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Bezirksregierung Arnsberg
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1.10.

Zulassungs-Nr.:

F-10/86/1

Zulassungs-Datum:

9.12.1986

Hersteller:

Brown, Boveri & Cie AG, Mannheim

Bauart:

Digitaler Fahrtregler mit elektronischem Führungs- und Überwachungsteil,
Typ HFE 2, für Treibscheiben-, Trommel- und Bobinen-Fördermaschinen
mit Regelung

Unterlagen:

Antrag vom 12.11.1985 - IA / MH 4-St / Mi -;

Beschreibungen GMJ 4 15 0630
- des Fahrtreglers (Blatt 1 bis 38)
- der Programme (Ablaufpläne Blatt 39 bis 51);

Brief BBC vom 24.4.1986 betr. Eigenüberwachung des Systems 'Procontic M'
(Blatt 1 und 2);

Systembeschreibung 'Procontic M' (Blatt 1 und 2);
Druckschrift D NG 90 209 D mit
- Blockschaltbildern GMJ 3 15 1445 (Blatt 1 und 2)
- Datenflußbildern GMJ 3 15 1445 (Blatt 3 und 4)
- Zeichnungen GMJ 3 15 1428; GMJ 3 15 1429; GMJ 0 77 0506;

Beschreibung Teufenzeiger HFZe Druckschrift D IA 1201 81 D;

Eingabe der Maßstabsfaktoren (Muster) GMJ 4 15 0631 (Blatt 1 bis 14);

Stromlaufplan Teufenzeiger GMJ 3 15 1446 (Blatt 1 bis 8);
ferner zur Information:
- Programm einer ausgeführten Anlage GMJ 3 15 1379 (49 Blätter),
- Muster des Maschinenlisting einer ausgeführten Anlage GMJ 4 15 0631
   (Blatt 1 bis 28),
- Stromlaufpläne HFE 2 einer ausgeführten Anlage GMJ 3 15 1378 (91 Blätter).

Prüfbericht:

WBK-Seilprüfstelle, Bochum, vom 28.8.1986 - Nr. 152 - SPS St / Ne -.

Kurzbeschreibung:

Aufbau

Der Fahrtregler ist zweikanalig redundant aufgebaut und wirkt digital. Er besteht aus

  • dem Getriebeteil mit einem Eckgetriebe sowie einem Nachstell-, Anpaß- und Verteilergetriebe
    für den Antrieb von max. vier Winkelschrittgebern,
  • zwei baugleichen speicherprogrammierbaren Meßwertverarbeitungssystemen 'Procontic M'
    mit je zwei Winkelschrittgebern als Istwertgeber,
  • einem Teufenzeiger,
  • der Spannungsversorgung und -überwachung.

Jedes System ermittelt für sich und unabhängig von dem anderen System die Werte für das Führen
und das Überwachen des Treibens der Fördermittel durch den Schacht. Führungsgrößenteil des
Fahrtreglers ist dabei das System mit dem wirksamen Ausgang für die Sollgeschwindigkeit; als
Überwachungsteil gilt das System mit dem wirksamen Ausgang für die Überwachungsmeldungen.

Zur Erhöhung der Verfügbarkeit können beide Meßwertverarbeitungssysteme durch ein drittes
baugleiches System erweitert werden; dieses dient als passive Reserve wahlweise für den Führungs-
oder Überwachungsteil. Durch Umstecken der gesammelten Ein- und Ausgangsleitungen von dem
gestörten Meßwertverarbeitungssystem im Führungsgrößen- oder Überwachungsteil auf die
Reserveeinheit übernimmt diese sofort die Funktion des gestörten Teils des Fahrtreglers.

So ergeben sich zwei Ausführungsvarianten für den Fahrtregler HFE 2:

Ausführung

Bauteile

HFE 2

Führungsgrößenteil
Überwachungsteil

HFE 2/R

Führungsgrößenteil
Überwachungsteil
Reserveeinheit (umschaltbar)

Der Fahrtregler HFE 2 ist vorwiegend für automatisch betriebene Treibscheiben-, Trommel-
und Bobinenfördermaschinen mit Mehrsohlenbetrieb und Umsetzen der Fördermittel an den
Anschlägen vorgesehen.

Wirkungsweise

Die beiden Winkelschrittgeber des Führungsgrößenteils werden vom Seilträger über die Eingangs-
kupplung, das Eckgetriebe sowie das Nachstell-, Anpaß- und Verteilergetriebe angetrieben.

Der absolute Winkelschrittgeber (Winkelcodierer) liefert die Istwertsignale entsprechend der
Fördermittelposition. Diese werden in das speicherprogrammierbare Steuerungssystem 'Procontic M'
eingegeben und entsprechend der Programmierung ausgewertet. Dabei werden die Istwerte für beide
Trume berechnet und an den Teufenzeiger übergeben. Ferner werden zugehörige Geschwindigkeits-
sollwerte sowie teufenabhängige Punkte, z.B. Fördermittel-Fahrtreglervergleich, ermittelt.

