzeugern 0-90/73.5, 16Y-48/73,5 oder 34-55/73,5
der Firma Deilmann-Haniel GmbH, Dortmund-Kurl (Sonderzulassung Nr. 4) und aus Bremskraft-
erzeugern der Firma Tüschen und Zimmermann sowie Steuereinrichtungen der Firma Deilmann-
Haniel GmbH. Die Fahrbremse und die Sicherheitsbremse arbeiten nach dem Auslaßprinzip.

Die Bremskrafterzeuger der Firma Tüschen und Zimmermann realisieren im Zusammenwirken
mit  einer elektrohydraulischen Ventilsteuerung die Fahrbremsfunktion. Die Fahrbremse arbeitet
gleichzeitig als Massenbremse. Die Sicherheitsbremsfunktion wird durch die v.g. Bremskraft-
erzeuger der Firma Deilmann-Haniel im Zusammenwirken mit einer elektrohydraulischen Doppel-
ventilanordnung realisiert.

Die auf die Bremsflächen wirkenden Bremskräfte ergeben sich aus den Federkräften der Brems-
krafterzeuger vermindert um die Lüftkraft.

Die Fahrbremse wirkt mit einer elektrohydraulischen Auslaß-Ventilsteuerung als Stoppbremse.
Der Pumpenkreis zum Lüften der Bremskrafterzeuger wird beim Schließen der Fahrbremse durch
das Umschalten eines Ventils (Ruhestromprinzip) gesperrt. Mit jedem Schließen der Fahrbremse
wird gleichzeitig die Sicherheitsbremse ausgelöst.

Die Auslösung der Sicherheitsbremse erfolgt durch handbetätigte Befehlsgeräte sowie das
Ansprechen des Sicherheitsstromkreises.

Zusätzlich zum Absperren des Pumpenkreises durch Ventilumschaltung wird der Pumpenmotor
elektrisch abgeschaltet. Bei Sicherheitsbremsungen wird über die federbetätigte Ruhestellung der
elektrohydraulischen Doppelventile und den nachgeschalteten Restdruckkreis der Lüftdruck der
Bremskrafterzeuger in den Tank abgebaut.

Ein gewichtsbelasteter Kolbenspeicher gleicht die Leckageverluste für die erforderliche Rest-
druckdauer aus. Gleichzeitig mit jedem Auslösen der Sicherheitsbremse wird die Fahr- und
Massenbremse geschlossen. Zusätzlich zum Absperren des Pumpenkreises durch Ventilum-
schaltung wird der Pumpenmotor elektrisch abgeschaltet.

Überwachungen:

  • der fünf 3/2-Wegeventile auf Umschaltung beim Lüften der Bremse und nach Fahr- und
    Sicherheitsbremsung (Endschalter);
  • des Öffnungs- und Schließzustandes der Bremsen (Bremskraftüberwachungsanlage Typ BKW,
    Druckschalter);
  • des Mindest- und Höchstdrucks im Hydrauliksystem;
  • der vier Absperrhähne (Endschalter);
  • der Stellung des gewichtsbelasteten Kolbenspeichers (Endschalter);
  • des Bremsbelagverschleißes und des Federbruchs an den Bremskrafterzeugern der
    Sicherheitsbremse (Bremskraftüberwachungsanlage Typ BKW);
  • des Öffnungs- und des Schließzustandes der Fahr- und Massenbremse (Kontaktmanometer
    und Endschalter);
  • der minimalen und der maximalen Temperatur der Hydraulikflüssigkeit (Temperaturwächter);
  • der Filterverschmutzung (optische Anzeige);
  • des Flüssigkeitsstandes im Behälter (Niveauwächter).


Hinweise:

  • Für die Bremskrafterzeuger besteht Prüfmöglichkeit auf Federbruch.
  • Die elektrische Steuerung ist nicht Gegenstand der Bauartzulassung. Sie ist Bestandteil
    der Anträge nach den § 4 und 5 der BVOS. Sie muß so ausgeführt sein, daß gleichzeitig
    mit jedem Schließen der Fahrbremse die Sicherheitsbremse ausgelöst wird.
  • Der Restdruckverlauf bei Sicherheitsbremsungen muß so eingestellt werden, daß
    spätestens 3 s nach dem Auslösen der Sicherheitsbremse die Bremskrafterzeuger mit
    mindestens 3-facher Sicherheit gegenüber der statischen Belastung durch die
    betriebsübliche Überlast wirken.
  • Für alle Betriebsfälle muß gewährleistet sein, daß der Bremskraftaufbau durch die
    Sicherheitsbremse im Zusammenwirken mit der Fahrbremse einerseits ausreichend
    schnell erfolgt, um die erforderliche Verzögerung zu erzielen, andererseits hinreichend
    langsam ist, um unzulässige Verzögerungen zu vermeiden.

 


Hinweis:

Die ursprüngliche Bauartzulassung behält nach Übergang der bestehenden Rechte der
Deilmann-Haniel GmbH an dieser Zulasssung auf die SIEMAG TECBERG GmbH,
35708 Haiger bei sonst unveränderter Bauart der Betriebsmittel und Anlagenteile ihre
Gültigkeit, wenn die Betriebsmittel und Anlagenteile mit Namen und gegebenenfalls
mit dem Zeichen des letztgenannten Unternehmens gekennzeichnet sind.