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03.12.2007

84.12.31.3-2005-1

Einsatz von Lasern unter Bergaufsicht in NRW

A 2.4

 

Merkblatt für die betriebsplanmäßige Zulassung von Laser-Einrichtungen

Neufassung vom  3 . Dezember 2007

Rundverfügung vom 17.03.1993 – Laser-Richtlinie

Seit Veröffentlichung der Richtlinie für Lasergeräte des ehemaligen Landesoberbergamts NRW
vom 17.03.1993 unter Az.: 12.31.3-1-6 – haben sich beim Einsatz von Lasern Änderungen ergeben.
U.a. wurden die in der o.g. Richtlinie genannten Sicherheitsvorschriften neu gefasst. Durch die
DIN EN 60825-1 (VDE 0837) von Oktober 2003 hat sich die Einteilung der Laser in neue
Laserklassen geändert.

Am 05.April 2006 hat das Europäischen Parlaments und der Europäische Rat die Richtlinie 2006/25/EG
über Mindestvorschriften zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit der Arbeitnehmer vor der
Gefährdung durch physikalische Einwirkungen (künstliche optische Strahlung) erlassen. Diese
Richtlinie ist die 19. Einzelrichtlinie im Sinne des Artikels 16 Absatz 1 der Richtlinie 89/391/EWG.

Die Rundverfügung vom 17.03.1993 – 12.31.3-1-6 – (veröffentlicht unter A 2.4) wird hiermit
aufgehoben.

In den der Bergaufsicht in NRW unterliegenden Betrieben dürfen künftig Laser - Einrichtungen
der Klassen 1, 1 M, 2, 2 M, 3 R,  3 B (siehe Merkblatt Anhang A und B) nach DIN EN 60825-1
(VDE 0837), „Sicherheit von Laser - Einrichtungen, Teil 1: Klassifizierung von Anlagen,
Anforderungen und Benutzer - Richtlinien“ in der jeweils gültigen Form sowie unter Beachtung
der einschlägigen Sicherheitsvorschriften der Berufsgenossenschaften in der jeweils gültigen Form
(siehe Merkblatt Anhang C) eingesetzt werden.

Dazu ist ein Betriebsplan einzureichen (siehe Formular Anhang E), der nach dem beigefügten
„Merkblatt für die betriebsplanmäßige Zulassung von Laser-Einrichtungen“ geprüft wird.
Wesentliche Abweichungen von dem Merkblatt sind dem zuständigen Dezernat der Bezirks-
regierung Arnsberg, Abteilung Bergbau und Energie in NRW vorzulegen.

Lasereinrichtungen die nach der alten Norm in der Klasse 3A klassifiziert sind und die zum
Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Richtlinie in Betrieben unter Bergaufsicht eingesetzt werden,
dürfen weiterhin betrieben werden.

Hinweis: Nach §§ 2 und 3 der Allgemeinen Bundesbergverordnung (ABBergV) hat der Unternehmer
die Pflicht, zur Gewährleistung der Sicherheit und zum Schutz der Gesundheit der Beschäftigten,
die Gefahren zu ermitteln und ein Sicherheits- und Gesundheitsschutzdokument (SGD) zu erstellen.
Dabei sind die möglichen Gefahren durch Laserstrahlung (siehe Anhang B) wie zum Beispiel:

  • primäre Gesundheitsgefahren für Augen und Haut durch Laserstrahlung

  • sekundäre Gesundheitsgefahren für Augen und Haut durch Streustrahlung oder Reflexion,

  • sonstige Sekundärgefahren durch Aufwärmung bei der Strahlungsabsorption (Entstehung
    von Feuer oder Zünden  von Explosionen, chemische oder toxische Gefährdung sowie
    elektrische Gefährdung).

zu berücksichtigen.

Die in den Abschnitten 3 bis 5 des beigefügten Merkblattes enthaltenen Schutzmaßnahmen sind
zu beachten. Im SGD sollten alle möglichen Gefahrensituationen, sowohl für den Normalbetrieb
(Anlage erfüllt ihren Zweck) als auch für den Sonderbetrieb (Installation, Reparatur, incl. Störfall)
betrachtet werden und auch auf das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung - PSA (Schutzbrillen,
Schutzkleidung) eingegangen werden.

Beim Einsatz von Lasern im Steinkohlenbergbau in NRW unter Tage, sind die bergbauspezifischen
Gegebenheiten zum Schutz der vor Ort tätigen Personen zu berücksichtigen. Dies sind zum Beispiel:

  • Explosions- und Brandgefahr (brennbarer oder explosibler Lagerstätteninhalt bzw. Inhalt
    des Nebengesteins, Grubengas (CH4) )

  • Zwangsbelüftung (Erfordernis einer durch wettertechnische Maßnahmen geregelten
    Luftbewegung (Wetterführung) )

  • Enge der Räume (Einschränkung der Bewegungsmöglichkeiten und Sichtverhältnisse durch
    geometrische Verhältnisse der Grubenräume unter Berücksichtigung der Betriebsmittel sowie
    lagerstättenbedingter Zwänge, die einer freizügigen Gestaltung der Grubenräume entgegen stehen)

  • miteinander verbundene ortsveränderliche Betriebspunkte (ständiger Wechsel der betrieblichen
    Verhältnisse, gegenseitige Beeinflussung)

  • lange Flucht- und Rettungswege (unmittelbares Verlassen eines Gefahrenbereiches ins Freie
    nicht möglich, unmittelbares Erreichen und Abtransport eines Verletzten durch übertägige
    Rettungskette nicht möglich)

  • klimatische Verhältnisse (Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit infolge Hitze,
    Kälte, Feuchte)

Diese Besonderheiten sind zusätzlich zu den beim Einsatz von Lasern üblicherweise auftretenden
Gefahren zu berücksichtigen.

Bezirksregierung Arnsberg
Im Auftrag:

K i r c h n e r