NRW Logo Sammelblatt der
Bezirksregierung Arnsberg
- Abteilung 6 -
 Vorherige Seite: Anlage 2 (zu § 2) Fristen für Nachuntersuchungen
 Nächste Seite: Anlage 4 (zu § 3) Ärztliche Bescheinigung über Erst- und Nachuntersuchungen
 Ebene rauf: Gesundheitsschutz- Bergverordnung (GesBergV)
Suche:
   Navigation:  ESB-Online / A 1 Bergverordnungen, Gesetze / Gesundheitsschutz- Bergverordnung (GesBergV) / Anlage 3 (zu § 3) Untersuchungsrahmen für Eignungsuntersuchungen /   Druckersymbol - Hier klicken für Druckversion
 


Anlage 3 (zu § 5 Absatz 3)

Untersuchungsrahmen für Eignungsuntersuchungen

 

1 Für Erstuntersuchungen ist folgender Untersuchungsrahmen einzuhalten:
1.1 Anamnese als Grundlage für Untersuchungen nach Maßgabe der Nummern 1.2 bis 1.5.
1.2 Allgemeine ärztliche Untersuchung sowie, soweit unter Berücksichtigung der Anamnese und der
allgemeinen ärztlichen Untersuchung sowie der konkreten Tätigkeit erforderlich, eine Blutund
Urinanalyse, insbesondere im Hinblick auf die Feststellung von Zuckerkrankheit, und eine
elektrokardiographische Untersuchung, gegebenenfalls in Form einer Ergometrie, um insbesondere
Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems, des Stoffwechselsystems, des Nervensystems oder des
Muskel- und Skelettsystems festzustellen, die folgendes auslösen oder auslösen können:
     
  a) plötzliche Bewusstlosigkeit oder plötzliche Handlungsunfähigkeit,
  b) für die Tätigkeit relevante Einschränkung der Mobilität oder motorischen Fähigkeiten,
  c) bei Tätigkeiten nach § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 bis 5 für die Tätigkeit relevante
Einschränkung der Konzentration, Aufmerksamkeit oder Reaktionsfähigkeit, bei § 2
Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 insbesondere im Hinblick auf Monotoniefestigkeit,
  d) bei Tätigkeiten nach § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 und 4 eine für die Tätigkeit
relevante Einschränkung des Urteilsvermögens,
  e) bei Tätigkeiten nach § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 6 und 7 eine Störung des
Gleichgewichtssinns,
  f) bei Tätigkeiten nach § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 und 2 und § 16 der
Offshore-Bergverordnung, soweit sie eine manuelle Lastenhandhabung, erzwungene
Körperhaltungen (zum Beispiel Knien) oder besondere Kraftanstrengungen erfordern
oder eine Exposition gegenüber Vibration bedingen, diesbezügliche Einschränkung der
Belastbarkeit des Muskel- und Skelettsystems,
  g) bei Tätigkeiten nach § 2 Absatz 3 eine fehlende Belastbarkeit unter den besonderen
klimatischen Bedingungen des Betriebs.
  Eine Blut- und Urinanalyse im Hinblick auf die Einnahme von Arzneimitteln oder Stoffen ist
nur anlassbezogen durchzuführen, wenn auf Grund der Anamnese oder allgemeinen ärztlichen
Untersuchung Tatsachen die Annahme rechtfertigen, dass diese in einem Umfang eingenommen
werden, die zu Folgen nach Satz 1 führen. Bei Tätigkeiten nach § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3 und 4 ist
zudem in der Regel ein psychometrischer Leistungstest im Hinblick auf Konzentration, Aufmerksamkeit,
Reaktionsfähigkeit und Urteilsvermögen erforderlich.
1.3 Untersuchung des Sehvermögens
  a) für Nähe und Ferne (mit oder ohne Sehhilfe) und für die Farbwahrnehmung,
  b) bei Tätigkeiten nach § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1, 3, 4 und 5 zudem
Untersuchung des Dämmerungs- und Kontrast-Sehvermögens und bezüglich
Überempfindlichkeit gegen Blendung,
  c) bei Tätigkeiten nach § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 3, 4 und 5 zudem Untersuchung
des räumlichen Sehens,
  d) bei Tätigkeiten nach § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 4 und 5 zudem Untersuchung
des Sehvermögens im Gesichtsfeld.
1.4 Untersuchung des Hörvermögens.
1.5 bei Tätigkeiten nach § 2 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1, 2 und 7 Untersuchung der Thoraxorgane und der
Lungenfunktionsfähigkeit.

Der Untersuchungsrahmen nach den Nummern 1.1 bis 1.5 ist auch anzuwenden, soweit die Personen in Betrieben im
Offshore-Bereich nach § 16 Absatz 1 Satz 1 oder § 23 Absatz 3 und 4 der Offshore-Bergverordnung tätig sind.

2. Für Nachuntersuchungen gilt der Untersuchungsrahmen wie für Erstuntersuchungen, wobei in
Abhängigkeit von der Tätigkeit, dem Ergebnis der Erstuntersuchung sowie der Anamnese im Rahmen
der Nachuntersuchung nach ärztlichem Urteil von einzelnen Untersuchungsinhalten abgewichen werden
kann und insbesondere Blut- und Urinanalysen nur dann erneut durchzuführen sind, wenn sich hierfür
aus der Erstuntersuchung oder der Anamnese im Rahmen der Nachuntersuchung nach ärztlichem
Urteil ein Bedarf ergibt.