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Bezirksregierung Arnsberg
- Abteilung 6 -
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Teil 2

Inhalt und Form des Rißwerks (zu den § 9 und 12)

0.    Titel

       Der Titel jedes Bestandteils des Rißwerks muß enthalten:

0.1  den Namen des Betriebes,

0.2  die Bezeichnung des aufzusuchenden oder zu gewinnenden Bodenschatzes oder die
      Angabe einer anderen Tätigkeit als Aufsuchen oder Gewinnen,

0.3  die Bezeichnung des Risses oder der sonstigen Unterlage,

0.4  bei rißlichen Darstellungen zusätzlich den Maßstab und die Blattbezeichnung entsprechend
      der Blatteinteilung des Rißwerks.


1.  Titelblatt

     Das Titelblatt muß enthalten:

1.1 den Ort des Betriebes,

1.2 die Bezeichnung der Bergbauberechtigung,

1.3 eine amtliche Karte der Landesvermessung, des Liegenschaftskatasters oder des Bundesamt für
      Seeschiffahrt und Hydrographie , jeweils in der neuesten Ausgabe, mit folgenden Eintragungen:

1.3.1 die Grenzen der Länder, Regierungsbezirke, Landkreise, Gemeinden, der Küstengewässer,
        des Festlandsockels und der Bergamtsbezirke,

1.3.2 die Grenzen, Art und Namen der Bergbauberechtigung, erforderlichenfalls in einer 
         gesonderten Darstellung,

1.3.3 andere für den Betrieb festgesetzte Grenzen einschließlich Sicherheitslinien,

1.3.4 die Koordinaten der Eckpunkte der Grenzlinien nach den Nummern 1.3.2 und 1.3.3, soweit
        festgelegt,

1.3.5 Art und Namen angrenzender oder überdeckender Bergbauberechtigungen oder -betriebe,
         bei letzteren auch deren Grenzen,

1.3.6 Quellenschutzgebiete, Wasserschutzgebiete, Einflugschneisen,


1.4 einen Schnitt der normalen Schichtenfolge (Hauptschichtenschnitt), wenn er zur Übersicht über
      die Lagerstätte und die sie umgebenden Gebirgsschichten erforderlich ist,

1.5 ein Verzeichnis der Bestandteile des Rißwerks und eine Blatteinteilung mit den Haupt-
      schnittlinien, wenn das Rißwerk aus mehreren Teilen besteht.


2. Tageriß

2.1 Der Tageriß muß enthalten:

2.1.1 die Eintragungen nach den Nummern 1.3.2 und 1.3.3,

2.1.2 die Tagessituation entsprechend der jeweils neusten Ausgabe der Grundlagen nach § 8 Abs. 2,

2.1.3 die Gegensätze, auf die der Betrieb Rücksicht nehmen muß,

2.1.4 die übertägigen Betriebsanlagen und Betriebseinrichtungen einschließlich Halden,
        Schlamm- und Klärteiche,

2.1.5 die Tagesöffnungen des Grubengebäudes,

2.1.6 die Ansatzpunkte der Bohrungen mit ihren Bezeichnungen, soweit sie nicht zu engräumigen
        Untersuchungen einer oberflächennahen Lagerstätte dienen,

2.1.7 Tagesbrücken, Pingen, Erdspalten und Geländeabrisse,

2.1.8 den Verlauf von Schnittlinien und die Spuren von Seigerrissebenen,

2.1.9 das Ausgehende der Lagerstätte, der Leitschichten und der Gebirgsstörungen, wenn diese
        Eintragungen für die Sicherheit des Betriebes und der Tagesoberfläche von Bedeutung sind.

2.2 Bei untertägigen Gewinnungs- und Aufsuchungsbetrieben sowie bei Speicherbergwerken ist
     der Tageriß nur im Bereich von übertägigen Betriebsanlagen und Betriebseinrichtungen
     sowie im Bereich von untertägigen Grubenbauen anzufertigen.

