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Bezirksregierung Arnsberg
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2.18. Zulassungs-Nr.

B-15/88/1

Zulassungs-Datum:

15.9.1989

Hersteller:

Siemag Transplan GmbH, Netphen

Bauart:

Siemag-Scheibenbremsapparat ST 2 mit elektrohydraulischer Steuerung
für Fördermaschinen in den Ausführungen A, B und C

Unterlagen:

Anträge vom 31.10.1986 - 322/We/bk - sowie vom 15.5.1987 - 410/S/Bü -
- Beschreibung vom 5.3.1967 Nr. SB 3208, Blatt 1-28
- Anordnungspläne (schematisch) Nr. 2404396 und Nr. 1218472
- Schnittstellpläne vom 6.12.1988 Nr. 4903874 Blatt 1-6 Nr. 4903877 Blatt 1-7
   Nr. 4903876 Blatt 1-6 (Blatt 2 Stand 25.1.89)
- Hydraulikplan vom 10.3.1987 Nr. 1903593 Ausführung A (Grundbauart)
- Hydraulikplan vom 13.11.1987 Nr. 1903594 Ausführung B
   (Mit Schwellzeitspeicher)
- Hydraulikplan vom 13.11.1987 Nr. 1903595 Ausführung C
   (mit mechanisch-hydraulischer Schwellzeitregelung)

Prüfbericht:

WBK-Seilprüfstelle Bochum vom 14.2.1989 Nr. 22-SPS-Ge/Ne - C 11 KON

 
Kurzbeschreibung:

Aufbau und Wirkungsweise:

Der Scheibenbremsapparat besteht aus Bremskrafterzeugern der Fa. Hägglunds Dension GmbH,
Hilden, nach Sonderzulassung Nr. 1 vom 19.1.1982 und Nr. 1 (N 1) vom 22.12.1986 sowie
Steuereinrichtungen der Fa. Siemag Transplan GmbH.

Die auf die Bremsflächen wirkende Kraft ergibt sich aus den Federkräften der Bremskraftzerzeuger,
vermindert um die jeweils aus der Hydrauliksteuerung vorgegebene Lüftkraft.

Die Fahrbremskraft ist entsprechend der Auslage des Fahrbremshebels über zwei voneinander
unabhängige, hydraulisch hintereinandergeschaltete Proportional-Druckbegrenzungsventile stufenlos
regelbar.

Die Stromversorgungen und Leitungen für die elektrischen Verstärkerkarten dieser Regelventile sind
voneinander unabhängig.

Bei Sicherheitsbremsung werden die beiden Pumpenmotoren ausgeschaltet. Außerdem werden
hierbei die Pumpenkreise durch zwei 4/2-Wegeventile von den Bremskrafterzeugern getrennt und
hierdurch der Restdruckspeicher dem Hydraulikkreis zugeschaltet, so daß der Restdruck wirksam
wird. Gleichzeitig wird über ein Druckbegrenzungsventil in Reihe mit einem hydraulischen Ventil,
das elektrohydraulisch vorgesteuert ist, der Hydraulikdruck bis zum Anlegedruck der Bremsbacken
abgesenkt. Der weitere Druckabbau erfolgt durch zwei parallel geschaltete 4/2-Wege-Auslöseventile
der Sicherheitsbremse über zwei nachgeschaltete Drossel- und Druckbegrenzungsventile bis auf
den im Druckspeicher eingestellten Restdruck. Der Speicher hält den Restdruck bis zum Stillstand
der Antriebsmaschine aufrecht. Er wird danach über ein weiteres Drosselventil selbsttätig abgebaut,
so daß die volle Bremskraft (Haltebremskraft) wirksam wird.

Die Ansteuerung der Fahrbremse durch die Proportional-Druckbegrenzungsventile bewirkt bei
Ausfall der voneinander unabhängigen Stromversorgungen (Drahtbruch) nur einen geringen
Druckabbau, der noch nicht zu einer Bremswirkung führt. Außerdem wird druch die Überwachung
die Sicherheitsbremse ausgelöst.

Während der Sicherheitsbremsung bleibt die Ansteuerung der Fahrbremse wirksam und wird nicht
von den Bremskrafterzeugern getrennt.

Nach Auslösung der Sicherheitsbremse kann daher durch Betätigen des Fahrbremshebels sowohl
durch die Fahrbremssteuerung als auch unabhängig davon durch ein weiteres Ventil, das in der
Stellung 'Fahrbremse fest' des Fahrbremshebels auf Auslaß geschaltet wird, die volle Bremskraft
aufgebracht werden.

Ausführung A

Grundbauart nach Hydraulikplan Nr. 1903593 ohne Schwellzeitregelung, Bauart wahlweie mit
Kolben-Gewichtsspeicher oder Blasenspeicher.

