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Anlage 5

IV. Stäube *)

*) aufgestellt durch die Senatskommission zur Prüfung gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe,
    abgedruckt in der MAK-Liste

a) Allgemeine Definitionen

    Stäube sind disperse Verteilungen fester Stoffe in Gasen, entstanden durch mechanische
    Prozesse oder durch Aufwirbelung. Stäube gehören zusammen mit Rauchen und Nebeln
    zu den Aerosolen. Zur Beurteilung der Gesundheitsgefahren von Stäuben ist neben der
    speziellen Schadstoffwirkung, der Konzentration und der Expositionszeit die Partikelgröße
    zu berücksichtigen. Dies unterscheidet Stäube wesentlich von Gasen und Dämpfen. Die
    Aufnahme in den Körper erfolgt vorweigend über die Atmung. Transport und Abscheidung
    des Staubes in den Atemwegen werden weitgehend durch das Verhalten von Partikeln in
    strömenden Gasen bestimmt. Funktionsbestimmende Größe ist der ärodynamische
    Durchmesser eines Teilchens (a.D.). Als aerodynamischer Durchmesser eines Teilchens
    beliebiger Form und Dichte wird der Durchmesser einer Kugel mit der Dichte 1 (1,0 g/cm3 )
    bezeichnet, welche die gleiche Sinkgeschwindigkeit in ruhender oder laminar strömender Luft
    besitzt. Diese Definition gilt auch für faserförmige Teilchen. Der aerodynamische Durchmesser
    von Fasern wird wesentlich durch den geometrischen Faserdurchmesser, weniger stark durch
    die Faserlänge bestimmt. Die größten atembaren Teilchen werden im Nasen - Rachenraum
    abgeschieden; kleinere Teilchen (unterhalb 25 µm a.D.) gelangen in den Tracheo -
    Bronchialraum und werden dort abgeschieden.

    Die feinsten Teilchen (< 10 µm a.D.) können bis in den Alveolarbereich gelangen und dort
    abgeschieden werden. Bei mineralischen faserförmigen Teilchen ist dies möglich für
    geometrische Faserdurchmesser < 3 µm und Faserlängen bis etwa 100 µm.

    Damit bei der Messung und Beurteilung von Staubkonzentrationen von einheitlichen Maßstäben
    ausgegangen werden kann, wurden folgende Vereinbarungen getroffen:

    Gesamtstaub

    Unter Gesamtstaub wird hier der Anteil des Staubes verstanden, der eingeatmet werden kann.
    Er wird durch Probenahmegeräte bei einer Ansauggeschwindigkeit von 1,25 m / s +- 10 %
    erfaßt. Die in der Liste der gefährlichen Arbeitsstoffe (siehe Abschnitt II) bei Stäuben genannten
    MAK - Werte sind stets als Gesamtstaubkonzentration aufzufassen, wenn keine besonderen
    Amerkungen gemacht sind.

    Feinstaub

    Unter Feinstaub wird der alveolengängige Staub verstanden. Dieser umfaßt ein Staubkollektiv,
    das ein Abscheidesystem passiert, das in seiner Wirkung der theoretischen Trennfunktion eines
    Sedimentationsabscheiders entspricht, der Teilchen mit einem aerodynamischen Durchmesser
    von 5 µm zu 50 % abscheidet (Johannesburger Konvention 1959). Der Durchlaßgrad eines
    solchen Vorabscheiders beträgt für Staubteilchen der Dichte (1,0 g /cm3 ) mit einem
    aerodynamischen Durchmesser von
   
    1,5 µm 95 %
    3,5 µm 75 %
    5,0 µm 50 %
    7,1 µm 0 %

    Bei Benutzung eines Meßverfahrens mit einer anderen Trennlinie (Feinstaub) oder einer anderen
    Ansauggeschwindigkeit (Gesamtstaub) ist die gemessene Konzentration entsprechend umzu-
    rechnen.


b) Fibrogene Stäube

    Als fibrogene Stäube werden in dieser Liste Stäube bezeichnet, die mit Bindegewebsbildung
    einhergehende Staublungenerkrankungen (z.B. Silikose und Asbestose) verursachen können.
    Voraussetzung für die Entstehung dieser Erkrankungen ist die Deposition des Staubes im
    Alveolarbereich und seine spezifische Schädlichkeit. Zur Beurteilung fibrogener Stäube ist
    deshalb die Feinstaubkonzentration heranzuziehen.