2.3 Der Tageriß für übertägige Gewinnungsbetriebe muß die Tagessituation nur zum Zeitpunkt
     des Betriebsbeginns enthalten; er ist nicht nachzutragen.


3.  Sohlenriß/Zwischensohlenriß

3.1 Der Sohlenriß/Zwischensohlenriß muß enthalten:

3.1.1 die Eintragungen nach Nummer 1.3.2, bei mehreren Berechtigungen auf dieselben
        Bodenschätze nur deren äußere Grenzen, sowie die Eintragungen nach Nummer 1.3.3,

3.1.2 die Bezeichnung der Sohle,

3.1.3 den Stand der Grubenbaue in Sohlenhöhe und der sonstigen zur Erschliessung der Lagerstätte
        aufgefahrenen Grubenbaue mit Zeitangabe entsprechend den Nachtragungsfristen für das 
        Rißwerk,

3.1.4 die Absätze der Grubenbaue, die von den nach Nummer 3.1.3 darzustellenden Grubenbaue
         ausgehen,

3.1.5 die Lagerstättenaufschlüsse, sonstigen Gebirgsschichten, Gebirgsstörungen, Mulden- und
         Sattellinien,

3.1.6 die Grubenbaue für die Wasserhaltung,

3.1.7 die Nachbarbaue und andere Gegenstände nach § 9 Abs. 5,

3.1.8 die Standwasserbereiche, Brandherde, Brandfelder, Dämme zum Abschluß von Grubenbauen,
         Austritt- oder Ausbruchstellen von Gasen, Laugen oder Schlämmen, Gebirgsschlagstellen,

3.1.9 betriebliche Sicherheitspfeiler und Schutzbezirke,

3.1.10 die Bohrungen mit ihrer Bezeichnung,

3.1.10.1 die von über Tage aus niedergebracht sind,

3.1.10.2 mit denen Standwasser, wasser- oder laugenführende Schichten erbohrt worden sind,

3.1.10.3 die der Bewetterung, Fahrung, Förderung oder Energieversorgung dienen,

3.1.10.4 die der untertägigen Untersuchung der Gebirgsschichten, auch außerhalb des Sohlen-
              niveaus, dienen, soweit sie nicht unmittelbar zur Vorbereitung und Durchführung der
             Gewinnung hergestellt werden,

3.1.11 den Verlauf von Schnittlinien und die Spuren von Seigerrissebenen,

3.1.12 die Vermerke über Genehmigungen zum Herstellen von Grubenbauen in betrieblichen
          Sicherheitspfeilern und Schutzbezirken.

3.2 Falls geneigte Grubenbaue außerhalb der Lagerstätte nicht in einem Zwischensohlenriß
      dargestellt werden, sind sie in voller Länge in den Sohlenrissen der angeschnittenen Sohlen
      einzutragen, wenn sie mehrere Sohlen miteinander verbinden.


4. Gewinnungsriß unter Tage

4.1 Der Gewinnungsriß unter Tage muß enthalten:

4.1.1 die Eintragungen nach Nummer 1.3.2, bei mehreren Berechtigungen auf dieselben
        Bodenschätze nur deren äußere Grenzen, sowie die Eintragungen nach Nummer 1.3.3,

4.1.2 den Stand folgender Grubenbaue mit Zeitangabe entsprechend den Nachtragungsfristen
        für das Rißwerk: Grubenbaue, die

4.1.2.1 innerhalb der Lagerstätte aufgefahren worden sind mit den Ansätzen der
           zugehörenden Ausrichtungsbaue,

4.1.2.2 die Lagerstätte durchörtern,

4.1.2.3 weniger als 20 m von der Lagerstätte entfernt sind, mit Ausnahme abgebauter Flächen,

4.1.3 den Stand der Gewinnung und des Versatzes, unter Kennzeichnung der Versatzart,
        mit Zeitangabe entsprechend den Nachtragungsfristen für das Rißwerk,

4.1.4 die Ausbildung und den Verlauf der Lagerstätte unter Angabe der anstehenden und
        der gebauten Mächtigkeit,

4.1.5 die Eintragungen nach den Nummern 3.1.7 bis 3.1.11 und die Vermerke nach
        Nummer 3.1.12.

