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07.03.1972

19.51 I 2


Brandschutz im Braunkohlenbergbau


A 2.7


Richtlinien
des LOBA NW
für den Brandschutz im Braunkohlenbergbau
vom 7.3.1972

1. Geltungsbereich

Diese Richtlinien sind bei der Aufstellung der nach der Bergverordnung des Landesoberbergamts
für die Braunkohlenbergwerke (BVOBr) vom 20.2.1970 geforderten Pläne für den Brandschutz
zu beachten.

2. Inhalt der Pläne

Die Pläne, die nach dem in der Anlage 1 beigefügten Formblatt aufzustellen sind, müssen folgende
Angaben enthalten:

Zusammensetzung und Stärke der Löschmannschaft,
Geräteräume,
Arbeitsschutzkleidung und Sicherheitsgeschirre,
Feuerlöscheinrichtungen,
Fernmelde- und Beleuchtungsgeräte,
Wasserversorgung,
Einrichtungen zur Alarmierung der Feuerlöschkräfte.

Außerdem ist ein Feuerlöschriß als Bestandteil des Planes für den Brandschutz aufzustellen.

3. Löschmannschaft

3.1. Zusammensetzung der Löschmannschaft

Die Löschmannschaft setzt sich zusammen aus dem Leiter der Löschmannschaft (Betriebsführer
oder Stellvertreter), dem stellvertretenden Leiter der Löschmannschaft, der zugleich Führer der
Löschmannschaft sein kann, den Führern der Löschmannschaft (bestellte Aufsichtspersonen),
den Löschmännern, dem Gerätewart.

3.2. Stärke der Löschmannschaft

Die Stärke der Löschmannschaft muß den betrieblichen Verhältnissen angepaßt und ausreichend sein.
Sie ist im einzelnen festzulegen (z.B. im Hauptbetriebsplan, der den Sachverständigen vorzulegen ist).
Auf Großgeräten im besonderen muß die Gerätebesatzung aus Mitgliedern der Löschmannschaft
bestehen.

3.3. Anwesenheit bei Betriebsruhe

In jedem Betrieb muß auch in Zeiten der Betriebsruhe wenigstens ein Führer der Löschmannschaft
anwesend oder sofort erreichbar sein. Dies gilt nicht für gestundete Brikettfabriken.

4. Geräteraum

4.1. Für die Unterbringung der Ausrüstungen der Löschmannschaften und der nicht am Einsatzort
angebrachten Feuerlöschgeräte muß ein nur diesem Zweck dienender Geräteraum vorhanden sein.
Er muß durch Hinweisschilder kenntlich gemacht sein.

4.2. Der Geräteraum muß vor Witterungseinflüssen, Brandgefahr 1) und unbefugtem Zutritt geschützt
sein.

4.3. In dem Geräteraum sind das Geräteverzeichnis und der Feuerlöschriß auszuhängen.

4.4. Schlüssel zum Betreten des Geräteraumes und sonstige für einen unvermuteten Einsatz der
Löschmannschaft etwa erforderliche Schlüssel sind an erreichbarer Stelle in der Nähe des
Geräteraumes unter Glas geschützt aufzubewahren.

5. Arbeitsschutzkleidung und Sicherheitsgeschirre

Für die Ausrüstung der Löschmannschaft sind Flammenschutzanzüge mit Hauben und Handschuhen
sowie Flammenschutzdecken, Schutzbrillen und Sicherheitsgeschirre in ausreichender Zahl bereitzuhalten.

6. Feuerlöscheinrichtungen

6.1. Feuerlöschanlagen

Feuerlöschschläuche, Schnellkupplungsrohre und dazugehöriges Gerät müssen in ausreichender
Anzahl und Länge bereitliegen. Für Tagebaue mit einer Förderkapazität von mehr als 30 000 t
Rohbraunkohle/Tag muß ein geländegängiges Tanklöschfahrzeug (Inhalt des Tankes mindestens 800 l)
mit einsatzbereiter Besatzung jederzeit zur Verfügung stehen. Im Fahrzeug muß mindestens eine
Feuerlöschkreiselpumpe FP 8/8 nach DIN 14420 vorhanden sein.

Für die anderen Tagebaue muß ein geländegängiges Fahrzeug zum Transport von Tragkraftspritzen
- mindestens TS 8/8 nach DIN 14410 - jederzeit zur Verfügung stehen. Ein in der Bedienung geschulter
Löschmann muß jederzeit erreichbar sein.

6.2. Feuerlöscher

In Brikettfabriken, Kraftwerken, Werkstätten und sonstigen Tagesanlagen (auch Baracken,
Aufenthaltsräumen) müssen geeignete Feuerlöscher in ausreichender Anzahl vorhanden sein.
Das Löschmittel von Wasserlöschern und Kübelspritzen in Brikettfabriken muß einen
ausreichenden Netzmittelzusatz enthalten.Weiterhin müssen Bagger, Absetzer, Aufnahmegeräte,
Kraftfahrzeuge, selbstfahrende Arbeitsmaschinen, gleisgebundene Triebfahrzeuge, Lokomotiven,
Bandantriebe und -umkehrstationen und elektrische Schaltanlagen mit für diese Anlagen
geeigneten Feuerlöschern ausreichend ausgerüstet sein.

6.3. Feuerlöschgerätekästen

Feuerlöschgerätekästen sind in Brikettfabriken, Kraftwerken, Werkstätten und sonstigen Tagesanlagen
sowie Tagebauen auf jeder Abbau- und Kippenstrosse an geeigneten Stellen bereitzuhalten. Sie müssen
entsprechend dem Gefährdungsgrad ausreichend mit Schutzanzügen und Feuerlöschgeräten ausgerüstet
und leicht zugänglich sein. In den Feuerlöschgerätekästen auf den Abbau- und Kippenstrossen der
Tagebaue brauchen keine Schutzanzüge vorhanden zu sein.