Ausführung B

nach Hydraulikplan Nr. 1903594 mit zusätzlichem Schwellzeitspeicher. Durch den zusätzlichen
Blasenspeicher ist eine Schwellzeitdehnung möglich. Wie der Kolbenspeicher oder der Blasen-
speicher der Grundbauart der Steuerung wird der zusätzliche Blasenspeicher durch die Betriebs-
Regelpumpen aufgeladen.

Ausführung C

nach Hydraulikplan Nr. 1903595 mit mechanischer-hydraulischer Schwellzeitregelung.

In die Auslaßwege der Sicherheitsbremsventile sind anstelle der Drosselventile und der
Druckbegrenzungsventile mit fest einstellbarem Restdurck der Grundbauart der Steuerung
zwei durch Auflaufkurven gesteuerte Druckbegrenzungsventile eingebaut.

Die durch Druckfedern verstellbaren Auflaufkurven steuern über einen Rollenstößel
entsprechend der Kurvenausbildung die Durchflußöffnungen der Druckbegrenzungsventile
bis zum Erreichen des Restdruckes.

Bei gelüfteter Sicherheitsbremse werden die Auflaufkurven gegen ihre Verstellfedern durch
den zugehörigen mit Drucköl beaufschlagten Kolben in Ruhestellung gehalten (geschlossene
Stellung der Druckbegrenzungsventile).

Bei Auslösung der Sicherheitsbremse schalten die zusätzlich eingehabuten stellungsüberwachten
4/2-Wege-Elektroventile um (Ruhestromschaltung) und geben die Auflaufkurvensteuerung frei.
Durch die Drosselrückschlagventile ist die Zeit für den Ablauf der Kurven und damit die
Schwellzeit der Sicherheitsbremskraft einstellbar.

Überwachung

Bei den Grundbauarten, A, B und C:

  • der Schaltstellungen der fünf 4/2-Wege-Elektroventile mindestens beim Lüften der
    Bremse und nach Sicherheitsbremsung,
  • des Öffnungs- und Schließzustandes der Bremse,
  • des Mindest- und Höchstdruckes im Hydrauliksystem,
  • der unabhängigen Stromversorgungen der beiden Druckregelventile der Fahrbremse
    auf Drahtbruch (Redundanzverlust),
  • des Mindest- und Höchstdruckes sowie des Gasdruckes des Blasenspeichers oder
    der Endstellung des Kolbenspeichers,
  • des Flüssigkeitsstandes und der Temperatur im Behälter,
  • des Bremsbelagverschleißes,
  • der Filterverschmutzung,
  • des Hauptabsperrhahnes,
  • es besteht Prüfmöglichkeit auf Federbruch.

Zusätzlich bei Ausführung B:

  • des Mindest- und Höchstdruckes sowie
  • des Gasdruckes des Blasen-Schwellzeitspeichers.

Zusätzlich bei Ausführung C:

  • der Schaltstellungen der beiden 4/2-Wege-Elektroventile für die Steuerung der Auflaufkurven,
  • der Anfangs- und Endstellungen beider Auflaufkurven auf Redundanzverlust.

Bemerkungen

Die Betriebs- und Wartungsanleitungen der Herstellers der Bremskrafterzeuger und des Herstellers
der Steuerungen sind zu beachten. Sie sind in der Nähe des Bedieunungsstandes auszuhängen
oder auszulegen.

Bei notwendigem Schlagwetterschutz dürfen nur schlagwettergeschützte elektrische Betriebsmittel
oder eigensichere elektrische Anlagen nach den berggesetzlichen Vorschriften eingebaut werden.

Beim Einsatz unter Tage sind entsprechend bergbehördlicher Regelung zugelassene schwer-
entflammbare Hydraulikflüssigkeiten zu verwenden.

Ergänzung:

Bei sonst unveränderter Bauweise können wahlweise Bremskrafterzeuger des Typs BE 100
nach Sonderzulassung Nr. 3 und Bremskrafterzeuger BSFH 508-S/512-S nach Sonderzulassung
Nr. 5 verwendet werden.

 

Hinweis: 

Die ursprüngliche Bauartzulassung behält nach Übergang der bestehenden Rechte
der SIEMAG Transplan GmbH an dieser Zulassung auf die SIEMAG TECBERG GmbH,
35708 Haiger bei sonst unveränderter Bauart der Betriebsmittel und Anlagenteile ihre Gültigkeit,
wenn die Betriebsmittel und Anlagenteile mit Namen und gegebenenfalls mit dem Zeichen des
letztgenannten Unternehmens gekennzeichnet sind.