4.2 Auf die Darstellung nach Nummer 4.1.2.2 kann verzichtet werden, wenn das betreffende
      Blatt des Gewinnungsrisses außer den Eintragungen nach Nummer 4.1.1 sonst keine
      weiteren Eintragungen oder Vermerke enthalten würde, Grubenbaue auf einem benachbarten
      Blatt mehr als 100 m von der Durchörterungsstelle entfernt sind und die Lage der
      Durchörterungsstelle in dem Verzeichnis nach Nummer 16.4 erfaßt wird.

4.3 Der Gewinnungsriß ist als Grundriß zu führen und bei stark geneigter oder steiler
      Lagerung durch Seigerrisse zu ergänzen.

4.4 Bei stark geneigter oder steiler Lagerung dürfen im Grundriß bis zu drei Gewinnungssohlen
     dargestellt werden, wenn die Übersichtlichkeit dadurch nicht beeinträchtigt wird. Bei
     Mehrfachlagerung stark geneigter oder steiler Lagerstättenteile können anstelle eines
     Seigerrisses Gewinnungssohlenrisse geführt werden.

5. Schnittriß

5.1 Der Schnittriß muß enthalten:

5.1.1 die Eintragungen nach Nummer 1.3.2, bei mehreren Berechtigungen auf dieselben
        Bodenschätze nur deren äußere Grenzen, sowie die Eintragungen nach den
        Nummern 1.3.3 und 3.1.9,

5.1.2 die in der Schnittebene befindlichen Grubenbaue, Bohrungen nach Nummer 3.1.10
        und geologischen Aufschlüsse,

5.1.3 die Tagesoberfläche,

5.1.4 die Spuren kreuzender Schnitte oder Seigerrissebenen.

5.2 Schnittrisse sind in dem Umfang, der zur Veranschaulichung der Lagerungsverhältnisse
      oder der Lage der Grubenbaue erforderlich ist, anzufertigen.

5.3 Für Schächte ist ein besonderer Schnittriß als Schachtbild anzufertigen. Dieser muß enthalten:

5.3.1 die Bezeichnung des Schachtes,

5.3.2 die Lageangaben (Koordinaten, auf Normalnull bezogene Höhen) sowie den Schacht-
         durchmesser,

5.3.3 die Teufe, Art, Beschaffenheit und Mächtigkeit der Gebirgsschichten,

5.3.4 die Wasseraustrittstellen und andere sicherheitlich bedeutsame Bereiche,

5.3.5 den Zeitpunkt des Beginns und des Endes der Abteufarbeiten,

5.3.6 die Art des Abteufverfahrens,

5.3.7 die Teufe, Art und Wandstärke des Ausbaus,

5.3.8 die Sicherungsmaßnahmen nach der Stillegung mit Lage- und Zeitangaben.

6. Gewinnungsriß über Tage

6.1 Der Gewinnungsriß über Tage muß enthalten:

6.1.1 die Eintragungen nach Nummer 1.3.2, bei mehreren Berechtigungen auf
        dieselben Bodenschätze nur deren äußere Grenzen, die Eintragungen nach den
         Nummern 1.3.3 und 3.1.9 sowie betriebliche Sicherheitsabstände,

6.1.2 den Stand der Gewinnung mit Zeitangabe entsprechend den Nachtragungsfristen
         für das Rißwerk,

6.1.3 den Stand des Abraums und der Verkippung mit Zeitangabe entsprechend den
         Nachtragungsfristen für das Rißwerk, wenn diese Eintragungen für die Sicherheit
         des Betriebes oder für Gegenstände, auf die der Betrieb Rücksicht nehmen muß,
         von Bedeutung sind,

