NRW Logo Sammelblatt der
Bezirksregierung Arnsberg
- Abteilung 6 -
 Vorherige Seite: 2.18. Zul.-Nr. B-15/88-1 (N1) + Erg.
 Nächste Seite: 2.19. Zul.-Nr. B-16/91/1 (N1)
 Ebene rauf: Zugelassene Bauteile nach BVOS bis 31.12.2009
Suche:
   Navigation:  ESB-Online / A 3 Verzeichnis der von der Bezirksregierung Arnsberg zugelassenen Anlagen, Betriebsmittel oder Stoffe / A 3.10 Schachtförderung, Seilfahrt, Aufzugsanlagen / Zugelassene Bauteile nach BVOS bis 31.12.2009 / 2.19. Zul.-Nr. B-16/91/1 /   Druckersymbol - Hier klicken für Druckversion
 

 


2.19. Zulassungs-Nr.

B-16/91/1

Zulassungs-Datum:

25 September 1991

Hersteller:

Deilmann-Haniel GmbH, Maschinen- und Stahlbau, 4600 Dortmund-Kurl

Bauart:

DH-Scheibenbremsapparat DH1 mit elektrohydraulischer Ventilsteuerung für
ausschließlich automatisch gesteuerte Förderhäspel ohne regelbare
Fahrbremse bis 4 m/s Fahrgeschwindigkeit

Unterlagen:

- Antrag vom 3.4.1991
- Beschreibung mit Stückliste und Überwachung vom 2.4.1991 Blätter 1 bis 8
- Hydraulikplan vom 3.4.1991 Nr. 37020801 für die Sicherheitsbremse
- Hydraulikplan vom 3.4.1991 Nr. 37020803 für die Fahr- und Massenbremse
  zur Verwendung an Häspeln mit mechanisch umschaltbarem Getriebe
- Festigkeitsberechnung der Bremskrafterzeuger der Fa. Tüschen und
  Zimmermann, Blätter 0.1, 0.2, 1-15

Prüfbericht:

DMT-Institut für Förderung und Transport, Bochum,
vom 1.7.1991 - Nr. 69 - IFT/Ge/GR

 
Kurzbeschreibung:

Aufbau und Wirkungsweise

Der Scheibenbremsapparat besteht aus Bremskrafterzeugern der Bauart BSFG 408-A oder
BSFG 408-E der Firma Asea Hägglunds GmbH, Langenhagen, nach den Sonderzulassungen
Nr. 1 oder Nr. 1 (N 1) und Bremskrafterzeugern der Firma Tüschen und Zimmermann sowie
Steuereinrichtungen der Firma Deilmann-Haniel GmbH. Die Fahrbremse und die Sicherheits-
bremse arbeiten nach dem Auslaßprinzip.

Die Bremskrafterzeuger der Firma Tüschen und Zimmermann realisieren im Zusammenwirken
mit einer elektrohydraulischen Ventilsteuerung die Fahrbremsfunktion. Die Fahrbremse arbeitet
gleichzeitig als Massenbremse. Die Sicherheitsbremsfunktion wird durch die Bremskrafterzeuger
der Firma Asea Hägglunds im Zusammenwirken mit einer elektrohydraulischen Doppelventil-
anordnung realisiert.

Die auf die Bremsflächen wirkenden Bremskräfte ergeben sich aus den Federkräften der
Bremskrafterzeuger vermindert um die Lüftkraft.

Die Fahrbremse wirkt mit einer elektrohydraulischen Auslaß-Ventilsteuerung als Stoppbremse.
Der Pumpenkreis zum Lüften der Bremskrafterzeuger wird beim Schließen der Fahrbremse
durch das Umschalten des Ventils (Ruhestromprinzip) gesperrt. Mit jedem Schließen der
Fahrbremse wird gleichzeitig die Sicherheitsbremse ausgelöst.

Die Auslösung der Sicherheitsbremse erfolgt durch handbetätigte Befehlsgeräte sowie das
Ansprechen des Sicherheitsstromkreises. Zusätzlich zum Absperren des Pumpenkreises
durch Ventilumschaltung wird der Pumpenmotor elektrisch abgeschaltet. Bei Sicherheits-
bremsungen wird über die federbetätigte Ruhestellung der elektrohydraulischen Doppelventile
und den nachgeschalteten Restdruckkreis der Lüftdruck der Bremskrafterzeuger in den Tank
abgebaut. Ein gewichtsbelasteter Kolbenspeicher gleicht die Leckagenverluste für die
erforderliche Restdruckdauer aus. Gleichzeitig mit jedem Auslösen der Sicherheitsbremse
wird die Fahr- und Massenbremse geschlossen. Zusätzlich zum Absperren des Pumpenkreises
durch Ventilumschaltung wird der Pumpenmotor elektrisch abgeschaltet.

