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Hinweise
zur Aufstellung von Plänen
gemäß § 10 Abs. 4 Gesundheitsschutz-Bergverordnung
für Staubmessungen, Probenahmen und Auswertung der Ergebnisse
sowie für die theoretische und praktische Unterweisung
der mit diesen Aufgaben betrauten Personen

(Stand 8.9.1993)


1. Allgemeines

Die Bergverordnung zum gesundheitlichen Schutz der Beschäftigten (Gesundheitsschutz -
Bergverordnung - GesBergV -) vom 31. Juli 1991 regelt in § 10 die Maßnahmen zur
Begrenzung der Belastung der Beschäftigten durch fibrogene Grubenstäube im untertägigen
Nichtsteinkohlenbergbau. Zu den Maßnahmen gehört auch die Feststellung der Staubbelastung
in den Betriebspunkten durch Staubmessungen oder Probenahme. Die zulässigen Staubgrenzwerte
ergeben sich aus Anlage 10 zur Gesundheitsschutz - Bergverordnung, die erforderliche
Meßdichte aus § 10 Abs. 3 GesBergV. Weiterhin ist nach § 10 Abs. 4 GesBergV der Unternehmer
verpflichtet, einen Plan für die Durchführung der Staubmessungen und Probenahmen sowie
einen Plan für die praktische und theoretische Unterweisung der von ihm mit den
Staubmessungen und Probenahmen beauftragten Personen aufzustellen.

Der zur Anzeige der in § 10 Abs. 4 GesBergV geforderten Pläne verpflichtete Unternehmer
kann davon ausgehen, daß die angezeigten Pläne durch die zuständige Behörde nicht
beanstandet werden, wenn in den Plänen die nachfolgenden Hinweise berücksichtigt sind.

2. Überwachung der Maßnahmen zur Begrenzung der Belastung der Beschäftigten
durch fibrogene Stäube und Anforderungen an das Meß- und Labor-(auswerte-)personal

2.1. Staubbeauftragte

Der Unternehmer soll im Plan nach § 10 Abs. 4 GesBergV eine verantwortliche Person für
die Maßnahmen zum Schutz der Beschäftigten vor fibrogenen Stäuben benennen (Staub-
beauftragter). Voraussetzung für die Bestellung eines solchen Staubbeauftragten ist die
erforderliche Fachkunde. Die Fachkunde gilt als nachgewiesen, wenn der Staubbeauftragte
nach dem Plan in Anlage 2 beim Institut für Gefahrstoff - Forschung der Bergbau -Berufs-
genossenschaft ausgebildet wurde.

2.2 Meß- und Labor-(auswerte-)personal

2.2.1 Staubmesser

Der Unternehmer darf mit der Durchführung von Staubmessungen nur Personen beauftragen
(Staubmesser), die die erforderliche Fachkunde besitzen. Die Fachkunde gilt als nachgewiesen,
wenn der Staubmesser nach dem Plan in Anlage 3 beim Institut für Gefahrstoff - Forschung
der Bergbau - Berufsgenossenschaft ausgebildet wurde.

2.2.2 Labor-(auswerte-)personal

Der Unternehmer darf mit der Durchführung von Laborarbeiten zur Feststellung von
Staubgewichten (Staubmaße) nur Personen beauftragen, die die erforderliche Fachkunde
besitzen. Die Fachkunde gilt als nachgewiesen, wenn der zu Beauftragende nach Nr. 2 in
Anlage 3 und nach Anlage 4 beim Institut für Gefahrstoff -Forschung der Bergbau -
Berufsgenossenschaft ausgebildet wurde.

2.2.3 Meßgeräte

Zur Ermittlung der Feinstaubkonzentration an den Arbeitsplätzen dürfen nur Geräte
verwendet werden, deren Bauart im Sinne des § 8 Abs. 5 GesBergV allgemein zugelassen ist.

Ortsbezogene Gravimetrische Feinstaubsammelgeräte:
Geeignete, zugelassene Geräte sind:
- MPG II, Fa. Wazau, Berlin (Referenzgerät)
- TBF - 50, Mollidor und Müller, Rodenkirchen

Ortsbezogene Tyndallometrische Feinstaubmeßgeräte:
Geeignete, zugelassene Geräte sind:
- TM digital muP, Fa. Hund, Wetzlar
- TM data, Fa. Hund, Wetzlar

Personenbezogene Feinstaubmeßgeräte:
Geeignete, aber noch nicht generell zugelassene Geräte sind:
- Simpeds - Geräte
- CIP 10 - Geräte

Bei der Handhabung, Überwachung und Wartung der Meßgeräte sind sowohl die
entsprechenden Bedienungsanleitungen des Herstellers als auch diese Hinweise zu beachten.