Der zweite, inkrementale Winkelschrittgeber (Impulsgeber) dient in Verbindung mit zwei Schacht-
schaltern zur größeren Wegauflösung im Einfahrbereich der Anschläge und beim Umsetzen von
Fördermitteln. Die Impulse werden in einen Schachtzähler aufgenommen und zur verfeinerten
Wegnachbildung weiterverarbeitet.

Der Überwachungsteil des Fahrtreglers wirkt in gleicher Weise wie der Führungsgrößenteil und
ermittelt auf Grund der eingegebenen Programmierung die Überwachungssollwerte.

Die im Führungsgrößenteil zusätzlich ermittelten Überwachungs-Sollwerte und die im Über-
wachungsteil ebenfalls ermittelten Führungs-Sollwerte werden ständig mit den entsprechenden
Ausgängen des anderen Systems verglichen (Redundanz).

Die aus den Istwerten der Fördermittelposition errechneten Überwachungs-Sollwerte werden
zur Erhöhung der Sicherheit punktweise mit fest abgespeicherten Sollwerten verglichen.

Überschreitet die Maschine die Höchstgeschwindigkeit, wirkt der Fahrtregler begrenzend auf
die Energiezufuhr (Regelteil der Maschine).

Der Fahrtregler wird an festgelegten Positionen, z.B. Anschlag, bei Stillstand der Maschine mit
einem Nachstellgetriebe synchronisiert. Der Nachstellbereich ist begrenzt und wird überwacht.

Bei Eintrommelförderanlagen wird das Eingangsgetriebe des Fahrtreglers unmittelbar mit dem
Seilträger verbunden.

Bei Doppeltrommel-Förderanlagen mit Versteckvorrichtung wird die Stellung des Fördermittels
der Lostrommel während des Versteckvorganges überwacht. Wegen des überwachten gekuppelten
Zustandes der Fest- und Lostrommel wird der Drehzahl-Istwert der Lostrommel nicht mit
eigenen Gebern erfaßt.

Die für den Führungsgrößen- und den Überwachungsteil erforderlichen Teufen-Festwerte der
jeweiligen Fördermittel können im gekuppelten Zustand von Hand oder automatisch in beide
speicherprogrammierten Meßwertverarbeitungssysteme eingegeben werden. Die Freigabe nach
einem Versteckvorgang erfolgt jedoch erst, wenn die komplementären Eingabewerte für beide
Fördermittel mit dem Teufen-Istwert des Fördermittels der Festtrommel übereinstimmen.

Verschleiß des Treibscheibenfutters wird getrennt für den Führungsgrößenteil und den Über-
wachungsteil durch eine Seileinlaufkorrektur berücksichtigt.

Fahrtregler-Endschalter-Signale sind vorhanden.

Überwachung

  • der jeweiligen Höchstgeschwindigkeit für Güterförderung und Seilfahrt durch Vergleich
    der Istwerte mit fest eingestellten Sollwerten;
  • der Verzögerung an den Enden des Fahrwegs
    a) kontinuierlich durch 'Hüllkurve' und mindestens einen zusätzlichen Schachtschalter und/oder
    b) punktweise durch Schachtschalter;
  • des Rückgangs der Hüllkurvenspannung durch je einen Schachtschalter am Anfang und Ende
    des Verzögerungsweges;
  • des Ablaufs der Hüllkurve durch punktweisen Vergleich der errechneten Überwachungs-
    Sollwerte mit fest abgespeicherten Sollwerten;
  • der Istwertdarstellung durch Vergleich der Spannungen von Tachomaschinen am Seilträger
    und am Fahrtregler, zugleich Wellenbruchüberwachung;
  • des Seilrutsches durch Vergleich der Spannungen von Tachomaschinen am Seilträger und
    an einer Seilscheibe;
  • der Stellung der Fördermittel bei Verzögerungsbeginn durch Vergleich der Stellungen von
    Fahrtregler und Fördermittel über Magnetschalter im Schacht;
  • der Schachtschalter;
  • der Fahrtreglerkupplung;
  • des Winkelcodierers und des Schachtzählers auf Ausfälle (Sprungüberwachung);
  • der Versteckvorrichtung.

Das Meßwertverarbeitungssystem 'Procontic M' besitzt zusätzliche interne Überwachungen, die
auch auf die Sicherheitsbremse wirken.

Bemerkungen:

In einer Betriebsanweisung sind Festlegungen darüber zu treffen, welche Einstell- und Umstellarbeiten
vom Betreiber an dem Fahrtregler vorgenommen werden dürfen, welche Personen damit beauftragt
werden und wie die Verantwortlichkeit dieser Personen geregelt ist.