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Bezirksregierung Arnsberg
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2.16. Zulassungs-Nr.

B-13/89/1

Zulassungs-Datum:

20 September 1989

Hersteller:

Mannesmann-Demag AG, Bergwerkstechnik, Düsseldorf-Benrath

Bauart:

Mannesmann-Demag Scheibenbremsapparat mit elektrohydraulischer Steuerung

Unterlagen:

Anträge vom 8.10.1985 - 8251 Wa/Gr -, vom 9.7.1986 - 1852 Wa/Gr -
sowie vom 21.6.1989 - 8252 Wa/Gr;
Beschreibung vom 16.5.1989 - Abt. 8252 Wa/Gr - Bl 1 bis 14 -
Legende zum Hydraulikplan - ld. Nr. 02.0501.16 vom 18.2.1988, Blätter 1-9
Flußdiagramm, Ident-Nr. 020558 16 Hydraulikschaltplan vom 8.2.1988,
Ident-Nr. 020501 16

Prüfbericht:

WBK-Seilprüfstelle, Bochum, vom 25.8.1986 - Nr. 149-SPS Hä/Ge/Ne -

Ergänzung zum Prüfbericht:

WBK-Seilprüfstelle, Bochum, vom 9.8.1989 - Prüf-Nr. 106-SPS-Ge/Ne -

 
Kurzbeschreibung:

Aufbau und Wirkungsweise

Der Scheibenbremsapparat besteht aus Bremskrafterzeugern

  • der Firma Hägglunds GmbH, Langenhagen, nach Sonderzulassung Nr. 1 vom 19.1.1982
    oder wahlweise
  • der Firma Siemens AG, Erlangen, nach Sonderzulassung Nr. 2 vom 20.1.1983
     
    sowie Steuereinrichtungen der Firma Mannesmann-Demag.

Die auf die Bremsflächen wirkende Kraft ergibt sich aus den Federkräften der Bremskrafterzeuger,
vermindert um die jeweils aus der Hydrauliksteuerung vorgegebene Lüftkraft.

Die Fahrbremskraft ist über zwei voneinander unabhängige elektrisch gesteuerte Druckregelventile
(Proportionalventile) entsprechend der Auslage des Fahrbremshebels stufenlos regelbar, sofern
nicht die Bremse bei automatischem Betrieb als Stoppbremse wirkt.

Die Ansteuerung der Fahrbremse durch die Druckregelventile bewirkt bei Ausfall der voneinander
unabhängigen Stromversorgungen (z.B. Drahtbruch) nur einen geringen Druckabbau, der noch
nicht zu einer Bremswirkung führt (etwa Anlegedruck). Ein begonnener Förderzug wird zu Ende
geführt und danach eine erneute Abfahrt gesperrt.

Bei Sicherheitsbremsung werden der Pumpenmotor und alle Magnetventile spannungslos
geschaltet und der Hydraulikdruck über 2 voneinander unabhängige Auslaßventile bis auf den
an 2 nachgeschalteten Druckbegrenzungsventilen eingestellten Restdruck abgebaut.
2 Blasenspeicher und 1 Gewichts-Kolbenspeicher halten während des Bremsens den Restdruck
bis zum Stillstand der Antriebsmaschine aufrecht. Nach Ablauf der Bremszeit wird der Restdruck
über Drosselventile selbsttätig abgebaut und die volle Bremskraft (Haltebremskraft) wirksam.

Bei aufgelegter Fahrbremse wird über ein mechanisch gerastetes, elektrisch überwachtes
Umschaltventil verhindert, daß nach Auslösung der Sicherheitsbremse kurzzeitig nur eine dem
Restdruck entsprechende Teilbremskraft wirksam wird.

Überwachung

  • der beiden Auslaßventile für die Sicherheitsbremsung durch Endschalter,
  • der Schaltstellungen aller doppelt vorhandenen Magnetvenile sowie des Impulsventils
    und des Ventils für den Anlegedruck,
  • des Öffnungs- und Schließzustandes der Bremse,
  • des Mindest- und des Höchstdruckes im Hydrauliksystem,
  • der unabhängigen Stromversorgungen der beiden Druckregelventile der Fahrbremse
    auf Drahtbruch (Redundanzverlust)
  • des Hauptabsperrhahnes in der Leitung zu den Bremskrafterzeugern,
  • des Mindest- und Höchstdruckes in den Speichern sowie des Gasdruckes der
    Blasenspeicher und der Endstellung des Kolbenspeichers,
  • des Flüssigkeitsstandes und der Temperatur im Behälter,
  • des Bremsbelagverschleißes,
  • der Filterverschmutzung,
  • auf Federbruch durch einen Druckschalter oder wahlweise von Hand durch eine
    Prüfschaltung mit Meldung.

Bemerkungen:

Die Betriebs- und Wartungsanleitungen des Herstellers der Bremskraftzeuger und des
Herstellers der Steuerung sind zu beachten. Sie sind in der Nähe des Bedienungsstandes
auszuhängen oder auszulegen.

Bei notwendigem Schlagwetterschutz dürfen nur schlagwettergeschützte elektrische
Betriebsmittel oder eigensichere elektrische Anlagen nach den bergbehördlichen Vorschriften
eingebaut werden.

Beim Einsatz unter Tage sind entsprechend bergbehördliche Regelung zugelassene
schwerentflammbare Hydraulikflüssigkeiten zu verwenden.