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20.10.2000

18.43.1-6-3

Maßnahmen gegen Entzündungen
von Grubengas in Streckenvortrieben
mit Schneidkopf-Teilschnittmaschinen

A 2.7

An die Bergämter des Landes Nordrhein-Westfalen

Betr.: Maßnahmen gegen Entzündungen von Grubengas in Streckenvortrieben mit
         Schneidkopf-Teilschnittmaschinen

Bezug: Rundverfügungen vom 17.12.1990 und 6.4.1998- 18.43.1-6-3 - über Maßnahmen
          gegen Entzündungen von Grubengas in Streckenvortrieben mit Schneidkopf-
          Teilschnittmaschinen (SBl. A 2.7)

Technische Weiterentwicklungen in der Bewetterung und Bedüsung von Schneidköpfen
machen eine Neufassung vorgenannter Rundverfügungen erforderlich; die o. a. Rundver-
fügungen werden hiermit aufgehoben.

Zur Vermeidung von Zündereignissen werden Sie hiermit gebeten, nachstehende Maßnahmen
im Betriebsplanverfahren zur Geltung zu bringen:

  1. Durch wettertechnische Zusatzmaßnahmen, z. B. Zusatzluftdüsen, Jetblöcke,
    Luft-/Wasserbedüsung, sind Methan-Luft-Gemische im Eingriffsbereich des Schneidkopfes
    sowie innerhalb eines festzulegenden Gefahrenbereichs ausreichend zu verdünnen.
  2. Druck und Volumenströme des Bedüsungswassers und der Bedüsungsluft sind messtechnisch
    zu erfassen. Die Messwerte sind zu einer ständig besetzten Stelle zu übertragen und zu
    registrieren. Bei Erreichen der festgelegten Grenzwerte müssen die Schneidmotoren selbsttätig
    und unverzögert abgeschaltet werden. Gleichzeitig muss an der ständig besetzten Stelle ein
    Warnsignal ausgelöst werden.
  3. Die Grenzwerte zur Sicherstellung einer funktionsfähigen Bedüsung des Schneidkopfes
    und einer ausreichenden Bewetterung des Gefahrenbereichs sowie die Gestaltung,
    Anordnung und Überwachung der wettertechnischen Zusatzeinrichtungen sind beim
    erstmaligen Einsatz eines Maschinentyps oder Schneidkopfes unter Berücksichtigung des
    Streckenquerschnitts (Einsatz bisheriger Systeme bis 5,2 m Streckenhöhe) unter Hinzuziehung
    einer benannten Fachstelle (zur Zeit sind dies die Fachstelle für maschinentechnische Sicherheit
    und die Fachstelle für Sicherheit - Prüfstelle für Grubenbewetterung der DMT-GmbH)
    festzulegen.

Auf die Maßnahmen nach den Abschnitten 1. bis 3. kann nur dann verzichtet werden, wenn
zündfähige Methan-Luft-Gemische beim Betrieb der Schneidkopf-Teilschnittmaschinen nach-
weislich auszuschließen sind. Der Nachweis hierfür ist im Betriebsplanverfahren zu erbringen.

In Bereichen mit Gasausbruchsgefahr sowie in Bereichen, in denen bei der Auffahrung von
Grubenbauen die Ausgasung mit der planmäßigen Sonderbewetterung in Verbindung mit der
Entstaubungsanlage nicht sicher beherrscht werden kann, ist der Einsatz von Schneidkopf-
Teilschnittmaschinen nicht zuzulassen.

Bei Gasausbruchsverdacht ist entsprechend den Gasausbruchs-Richtlinien zu verfahren und
zu klären, ob der Teilschnittmaschinen-Einsatz unbedenklich ist. Feststellungen über die
Ausgasung sind hier in ausreichenden zeitlichen und örtlichen Abständen, insbesondere bei
erwarteten Änderungen, zu wiederholen.

Teilschnittmaschinen, deren Einsatz in diesen Bereichen für unbedenklich gehalten wird,
müssen jedoch mit einer automatischen Explosionslöschanlage ausgerüstet sein oder folgende
Voraussetzungen erfüllen:

Durch Wassernebelbedüsung in Verbindung mit reduzierter Schnittgeschwindigkeit müssen
Zündpotentiale beim Betrieb von Schneidköpfen ausgeschlossen sein. Hierüber sind entsprechende
Nachweise durch die o. a. Fachstellen zu erbringen.

Der Einsatz einer zugelassenen ortsbeweglichen Wassertrog-Auslösesperre im Nachläuferbereich
sollte bei Gasausbruchsverdacht angestrebt werden (planerische Einbeziehung unter Berücksichtigung
betrieblicher Gegebenheiten wie Geometrie, Sperrenbauarten).

Bei Neuanschaffungen von Teilschnittmaschinen soll durch entsprechende maschinentechnische
Voraussetzungen sichergestellt sein, dass die Schnittgeschwindigkeit beim Schneiden abrasiver
quarzhaltiger Steine herabgesetzt werden kann.

Die genannten Anforderungen gelten sinngemäß auch für Aufhauenmaschinen und vergleichbare
maschinelle Vortriebseinrichtungen, soweit Nebengesteinsschichten mitgeschnitten werden.

Dortmund, den 20.10.2000

Landesoberbergamt NRW

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