6.1.4 die ortsfesten Betriebseinrichtungen und Betriebsanlagen einschließlich Schlamm-
         und Klärteiche, Versorgungs- und Entsorgungsleitungen, Entwässerungsleitungen,

6.1.5 die Bohrungen mit ihrer Bezeichnung sowie mit Angabe der auf Normalnull bezogenen
         Höhe des Bohrlochansatz- und Bohrlochendpunktes und, soweit ermittelt, des
         Bohrlochverlaufs, wenn die Bohrungen nicht zur engräumigen Untersuchung einer
         oberflächennahen Lagerstätte dienen,

6.1.6 die geologischen Aufschlüsse, die aus sicherheitlichen Gründen von Bedeutung sind,

6.1.7 die Nachbarbaue und andere Gegenstände nach § 9 Abs. 5, sonstige Hohlräume,
         frühere Anschüttungen und Ablagerungen,

6.1.8 den Verlauf von Schnittlinien.

6.2 Der Gewinnungsriß hat sich auf den Bereich der übertägigen Gewinnung einschließlich
     Abraum und Verkippung sowie das Betriebsgelände zu erstrecken. Darüber hinaus muß
     er die Tagessituation in einem mindestens 50 m, bei Gewinnung von Braunkohle in einem
     mindestens 200 m breiten Streifen um die Tagebauoberkante enthalten.

6.3 Der Gewinnungsriß ist als Grundriß zu führen. Soweit es zur Veranschaulichung der
      Lagerungsverhältnisse erforderlich ist, sind Schnittrisse anzufertigen.


7. Grundwasserriß

7.1 Der Grundwasserriß muß enthalten:

7.1.1 die Linien gleicher Veränderungen des Grundwasserstandes, getrennt nach den
         Grundwasserleitern,

7.1.2 die dazugehörende Tagessituation.

7.2 Der Grundwasserriß darf als Deckriß zu einem anderen Riß oder zu einer geeigneten
      amtlichen topographischen Karte geführt werden.

8. Höhenfestpunktriß mit Höhenverzeichnis

8.1 Der Höhenfestpunktriß muß enthalten:

8.1.1 die Lage der Höhenfestpunkte,

8.1.2 die dazugehörende Tagessituation,

8.1.3 die Eintragung der auf Normalnull bezogenen Höhen und ihrer Änderungen (einzeln
        und insgesamt).

8.2 Der Höhenfestpunktriß darf als Deckriß zu einem anderen Riß oder zu einer geeigneten
      amtlichen topographischen Karte geführt werden.

8.3 Die Höhenänderungen sind in ein Höhenverzeichnis einzutragen, wenn es zu
     Übersichtlichkeit erforderlich ist.


9. Betriebsgrundriß

Der Betriebsgrundriß muß enthalten:

9.1 die Eintragungen nach Nummer 1.3.2, bei mehreren Berechtigungen auf dieselben
      Bodenschätze nur deren äußere Grenzen, sowie die Eintragungen nach Nummer 1.3.3,

9.2 die Tagessituation entsprechend der jeweils neuesten Ausgabe der Grundlage nach § 8 Abs. 2,

9.3 die Bohrungen mit ihrer Bezeichnung sowie mit Angabe der auf die Bezugsflächen nach
      § 3 bezogenen Höhe oder Tiefe des Bohrlochansatz- und Bohrlochendpunktes, des
      Bohrlochverlaufs, soweit ermittelt, und des jeweiligen Zustandes,

9.4 die Betriebsanlagen und Betriebseinrichtungen, auch unterirdische, sofern sie nicht
      innerhalb von zwei Jahren wieder entfernt werden, Schlammgruben sowie unterirdisch
      verlegte Leitungen und Kabel außerhalb der Betriebsplätze,

