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Bezirksregierung Arnsberg
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2.8. Zulassungs-Nr.:

B-5/83/1

Zulassungs-Datum:

22.07.1983

Hersteller:

Siemens AG, Erlangen

Bauart:

Zweiachs-Druckluft-Schnellschluß-Bremsapparat
bis 60 kN Abtriebskraft bei 5 bar Druck
(sog. "Glockenbremse")
Typen 8 SM 7502 (früher JM 502 G),
          8 SM 7503 (früher JM 503 G),
          8 SM 7506 (früher JM 506 G);
Steuerungsarten:
A 1.1 Handbedienung mit Haspelbremssteuerbock,
A 1.2 wie A 1.1, jedoch mit zusätzlichem Membran-Bremsdruckregler
         ("M-Regler"),
A 2    wie A 1.2, jedoch mit Gerät zur Fernsteuerung bis 30 m,
A 3.1 Steuergerät zum Betätigen als Stoppbremse bei Handbedienung und
         Automatikbetrieb,
A 3.2 wie A 1.1 bei Handbedienung;
         Steuergerät zum Betätigen als Stoppbremse bei Automatikbetrieb.

 Unterlagen:

zur Bauart mit Steuerungen A 1.1 / A 1.2     
- Antrag vom 7.3.1979 / 11.2.1983 - E 273 / 548.23.1 -,
- Beschreibung E 27 B 41069 b           Blatt 1-7,
- Wirkungsschema 3 E 27 S 41476 a,               
- Wirkungsschema 3 E 27 S 41607 a,             
- Beschreibung vom 25.5.1959 - TS 91 B 1073 a,
   Blatt 1 und 2 (Überwachung des Bremsbackenspiels),
- Zeichnung 4 TS 91 B 10364 a,
- Zeichnung 3 TS 92 M 12628 b,
- Zeichnung 4 E 27 Z 41347 (Doppelventil),
- Funktionsplan 3 E 271 S 449;

zur Bauart mit Steuerung A 2:
- Antrag vom 24.6.1981 - E 273 / 548.1 - und
             vom 11.2.1983 - E 273 / 548.23.1 -,
- Beschreibung E 27 B 41147 b,    Blatt 1-3,
- Wirkungsschema 3 E 27 S 41570 b, Blatt 1 und 2,
- Wirkungsschema 3 E 27 S 41567 b, Blatt 1 und 2;

 

zur Bauart mit Steuerung A 3.1:
- Antrag vom 11. 2. 1983 - E 273 / 548.23.1,
- Beschreibung E 27 B 41192,            Blatt 1 -4,
- Schaltschema 3 E 27 S 41612;

 

zur Bauart mit Steuerung A 3.2:
- Antrag vom 23.3.1982 / 11.2.1983 - E 273 / 548.23.1 -,
- Beschreibung E 27 B 41163 a,         Blatt 1 - 5,
- Wirkungsschema 3 E 27 S 41593 a;
ferner:
- Festigkeitsberechnungen vom 25.1.1983,  
  E 27 R 41058 a (für Typ 8 SM 7502),
  E 27 R 41059 a (für Typ 8 SM 7503),
  E 27 R 41060 a (für Typ 8 SM 7506).

Prüfbericht:

WBK-Seilprüfstelle, Bochum, vom 13.6.1979 - Nr.75 - Hä/Brü/3100 - und
ergänzender Bericht vom 14.7.1983 - SPS Hä/Ne.


Kurzbeschreibung:

Aufbau und Wirkungsweise

Bremsapparate dieser Bauart entsprechen TAS Nr. 3.11.2.3.3, Abbildung 9.

Hauptmerkmale

8 SM 7502

8 SM 7503

8 SM 7506

1. Kraft am Abtrieb (kN)
    bei 6 bar Luftdruck  im          
    Fahrbremszylinder *)

29,9

41

81,6

2. Größter zulässiger Hub
    des Fahrbremskolbens
    (mm)

50

55

60

*) ohne Berücksichtigung eines Wirkungsgrades

An dem Hauptbremshebel (Differentialhebel) greifen der druckluftbeaufschlagte Fahrbremskolben
und das Bremsgewicht mit zugehörigem Lüftkolben an. Der Fahrbremszylinder ist in
"Glockenform" ausgeführt.

Die Fahrbremse wirkt durch Druckluft als Einlaßbremse und wird je nach Steuerungsart über einen
Bremsdruckregler als regelbare Bremse oder über ein Steuergerät als Stoppbremse betätigt.

