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Bezirksregierung Arnsberg
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Anlage 1
(zu § 6)

Meßgenauigkeiten

1.    Vermessungen über Tage

1.1. Anschlußmessungen an Festpunktnetze

1.1.1 Anschlußmessungen an Festpunkte der Landesvermessung oder des Liegenschaftskatasters

        Übertägige Anschlußmessungen sind so durchzuführen, daß bei den Punkten des übertägigen
        Festpunktnetzes eine innere Punktlagegenauigkeit von ± 7 cm eingehalten wird.

1.1.2 Anschlußmessungen an Höhenfestpunkte der Landesvermessung oder des Leitnivellements

        Übertägige Anschlußmessungen sind so durchzuführen, daß bei den Punkten des übertägigen
        Höhenfestpunktnetzes eine Höhengenauigkeit von ± 2 cm eingehalten wird.

1.2. Messungen im Festpunktnetz

1.2.1 Winkel- und Längenmessungen

        Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen eines Brechungswinkels darf den
        Betrag 2 mgon nicht überschreiten. Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen
        einer Länge darf den folgenden Betrag nicht überschreiten:

MarkSch Anlage 1 Bild 1       

1.3 Vermessungen in übertägigen Gewinnungsbetrieben geringer Ausdehnung

     Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen darf das Zweifache der Werte
     nach den Nummern 1.2.1 und 1.2.2 Buchstabe c betragen, wenn die vom Betrieb in
     Anspruch genommene Fläche 0,1 km2 nicht übersteigt.

2.    Vermessungen unter Tage

2.1. Punktlageübertragung

      Nach Abseigerung ist für den Anfangspunkt des untertägigen Hauptzugnetzes eine
      innere Punktlagegenauigkeit von ± 10 cm einzuhalten.

2.2. Richtungsübertragungen

      Richtungsübertragungen sind so genau durchzuführen, daß die Differenz zwischen
      zwei unabhängigen Richtungsbestimmungen den Betrag 10 mgon nicht überschreitet.

2.3. Winkel- und Längenmessungen

2.3.1. Hauptzugnetz

2.3.1.1 Im Hauptzugnetz darf die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen eines
           Brechungswinkels den Betrag 3 mgon nicht überschreiten.

2.3.1.2 Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen einer Länge darf den folgenden
           Betrag nicht überschreiten:

Bild 2 - Anlage 1

           Hierin ist s die Meßstrecke in hm.

2.3.1.3 Wenn ein Hauptzug eine Gesamtlänge von 4 km, gemessen vom Anfangspunkt des
           untertägigen Hauptzugnetzes, überschreitet, sind am Anfangspunkt und nach den in der
           folgenden Tabelle festgelegten Entfernungen weitere Richtungsbestimmungen durchzuführen:

Bild 3 - Anlage 1


2.3.1.4 Bei der Fortführung des Hauptzugnetzes darf die Differenz der Kontrollwinkel und
          der Kontrollängen gegen die frühere Messung die Beträge nach den Nummern 2.3.1.1
          und 2.3.1.2 nicht überschreiten.

2.3.2 Nebenzüge

2.3.2.1 In Nebenzügen darf die Differenz zwischen der ersten und der zweiten Messung eines
           Brechungswinkels den Betrag 20 mgon nicht überschreiten.

2.3.2.2 Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen einer Länge darf den folgenden
           Betrag nicht überschreiten:

Bild 4 - Anlage 1

           Hierin ist s die Meßstrecke in hm.

2.3.2.3 Bei der Fortführung eines Nebenzuges darf die Differenz der Kontrollwinkel gegen die
           frühere Messung die folgenden Beträge nicht überschreiten:

voraussichtliche Gesamtlänge:

Betrag

bis 300 m

40 mgon

bis 600 m

30 mgon

bis 1000 m

20 mgon

Die Gesamtlänge ist vom Anschlußpunkt an das Hauptzugnetz zu bestimmen.

2.3.2.4 Die Differenz der Kontrolllängen gegen die frühere Messung darf den Betrag nach
           Nummer 2.3.2.2 nicht überschreiten.

2.4. Teufenmessungen

       Bei Teufenmessungen in seigeren Grubenbauen darf die Differenz zwischen zwei unabhängigen
       Messungen den folgenden Betrag nicht überschreiten:

       D = 5 + 0,125 x  L [mm].

      Hierin ist L die Meßstrecke in m.

2.5. Höhenmessungen

Bei Höhenmessungen darf die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen für die nachstehend
aufgeführten Zwecke die folgenden Beträge nicht überschreiten:

Bild 5

Hierin ist R der einfache Meßweg in km.

2.6. Vermessungen in untertägigen Gewinnungsbetrieben geringer Ausdehnung

Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen darf das Zweifache der Werte nach
den Nummern 2.1 bis 2.5 betragen, wenn die Entfernung der Grubenbaue vom Anfangspunkt
des untertägigen Hauptzugnetzes nicht mehr als 1 km beträgt.

3. Genauigkeiten für Messungen nach § 125 Abs. 1 des Bundesberggesetzes

3.1. Höhenmessungen

Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen bei den nachstehend aufgeführten Klassen
darf die folgenden Beträge nicht überschreiten:

Bild 6

Hierin ist R der einfache Meßweg in km.

3.2. Längenmessungen

Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen bei den nachstehend aufgeführten Klassen
darf die folgenden Beträge nicht überschreiten:

bild 7

Hierin ist s die Meßstrecke in hm.

3.3. Winkelmessungen

Die Differenz zwischen zwei unabhängigen Messungen eines Brechungswinkels bei den
nachstehend aufgeführten Klassen darf die folgenden Beträge nicht überschreiten:

Klasse

Betrag

I

1 mgon

II

3 mgon

III

10 mgon


3.4. Punktlagebestimmungen

Bei Lagemessungen in der Klasse III ist eine innere Punktlagegenauigkeit von ± 8 cm und
eine Höhengenauigkeit von ± 4 cm einzuhalten.

3.5. Zuordnung der Messungen zu Klassen

Für die Zuordnung der Messungen zu den Klassen I bis III ist die Genauigkeit maßgebend,
mit der Veränderungen der Lage und Höhe durch Einwirkungen auf die Oberfläche mit
Auswirkungen auf bauliche Anlagen in Abhängigkeit von deren Empfindlichkeit zu erfassen
sind.

Im einzelnen gilt folgendes:

Messungen insbesondere für

Klasse

räumlich eng begrenzte und besonders empfindliche bauliche Anlagen:

I

empfindliche bauliche Anlagen

II

räumlich ausgedehnte und weniger empfindliche bauliche Anlagen

III