9.5 die betrieblichen Sicherheitspfeiler, Schutzbezirke und Sicherheitsabstände sowie in
      der Tagessituation noch nicht eingetragene Gegenstände und Flächen, von denen
      Bohrungen sowie andere Betriebsanlagen oder Betriebseinrichtungen einen vorgeschriebenen
      Abstand haben müssen,

9.6 die Freileitungen, erdverlegten Versorgungs- und Entsorgungsleitungen fremder Betreiber,
      auf die der Betrieb Rücksicht nehmen muß,

9.7 im Bereich des Festlandsockels und der Küstengewässer zusätzlich Schiffahrtswege,
      Verkehrstrennungsgebiete, Sperrgebiete, sonstige unter besonderen Schutz gestellte Gebiete,
      Richtfunktstrecken, Seezeichen sowie seeverlegte Rohrleitungen und Kabel fremder Betreiber,

9.8 die Nachbarbaue und andere Gegenstände nach § 9 Abs. 5,

9.9 den Verlauf von Schnittlinien.

10. Kavernenriß

10.1 Der Kavernenriß muß enthalten

10.1.1 in der grundrißlichen Darstellung:

10.1.1.1 die Bezeichnung der Kaverne,

10.1.1.2 den Grundriß der Kaverne als Umhüllende aller auf die Grundrissebene projizierten
             Horizontalschnitte aus den Ergebnissen der Hohlraumvermessung, wobei die
             Bohrlochabweichung zu berücksichtigen ist,

10.1.1.3 den Horizontalschnitt der Hohlraumvermessung, der die größte ausgesolte
             Einzelfläche umfaßt, unter Angabe seiner Teufenlage und auf Normalnull
             bezogenen Höhe,

10.1.1.4 bei unregelmäßiger Ausbildung der Kaverne zusätzlich die Horizontalschnitte
             in den Teufenlagen, die zur Überprüfung des geringsten Abstandes zu
             Nachbarkavernen heranzuziehen sind,

10.1.1.5 die Nachbarbaue und andere Gegenstände nach § 9 Abs.5;

10.1.2 in der schnittrißlichen Darstellung:

10.1.2.1 die Eintragungen nach Nummer 1.3.2, bei mehreren Berechtigungen auf
             dieselben Bodenschätze nur deren auessere Grenzen, sowie die Eintragungen
             nach Nummer 1.3.3,

10.1.2.2 die Bezeichnung der Kaverne,

10.1.2.3 die auf Normalnull bezogene Höhe des Ansatzpunktes der Kavernenbohrung,

10.1.2.4 die obere Begrenzung der geologischen Formation, in der die Kaverne angelegt ist,
             die Kavernenfirste und -sohle aus den Ergebnissen der Hohlraumvermessung sowie
             die Bohrlochsohle unter Angabe ihrer Teufenlage und auf Normalnull bezogenen Höhe,

10.1.2.5 die Unterkante der festen Verrohrung und der Sicherheitsschwebe,

10.1.2.6 die Umrisse der Kaverne in den Schnittebenen aus den Ergebnissen der
             Hohlraumvermessung,

10.1.2.7 die Umrisse unregelmäßiger Hohlraumerweiterungen, die der Schnittebene
             benachbart sind, als Projektionen auf die Schnittebene,

10.1.2.8 die Lage der nach den Nummern 10.1.1.3 und 10.1.1.4 darzustellenden
             Horizontalschnitte unter Angabe ihrer Teufen und auf Normalnull bezogenen Höhen,

10.1.2.9 die Nachbarbaue und andere Gegenstände nach § 9 Abs. 5.

10.2 Die grundrißliche Darstellung ist als Deckriß zum Betriebsgrundriß (Nummer 9) zu führen.

10.3 Die Schnittrisse sind bei Kavernenanlagen als durchgehende Längenschnitte über
       die einander benachbarten Kavernen anzufertigen.