6.4. Feuerlöschanlagen auf Großgeräten

(Bagger, Absetzer und Zusatzgeräte gemäß § 91 Abs. 1 BVOBr vom 20.2.1970).

6.4.1. Wasserbehälter

Großgeräte mit Ausnahme von Eimerkettenbaggern und Aufnahmegeräten an Grabenbunkern müssen
mit einem auf dem Gerät untergebrachten Wasserbehälter, einer Tragkraftspritze - mindestens TS 8/8
nach DIN 14410 - oder sonstigen Einrichtungen zur Druckerhöhung sowie mit am Gerät angebrachten
Löschwasserleitungen versehen sein.

6.4.2. Brandschalter

Auf Baggern muß außerhalb des Hauptführerstandes eine besondere Schalteinrichtung vorhanden sein,
mit der im Brandfalle, wenn erforderlich, die Bandförderer des Geräts angefahren werden können.

Absatz 1 gilt nur für Geräte, die nach dem 1. März 1972 neu in Dienst gestellt werden.

7. Fernmelde- und Beleuchtungsgeräte

Im Ernstfall muß die Nachrichtenübermittlung vom Einsatzort bis zur Fernsprechzentrale gewährleistet
sein. Geeignete Beleuchtungsgeräte sind in ausreichender Anzahl bereitzustellen.

8. Wasserversorgung

8.1. Löschwassermenge

Für alle Betriebe müssen jederzeit ausreichende Löschwassermengen zur Verfügung stehen. Das
Löschwasser kann aus Löschwasserteichen, aus Behältern oder aus Brunnen entnommen werden.

An den Übergabestellen der Bandförderer in Tagebauen ist ein Wasservorrat von mindestens 10 m3
einsatzbereit zu halten, sofern kein Anschluß an eine Löschwasserleitung besteht.

8.2. Löschwasserentnahmestellen

Sofern die Löschwasserversorgung überwiegend aus Löschwasserteichen erfolgt, sind zu diesen
befestigte, für einen Raddruck von mindestens 3 t bemessene Anfahrtwege anzulegen, die jederzeit
ohne Gefährdung durch Feuer befahrbar sind. Am Ufer der Wasserentnahmestellen müssen
Standplätze für den o.a. Raddruck angelegt sein, so daß eine einwandfreie Wasserentnahme
gewährleistet ist.

8.3. Löschwassernetz

Die Pumpen und das Löschwassernetz müssen so bemessen sein, daß auch noch an dem höchsten
und weitesten von der Pumpstation gelegenen Feuerlöschhahn für eine wirksame Brandbekämpfung
Wasser mit ausreichendem Druck und in ausreichender Menge vorhanden ist.

Die Nennweite der Löschwasserleitungen auf den Gewinnungsstrossen der Tagebaue soll mindestens
150 mm betragen.

Löschwasserleitungen in Tagebauen müssen in Abständen von 80 bis 150 m mit B-Feuerlöschhähnen
versehen sein.

In Wasserleitungen der Tagebaue, die ausschließlich dem Feuerschutz dienen, müssen in Abständen
von 500 m Absperrschieber eingebaut sein.

Die Leitungen einschließlich Zubehör sind gegen Frost zu schützen, soweit sie nicht vollständig entleert
werden.

9. Einrichtung zur Alarmierung der Feuerlöschkräfte

Im Betrieb müssen Einrichtungen vorhanden sein, um bei einem erforderlichen Einsatz die
Löschmannschaft sofort zusammenrufen zu können.

Beim Einsatz der Löschmannschaft muß vom Einsatzort eine Nachrichtenübermittlung gewährleistet
sein, damit erforderlichenfalls weitere Feuerlöschkräfte unverzüglich herangezogen werden können.

10. Feuerlöschriß

Auf jeder selbständigen Betriebsanlage ist der geltende Feuerlöschriß als Teil des Planes für den
Brandschutz an geeigneter Stelle auszuhängen und nachzutragen.

Er muß folgende Angaben enthalten:

  1. Lage der Feuerwache oder des Geräteraumes,
  2. Pumpenhäuser und Stromzuleitung, Pumpenleistung und manometrische Druckhöhe der Pumpen,
  3. Lage und Nennweite der Löschwasserleitungen, vorhandene Absperrventile und Anschlüsse an
    sonstige Leitungsnetze, z.B. zur Nachbargrube, zum Fabrikbetrieb usw.; Angaben der
    Leistungsfähigkeit der vorhandenen oder möglichen Verbindungen zu betriebsfremden
    Anschlüssen,
  4. Zufahrtswege zum und im Betrieb, Löschwasserteiche und Feuerlöschhähne mit der Nennweite
    der zugehörigen Löschwasserleitungen,
  5. Hydranten,
  6. Löschwasserbehälter,
  7. Feuerlöschgerätekästen,
  8. Wichtige Anrufstellen: z.B. Leiter der Löschmannschaft, Betriebsführer und sein Stellvertreter,
    Feuerwachen, Leiter der Hauptfeuerwache Grefrath des Rheinischen Braunkohlenreviers, Stellen
    für sonstige Hilfeleistung, Direktor und sein Stellvertreter, Bergamt Köln,
  9.  Lotsenstellen.

Dortmund, den 7.3.1972

Landesoberbergamt NW

C o e n d e r s

1) Zweckentsprechende bauliche Ausführung außerhalb feuergefährdeter Bereiche (§ 50 BVOBr)
   gewährleisten einen ausreichenden Schutz.

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