3. Einstufung von Betriebspunkten

3.1. Betriebspunkte über Tage

Die GesBergV gilt hinsichtlich des 3. Unterabschnittes, in dem die Vorschriften des § 10
zur Begrenzung der Belastung durch fibrogene Grubenstäube enthalten sind, nur für den
untertägigen Nichtsteinkohlenbergbau. Jedoch dürfen nach § 10 Abs. 2 in Verbindung
mit § 6 Abs. 2 GesBergV Personen der Eignungsgruppen 2.21 bis 2.25 und 4 nach
Anlage 1 zur GesBergV unter Tage überhaupt nicht und über Tage nur mit Arbeiten
beschäftigt werden, bei denen sie keinen fibrogenen Stäuben ausgesetzt werden.
Personen der Eignungsgruppen 2.11 und 2.12 nach Anlage 1 zur GesBergV sowie
Personen unter 21 Jahre, die nach Übertage verlegt werden, dürfen dort nur mit
Arbeiten beschäftigt werden, bei denen die Feinstaubkonzentration nicht größer als
2 mg / m3 ist. Hieraus folgt, daß unabhängig von den Vorschriften der Gefahrstoff-
verordnung auch im übertägigen Betrieb Ermittlungen der Staubkonzentration an
solchen Betriebspunkten erforderlich sind, an denen nach über Tage verlegte Personen
der genannten Eignungsgruppen eingesetzt werden sollen. Die nachfolgenden Hinweise
sind insofern sinngemäß anzuwenden.

3.2 Untertage

Untertage sind die Staubkonzentrationen meßtechnisch zu ermitteln und die Einhaltung
der Staubgrenzwerte, bezogen auf eine Arbeitsschicht von 8 Stunden, zu berechnen.
Mit der Ermittlung der Staubkonzentrationen soll sichergestellt werden, daß keine Person
in unzulässiger Weise fibrogenen Stäuben ausgesetzt wird. Anhydrit- oder zementhaltige
Stäube aus Baustoffen sind wie fibrogene Grubenstäube zu bewerten, sofern nicht die
MAK - Werte einzelner Bestandteile kleiner als 4 mg / m3 sind (vgl. § 5 Abs. 2 GesBergV).
Die Staubgrenzwerte nach Anlage 10 GesBergV gelten für Personen der Eignungsgruppen
1.1 bis 1.3 und 2.11 bis 2.12 nach Anlage 1 zur GesBergV. In Einzelfällen kann der Arzt
aufgrund des Ergebnisses einer arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchung den Einsatz
in Betriebspunkten empfehlen, an denen die Staubbelastung unterhalb des Staubgrenzwertes
liegt.

4.1. Bestimmungen der Feinstaubkonzentration und des Quarzanteils nach der
      gravimetrischen Methode

Die Definition für Stäube ist aus Anhang 5 ersichtlich. Die Staubgrenzwerte ergeben sich
aus Anlage 10 zur GesBergV. Für Stäube mit einem Massengehalt an Quarz in dem jeweiligen
Feinstaubgemisch von bis zu 4 Massen - % ist der Staubgrenzwert generell auf 4 mg / m3
festgelegt worden. Bei einem höheren Quarzanteil im Feinstaubgemisch als 4 Massen - %
ist die zulässige Staubkonzentration nach der Formel in der Anlage 10 zur GesBergV

·  (16/Q) [mg/m

zu berechnen.

In der Formel bedeuten:

k = 1 Massen - % Tätigkeit im Bereich von Gewinnung und Abraum sowie
Q = Quarzanteil in Massen - %

Voraussetzung für die Rechnung ist die Kenntnis des Quarzanteils in Massen - %.
Nach bisherigen Erkenntnissen ist in den Lagerstätten des Nichtsteinkohlenbergbaus
der Quarzgehalt in den einzelnen Lagerstättenteilen und damit über eine längere Betriebszeit
konstant. Bei den betrieblichen Messungen kann deshalb von den Quarzanteilen ausgegangen
werden, die eine gemäß § 10 Abs. 4 Satz 5 GesBergV anerkannte sachverständige Stelle
im Rahmen der Sondermessungen (Nr. 5.1.3) ermittelt hat.