Die Sicherheitsbremse wirkt über den Fahrbremskolben im "Schnellschluß". Das Bremsgewicht
erzeugt nach gedrosseltem Luftauslaß aus dem Lüftzylinder die Haltebremskraft (Auslaßbremse).
Mit dem Bremsdruckregler im Haspelbremssteuerbock kann für Sicherheitsbremsung ein Teil-
bremsdruck eingestellt werden. Der Maschinenführer kann die Sicherheitsbremse von Hand auch
unmittelbar und ungedrosselt zur Wirkung bringen.

Beim Einsatz von 2 Bremskrafterzeugern des Typs 8 SM 7506 an einer Antriebsmaschine sowie
bei Anlagen mit Fernsteuerung (A 2) sind Schnellentlüftungsventile mit nachgeschaltetem festen
Drosseln (Lochblenden) an den Sicherheitsbremsylindern vorhanden.

Bei den Steuerungen A 1.1 und A 1.2 ist die Fahrbremse regelbar und für die Sicherheits-
bremsung ein Teilbremsdruck einstellbar; zusätzlich ist bei A 1.2 dem Fahrbremszylinder ein
Membran-Bremsdruckregler ("M-Regler") vorgeschaltet.

Bei der Steuerung A 2 - Fernsteuerung bis 30 m Entfernung - ist dem "M-Regler" eine Ventil-
kombination zum raschen Erreichen des Schnellschlusses beim Auslösen der Sicherheitsbremse
vorgeschaltet. Beide zusammen bilden das Fernsteuergerät.

Bei der Steuerung A 3.1 wird zur Fahrbremsung und Sicherheitsbremsung sowohl im
Automatikbetrieb als auch bei Handbedienung jeweils der volle Fahrbremsdruck wirksam.
Über ein Ventilsteuergerät wird die Fahrbremse als Stoppbremse betätigt und im Sicherheits-
bremsfall der Teilbremsdruck wirksam.

Die Steuerung A 3.2 wirkt bei Handbedienung wie die Steuerung A 1.1. Bei Automatikbetrieb
wird ein zusätzliches Steuergerät verwendet; in dem Fall wirkt die Fahrbremse als Stoppbremse
mit vollem Fahrbremsdruck auch bei Sicherheitsbremsung. Beim Ansprechen der Fahrbremse
wird dabei zunächst vorgeflutet, und erst danach wird der volle Druck aufgebaut.

Überwachung

- der beiden Auslaßventile (Doppelventil) für die Sicherheitsbremsung,
- des Mindestdrucks der Fahrbremse und des Lüftdrucks der Sicherheitsbremse,
- des größten zulässigen Hubs des Fahrbremskolbens durch optische und akustische Anzeige;
  bei Automatikbetrieb oder Fernsteuerung überwachen zusätzlich Endschalter am Fahrbrems-
  kolben den größten zulässigen Hub und die Lüftstellung,
- des Öffnungs- und Schließzustandes der Bremse bei den Steuerungen A 2, A 3.1, A 3.2,
- des Vorsteuersystems für den Fahrbremsventil auf gleiche Betriebsstellung der Ventile bei den
  Steuerungen A 3.1 und A 3.2,
- des Fahrbremsdrucks beim Umschalten Hand / Automatik bei der Steuerung A 3.2.

Bemerkungen:

Die Betriebs- und Wartungsanleitungen des Herstellers sind zu beachten. Sie sind in der Nähe
des Bedienungsstandes auszuhängen oder auszulegen.

Bei Treibscheibenanlagen mit Fahrgeschwindigkeiten über 4 m/s sind die Steuerungsarten, bei
denen  die Sicherheitsbremse mit vollem Fahrbremsdruck einfällt (A 3.1 und A 3.2) nur zulässig,
wenn die Bremsverzögerung kleiner ist als die Verzögerung, bei der rechnerisch Seilrutsch eintritt.

Das Sicherheitsbremsventil ("Pressensicherheitsventil" als Doppelventil) muß mit der vollen
11- stelligen Bestellnummer und mit Angaben über Spannung und Stromart gekennzeichnet sein.

Bei den Steuerungen A 3.1 und A 3.2 muß die Einstellung des Drosseln für die Überwachung
des zum Fahrbremsventil gehörigen Vorsteuersystems gegen unbefugte Verstellung gesichert
werden.

Hinweis:

Für Bremsapparate der früheren Bauarten JM 502 G, JM 503 G und JM 506 G, die in vorhand-
enen Antriebsmaschinen unverändert weiterbetrieben werden, gelten die im Anhang 2, Blatt 3/1,
angegebenen Bauartzulassungen des Oberbergamts Dortmund bzw. Landesoberbergamts NW:

IX / MXI

für die Grundbauform mit Steuerung A 1.1,

XVI A / M XVIII A

für die Bauform mit Steuerung A 1.2,

XVI B / M XVIII B

für die Bauform mit Steuerung A 2,

XVI C / M XVIII C

für die Bauform mit Steuerung A 3.2.