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16.3.1988

12.31.1-3-14

Sicherheitsmaßnahmen bei Arbeiten
im Strahlengang radioaktiver Meßgeräte

A 2.4


An die Bergämter des Landes NW

Betr.: Sicherheitsmaßnahmen bei Arbeiten im Strahlengang radioaktiver Meßgeräte

Bezug: Rundverfügung vom 25.11.1981 - 12.32-4-12 (SBl. A 2.4)

In einem der Bergaufsicht unterstehenden Betrieb wurde ein Arbeiter beim Reinigen eines
Staubbehälters einer Ganzkörperdosis von rechnerisch bis zu 420 µSv ausgesetzt.
Nach ärztlicher Beurteilung ist mit einer Strahlenschädigung nicht zu rechnen.

Am Tage des Ereignisses sollte der Betroffene in einem Staubsammelbehälter
Staubanbackungen an der Innenseite der Behälterwand beseitigen. Der Behälter war aus
Stahl gebaut, etwa 7 m hoch und hatte einen größten Durchmesser von 3 m.
Auf dem Behälter befand sich ein Mannloch. Zur Überwachung des Füllstandes war ein
aus 6 Segmenten bestehender Co-60-Linienstrahler mit einer Aktivität von 183 MBq (4,9 mCi)
außen an der Wandung des Behälters angebracht.

Der betroffene Arbeiter stieg auftragsgemäß in den Behälter ein und führte die
Reinigungsarbeiten 40 bis 45 Minuten lang bei unverschlossenen Strahlenaustrittsöffnungen
durch. Die für diese Arbeiten verantwortliche Aufsichtsperson hatte bei der Auftragserteilung
nicht an das Vorhandensein der Strahlenmeßeinrichtung gedacht und nicht für das Verschließen
der Strahlenaustrittsöffnung an den Strahlenschutzgehäusen gesorgt. In den Genehmigungen
des Landesoberbergamts zum Umgang mit einem radioaktiven Stoff nach den Bestimmungen
der Strahlenschutzverordnung wird gefordert, daß bei Befahrungen oder bei Arbeiten im
Nutzstrahlbereich der Strahler oder bei der Gefahr, daß Personen unbeabsichtigt in den
Nutzstrahlbereich gelangen können, der freie Austritt der Strahlung vorher durch Verriegelung
der Abschirmbehälter zu verhindern ist.

Um diese Bestimmung mit Sicherheit einhalten zu können, hält es das Landesoberbergamt für
notwendig, daß bei der Vorbereitung derartiger Arbeiten der zuständige Strahlenschutzbeauftragte
beteiligt wird.

Der Strahlenschutzbeauftragte hat sich vor Aufnahme der Arbeit durch Messungen davon zu
überzeugen, daß die Ausschaltung erfolgt und wirksam ist. Der Verschluß der Abschirmbehälter
ist gegen Wiedereinschalten zu sichern.

Dortmund, den 16.03.1988

Landesoberbergamt NRW

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