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Gebrauchseigenschaftsprüfung von Gebirgsankern  - Anhang 4

 

1. Allgemeines

Grundlage der Gebrauchseigenschaftsprüfungen ist die Grundsatzprüfung an Gebirgsankern
nach DIN 21521 Teil 1 und 2.

Bei der Grundsatzprüfung werden die Originalanker in ein repräsentatives Modellgebirge aus
Baustoff eingebaut und den im eingebauten Zustand zu erwartenden Beanspruchungsarten
(Zug und Scherung) ausgesetzt. Mit Hilfe der Konzeption dieser Einzelprüfungen kann die
einsatzrelevante Bestimmung von Zug- und Scherkräften mit ihren zugehörigen Verformungen
an eingebauten Gebirgsankern erfolgen. Für die Beurteilung der gebirgsmechanischen Wirkung
der verschiedenen Ankerbauformen kann so das Zusammenwirken von Ankerschaft, Verbund-
element und Gebirge bei unterschiedlichen Beanspruchungen untersucht werden. Neben der
Bestimmung der Gebrauchseigenschaften erlaubt diese Vorgehensweise eine direkte Einordnung
der Prüfergebnisse im Vergleich zu anderen Ankerbauformen.

Für die Beurteilung des Trag- und Verformungsverhaltens verschiedener Ankerschaftbauformen
ist Festlegung von Referenzmörteln (1 Kunstharzmörtel, 1 mineralischer Ankermörtel) zwingend
erforderlich. Nur so wird die Vergleichbarkeit der Ergebnisse ohne den Einfluß des Ankermörtels
insbesondere bei Zugprüfungen gewährleistet.

Die Ermittlung der Gebrauchseigenschaften (Zug-und Scherprüfungen) ist jeweils an mindestens
zwei Proben durchzuführen.

2. Prüfverfahren

Für die Gewährleistung einer Beurteilung der Prüfergebnisse, die aus einem Vergleich der
Prüfergebnisse mit den Resultaten bereits erfolgreich eingesetzter Anker besteht, ist insbesondere
auf gleichbleibende Prüfbedingungen in Verbindung mit der Gestaltung des Modellgebirges
(DIN 21521, Teil 2: 7.3, 7.4, 7.5, 7.6) zu achten. In diesem Zusammenhang ist für die
vergleichende Beurteilung von Einzelteilen eines Gebirgsankers die Verwendung von
Referenzeinzelteilen zwingend erforderlich.

2.1 Zugprüfungen

Im Rahmen von Zugprüfungen an eingebauten Ankern werden folgende Kennwerte ermittelt:

  1. Ermittlung des Trag- und Verformungsverhaltens vollständig eingebauter Gebirgsanker
    bei einer sich öffnenden Kluft.
  2. Bestimmung der Verbundkräfte am inneren Verbund mit den Referenzmörteln

Die Anforderungen an die Prüfungsdurchführung sind in der DIN 21521, Teil 2: 7.3, 7.4, 7.5
dargelegt. Die im Rahmen von Zugprüfungen zu ermittelnden Kennwerte sind im Abschnitt 3.1
des Anhanges 3 tabellarisch zusammengefaßt.

2.2 Scherprüfungen

Im Rahmen der Scherprüfungen wird das Trag- und Verformungsverhalten eingebauter Gebirgsanker
unter den Scherwinkeln von 50° und 90° ermittelt.

Die Anforderungen an die Prüfungsdurchführung sind in der DIN 21521, Teil 2: 7.6 dargelegt.
Die im Rahmen von Scherprüfungen zu ermittelnden Kennwerte sind im Abschnitt 3.2 des
Anhanges 3 tabellarisch zusammengefaßt.

2.3 Beurteilung der Prüfergebnisse

Grundlage der Beurteilung der Prüfergebnisse ist die Einordnung der Resultate im Vergleich zu
bisher erfolgreich im deutschen Steinkohlenbergbau eingesetzten Ankern. Für die Beurteilung
sind die Ergebnisse der Materialprüfungen (Anhang 2) zu berücksichtigen.

 

Anhang 4 - Bild 1

Anhang 4 - Bild 2