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Bezirksregierung Arnsberg
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2.15. Zulassungs-Nr.:

B-12/86/1

Zulassungs-Datum:

3.11.1986

Hersteller:

Emil Wolff, Maschinenfabrik und Eisengießerei GmbH, Essen

Bauart:

WOLFF-Scheibenbremsapparat mit elektrohydraulischer Steuerung für Antriebsmaschinen
bis 4 m/s Fahrgeschwindigkeit (Förderhäspel)

Unterlagen:

Antrag vom 17.2. / 29.8.1986 - GF kk / ba -;

Für Anlagen bis 4 m/s Fahrgeschwindigkeit:
- Beschreibung vom 15.8.1986 035 01 01,
- Hydraulikplan vom 23.1.1986 H 75-1-90 mit
- Stückliste Blatt 1 bis 6

für Anlagen bis 2 m/s Fahrgeschwindigkeit:
- Beschreibung vom 15.8.1986 035 03 01,
- Hydraulikplan vom 29.10.1985 H 74-2-90 mit
- Stückliste Blatt 1 bis 3

Prüfbericht:

WBK-Seilprüfstelle, Bochum, vom 18.8.1986 - Nr. 143 - SPS Hä / Ne -

 
Kurzbeschreibung:

Aufbau und Wirkungsweise

Der Scheibenbremsapparat besteht aus Bremskrafterzeugern der Firma Hägglunds GmbH,
Langenhagen, nach Sonderzulassung Nr. 1 vom 19.1.1982 sowie Steuereinrichtungen der
Firma Emil Wolff GmbH.

Für eine Scheibenbremse werden nur Bremskrafterzeuger der Bauart BSFG 408-A oder der
Bauart BSFG 408-E verwendet.

Die auf die Bremsflächen wirkende Kraft ergibt sich aus den Federkräften der Bremskrafterzeuger,
vermindert um die jeweils aus der Hydrauliksteuerung vorgegebene Lüftkraft.

Für die elektrohydraulische Steuerung stehen zwei verschiedene Steuergeräte zur Verfügung:

  • Steuerung mit 2 Restdruckspeichern zur Sicherheitsbremsung an Anlagen bis 4 m/s
    Fahrgeschwindigkeit,
  • Steuerungen mit 1 Restdruckspeicher zur Sicherheitsbremsung an Anlagen bis 2 m/s
    Fahrgeschwindigkeit.

Die weiteren hydraulischen Bauelemente, einschließlich der Ventile, sowie ihre Funktionen sind
bei beiden Steuerungen gleich.

Die Fahrbremskraft ist über ein elektrisch gesteuertes Druckregelventil (Proportionalventil)
entsprechend der Auslage des Fahrbremshebels stufenlos regelbar.

Der Steuerstrom in der Spule wird überwacht, so daß im Störungsfall, z.B. bei Drahtbruch an
der Steuerspule oder in der Ansteuerung, die Sicherheitsbremse ausgelöst wird. Bei gelüfteter
Fahrbremse kann in diesem Fall die volle Fahrbremswirkung zur Geltung kommen.

Bei Sicherheitsbremsung werden der Pumpenmotor und die gesamte elektrische Steuerung
abgeschaltet und das Fahrbrems-Druckregelventil voll geöffnet. Jedoch wird der unmittelbare
Druckabbau (Ölabfluß in den Tank) gesperrt und der Lüftdruck über die Sicherheitsbremsventile
sowie nachgeschaltete Drossel- und Druckbegrenzungsventile bis auf den Restdruck abgebaut.
Die Blasenspeicher halten den Restdruck bis zum Stillstand der Antriebsmaschine aufrecht. Er
wird danach über weitere Ventile selbsttätig abgebaut, so daß die volle Bremskraft (Haltebrems-
kraft) wirksam wird.

Der Haspelführer kann, wenn nötig, durch Zurücknahme des Fahrbremshebels in die Nullstellung
den Restdruck unmittelbar und ungedrosselt abbauen und volle Bremskraft aufgeben.

Am Bedienungsstand ist über ein Handventil eine Sicherheitsbremsung unter Umgehung der
Sicherheitsbremsventile möglich.

Überwachung

  • der beiden Sicherheitsbremsventile und weiterer drei Wegeventile auf Übereinstimmung
    der Schaltstellungen durch Endschalter,
  • des Impulsventils durch Endschalter,
  • des Öffnungs- und Schließzustands der Bremselemente,
  • des Mindest- und Höchstdrucks im Hydrauliksystem,
  • der Füllung der (des) Blasenspeicher(s) sowie des Gasdrucks,
  • des Flüssigkeitsstandes und der Temperatur im Behälter,
  • der Filterverschmutzung,
  • des Bremsbelagverschleißes,
  • des Steuerstromes des Druckregelventils der Fahrbremse auf Drahtbruch,
  • bestimmter Absperrhähne.

Bemerkungen

Die Betriebs- und Wartungsanleitungen des Herstellers der Bremskrafterzeuger und
des Herstellers der Steuerungen sind zu beachten. Sie sind in der Nähe des Bedienungs-
standes auszuhängen oder auszulegen.

Bei notwendigem Schlagwetterschutz dürfen nur schlagwettergeschützte elektrische
Betriebsmittel oder eigensichere elektrische Anlagen nach den berggesetzlichen Vorschriften
eingebaut werden.

Beim Einsatz unter Tage sind entsprechend bergbehördlicher Regelung zugelassene
schwerentflammbare Hydraulikflüssigkeiten zu verwenden.