11. Speicherriß

11.1 Der Speicherriß muß enthalten:

11.1.1 die Eintragungen nach Nummer 1.3.2, bei mehreren Berechtigungen auf dieselben
          Bodenschätze nur deren äußere Grenzen, sowie die Eintragungen nach den
          Nummern 1.3.3 und 3.1.9 mit Ausnahme vorübergehend festgesetzter betrieblicher
          Sicherheitspfeiler oder Schutzbezirke,

11.1.2 den Stand der im Speicherbereich aufgefahrenen Grubenbaue und ihre Anschlüsse
          an die Ausrichtungsbaue mit Zeitangabe entsprechend den Nachtragungsfristen für
          das Rißwerk,

11.1.3 die Vermerke nach Nummer 3.1.12,

11.1.4 die innerhalb des Speicherbereichs verlaufenden Bohrungen mit ihrer Bezeichnung,
          wenn sie nicht als Vorbohrungen für anschließend aufzufahrende Grubenbaue dienen,

11.1.5 die Angaben über den Beginn der Speicherung oder Lagerung in einem Grubenbau
          oder einer Bohrung nach Monat und Jahr und über Art und Aggregatzustand des
          gespeicherten oder eingelagerten Stoffes,

11.1.6 den Stand der Speicherung oder Lagerung mit Zeitangabe entsprechend den
          Nachtragungsfristen für das Rißwerk sowie mit Kennzeichnung, ob zusätzliche Stoffe
          zum Verfüllen eingebracht worden sind,

11.1.7 die Angaben über die Beendigung der Speicherung oder Lagerung nach Monat und Jahr
          und über die Menge des gespeicherten oder eingelagerten Stoffes,

11.1.8 die Darstellung des Abschlusses eines Grubenbaues oder einer Bohrung,

11.1.9 die Nachbarbaue und andere Gegenstände nach § 9 Abs. 5.

11.2 Der Speicherriß ist als Grundriß zu führen und je nach Lage der Grubenbaue durch
       Seigerrisse zu ergänzen.


12.Gewinnungsriß für alte Halden

12.1 Der Gewinnungsriß für alte Halden muß enthalten:

12.1.1 die Darstellung der Halde und die Tagessituation bis zu einer Entfernung von
          mindestens 200 m vom Haldenfuß,

12.1.2 den Stand der Gewinnung mit Zeitangabe entsprechend den Nachtragungsfristen
          für das Rißwerk,

12.1.3 die Darstellung der wiedernutzbargemachten Fläche mit Angabe über Größe, Art
          und Zeitpunkt der Wiedernutzbarmachung.

12.2 der Gewinnungsriß ist als Grundriß zu führen. Soweit es zur Veranschaulichung
       erforderlich ist, sind Schnittrisse anzufertigen.


13. Bohrlochbild

13.1 Das Bohrlochbild muß enthalten:

13.1.1 folgende Angaben:

13.1.1.1 die Bezeichnung der Bohrung,

13.1.1.2 die Koordinaten und die auf die Bezugsflächen nach § 3 bezogene Höhe oder Tiefe
             des Ansatzpunktes und, soweit ermittelt, des Endpunktes der Bohrung,

13.1.1.3 den Zweck der Bohrung,

13.1.1.4 die Art des Bohrverfahrens,

13.1.1.5 den Zeitpunkt des Beginns und des Endes der Bohrung,

13.1.1.6 den Zeitpunkt der Verfüllung;

13.1.2 eine schnittrißliche Darstellung des Bohrloches mit folgenden Eintragungen:

13.1.2.1 die Teufe, Art, Beschaffenheit und Mächtigkeit der Gebirgsschichten,

13.1.2.2 den Bohrlochdurchmesser sowie den Durchmesser, die Wandstärke, den Werkstoff
             und die Einbauteufe der Verrohrung,