Das Ziel der betrieblichen Überwachung der Staubkonzentration ist es, einerseits die
Einhaltung der Staubgrenzwerte zu gewährleisten und andererseits einen Überblick über
die tatsächlichen Staubbelastungen in den einzelnen Betriebspunkten zu ermöglichen.

Die Ermittlung der Feinstaubkonzentration c (mg / m3 ) ist mit einem zugelassenen Meßgerät
durchzuführen. Bei der Verwendung gravimetrischer Meß- und Probenahmegeräte sind für
die Wägung zur Bestimmung der Feinstaubmasse Waagen mit einer Genauigkeit von
mindestens 0,1 mg bzw. 0,01 mg zu verwenden (s. Arbeitsanweisung für das Auswertepersonal,
Anlage 4).

Folgende Werte sind zu bestimmen:

t = Dauer der Probenahme (Einheit Minuten)
Volumenstrom = Volumenstrom des Staubmeßgerätes (Einheit m/ min)
m = Masse des Feinstaubes (Einheit mg)

Aus den ermittelten Werten ist die Feinstaubkonzentration c nach folgender Gleichung
zu ermitteln:

c = m / (Volumenstrom ·  t) [mg/m3]

Die so ermittelte Feinstaubkonzentration ist mit der nach Anlage 10 zur GesBergV
errechneten zulässigen Staubkonzentration zu vergleichen. Der Vergleich zeigt die Einhaltung
oder das Maß der Unter- bzw. Überschreitung der zulässigen Staubkonzentration.

Beispiel:
Der Feinstaub weist nach dem Ergebnis der Sondermessungen nach Nr. 5.1.3 einen
Quarzgehalt Q von 10 Massen - % auf. Dann beträgt die zulässige Staubkonzentration nach
Anlage 10 GesBergV

1 · (16/10) = 1,6 [mg/m3]

Ergebnis der Staubmessung mit einem MPG II
Meßdauer t = 3 Stunden
Volumenstrom des MPG II Volumenstrom = 0,0465 m3 / min
Masse des Feinstaubes m = 1,1 mg

Feinstaubkonzentration:

c = m / (Volumenstrom· t) [mg/m3 ]

c = 1,1 / (0,0465 · 180) = 0,13 [mg/m3  ]

Der Vergleich der Feinstaubkonzentration c mit der berechneten zulässigen
Staubkonzentration nach Anlage 10 zur GesBergV zeigt, daß bei den angenommenen
Verhältnissen die Feinstaubkonzentration mit 0,13 mg / m3 unter dem oben ermittelten
Wert von 1,6 mg / m3 liegt; die Staubbelastung liegt in diesem Fall bei 8,12 % der
zulässigen Staubkonzentration. Diese ist damit eingehalten.

4.2. Tyndallometrische Messungen

4.2.1. Meßprinzip

Tyndallometrische Meßgeräte arbeiten nach dem Prinzip der Streulichtmessung. Bei den
modernen Bauarten wird ein unsichtbarer Lichtstrahl (Infrarotlicht) durch eine offene
Meßkammer gelenkt. Ein seitlich des Strahlengangs angeordneter Detektor mißt die
Intensität des Streulichts, welches durch Staubpartikel in der Meßkammer erzeugt wird.
Lichtfallen im Strahlengang verhindern, daß an der Oberfläche der Meßkammer reflektiertes
Licht in die Optik des Detektors gelangt, was zu einer unerwünschten Verfälschung des
Meßergebnisses führen würde. Die Größe der Lichtintensität ist das Maß für Konzentration
des Staubes in der Meßkammer. Beim Meßgerätetyp TM digital µP können die im Laufe
der Meßdauer ermittelten (Augenblicks-)Intensitätswerte zu einem Mittelwert zusammengefaßt
werden. Das baugleiche Meßgerät TM data bietet darüber hinaus die Möglichkeit, die
Einzelmeßwerte in einem in das Gerät integrierten elektronischen Speicher abzulegen
und später nach Abschluß der Messung in einen Computer einzuspeichern. Für die weitere
Auswertung am Computer stehen geeignete Programme (z.B. zur graphischen Darstellung des
Konzentrationsverlaufs, Mittelwertbildung, auch von Teilmeßzeiten) zur Verfügung.
Die Haltezeiten der Meßgerätebatterien reicht für eine Meßdauer von mindestens 8 Stunden.