Der Bremsapparat ist für einen Betrieb mit zwei verschiedenen Teilbremskräften bei Sicher-
heitsbremsung vorgesehen. Hierfür sind zwei umschaltbare Restdruckkreise vorhanden. Die
Umschaltung erfolgt über stellungsüberwachte Impulsventile.

Überwachungen:

  • der fünf 3/2-Wegeventile auf Umschaltung beim Lüften der Bremse und nach Fahr- und
    Sicherheitsbremsung;
  • der Stellungen der drei 3/2-Wege-Impulsventile;
  • des Öffnungs- und Schließzustandes der Bremsen
  • des Mindest- und Höchstdrucks im Hydrauliksystem;
  • der vier Absperrhähne;
  • der Stellung des gewichtsbelasteten Kolbenspeichers;
  • des Mindest- und Höchstdrucks im Hydrauliksystem;
  • der vier Absperrhähne;
  • der Stellung des gewichtsbelasteten Kolbenspeichers;
  • der Flüssigkeitstemperatur (min und max.);
  • des Bremsbelagverschleißes der der Bremsen;
  • der Filterverschmutzung durch optische Anzeiger;
  • des Flüssigkeitsstandes im Behälter;
  • der elektrischen Umschaltungen auf die Restdrucke 1 und 2;
  • der Getriebe-Schaltstellungen für Haspelantriebe mit Umschaltgetriebe;
  • der Stellungen der zwei zusätzlichen 3/2-Wege-Impulsventile bei Haspelantrieben
    mit Umschaltgetriebe.

Hinweise:

  • Für die Bremskrafterzeuger besteht Prüfmöglichkeit auf Federbruch.
  • Bei Verwendung von HFC-Flüssigkeit sind die Bremskrafterzeuger nach
    Hydraulikplan Nr. 37020801 (Alternativ-Ausführung) mit einer Zwangsspülung ausgerüstet.
    Die Betriebs- und Wartungsanleitungen der Hersteller der Bremskrafterzeuger und der
    Steuerungen sind zu beachten.
  • Die elektrische Steuerung ist nicht Gegestand der Bauartzulassung. Sie ist Bestandteil
    der Anträge nach den § 4 und 5 der BVOS. Sie muß so ausgeführt sein, daß gleichzeitig
    mit jedem Schließen der Fahrbremse auch die Bremskrafterzeuger der Sicherheitsbremse
    geschlossen werden. Der Sicherheitskreis wird hierbei nicht ausgelöst.
  • Der Restdruckverlauf bei Sicherheitsbremsungen muß so eingestellt werden, daß spätestens
    3 s nach dem Auslösen der Sicherheitsbremse die Bremskrafterzeuger mit mindestens
    3-facher Sicherheit gegenüber der statischen Belastung durch die betriebsübliche Überlast
    wirken.
  • Für alle Betriebsfälle muß gewährleistet sein, daß der Bremskraftaufbau durch die
    Sicherheitsbremse im Zusammenwirken mit der Fahrbremse einerseits ausreichend schnell
    erfolgt, und die erforderliche Verzögerung zu erzielen, andererseits hinreichend langsam ist,
    um unzulässige Verzögerungen zu vermeiden.
  • Die Umschaltung der Impulsventile 10.51/2/4/5 auf den jeweils erforderlichen Restdruck
    darf nur möglich sein, wenn die mit der Steuerung des Förderhaspels verknüpften Last-
    Verriegelungsbedingungen erfüllt sind. Die Verriegelungsbedingungen sind in den Unterlagen
    § 4, § 5 BVOS festzulegen.

 


Hinweis:

Die ursprüngliche Bauartzulassung behält nach Übergang der bestehenden Rechte der
Deilmann-Haniel GmbH an dieser Zulasssung auf die SIEMAG TECBERG GmbH,
35708 Haiger bei sonst unveränderter Bauart der Betriebsmittel und Anlagenteile ihre
Gültigkeit, wenn die Betriebsmittel und Anlagenteile mit Namen und gegebenenfalls
mit dem Zeichen des letztgenannten Unternehmens gekennzeichnet sind.