13.1.2.3 die Teufenlage der Zementations- und Perforationsstrecken sowie der Lagerstättenabschlüsse,

13.1.2.4 den Durchmesser, die Einbauteufe und die Verkiesung von Filtern,

13.1.2.5 die Bereiche mit Wasser- oder Laugenzuflüssen, Spülungsverlusten, Öl- und Gasspuren
             sowie andere sicherheitlich bedeutsame Bereiche,

13.1.2.6 den Verlauf des Bohrloches, das Einfallen der Gebirgsschichten und deren
             geologische Stellung, soweit ermittelt,

13.1.2.7 die Art der Verfüllung.

13.2 Ein Bohrlochbild ist nicht erforderlich für Bohrungen,

13.2.1 die der Herstellung von Grubenbauen, der Gewinnung oder der Speicherung in
          Betrieben nach Teil 1 Nr. 1.1, 1.2 oder 3.1.3 dienen, soweit mit diesen Bohrungen
          keine weiträumige Erkundung der Gebirgsschichten verbunden ist,

13.2.2 die nicht mehr als 100 m in den Boden eindringen.

13.3 Zum Bohrlochbild ist eine rißliche Darstellung der Tagessituation und der zu der Bohrung
       gehörenden Betriebsanlagen und Betriebseinrichtungen einschließlich Schlammgruben
       anzufertigen. Dies ist nicht erforderlich, wenn die Tagessituation und die Betriebsanlagen
       und Betriebseinrichtungen in anderen rißlichen Darstellungen ein- und nachgetragen werden
       oder die Betriebsanlagen und Betriebseinrichtungen innerhalb von zwei Jahren wieder entfernt
       werden.


14. Wiedernutzbarmachungsriß

14.1 Der Wiedernutzbarmachungsriß muß enthalten:

14.1.1 die rißliche Darstellung der wiedernutzbargemachten Fläche im Zusammenhang mit
          der betrieblichen und der übrigen Tagessituation,

14.1.2 Angaben über

14.1.2.1 Größe, Art und Zeitpunkt der Wiedernutzbarmachung,

14.1.2.2 Art des Materials an der Oberfläche der Rohkippe,

14.1.2.3 Mächtigkeit und Art des aufgebrachten kulturfähigen Bodenmaterials.

14.2 Der Wiedernutzbarmachungsriß darf als Deckriß zu einem anderen Riß oder zu einer
       geeigneten topographischen Karte geführt werden.


15. Geologischer Riß

15.1 Der geologische Riß muß enthalten:

15.1.1 die Gebirgsstörungen,

15.1.2 bei übertägigen Braunkohlengewinnungsbetrieben die für die Gewinnung und die
          Verkippung bedeutsamen Grenzflächen einschließlich der Tagebauoberkante,

15.1.3 bei Gewinnungsbetrieben mit Bohrungen von über Tage die Grenzflächen der
          Lagerstätte und andere geologische Gegebenheiten, die für die Gewinnung bedeutsam
          sind,

15.1.4 bei Betrieben zur Untergrundspeicherung die Grenzflächen der für die Speicherung oder
          Lagerung genutzten Schicht und der den Untergrundspeicher abdichtenden Schichten
          sowie andere geologische Gegebenheiten, die für die Speicherung oder Lagerung
          bedeutsam sind.

15.2 Der geologische Riß darf als Deckriß zum Sohlenriß/Zwischensohlenriß (Nummer 3),
       zum Gewinnungsriß über Tage (Nummer 6), zum Betriebsgrundriß (Nummer 9) oder
       zum Speicherriß (Nummer 11) geführt werden. Er ist entsprechend den durch neue
       Aufschlüsse gewonnenen Erkenntnissen nachzutragen.

15.3 Der geologische Riß ist durch eine zur Veranschaulichung der Lagerungsverhältnisse
       ausreichende Anzahl von Schnittrissen zu ergänzen, in denen die Angaben nach
       Nummer 15.1 hervorzuheben sind. Die in der Schnittebene befindlichen Grubenbaue
       und Bohrungen sind darzustellen.


