NRW Logo Sammelblatt der
Bezirksregierung Arnsberg
- Abteilung 6 -
 Vorherige Seite: 1.7. Zul.-Nr. F-7/85/1
 Nächste Seite: 1.9. Zul.-Nr. F-9/86/1
 Ebene rauf: Zugelassene Bauteile nach BVOS bis 31.12.2009
Suche:
   Navigation:  ESB-Online / A 3 Verzeichnis der von der Bezirksregierung Arnsberg zugelassenen Anlagen, Betriebsmittel oder Stoffe / A 3.10 Schachtförderung, Seilfahrt, Aufzugsanlagen / Zugelassene Bauteile nach BVOS bis 31.12.2009 / 1.8. Zul.-Nr. F-8/86/1 /   Druckersymbol - Hier klicken für Druckversion
 


1.8.

Zulassungs-Nr.:

F-8/86/1

Zulassungs-Datum:

7.8.1986

Hersteller:

Siemens AG, Erlangen

Bauart:

Digitaler Fahrtregler, System Siemens, für Abteuffördermaschinen mit
Trommeln oder Bobinen und Gleichstrom- oder Drehstromantrieb

Unterlagen:

Antrag vom 5.12.1985 / 21.2.1986 - E 272-549.41 / Ws / Vo -;

Beschreibung des digitalen Fahrtreglers vom 24.1.1986 - E 272-549.41
(Blatt 1 bis 5)

mit Zeichnungen 1 bis 6 vom 24.1.1986 - E 272 -;

Beschreibung der punktweisen Geschwindigkeitsüberwachung vom
12.5.1986 - E 272/Ws/Vo (Blatt 1 und 2)

Prüfbericht:

WBK-Seilprüfstelle, Bochum, vom 14.5.1986 - Nr. 76 - SPS Mo / Wr -.

Kurzbeschreibung:

Aufbau und Wirkungsweise

Der Abteuffahrtregler ist für doppeltrümige und eintrümige Abteufmaschinen ausgelegt.

Bei doppeltrümigen Maschinen, die auch als 2 unabhängige eintrümige Maschinen betrieben
werden können, ist für jedes Trum eine Fahrtregler-Ausrüstung erforderlich. Beide Ausrüstungen
können örtlich gemeinsam untergebracht werden.

Der Führungsteil des Fahrtreglers wirkt digital und besteht aus Modulen des unter F-1/78/1
zugelassenen digitalen Fahrtreglers für Fördermaschinen mit Drehzahlregelung.

Bei Trommelmaschinen ist an der Seilträgerwelle, bei Bobinenmaschinen an der Seilscheibe,
ein Winkelschrittgeber angeordnet, mit dessen Impulsen in einem Schachtzähler der Fahrweg
nachgebildet wird.

Überschreitet die Maschine die zulässige Fahrgeschwindigkeit, wirkt der Fahrtregler begrenzend
auf den Drehzahlsollwert der Regelung der Abteufmaschine oder auf den Bremsdrucksollwert
der Fahrbremse und die Energiezufuhr.

Der Schachtzähler wird während eines Förderspiels sowohl bei Aufwärtsfahrt als auch bei
Abwärtsfahrt unterhalb der Schachtklappen an einem Schachtmagnetschalter synchronisiert.

Am oberen Fahrwegende wird der Verzögerungssollwert von einem dem Schachtzähler
nachgeschalteten Digital-Analog-Umwandler (DAU) gebildet. Am unteren Fahrwegende ergibt
sich der Verzögerungssollwert über einen dem Schachtzähler nachgeschalteten Subtrahierer,
dem ein weiterer DAU nachgeschaltet ist; dem Subtrahierer wird die Bühnenposition vorgegeben,
so daß der Verzögerungsbereich oberhalb der Abteufbühne liegt.

Aus den Analogwerten der beiden Digital-Analog-Umwandler wird eine Minimumauswahl
getroffen, so daß immer der kleinere Drehzahlsollwert führend ist.

Versäumt der Fördermaschinist, das Fördermittel vor Erreichen von festgelegten Aufsetzpunkten
anzuhalten und die Fahrbremse aufzulegen, wird die Sicherheitsbremse ausgelöst. Haltepunkte
sind kurz unterhalb der Schachtklappe und kurz oberhalb der Abteufbühne. Nach dem Anhalten
und gegebenenfalls Lüften der Sicherheitsbremse kann der Fördermaschinist nur mit maximal
2 m/s weiterfahren.

Als Überwachungsteil des Fahrtreglers können verwendet werden:

  1. ein mechanischer Teufenzeiger mit zugehörigen Überwachungsschaltern und Meßkontakter
    für eine unabhängige punktweise Verzögerungsüberwachung an den festgelegten Fahrwegenden;
  2. ein elektronischer Überwachungsteil mit ähnlichem Aufbau wie der Führungsteil; zusätzlich
    sind ein weiterer (Überwachungs-)Winkelschrittgeber sowie ein weiterer Schachtzähler
    mit Meßkontaktern vorhanden, die eine unabhängige kontinuierliche Verzögerungsüberwachung
    (Hüllkurve) oder punktweise Verzögerungsüberwachung bewirken.

Schachtzähler und elektronischer Überwachungsteil sind bei Netzspannungsausfall batteriegestützt.

Überwachung

  • der zulässigen Höchstgeschwindigkeit für Güterförderung und Seilfahrt durch Vergleich
    der Spannung der Überwachungstachomaschine mit dem fest eingestellten Sollwert;
  • der Verzögerung an den Fahrwegenden durch Vergleich der Istwerte am Seilträger oder
    an der Seilscheibe mit
    - den Sollwerten an festen Punkten des mechanischen Teufenzeigers (punktweise
       Verzögerungsüberwachung), oder
    - den Sollwerten an dem zusätzlichen Schachtzähler mit Meßkontakter des elektronischen
      Überwachungsteils (kontinuierliche Verzögerungsüberwachung mit Hüllkurve oder
      punktweise Verzögerungsüberwachung);
  • des Rückgangs der Hüllkurvenspannung;
  • der Istwertdarstellung durch Vergleich der Wegimpulse des Winkelschrittgebers mit einer
    zweiten Tachomaschine am Antrieb (je Antriebsmotor eine);
  • der Stellung des Fördermittels durch schachtabhängigen Vergleich der Fahrtreglerstellung
    am oberen Fahrwegende mit der Fördermittelstellung (Synchronisierung);
  • des Schachtzählers durch Vergleich des Zählerstandes mit der Stellung des
    Synchronisationsschalters;
  • bei Anlagen mit mechanischem Teufenzeiger:
    Vergleich der Schachtzählerstellung mit der Stellung des mechanischen Teufenzeigers
    (anstelle einer Sprungüberwachung);
  • bei Anlagen mit elektronischem Überwachungsteil:
    Sprungüberwachung der Schachtzähler auf Sprünge > 5 m.

Bemerkungen:

Es wird empfohlen, als Ersatz für einen nicht vorhandenen 'unteren Fahrtreglerendschalter'
eine 'Totmannschaltung' im Steuerhebel vorzusehen. Dabei hat der Maschinist nach Erreichen
des Haltepunktes oberhalb der Bühne bei Abwärtsfahrt ständig einen 'Totmann'-Knopf zu drücken.