4.2.2 Grundsätze für tyndallometrische Messungen

Aufgrund des Meßprinzips ist ein tyndallometrisches Meßgerät nicht dazu geeignet, den
Quarzanteil im Feinstaub zu bestimmen. Das durch das Meßgerät angezeigte Meßsignal ist
lediglich ein Maß für die Höhe der Feinstaubkonzentration. Darüber hinaus entspricht die
Meßcharakteristik nicht in vollem Umfang der Abscheidecharkteristik des gravimetrischen
Staubprobenahmegeräts MPG II, welche der Johannesburger Konvention von 1959 am
nächsten kommt. Es ist deshalb unbedingt erforderlich, daß für jeden Betrieb eine ausreichende
Anzahl (5-10) von Vergleichsmessungen durchgeführt wird, um einen hinreichend genauen Faktor
für die Umrechnung des angezeigten Intensitätswertes in die zugehörigen Feinstaubkonzentrationen
bestimmen zu können.

Tyndallometrische Messungen können nur dann zur Einstufung herangezogen werden, wenn
im Rahmen der gravimetrischen Sondermessungen (Nr. 5.1.3) gleichzeitig tyndallometrische
Vergleichsmessungen zur Bestimmung oder Bestätigung des Umrechnungsfaktors durchgeführt
worden sind und zwischenzeitlich keine betrieblichen oder geologischen Änderungen eingetreten
sind, die zu einer wesentlichen Veränderung der Staubzusammensetzung geführt haben können.

Während der Messung sind alle Betriebsabläufe zu erfassen. Die Meßdauer entspricht in der
Regel der Schichtzeit bzw. der Arbeitszeit vor Ort. Die Meßdauer kann dann kürzer als die
Schichtzeit oder die Arbeitszeit vor Ort sein, wenn auch durch die verkürzte Meßdauer alle
für die Staubentwicklung maßgeblichen Betriebsabläufe entsprechend ihrem zeitlichen Anteil an
der gesamten Schichtzeit erfaßt werden. Die Dauer einer einzelnen Messung muß mindestens
2 Stunden betragen.

Betriebe können durch tyndallometrische Messungen in mehrere Einstufungsbereiche unterteilt
werden, wenn:

a) gleichzeitig an dem Meßpunkt des Betriebes mit der höchsten Feinstaubkonzentration
    (Hauptmeßstelle) gravimetrisch und tyndallometrisch gemessen wird,

b) an der Unterteilungsmeßstelle tyndallometrisch so lange gemessen wird, bis jeder Arbeitsvorgang,
    der die Staubentwicklung beeinflußt, erfaßt worden ist und, sofern nicht über die gesamte
    Aufenthaltszeit vor Ort gemessen wird, die Meßdauer mindestens 2 Stunden beträgt.

Aus den gravimetrischen und tyndallometrischen Meßwerten der Hauptmeßstelle wird ein
Verhältniswert cm / ITM gebildet. Mit diesem Verhältniswert wird der tyndallometrische Meßwert
der jeweiligen Unterteilungsmeßstelle in eine gravimetrische Feinstaubkonzentration umgerechnet.

Der Rechenvorgang zur Bestimmung der mittleren über die Zeitanteile gewichteten Intensitätswerte
ITM eines Einstufungsbereiches und der gravimetrischen Konzentration an der Unterteilungsmaßstelle
ist im Abschnitt 4.3 a) und b) beschrieben.

4.3. Auswertung von tyndallometrischen Messungen

Bei tyndallometrischen Messungen wird der mittlere Intensitätswert (Staubbelastung) eines
Einstufungsbereiches nach folgender Gleichung errechnet:

ITMm = (ITM1 ·  t1 + ITM2 · t2 + ITMn  · tn ) / T

Darin bedeuten:

ITMm = Mittlerer über die Zeitanteile gewichteter Intensitätswert eines Einstufungsbereiches

ITM1 « ITMn = mittlerer Intensitätswert eines Arbeitsvorganges

t1 « tn [min] = Zeitdauer eines Arbeitsvorganges

T (min) = Summe aller T1 « tn  = Arbeitszeit vor Ort

Wird durch tyndallometrische Messungen eine Unterteilung in mehrere Einstufungsbereiche
vorgenommen, wird die Feinstaubkonzentration nach der Formel errechnet:

cmn =  ITMn ·  (cm0 ) / (cTM0 ) [mg/m3 ]

Darin bedeuten:

cmn [mg/m3 ] = Feinstaubkonzentration an der Unterteilungsmeßstelle

ITMn = an der Unterteilungsmeßstelle 'n' gemessener Intensitätswert

cm0 [mg/m3 ] = Feinstaubkonzentration an der Hauptmeßstelle '0'

ITM0 = an der Hauptmeßstelle '0' gemessener Intensitätswert.