16.Verzeichnisse

16.1 Das Verzeichnis über die Standwasserbereiche muß enthalten:

16.1.1 die Bezeichnung der Standwasserbereiche mit Angabe der Lage und Zuordnung zu
          Grubenbauen,

16.1.2 das Datum der Festlegung der Standwasserbereiche und den Vermerk über die
          Eintragung in die Bestandteile des Rißwerks,

16.1.3 den Vermerk über die Art und den Zeitpunkt der Lösung des Standwassers sowie
          über die Eintragung in die Bestandteile des Rißwerks.

16.2 Das Verzeichnis über Brandherde und Brandfelder muß enthalten:

16.2.1 die Bezeichnung der Brandherde und Brandfelder mit Angabe der Lage und Zuordnung
          zu Grubenbauen,

16.2.2 das Datum der Festlegung der Brandherde und Brandfelder und den Vermerk über
          die Eintragung in die Bestandteile des Rißwerks,

16.2.3 den Vermerk über die Art und den Zeitpunkt der Löschung des Brandes sowie über
          die Eintragung in die Bestandteile des Rißwerks.

16.3 Das Verzeichnis über Dämme zum Abschluß von Grubenbauen muß enthalten:

16.3.1 die Bezeichnung der Dämme mit Angabe der Lage und Zuordnung zu Grubenbauen,

16.3.2 das Datum der Errichtung sowie Angaben über Abmessungen, Aufbau und über etwaige
          Einbauten der Dämme,

16.3.3 den Vermerk über die Eintragung der Dämme in die Bestandteile des Rißwerks sowie
          den Zeitpunkt der Öffnung.

16.4 Das Verzeichnis über Durchörterungen der Lagerstätte muß enthalten:
       die Art und die Bezeichnung der Grubenbaue oder der Bohrungen mit Angabe der
       Durchörterungsstellen und des Zeitpunkts ihrer Herstellung.

16.5 Das Verzeichnis über Austritt- oder Ausbruchstellen von Gasen, Laugen oder Schlämmen
       muß enthalten:

16.5.1 die Bezeichnung der Austritts- oder Ausbruchstellen mit Angabe der Lage und Zuordnung
          zu Grubenbauen,

16.5.2 die Art und Menge des Austritt- oder Ausbruchmaterials,

16.5.3 das Datum des Auftretens und des Verschlusses der Austritt- oder Ausbruchstellen,
          die Art des Verschlusses sowie den Vermerk über die Eintragung in die Bestandteile
          des Rißwerks.

16.6 Das Verzeichnis über Gebirgsschlagstellen muß enthalten:

16.6.1die Bezeichnung der Gebirgsschlagsstellen mit Angabe der Lage und Zuordnung zu
          Grubenbauen,

16.6.2 die Auswurfmenge,

16.6.3 das Datum der Gebirgsschläge sowie den Vermerk über die Eintragung in die Bestandteile
          des Rißwerks.

16.7 Das Verzeichnis über Hohlraumvermessungen und -volumen muß enthalten:

16.7.1 bei Solegewinnungs- oder Speicherkavernen die laufenden Nummern und die Daten der
          Hohlraumvermessungen, unter Hervorhebung der für die Nachtragung des Kavernenrisses
          (Nummer 10) zugrunde gelegten Hohlraumvermessung, sowie eine Gegenüberstellung des
          durch die Hohlraumvermessungen bestimmten und des aus der chemisch-analytischen
          Überwachung des Solbetriebs oder aus den Mengenmessungen errechneten Kavernen-
          volumens;

16.7.2 bei sonstigen Aussolungen die während des vorangegangenen Nachtragungszeitraums
          gewonnene Solemenge und die in ihr enthaltene Salzmenge sowie deren Summen über
          die Betriebszeit.