5. Durchführung der Staubmessungen

5.1. Arten der Messung

5.1.1. Einstufungsmessungen 

Die Einstufungsmessung ist die erstmalige betriebliche Messung an einem Arbeitsplatz oder
in einem Einstufungsbereich. Sie ist möglichst bald nach Einrichtung eines Betriebspunktes
vorzunehmen.

5.1.2 Überwachungsmessungen

Die Überwachungsmessungen dienen der laufenden Kontrolle der Staubbelastung an den
Betriebspunkten. Die Meßfristen ergeben sich aus § 10 Abs. 3 GesBergV.

5.1.3 Sondermessungen

Unter Sondermessungen sind Messungen einer vom Oberbergamt nach § 10 Abs. 4 Satz 5
GesBergV anerkannten sachverständigen Stelle zur Ermittlung der Normalanalysen zu verstehen,
die Grundlage für die Bestimmung des Quarzanteils in Massen - % in den Feinstaubgemischen ist.
Diese Sondermessungen werden, sofern die anerkannte sachverständige Stelle nicht kürzere oder
längere Zeitabstände vorschlägt, in zweijährigen Abständen wiederholt.

5.2 Dauer der Messungen

Die Meßdauer soll untertage in der Regel mit der Gesamtdauer der Arbeitszeit vor Ort identisch
sein. Sie kann aber auch verkürzt werden, wenn durch die verkürzte Meßdauer die Staubbelastung
am Arbeitsplatz oder im Einstufungsbereich aller Arbeitsvorgänge entsprechend ihrem normalen
Zeitanteil an der Gesamtdauer der Arbeitszeit einschließt oder auf die Erfassung der Arbeitsvorgänge
mit den geringsten Staubkonzentrationen verzichtet wird. Eine Verkürzung der Meßdauer auf unter
2 Stunden ist nicht gestattet. Wird auf die Erfassung der Arbeitsvorgänge mit den geringsten
Staubkonzentrationen verzichtet, wobei eine wesentliche Beeinflussung durch Arbeitsvorgänge
außerhalb des Einstufungsbereiches nicht gegeben sein darf, so ist die gemessene Staubkonzentration
als Schichtmittelwert anzusetzen.

5.3 Staubmeßstelle

Bei den Messungen ist die Staubmeßstelle möglichst dicht vor Ort im Abwetterstrom anzuordnen.
Sollen für die Überwachung der Staubbelastung (aufgrund des häufigen Betriebspunktwechsels
der Beschäftigten innerhalb einer Schicht oder innerhalb eines Monats) mehrere Betriebspunkt-
gruppen zu Betriebspunkten zusammengefaßt werden, so ist die Meßstelle für eine Betriebs-
punktgruppe an die Stelle zu legen, an der die höchste Staubkonzentration für die Betriebs-
punktgruppe zu erwarten ist.

6. Staubmeßprotokoll und Staubmeßbericht

Während der Messung ist ein formloses Staubmeßprotokoll zu erstellen. Es muß Angaben
zur Durchführung der Messung, zur Lage und Bezeichnung der Meßstelle, zur Meßzeit,
zur Meßdauer und über die meßtechnischen Daten der eingesetzten Geräte enthalten.
Ferner sind die betrieblichen Angaben, die für die Beurteilung der Messungen von Bedeutung
sein können, wie Art und Ablauf der Arbeitsvorgänge während der Meßzeit, Art und Zustand
der Staubbekämpfungseinrichtungen sowie Angaben bezüglich der Bewetterung (insbesondere
Wettermenge, Wettergeschwindigkeit am Betriebspunkt und Abstand der Luttenleitung vom
Arbeitsplatz bei Sonderbewetterung) aufzunehmen.

Die Ergebnisse der Staubmessungen sind zusammen mit wichtigen Angaben aus dem
Staubmeßprotokoll in einem Staubmeßbericht festzuhalten. Für den Staubmeßbericht ist
ein Formblatt entsprechend Anlage 1 zu benutzen. Staubmeßbericht und Staubmeßprotokoll
sind mindestens 1 Jahr lang aufzubewahren. Auf die personenbezogenen Aufzeichnungs-
pflichten nach § 10 Abs. 5 Ziff. 1 und 2 GesBergV sowie die Aufbewahrungspflichten nach
§ 9 Abs. 1, Satz 3 und 4 GesBergV, wird hingewiesen.